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Lagebericht 2025

Vorarlberg Milch GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 24. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE

Wesentliche Ereignisse des Geschäftsjahres

Die Vorarlberg Milch GmbH wurde im Geschäftsjahr 2025 neu gegründet. Die V-MILCH eGen (vormals: Vorarlberg Milch eGen) hat ihren operativen Betrieb im Rahmen eines Sacheinlage- und Einbringungsvertrags rückwirkend zum 31.12.2024 in die Gesellschaft eingebracht. Im Anschluss daran übertrug die V-MILCH eGen sämtliche Anteile an der Vorarlberg Milch GmbH an die NÖM AG und erhielt dafür eine 3%-Beteiligung an der NÖM AG. Seither befindet sich die Vorarlberg Milch GmbH im Eigentum der NÖM AG und wird als Tochterunternehmen innerhalb des NÖM-Konzerns geführt.

Da die Gesellschaft im Jahr 2025 neu gegründet wurde, werden im Jahresabschluss die Salden zum Zeitpunkt der Gründung am 16.07.2025 als Vergleichszahlen angeführt. Im Lagebericht werden zur Verbesserung der Transparenz und Nachvollziehbarkeit die Zahlen der V-Milch eGen zum 31.12.2024 als Vergleichszahlen angeführt.

Marktentwicklung in Österreich

Die wirtschaftliche Lage des Milchmarkts zeigt für 2025 überwiegend ein positives Bild mit hohen Preisen und steigenden Umsätzen. Die Milchanlieferung verzeichnete insgesamt einen starken Anstieg bedingt durch gute Futterpreise und -qualität, geringe Krankheitsausfälle sowie hohe Kuhzahlen. Aufgrund der anhaltend starken Anlieferung begannen ab Herbst 2025 die Erzeugermilchpreise bedingt durch das Überangebot und schwache Exportnachfrage zu sinken. Der Lebensmitteleinzelhandel reagierte zu dem sehr rasch auf diese Entwicklung. In Deutschland und Österreich kam es zu spürbaren Butterpreisabsenkungen, wobei Deutschland stärker und früher als Österreich reagierte. Der Marktstart 2026 verläuft weiterhin zögerlich mit Preisdruck bei den Erzeugerpreisen. Der Lebensmitteleinzelhandel erwartet zudem aufgrund des Rohstoffdrucks weiter sinkende Verbraucherpreise.

GESCHÄFTSVERLAUF

Die Vorarlberg Milch eGen mit Sitz in Feldkirch ist eine traditionsreiche österreichische Molkerei und eingetragene Genossenschaft. Sie verarbeitet jährlich rd. 50 – 60 Mio. kg Milch von etwa rd. 350 regionalen Landwirten zwischen Arlberg und Bodensee zu hochwertigen Produkten wie Käse, Joghurt, Frischmilch und Spezialitäten.

Im Berichtsjahr wurde mit der Vorarlberg Milch eGen ein umfassendes Zukunftskonzept umgesetzt, welches die Einbringung des Produktionsbetriebs in Feldkirch in eine eigene Gesellschaft (Vorarlberg Milch GmbH) sowie eine strategische Beteiligung der Genossenschaft an der NÖM AG vorsieht. Die Genossenschafter der Vorarlberg Milch haben diesem Schritt mit großer Mehrheit zugestimmt und damit die Grundlage für eine nachhaltige Absicherung der regionalen Milchwirtschaft geschaffen. Im

Gegenzug zur Einbringung des operativen Geschäfts hat die Vorarlberg Milch eine Beteiligung von drei Prozent an der NÖM AG erhalten und ist künftig mit einem Mandat im Aufsichtsrat vertreten.

