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Lagebericht 2025

Labor Kaserer, Koperek & Beer GmbH, Fachärzte für Pathologie

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 06. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1 Unternehmensgegenstand

Die Labor Kaserer, Koperek & Beer GmbH ist ein klinisch-pathologischer Dienstleistungsbetrieb zur Verarbeitung und Befundung von Gewebeproben, Zellmaterial und mikrobiologischem Untersuchungsmaterial, welche im Rahmen von Operationen, endoskopischen Eingriffen, Nadelbiopsien und beim Abstreichen von Oberflächen bzw. der Asservierung von Sekreten und Körperflüssigkeiten gewonnen werden.

1.2 Geschäftsverlauf

1.2.1. Entwicklung im Geschäftsjahr

Auch im Geschäftsjahr 2025 konnten in allen Bereichen des Labors weitere neue Zuweiser (Neukunden) gewonnen werden. Dadurch wird die Grundlage für ein nachhaltiges Umsatzwachstum in den kommenden Jahren weiter gestärkt.

Im Jahr 2025 wurden in Summe 381.038 Proben angelegt, begutachtet und befundet. Davon fielen 99.651 auf die Histologie, 243.321 auf die genitale Zytologie (PAP-Abstriche) sowie 15.933 auf die extragenitale Zytologie und 22.133 auf die Mikrobiologie.

Gegenüber dem Vorjahr konnte in der Histologie eine fallbezogene Steigerung von 1,26 %, in der genitalen Zytologie von 11,24 % sowie in der extragenitalen Zytologie von 15,18 % verzeichnet werden. In der Mikrobiologie war hingegen ein Rückgang der bearbeiteten Proben um 9,88 % zu verzeichnen.

Tabelle ??? Umsatzgegenüberstellung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
BereichUmsatz 2025%Umsatz 2024%Veränderung %
Histologie11.230.10475,1%10.213.03474,0%+9,96%
Zytologie2.747.82018,4%2.489.83918,1%+10,36%
Mikrobiologie972.6166,5%1.089.0117,9%- 10,69%
Gesamt14.950.540100,0%13.791.884100,0%+8,40%

Wie in Tabelle 1 dargestellt, erhöhte sich der Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr von 13.791.884 € auf 14.950.540 € und stieg damit um 8,40 %. Wesentlicher Wachstumstreiber war erneut der Bereich Histologie, der mit einem Umsatzanteil von 75,1 % den größten Beitrag zum Unternehmenserfolg leistete. Die Zytologie erreichte einen Umsatzanteil von 18,4 %, während auf die Mikrobiologie 6,5 % des Gesamtumsatzes entfielen.

Der Umsatzanstieg im Bereich der Histologie fiel deutlich höher aus als die Zunahme der Fallzahlen. Während die Anzahl der bearbeiteten histologischen Fälle gegenüber dem Vorjahr lediglich um 1,26 % anstieg, erhöhte sich der Umsatz um 9,96 %. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf eine Veränderung des Leistungsspektrums mit einem höheren Anteil komplexerer Untersuchungen sowie einem gestiegenen durchschnittlichen Leistungsumfang je Fall zurückzuführen. Dadurch erhöhte sich der durchschnittliche Erlös pro histologischem Fall gegenüber dem Vorjahr deutlich.

1.2.2. Personelle Entwicklung

Um eine rasche und zuverlässige Befunderstellung bzw. Befundermittlung weiterhin sicher stellen zu können wurde im Bereich der Histologie und Zytologie-Screening eine Aufstockung vorgenommen. Die Beschäftigten Zahl stieg somit von durchschnittlich 76 im Jahr 2024 auf rund 81 im Jahr 2025. An korrigiert Beschäftigten (VZA) bedeutet dies ein Plus von 1,93 Personen.

1.2.3. Bau- und Investitionsentwicklung

Zur Sicherstellung und Verbesserung der Arbeitsabläufe wurde die technische Ausstattung erweitert.

In der Abteilung Histologie wurde eine neue Färbestraße angeschafft. Dadurch können die Objektträger nach dem Färben automatisiert eingedeckt werden. Weiters wurden ein Brutschrank, zwei Mikrotome, Kühlplatten und ein Objektträger-Strecktisch gekauft.

Durch einen neuen Zuschneidetisch und einen zusätzlichen Laserkassettendrucker für die Bearbeitung von Großpräparaten in der Abteilung Makroskopie ist nun eine gleichzeitige Bearbeitung des Materials durch zwei Mitarbeiter möglich, wodurch der Arbeitsablauf verbessert wird. Weiters wurde ein Entwässerungsautomat durch ein neues Gerät ersetzt.

2025 gab es keine Anderung der räumlichen Ressourcen. Eine Erweiterung ist für 2026 geplant, wofür bereits mit der Planung der Erweiterung der Lüftungsanlagen und der Adaptierung der neuen Räumlichkeiten begonnen wurde.

1.3 Bericht über Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft unterhält eine Zweigniederlassung in 3001 Mauerbach, Hauptstraße 228. In dieser wird vorrangig mikrobiologisches Untersuchungsmaterial verarbeitet.

