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Die REPLOID Group AG ist ein internationales und innovatives Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, organische, minderwertige Biomasse durch den Einsatz von Insekten in industriellem Maßstab mit beispielloser Effizienz für die Tierfutterindustrie umzuwandeln und so dazu beizutragen, unseren Planeten durch die Reduzierung von Abfällen und Gasemissionen grüner zu machen. Durch die Schaffung eines noch nie dagewesenen Mehrwerts sowohl für die Lieferanten von Reststoffen als auch für die Abnehmer schafft diese industrielle, dezentralisierte und schnell skalierende Lösung ein absolut einzigartiges Geschäftsmodell mit herausragenden Vorteilen für alle Parteien in dieser Lieferkette. Am Anfang der Wertschöpfungskette werden sowohl der ökologische Fußabdruck als auch die Entsorgungskosten der liefernden Unternehmen deutlich reduziert. Die in unseren Mastanlagen produzierten Rohstoffe wiederum substituieren etablierte Rohstoffe und reduzieren damit auch die negativen Folgen ihrer jeweiligen Produktionsprozesse.
Zum Verschmelzungsstichtag 31. August 2024 wurden die REPLOID Distribution GmbH und die REPLOID Value Solution GmbH in die REPLOID Group AG verschmolzen und damit entsprechende Synergien realisiert.
Organisatorische Struktur und Tätigkeitsfelder
Im Jahr 2024 wurde die Zusammenarbeit mit der deutschen Gesellschaft madebymade GmbH vertieft. Im Jahr 2024 wurde die eigene Organisation in allen Bereichen stark ausgebaut, um für das geplante internationale Wachstum gerüstet zu sein. Der internationale Ausbau der geschäftlichen Aktivitäten wurde mit der Gründung der REPLOID Schweiz AG und der REPLOID Italia Srl vorangetrieben. Die Gründung weiterer Landesgesellschaften in Frankreich und Tschechien wurden vorbereitet. Im zweiten Halbjahr 2024 wurden unter Beteiligung der REPLOID Group AG folgende Betreibergesellschaften für REPLOID Insektenmastanlagen gegründet:
- Steinberger ReFarmUnit GmbH, Deutschland (Anteil REPLOID Group AG, 31.12.2024: 26,0 %) - KALTNER ReFarmUnit GmbH, Deutschland (31.12.2024: 25,1 %) - VULKANLAND ReFarmUnit GmbH (vormals St. Johann ReFarmUnit GmbH), Österreich (31.12.2024: 100 %)
Am 22. April 2025 wurde von der Stadt Burghausen der positive Baubescheid für die Steinberger ReFarmUnit GmbH ausgestellt. Die Bauarbeiten wurden noch im Mai 2025 gestartet und die Inbetriebnahme der Anlage erfolgte im ersten Quartal 2026. Im April 2025 erfolgte die Abtretung eines 49- %igen Anteils an der St. Johann ReFarmUnit GmbH an einen Partner in St. Johann und die Gesellschaft wurde in VULKANLAND ReFarmUnit GmbH umfirmiert. Der Sitz wurde nach St. Johann im Saggautal verlegt.
Absatzmärkte, Produkt- und Leistungsentwicklung
Die REPLOID Group AG hat auch im Jahr 2024 weitere, umfangreiche, verbindliche und unverbindliche Absichtserklärungen (LOIs) mit deutschen, österreichischen und italienischen Landwirten und Gewerbebetrieben über den Kauf-. bzw. Verkauf von Insektenmastanlagen unterzeichnet. Darüber hinaus konnten fünf Verkaufsverträge für Insektenmastanlagen unterzeichnet werden. Damit hat die REPLOID Group AG fünf große Schritte auf dem steilen Wachstumspfad gesetzt. Ferner steigt das Interesse aus Produkten der Schwarzen Soldatenfliegenlarven – hierzu kann angemerkt werden, dass folgendes daraus gewonnen wird:
• Proteinmehl/Insektenmehl: Hochwertiges Proteinmehl dient als nachhaltige Alternative zu Fischmehl und Soja im Tierfutter, insbesondere für Aquakultur, Geflügel und Schweine. Es enthält alle essentiellen Aminosäuren und ist gut verdaulich. • Ganze getrocknete Larven: Diese werden direkt als Futter für Haustiere (z. B. Hunde, Reptilien, Vögel) und als Snack verkauft. • Larvenöl: Das Öl aus den Larven enthält einen hohen Anteil an Laurinsäure und kann als Futtermittelzusatz, als Ersatz für Palmöl in der chemischen und pharmazeutischen Industrie und zur Herstellung von Biokraftstoffen eingesetzt werden. • Chitin/Chitosan: Das Exoskelett der Larven liefert Chitin, das zu Chitosan weiterverarbeitet wird. Chitosan findet Anwendung in der Kosmetik, Pharmazie und als biobasierter Werkstoff. • Biodünger (Frass): Die Rückstände aus der Larvenzucht, sogenannter Frass, werden als organischer Dünger in der Landwirtschaft genutzt.
