Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1 Tätigkeit der Gesellschaft und Geschäftsmodell
Die FUCHS AUSTRIA Schmierstoffe GmbH ist ein Teil der international tätigen FUCHS- Gruppe. Unser Unternehmen ist eine Handelsgesellschaft und vertreibt hochwertige Spezialschmierstoffe sowie Korrosionsschutzprodukte direkt an industrielle, gewerbliche und kommunale Verbraucher. FUCHS bietet seinen Kunden ein Vollsortiment von mehr als 10.000 Schmierstoffen und verwandten Spezialitäten für hunderte von Anwendungsgebieten in den Kernkategorien Automotive, Industrie, Metallbearbeitung, Spezialanwendungen, Schmierfette und Services. FUCHS-Schmierstoffe erfüllen höchste Qualitätsanforderungen und stehen für Leistung und Nachhaltigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit, Effizienz und Kostenersparnis.
Dicht am Markt und an seinen Kunden kann das Unternehmen schnell und flexibel auf die Anforderungen in den verschiedensten Anwendungsgebieten reagieren. Die Produktgruppen lassen sich unterteilen in den Bereich Automotive – vor allem mit Ölen und Fetten – sowie den Bereich Industrieschmierstoffe – insbesondere Öle, Metallbearbeitungsflüssigkeiten und Schmierstoffe für Spezialanwendungen. Vervollständigt wird das Produktprogramm durch ein umfassendes Angebot technischer und prozessbezogener Serviceleistungen.
Die Unternehmensstrategie von FUCHS verfolgt das Ziel einer stetigen Steigerung des Unternehmenswertes, wobei die Schaffung von Werten für unsere Kunden, Mitarbeiter und Gesellschafter im Fokus steht. Die Sicherung und Erweiterung der Marktposition in den reifen Märkten und der nachhaltige Ausbau der Marktstellung in den Wachstumsmärkten bilden hierfür die Grundlage. Insbesondere die segmentorientierte Marktbearbeitung wird einen entscheidenden Beitrag zum zukünftigen Wachstum von FUCHS leisten. Als Kernelement der Strategie erwarten wir eine tiefere Kundendurchdringung und Erfolge im Neukundengeschäft. Die Voraussetzungen dafür werden durch die Aktivitäten zur Sicherung der Technologieführerschaft von FUCHS geschaffen.
1.2 Wirtschaftliches Umfeld und Branchenentwicklung1
Nach zwei Rezessionsjahren 2023 und 2024 und einer leichten wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2025 steht Österreichs Wirtschaft immer noch vor einer Reihe von Herausforderungen. Aufgrund der anhaltend hohen Energiepreise und der hohen Lohnstückkosten hat die Entwicklung seit 2024 vor allem in der Industrie, der Bauwirtschaft und dem Handel deutlich an Dynamik verloren. Im Jahr 2025 wuchs die Wirtschaftsleistung um lediglich 0,5 %. Mit einer Inflationsrate von 3,6 % lag die Inflation im Jahr 205 deutlich über dem EU-Schnitt von 2,5 % und über dem Vorjahreswert (3,0 % in 2024). Vor allem in der Industrie löste die Rezession einen Beschäftigungsabbau aus, Infolge der langen Rezession gingen rund 15.000 Jobs in der Industrie verloren. Gesamtwirtschaftlich wurde die Beschäftigung hingegen ausgeweitet. Im öffentlichen Bereich expandierte die Beschäftigung kräftig. Die Arbeitslosenrate lag 2025 bei 7,0 %.
1Quellen: Statistik Austria / WIFO / WKO: https://www.wko.at/oe/news/konjunkturprognose-wifo-ihs-4-2025.pdf,
https://www.wifo.ac.at/news/konjunkturprognosen-fuer-2025-bis-2029/,
https://www.statistik.at/fileadmin/announcement/2026/01/20260119VPIJahr2025.pdf
Die Wirtschaftsentwicklung dürfte im Jahr 2026 weiter an Fahrt gewinnen, das WIFO erwartet ein BIP-Wachstum von 1,2 %. Die Konjunktur hellt sich langsam wieder auf. Günstigere Kreditfinanzierungsbedingungen, ein Rückgang der Sparquote und eine Belebung der Industrie sollen zu einem BIP-Wachstum von rund einem Prozent im Jahr 2026 beitragen. Die erwartete Exportbelebung sowie die Industrieentwicklung bleiben jedoch anfällig für Rückschläge. Die Inflation wird sich 2026 bei 2,6 % einpendeln, was weiterhin über dem EZB- Ziel von 2,0 % liegt. Der Arbeitsmarkt wird sich trotz konjunktureller Erholung nicht signifikant verbessern, laut WIFO wird die Arbeitslosenquote etwa auf dem Niveau von 2025 bleiben (7,3% ). Mit 1,4 % wird im Jahr 2027 ein ähnliches BIP-Wachstum wie im kommenden Jahr erwartet. Das außenwirtschaftliche Umfeld ist durch geo- und handelspolitische Risiken geprägt (Zölle, Konflikte). Die im europäischen Vergleich hohe Inflation könnte den Konsum trüben. Ob fiskal- und wirtschaftspolitische Herausforderungen gelöst werden können, um Strukturdefizite zu minimieren, bleibt abzuwarten.