Am Standort Mauerbach waren im Jahr 2025 11 Mitarbeiter (7,05 VZÄ) beschäftigt. Der Anteil am Gesamtumsatz für Mauerbach beträgt 972.616 bzw. 6,5%.

1.4 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
20252024
Rentabilitätskennzahlen
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)6.0365.466
Umsatzrentabilität (ROS)40,37%39,63%
Eigenkapitalrentabilität (ROE)72,62%76,10%
Gesamtkapitalrentabilität (ROI)89,57%84,86%

Kennzahlen der Vermögens- und Kapitalstruktur

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
keinekeine
Nettoverschuldung (Net Debt)NettoverschuldungNettoverschuldung
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)5.5874.713
Eigenkapitalquote (Equity ratio)82,61%83,53%
Nettoverschuldungsgrad (Gearing)-49,53%-43,52%
Kennzahlen der Cash-Flow Rechnung
Netto-Geldfluss a.d. laufenden Geschäftstätigkeit4.6464.985
Netto-Geldfluss a.d. Investitionstätigkeit-336-481
Netto-Geldfluss a.d. Finanzierungstätigkeit Angaben in TEUR-3.863-3.818

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die finanzielle Lage des Unternehmens entwickelt sich gut. Für das Jahr 2026 ist trotz der laufenden Tarifverhandlungen mit der österreichischen Gesundheitskasse, die u. a. eine Deckelung sowie eine Reduktion des Tarifes im Bereich Immunhistochemie vorsehen, aufgrund der geplanten Kapazitätserweiterungen sowie der Gewinnung neuer Zuweiser mit einer weiteren Umsatzsteigerung zu rechnen.

2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Der bestehende Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sowie der mögliche Ausfall von Schlüsselpersonal stellen eine Herausforderung für die kontinuierliche Leistungserbringung dar. Strukturierte Vertretungsregelungen und gezielte Schulung von Doppelkompetenzen wirken dem entgegen.

Technologische Risiken entstehen durch den möglichen Ausfall von Spezialgeräten sowie zentraler IT-Systeme. Wartungsplan, Ersatzgeräte, redundante Serverstrukturen und definierte Notfallprozesse sichern die Betriebskontinuität.

Lieferengpässe bei Reagenzien und Verbrauchsmaterialien werden durch monatliche Lagerbestandskontrollen, Daueraufträge sowie den Einsatz von Alternativlieferanten und -produkten beherrscht.

Das Labor unterliegt umfangreichen rechtlichen Vorgaben. Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen (DSGVO) oder Anforderungen des Medizinprodukterechts (IVDR) können erhebliche finanzielle und organisatorische Folgen haben. Compliance-Prüfungen, ein elektronisches Dokumentenlenkungssystem und ein jährliches QM-Review gewährleisten die laufende Einhaltung.

Pråanalytische Risiken wie Probenverwechslung oder fehlerhafte Kennzeichnung werden durch QR-Code- und Barcode-Systeme sowie elektronische Zuweisung wirksam reduziert. In der Befundung minimieren das Vier-Augen-Prinzip und Zweit Befundungen das Risiko fehlerhafter Diagnosen.

2.3. Ausblick

Im ersten Halbjahr 2026 stehen zwei wesentliche infrastrukturelle Maßnahmen im Fokus:

Die Erneuerung bzw. der Umbau der Lüftungsanlage (Fertigstellungsplanung 1. Quartal 2026). Parallel dazu erfolgt die Verlegung der Zweigniederlassung Mauerbach nach Wien.

Durch Anmietung weiterer Einheiten am Standort Reisnerstraße werden nicht nur Räumlichkeiten für die Mikrobiologie aus Mauerbach, sondern auch für folgende Bereiche geschaffen: größer Raum für die Immunhistochemie, Serverraum, Probenannahme Histologie, Lagerräumlichkeiten, Mitarbeitergarderobe, Aufenthaltsraum.

Der Umzug und die jeweiligen Übersiedlungen sollen bis Ende des 2. Quartales 2026 abgeschlossen werden.

In der Abteilung Mikrobiologie wird die Anschaffung eines MALDI-TOF-Systems die methodische Weiterentwicklung der Diagnostik sicherstellen. Ergänzend erfolgt der Umstieg auf den neuen cobas 5800, der neben einer höheren Kapazität eine methodische Erweiterung des molekulardiagnostischen Leistungsspektrums ermöglicht. und die technologische Aktualität des Labors stärkt.

In der zweiten Jahreshälfte 2026 ist ein Gesellschafter sowie Geschäftsführerwechsel geplant, der geordnet und kontinuitätssichernd vollzogen wird.

3. Bericht über Forschung und Entwicklung

Eigene Forschungs- und Entwicklungsbereiche wurden nicht unterhalten. Die Gesellschaft ist jedoch Kooperationspartner in Projekten wie Speiseröhrenerkrankungen, im Darmkrebsvorsorgeprogramm und in der Entwicklung von innovativen, nicht invasiven Therapiemöglichkeiten der Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses. Im Jahr 2025 erfolgte darüber hinaus die Teilnahme an der klinischen Studie „ARTEMIDE Gastric 01".

Wien, 73.26

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