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Lagebericht 2025

Brevillier-Urban & Sachs GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

p R PROCOS

STEUERBERATUNG WIRTSCHAFTSPRÜFUNG

Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts zum 31. Dezember 2025 der

Brevillier-Urban & Sachs GmbH & Co KG

Lichtblaustraße 6 1220 Wien

(FN 6343 d)

Inhaltsverzeichnis

1. Prüfungsvertrag und Auftragsdurchführung . 1 2. Aufgliederung und Erläuterung von wesentlichen Posten des Jahresabschlusses . 3 3. Zusammenfassung des Prüfungsergebnisses . 4 3.1. Feststellungen zur Gesetzmäßigkeit von Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht . 4 3.2. Erteilte Auskünfte . 4 3.3. Nachteilige Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und 4 Ertragslage und wesentliche Verluste . 3.4. Stellungnahme zu Tatsachen nach § 273 Abs 2 und Abs 3 UGB (Ausübung der Redepflicht) . 4 5 4. Bestätigungsvermerk .

Beilagenverzeichnis:

Jahresabschluss und Lagebericht

Bilanz zum 31. Dezember 2025 Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2025 Anhang für das Geschäftsjahr 2025 Lagebericht für das Geschäftsjahr 2025

Andere Beilagen

Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe

An die Mitglieder der Geschäftsführung der Brevillier-Urban & Sachs GmbH & Co KG Wien

Wir haben die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2025 der

Brevillier-Urban & Sachs GmbH & Co KG, Wien,

(im Folgenden auch kurz "Gesellschaft" genannt)

abgeschlossen und erstatten über das Ergebnis dieser Prüfung den folgenden Bericht:

1. Prüfungsvertrag und Auftragsdurchführung

Mit Gesellschafterumlaufbeschluss vom 30. Dezember 2025 der Brevillier-Urban&Sachs GmbH & Co KG, Wien, wurden wir zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2025gewählt bzw. bestellt. Die Gesellschaft, vertreten durch die Geschäftsführung, schloss mit unseinen Prüfungsvertrag, den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025 unter Einbeziehungder Buchführung und den Lagebericht gemäß den §§ 269 ff UGB zu prüfen.

Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine mittelgroße KapitalgesellschaftiSd § 221 UGB.

Bei der gegenständlichen Prüfung handelt es sich um eine Pflichtprüfung.

Diese Prüfung erstreckt sich, unter Einbeziehung der Buchführung, darauf, obbei der Erstellung des Jahresabschlusses die gesetzlichen Vorschriften und die ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages beachtet wurden. Der Lagebericht ist daraufzu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss im Einklang steht und ob er nach dengeltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.

Bei unserer Prüfung beachteten wir die in Österreich geltenden gesetzlichenVorschriften und die berufsüblichen Grundsätze ordnungsgemäßer Durchführung von Abschlussprüfungen. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing). Wir weisen darauf hin, dassdasZiel der Abschlussprüfung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist. Eine absolute Sicherheit lässtsich nicht erreichen, weil jedem internen Kontrollsystem die Möglichkeit von Fehlernimmanentist und auf Grund der stichprobengestützten Prüfung ein unvermeidbares Risiko besteht, dass wesentliche falsche Darstellungen im Jahresabschluss unentdeckt bleiben. DiePrüfung erstreckte sich nicht auf Bereiche, die üblicherweise den Gegenstand von Sonderprüfungen bilden.

Wir führten die Prüfung mit Unterbrechungen im Zeitraum Dezember 2025(Vorprüfung) sowie im Zeitraum August bis September 2026 (Hauptprüfung) durch. Die Prüfungwurdemit dem Datum dieses Berichts materiell abgeschlossen.

Für die ordnungsgemäße Durchführung des Auftrages ist Herr Mag. Manuel Wolf, Wirtschaftsprüfer, verantwortlich.

Grundlage für unsere Prüfung ist der mit der Gesellschaft abgeschlossene Prüfungsvertrag, bei dem die von der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen (KSW) herausgegebenen "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe (AAB)" einen integrierten Bestandteil bilden. Diese Auftragsbedingungen gelten nicht nur zwischen der Gesellschaft und dem Abschlussprüfer, sondern auch gegenüber Dritten.