Die gesamte Schmierstoffbranche hatte 2025 mit Nachfragerückgängen und den gesamtwirtschaftlichen sowie geopolitischen Rahmenbedingungen zu kämpfen. In den für den Schmierstoffhandel sehr bedeutenden Branchen Bauwirtschaft, Stahlindustrie und Maschinenbau waren die Auswirkungen des wirtschaftliche Abschwungs 2023/2024 bis in das Jahr 2025 hinein deutlich zu spüren. Das anfangs hohe Zinsniveau und die Inflation haben Baukosten massiv verteuert, sodass Investitionen ausblieben. Vor allem der Industrie steht ein weiteres schwer vorhersagbares Jahr bevor, in der Bauwirtschaft gibt es einen vorsichtigen Optimismus: Für das Jahr 2026 wird mit einer leichten Besserung der Auftragslage gerechnet. Der Automotive-Sektor wird 2026 auf ähnlichem Niveau wie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2025 bleiben.
Gesamt gesehen wächst der Schmierstoffmarkt moderat, angetrieben durch steigende Anforderungen an die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Wichtige Trends werden uns in den nächsten Jahren begleiten:
- - - - Nachhaltige Produkte: Es gibt einen zunehmenden Fokus auf biobasierte und umweltfreundliche Schmierstoffe, da Unternehmen versuchen, ihre CO2-Bilanz zu reduzieren und gesetzliche Vorgaben einzuhalten. E-Mobility: Im Zuge der globalen Bemühungen um einen nachhaltigeren Lebensstil gewinnt die emissionsfreie Mobilität immer mehr an Bedeutung. Der Wandel und Trend zum Elektromotor bringt zusätzliche Anforderungen an Schmierstoffe mit sich und läutet die Nachfrage nach neuartigen Produkten ein (z.B. Thermofluide und Electric Driveline Fluids). Technologische Innovation: Fortschritte in der Chemie und bei Materialien führen zu leistungsstärkeren Schmierstoffen, die längere Lebensdauer und bessere Leistung bieten. Digitalisierung und Industrie 4.0: Die Integration von IoT-Technologien (Internet of Things) ermöglicht eine genauere Überwachung und Analyse des Schmierstoffverbrauchs, was Effizienzsteigerungen in der Industrie zur Folge hat.
1.3 Geschäftsverlauf und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von FUCHS AUSTRIA kann als stabil bezeichnet werden.
Im Jahr 2025 wurden 6.386 (Vorjahr 6.648) Tonnen Schmierstoffe abgesetzt und ein Umsatz von TEUR 27.716 (Vorjahr TEUR 29.695) erwirtschaftet, was hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen Erfolg darstellt. Das bedeutet einen Absatzrückgang von 3,9 %
und einen relativen Umsatzrückgang von 6,5 %. Die durchschnittliche Ertragskraft lag etwas über dem Vorjahrsniveau, was auf grundsätzlich stabile Preise und eine günstigere Beschaffungssituation zurückzuführen ist. Die Wareneinsatzkosten konnten relativ um 7,3 % gesenkt werden. Der Umfang der Investitionen war gegenüber 2024 deutlich geringer, da im Vorjahr in Büroräumlichkeiten und den Fuhrpark investiert wurde. Die Abschreibungen sind auf Vorjahresniveau.
Der Rückgang des Personalaufwandes ist vor allem auf die Veränderung von Personalrückstellungen zurückzuführen. Sowohl die FTEs zum Stichtag (Mutterschutz/ Karenz/Lehrlinge haben hier einen Wert von 0), als auch die Mitarbeiteranzahl (Heads) liegen über jenen von Vorjahr.
