Inhaltsverzeichnis
Bericht der Geschäftsführung – Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024/25
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Die Feistritzwerke-STEWEAG GmbH ist ein Energiedienstleistungsunternehmen, welches in Teilen der oststeirischen Bezirke Weiz und Hartberg-Fürstenfeld, sowie in der Süd-Oststeiermark und Graz-Umgebung in den Kernbereichen Stromerzeugung, Stromnetze, Glasfasernetze und Energiedienstleistungen tätig ist.
Geschäftsverlauf
Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und der damit ausgelöste PV-Boom hat auch im GJ 2024/25 angehalten. Dies hat dazu geführt, dass die Einspeisemengen in das Stromverteilnetz deutlich von 145,002 GWh auf 175,806 GWh gesteigert wurden.
Auch die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen hat sich auf einem hohen Niveau eingependelt. Bis zum Jahr 2019 wurden pro Jahr ca. 300 Anfragen auf Netzzutritt für PV-Anlagen gestellt. Im Geschäftsjahr 2024/25 waren es 2.487. Dies stellte die zuständigen Mitarbeiter vor enorme Herausforderungen. Mit den erhöhten Personalressourcen und laufenden IT-Optimierungen konnte das hohe Arbeitsaufkommen gut bewältigt werden und die Kundenanfragen in kurzer Zeit abgearbeitet werden.
Die meisten Kunden waren jedoch nicht nur auf Eigenverbrauchsoptimierung bedacht, sondern wollten im Wesentlichen deutlich über 4 kW an Einspeiseleistung zugesagt bekommen. Mit einer Fortführung der sehr hohen Investitionen in den Stromnetzausbau wurde auch diese Herausforderung angenommen.
Um jedoch die in der #Mission2030 vorgegebenen Ziele in der Integration der erneuerbaren Erzeugungsanlagen betreffend der Netzeinspeisung zu erreichen, müssen die Ausbauaktivitäten in das Stromnetz in den nächsten Jahren auf hohem Niveau deutlich über der Abschreibung gehalten werden. Im Geschäftsjahr 2024/25 war die Wasserführung in der Feistritz im Gegensatz zum vorangegangenen Wirtschaftsjahr fallend. Dies führte dazu, dass die erzeugte Energiemenge von 7,342 MWh auf 5,188 MWh (-29,34%) im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Diese Schwankungen in der Wasserführung wirken sich auch auf die Erzeugung unserer weiteren Kleinwasserkraftwerke an der Feistritz und Raab aus. Aufgrund des dargestellten Mengenrückganges in der Produktion führte dies zu einer Verminderung des Ergebnisbeitrages zum Vorjahr um -0,197 Mill. EUR. Jedoch wurden solche Schwankungen bereits in der Planung berücksichtigt. Das Ergebnis liegt somit im kalkulierten Erwartungsbereich.
Das Verteilernetz der Feistritzwerke-STEWEAG GmbH umfasst von den 20 kV Schaltanlagen in den Umspannwerken über die 20 kV Freileitungs- und Kabelnetze zu den 20 kV/400 V Trafostationen bis hin zum Hausanschluss in Form von Kabel- oder Freileitungen mit den zugehörigen Sekundäranlagen sämtliche notwendigen Netzeinrichtungen im konzessionierten Netzgebiet. Mit den vorhandenen Verteilernetzeinrichtungen der Feistritzwerke-STEWEAG GmbH konnte bisher eine hohe Versorgungssicherheit und Zuverlässigkeit für die Kunden gewährleistet werden.
Die angekündigten und erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen im Netzbereich wurden durchgeführt. Im Netzbereich wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 25,507 Mill. EUR investiert. Diese weiterhin hohen Investitionsbeträge waren deshalb erforderlich, um auch in Zukunft einen stabilen und ausfallsicheren Betrieb gewährleisten zu können. Insbesondere die massive Nachfrage nach Einspeisemöglichkeiten von PV-Anlagen wird auch in den nächsten Jahren große Anstrengungen und hohe In-
vestitionen in den Netzausbau erfordern. Die getätigten Investitionen umfassen sowohl Ersatzmaßnahmen, Anlagenerneuerungen und Netzerweiterungen und Verstärkungen aufgrund von Kundenund Leistungszuwächsen. Der Rollout der Smart Meter wurde entsprechend der gesetzlichen Vorgaben im Laufe des Wirtschaftsjahres 2024/25 zu 95 % umgesetzt. Einige wenige hartnäckigen „Smart-Meter Verweigerer“ ließen den Einbau der SmartMeter nicht zu und kündigten somit einseitig den Liefervertrag mit den Feistritzwerken. Diese Kunden wurden abgeschaltet.