Der Standort Feldkirch soll innerhalb der NÖM-Gruppe als Käse-Kompetenzzentrum im Westen Österreichs fungieren und zugleich wachstumsstarke Absatzmärkte, insbesondere Italien, mit Frischeprodukten bedienen. Investitionen in die Produktionsinfrastruktur sollen mittelfristig zu einer schrittweisen Ausweitung der verarbeiteten Milchmenge führen. Für die Milchlieferanten der Vorarlberg Milch bedeutet die Kooperation eine gesicherte Abnahme zu einem im Vergleich zur Vergangenheit höheren Erzeugermilchpreis.

Die Marke „Ländle Milch“ bleibt als starke regionale Marke erhalten und wird im Rahmen der NÖM- Gruppe weitergeführt.

Vor dem Zusammenschluss stand die Vorarlberg Milch infolge hoher Kostensteigerungen, zunehmendem Wettbewerbsdruck sowie Lieferantenwechseln zu deutschen Molkereien unter erheblichen wirtschaftlichen Druck. Die im Berichtsjahr beschlossenen Strukturmaßnahmen sollen die Ertrags- und Finanzlage der Vorarlberg Milch nachhaltig stärken.

Die Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr 2025 EUR 63.001.387,99.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt EUR - 4.952.163,89.

BERICHT ÜBER DIE TOCHTERUNTERNEHMEN UND ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Im Berichtszeitraum bestanden keine Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen.

FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Auf Basis des Jahresabschlusses können nachstehende finanzielle Leistungsindikatoren abgeleitet werden:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Einheit20252024
UmsatzTEUR62 633,355 115,5
BetriebsleistungTEUR63 752,955 596,5
EBITDATEUR-2 391,01 279,6
EBITDA-Marge6-3,82,3
EBITTEUR-4 293,2-645,8
Ergebnis vor SteuernTEUR-4 952,2-1 415,3
JahresfehlbetragTEUR-3 839,4-1 407,4
BilanzverlustTEUR-3 839,4-1 407,4
Materialaufwand & bezog. LeistungenTEUR49 589,139 605,8
Materialeinsatzquote677,871,2
PersonalaufwandTEUR10 630,59 689,3
Mitarbeiter / DurchschnittAnzahl127124
Personalkosten pro MitarbeiterTEUR83,778,1
Betriebsleistung pro MitarbeiterTEUR502,0448,4
AnlagevermögenTEUR25 226,124 978,5
Anlagendeckungsgrad II647,967,4
InvestitionenTEUR2 178,3916,6
BilanzsummeTEUR41 273,639 523,3
Gesamtkapitalrentabilität6-10,4-1,6
EigenmittelTEUR7 290,711 372,4
Eigenmittelquote617,728,8
Eigenmittelrendite6-41,1-11,7
FremdkapitalTEUR33 982,928 150,9
FremdkapitalquoteTEUR82,371,2
Verzinsliches FremdkapitalTEUR22 931,619 645,4
Flüssige MittelTEUR66,0298,8
NettoverschuldungTEUR22 865,519 346,6
Nettoverschuldung in % des EK%313,6170,1

*Die Vorjahreszahlen stammen von der V-MILCH eGen und sind daher nicht direkt mit dem aktuellen Geschäftsjahr vergleichbar, wurden aber zur besseren Transparenz dennoch aufgenommen.

NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Im Geschäftsjahr 2025 steuerte Vorarlberg Milch maßgeblich zu regionaler Wertschöpfung durch die Verarbeitung und den Versand von rd. 56 Mio. kg Rohmilch von rd. 350 Lieferanten bei einem Exportanteil von rd. 20% der Produkte bei. Zusätzlich profitierten die Milchbauern aus der Kooperation mit NÖM AG von höheren Milchpreisen.

Die Gesellschaft beschäftigte (nach Köpfen) am 31.12.2025 46 Angestellte und 81 Arbeiter, somit insgesamt 127 Personen. Die Arbeitsspitzen werden durch den Einsatz von flexiblerem Leasingpersonal ausgeglichen.

Über den Betriebsarzt werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Impfaktionen angeboten.

Im Bereich Fortbildungsmaßnehmen setzen wir auf interne und externe Schulungen und regelmäßige Sicherheitsunterweisungen.

