Inhaltsverzeichnis
1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Im Jahr 2024 wuchs die Weltwirtschaft knapp über 3% und damit ähnlich kräftig wie im Vorjahr. Trotz dieses robusten Wachstums war die Entwicklung von geopolitischen Störungen, politischen Unwägbarkeiten, extremen Wetterereignissen und der anhaltenden Volatilität der Rohstoffpreise beeinträchtigt. Einige hemmende Faktoren, insbesondere die Unterbrechungen der Lieferketten, verloren jedoch allmählich an Gewicht. Die Normalisierung der Lieferketten war in erster Linie auf eine Zunahme des Schiffsverkehrs durch den Panamakanal zurückzuführen, die durch günstige Wetterbedingungen ermöglicht wurde, während der Schiffsverkehr durch den Suezkanal das ganze Jahr über beeinträchtigt war, was die Seefrachtraten auf einem hohen Niveau hielt. In den Schwellenländern betrug das Wachstum 2024 rund 4,75% und war damit etwas geringer als 2023 (5%). Unter den BRICS-Ländern verlangsamte sich das Wachstum in China und Indien, während sich in Russland keine Abschwächung zeigte und Brasilien etwas stärker expandierte als im Vorjahr. In einer Reihe weiterer großer Schwellenländer wuchs die Wirtschaft 2024 ebenfalls kräftig, allen voran in Indonesien, Saudi-Arabien und der Türkei. Die Industrieländer expandierten mit knapp unter 2% etwa gleich schnell wie im Vorjahr. Neben den USA verzeichneten auch Kanada und Australien solide Zuwächse. Demgegenüber blieb das Wachstum in vielen Mitgliedsländern der Europäischen Union verhalten – bei erheblichen regionalen Unterschieden. In Österreich, Deutschland, Finnland, Estland und Lettland setzte sich die Rezession fort, während Spanien, Dänemark, Kroatien, Zypern und Malta ein kräftiges Wirtschaftswachstum verzeichneten. In Italien und Frankreich wuchs das Bruttoinlandsprodukt kaum.
Das Wirtschaftswachstum der Euroconstruct Staaten (EC-19) konnte im vergangenen Jahr 2024 nur geringfügig auf 1,0% zulegen (2023: 0,4%). Der Zuwachs innerhalb der EC-15 Staaten ist Dänemark (3,7%) und großen Volkswirtschaften wie Spanien (3,2%) und Großbritannien (1,1%) zu verdanken. Bei den EC-4 Staaten zeichnen sich die Slowakei (2,2%) und Polen (2,9%) mit einem überdurchschnittlichen Wachstum aus. Die gesamte Wirtschaftsleistung der EC-19 Staaten lag bei absolut EUR 21.393 Mrd in 2024 (gegenüber EUR 21.177 Mrd. in 2023). Die Entwicklung der Baupreise hat sich deutlich verlangsamt. Nur in den Niederlanden, Norwegen und in Irland lag die Steigerung höher als im Vorjahr, in Italien waren Preise mit -1,0% sogar rückläufig. Die Gesamtanzahl an Arbeitslosen ist in den Euroconstruct Staaten mit rund 15 Mio. gegenüber dem Vorjahr fast unverändert geblieben, wobei die Entwicklung in den Staaten heterogen war. Einem Anstieg in Deutschland und Großbritannien steht ein Rückgang in Frankreich, Italien und Spanien gegenüber.
Die Bauwirtschaft der Euroconstruct Staaten ist im Jahr 2024 neuerlich rückläufig gewesen. Die Leistungsausbringung von insgesamt EUR 2.290 Mrd für die EC-19 Staaten liegt sogar unter dem Wert von 2021 (EUR 2.315 Mrd) und bedeutet einen Rückgang um 2,1% im Vergleich zum Jahr 2023. Eine positive Entwicklung zeigten nur 4 Staaten (Spanien 2,8%, Schweiz 2,4%, Portugal 1,2% und Belgien 0,4%). Insbesondere die EC4-Staaten verloren nach einer Steigerung mit 1,2% in 2023 nunmehr deutlich (-3,6%).
Das im letzten Jahr noch kräftige Wachstum des Tiefbaus (2023: 5,0%) ist in 2024 mit 1,3% erheblich niedriger ausgefallen. Die Entwicklung war dabei in den Mitgliedstaaten sehr heterogen. Deutlichen Zuwächsen in Ländern wie Italien (8,2%), Dänemark (7,9%) oder Belgien, stehen erhebliche Einbrüche in der Slowakei (-10,7%), Irland (-5,0%) oder Finnland (-4,2%) gegenüber. Das Gesamtvolumen der EC-19 Staaten betrug EUR 492,1 Mrd.
Die Bauleistung im Hochbau mit einem Leistungsvolumen von EUR 1.798,5 Mrd. ist um 3,0% zurückgegangen. Dabei setzte der Wohnungsneubau mit -8,7% seine negative Entwicklung aus 2023 (-10,7%) fort. Steigerungen im Hochbau in nur 4 Ländern (Spanien 2,5%, Schweiz 2,3%, Portugal 1,0% und Großbritannien 0,9%) steht ein Rückgang in den übrigen Staaten gegenüber. Ins Gewicht fallen dabei insbesondere die Rückgänge in großen Volkswirtschaften wie Deutschland (-3,8%), Frankreich (-5,5%) oder Italien (-4,7%). Auch die EC-4 Staaten verloren im Hochbau mit -3,5% überdurchschnittlich viel.
Märkte
SWIETELSKY unterscheidet in 4 Kernmärkte (Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien) und in andere Länder.
Österreich
Die österreichische Wirtschaft erlebte 2024 das zweite Rezessionsjahr in Folge. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 preisbereinigt um 1,0% zurückgegangen war, sank es 2024 um weitere 1,2%. Der Abschwung hatte bereits im 2. Halbjahr 2022 eingesetzt, seither wurde das BIP im Vorquartalsvergleich zehn Quartale in Folge nicht ausgeweitet. Damit ist die derzeitige Rezession die längste der Nachkriegsgeschichte. Auch die Wirtschaftsleistung der Industrie war in 2024 rückläufig. Die Industriewertschöpfung ging das zweite Mal in Folge zurück (2024: -5,5%, 2023: -1,8%), wobei sich der Abschwung zum Jahresende noch verstärkte. Die Unternehmen litten sowohl unter der schwachen Nachfrage aus dem In- und Ausland als auch unter Wettbewerbsnachteilen. Energiepreise und Lohnstückkosten waren in Österreich zuletzt höher als im europäischen Durchschnitt. Nachdem der Handel 2023 massive Einbußen verzeichnet hatte, stabilisierte er sich zwar im Jahresverlauf 2024, die Wertschöpfung schrumpfte jedoch erneut (-1,7%). Einen Wertschöpfungsrückgang erlitt trotz der erfreulichen Entwicklung der Nächtigungen (2,1%) auch der Bereich Beherbergung und Gastronomie (-3,9%). Die hohen Preise dämpften zusammen mit einer verstärkten Sparneigung der Gäste die realen Einnahmen. Ebenso war die Dynamik im Verkehr (- 1,9%), in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-1,8%) sowie in den sonstigen Dienstleistungen (-0,3%) von der privaten Nachfrageschwäche und der Flaute in der Industriekonjunktur gekennzeichnet. Zuwächse an Wertschöpfung verzeichneten hingegen das Kredit- und Versicherungswesen (4,5%), die Information und Kommunikation (2,5%) sowie das Grundstücks- und Wohnungswesen (0,6%).
Rezessionsbedingt sind 2024 die Unternehmensinsolvenzen deutlich gestiegen. Insgesamt wurden laut dem Kreditschutzverband von 1870 6.587 Insolvenzfälle verzeichnet, um 22,4% mehr als im Vorjahr und auch mehr als 2009 während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Die negative Konjunkturentwicklung zeigte sich in abgeschwächter Form auch am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote ist im Jahresvergleich von 5,1% in 2023 auf 5,2% in 2024 gestiegen, was einer aktuellen Anzahl von rund 298.000 arbeitslosen Personen entspricht.
Die österreichische Bauwirtschaft ist 2024 um insgesamt 4,4% geschrumpft und ist damit das dritte Jahr in Folge schwächer als der Durchschnitt der EC-19 Staaten (2024: -2,1%). Von der Gesamtleistung von EUR 50,9 Mrd entfallen EUR 7,9 Mrd auf den Tiefbau und EUR 43,0 Mrd auf den Hochbau. Insbesondere der Wohnungsneubau ist mit - 11,8% wiederum stark rückläufig gewesen (2023: -13,4%). Die Rückgänge konnten durch die gestiegenen Renovierungstätigkeiten im Wohnbau (3,8%) nicht aufgeholt werden (Wohnungsbau gesamt 2024: -6,3%, EUR 25,9 Mrd). Auch der übrige Hochbau mit einem Gesamtvolumen von EUR 17,1 Mrd war mit -4,1% rückläufig, wenn auch nicht mehr so deutlich, wie in 2023 (-8,2%). Der Hochbau gesamt war mit -5,4% in 2024 das dritte Jahr in Folge rezessiv (2022:-1,8%, 2023: -8,2%). Der stark von der öffentlichen Hand abhängige Tiefbau hat sich leicht positiv entwickelt und liegt mit einem Wachstum von 1,7% etwas über dem Durchschnitt der EC-19 Staaten (1,3%).
SWIETELSKY verzeichnete in Österreich einen leichten Rückgang der Leistung um EUR 31,5 Mio bzw rund 1,6% auf EUR 1.987,6 Mio. Die Rückgänge im Hochbau (EUR 65,2 Mio bzw 8,1%) und im Tunnelbau (EUR 27,8 Mio bzw 11,2%) konnten durch Steigerungen im Eisenbahnoberbau (EUR 48,1 Mio bzw 21,5%) und im Straßenbau (EUR 27,3 Mio bzw 12,9%) nicht ganz ausgeglichen werden. Auch der Tiefbau verlor rund EUR 15,0 Mio bzw 3,0%. Die Leistungsanteile haben sich entsprechend verschoben: Der volumenmäßig bedeutendste Bereich Hochbau reduzierte sich um 3% auf 37%, der Tiefbau blieb mit 25% konstant, der Tunnelbau ging auf 11% zurück. Die Anteile vom Stra- Benbau (13%) und vom Eisenbahnoberbau (14%) sind hingegen gestiegen.
