Inhaltsverzeichnis
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2025
Inhaltsverzeichnis
1.Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage . .. 3 1.1 Geschäftsverlauf . .. 3 1.1.1Entwicklungen im Marktumfeld. .. 3 1.1.2Entwicklungen der Bruttospielerträge . .. 4 1.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren . .. 4 1.2.1 Governance. .. 4 1.2.2 Soziale Verantwortung / Responsible Gaming . .. 5 1.2.3 Employer Branding . .. 5 1.2.4 Umwelt. .. 5 1.3 Bericht über die Zweigniederlassungen. .. 6 1.4 Finanzielle Leistungsindikatoren . .. 6 1.4.1 Kennzahlen zur Ertragslage und zum Geschäftsergebnis . ..6 1.4.2Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage. .. 7 2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens . 8 2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens. .. 8 2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten . .. 9 2.2.1Wesentliche Risiken und Chancen im Geschäftsjahr 2025. .. 9 2.3 Finanzinstrumente. 10 3. Bericht über die Forschung und Entwicklung. .. 11 4. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess . .. 11
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1 Geschäftsverlauf
Die rechtliche Grundlage zur Regelung des Glücksspielwesens durch den Bund ist der Kompetenztatbestand „Monopolwesenn des Artikel 10 Abs 1 Z 4 B-VG.
Das Kerngeschäft von Casinos Austria Aktiengesellschaft beruht auf zwölf vom Bundesministerium für Finanzen (BMF) erteilten, auf 15 Jahre befristeten Konzessionen auf Basis des Bundesgesetzes vom 28. November 1989 zur Regelung des Glücksspielwesens (Glücksspielgesetz) BGBl. Nr. 620/1989, in der jeweils geltenden Fassung, die sich in ein sogenanntes „Stadtpaket" (Bregenz, Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg/Wals-Siezenheim, Wien; Konzession bis 31.12.2027) und ein sogenanntes „Landpaket“ (Baden, Velden, Riezlern, Kitzbühel, Seefeld, Zell am See; Konzession bis 31.12.2030) unterteilen. Die zwölf Spielbetriebe sind organisatorisch der Zentrale mit Sitz am Rennweg 44, 1038 Wien, untergeordnet und stellen daher keine Zweigniederlassungen dar.
Des Weiteren werden durch verbundene Tochtergesellschaften innerhalb der Casinos Austria-Gruppe folgende Geschäftsbereiche abgedeckt:
• Lotterien • Online Gaming, New Media und sonstige Geschicklichkeitsspiele • Video Lottery Terminals (VLT) • Wetten und sportaffine Geschicklichkeitsspiele sowie • Internationales Geschäft
Damit hält Casinos Austria Aktiengesellschaft auf dem österreichischen Casinomarkt wie bisher eine Alleinstellung als Spielbank-Konzessionär.
1.1.1 Entwicklungen im Marktumfeld
Aufgrund der anhaltenden Präsenz von Werbung für illegale, in Österreich nicht lizenzierte Glücksspielanbieter in den österreichischen Medien ist Casinos Austria Aktiengesellschaft bestrebt, die Behörden für diese Problematik zu sensibilisieren und setzt sich aktiv dafür ein, weitere Werbung illegaler Anbieter in österreichischen Medien (Print, Online, TV, Hörfunk) und auf Social-Media-Kanälen, die in Osterreich zugänglich sind, zu verhindern. Die Marktsituation hat sich diesbezüglich insofern weiterentwickelt, als dass der OGH die Möglichkeit zur Einsatzrückforderung von in Österreich nicht konzessionierten Glücksspielanbietern schuf. Außerdem hat die Salzburger Landesregierung die Absicht zur Liberalisierung des "kleinen Glücksspiels” geäußert. Ein Beschluss ist in den nächsten Monaten nicht auszuschließen,
In Malta wurde die sogenannte „Bill 55" beschlossen, das maltesischen Gerichten zur Nichtanerkennung und Nichtvollstreckung ausländischer Rechtsprechung ermächtigt. Vor dem Hintergrund der Vereinbarung mit EU-Recht prüft die EU-Kommission die Zulässigkeit von Gesetz 55. Casinos Austria Aktiengesellschaft beabsichtigt, weitere Anfragen an die EU-Kommission zu unterstützen, um neue Erkenntnisse über den Stand der Untersuchung zu erlangen.