2. Aufgliederung und Erläuterung von wesentlichen Posten des Jahresabschlusses

Alle erforderlichen Aufgliederungen und Erläuterungen von wesentlichen Posten des Jahresabschlusses sind im Anhang des Jahresabschlusses und im Lagebericht enthalten. Wir verweisen daher auf die entsprechenden Angaben der Geschäftsführung im Anhang des Jahresabschlusses und im Lagebericht.

3. Zusammenfassung des Prüfungsergebnisses

3.1. Feststellungen zur Gesetzmäßigkeit von Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht

Bei unseren Prüfungshandlungen stellten wir die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung fest.

Im Rahmen unseres risiko- und kontrollorientierten Prüfungsansatzes haben wir - soweit wir dies für unsere Prüfungsaussage für notwendig erachteten - die internen Kontrollen in Teilbereichen des Rechnungslegungsprozesses in die Prüfung einbezogen.

Hinsichtlich der Gesetzmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts verweisen wir auf unsere Ausführungen im Bestätigungsvermerk.

3.2. Erteilte Auskünfte

Der gesetzliche Vertreter hat die von uns verlangten Aufklärungen und Nachweise erteilt und eine Vollständigkeitserklärung unterfertigt.

3.3. Nachteilige Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und wesentliche Verluste

Im Folgenden wird über nachteilige Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bzw. wesentliche Verluste, die das Jahresergebnis nicht unwesentlich beeinflusst haben, berichtet:

Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresfehlbetrag (vor Auflösung von Rücklagen) von TEUR 3.293. Die Ursachen sind im Wesentlichen die anhaltenden allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie auch die aufgrund der durch die Umsiedelung zum neuen Produktionsstandort erforderlichen Sonderkosten. Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf die Ausführungen der Geschäftsführung im Lagebericht.

3.4. Stellungnahme zu Tatsachen nach § 273 Abs 2 und Abs 3 UGB (Ausübung der Redepflicht)

Bei Wahrnehmung unserer Aufgaben als Abschlussprüfer haben wir keine Tatsachen festgestellt, die den Bestand der geprüften Gesellschaft gefährden oder ihre Entwicklung wesentlich beeinträchtigen können oder die schwerwiegende Verstöße der gesetzlichen Vertreter oder von Arbeitnehmern gegen Gesetz oder Gesellschaftsvertrag erkennen lassen. Wesentliche Schwächen bei der internen Kontrolle des Rechnungslegungsprozesses sind uns nicht zur Kenntnis gelangt. Die Voraussetzungen für die Vermutung eines Reorganisationsbedarfs (§ 22 Abs 1 Z 1 URG) sind nicht gegeben.

BEILAGEN

JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT

Anlage 1

B I L A N Z zum 31. Dezember 2025

A K T I V A :

P A S S I V A :

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
2025202420252024
€€€€
A. AnlagevermögenA. Eigenkapital
1. Immaterielle Vermögensgegenstände119.551,49141.039,261. Komplementärkapital0,000,00
II. SachanlagenI1. Kommanditkapital6.000.000,006.000.000,00
1. technische Anlagen und Maschinen1.257.892,12604.110,72II. Kapitalrücklagen0,00302.157,90
2. andere Anlagen, Betr.- und Geschäftsausstattung222.975,27119.801,62IV. Den Gesellschaften zustehender Gewinn/Verlust-2.990.433,940,00
3. Anlagen in Bau941.600,000,00davon Gewinnvortrag0,000,00
2.422.467,39723.912,34
III. Finanzanlagen3.009.566,066.302,157,90
1. Anteile an verbundenen Unternehmen518.500,00518.500,00
518.500,00B. Rückstellungen 518.500,00
1. Rückstellungen für Abfertigungen616.701,53763.095,35
3.060.518,881.383.451,602. sonstige Rückstellungen .1.430.535,221.099.142,28
2.047.236,751.862.237,63
B. Umlaufvermögen
1. VorräteC. Verbindlichkeiten
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe2.362.264,002.515.917,001. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten5.055.918,895.159.540,25
2. unfertige Erzeugnisse3.562.493,003.465.543,00davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr:5.055.918,895.159.540,25
3. fertige Erzeugnisse und Waren5.560.116,005.916.024,00
4. geleistete Anzahlungen280.771,25712.987,532. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen856.695,07611.023,66
11.765.644,2512.610.471,53davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr:856.695,07611.023,66
II. Forderungen und sonst, Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen2.273.399,483.652.604,463. Verbindlichkeiten geg. verbundenen Unternehmen4.794.436,162.576.688,26
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen456.899,90435.421,54davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr:4.794.436,162.576.688,26
3. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände259.044,03239.743,93
2.989.343,414.327.769,934. sonstige Verbindlichkeiten2.089.048,041.905.476,89
IIl. Kassenbestand, Schecks,davon aus Steuem:83.904,7583.904,75
Guthaben bei Kreditinstituten37.394,4395.431,53davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr:155.830,98 2.089.048,04155.830,98 1.905.476,89
14.792.382,0917.033.672,99
12.796.098,1610.252.729,06
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr:12.796.098,1610.252.729,06
17.852.900,9718.417.124,5917.852.900,9718.417.124,59