Deutschland
Die deutsche Wirtschaft war im vergangenen Jahr 2024 um 0,2% im Vergleich zum Vorjahr rückläufig und lag am Jahresende nur knapp über dem Wert des Jahres 2019. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Wirtschaftsbereichen. Während das Baugewerbe und die Industrie tief in der Rezession steckten, expandierte die Wirtschaftsleistung der öffentlichen Dienstleister kräftig. Die unternehmens- und konsumnahen Dienstleistungsbereiche entwickelten sich im Einklang mit der Gesamtwirtschaft in der Tendenz eher seitwärts. In fast allen
Wirtschaftsbereichen klagen die Unternehmen über Auftragsmangel. Die inländische Nachfrage blieb trotz wieder erstarkter Kaufkraft und gesunkener Zinsen gedämpft, da die Unsicherheiten über den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland und die geopolitischen Rahmenbedingungen hoch sind. Der Großteil des Kaufkraftgewinns floss in zusätzliche Ersparnis und ließ die Sparquote um einen Prozentpunkt auf 11,4% anschwellen. Auch die Unternehmen hielten sich im vergangenen Jahr mit Anschaffungen zurück. Ihre Investitionen sanken um 2,8%. Vor allem das Verarbeitende Gewerbe konnte nicht von der konjunkturellen Erholung seiner Absatzmärkte profitieren. Während die Weltwirtschaft zulegte, wurden im vergangenen Jahr 1,7% weniger Waren exportiert als im Jahr zuvor. Hier macht sich zum einen der Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie bemerkbar. Insbesondere China hat sich in den vergangenen Jahren vom Abnehmer deutscher Waren zu einem Konkurrenten gewandelt und bietet mittlerweile Waren an, bei denen Deutschland ehemals Marktführer war. So sind die deutschen Ausfuhren nach China im vergangenen Jahr das dritte Mal in Folge gesunken und lagen 23% niedriger als noch im Jahr 2021, nachdem sie in den 2010er Jahren den deutschen Exportmotor angefeuert haben. Zum anderen befindet sich das Verarbeitende Gewerbe in einem grundlegenden Strukturwandel. So geht ein zunehmender Anteil der Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe auf produktbegleitende Dienstleistungen sowie auf Einnahmen von ausgelagerten Produktionsstätten zurück, die zum Beispiel auf den Absatzmärkten oder an kostengünstigeren Standorten mit der Fertigung industrieller Erzeugnisse beauftragt werden. Dabei verschiebt sich der Schwerpunkt der Wertschöpfung von der Produktfertigung hin zur Produktentwicklung und dem Vertrieb.
Die deutsche Bauwirtschaft musste 2024 mit -2,7% bereits zum vierten Mal in Folge einen Rückgang der Bauleistung verzeichnen (2023: -2,4%, 2022: -2,5 %, 2021: -0,6 %) und liegt bei einer Leistungsausbringung von EUR 492,5 Mrd (2021: EUR 532,3 Mrd). Die Entwicklung im Tiefbau und im Hochbau verlief unterschiedlich. Der Tiefbau konnte zwar um 1,7% auf insgesamt EUR 99,2 Mrd. zulegen, der Hochbau insgesamt verlor jedoch mit -3,8% deutlich und ging auf EUR 393,3 Mrd. zurück. Hauptursache war der wiederum starke Rückgang im Wohnungsneubau von -12,0%. Die Leistungsausbringung ist in diesem Bereich von EUR 95,6 Mrd in 2021 auf EUR 69,8 Mrd in 2024 gefallen. Auch der übrige Hochbau ging um 2,4% auf EUR 121,9 Mrd zurück.
SWIETELSKY erzielte in Deutschland eine Bauleistung von EUR 562,1 Mio. Dies entspricht einer weiteren Steigerung von rund 17,4%, nachdem Swietelsky schon in 2024 um 27,3% zulegen konnte. Die Zuwächse erfolgten in sämtlichen Sparten, die in Deutschland tätig sind. Deutliche Zuwächse verzeichnete der Hochbau mit 74,9%. Die volumenmäßig stärkeren Sparten Tiefbau (12,4%), Eisenbahnoberbau (17,0%) und Straßenbau (5,7%) haben ebenfalls zulegen können.
Ungarn
Nach der rückläufigen Entwicklung 2023 (-0,8 %) konnte die ungarische Wirtschaft 2024 insgesamt wieder leicht wachsen (0,5 %). Die Steigerung ist in erster Linie dem wachsenden Dienstleistungssektor, allen voran der Gastronomie und dem Tourismus zu verdanken. Bremsen des Wachstums sind jedoch auch weiterhin die fehlenden EU- Gelder, die damit wegfallenden staatlichen Investitonen (und der damit verbundene Rückgang im Baugewerbe), sowie der Einbruch im Automobil- und Batteriesektor. Hinzu kommen der schwache bzw. schwankende Forint und die gemäßigte Konsum- und Investitionslust als Nachwirkung der Inflationswelle. Trotz positiver Prognosen gelang es der ungarischen Wirtschaft 2024 nicht, auf einen stabilen Wachstumspfad zurückzukehren. Ungarns Regierung versucht mit einer "neuen Wirtschaftspolitik" ein stabiles Umfeld zu schaffen. Im Oktober 2024 stellte Wirtschaftsminister Márton Nagy wirtschaftspolitische Leitlinien vor, die auf drei Säulen fußen: höhere Kaufkraft, erschwinglicher Wohnraum und mehr Unternehmensinvestitionen. Ein entsprechender Aktionsplan umfasst 21 Einzelmaßnahmen, die von Zielvorgaben für die Mindestlohnentwicklung, höheren Steuergutschriften für Familien, Zinsdeckeln für Wohnungskredite bis hin zu einem neuen Darlehensprogramm für kleine und mittlere Unternehmen reichen. Das Kabinett von Viktor Orbán hofft, mit den Maßnahmen den privaten Konsum zu stimulieren, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu erhöhen und die Bauindustrie aus der Krise zu führen.
Die ungarische Bauwirtschaft befand sich weiterhin tief in der Rezession. Nach einem deutlichen Rückgang in 2023 mit -7,6% ging die Bauleistung in Ungarn 2024 um weitere 4,3% zurück und liegt mit EUR 22,5 Mrd. weiterhin unter dem Wert in 2021 mit EUR 25,1 Mrd. Der Rückgang betrifft sowohl den Tiefbau (-3,2%) als auch den Hochbau (-
4,8%). Während der Rückgang im Wohnungsbau deutlich abgeflacht ist (2024: -4,0%, 2023: -14,2%), war die negative Tendenz im übrigen Hochbau annähernd gleich zum Vorjahr (2024: -5,3%, 2023: -6,5%).
Auch SWIETELSKY verzeichnete in Ungarn mit einem Minus von 21,1% einen deutlichen Rückgang der Bauleistung. Dabei ist der Hochbau mit 4,2% nur leicht rückläufig gewesen. Die volumenmäßig größte Sparte Straßenbau verlor rund 12,6%. Der Eisenbahnoberbau ist mit -56,3% ebenso stark geschrumpft wie der Tiefbau (- 60,7%).
Tschechien
Die tschechische Wirtschaft ist 2024 um 1,0% gewachsen, nachdem sie in 2023 mit 0,1% fast stagnierte. Dazu tragen besonders die Privatverbraucher bei. Sie haben den Inflationsschock der Jahre 2022 und 2023 überwunden und die Lust am Konsum wiederentdeckt. Die Umsätze im Einzelhandel stiegen 2024 so stark wie seit 2018 nicht. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen hingegen schwächelte wegen der international schwierigen Wirtschaftslage, der fragilen Baukonjunktur und der geringen Kapazitätsauslastung in der Industrie. Die Fahrzeugindustrie produzierte eine Rekordmenge an Fahrzeugen, deren Exporte für ein starkes Außenhandelsergebnis sorgten. Auch wenn erste Massenentlassungen stattfanden, blieb die Arbeitslosigkeit mit 2,6% auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Es gibt allerdings weniger offene Stellen als in den Vorjahren.
Die tschechische Bauwirtschaft musste im vergangenen Jahr einen Rückgang von 1,5% auf insgesamt EUR 34,9 Mrd hinnehmen. Der Rückgang betraf den Tiefbau (-1,6%) und den Hochbau (-1,4%) in fast identem Ausmaß. Der übrige Hochbau konnte dabei um 0,6% zulegen, der Wohnbau hingegen schrumpfte insgesamt aufgrund des rückläufigen Neubaus (-3,9%) um 2,3%. Der Sanierungsbereich im Tiefbau war 2024 mit -4,8% wie in den vergangenen Jahren rückläufig (2022: -7,1%, 2023: -6,7%). Der Neubau hingegen konnte im vergangenen Jahr um 3,8% zulegen.
Im Gegensatz zur negativen Entwicklung der Bauwirtschaft konnte SWIETELSKY in Tschechien die Bauleistung um rund 17,4% steigern. Die Steigerung erfolgte in allen Sparten, wobei insbesondere die volumenmäßig größte Sparte Straßenbau den letztjährigen Rückgang wettmachen konnte (+14,5%). Der Tiefbau verzeichnete eine Steigerung von 28,6% und der Eisenbahnoberbau konnte um 21,6% zulegen. Auch der Hochbau entwickelte sich mit einem Plus von 12,8% positiv.
Andere Länder
SWIETELSKY ist auch außerhalb der angeführten Kernmärkte entweder über projektbezogene Betriebsstätten oder Tochtergesellschaften in Großbritannien, Niederlande, Belgien, Dänemark, Italien, Norwegen, Schweden, Schweiz, Slowakei, Polen, Litauen, Australien , Kroatien und Rumänien tätig.
Der Leistungsanteil dieser Länder ist weiter gestiegen und betrug im abgelaufenen Jahr mit EUR 532,1 Mio rund 14,5% der Gesamtbauleistung des SWIETELSKY Konzerns.
2. Entwicklung der eigenen Gesellschaft
Umsatzerlöse und Bauleistung
Zur besseren Vergleichbarkeit wird die Kennzahl Bauleistung, die gegenüber den Umsatzerlösen unter anderem auch die anteilige Leistung von Arbeitsgemeinschaften beinhaltet, dargestellt.
Die Bauleistung der Gesellschaft betrug im Geschäftsjahr 2024/25 EUR 1.345,1 Mio und reduzierte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,1%. In den einzelnen Sparten jedoch war die Entwicklung unterschiedlich: während der Eisenbahnoberbau (32,3%) und der Straßenbau (13,0%) deutlich zulegen konnten, reduzierte sich die Leistung im Tiefbau (-9,4%) und im Hochbau (-7,3%).
Die Verteilung der Bauleistung nach Sparten stellt sich wie folgt dar:
| Zahlen in Tsd Euro | 2024/25 | 6 | 2023/24 | 6 | 2022/23 | 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Straßenbau | 258.518 | 20 | 228.849 | 17 | 250.765 | 18 |
| Eisenbahnoberbau | 192.989 | 14 | 145.853 | 11 | 149.175 | 11 |
| Hochbau | 568.713 | 42 | 613.194 | 46 | 691.488 | 49 |
| Tiefbau | 324.892 | 24 | 358.453 | 26 | 318.054 | 22 |
| Gesamt | 1.345.112 | 100 | 1.346.349 | 100 | 1.409.482 | 100 |
Der Anstieg der Umsatzerlöse betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 8,4%. Die im Vergleich zur Bauleistung erhöhten Umsatzerlöse sind auf die Fertigstellung von zum Vorjahresstichtag nicht fertiggestellten Bauarbeiten zurückzuführen.
Auftragsstand
Der Auftragsstand liegt mit EUR 1.356,6 Mio deutlich über dem Vorjahresniveau (2023/24: EUR 1.035,8 Mio) und ist insbesondere auf Zuwächse im Hochbau und im Eisenbahnoberbau zurückzuführen. Theoretisch sind somit rund 100% der gesamten Jahresbauleistung beauftragt, wobei es natürlich spartenspezifische Unterschiede gibt und laufend weitere Aufträge akquiriert werden.
Ertragslage
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/25 weist ein Betriebsergebnis von EUR -0,5 Mio aus - ein Rückgang von EUR 20,3 Mio., wobei die stillen Reserven in den Nicht fertiggestellten Bauarbeiten gestiegen sind. Das Finanzergebnis hingegen ist insgesamt um EUR 8,9 Mio auf EUR 83,6 Mio gestiegen, was insbesondere auf die höheren Erträge aus Beteiligungen bei gleichzeitig rückläufigem Zinsergebnis basiert. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit EUR 83,1 Mio um 12,1% unter dem Vorjahr (EUR 94,5 Mio). Nach Abzug der Steuern in Höhe von EUR 7,1 Mio (2023/24: EUR 19,8 Mio) ergibt sich letztendlich ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von EUR 76,0 Mio (2023/24: EUR 74,7 Mio).