1.1.2 Entwicklungen der Bruttospielerträge
Die Geschäftsentwicklung war zu Beginn des Jahres bis inklusive April noch durch das vom FAO auferlegte Bargeldverbot an den Spieltischen negativ betroffen. Durch großen Einsatz der zuständigen Abteilungen und Überarbeitung unserer Prozesse konnte die Aufhebung des Bargeldverbots erwirkt werden und die Nachfrage im Live Game zog ab Mitte des Jahres deutlich an und lag schließlich ein Prozent über der des Vorjahres. Höhere Auszahlungen führten jedoch zu einem leichten Rückgang zum Vorjahr. Im Slot Game hat sich die Nachfrage in sieben von zwölf Betrieben gesteigert, wobei auch hier durch höhere Auszahlungen diese nicht zur Gänze ergebniswirksam wurde. Generell verlief das Jahr 2025 regional sehr unterschiedlich. Marktveränderungen im Bodenseeraum durch Schließungen von Casinos in Liechtenstein haben sich sehr positiv auf die Nachfrage im Casino Bregenz ausgewirkt, das Besuche, Live Game sowie auch Slot Game deutlich steigern konnte. Aber auch das Casino Salzburg konnte Marktanteile gegenüber den grenznahen ausländischen Casinos gutmachen und Nachfragesteigerungen vor allem im Automatenbereich erzielen. In weiterer Folge wurde im Casino Salzburg der Automatenbereich erweitert. Im Casino Wien waren die Besuchszahlen zwar sehr hoch, jedoch machte sich die schwache konjunkturelle Situation in Osterreich und Europa sowie die internationalen Krisen im durchschnittlich mitgebrachten Spielkapital der Gäste bemerkbar. Auch das Casino Baden spürte im Live Game Bereich einen Rückgang und zahlte deutlich mehr aus als im Vorjahr. Daneben waren es nur die Tourismuscasinos Kleinwalsertal und Zell am See, deren Bruttospielerträge unter denen von 2024 landeten, wobei alle Casinos, ausgenommen Casino Linz, Besuchssteigerungen erzielen konnten. Dort konnten jedoch fehlende Einsätze an den Automaten und Spieltischen mit geringeren Auszahlungen überkompensiert werden. Insgesamt hat sich die Nachfrage in 2025 österreichweit positiv entwickelt und die Bruttospielerträge haben sich vor allem aber aufgrund der Entwicklungen im Casino Bregenz um sechs Prozent erhöht.
1.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
1.2.1 Governance
Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung, im unternehmerischen Kontext auch Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. Sustainability genannt, spielen eine zentrale Rolle im Selbstverständnis der Casinos Austria Aktiengesellschaft. Im Zentrum steht dabei naturgemäß das für ein Glücksspielunternehmen essenzielle Thema Responsible Gaming, welches unsere Verantwortung im Kerngeschäft widerspiegelt.
2025 wurden in der Unternehmensgruppe Strukturen geschaffen, die den Anforderungen der Nachhaltigkeits-Berichterstattung gerecht werden und die für uns ab 2026 verpflichtende Berichterstattung nach European Sustainability Reporting Standards (ESRS) ermöglichen. ESRS-Anforderungen wurden dazuinallestrategischen Entscheidungsprozesse integriert und die effektive Berichterstattung über ESRS- Kennzahlen und -Daten gemäß den Anforderungen der Berichtsstandards sichergestellt. 2025 wurde eine entsprechende Sustainability-Richtlinie sowie ein Sustainability Board, das mit allen diesbezüglich relevanten Führungskräften besetzt ist, implementiert.