Die Verringerung der Bilanzsumme resultiert aus dem geringeren Bestand an Vorräten und den niedrigeren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, auf der Passivseite ist der Rückgang in den Verbindlichkeiten wiederzufinden. Das Eigenkapital ist um TEUR 450 gesunken, daraus resultiert eine Eigenkapitalquote von 51,3%.
| Kennzahl | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Absatzmenge in Tonnen | 6.386 | 6.266 |
| Umsatzerlöse | 27.719.515,24 | 29.695.396,42 |
| Personalaufwand | 4.220.032,44 | 4.245.161,54 |
| Abschreibung | 187.407,76 | 187.388,47 |
| EBIT | 2.383.672,69 | 3.041.706,60 |
| Cash Flow | 2.024.264,00 | 2.579.217,00 |
| Eigenkapitalquote | 51,3% | 50,9% |
| Investitionen | 185.084,08 | 322.697,50 |
2. Personal und Sozialwesen
Zum 31.12.2025 waren 43 Beschäftigte bei FUCHS AUSTRIA angestellt, darunter 2 Lehrlinge und 2 inaktive Mitarbeiter*innen.
| Soziale Kennzahlen | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Mitarbeiterzahl in FTEs per 31.12. | 37,4 | 35,6 |
| Zahl der Mitarbeiter in Teilzeitbeschäftigung | 9 | 8 |
| Anteil von Frauen in Top-Managementpositionen in % | 50,0 | 50,0 |
| Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter in Jahren | 8,0 | 7,7 |
| Durchschnittliche krankheitsbedingte Fehltage pro Mitarbeiter in Tagen | 7,2 | 9,2 |
| Zahl der Weiterbildungsstunden in Summe | 1.210 | 655 |
| Durchschnittliche Weiterbildung pro Mitarbeiter in Stunden | 28,0 | 15,5 |
| Durchschnittliche Zahl der Homeofficetage pro Mitarbeiter | 23,1 | 19,2 |
Vor dem Hintergrund eines nachhaltigen Personalmanagements haben wir Initiativen zur Weiterbildung, der Gesundheitsförderung sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesetzt. Wir verfolgen konsequent das Ziel, die geschäftlichen Interessen von FUCHS mit den privaten und familiären Bedürfnissen unserer Mitarbeiter*innen in Einklang zu bringen. Entsprechend hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei FUCHS einen hohen Stellenwert. Ein wichtiger Baustein sind dabei flexible Arbeitszeitmodelle. Neben klassischen Gleitzeitmodellen werden Teilzeit-Varianten angeboten und es besteht die Möglichkeit der Nutzung des Homeoffice. Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) wurde bereits in Vorjahren das Projekt „G´sund heit – G´sund morgen“ initiiert, wodurch Belastungen des beruflichen Alltags identifiziert und minimiert sowie Wünsche der Mitarbeiter*innen berücksichtigt werden sollen. Es wurde eine Vielzahl an Maßnahmen zur Förderung der
körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit umgesetzt. Den BGF-Gütesiegel erhielten wird im Februar 2024 und wir arbeiten intensiv an der Wiederverleihung im Jahr 2026. Im Jahr 2024 wurde die Evaluierung der psychischen Belastungen durchgeführt. Auch dies führte bereits zu ersten Anpassungen um die Arbeitsbedingungen- und Verhältnisse zu verbessern.
Der Führungsprozess selbst verändert sich durch neue Arbeitsformen, generationsübergreifende Teams und neue technologische Möglichkeiten. Die Verbesserung der Kommunikation über alle Hierarchien hinweg ist eine wichtige Voraussetzung, um die Prozesse erfolgreich und effizient zu gestalten. Explizit formulierte Leadership Principles wurden entwickelt, um die Werte unseres Leitbilds zu ergänzen und die tägliche Umsetzung zu unterstützen. Nur mit einem einheitlichen Werte- und Führungsverständnis funktioniert der Know-How-Austausch und die effektive Kollaboration aller Abteilungen über sämtliche Hierarchiestufen hinweg.
Wir bei FUCHS arbeiten mit IT-basierten Tools für Recruiting-Prozesse, Nachfolgeplanung, Zielformulierungen und Mitarbeitergespräche, welche die Führungskräfte bei der Planung und Entwicklung ihrer Teams unterstützen sollen. Als umfangreicher Bestandteil der Weiterbildungsinitiative stehen über die HR-Plattform E-Learnings zu unterschiedlichsten Themenbereichen für Mitarbeitende und Führungskräfte zur Verfügung. 2026 wird eine Initiative zur Personalentwicklung im Führungskräftebereich starten.