Vermögens- und Finanzlage
| Zahlen in Tsd Euro | 31.3.2025 | 6 | 31.3.2024 | 6 | 31.3.2023 | 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 446.045 | 39 | 381.334 | 35 | 348.615 | 36 |
| Umlaufvermögen | 687.012 | 61 | 704.781 | 65 | 617.266 | 64 |
| Aktiva | 1.133.057 | 100 | 1.086.115 | 100 | 965.881 | 100 |
| Eigenmittel inkl Zuschüsse | 421.076 | 37 | 390.476 | 37 | 351.360 | 36 |
| Rückstellungen | 145.257 | 13 | 150.254 | 13 | 168.152 | 17 |
| Verbindlichkeiten | 566.723 | 50 | 545.385 | 50 | 446.369 | 47 |
| Passiva | 1.133.057 | 100 | 1.086.115 | 100 | 965.881 | 100 |
Nettoverschuldung (Net Debt)
| Zahlen in Tsd Euro | 31.3.2025 | 31.3.2024 | 31.3.2023 |
|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten | 130.103 | 130.008 | 64 |
| Abfertigungsrückstellungen | 17.035 | 18.355 | 20.860 |
| Pensionsrückstellungen | 14 | 15 | 16 |
| Liquide Mittel | -283.175 | -331.806 | -135.823 |
| Nettoverschuldung | -136.022 | -183.428 | -114.883 |
| Gearing | -0,32 | -0,47 | -0,33 |
Nettoverschuldung = verzinsliches Fremdkapital ohne Konzern-Cash-Pooling + langfristige Rückstellungen - liquide Mittel
Gearing = Nettoverschuldung/Eigenmittel
Im Sachanlagevermögen wurden in Summe EUR 87,4 Mio an Investitionen getätigt, wobei der Großteil davon mit EUR 68,6 Mio auf die technischen Anlagen und Maschinen entfällt (inkl Umbuchungen von Anzahlungen). Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betreffen den Erwerb von jeweils 100% der Unternehmensanteile an der Harry Needle Railroad Company Ltd, der Verwertungsgesellschaft Vogtland mbH und der Huemer GmbH. Abschreibungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen waren im Ausmaß von EUR 4,8 Mio erforderlich. Der Gesamtbetrag des Anlagevermögens ist mit EUR 446,0 Mio abermals stark gestiegen (Vorjahr: EUR 381,3 Mio).
Das Umlaufvermögen (inkl Rechnungsabgrenzungsposten und aktive latente Steuern) beträgt zum Bilanzstichtag EUR 687,0 Mio und hat sich in Summe nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr verändert (Vorjahr: EUR 704,8 Mio). Die nicht fertig gestellten Bauarbeiten sind abrechnungsbedingt von EUR 723,9 Mio auf EUR 652,6 Mio gesunken. Aufgrund des hohen Anzahlungsgrades ist der saldierte Wert mit EUR 63,9 Mio weitgehend unverändert zum Vorjahr (EUR 56,0 Mio). Während sich die Forderungen mit einem Anstieg von insgesamt EUR 17,9 Mio in fast allen Bereichen erhöht haben, sind die liquiden Mittel insbesondere aufgrund der hohen Investitionen und der ausbezahlten Dividende auf EUR 283,2 Mio gesunken (Vorjahr: EUR 331,8 Mio).
Die Eigenmittel inkl Zuschüsse haben sich trotz Gewinnausschüttungen in Höhe von EUR 45,0 Mio auf EUR 421,1 Mio erhöht. In Kombination mit der Entwicklung der Bilanzsumme (Erhöhung um 4,3%) führt dies zu einer Eigenkapitalquote von 37,2% und einem weiteren Anstieg gegenüber dem Vorjahr (36,0%).
Im Bereich der Rückstellungen haben sich die Steuerrückstellungen mit einem Rückgang von EUR -17,7 Mio gegenläufig zu den sonstigen Rückstellungen (Ansteg EUR 14,0 Mio) entwickelt. Die gesamten Verbindlichkeiten sind mit EUR 566,7 Mio gegenüber dem Vorjahr (EUR 545,4 Mio) leicht angestiegen. Dabei haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um EUR 27,8 Mio und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um EUR 9,5 Mio erhöht, während die erhaltenen Anzahlungen rückläufig waren (EUR -23,0 Mio).
Ausgewählte Kennzahlen und finanzielle Leistungsindikatoren
| Zahlen in Tsd Euro | 2024/25 | 2023/24 | 2022/23 |
|---|---|---|---|
| Bauleistung | 1.345.112 | 1.346.349 | 1.409.482 |
| Umsatzerlöse | 1.470.039 | 1.355.671 | 1.643.570 |
| Auftragsstand | 1.356.637 | 1.035.753 | 1.096.328 |
| Mitarbeiter/innen (Jahresdurchschnitt) | 4.995 | 5.063 | 4.975 |
| Bauleistung/Mitarbeiter/innen | 269 | 266 | 283 |
| Betriebserfolg | -498 | 19.806 | 49.640 |
| Finanzerfolg | 83.578 | 74.721 | 49.689 |
| Ergebnis vor Steuern | 83.080 | 94.527 | 99.329 |
| Ergebnis nach Steuern | 75.965 | 74.750 | 77.150 |
| Cashflow aus dem Ergebnis | 128.312 | 130.699 | 136.171 |
| Cashflow/Bauleistung in % | 9,5 | 9.7 | 9,7 |
| Umsatzrentabilität (ROS) in % | 5,5 | 6,6 | 5,9 |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) in % | 20,5 | 25,5 | 29,9 |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) in % | 7,3 | 8,7 | 10,6 |
| Bilanzsumme | 1.133.057 | 1.086.115 | 965.881 |
| Eigenmittel inkl Zuschüsse | 421.076 | 390.476 | 351.360 |
| Eigenkapitalquote in % | 37,2 | 36,0 | 36,4 |
ROS = (Ergebnis vor Steuern - Zinsen)/Umsatz
ROE = Ergebnis vor Steuern/Ø Eigenmittel
ROI = (Ergebnis vor Steuern - Zinsen)/ Ø Gesamtkapital
3. Risiko- und Chancenmanagement
Die Gesellschaft ist in das Risiko- und Chancenmanagementsystem von SWIETELSKY integriert.
SWIETELSKY bekennt sich zu einem umfassenden Risiko- und Chancenmanagementsystem als integrierter Bestandteil und Kernkompetenz der Unternehmensführung und Organisation. Im Rahmen unserer Unternehmenspolitik gehen wir unternehmerische Risiken dann ein, wenn die damit verbundenen Ertragschancen eine Steigerung des Unternehmenswertes erwarten lassen. Chancen, welche im Zuge der Risikobewertung erkannt werden, sollen bestmöglich im Zuge der Unternehmenstätigkeit genutzt werden.
Das Risiko- und Chancenmanagement findet in allen Bereichen unserer Organisation statt, Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter stellt dabei ein wichtiges Fundament für einen verantwortungsvollen Umgang mit Chancen und Risiken in der Organisation dar. Jedes der Risikomanagementorgane bekennt sich zu seiner Verantwortung und trägt proaktiv zur Erreichung der Ziele des Risiko- und Chancenmanagements bei. Darüber hinaus wird durch die Zusammenarbeit der gegenseitige Wissensaustausch gefördert, um die Anforderungen und gesetzten Ziele gemeinsam erreichen zu können.
Die zentrale Enterprise Risk Management Abteilung koordiniert den gesamten Risiko- und Chancenmanagementprozess und unterstützt die operativen Einheiten bei der Identifikation, Bewertung und Steuerung der für SWIE- TELSKY wesentlichen Chancen und Risiken. Eine den Bedürfnissen von SWIETELSKY entsprechende Risikomanagementsoftware fördert zudem die Einheitlichkeit der Erfassung und unterstützt die Erstellung von aussagekräftigen Berichten.
Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- sowie Beratungsleistungen, die darauf ausgerichtet sind, Mehrwert zu schaffen und die Geschäftsprozesse der SWIETELSKY-Gruppe nachhaltig zu verbessern. Dabei unterstützt die Interne Revision den Vorstand der SWIETELSKY-Gruppe bei der Erreichung der Unternehmensziele sowie den Aufsichtsrat bei seiner Uberwachungsfunktion. Mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz werden die Angemessenheit und Effektivität des Internen Kontrollsystems sowie der in der gesamten Gruppe implementierten Geschäftsprozesse bewertet und daraus Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet. Die Interne Revision ist damit ein wesentliches Instrument des Vorstandes und des Aufsichtsrates zur Prüfung der Geschäftsprozesse und Kontrollsysteme sowie zur Erarbeitung von Maßnahmen zur Verbesserung dieser.
Marktrisiko
Der Kapitalmarkt sowie das politische Umfeld beeinflussen unsere Entwicklung. Wechselnde Rahmenbedingungen bieten jedoch auch Chancen, die SWIETELSKY in der Vergangenheit durch die flexible Organisation oft nutzen konnte. SWIETELSKY verfügt über eine breite Angebotspalette an Leistungen und ist bestrebt, das Portfolio hinsichtlich Produkten, Dienstleistungen und Märkten weiter zu diversifizieren, um auf die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen eingehen zu können. Aufgrund unserer unternehmerisch denkenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehen wir uns gut aufgestellt, dieses Risiko aktiv bewältigen zu können.
Betriebliche Risiken
Die SWIETELSKY Gruppe ist bestrebt, den Projekt- und Vertragsrisiken, welche aus dem klassischen Bau- und Projektgeschäft erwachsen, zielgerichtet zu begegnen. Dabei werden alle Projekte im Zuge der Angebotsbearbeitung bis hin zum Vertragsabschluss auf technische, kaufmännische und rechtliche Risiken geprüft und plausibilisiert. Klare, systemisch abgesicherte Kompetenzregelungen für zustimmungspflichtige Geschäfte stellen die technische und wirtschaftliche Prüfung und Analyse der Angebote sicher.
Bei der Auftragshereinnahme regeln Kalkulationsrichtlinien und -verfahren die einheitliche Ermittlung der Projektkosten. Die Auftragsabwicklung wird durch monatliche Soll-Ist-Vergleiche kontrolliert und laufend durch das zentrale Controlling begleitet. In der Ausführungsphase besteht das Risiko, dass knappe Ferigstellungstermine nicht
eingehalten werden können. Sofern diese Terminüberschreitungen unserer Gesellschaft anzulasten sind, können Vertragsstrafen drohen.
Den Gewährleistungsrisiken begegnen wir, indem wir einen klaren Fokus auf ein konsequentes Qualitätsmanagement legen, und wo erforderlich, Nachunternehmerbürgschaften bzw Garantien einfordern.
SWIETELSKY ist bestrebt, gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Dieses Ziel ist jedoch nicht immer zu erreichen, sodass in- und ausländische Konzernunternehmen an Gerichts- bzw Schiedsgerichtsverfahren beteiligt sind. Deren Ausgang lässt sich naturgemäß nur schwer vorhersehen. Nach sorgfältiger Prüfung werden für alle anhängigen Rechtsstreitigkeiten angemessene bilanzielle Vorsorgen durch uns getroffen.