Im Unternehmensbereich Glasfaserausbau konnten weitere größere Projekte realisiert werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen in diesem Unternehmensbereich betrug im GJ 2024/25 8,852 Mill. EUR. Per 30.6.2025 waren bereits 6.322 (VJ 4.952) Kunden am Glasfasernetz aktiv geschalten. Im Geschäftsjahr 2024/25 konnte ein Umsatz von 2,424 Mill. EUR generiert werden.
Die Strategie des kombinierten Stromnetz- und Glasfasernetzausbau wurde auch im WJ 2024/25 weitergeführt und soll auch in Zukunft durch die Nutzung von Synergieeffekten den erforderlichen Stromnetzausbau kostengünstiger gestalten.
Im Bereich der Energiedienstleistungen konnte das hohe Umsatzvolumen aufgrund der starken Ausbautätigkeiten unserer Kunden gehalten werden.
Die Erhöhung der aktivierten Eigenleistung ist auf die o.a. Investitionsinitiative zurückzuführen.
In den Abschreibungen spiegelt sich auch die Investitionsoffensive wider.
Die Erhöhung in den sonstigen Aufwendungen liegt über der Inflationsrate, da für die Abwicklung der PV-Anfragen auf externes Personal und Dienstleistungen zurückgegriffen werden musste.
Durch den großen Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens konnte wieder ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden.
2. Zweigniederlassungen
Das Unternehmen verfügt über keine Zweigniederlassungen, jedoch über Betriebsstätten in Kaindorf, Dechantskirchen und Waldbach.
3. Kennzahlen
Erfolgswirtschaftliche Kennzahlen, finanzwirtschaftliche Kennzahlen und Cashflow Kennzahlen sind in der Beilage zum Lagebericht angeführt.
4. Ausblick
Die Verwerfungen in der Wirtschaft aufgrund des Krieges in der Ukraine betreffen auch die Feistritzwerke. Massive Preiserhöhungen bei den Materialien und deutliche Preiserhöhungen bei den Dienstleistungen gegenüber der Vorkrisenzeit erhöhen die Ausbaukosten und sind nach wie vor spürbar.
Die hohe Nachfrage nach Netzerweiterungen und Netzverstärkungen aufgrund des anhaltend hohen Niveaus beim Photovoltaikausbau wird unserer Einschätzung in den nächsten Jahren bestehen bleiben. In den letzten 6 Jahren hat sich die Einspeiseleistung von Photovoltaikanlagen in unser Verteilnetz von ca. 40 MW auf 170,86 MW deutlich erhöht. Die aktuellen Anfragen von zukünftig geplanten PV- Einspeisungen sind ca. 4-mal so hoch, wie die aktuelle Abgabeleistung in unserem Netzgebiet.
In unsere Mittelfristplanung haben wir diese Rahmenbedingungen einfließen lassen, damit wir unsere Kunden optimal versorgen können und unseren Beitrag zur CO2-freien Stromerzeugung und der Verringerung von Energieimporten leisten. Die vielfach gewünschte kurzfristige Umsetzung ist jedoch aus Kapazitätsgründen sowohl im Material- als auch Dienstleistungsbereich und den verfügbaren Personalressourcen nicht möglich.
Die geplanten Erzeugungsmengen der Wasserkraftwerke wurden auf Basis einer langjährigen durchschnittlichen Wasserführung der Feistritz erstellt. Die Strompreise sind im Handel tendenziell fallend und werden sich unserer Einschätzung nach etwas über dem Vorkriegsniveau einpendeln. Aufgrund der hohen Investitionen (Neubau KW Stubenberg/KW Gliederwehr) tragen die Wasserkraftwerke aktuell nur einen sehr geringen Beitrag zum Unternehmensergebnis bei.