Die Produkte aus Hermetia illucens finden in mehreren Branchen und Märkten Anwendung:
• Tierfutterindustrie: Der größte Absatzmarkt ist die Futtermittelindustrie für Aquakultur, Geflügel und Schweine. Auch im Heimtierbereich werden Produkte angeboten, z. B. Hundefutter mit Insektenprotein • Landwirtschaft: Biodünger und Chitosan werden als nachhaltige Düngemittel und Bodenverbesserer eingesetzt. • Haustierfutter: Ganze getrocknete Larven und Insektenmehl werden als proteinreiche Snacks und Futterzusätze für Haustiere verkauft. • Chemische und pharmazeutische Industrie: Das Larvenöl dient als Ersatz für Palmöl, Chitosan wird als Rohstoff für Kosmetika und pharmazeutische Präparate genutzt. • Biokraftstoffindustrie: Das aus Larven gewonnene Fett wird zur Herstellung von Biodiesel verwendet. • Abfallwirtschaft: Die Larven werden zur Verwertung organischer Abfälle und Lebensmittelreste eingesetzt, was besonders für Kreislaufwirtschaftsmodelle interessant ist.
Die wichtigsten Absatzmärkte sind:
• Europa: Starke Nachfrage durch die Futtermittelindustrie, hohe regulatorische Akzeptanz und großes Abfallaufkommen. • Asien-Pazifik: Rasch wachsender Markt durch hohe Nachfrage nach proteinreichen Futtermitteln und staatliche Förderung. • Nordamerika: Wachsende Akzeptanz in der Tierfutter- und Abfallwirtschaft.
Geschäftsergebnis und Ertragslage
Die REPLOID Group AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 Umsatzerlöse von EUR 5,1 Millionen, die überwiegend aus abgerechneten Teilleistungen resultierten. Nach Abzug der Aufwendungen wurde ein Betriebsergebnis in Höhe von EUR 1,1 Millionen erzielt. In den Aufwendungen sind außerordentliche Wertberichtigungen in Höhe von EUR 1,7 Millionen enthalten. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf EUR 1,0 Millionen. Unter Berücksichtigung des Verschmelzungsverlustes ergab sich ein Jahresfehlbetrag von EUR -1,0 Millionen.
Finanzlage
Die REPLOID Group AG kommt ihren Zahlungsverpflichtungen nach. Die Finanzlage wurde im Jahr 2024 durch die Unterzeichnung von Wandeldarlehen (per 31.12.2024: EUR 3,9 Millionen) welche dem Eigenkapital zugerechnet werden, deutlich gestärkt. Die Wandlung in Aktien der REPLOID Group AG erfolgte vor der Einbeziehung der Aktien (Listing) in den von der Wiener Börse als MTF betriebenen Vienna MTF und dort in das Marktsegment direct market plus.