Personalrisiko
Personalrisiken ergeben sich aus unterschiedlichen Umständen. SWIETELSKY setzt diesen Risiken daher eine Vielzahl von Maßnahmen entgegen, die folgende Ziele verfolgen: Ausschöpfen des gesamten Arbeitskräftepotenzials durch Attraktivierung des Unternehmens für Frauen, insbesondere in technischen Berufsbildern, sowie die Förderung weiblicher Karrieren durch eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine qualitätsvolle Nachwuchsausbildung sowie die Stärkung der Personalentwicklung mit individuellen Programmen für High Potentials und Schlüsselmitarbeiter/innen tragen ebenso zur Mitarbeiterbindung bei.
Darüber hinaus setzen wir folgende weitere Maßnahmen um die Personalrisiken zu adressieren: Die Förderung altersgerechter Beschäftigungsmodelle; eine transparente, faire und motivierende Entlohnungsstrategie sowie Incentive-Angebote; betriebliche Gesundheitsförderung und Aufrechterhaltung des hohen Standards bei Arbeits- und Gesundheitsschutz/Prävention sowie die Erhöhung der Mitarbeiterbindung durch eine attraktive Unternehmenskultur.
Beschaffungsrisiko
SWIETELSKY verfolgt eine enge langfristige Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern, um Risiken im Beschaffungsprozess entgegenzuwirken. Den Herausforderungen der Preis- und Qualitätssicherung begegnen wir in der Einkaufskoordination durch Rahmenverträge und Rahmenpreisvereinbarungen mit ausgewählten Lieferanten. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Lage am Beschaffungsmarkt weiter normalisiert. Ein zentral zugängliches Einkaufspreisinformationsportal bietet zusätzliche Unterstützung für die operativen Einheiten. Der Beschaffungsmarkt wird laufend beobachtet und durch gezielte Monitoringprozesse wird versucht, das Risiko eventueller Verluste aus Preissteigerungen in diesem Bereich zu mindern, wobei originären Maßnahmen (beispielsweise physische Beschaffung und Gleitklauseln in den Bauverträgen) grundsätzlich der Vorzug gegenüber derivativen Instrumenten gegeben wird. Im Vergleich zu den Vorjahren ist eine Erleichterung betreffend Verknappung von verschiedenen Baumaterialen wie Holz, Baustahl, erdölbasierenden Kunststoffen und Dämmstoffen festzustellen. Bei einigen Baustoffen ist ein Rückgang der Teuerung aufgrund der geringeren Nachfrage sowie der rückläufigen Energiekosten bereits positiv bemerkbar. Ausgenommen sind Produkte wie Zement und Beton, die aufgrund der CO2 Bepreisung belastet sind. Lieferzeitverzögerungen kommen nur noch in Ausnahmefällen vor. Ausgewählte Produktgruppen werden dabei laufend beobachtet und gegebenenfalls in einen strategischen konzernweiten zentralen Beschaffungsprozess integriert. Gezielte Kompensationen fossiler Treibstoffe durch sauberen synthetischen Kraftstoff leisten ihren Beitrag zur Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele.
Finanzwirtschaftliche Risiken
SWIETELSKY ist durch eine robuste Finanzstruktur, ein vorausschauendes Risikomanagement sowie ein effizientes Working-Capital-Management strategisch gut aufgestellt, um zukünftige Herausforderungen in turbulenten Zeiten erfolgreich zu meistern.
Zwei tragende Säulen – Liquiditätssicherung und Risikoreduzierung – bilden das Fundament unserer Finanzstrategie. Sie gewährleisten langfristige finanzielle Unabhängigkeit und schaffen die Basis für nachhaltiges Wachstum. Ein breit diversifiziertes Netzwerk an Finanzierungspartnern verleiht uns dabei die notwendige Flexibilität zur Umsetzung strategischer Projekte.
Das Konzern-Treasury übernimmt als zentrale Steuerungseinheit die Verantwortung für die konzernweite Liquiditäts- und Finanzierungskoordination. Zu seinen Kernaufgaben zählen das proaktive Monitoring der Zahlungsströme, die zentrale Beschaffung von Finanzmitteln und Kreditlinien, die effiziente Allokation interner Liquidität sowie eine konsequente, konservative Absicherung finanzieller Risiken. Dadurch ist sichergestellt, dass sämtliche Konzerngesellschaften jederzeit über ausreichende Mittel zur Deckung operativer Anforderungen und zur Realisierung von Wachstumsinitiativen verfügen.
Branchenübliche Liquiditätsschwankungen – insbesondere infolge von Anzahlungen öffentlicher Auftraggeber - werden durch eine präzise Liquiditätsplanung frühzeitig erkannt und durch ein aktives Asset-Liability-Management ausgeglichen. Dies sichert eine jederzeit stabile Liquiditätslage und eine ausgewogene Bilanzstruktur. Vor dem Hintergrund veränderter makroökonomischer Rahmenbedingungen, wie steigender Inflation und Zinsanpassungen, wurde das Risikomanagement gezielt weiterentwickelt. Zu den zentralen Maßnahmen zählen die strikte Einhaltung von Kontrahentenlimiten, die selektive Anlage liquider Mittel am Geldmarkt sowie eine konservative Verwaltung langfristiger bzw. strategischer Liquiditätsreserven.
Das anhaltend hohe Interesse institutioneller Investoren an den Schuldinstrumenten des Konzerns unterstreicht das Vertrauen in unsere finanzielle Stabilität und strategische Ausrichtung.
IT-Risiko
Die digitale Transformation ist Teil unserer Unternehmensstrategie und bringt neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen mit sich. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit unserer IT-Systeme und -Prozesse ist daher von entscheidender Bedeutung für unseren Erfolg. Mit dem implementierten IT-Risikomanagement stellen wir sicher, dass die wichtigsten IT-Risiken effektiv erfasst und gesteuert werden.
Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz zum IT-Risikomanagement, der auf den folgenden Prinzipien basiert: Wir identifizieren und bewerten regelmäßig die IT-Risiken, die unsere Geschäftsziele, unsere Daten, unsere Mitarbeiter/innen, unsere Kund/inn/en und unsere Partner/innen beeinträchtigen könnten; Wir implementieren geeignete Kontrollen und Maßnahmen, um die IT-Risiken zu reduzieren, zu vermeiden oder zu übertragen, unter Berücksichtigung der Kosten-Nutzen-Analyse und der branchenüblichen Standards; Wir überwachen und überprüfen kontinuierlich die Wirksamkeit unserer IT-Risikomanagement-Aktivitäten und passen sie an die sich ändernden Bedingungen und Anforderungen an; Wir fördern eine Kultur der IT-Risikobewusstsein und -verantwortung auf allen Ebenen der Organisation und schulen unsere Mitarbeiter/innen entsprechend; Wir berichten transparent und regelmäßig über unsere IT-Risiken und deren Management an die relevanten Stakeholder.
Auf der Grundlage einer IT-Risikoanalyse haben wir die folgenden wesentlichen IT-Risiken identifiziert, die unsere Geschäftstätigkeit, unsere Finanzlage oder unser Ansehen erheblich beeinträchtigen könnten: Cyber-Angriffe (die wachsende Präsenz von künstlicher Intelligenz und die Professionalisierung der Cyberkriminalität stellen in diesem Zusammenhang zusätzliche Herausforderungen dar); IT-Ausfälle; inhärente Risiken von IT-Projekten (zB Zeitverzögerungen, Qualitätsmängel, Funktionslücken oder Integrationsprobleme); Nicht-Einhaltung der IT-Compliance (zB in Bezug auf Datenschutz, Informationssicherheit, IT-Governance, IT-Audit oder IT-Outsourcing).
Insbesondere der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) birgt erhebliche Datenverlust-Risiken, insbesondere durch unbeabsichtigte Preisgabe sensibler Daten, unkontrollierte Nutzung von KI-Systemen und mangelnde Awareness bei Mitarbeitenden.
Um die oben genannten IT-Risiken zu minimieren und zu bewältigen, haben wir unter anderem folgende Maßnahmen ergriffen: Cyber-Sicherheitskonzept (bestehend aus Präventions-, Erkennungs-, Reaktions- und Wiederherstellungsmaßnahmen); Aufbau von IT-Resilienz und -Redundanz einschließlich Disaster-Recovery-Plänen zur Vermeidung von IT-Ausfällen; Anwendung eines standardisierten und strukturierten IT-Projektmanagement-Verfahrens; IT- Compliance Management System einschließlich IT-Compliance-Audits, Schulungen, laufende Aktualisierung der IT- Policies und -Standards im Rahmen des Informationssicherheitsmanagement System und andere. Durch technische
Schutzmaßnahmen (z. B. Eingabebeschränkungen und isolierte KI-Umgebungen), verbindliche Richtlinien sowie gezielte Schulungen zur sicheren Nutzung, begegnen wir dem Datenverlust-Risiko im Zusammenhang mit der Nutzung von KI.
SWIETELSKY verfügt über ein robustes, effektives und gemäß ISO 27001 zertifiziertes Informationssicherheitsmanagement System (ISMS), das uns auch in Anbetracht der rasanten technologischen Innovationen in die Lage versetzt, die IT-Risiken zu identifizieren, zu bewerten, zu minimieren und zu bewältigen, und gleichzeitig die Chancen zu nutzen, die die digitale Transformation bietet.
Fehlverhaltensrisiko und Compliance
SWIETELSKY ist es seit Bestehen ein großes Anliegen, als integrer, verlässlicher und kompetenter Partner seiner Kund/inn/en und Lieferant/inn/en und aller weiteren Geschäftspartner/innen aus dem öffentlichen und privaten Bereich wahrgenommen zu werden. Auf diese positive Wahrnehmung legen wir höchsten Wert, da diese für unseren Unternehmenserfolg ein wesentliches Kriterium darstellt. Es liegt in der Verantwortung jeder und jedes Einzelnen, sich gegenüber Kolleg/inn/ en, Auftraggebern und -geberinnen und Auftragnehmern und -nehmerinnen, sich aber auch gegenüber dem Mitbewerb stets gesetzestreu, fair, respektvoll und aufrichtig zu verhalten. Als Unterstützung dient ein schriftlicher Verhaltenskodex, der die Leitlinien und Grundsätze unserer Wertvorstellungen widerspiegelt und dessen Einhaltung für jede/n Mitarbeiter/in bei SWIETELSKY, unabhängig von dessen Position, gilt. Dieser Verhaltenskodex ist die Grundlage für eine untadelige Vorgangsweise in moralischer, ethischer und rechtlicher Betrachtung und steht in unseren Kernmärkten sowie in vielen anderen Ländern, auf die sich die Geschäftstätigkeit erstreckt, in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung. Ergänzend dazu gibt es eine allgemein verständliche, mehrsprachige und illustrierte Broschüre mit den Regeln des Verhaltenskodex sowie eine Konzernrichtlinie zu den Themen Kartellrecht, Anti-Korruption, Hinweisgebersystem und Interessenskonflikte.
Mit dem implementierten Compliance-Management-System, welches gemäß den ISO-Normen 37301 „Compliance Management System – Kartellrecht” sowie 37001 „Antikorruptionsmanagementsystem – Anti-Korruption” zertifiziert ist, setzt SWIETELSKY vor allem auf interne Kommunikation, Schulungen und Trainings. Ein von jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin regelmäßig verpflichtend zu absolvierendes E-Training, dessen positiver Abschluss überprüft wird, wurde umgesetzt. Ergänzend dazu ist für alle Führungskräfte in festgelegten Abständen an Präsenzschulungen zu Compliance-Themen auf Basis einer Dienstanweisung verbindlich teilzunehmen. Darüber hinaus trägt zur Beachtung und Einhaltung der Compliance-Bestimmungen maßgeblich bei, dass Verstöße gegen das allseits bekannte Regelwerk seitens der Unternehmensführung rigoros und ohne Ausnahme sanktioniert werden und dies allen Mitarbeiter/innen bekannt ist.