Das Verteilernetz der Feistritzwerke-STEWEAG GmbH befindet sich in einem ordnungsgemäßen Zustand. Die wie o.a. hohen Nachfragen nach Einspeisemöglichkeiten von PV-Anlagen erfordern, dass das hohe Ausbauniveau beibehalten wird.
Um die von den Kunden gewünschten hohen PV-Einspeiseleistungen zu ermöglichen, müssen von den vorgelagerten Netzbetreibern die Investitionen ebenso deutlich erhöht werden. Im Versorgungsgebiet der Feistritzwerke müssen drei 110/20 kV Umspannwerke neu errichtet werden. Seitens der Austrian Power Grid (APG) ist im Versorgungsgebiet der Feistritzwerke ein 380 kV/110 kV Umspannwerk erforderlich.
Zusätzlich zur Investition ins Netz erfolgte im Wirtschaftsjahr 2024/25 der Abschluss der Implementierung des Smart Meters.
Weiters wird der Auf- und Ausbau eines Glasfasernetzes mit Unterstützung von Fördermitteln aus der Breitbandmilliarde intensiviert. Ziel ist es, im Versorgungsgebiet der Feistritzwerke und G31 die Bevölkerung mit ultraschnellem Glasfaserinternet zu versorgen. Synergien aus dem Ausbau des EVU-Verteilernetzes und des Glasfasernetzes sollen die Profitabilität der Feistritzwerke weiter stärken.
Für die Finanzierung all dieser o.a. Investitionsvorhaben muss neben dem free Cashflow auf Bankkredite zurückgegriffen werden.
5. Risikoberichterstattung
Die Feistritzwerke-STEWEAG GmbH ist in ihrem unternehmerischen Handeln unweigerlich verschiedenen Risiken ausgesetzt. Im Sinne einer vorausschauenden Unternehmensführung sind wir bestrebt, Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Der Netzbetrieb der Feistritzwerke-STEWEAG GmbH befindet sich im regulierten Bereich. Die Preise werden in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung gemäß Bundesgesetzblatt festgelegt. Daher unterliegt die Feistritzwerke-STEWEAG GmbH keinem Preisrisiko. Der Absatz hängt überwiegend von der wirtschaftlichen Entwicklung und im geringen Ausmaß von externen Einflüssen (Witterungsbedingungen) ab. Große nicht prognostizierbare positive oder negative Mengenabweichungen erwarten wir aufgrund unserer Erfahrungswerte und der Netzstruktur nicht.
Die Kostenentwicklung des Netzbetriebes ist im Wesentlichen planbar.
Die unvorhersehbaren Preissprünge der elektrischen Energie führen in der Zukunft zu keiner Ergebnisveränderung, da die Stromkosten der Verlustenergie über die Stromnetztarife abgegolten werden.
Versicherbare Risiken sind, soweit uns dies betriebswirtschaftlich sinnvoll erscheint, über einen ausreichenden Versicherungsschutz abgesichert. Folgen aus normalen Schadens- bzw. Haftungsfällen wirken sich daher auf die Ertrags- und Finanzlage nur begrenzt aus. Unvorhergesehene negative Witterungseinflüsse (z.B. Elementarereignisse) können zu einer deutlichen Beschädigung der Infrastruktur führen, sind aber weder planbar noch abschätzbar. Vorsorgen hierfür wurden keine getroffen.
Aufgrund der breiten Kundenstruktur erwarten wir keine signifikanten Veränderungen in den Forderungsausfällen.
Die Finanzierung des Unternehmens ist durch ausreichende Eigen- und Fremdmittel sichergestellt. Zinsänderungen werden über den seitens der Behörde den EVU’s zugestandenen WACC, welcher sich nach den Marktgegebenheiten richtet, in den Regulierungsperioden abgegolten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
6. Bericht über Forschung und Entwicklung
SMART Metering ist eine neue Technologie im Bereich des Zählerwesens mit hohem Nutzungspotenzial für die Marktteilnehmer und den Verteilnetzbetreiber. Die Feistritzwerke-STEWEAG GmbH arbeitet hier, wie o.a., eng mit den Kooperationspartnern an der Entwicklung und Umsetzung der erforderlichen Systeme zusammen.
Gleisdorf, am 22. Oktober 2025
Mag. Erich Rybar (Geschäftsführer)