Betreffend die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) haben wir zur Erfüllung der regulatorischen Anforderungen entsprechende interne Prozesse erstellt und Verantwortlichkeiten im Umgang mit EUDR-relevanten Lieferanten festgelegt.
1.2.2 Soziale Verantwortung / Responsible Gaming
Glücksspiel mit Verantwortung anzubieten ist wichtig und für alle Mitarbeiter:innen unserer Gruppe eine fest verankerte Grundhaltung. Das umfassende Spielerschutzsystem spiegelt sich im „Responsible Gaming 5-Punkte-Programm" wider. Die Casinos Austria Aktiengesellschaft hat in jedem ihrer Geschäftsbereiche die optimalen Spielerschutzmaßnahmen implementiert, damit Gäste und Kund:innen bestens informiert sind und in einem geschützten Rahmen ihrem Spielvergnügen nachgehen können. Spielerschutz bedeutet, diese Verantwortung leben zu wollen, und setzt den Schwerpunkt auf Prävention. Eine frühzeitige Sensibilisierung des Verantwortungsbewusstseins rund um das Thema Spielerschutz trägt zu einer unbeschwerten Spielteilnahme bei und stärkt eine nachhaltige Kundenbeziehung.
Aus dem strategischen Rahmenprogramm für Spielerschutz - dem „Responsible Gaming 5-Punkte-Programm" – lassen sich die Handlungsfelder für die tägliche Arbeit mit dem Glücksspiel ableiten:
• Schutz der Spielteilnehmer:Innen • Regelmäßige und nachhaltige Schulungen • Verantwortungsvolle Werbung und Kommunikation • Weiterentwicklung durch Forschungsförderungen und Kooperationen mit Expert:Innen • Qualitätssicherung und Überwachung der Wirksamkeit
1.2.3 Employer Branding
Im Employer Branding lag der Fokus 2025 erneut auf der konsequenten Weiterentwicklung unserer Arbeitgebermarke und der gezielten Ansprache relevanter Zielgruppen. Besonders hervorzuheben sind die Schwerpunkt-Kampagnen für die Croupier-Ausbildungen in den Casinos Salzburg, Bregenz und Velden sowie die Always-On-Kommunikation für die offenen Positionen in unserem Online Casino Studio. Auf Letzterem lag 2025 besonderes Augenmerk. Durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen gelang es uns, eine hohe Bewerber:innen-Resonanz zu erzielen und alle offenen Positionen im geplanten Zeitrahmen zu besetzen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Recruiting, Employer Branding und den Fachbereichen war dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den dritten Platz der Employer Branding Awards 2025 für unser Kommunikationskonzept rund um das Online Casino Studio.
1.2.4 Umwelt
Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Osterreich will bis 2040 klimaneutral sein. Dieses Vorhaben gelingt nur, wenn österreichische Unternehmen daran mitarbeiten, und dementsprechend will unsere Unternehmensgruppe ihren Beitrag leisten.
Als Unternehmensgruppe berechnen wir jährlich unseren Corporate Carbon Footprint, um über unsere Auswirkungen Bescheid zu wissen und sinnvolle und realistische Reduktionsziele sowie Maßnahmen setzen zu können. Unser Treibhausgas-Fußabdruck für 2024 wurde im Jahr 2025 unter Berücksichtigung aller österreichischen Standorte des Unternehmens sowie der Casinos Austria International (CAI), einschließlich aller Subgesellschaften, berechnet. Dank der Berechnung wissen wir nun, dass uns im Bereich der Scope 3 Emissionen alle Maßnahmen rund um die Beschaffung (Kategorie 3.1. und 3.2) den größten Hebel bieten, um unsere Gesamtemissionen zu reduzieren. Deutlich abgeschlagen dahinter folgen der Pendelverkehr (3.7) sowie energiebezogene Emissionen (3.3.). 2025 weisen wir im Scope 3.15 erstmalig für unsere nicht-vollkonsolidierten Beteiligungen der Casinos Austria International (CAI) Emissionen aus. Betrachtet man die
Gesamtemissionen für Scope 1 und 2 in Bezug auf die Anzahl der Mitarbeiter:innen bzw. die Nettoerlöse (Stand 2024), ergeben sich in Relation zu 3.770 Mitarbeiter:innen Emissionen von 1,28 t CO2eq/MA. Berechnet auf die Nettoerlöse (ca. 963,09 Mio. EUR) sind es 71 t COreq/Mio. EUR.