Die dargestellten Maßnahmen und der Verhaltenskodex sollen einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Wertvorstellungen im Unternehmen zu verankern und die Bewusstseinsbildung zu fördern. Darauf legt der Vorstand weiterhin großen Wert und bekennt sich ausdrücklich zu Nulltoleranz gegenüber Fehlverhalten in diesem Bereich. Wir verbessern dieses System kontinuierlich und investieren dafür in die notwendigen Ressourcen. Compliance ist ein wesentlicher Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns.
4. Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Einleitung
Die Unternehmensleitung steht zu ihrer Verantwortung für die Einrichtung und Ausgestaltung eines angemessenen Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, insbesondere im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Die Gestaltung des internen Kontrollsystem von SWIETELSKY orientiert sich dabei an der Struktur des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO). Das COSO Rahmenwerk setzt sich aus fünf aufeinander aufbauender Komponenten zusammen: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung.
Das Ziel des internen Kontrollsystems ist es, das Management so zu unterstützen, dass es in der Lage ist, effektive und sich ständig verbessernde interne Kontrollen hinsichtlich Rechnungslegung zu gewährleisten. Es ist einerseits auf die Einhaltung von Richtlinien und Vorschriften und andererseits auf die Schaffung von vorteilhaften Rahmenbedingungen für spezifische Kontrollmaßnahmen in den Schlüsselprozessen des Rechnungswesens ausgerichtet.
Die Richtigkeit und Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung ist sowohl für Entscheidungen des Managements als auch für die Informationsversorgung von Gläubigern und kreditgewährenden Banken von eminenter Wichtigkeit. Das interne Kontrollsystem umfasst neben der Einhaltung gesetzlicher und unternehmenseigener Normen und Prozesse von SWIETELSKY auch die Bewertung der prozessbezogenen Risiken. Ziel ist die einheitliche Abbildung der Geschäftsfälle und damit die Unterstützung des Managements durch die Bereitstellung von entscheidungsrelevanten Informationen. Eine fundierte Risikobetrachtung unterstützt hier zusätzlich. Relevante Anforderungen zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit der internen und externen Rechnungslegung werden in konzerninternen Bilanzierungs- und Bewertungsregelungen festgehalten.
Kontrollumfeld
Die Basis des internen Kontrollsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess stellen interne Richtlinien dar. Dafür wurde ein konsistentes Verfahren zur einheitlichen Freigabe von Verfahrensanweisungen und Richtlinien etabliert, um eine standardisierte Struktur der Dokumente zu gewährleisten. Dieser Prozess umfasst eine mehrstufige Überprüfung, in der die Dokumente einer einheitlichen Qualitätskontrolle unterzogen werden. Diese Vorgehensweise sichert die Integrität und Zuverlässigkeit der Dokumente und fördert ein klares Verständnis aller Beteiligten. Darüber hinaus wurden die Verantwortlichkeiten in Bezug auf das interne Kontrollsystem an die Unternehmensorganisation angepasst, um ein den Anforderungen entsprechendes und zufriedenstellendes Kontrollumfeld zu gewährleisten. Zusätzlich führt die Interne Revision als unabhängige Konzernstabstelle planmäßige sowie anlassbezogene Überprüfungen der Einhaltung der geltenden Vorgaben und Richtlinien durch.
Risikobeurteilung
Risiken in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess werden durch das Management erhoben und überwacht. Der Fokus wird dabei auf die wesentlichen Risiken gelegt.
Für die Erstellung des Abschlusses müssen regelmäßig Schätzungen vorgenommen werden, bei denen das immanente Risiko besteht, dass die zukünftige Entwicklung von diesen Schätzungen abweicht. Dies trifft insbesondere auf folgende Sachverhalte/Posten des Konzernabschlusses zu: Bewertung unfertiger Bauvorhaben, Bewertung von Rückstellungen einschließlich Sozialkapital, Ausgang von Rechtsstreitigkeiten, Forderungseinbringlichkeit sowie Werthaltigkeit von Beteiligungen und Firmenwerten. In Einzelfällen werden externe Expert/inn/en herangezogen bzw wird auf öffentlich zugängliche Quellen abgestellt, um das Risiko einer Fehleinschätzung zu vermeiden.
Kontrollaktivitäten
Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess angewandt, um sicherzustellen, dass Fehler oder Abweichungen in der Finanzberichterstattung vermieden werden. Die Kontrollmaßnahmen reichen von der Durchsicht der Periodenergebnisse durch das Management hin zur Überleitung der Konten und Überwachung der Kostenstellen.
Eine klare Funktionstrennung, verschiedene Kontroll- und Plausibilitätsprüfungen sowie ein durchgehendes Vier- Augen-Prinzip sichern eine korrekte und verlässliche Rechnungslegung. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilungen und Bereiche sind sowohl sachlich als auch personell geeignet ausgestattet. Die eingesetzten Mitarbeiter/innen werden sorgfältig ausgewählt, weisen einen ausreichend hohen Bildungsstandard auf und werden laufend weitergebildet.
Nachdem SWIETELSKY viele dezentrale Einheiten beinhaltet, setzt auch das interne Kontrollsystem dezentral an. Während die Prozesse seitens der Controlling-Abteilung zentral überwacht werden, liegt die Kontrolle für die
Organisation und die praktische Umsetzung von Kontrollmaßnahmen bei jeder einzelnen Führungskraft für deren Verantwortungsbereich in den jeweiligen Berichtsebenen.
Aufgrund der gesetzlichen und wirtschaftlichen Anforderungen und der dezentralen Struktur wird ein besonderes Augenmerk auf die im Konzern eingesetzten IT-Systeme gelegt. Sämtliche Geschäftsprozesse hängen entscheidend vom sicheren Funktionieren der Informations- und Kommunikationstechnologie ab. Die Unterstützung der Geschäftsprozesse durch eine integrierte Informations- und Kommunikationstechnologie ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Stellung von SWIETELSKY auszubauen.
Auch die Sicherheit der im Unternehmen verarbeiteten Daten und Informationen vor dem Zugriff unberechigter Personen wird gewährleistet.
Information und Kommunikation
Richtlinien und Vorschriften der Finanzberichterstattung werden vom Management regelmäßig aktualisiert und an alle betroffenen Mitarbeiter/innen kommuniziert.
Darüber hinaus finden regelmäßig Diskussionen betreffend der Finanzberichterstattung und der damit in Zusammenhang stehenden Richtlinien und Vorschriften in verschiedenen Gremien statt. In diesen Gremien finden sich neben dem Management auch Abteilungsleiter/innen und führende Mitarbeiter/innen der Abteilung Rechnungswesen.
Die betroffenen Mitarbeiter/innen werden laufend in Hinblick auf Neuerungen der nationalen und internationalen Rechnungslegung geschult, um Risiken einer unbeabsichtigten Fehlberichterstattung frühzeitig erkennen zu können.
Überwachung
SWIETELSKY hat als Teil seines internen Kontrollsystems Überwachungsaktivitäten implementiert, die eine kontinuierliche Überprüfung und Bewertung der Prozesse sowie deren kontinuierliche Weiterentwicklung sicherstellt. Darüber hinaus ist die Interne Revision in die Überwachungsaktvitäten eingebunden und führt planmäßige sowie anlassbezogene Überprüfungen durch.
5. Mitarbeiter/innen
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer/innen hat sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:
| 2024/25 | 2023/24 | |
|---|---|---|
| Arbeiter/innen | 3.333 | 3.410 |
| Angestellte | 1.662 | 1.653 |
| 4.995 | 5.063 |
Wir sehen unsere Mitarbeiter/innen als Schlüssel zum Unternehmenserfolg. Unternehmerisches Handeln ist seit jeher wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Ein Erfolgsprämienmodell sorgt für zusätzliche Motivation und Leistungsbereitschaft.
Die Werte „menschenorientiert“, „lösungsorientiert“ und „zukunftsorientiert” prägen unsere Unternehmenskultur. Wir sind davon überzeugt, dass sich ein fairer und respektvoller Umgang positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt, die Produktivität erhöht und einen bedeutenden Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens leistet.
SWIETELSKY unterstützt das Wachstum des Unternehmens mit einer zeitgemäßen Personalpolitik, die präzise auf die Herausforderungen des modernen Arbeitsmarktes ausgerichtet ist. Dazu zählen standardisierte
Einstellungsprozesse, umfangreiche interne und externe Schulungsprogramme, regelmäßige Informationen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein klar kommuniziertes Leitbild und Versprechen als Arbeitgeber, ein Prämien- und Tantiemen-Modell sowie zahlreiche Incentives.
Bewerbermanagement und Employer Branding
Im Rahmen einer Personalmarketingoffensive wurden 2024 neue Maßnahmen im Employer Branding entwickelt und entsprechend veröffentlicht. Aktuell erreichen diese Maßnahmen auch weitere Ländermärkte des Unternehmens. Für das Onboarding wurden Leitlinien erarbeitet, um sicherzustellen, dass eine rasche und für beide Seiten zufriedenstellende Integration ins Unternehmen stattfindet. E-Learning-Module sind fixer Bestandteile der Onboarding-Prozesse.
Personalentwicklung
Ein ausgereiftes Weiterbildungsprogramm ist ein entscheidender Faktor, um die Arbeitgeberattraktivität zu sichern und Fachkräfte lange im Unternehmen zu halten. Um Risiken durch fehlendes Wissen vorzubeugen, bietet SWIE- TELSKY proaktiv berufsgruppenspezifische Standardtrainings sowie eine individuelle Bedarfserhebung und Entwicklungsförderung durch regelmäßig geführte Mitarbeitergespräche. Das breite Spektrum an Aus- und Weiterbildungsangeboten aus dem zentralen Schulungsprogramm wird schrittweise vom Heimmarkt Osterreich zugunsten anderer Länderorganisationen erweitert und speziell auf Anforderungen der jeweiligen regionalen Märkte angepasst. Bestehende Personalentwicklungsprogramme werden stetig in ihrem Umfang erweitert. Die Führungskräfteentwicklung ist weiterhin ein Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildungsstrategie bei SWIETELSKY. Für die verhaltensorienterte Führungskräfteentwicklung wurden 2024 von der Unternehmensstrategie abgeleitete Zielkompetenzen definiert sowie ein wissenschaftlich fundiertes Modell zur Kompetenzentwicklung erstellt. Beginnend in 2025 ist eine vertiefte organisatorische Verankerung der Zielkompetenzen über die Führungsebenen hinaus in zahlreichen HR-Prozessen vorgesehen.
Nachwuchsförderung
Der demografischen Entwicklung Rechnung tragend, wird der Lehrlingsausbildung weiterhin große Aufmerksamkeit geschenkt, um mit der Ausbildung von eigenen Fachkräften dem Mangel effizient entgegenzuwirken.