Finanz-, Vermögens- und Ertragslage
Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich für das Berichtsjahr wie folgt dar:
Ergebniskennzahlen Bilanz- und Rentabilitätskennzahlen
| 2023 | 2024 | |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse, andere aktivierte Eigenleistungen und | ||
| sonstige betriebliche Erträge | 672 758,17 | 5 472 133,54 |
| EBIT | 177 642,51 | 1 138 381,39 |
| EBIT-Marge | 26,41 % | 20,80 % |
| Jahresfehlbetrag/-überschuss | 102 906,01 | -1 013 224,02 |
| 2023 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 1 975 087,56 | 4 735 103,47 |
| Fremdkapital (ohne Investitionszuschüsse) | 1 215 449,01 | 2 968 290,29 |
| Eigenkapitalquote | 61,90% | 61,46 % |
| ROE (Eigenkapitalrentabilität, auf Basis | ||
| Jahresfehlbetrag/-überschuss) | 5,21 % | negativ |
| ROI (Gesamtkapitalrentabilität, auf Basis | ||
| Jahresfehlbetrag/-überschuss) | 3,23 % | negativ |
Geldflussrechnung
Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit war im Jahr 2024 von Einzahlungen in hybride Finanzinstrumente (Wandeldarlehen) von EUR 3,7 Millionen geprägt. Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit beinhaltet im Jahr 2024 neben Investitionen ins Anlagevermögen insbesondere eine Erhöhung der an die madebymade GmbH gewährten Darlehen um EUR 1,5 Millionen. Der Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit war in 2024 negativ. Die liquiden Mittel sind in 2024 von EUR 0,7 Millionen auf EUR 0,2 Millionen gesunken.
Forschung und Entwicklung
Die REPLOID Group AG hat Ihre Forschungsanstrengungen im Jahr 2024 weiter intensiviert und erfolgversprechende Entwicklungen zum Patent angemeldet. Die Forschungsaktivitäten werden zu einem großen Teil von öffentlichen Forschungsträgern (z. B. FFG) unterstützt.
MitarbeiterInnen
Die Entwicklung der Organisation war im Geschäftsjahr 2024 sehr dynamisch. Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich im Jahr 2024 vervielfacht. Neben der Bildung eines vierköpfigen Vorstandes, wurden sämtliche Funktionen gestärkt. Der Bereich Grant & Subsidies wurde Anfang 2025 wieder nachbesetzt.
Risikobericht - Risikomanagement
REPLOID Group AG ist mit mehreren Risiken konfrontiert.
Zinsrisiken und -chancen
Ein Teil der Unternehmensfinanzierung erfolgt auf Basis variabler Zinssätze. Veränderungen der Referenzzinssätze können positive wie auch negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Gleiches gilt für die Risikoaufschläge bei Finanzierungen, die bei einem Scale-up-Unternehmen eine höhere Relevanz als Bewegungen des Basiszinssatzes haben.
Die REPLOID Group AG strebt eine Verteilung aus fixen und variablen sowie kurzfristigen und längerfristigen Finanzierungen an. Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden Belastungstests modelliert, um Risiken und Chancen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu setzen.
Liquiditätsrisiko
REPLOID plant, auch in den nächsten Jahren dynamisch zu wachsen. Dafür sind vorab Investitionen, insbesondere in die Personaldecke notwendig. Bleiben die Erträge deutlich hinter den Planungen zurück, kann es zu einem Liquiditätsengpass kommen. Dieser müsste kurzfristig mit teuren Finanzierungen geschlossen werden oder könnte im schlimmsten Fall zur Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft führen. Daher stellt das Liquiditätsrisiko ein wesentliches, bestandsgefährdendes Risiko für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft dar.
Im Rahmen der Liquiditätsplanung werden rollierend Belastungstests modelliert, um Risiken und Chancen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu setzen. Das Unternehmen steht zudem mit seinen Partnerbanken in gutem, engem Kontakt.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko von Vermögensverlusten, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Durch aktives Forderungsmanagement wird das Risiko eines Kreditausfalles bestmöglich minimiert.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen zum 31.12.2024 vor Wertberichtigungen insgesamt EUR 5,6 Millionen. Von diesem Betrag sind zurzeit noch rund EUR 2,7 Millionen ausständig. Zum 31.12.2024 wurden Wertberichtigungen von EUR 1,7 Millionen gebildet. Die sonstigen Forderungen, die eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen, resultieren zum 31.12.2024 in Höhe von EUR 1,5 Millionen aus einem auf eine unbestimmte Laufzeit abgeschlossenen Darlehen, das der madebymade GmbH gewährt wurde.