Wien, am 29. September 2026

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
2 0 2 52 0 2 4
€€
1. Umsatzerlöse20.291.148,5820.948.993,84
2. Veränderungen des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen113.889,00-139.551,00
3. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen79,900,00
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen0,000,00
c) übrige63.760,02578.855,00
4. Aufwendungen für Material und sonst. bezogene Herstellungsleistungen63.839,92578.855,00
a) Materialaufwand-8.791.327,10-9.278.456,88
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen-544.364,99-497.573,56
-9.335.692,09-9.776.030,44
5. Personalaufwand
a) Löhne-3.081.672,78-2.805.798,89
b) Gehälter-3.233.255,95-2.993.160,21
c) Aufwendungen für Abfertigungen und Beiträge
an Mitarbeitervorsorgekassen-335.031,57-197.216,21
d) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge-1.649.311,09-1.525.375,74
e) sonstige Sozialaufwendungen-56.177,60-60.203,68
6. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des-8.355.448,99-7.581.754,73
Anlagevermögens und Sachanlagen 7. sonstige betriebliche Aufwendungen-292.828,21-229.441,52
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen-14.638,86-13.098,14
b) übrige-5.405.670,70-4.465.353,34
-5.420.309,56 -4.478.451,48
8. Zwischensumme aus Z 1 bis 7-2.935.401,35-677.380,33
9. Erträge aus Beteiligungen an verbundenen Untemehmen0,000,00
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, davon aus verbundenen
Unternehmen € 0,- (Vorjahr: € 0,-)0.440,67
11. Abschreibung von Finanzanlagen0,000,00
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, davon betreffend verbundene
Unternehmen € 363.479,- (Vorjahr: T€ 284,8)-357.190,93-468.669,24
13. Zwischensumme aus Z 9 bis 12-357.190,49-468.668,57
14. Ergebnis vor Steuern-3.292.591,84-1.146.048,90
15. Jahresüberschuss/-fehlbetrag-3.292.591,84-1.146,048,90
16. Auflösung von Kapitalrücklagen302.157,901.146.048,90
17, Jahresgewinn/-verlust-2.990.433,940,00

Wien, am 29. September 20

Lagebericht

Management Summary

Die Brevillier Urban & Sachs GmbH & Co KG hat mit der Verlagerung der Jolly-Produktion von Graz nach Hornstein 2025 einen notwendigen, kostenintensiven, aber strategisch wichtigen Schritt gesetzt. Die damit verbundenen Aufwendungen waren in hohem Maße eine Investition in eine modernere, effizientere, agilere und kostengünstigere Produktion.

Darüber hinaus eröffnet der neue Standort mit der geplanten Markenerlebniswelt „Jolly World of Colors“ die Chance auf eine unmittelbare Wahrnehmung der Kernmarke Jolly - und ist damit auch eine Investition in den Markenwert. Der ausgewiesene Jahresfehlbetrag von € 3,3 Mio. enthält € 1,5 Mio. außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit dieser Standortverlagerung.

1. Grundlagen des Unternehmens

Die Brevillier Urban & Sachs GmbH & Co KG entwickelt, produziert und vertreibt hochwertige Markenprodukte in den Segmenten Schulbedarf, Bürobedarf und Künstlerbedarf. Die Kernmarken Jolly (Schulbedarf), Cretacolor (Künstlermaterialien), SAX (Bürobedarf), ÖKI (Papierprodukte) und Aero (Schulprodukte mit Fokus auf Slowenien, Balkan und weitere Exportmärkte) stehen für Premiumqualität „Made in Austria“ und eine langjährige Marktposition in Österreich und den relevanten Auslandsmärkten.