Ziel von SWIETELSKY ist es, unsere operativen Einheiten bei ihren qualitativen Bemühungen in der Lehrlingsausbildung zu unterstützen und auch Lehrlinge für den Verbleib im Unternehmen nach abgeschlossener Ausbildung zu motivieren. Ein zielgerichtetes Prämienmodell attraktiviert den Ubergang von der Lehre in ein unbefristetes Dienstverhältnis zusätzlich und wirkt Austritten nach Lehrabschluss entgegen. Weiterhin arbeitet die zentrale HR-Einheit „Lehrlingsentwicklung“ in enger Zusammenarbeit mit den Lehrlingsverantwortlichen der Niederlassungen und Tochterunternehmen an der Optimierung unserer Lehrlingsausbildung. Eine Reihe von unternehmensinternen Workshops zur fachlichen und persönlichen Entwicklung ergänzt bei SWIETELSKY als vierte Säule die triale Ausbildung unserer Bau-Lehrlinge. Trotz herausfordernder Marktbedingungen in Hoch- und Tiefbau kann die Zahl der Lehrlinge aktuell stabil gehalten werden.
Dank an die Mitarbeiter/innen
Der Vorstand bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem Einsatz und ihrer fachlichen Kompetenz dazu beigetragen haben, dass unsere Unternehmensziele in hohem Maße erreicht werden konnten.
Wir möchten auch unserem Betriebsrat für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit Dank aussprechen.
6. Qualitätsmanagement
SWIETELSKY verfügt seit mehr als 30 Jahren über Kompetenzen im Bereich Qualitätsmanagement. Der klare Fokus des Qualitätsmanagements liegt darauf, die Wettbewerbsfähigkeit abzusichern und ein Steuerungssystem zu führen, um die Erwartungen unserer Kund/inn/en an unsere Dienstleistungen bestmöglich zu erfüllen. Zusätzlich ist es dadurch möglich, die komplexe Bauabwicklung besser bewältigen zu können.
Eine auf Qualität ausgerichtete Organisation fördert und schafft eine Kultur zu bestimmten Verhaltensweisen und Einstellungen. Mit einer hohen organisatorischen und bautechnischen Ausführungsqualität kann das Vertrauen der Kund/inn/en als auch unserer Geschäftspartner/innen gewonnen und langfristig abgesichert werden.
SWIETELSKY arbeitet seit vielen Jahren mit einem integrierten Managementsystem (IMS) das sich aus internationalen Standards zusammensetzt. Die Basis bildet nach wie vor das Qualitätsmanagementsystem ISO 9001. Integriert wurden ferner das Umweltmanagementsystem ISO 14001 und das Managementsystem ISO 45001 für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. All diese Normen basieren auf dem Konzept des „Planen-Durchführen-Prüfen-Handeln.” Mit fortlaufenden internen Audits und der jährlichen Überwachung durch eine akkrediterte Zertifizierungsstelle wird nicht nur die Erfüllung der Normanforderungen und interner Regeln überprüft, sondern dies stellt insbesondere eine kontinuierliche Verbesserung sicher.
In den Bereichen Umwelt sowie Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ist die Erfüllung aller zutreffenden bindenden Verpflichtungen, sprich gesetzlicher Vorschriften, als Normanforderung verankert. Deshalb haben interne Audits eine besondere Aufgabe und hohen Stellenwert, um rasch Anpassungen zielgerichtet und wirksam einzuleiten. In jährlichen Managementreviews bewertet sowohl die oberste Leitung der organisatorischen Bereiche als auch der Vorstand das integrierte Managementsystem hinsichtlich Angemessenheit, Aktualität und Wirksamkeit. Wichtiger Bestandteil dieses Reviews ist die aktive Auseinandersetzung mit den Themen Risiken, Schwächen, Verbesserungen und Stärken als auch eine Analyse der Erwartungen und Anforderungen der Stakeholder.
SWIETELSKY konnte im Jahr 2024 mit ihren Teilorganisationen mit einem positiven externen Auditergebnis die Neuausstellung der Zertifikate für das integrierte Managementsystem sicherstellen. Der vom Hauptzertifikat erfasste Anwendungsbereich konnte organisationsmäßig erweitert werden. Das Zertifikat umfasst Niederlassungen und Tochterunternehmungen in Österreich, Deutschland, Slowakei und einigen internationalen Bahnbaustandorten. Ferner verfügt SWIETELSKY über weitere aktuell zertifizierte integrierte Managementsysteme in Tschechien, Ungarn und Kroatien mit den umfänglich gleichen Standards. SWIETELSKY verfügt organisationsspezifisch über weitere aktuell zertifizierte Systeme wie beispielsweise das ECM-Sicherheitssystem für die Instandhaltung von Güterwägen, ein Sicherheitsmanagementsystem des Eisenbahnverkehrsunternehmens RTS oder über ein Zertifikat als Entsorgungsfachbetrieb. Die Herstellung von Bauprodukten unserer Betriebe erfolgt auf Grundlage einer qualitätsgesicherten Produktion, welche auch mit externen unabhängigen Überprüfungen abgesichert wird.
Die Möglichkeit von Nachweisen bestimmter Qualifikationen auch hinsichtlich Referenzen oder Präqualifizierungen wird zukünftig noch wichtiger und ist ein Wettbewerbsvorteil. Damit ein integriertes Managementsystem gut angenommen und umgesetzt werden kann, bedarf es einiger Grundprinzipien. Dazu gehören Anwenderfreundlichkeit, Verständlichkeit, Zweckhaftigkeit und Einfachheit. In diesem Sinne stellt SWIETELSKY ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein unterstützendes IMS-Instrumentarium zur Verfügung, welches auch helfen soll, die vertrags- und rechtskonforme Realisierung unserer Leistungen sicherzustellen. Die Umsetzung der Anforderungen des integrierten Managementsystems ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlich geregelt.
Wertebild und Unternehmenspolitik
Das Wertebild von SWIETELSKY ist das Fundament sämtlicher Entscheidungen, bildet das Herzstück unserer Unternehmensstrategie und prägt jede unserer Handlungen. Es steht für die Verantwortung, die wir gegenüber unseren Kunden, Geschäftspartner und der Gesellschaft übernehmen.
Das SWIETELSKY Wertebild spiegelt auch unser Engagement wider langfristige Werte zu schaffen und die Zukunft mitzugestalten. Dies zeigt sich in den vier nachfolgenden Kernaussagen.
Wir arbeiten für Menschen. #Wir gestalten Zukunft. #Wir sind Teil der Lösung. #Immer besser bauen.
Den spezifischen Kundennutzen unserer Unternehmenstätigkeit sehen wir in der kompetenten fachlichen Beratung vor und während der Bauausführung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen dem Kunden dabei ihre langjährige Erfahrung und ihr gesamtes Knowhow zur Verfügung. Wir sind bestrebt, unsere Kund/inn/en auch nach Ausführung der Leistung zu betreuen und den Kundenkontakt aufrecht zu erhalten.
Wir planen und handeln nach dem Grundsatz: „Qualität kommt vor Quantität“.
Dies ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung unserer Projekte. Die verantwortungsbewusste Führung und Abwicklung der Baustellen und Dienstleistungen bedeutet nach unserem Verständnis, einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten. Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Nachhaltigkeit nehmen dabei für uns einen ebenso hohen Stellenwert ein wie die Termintreue gegenüber dem Kunden/der Kundin. Qualität bedeutet für uns außerdem, dem Kunden/der Kundin nicht nur erstklassig ausgebildetes Personal, sondern auch einen Gerätepark auf dem neuesten Stand der Technik, unter Einbeziehung ressourcenschonender Umweltaspekte, anbieten zu können.
Ein weiterer Firmengrundsatz lautet „Ertrag kommt vor Umsatz“. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen eine hohe Entscheidungsfreiheit bei der Akquisition und Ausführung von Aufträgen. Anhand unserer Kostenrechnung können wir den wirtschaftlichen Erfolg transparent messen und an die Verantwortlichen monatlich rückmelden.
Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden bei der Arbeit stellt für SWIETELSKY einen wesentlichen Teil unserer Unternehmenspolitik dar. Dazu gehört unter anderem die Bereitstellung von sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen sowie die Prävention von arbeitsbedingten Verletzungen und Erkrankungen. Die Umsetzung der SGA Politik und die Erreichung festgelegter Ziele erfolgen in den Grenzen der gegebenen rechtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen.
Unsere SGA-Aktivitäten (Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit) zielen auf die vorbeugende Vermeidung von Unfällen, Gesundheitsbeeinträchtigungen, Verletzungen und Erkrankungen ab und beziehen beteiligte Dritte wie Kund/inn/en, Lieferant/inn/en, Subunternehmer/innen etc mit ein. Die Prozesse sind auf ständige Verbesserung ausgerichtet und ermöglichen die Beteiligung von Beschäftigten bzw deren Vertretung. Alle Mitarbeiter/innen sind daher im Rahmen ihrer Möglichkeiten angewiesen sich daran zu beteiligen und sind zur Einhaltung und Erfüllung gesetzlicher Vorgaben verpflichtet. Die Art und Weise wie wir die Anforderungen der ISO 45001 erfüllen wollen, sind in mehreren veröffentlichten Dokumenten beschrieben.
Alle Organisationsbereiche sind unter Einbeziehung der Auftraggeber/innen und den gesetzlichen Vorgaben damit befasst sämtliche Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen ihrer Wirtschaftstätigkeit zu berücksichtigen. Dazu gibt es, abgeleitet vom Wertebild, festgelegte Ziele und Umweltprogramme, zur Verwirklichung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Wir sehen unsere Lieferant/inn/en und Subunternehmer/innen als leistungsfähige Partner/ innen. Unser gemeinsames Ziel ist die optimale Kundenzufriedenheit. Dazu ist es erforderlich, qualitative, wirtschaftliche und umweltrelevante Aspekte bei der Auswahl unserer Lieferant/inn/en und Subunternehmer/innen zu berücksichtigen und diese im Zuge der Leistungserbringung nach festgelegten Kriterien zu bewerten. Unser Wertebild ist auf eine vorbeugende Fehlervermeidung und eine ständige Verbesserung der Leistungen, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, des Umweltschutzes sowie der Aufbau- und Ablauforganisation ausgerichtet.
7. Umwelt und Energie
Der Bausektor ist ein ressourcen- und energieintensiver Wirtschaftszweig und beeinflusst damit wesentlich und umfangreich die Umwelt. Im Wissen endlicher Ressourcen und zunehmender Umweltbelastung ist SWIETELSKY bemüht, über alle Projektphasen hinweg den Einsatz schonender Verfahren und umweltfreundlicher Ressourcen sicherzustellen.
Im Rahmen der im Juni 2024 veröffentlichten Nachhaltigkeitsstrategie wurden die grundsätzlich relevanten Handlungsfelder im Bereich Umwelt und Soziales festgelegt. Diese betreffen im ökologischen Bereich vor allem die Themen Energieeffizienz und Emissionsreduktion sowie Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft. Zukünftig möchte sich SWIETELSKY auch den gesamtgesellschaftlich wichtigen Themen Wasser und Biodiversität verstärkt widmen, wenngleich der eigene Einfluss im letztgenannten Bereich aufgrund der Stellung in der Bau-Wertschöpfungskette vielfach begrenzt ist.
Mit einem eigenen Abfallwirtschaftsmanagementsystem und Abfallwirtschaftskonzepten wird dem Umweltschutz unter Einbeziehung umfangreicher gesetzlicher Vorgaben, im Sinne der Kreislaufwirtschaft, ein hoher Stellenwert beigemessen.
SWIETELSKY versucht bestmöglich sich an der Zielerreichung der EU hinsichtlich einer stofflichen Verwertung von Baurestmassen von 70% und die damit einhergehende Reduzierung der Deponiemenge zu beteiligen.