Overview CCF 2024, Scope 1-3
CCF 2024 - Casinos Austria AG, Osterreichische Lotterien GmbH, WINWIN and CAI
pe 3.5
| Emissions 2024 | ||
|---|---|---|
| Scope | in % | 9.376 Scope 3.6 |
| in t CO2e | |||
|---|---|---|---|
| Scope 1 | 2.100 | 3% | Scope 3.11 |
| Scope 2 | 2.713 | 4% | 0,4% |
| e 3.12 | |||
| Scope 3 | 63.569 | 93% | |
| Total | 68.382 | 100% |
1.3 Bericht über die Zweigniederlassungen
Casinos Austria Aktiengesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.
1.4 Finanzielle Leistungsindikatoren 1.4.1 Kennzahlen zur Ertragslage und zum Geschäftsergebnis
a) Bruttospielerträge
| Bruttospielerträge | 2025 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | in % | |
| Lebendspiel | 107.441 | 110.525 | -3% |
| Automaten | 213.526 | 191.926 | 11% |
| 320.967 | 302.450 | 6% |
Wie bereits im Kapitel 1.1.2 detailliert ausgeführt verzeichneten, im Vergleich zu 2024, die Bruttospielerträge einen Anstieg.
b) Besuche
| Besuche | 2025 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | in % | |
| Inländer | 1.175.545 | 1.078.719 | 9% |
| Ausländer | 897.926 | 888.311 | 1% |
| 2.073.471 | 1.967.030 | 5% |
Wie bereits im Kapitel 1.1.2 detailliert ausgeführt verzeichneten, im Vergleich zu 2024, die Besuche einen Anstieg.
c) EBITDA
Das EBITDA ermittelt sich aus dem EBIT zuzüglich der Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen.
| 2025 | 2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | in % | |
| EBITDA | 59.938 | 48.408 | 24% |
| EBITDA/BSE* | 18,67% | 16,01% | 17% |
| EBTIDA/NSE** | 28,26% | 24,12% | 17% |
| Einmaleffekte | 1.874 | 1.194 | 57% |
| Adj. EBTIDA | 61.812 | 49.602 | 25% |
| Adj. EBITDA/BSE* | 19,26% | 16,40% | 17% |
| Adj. EBITDA/NSE** | 29,15% | 24,72% | 18% |
* BSE=Bruttospielertrag
** NSE=Nettospielertrag
Der Anstieg dieser Kennzahl ist im Wesentlichen auf die, wie in Kapitel 1.1.2 detailliert ausgeführt, höheren Umsatzerlöse zurückzuführen. Darüber hinaus konnte durch gezielte Zeit- und Ressourceneinsparungen sowie eines moderaten Lohn- und Gehaltsabschlusses die Erhöhung des Personalaufwandes moderat gehalten werden. Der sonstige betriebliche Aufwand konnte ebenfalls ergebnisverbessernd reduziert werden.
1.4.2 Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
a) Nettoverschuldung
Die Nettoverschuldung (Net Debt) ergibt sich als Saldo des verzinslichen Fremdkapitals (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten + Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen + verzinsliche Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Vorjahr) und der flüssigen Mittel (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten).
| 2025 | 2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | in % | |
| Nettoverschuldung | -47.501 | 23.744 | -300% |
Die signifikante Änderung der Nettoverschuldung ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der flüssigen Mittel bei paralleler Reduktion des verzinslichen Fremdkapitals zurückzuführen. Dies resultiert einerseits aus den liquiden Mitteln einer Beteiligungsveräußerung im Konzern und andererseits aus der planmäßigen Tilgung von Krediten sowie einer Anpassung der Bewertungsparameter, die zu niedrigeren verzinslichen Personalrückstellungen führt.