Die Gesellschaft ist Teil einer international tätigen Industriegruppe und verfügt dadurch über einen soliden finanziellen Rückhalt sowie Zugang zu internationalem Know-how, was insbesondere in Phasen strategischer Umbrüche - wie der im Berichtsjahr abgeschlossenen Standortverlagerung - von wesentlicher Bedeutung ist.

Produktionsstätten bestanden zu Jahresbeginn 2025 in Hirm und Graz; im Laufe des Jahres kam der neu erworbene und adaptierte Standort Hornstein hinzu, während der Standort Graz mit Jahresende 2025 weitestgehend stillgelegt wurde. Die Gesellschaft hält zudem Tochtergesellschaften in Deutschland, Ungarn und Slowenien.

2. Wirtschaftliches Umfeld und Geschäftsverlauf 2025

2.1 Marktumfeld

Der stationäre Facheinzelhandel befindet sich, auch im Kernmarkt Österreich, seit Jahren in einem strukturellen Wandel, der sich 2025 fortgesetzt hat. Die Zahl eigenständiger Fachhändler nimmt weiter ab, und die Konzentration auf die bereits vorhandenen, filialisierten Marktteilnehmer (Handelsketten) setzt sich fort, wobei sich innerhalb dieser filialisierten Handelspartner zusätzlich Verschiebungen ergeben. Diesem Trend steht ein deutliches Wachstum der Online-Vertriebskanäle gegenüber. Das Unternehmen konnte im Berichtsjahr die Umsätze über Online-Plattformen (u.a. Amazon) sowie über den eigenen Webshop weiter deutlich steigern. Diese Kanäle bilden die Basis, um künftig auch bislang wenig bearbeitete Märkte innerhalb und außerhalb der EU zu erschließen

2.2 Geschäftsverlauf

Das operative Geschäft verlief im Berichtsjahr im Wesentlichen planmäßig, das Jahresergebnis wurde jedoch maßgeblich durch die strategische Entscheidung zur Verlagerung der Produktion von Graz nach Hornstein, sowie die Aufnahme des neuen Standortbetriebs geprägt.

3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ergebnisübersicht und Zusammensetzung der außerordentlichen Aufwendungen

Das Jahresergebnis 2025 weist einen Jahresfehlbetrag von rd. € 3,3 Mio. aus. Ein wesentlicher Teil davon, rd. € 1,5 Mio., entfällt auf außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit der Verlagerung des Produktionsstandortes Graz.

Die außerordentlichen Aufwendungen von rd. € 1,5 Mio. resultieren im Wesentlichen aus zwei Kostenblöcken:

1. Personalkosten im Zusammenhang mit der Beendigung der Dienstverhältnisse am Standort Graz. Dazu zählen Abfertigungszahlungen (teils noch nach dem System „Abfertigung alt“ für langjährige Mitarbeiter) sowie ein Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter. Da in Hornstein bereits im 2. Halbjahr 2025 neues Personal aufgenommen und eingeschult werden musste, während in Graz noch Dienstverhältnisse liefen, kam es zusätzlich zu einer vorübergehenden Doppelbesetzung mit entsprechend erhöhtem Personalaufwand. Diese Kosten sind Ausdruck eines geordneten, sozial verantwortungsvollen Übergangs. Allen Mitarbeitern in Graz wurde die Möglichkeit eines Wechsels nach Hornstein angeboten, ein tägliches Pendeln war für die Mehrzahl aufgrund der Entfernung jedoch keine Option.

2. Kosten der Übersiedlung von Maschinen und Betriebsmitteln von Graz nach Hornstein (Spezialtransporte) sowie damit verbundene Instandhaltungs- und Anpassungsarbeiten am neuen Standort.

4. Standortverlagerung von Graz nach Hornstein - eine Investition in die Zukunft

4.1 Ausgangslage und Bewegründe

Der langjährige Standort Graz hätte für eine moderne, wettbewerbsfähige Produktion umfangreicher baulicher Investitionen bedurft, die nur im Rahmen eines Abrisses und Neubaus umsetzbar gewesen wären. Da der Standort mittlerweile von Wohngebiet umgeben ist, hätten verschärfte Emissionsauflagen einen Neubau kaum genehmigungsfähig gemacht; zudem war die Grundfläche begrenzt und hätten ein moderne und auf das Erdgeschoß beschränkte Produktion ausgeschlossen. Die Geschäftsführung hat sich daher in Abstimmung mit den Eigentümern entschieden, den Standort Graz aufzugeben, die im Eigentum der Unternehmensgruppe stehende Liegenschaft in Graz zu veräußern, und die Produktion an einen zukunftsfähigen neuen Standort zu verlagern.