Auf Grundlage dieser Vorgaben sieht sich SWIETELSKY bei der Abwicklung von Baustellen verpflichtet, die anfallenden mineralischen Abfälle so weit wie möglich in CE-gekennzeichnete Baustoffrecyclingprodukte umzuwandeln. Die Qualitätssicherung dieser Produkte erfolgt mit Hilfe zertifizierter werkseigener Produktionskontrollen. Um die Umweltleistung zu verbessern ist es notwendig diese Materialien vermehrt am Entstehungsort einzusetzen oder sie als Substitution bei der Baustoffherstellung zu verwenden. Damit werden Primärrohstoffe geschont, sowie der Logistikaufwand und die damit einhergehenden Emissionen reduziert.
Nicht wiederverwertbare Abfälle werden materialspezifisch getrennt und umweltverträglich zwischengelagert. Mit einer sortenreinen Sammlung werden Ausgaben gespart und die Wiederverwertungsquote erhöht. Mit dem Betrieb von Deponien stellt SWIETELSKY auch die ordnungsgemäße Beseitigung sicher.
In den Niederlassungen und Tochterunternehmen werden unterschiedliche Energie- und Umweltschutzprojekte entwickelt und umgesetzt. Produktionsanlagen und Büroanlagen werden laufend im Sinne der Energieeffizienz evaluiert und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte erneuert. Auf Basis der im letzten Energieauditbericht zusammengefassten Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz werden immer wieder kleinere und größere Projekte entwickelt und umgesetzt. Diese beginnen beim laufenden Umstieg auf LED Beleuchtungen in den Büro- und Produktionsstätten und enden bei größeren Investitionen wie der thermischen Sanierung, dem Austausch von Heizungsanlagen, der Errichtung von PV-Anlagen und der Optimierung der Prozessabläufe.
Bei Investitionen im Fuhrparkbereich und bei der Neuanschaffung von Maschinen und Geräten stellt der Energieverbrauch ein wesentliches Entscheidungskriterium dar. Eine eigene Mobilitätspolitik wurde entwickelt um umweltfreundliche Lösungen zu fördern und damit die transportbezogenen Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Der systematische Austausch auf Maschinen und Fahrzeuge der neuesten Abgastechnologie führt natürlich auch zu einer signifikanten Senkung des Stickoxid Ausstoßes. Die Flotten der PKW’s und der leichten Nutzfahrzeuge werden laufend auch mit Elektrofahrzeugen ergänzt.
Eine laufende Erfassung des Energieeinsatzes bei der Herstellung von Bauprodukten ermöglicht durch den Produktionskostenvergleich unterschiedlicher Produktionsstätten Einsparungspotentiale sichtbar zu machen. Generell werden mittels einer eigenen ESG-Software die Daten, Kennzahlen und Informationen zu Umwelt und Energie konzernweit systematisch erhoben und ausgewertet. Dadurch können die Ziele zur Energieeinsparung und CO2 Reduktion klar definiert und umgesetzt werden.
Im Bereich SWIETELSKY-Energie sind alle Kompetenzen der Haus- und Elektrotechnik in einem Bereich konzentriert. Besonderen Wert wird darauf gelegt, die neuen Techniken, hinsichtlich umweltschonender Technologien, alternativen Energieformen, deren Speicherung und Steuerungsautomation in die Projekte einzuarbeiten. Im Bereich SWIEtimber (Holz- und Hybridbau) werden laufend neue Projekte realisiert, wobei hier der Hybridbau mit Betonkernaktivierung besonders hervor zu heben ist.
Im Umweltbereich gilt das primäre Ziel, Ressourcen wie Luft, Wasser, Energie und Boden zu schonen, den Materialund Logistikaufwand zu optimieren, die Emissionen soweit wie möglich zu verringern und die Biodiversität zu erhalten. Das Management betrachtet es daher als Führungsaufgabe, das Qualitäts- und Umweltbewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich zu verbessern.
SWIETELSKY setzt den Weg fort, Stakeholdern transparente Informationen und Daten über die Nachhaltigkeitsaktivitäten im allgemeinen und über die im Geschäftsjahr umgesetzten Initiativen im Speziellen zu geben. Betreffend das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/25 ist die Nachhaltigkeitserklärung erstmalig an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) orientiert und im Geschäftsbericht enthalten.
8. Technologie und Innovation
Unsere Mitarbeiter sehen es als ihre Aufgabe, innovative Lösungen und Techniken für unsere Kunden zu entwickeln und so gestellte Aufgaben optimal zu lösen. Ein Großteil der Innovationen erfolgt bei laufenden Bauprojekten, bei denen aufgrund terminlicher, geologischer oder technischer Rahmenbedingungen, neue Lösungen gefordert werden.
Fortschritte und neue Lösungen werden bei SWIETELSKY in unterschiedlichen Bereichen und Ländern im Konzern entwickelt. Der Konzernbereich Digitalisation & Construction Services (DCS) agiert einerseits als zentrale Stelle für zukunftsorientierte digitale Unternehmensentwicklung und andererseits als interner Dienstleister für digitale, baubetriebliche und bauwirtschaftliche Services. Hohe Interdisziplinarität der Teams und engmaschige Vernetzung innerhalb und außerhalb der Unternehmensgrenzen sind Basis für die Hauptaufgaben der DCS im Bereich Digitalisierung: neue Arbeitsweisen, moderne digitale Werkzeuge und optimierte Prozesse bei SWIETELSKY zu etablieren.
Neben konkreten Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit universitären und innovativen Partnern zu nachhaltigen Bauweisen und dem CO2-reduzierten Baubetrieb, erfolgt ein Großteil der Innovationen im Zuge von laufenden Bauprojekten, bei welchen aufgrund terminlicher, geologischer oder technischer Rahmenbedingungen neue Lösungen gefordert werden. Kontinuierlich werden in den operativen Baubereichen, wie Ingenieurtiefbau, Tunnelbau, Hochgebirgsbau und Eisenbahnbau, Anforderungen und Ideen erhoben, mit neuen innovativen Technologien kombiniert, um neue und bessere Verfahren und Arbeitsweisen zu finden. Diese werden in gezielten Pilotversuchen hinsichtlich Anwendbarkeit getestet und zur Praxistauglichkeit weiterentwickelt, wie beispielsweise Verfahren und Patente zur gleisgebundenen Tunnelsanierung und der automatisierten Kabelverlegung im Zuge vom Neubau und Sanierung von Gleisstrecken.
Durch den Fokus auf Langlebigkeit von Bauprodukten wie Beton und Asphalt und die Wiederverwendung von Sekundärrohstoffen werden in der akkreditierten Prüf- und Inspektionsstelle (Contela), bestehende Prüfmethoden angepasst und neue Prüfabläufe notwendig. Wir etablieren uns als verlässlicher Partner bei der Entwicklung von Branchenlösungen zu Umweltdeklarationen in Normung und Praxis. Unser Wissen auf diesem Gebiet wird für die Entwicklung neuer Baustoffe intern und von externen Baustoffherstellern genützt.
Die im Rahmen der Baustoffprüfungen gewonnenen Erkenntnisse helfen, ressourcenschonende Anwendungen zu entwickeln.
Wir nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung und Lean Construction Methoden, um nicht wertschöpfende Tätigkeiten auf ein Minimum zu reduzieren und unterstützen damit maßgeblich unsere Nachhaltigkeitsstrategie.
Durch den prozessorientierten Einsatz von Lean, BIM, ERP, Mapping & GIS steigern wir in unterschiedlichen Leistungsbereichen die Produktivität und generieren aus dem Bauprozess automatisch relevante Daten, wie Bestellund Abrechnungsmengen. Dieser Ansatz ermöglicht uns einerseits, in Zukunft Potentiale mit künstlicher Intelligenz weiter zu heben. Durch den sukzessiven Einsatz von Echtzeitdaten professionalisieren wir unsere Prozesse und Plandaten und stellen damit die, für den Einsatz von lernenden Systemen notwendige Datenwahrheit sicher. Andererseits unterstützen wir dadurch die Erfüllung der derzeitigen und künftigen Auftraggeber Anforderungen, heben uns vom Mitbewerber ab und stellen schlussendlich die digitale Marktfähigkeit sicher.
Kollaboration, Transparenz und Kommunikation sind für uns nicht nur Schlagwörter, sondern gelebte Praxis. Unsere operativen Einheiten sind zentrale Partner in notwendigen Anderungsprozessen und werden durch strategisches Projektmanagement und Baustellenconsultings kontinuierlich begleitet. Damit erhöhen wir die Prozesssicherheit, die Qualität unserer Leistungen und die Termintreue gegenüber unseren Kundinnen und Kunden.
9. Ausblick
Die Weltwirtschaft war zu Jahresbeginn 2025 noch in solider Verfassung. Vorzieheffekte in Erwartung zusätzlicher US-Zölle scheinen den Welthandel und die globale Industrieproduktion sogar vorübergehend stimuliert zu haben. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass die Wirtschaftsleistung im Euroraum im ersten Quartal merklich zulegte. In China blieb das Wachstumstempo vorerst solide. In den USA sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Umfeld des sprunghaften Anstiegs der Einfuhren zwar leicht, andere Indikatoren zeigten aber noch keine maßgebliche Beeinträchtigung der Konjunktur an. Ab dem Frühjahr dürfte der protektionistische Schwenk der US-Handelspolitik zunehmend auf der Weltwirtschaft lasten. Die handelspolitische Unsicherheit war bereits seit der Wahl des neuen US-Präsidenten erheblich angestegen. Anfang 2025 hatte die neue US-Regierung dann begonnen, erste Zusatzzölle auf Einfuhren aus verschiedenen Ländern zu erheben. Weitere Zollanhebungen folgten. Zum Teil kam es zu Vergeltungsmaßnahmen der Handelspartner. Teils wurden die Zollanhebungen später wieder zurückgenommen. Im Handel zwischen den USA und China waren die gegenseitigen Zollsätze vorübergehend prohibitiv hoch. Zuletzt war der durchschnittliche Effektivzollsatz der USA gegenüber allen Handelspartnern um mehr als 13 Prozentpunkte höher als zum Jahresbeginn und damit auf dem höchsten Stand seit den 1930er Jahren. Vielen Handelspartnern der USA drohen ab Juli weitere Zollanhebungen, sofern Verhandlungen über eine Neugestaltung der bilateralen Handelsbeziehungen scheitern. Es zeichnet sich ab, dass die neuen Zölle und die anhaltende handelspolitische Unsicherheit die Weltwirtschaft zunehmend belasten.
Nach den aktuellen Prognosen der ÖNB vom Juni 2025 sollte sich das Wirtschaftswachstum der restlichen Welt (Welt ohne Euroraum) in 2025 etwas abschwächen (3,1%) und nach einem weiteren Rückgang in 2026 (2,9%) wiederum zulegen (2027: 3,2%). In den USA wird sich das Wachstum voraussichtlich auf 1,4% jeweils in 2025 und in 2026 einbremsen. Während sich auch das Wirtschaftswachstum in China verlangsamen sollte (2025: 4,3%, 2026: 3,4%) bleibt die Dynamik in Indien weiterhin hoch (2025 und 2026: jeweils 6,4%).
Laut Frühjahrsprognose 2025 der Europäischen Kommission wird das reale BIP 2025 in der EU um 1,1 % und im Euro-Währungsgebiet um 0,9 % und damit etwa in gleichem Maße wachsen wie 2024. 2026 dürfte sich das Wachstum in der EU auf 1,5 % und im Euroraum auf 1,4 % beschleunigen. Entsprechend wird auch den EC-19 Staaten ein Wachstum von 1,1% für 2025 bzw 1,5% für 2026 vorhergesagt. Aufgrund des voranschreitenden Deflationsprozesses hat der EZB-Rat den Zinssatz in 2 Stufen auf 2,25% reduziert.