Die Gewinnung von qualifizierten Arbeitskräften ist aufgrund des erhöhten Wettbewerbs und des Bedarfs an Fachkräften als auch der Demografie (Pensionierungswelle der Babyboomer) eine Herausforderung. Um FUCHS als Arbeitgebermarke zu etablieren, nutzen wir diverse Employer-Branding-Channels, wie z.B. regionale Jobbörsen sowie Medien und soziale Medien.
3. Umweltbelange
Ein nachhaltiges Wirtschaften, welches auch den schonenden Umgang mit der Umwelt und ihren natürlichen Ressourcen mit dem Ziel umfasst, die Lebensqualität nachfolgender Generationen zu gewährleisten, hat für FUCHS hohe Priorität. Wir achten insbesondere auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie, Wasser und Rohstoffen. FUCHS Austria ist daher stets bemüht Einsparungen in den Bereichen Abfallaufkommen, Wasserverbrauch und Energie zu bewirken.
Das FUCHS-Nachhaltigkeitsmanagement umfasst die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet für uns, den ökologischen „Fußabdruck“ des Unternehmens zu messen und wo immer möglich zu verbessern. Ökologische Nachhaltigkeit ist für uns aber auch der ökologische „FUCHS- Abdruck“. In diesem Bereich wollen wir die positiven Effekte, die unsere Kunden während der Nutzungsphase unserer Schmierstoffprodukte durch Verminderung von Reibung, Verschleiß und Korrosion erzielen können, quantifizieren und wo immer möglich erhöhen.
Die FUCHS-Produktionsstandorte liegen in ausgewiesenen Industrie- und Gewerbegebieten und werden gemäß den konzernweiten Sicherheits- und Umweltvorgaben geplant und geführt, damit möglichst wenige Stoffe, die die Biodiversität beeinträchtigen können, in die Umwelt gelangen.
FUCHS hat sich bis 2025 das Ziel gesetzt von Cradle-to-Gate CO2-neutral zu werden. Durch ein Screening aller Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (auch vor- und nachgelagerte Stufen) können Ausstoßwerte ermittelt werden. Darauf aufbauend heißt das
Ziel „Net Zero“, also alle Emissionen zu neutralisieren. FUCHS Austria wurde 2021 erstmals als CO2-neutral eingestuft und als klimaneutrales Unternehmen zertifiziert.
Kundenseitig wird die Nachfrage nach umweltverträglichen und gesundheitlich unbedenklichen Schmierstoffen stetig größer. Aufgrund des breiten Sortiments von FUCHS, können wir diesen Anforderungen gerecht werden und nachhaltige Produkte anbieten.
4. Forschung und Entwicklung
Die Bereiche Forschung und Entwicklung sind outgesourct und werden in Headquarters der Gesellschaft abgedeckt.
Technologisch fortschrittliche, prozessorientierte und ganzheitliche Schmierstofflösungen sind zentrale Erfolgsfaktoren von FUCHS, deshalb sind etwa 10 % der Konzern-Mitarbeitenden im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt und arbeiten an optimalen Lösungen für unsere Kunden. Ziel ist es, unsere Technologieführerschaft in strategisch wichtigen Geschäftsfeldern weiter auszubauen sowie frühzeitig bei stattfindenden Marktveränderungen eine führende Rolle im Schmierstoffbereich einzunehmen – beispielsweise in den Bereichen Digitalisierung oder Future Mobility. Dabei spielen Wirksamkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit der Schmierstoffe entlang der Prozess- und Wertschöpfungskette eine große Rolle.
5. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung, Chancen und Risiken des Unternehmens
5.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Das WIFO prognostiziert für 2026 eine moderate Erholung des BIP-Wachstums (+1,2 %). Durch die momentanen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist zu erwarten, dass sich die Stimmung im Laufe der Zeit verbessert und die Konjunktur stabil bleibt. Die Situation auf den Rohstoffmärkten hat sich bereits im Vorjahr deutlich entspannt und die geldpolitischen Rahmenbedingungen sollten die Inflation 2026 noch weiter bremsen.