Eine sehr geringe Mitarbeiterfluktuation zeigt eine große Mitarbeiterzufriedenheit.

BERICHT ÜBER FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im Berichtszeitraum wurden keine Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt. Die Tätigkeit konzentriert sich auf die Verarbeitung und Vermarktung regionaler Milchprodukte mit bewährten, qualitätsgesicherten Prozessen gemäß AMA-Standards. Optimierungen erfolgen im Rahmen laufender Produktionssteigerungen.

BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Durch die im Mai 2025 mit großer Mehrheit beschlossene Partnerschaft mit der NÖM AG wurde der Produktionsbetrieb in Feldkirch in die NÖM-Gruppe integriert. Diese Maßnahme diente der langfristigen Standortsicherung und der Stabilisierung der bäuerlichen Einkommen in Vorarlberg.

Die Gesellschaft befindet sich derzeit in einer Verlustsituation. Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von rückläufigen Margen sowie erhöhten Kosten in den Bereichen Material, Personal sowie ab Herbst für erforderliche Maßnahmen diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Vor diesem Hintergrund hat die neue Geschäftsführung ein Maßnahmenprogramm an operativen Maßnahmen und von Investitionsprojekten zur Transformation der Gesellschaft eingeleitet.

Dieses umfasst insbesondere

- die Optimierung der Kostenstrukturen (Effizienzsteigerung in Produktion und Verwaltung) - die Überprüfung und gezielte Anpassung der Preis- und Konditionenpolitik - die Fokussierung auf margenstärkere Produkte bzw. Geschäftssegmente sowie - die Verbesserung interner Prozesse (Digitalisierung, Bündelung der Beschaffungsvolumina, Optimierung der IT)

Der Standort Feldkirch wird innerhalb der NÖM-Gruppe als Kompetenzzentrum für Käse positioniert. Um Skaleneffekte zu nutzen, werden Verlustbringer konsequent identifiziert und das Portfolio optimiert. Neben einer Reduktion im bestehenden Portfolio soll dieses künftig mit neuen und innovativen Produkten ergänzt werden. Herzstück der Transformation sind deutliche Investitionen in Automatisierungen und den Ausbau der Produktionskapazität, um entsprechend für den Export

gerüstet zu sein. Zusätzlich soll künftig in einem Dreischichtbetrieb produziert werden, was die Einstellung von zusätzlichem Personal erfordert.

Die Standortsicherung in Vorarlberg bleibt ein zentrales strategisches Ziel. Durch die Bündelung von Kompetenzen in der Milchverarbeitung und der Käseherstellung soll der Standort als langfristiges Kompetenzzentrum für die Region gestärkt werden. Maßnahmen zur Sicherung der Rohstoffbasis – insbesondere die enge Zusammenarbeit mit den regionalen Milchlieferanten, attraktive Abnahmebedingungen – sollen die Milchanlieferung stabilisieren und das Vertrauen der bäuerlichen Betriebe weiter festigen. Parallel dazu werden organisatorische und strukturelle Anpassungen umgesetzt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu erhöhen.

Die Marke „Ländle“ steht im Jahr 2026 weiterhin im Fokus der Markt- und Kommunikationsstrategie. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung des bestehenden Sortiments sind Produkteinführungen in wachstumsstarken Segmenten vorgesehen, um sowohl im Heimmarkt als auch in ausgewählten Exportmärkten zusätzliche Wertschöpfung zu generieren.

Auf Basis der aktuellen Planungen und Annahmen erwartet die Geschäftsführung für das kommende Geschäftsjahr eine merkliche Verringerung des Jahresfehlbetrags. Bei planmäßiger Umsetzung der Maßnahmen und unter der Prämisse einer stabilen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird mittelfristig (innerhalb von zwei bis drei Jahren) eine Rückkehr zu einem ausgeglichenen, perspektivisch positiven Ergebnis für möglich gehalten.