Für die Bauwirtschaft der EC-19 Staaten wird in 2025 ein geringfügiges Wachstum von 0,3% erwartet. Dabei sollte sich die Bauwirtschaft in den EC-4 Staaten mit 2,8% deutlich positiver entwickeln als jene in den EC-15 Staaten mit 0,1%. Abgesehen von Italien (-4,8%), Deutschland (-2,1%) und Osterreich (-0,5%) werden sich die übrigen Länder positiv entwickeln. Getragen wird der Aufschwung vom Tiefbau, der auf ein Gesamtvolumen von EUR 504,6 Mrd wachsen sollte (2,5%). Dem Hochbau hingegen wird mit einer erwarteten Leistungsausbringung von EUR 1.792,0 Mrd ein weiters Minus von 0,4% prognostiziert (2023: -2,8%, 2024: -3,0%). Neben Belgien (-0,3%) und Osterreich (- 0,8%) sind vor allem die Rückgänge in den großen Volkswirtschaften Deutschland (-2,6%) und Italien (-7,8%) dafür
verantwortlich. In den übrigen Staaten sollte sich der Hochbau positiv entwickeln, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.
Die konjunkturelle Erholung der österreichischen Wirtschaft wird durch schwierige außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen und strukturelle inländische Schwächen erheblich gebremst. Der Industriestandort bleibt mit grundlegenden Wettbewerbsproblemen konfrontiert – insbesondere in einem Umfeld zunehmender handelspolitischer Unsicherheiten aufgrund der US-Importzölle. Die Erwartungen für die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft in 2025 nach zwei Jahren der Rezession (2023: –1,0 %, 2024: –1,2 %) sind uneinheitlich. Während das WIFO mit einem weiteren Rückgang von 0,3% in 2025 rechnet, erwartet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) einen leichten Anstieg des realen BIP um 0,2 %. Für 2026 und 2027 wird ein nur moderates BIP-Wachstum von 0,9 % (OeNB, WIFO 1,2%) bzw. 1,1 % (OeNB, WIFO 1,3%) prognostiziert. Das Vorkrisenniveau von Mitte 2022 erreicht Osterreichs Wirtschaft erst nach 2027. Die Arbeitslosenquote sollte 2025 mit 5,3% weitgehend stabil bleiben und in den Jahren 2026 (5,2%) und 2027 (5,0%) leicht zurückgehen.
Die Aussichten für die österreichische Bauwirtschaft bleiben verhalten. Derzeit wird von einem leichten Rückgang in Höhe von 0,5% ausgegangen. Damit wäre die Bauwirtschaft das vierte Jahr in Folge rückläufig. Erst in den Jahren 2026 (0,6%) und 2027 (1,0%) wird eine positive Entwicklung erwartet. Die Prognosen sind dabei für Hochbau und Tiefbau unterschiedlich. Die stabile Entwicklung des Tiefbaues sollte sich mit 1,1% in 2025 fortsetzen und wird dann in den Jahren 2026 (-0,9%) und 2027 (-1,4%) voraussichtlich negativ sein. Der Volums mäßig bedeutendere Hochbau wird in 2025 mit -0,8% nochmals schrumpfen und sich voraussichtlich in den Jahren 2026 (0,9%) und 2027 (1,4%) positiv entwickeln. Dabei sollte sich der Wohnungsbau (2025: -1,6%, 2026: 0,5%, 2027: 0,9%) etwas schwächer entwickeln als der übrige Hochbau (2025: 0,4%, 2026: 1,4%, 2027:2,2%).
Entgegen dem makroökonomischen Umfeld erwartet SWIETELSKY in Österreich im Geschäftsjahr 2025/26 ein Wachstum bei der Leistungsausbringung – dies auf Basis eines soliden Auftragsbestandes mit Zuwächsen im Hochbau.
Für das Gesamtjahr 2025 geht das IFO Institut in seiner Sommerprognose für die deutsche Wirtschaft derzeit von einer leichten Steigerung der Wirtschaftsleistung aus (0,3%). Dabei erhöhte sich die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2025 bereits etwas. Laut der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) saisonbereinigt um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal, in dem es in gleicher Größenordnung gesunken war. Die Produktion sowohl in der Industrie als auch im Bau legte im ersten Quartal 2025 zu. Zu dem Anstieg der Industrieproduktion dürften neben einer insgesamt etwas verbesserten Auftragslage auch Vorzieheffekte aufgrund der angekündigten Anhebungen von Zöllen seitens der US-Regierung beigetragen haben. Die Warenexporte legten aufgrund dieser Effekte ebenfalls deutlich zu. Auch die privaten Konsumausgaben trugen zum Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität bei. Sie profitierten noch von den im vergangenen Jahr kräftig gestegenen Löhnen. Sowohl die höhere Produktion in der Industrie als auch der gestiegene private Konsum dürften die Dienstleister gestützt haben. Trotz des Gegenwinds durch eine hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit und eine niedrige Kapazitätsauslastung in der Industrie sind die Ausrüstungsinvestitionen in der Industrie gestegen. Für die Jahre 2026 und 2027 wird ein Wirtschaftswachstum von jeweils 1,0% erwartet. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung wird die Arbeitslosenquote vorübergehend sowohl in 2025 (6,3%) als auch in 2026 (6,2%) ansteigen lassen und in 2027 mit 6,0% wiederum den Wert von 2024 erreichen.
Die negative Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft wird sich mit -2,1% für 2025 voraussichtlich fortsetzen. Erst in den Jahren 2026 (0,3%) und 2027 (1,9%) wird eine Erholung erwartet. Der von der öffentlichen Hand gestützte Tiefbau wird dabei mit -0,2% in 2025 leicht zurückgehen und in den Jahren 2026 (0,8%) und 2027 (2,2%) wieder zulegen können. Der Hochbau wird 2025 um rund 2,6% schrumpfen und in 2026 geringfügig (0,2%) und in 2027 deutlicher wachsen (1,8%). Stark beeinflusst wird diese Entwicklung vom Wohnungsneubau, der sich in den Jahren 2025 ( -9,5%) und 2026 (-5,0%) nochmals stark rückläufig zeigt und erst in 2027 um 6,0% zulegen sollte.
Getragen von gut etablierten Flächenorganisationen und einer zielgerichteten Teilnahme an Infrastrukturprojekten wird SWIETELSKY in Deutschland im Geschäftsjahr 2025/26 das im Vorjahr deutlich gestiegene Leistungsniveau halten.
Das noch im letzten Jahr für die ungarische Wirtschaft prognostizierte Wachstum von 2,5% für 2024 wurde mit 0,5% deutlich verfehlt. Für die Jahre 2025 (2,4%) und 2026 (4,2%) wird wiederum ein stabiles Wachstum erwartet, dass sich auch in 2027 mit 3,3% fortsetzen sollte.
Die ungarische Bauwirtschaft sollte vom wirtschaftlichen Aufschwung partizipieren können. Das Wachstum in 2025 von 1,7% sollte sich in 2026 auf 2,9% bzw in 2027 sogar auf 4,3% steigern. Nach zwei Jahren Stillstand könnte 2025 wieder Bewegung in den staatlichen Infrastrukturbau kommen. Der Haushalt für 2025 sieht die Aufnahme von 500 eingestellten und 300 neuen Baumaßnahmen vor. Der Gesamtwert soll an 30 Milliarden Euro heranreichen, für 2025 sind Ausgaben von rund drei Milliarden Euro geplant. Der Konzessionshalter MKIF, Betreiber von knapp zwei Dritteln des ungarischen Autobahnnetzes, will 2025 einen zehnjährigen Investitionszyklus starten. Auf dem Programm stehen umfassende Autobahnsanierungen, allein 600 Straßenkilometer sollen neu- oder ausgebaut werden. Aus budgetärer Sicht haben sich die Voraussetzungen für öffentliche Investitionen etwas verbessert. Budapest kann inzwischen auf Teilsummen an freigegebenen EU-Mitteln zurückgreifen. Gezielt für Infrastrukturprojekte soll ein Darlehen in Höhe von einer Milliarde Euro der Europäischen Investitionsbank (EIB) eingesetzt werden sowie weitere internationale Finanzierungen zur Verfügung stehen.
Nach Leistungsrückgängen in den vergangenen drei Geschäftsjahren, rechnet SWIETELSKY in Ungarn für das bereits laufende Geschäftsjahr bei sehr herausfordernden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einer leichten Steigerung der Bauleistung.
Die tschechische Wirtschaft wird 2025 voraussichtlich um 2,0% wachsen. Die flaue Nachfrage aus Deutschland und die unsichere US-Zollpolitik verhindern einen deutlicheren Aufschwung. Die Investitionsbereitschaft schwächelt wegen der international schwierigen Wirtschaftslage, der fragilen Baukonjunktur und der geringen Kapazitätsauslastung in der Industrie. Nach Prognosen des Finanzministeriums steigen die tschechischen Exporte 2025 und 2026 weitaus langsamer als die Importe. Damit zieht der Außenhandel das Wirtschaftswachstum in den kommenden beiden Jahren nach unten. Dennoch wird auch in den Jahren 2026 (2,5%) und 2027 (2,4%) ein stabiles Wirtschaftswachstum erwartet.
Auch die tschechische Bauwirtschaft sollte sich positiv entwickeln. Für 2025 ist ein moderates Wachstum von 1,1% prognostiziert, welches in den Jahren 2026 (2,8%) und 2027 (3,6%) weiter zulegen sollte. Die Impulse dafür gehen vor allem vom Hochbau aus (2025: 2,5%, 2026: 3,9% und 2027: 4,4%).
SWIETELSKY rechnet in Tschechien mit einer Leistungsausbringung über dem Niveau der vergangenen Geschäftsjahre.
In den anderen Ländern wird SWIETELSKY weiterhin abhängig von Sparte bzw Markt versuchen, erfolgversprechende Projekte zu akquirieren und umzusetzen.
Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet SWIETELSKY eine Bauleistung, die das bereits hohe Niveau der vergangenen drei Jahre übertrifft. Grundlage dafür sind Zuwächse in nahezu allen Märkten. Der Wachstumstrend im Infrastrukturbau – insbesondere im Tiefbau und Eisenbahnoberbau – setzt sich stabil fort, ebenso wie die Nachfrage nach nachhaltigen Investitionen. Auch im Hochbau zeichnen sich wieder positive Impulse ab. Der merklich gestiegene Auftragsbestand bestätigt diese Entwicklungen.
SWIETELSKY ist durch die breite Diversifizierung über sämtliche Sparten des Bauwesens sowie eine gezielte Marktausrichtung wettbewerbsfähig positioniert. Gemeinsam mit rund 12.000 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern streben wir im Geschäftsjahr 2025/26 eine weiterhin erfolgreiche Geschäftsentwicklung mit attraktiven
Leistungs- und Ertragskennzahlen an – und setzen die nachhaltige, positive Entwicklung von SWIETELSKY konsequent fort.
Linz, am 4. Juli 2025
Der Vorstand
Di Dr. Peter Kramm CEQ; COO Bahnbau
Harald Gindl, MBA cro
Dipl.-Ing. Klaus Bleckenwegner
COO international
August Weichselbaqmer COO Österreich*