b) Geldflussrechnung
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | ||
| Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 43.286 | 30.815 | |
| Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | 166.939 | 88.590 | |
| Nettogeldfluss der Finanzierungstätigkeit | 161.883 | - | 150.943 |
| Nettogeldfluss gesamt | 48.342 - | 31.538 | |
Der Anstieg des Nettogeldflusses aus der betrieblichen Tätigkeit ist im Wesentlichen auf die Verbesserung der Bruttospielerträge (siehe oben) zurückzuführen. Ein Einmaleffekt aus der Veräußerung einer Beteiligung im Konzern führte zu einem Anstieg des Nettogeldflusses aus der Investitionstätigkeit.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Auch 2025 blieb die wirtschaftliche Situation in Osterreich und Europa angespannt. Die geopolitischen Unsicherheiten, die aktuelle Unberechenbarkeit der USA sowohl als Handelspartner als auch in Sicherheitsangelegenheiten, steigende Arbeitslosenzahlen sowie die noch anhaltend hohe Inflation im Vergleich zum Rest der EU drücken aktuell noch auf die Konsumlaune. Für 2026 kehrt in die Wirtschaftsprognosen etwas Optimismus ein und es wird ein BIP-Wachstum von rd. 1% erwartet. Die Inflation soll auf 2,5% sinken. Auch die Arbeitslosenquote soll zurückgehen und die Kaufkraft soll sich geringfügig verbessern. In Summe sollten sich diese Entwicklungen positiv auf die Unternehmensperformance auswirken bzw. die gesteckten Budgetziele mit einem Umsatz- Wachstum von rund drei Prozent erreichbar machen.1
Die Spielbankenkonzession ist ein zentraler Werttreiber für den Geschäftsbereich Casinos Austria. Der Betrieb erfolgt aktuell auf Basis von zwölf adressgebundenen Konzessionen, die in zwei Paketen (Stadt- und Landpaket) mit Laufzeiten bis Ende 2027 bzw. 2030 vergeben sind. Die Konzessionen bilden die Grundlage für den fortgeführten Betrieb, die Erzielung stabiler Cashflows sowie die langfristige regionale Wertschöpfung in Osterreich.
Aufgrund der hohen Markteintrittsbarrieren, der langjährigen regulatorischen Compliance, der starken Marktposition sowie der engen Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden wird die Fortführung der Spielbankenkonzession als wahrscheinlich eingeschätzt. Das bestehende Geschäftsmodell erfüllt die gesetzlichen Anforderungen des Glücksspielgesetzes umfassend, insbesondere in den Bereichen Spielerschutz, Geldwäscheprävention, Betriebssicherheit und ordnungspolitische Zielerreichung. Zudem sprechen die bestehende Infrastruktur, die regionale Verankerung der Standorte und die gesellschaftliche Akzeptanz für eine positive Verlängerungsperspektive.
¹ Vgl. Konjunkturprognose 4/2025, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Dezember 2025.
Trotz der positiven Verlängerungsaussichten besteht ein inhärentes regulatorisches Risiko, dass einzelne oder mehrere Konzessionen im Rahmen künftiger Ausschreibungen nicht verlängert werden. Ein solcher (Teil-)Konzessionsverlust könnte insbesondere folgende Auswirkungen haben:
• Wegfall der Cashflows einzelner Standorte nach Ablauf der jeweiligen Konzession • Reduktion der operativen Präsenz und regionalen Wertschöpfung • Potenzielle Auswirkungen auf Beschäftigung, ausgelagerte Leistungen und Steueraufkommen • Erhöhter Wettbewerbsdruck bei Eintritt neuer Anbieter an einzelnen Standorten • Zur Abbildung dieses Risikos wurden Szenarien mit zeitlich begrenzten Cashflows bis zum jeweiligen Konzessionsende versus einer Konzessionsverlängerung modelliert und gewichtet. Auch unter konservativen Annahmen ergibt sich daraus kein Abschreibungsbedarf.