4.2 Der neue Standort Hornstein

Der neue Standort in Hornstein (Burgenland) wurde Ende 2024 vom Armaturenhersteller Kludi erworben, anschließend an die Anforderungen von Brevillier Urban & Sachs angepasst und 2026 schrittweise in Betrieb genommen. Hornstein liegt nur rund 10 Autominuten vom Stammwerk Hirm entfernt, wodurch sich gegenüber der bisherigen räumlichen Trennung zwischen Hirm und Graz deutliche Effizienzvorteile in der Produktionsabstimmung ergeben. Zuschnitt und Größe des neuen Standorts ermöglichen zudem eine durchgängig ebenerdige und damit effiziente Produktion, wie sie in Graz baulich nicht mehr darstellbar war. Der Standort Hornstein arbeitet in Symbiose mit dem Stammwerk in Hirm: während in Hirm der Fokus auf der Produktion von Minen liegt, werden in Hornstein aus den Minen Stifte gefertigt.

4.3 Doppelcharakter der Aufwendungen: Umzugskosten und Zukunftsinvestition

Die im Berichtsjahr angefallenen außerordentlichen Aufwendungen für Personal, Transport und Instandhaltung stehen ergänzend neben aktivierungspflichtigen Investitionen. Im Zuge der Standortverlagerung wurde zugleich ein Teil des Maschinenparks erneuert, insbesondere durch eine neue, zentrale Holzlinie. Beide Blöcke sind darauf ausgerichtet, eine kosteneffiziente und flexible Produktion bestehender wie auch neuer und innovativer Produkte am Standort Hornstein zu ermöglichen.

Darüber hinaus eröffnet die Nähe des Standorts Hornstein zum Großraum Wien die Möglichkeit, dort ein Besucherzentrum unter dem Namen „Jolly World of Colors“ zu errichten - mit Werksführungen, interaktiven Erlebnisstationen und Einkaufsmöglichkeiten. Dieses Projekt wird zu einem wesentlichen Faktor für die Wahrnehmung und Stärkung der Kernmarke Jolly und stellt eine bedeutende Investition in die Zukunft des Produktionsstandortes Österreich dar. Die „Jolly World of Colors“ soll insbesondere Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte ansprechen und damit das Vertrauen in die österreichische Marke Jolly bei den Nutzerinnen und Nutzern unmittelbar stärken.

5. Finanzielle Leistungsindikatoren

5.1. Erfolgswirtschaftliche Kennzahlen

Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern entspricht dem um den Zinsaufwand korrigierten Ergebnis vor Steuern.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
20252024Veränd.
Ergebnis vor Steuern + Zinsen und ähnliche Aufwendungen3.293 357-1.146 469
= Ergebnis vor Zinsen und Steuern2.936-677-2.259

Eigenkapitalrentabilität (Return on equity)

Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Steuern zum Eigenkapital zu Beginn des Geschäftsjahres.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
20252024Veränd.
Ergebnis vor Steuern -3.293
-52% Eigenkapital 6.302-77%25%

Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment)

Die Gesamtkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des EBIT’s zum Gesamtkapital zu Beginn des Geschäftsjahres.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
20252024Veränd.
Ergebnis vor Zinsen und Steuern -2.935
-16% Gesamtkapital 18.417-4%-12%

5.2. Finanzwirtschaftliche Kennzahlen

Nettoverschuldung (Net Debt)

Die Nettoverschuldung ergibt sich als Saldo des verzinslichen Fremdkapitals und der flüssigen Mittel. Das verzinsliche Fremdkapital umfasst die Posten Rückstellungen für Pensionszusagen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder sowie die Bankverbindlichkeiten und sonstige Darlehen. Die flüssigen Mittel bestehen aus dem Bilanzposten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten".