Die Prognose ist naturgemäß mit Unsicherheit behaftet. Nach derzeitiger Einschätzung der Geschäftsführung ist die Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going concern) trotz der bestehenden Verlustsituation gegeben. Die geplanten Maßnahmen zur Ergebnis- und Liquiditätsverbesserung sowie die zugesagten Finanzierungslinien der Kapitalgeber bilden hierfür die Grundlage. Die Geschäftsführung verfolgt die Entwicklung fortlaufend und wird bei Bedarf weitere Schritte zur Stabilisierung der Ertrags- und Finanzlage setzen.

WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN

Zentrales Element des Risikomanagements ist ein System der internen Kontrolle, dass durch die allgemeinen Grundsätze des Vier-Augen-Prinzips, der Funktionstrennung und der Vorgabe von Richtlinien für bestimmte Maßnahmen gekennzeichnet ist.

Die Vorarlberg Milch GmbH sieht sich typischen Risiken einer Molkerei gegenüber, wie Rohstoffpreisschwankungen und Marktdruck. Insgesamt bleibt die Lage für die Milchwirtschaft volatil und komplex. Eine flexible Anpassung an Marktveränderungen, eine konsequente Qualitätsorientierung und die strategische Marktentwicklung sind entscheidend, um sich erfolgreich zu behaupten. Im Geschäftsjahr 2025 schloss die Gesellschaft erneut mit einem negativen Ergebnis ab. Die Planung 2026 sieht eine deutliche Ausweitung der Produktionsmengen vor. Um die Investitionen und Maßnahmen zu finanzieren und auch die entsprechende Liquidität sicherzustellen, wurden bereits 2025 entsprechende Finanzierungen sichergestellt.

Um diesen Risiken zu begegnen, wird die Vorarlberg Milch im Jahr 2026 in das Risikomanagement der NÖM AG eingebunden. Dieses verfolgt das grundsätzliche Ziel, Chancen- und Risikopotenziale ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen.

Grundlage des Chancenmanagements der NÖM ist die detaillierte Beobachtung und Analyse der individuellen Märkte sowie die frühzeitige Erkennung und Bewertung von Trends, aus denen sich die Identifikation der Chancen ableitet.

Die Grundsätze des Risikomanagements der NÖM sind in einer Richtlinie dokumentiert. Die Richtlinie enthält grundlegende Prinzipien zum Risikomanagement und umfasst die Grundsätze zur Früherkennung, Kommunikation und Behandlung von Risiken.

Risiken werden in der NÖM systematisch und fortlaufend identifiziert und analysiert. Als Risiko gelten Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens, die die Ertragskraft und die Fortführung des Unternehmens nachhaltig beeinträchtigen können. Risikorelevante Informationen werden mindestens einmal jährlich sowie bei Bedarf ad-hoc erhoben. Die Dokumentation umfasst neben der Beschreibung des Risikos eine Bewertung nach Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Maßnahmen zur Überwachung und Gegensteuerung.

Die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems wird in regelmäßigen Abständen vom Prüfungsausschuss der NÖM und von der Innen- und Konzernrevision der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien geprüft.

Die Beurteilung der operativen und strategischen Entwicklung sowie die Beurteilung der Abschlussund Planzahlen erfolgt durch das Beteiligungscontrolling der NÖM, das die Geschäftsführung der Vorarlberg Milch im Rahmen von regelmäßigen Berichten über das Ergebnis und den Geschäftsverlauf informiert.

WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Es sind keine Ereignisse nach dem Abschlussstichtag aufgetreten, die gemäß §243a UGB eine wesentliche Auswirkung auf die Nettoumsätze, das Ergebnis oder die Vermögens- und Finanzlage haben. Die Geschäftstätigkeit verläuft planmäßig ohne außergewöhnliche Vorgänge.

Feldkirch, 18. März 2026

Mag,Alfred Berger, CSE

Geschäftsjührer

Geschäftsführer

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