Zusammenfassend wird das Risiko einer Nichtverlängerung der Spielbankenkonzession somit als vorhanden, aber begrenzt eingeschätzt. Das Thema bleibt jedoch ein wesentliches regulatorisches Risiko und wird laufend überwacht.
2.2
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Das Risikomanagementsystem der Casinos Austria Aktiengesellschaft basiert auf der ÖNORM D 4900 und den ISO-Normen 27005 und 31000, Auf strategischer Ebene erfolgt die Risikobeurteilung (Identifikation, Analyse und Bewertung) als auch die Risikobehandlung innerhalb der gesamten Unternehmensgruppe ab einer Auswirkung von EUR 100.000. Die Risiken und Chancen werden für den jeweiligen Beobachtungszeitraum hinsichtlich ihrer Auswirkung auf das Ergebnis vor Steuern bewertet und in ihrer Bandbreite vom Worst Case (WC) zum Best Case (BC) dargestellt.
Das operative Risikomanagement identifiziert relevante Risiken, die aus operativen Unternehmensaktivitäten der C&L-Gruppe entstehen und durch Maßnahmen bzw, interne Kontrollen effizient kontrolliert und gesteuert werden. Es konzentriert sich auf kurzfristige Risiken mit unmittelbaren Auswirkungen auf Geschäftsprozesse wie z.B. Sicherheitslücken. Die operative Risikobewertung erfolgt qualitativ über eine „Heatmap" mit den Achsen „Eintrittswahrscheinlichkeit" und „Schadenshöhe". Ein Frühwarnsystem wurde für die operativen Risiken eingerichtet. Sämtliche risikosteuernden Maßnahmen werden in einer internen Risikomanagementsoftware dokumentiert, überwacht und regelmäßig überarbeitet.
2.2.1
Wesentliche Risiken und Chancen im Geschäftsjahr 2025
Wirtschaftslage, Trends, Freizeitverhalten als Risiko und Chance: Wirtschaftliche, gesellschaftspolitische und technologische Trends können das Freizeitverhalten der Bevölkerung beeinflussen und zu wesentlichen Abweichungen führen. Eine kontinuierliche Beobachtung der Wirtschaftslage in Osterreich durch ein wöchentliches Monitoring der Geschäftsentwicklung sowie eine frühzeitige Erkennung von Trends ermöglichen ein rechtzeitiges Gegensteuern.
Dividende Beteiligung Österreichische Lotterien als Risiko und Chance: Abhängig von der Markt- und Wirtschaftslage kann der Geschäftserfolg und folglich die zukünftige Dividendenausschüttung vom aktuellen Planwert abweichen.
Änderung der Parameter bei Personalrückstellungen als Risiko und Chance: Eine Anderung finanzmathematischer Parameter – z.B. steigende bzw. sinkende Zinssätze von +/- 1Prozentpunkten - würde laut internen Berechnungen zu signifikanten Ergebnisveränderungen führen. Die finanzwirtschaftlichen Parameter werden überwacht, bei signifikanten Veränderungen werden die Rückstellungen dahingehend angepasst. Verstoß gegen Geldwäschebestimmungen als Risiko: Grobe Verstöße gegen die Geldwäschebestimmungen (GSpG) können zu einer Geldbuße von bis zu 10% des Jahreskonzernumsatzes führen. Als risikomindernde Maßnahmen sind laufende Schulungen und die Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen sowie die Aktualisierung der betrieblichen Geldwäsche-Richtlinien an erhöhte rechtliche Anforderungen vorgesehen. Verstoß gegen DSGVO als Risiko: Grobe Verstöße gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) können zu einer Geldbuße von bis zu 4% des Jahreskonzernumsatzes führen. Risikomindernde Maßnahmen sind Anpassungen von betrieblichen Richtlinien und Verträgen, die zentrale Steuerung des Themas Datenschutz durch geschultes Personal sowie eine Mitarbeitersensibilisierung durch regelmäßige Schulungen.
2.3 Finanzinstrumente
Zu den bestehenden originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Ausleihungen, Beteiligungen etc. sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten etc., weiters Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie diverse Verbindlichkeiten.