Für den Schmierstoffmarkt erwarten wir herausfordernde Rahmenbedingungen, aber dennoch eine positive Umsatzentwicklung. Durch neue Technologien und breite Anwendungsbereiche in der Industrie rechnen wir mit einem Anstieg der Absatzmengen. In der Bauwirtschaft erwarten wir einen positiven Trend, der Automotive-Sektor wird sich für FUCHS Austria aufgrund eines auslaufenden internationalen Tenders erstmalig rückläufig entwickeln. Gesamt gesehen ist im Jahr 2026 ein leichtes Wachstum zu erwarten, welches Zuwachsraten bei Absatzmenge und Umsatz bringen wird.
FUCHS ist regional breit aufgestellt, bedient viele Branchen sowie Spezialanwendungen und ist damit umfassend diversifiziert. Das Portfolio enthält eine große Anzahl von Produkten, die hohe Ansprüche an die Technologie stellen und mit hohem Serviceaufwand verbunden sind. Aufgrund der Anforderung, Kosten zu reduzieren oder technische Probleme zu lösen, werden bestehende Produkte verbessert oder neue Produkte entwickelt. Durch die Belieferung von Klein- bis Großbetrieben in unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern können Nachfrageschwankungen zwischen den einzelnen Sparten ausgeglichen werden, mit erwähnenswerten Umsatzeinbrüchen ist mittelfristig nicht zu rechnen. Somit ist gewährleistet auch zukünftig am Markt bestehen zu können.
5.2 Chancen, Risiken und Ungewissheiten
FUCHS Austria ist im Chancen- und Risikomanagement der FUCHS-Gruppe integriert, betrachtet und bewertet im Rahmen des bestehenden Risikomanagementsystems die mit seiner Geschäftstätigkeit und seinen Geschäftsbeziehungen verbundenen wesentlichen Chancen sowie Risiken.
Als gesamtwirtschaftliche Chancen können wir aufgrund unseres Geschäftsmodells und der breiten Produktpalette einer dynamischen Entwicklung in den Märkten gerecht werden und neue Kunden als auch neue Aufträge generieren. Die räumliche und organisatorische Aufstellung unseres Netzwerks von Vertriebsmitarbeitenden, Anwendungstechniker*innen und Handelspartnern ist auf die marktspezifischen Anforderungen unserer Kunden abgestimmt. Zu den unternehmensstrategischen Chancen zählen u.a. die Fokussierung auf Innovationsstärke, die Technologieführerschaft in wichtigen Geschäftsfeldern, ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein und unsere qualifizierten Mitarbeitenden. Diese Stärken ergänzt mit unserem bewährten Geschäftsmodell und der Identifikation zukünftiger Anforderungen, fördern den weiteren Ausbau der Marktstellung.
Wie jedes Unternehmen ist auch FUCHS Risiken ausgesetzt, die sich aus einer unbekannten zukünftigen Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage ergeben und auch im Rahmen eines umfassenden Risikoreportings nicht vollumfänglich abgedeckt werden können.
Die Diversifikation in unterschiedlichen Branchen sorgt für einen Ausgleich von Konjunkturund Branchenzyklen und trägt zur Risikominimierung bei. Die Abhängigkeit unserer Großkunden von konjunkturellen Rahmenbedingungen in ihren internationalen Absatzregionen kann die Umsatz- und Ertragslage von FUCHS beeinträchtigen. Geopolitische und wirtschaftliche Krisen können somit indirekte Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf haben. Weitere mögliche Risiken, wie der Ausfall von IT-Systemen, Warenverfügbarkeit, Liquiditätsrisiken durch Zahlungsausfälle und das Bonitätsrisiko werden im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements stets evaluiert und beobachtet.
Da wir weder in der Ukraine und Russland, noch im Nahen Osten Geschäftsbeziehungen pflegen, sind wir vom geopolitischen Ungleichgewicht und damit verbundenen Risiken nur indirekt betroffen. Weitere geopolitische Risiken, wie Zölle oder Einfuhrbeschränkungen sind für uns kaum relevant, da wir ausschließlich in Europa Geschäftsbeziehungen pflegen. Unsere Transaktionen werden fast ausschließlich in Euro getätigt, daher reduziert sich das Währungsrisiko auf ein Minimum.
Eine konjunktur- und inflationsbedingte Insolvenzwelle ist zwar seit dem zweiten Halbjahr 2024 quer über alle Branchen bemerkbar, FUCHS Austria hat jedoch ein bewährtes Forderungsmanagement mit engmaschigen Kontrollen und einem systemunterstütztem Risiko-Monitoring und kann daher wesentlichen Forderungsausfällen gut entgegenwirken.
Thalgau, 16. Februar 2026
11
Manfred Reitinger
Geschäftsführer