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
20252024Veränd.
Verzinsliches Fremdkapital7.9938.220
- flüssige Mittel37 -95
= Nettoverschuldung7.9568.125 -169

Nettoumlaufvermögen (working capital)

Das Nettoumlaufvermögen ergibt sich als Differenz des kurzfristigen Umlaufvermögens (Restlaufzeit bis zu einem Jahr) und des kurzfristigen Fremdkapitals.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 14
20252024Veränd.
Umlaufvermögen14.75517.034
- langfristiges Umlaufvermögen
= kurzfristiges Umlaufvermögen14.75517.034
- kurzfristiges Fremdkapital13.971 -11.055
= Nettoumlaufvermögen7845.979 -5.195

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote stellt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital dar.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 14
20252024Veränd.
3.010 Eigenkapital
17% Gesamtkapital 17.85334%-17%

Nettoverschuldungsgrad (Gearing)

Der Nettoverschuldungsgrad entspricht dem Verhältnis des Nettoverschuldung zum Eigenkapital.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 14
20252024Veränd.
Nettoverschuldung 7.956
264% Eigenkapital 3.010129%135%

5.3. Cash Flow Kennzahlen

Darstellung ausgewählter Teilergebnisse der Geldflussrechnung, ermittelt gemäß KFS/BW2, Fonds Finanzmittelbestand (Bilanzposten „Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten“).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 14
20252024Veränd.
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit212 -9981.210
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit1.970 -104 -1.866
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit1.7001.133567
Zahlungswirksame Veränderung d. Finanzmittelbestands5831 -89

6. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

6.1. Risikobericht

Durch monatlich erstellte detaillierte Gewinn- und Verlustrechnungen und Vorjahresvergleiche werden laufende Analysen durchgeführt. Einer negativen Abweichung von Planwerten wird durch geeignete Maßnahmen entgegengewirkt.

Die Entwicklung der Lagerstände wird laufend analysiert um deren Höhe zu optimieren.

Auch die Kundenforderungen unterliegen einer laufenden Kontrolle (Mahnwesen). Darüber hinaus existiert eine Warenkreditversicherung.

Für eventuelle Reklamationen betreffend unserer Produkte ist mit einer Rückstellung für Mängelrüge vorgesorgt. Andere Risken sind durch Feuer-, Betriebsunterbrechungs- und Haftpflichtversicherungen abgedeckt.

6.2. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft betreibt derzeit keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf wissenschaftlicher Grundlage.

6.3. Umwelt und Arbeitnehmerbelange

Aus heutiger Sicht gibt es keine Umweltrisiken. Alle erforderlichen Umweltstandards werden eingehalten.

Die Mitarbeiteranzahl hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr um sechs Personen erhöht, der durchschn Beschäftigungsstand betrug 123 Mitarbeiter, davon 78 Arbeiter und 45 Angestellte.

6.4. Ausblick auf das Jahr 2026

Mit Abschluss der Standortverlagerung und der schrittweisen vollständigen Inbetriebnahme des Standortes Hornstein im Jahr 2026 rechnet die Geschäftsführung trotz zum Teil auch im Jahr 2026 noch gegebener außergewöhnlicher Belastungen mit einer Verbesserung der operativen Kostenstruktur. Die getätigten Investitionen in Maschinenpark, Standortstruktur und Markenerlebniswelt bilden die Grundlage für eine gestärkte Wettbewerbsposition der Marke Jolly. Im operativen Bereich ist die Gesellschaft von der anhaltenden Veränderung der Handelslandschaft im Kernmarkt Österreich betroffen: Bei einzelnen filialisierten Handelspartnern zeichnen sich Konsolidierungen des Filialnetzes ab. Gleichzeitig nehmen die Bezugsmöglichkeiten von Schulwaren über das Internet weiter zu, was einerseits Risiken - insbesondere durch preisgünstige asiatische Anbieter und Plattformen - mit sich bringt, andererseits aber auch Chancen eröffnet: eine geringere Abhängigkeit vom stationären Handel durch die direkte Ansprache eines breiteren Publikums in Österreich und international.

Die Geschäftsführung geht daher weiterhin von einer positiven Entwicklung des Online-Geschäfts aus, das für besser skalierbare Umsätze sorgen und die Vertriebswege der Gesellschaft als Herstellerin zusätzlich diversifizieren wird.

Gewisse Unwägbarkeiten resultieren aus geopolitischen Verwerfungen wie dem Konflikt um den Iran und dessen Folgen, insbesondere möglichen Auswirkungen auf Energiepreise und damit auf Teile der Fertigungskosten und des Wareneinsatzes sowie auf das allgemeine Kaufverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten.

Im operativen Bereich erwartet die Geschäftsführung zudem, die Kostenstruktur durch fortschreitende Automatisierung weiter verbessern zu können, was sich positiv auf die Ertragslage auswirken sollte.

Wien, am 29. September 2026

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 15
la
Hans Wolfgang HromatkaAleAnder Juromatka

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