Das mit Finanzinstrumenten dieser Art verbundene Risiko ist als gering einzuschätzen, da besonderes Augenmerk auf das aktive Management der Finanzanlagen unter Berücksichtigung externer Faktoren gelegt wird.
Das Risikomanagement im Finanzbereich beruht auf Treasuryrichtlinien und auf schriftlichen Fondsvereinbarungen. Zur Risikominimierung erfolgen Prüfungen seitens Internal Audit sowie eine vierteljährliche Fondsberichterstattung seitens der Fondsmanager.
Im langfristigen Euro-Veranlagungsbereich existiert der Superior A Miteigentumsspezialfonds des Bankhauses Schelhammer & Schattera AG sowie der P1 Miteigentumsspezialfonds bei der Amundi Austria GmbH. Bei diesen Fonds bestehen gewisse Kurs- und Marktrisiken. Ein bestätigter Rechenschaftsbericht liegt vor.
Im Jahr 2025 bestand ein Kreditvertrag mit drei führenden österreichischen Banken, der sich aus einem tilgenden, endfälligen und revolvierenden Anteil zusammensetzt. Mit diesem Vertrag wird der Liquiditätsbedarf der Casinos Austria International Holding GmbH bzw. der Casinos Austria International GmbH gedeckt bzw. im Rahmen von konzerninternen Darlehensverträgen zu gleichen Konditionen an diese weitergegeben. Das Zinsänderungsrisiko trägt die Casinos Austria Aktiengesellschaft.
Da als Vertragspartner nur Geschäftspartner und Banken mit einwandfreier Bonität ausgewählt werden, ist das Risiko bei sämtlichen anderen Guthaben und kurzfristigen Geldanlagen als gering anzusehen, Das maximale Ausfallsrisiko wird durch den Buchwert der finanziellen Vermögenswerte (Wertpapiere des Anlagevermögens, Forderungen und Bankguthaben) repräsentiert. Die finanziellen Vermögenswerte und
Finanzverbindlichkeiten lauten nur zu einem geringen Teil auf fremde Währungen, das Kursrisiko ist daher als gering einzustufen.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Die Forschung und Entwicklung fokussieren sich bei Casinos Austria Aktiengesellschaft auf Marktforschung und der daraus folgenden Weiterentwicklung des Spielangebotes. Neue Spiele werden im Wesentlichen von Dritten entwickelt und zugekauft.
4. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Das Risikomanagement und das interne Kontrollsystem umfasst sämtliche Prozesse, Risiken und Kontrollen im Hinblick auf die Rechnungslegung gemäß § 243a Abs. 2 UGB. Die für die Rechnungslegung relevanten Kontrollen richten sich insbesondere auf Risiken wesentlicher Fehlaussagen in der Finanzberichterstattung. Primäre Elemente zur Risikosteuerung und Kontrolle in der Rechnungslegung sind die klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Kontrollen bei der Abschlusserstellung, angemessene Zugriffsregelungen in den abschlussrelevanten EDV-Systemen sowie bei der Einbeziehung externer Spezialist:innen. Das Vier-Augen-Prinzip und die Funktionstrennung sind auch im Rechnungslegungsprozess wichtige Kontrollprinzipien. Eine Beurteilung erfolgt durch die jeweils verantwortlichen Führungskräfte auf Basis von Stichproben. Die Einhaltung und die Wirksamkeit der Kontrollen werden periodisch überprüft und an den Vorstand berichtet. Die unabhängige Überprüfung der Einhaltung von internen und gesetzlichen Vorschriften wird durch Internal Audit im Rahmen der Revisionsprüfungen durchgeführt.
Wien, am 20. Februar 2026
Casinos Austria Aktiengesellschaft
Erwin van Lambaart Vorstandsvorsitzender
Erwin Van
Erwin Van
Dr. Andreas Bierwirth Mitglied des Vorstands Andreas Bierwirth Andre • 3
Martin Škopek Mitglied des Vorstands Martin Skopek Martir •