Das maximale Kreditrisiko beläuft sich auf den Buchwert der in der Bilanz ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten sowie Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (EUR 6,0 Millionen).
Wirtschaftliche Risiken
Die Unternehmensführung tritt mehrmals wöchentlich zu Besprechungen zusammen, um strategische und operative Risiken zu erkennen, zu besprechen und Gegenmaßnahmen einzuleiten und diese Maßnahmen zu überwachen. Das monatliche Berichtswesen ist ein wichtiges Instrument um die Geschäftsentwicklung laufend zu überwachen und operative Risiken zu erkennen. Regelmäßige Strategieklausuren dienen zur regelmäßigen Analyse der Marktentwicklungen und die Ableitung entsprechender Maßnahmen.
Allgemeine Geschäftsrisiken
Das Unternehmen ist ein Scale-Up in der insektentechnologie und ist deshalb von der Erfüllung seiner Vertriebspläne und der entsprechenden Genehmigungen abhängig. Trotzdem aktuell eine sehr hohe Nachfrage nach REPLOID ReFarmUnit Insektenanlagen besteht, kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese in der Zukunft Schwankungen unterworfen sein wird. Deshalb setzt REPLOID für die Abdeckung von Auftragsspitzen Personal von Personalbereitstellern ein, um Auslastungsrisiken zu minimieren. Ein zu schnelles Wachstum der Anzahl der ReFarmUnits – etwa durch den parallelen Aufbau vieler Standorte oder die Expansion in neue Länder - kann zur Überlastung der Organisationsstruktur führen. Fehlendes Personal, nicht standardisierte Prozesse, mangeinde Schulung oder unterschiedliche regulatorische Anforderungen im Ausland sowie die Überlastung von Lieferanten bergen operative Risiken. Sollte das geplante dynamische Wachstum der Anzahl der zu installierenden ReFarmUnits nicht verwirklicht werden können, kann dies negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Daher ist REPLOID bestrebt, die Skalierung konsequent über standardisierte ReFarmUnit-Module und dokumentierte Prozesse vorzunehmen. Die Schaffung regionaler Strukturen mit Technikerpools und Trainingseinheiten, der Einsatz eines zentralen Rollout-Teams, das neue Standorte aufbaut und übergibt, und die frühzeitige Rekrutierung und Qualifizierung von Schlüsselpersonal, sollen dem Risiko entgegenwirken.
Die REPLOID Group AG handelt mit Futtermitteln für Insekten sowie mit Junglarven. Um Qualitätsschwankungen zu verhindern, hat REPLOID sehr strenge Prozesskriterien definiert, deren Einhaltung konstant überwacht werden. Gleiches git für den Bezug und Vertrieb von Frischlarven und Frass. Um nicht nur die Qualität, sondern auch die Lieferbereitschaft abzusichern, werden langfristige Verträge mit Futtermittel-Produzenten (Brauereien, Molkereien, Mühlen, ..…) abgeschlossen, in denen Quantitäten, Qualitäten und Preise abgesichert werden.
Die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die Entwicklung der REPLOID Group AG hat im Jahr 2024 deutlich an Fahrt aufgenommen. Um diese positive Entwicklung des Geschäftsvolumens bewältigen zu können, hat die REPLOID Group AG die Stärkung der Organisation durch Einstellung von weiteren Talenten in den verschiedensten Unternehmensbereichen fortgesetzt.
Die REPLOID Group AG plant, den dynamischen Wachstumskurs auch im Geschäftsjahr 2026 fortzusetzen. Das Projektgeschäft (Errichtung von ReFarmUnits) wird erneut für den überwiegenden Teil der Umsätze verantwortlich sein. Die Anzahl der verkauften ReFarmUnits soll nochmals erheblich steigen. Aufbauend auf den ersten Anlagen im Vollbetrieb wird REPLOID sowohl bestehende Märkte intensiv weiterbearbeiten als auch neue Länder und Regionen erschließen. Dabei legt das Unternehmen weiterhin großes Augenmerk auf die Kostenstruktur und plant, das Jahr 2026 profitabel abzuschließen.
REPLOID treibt auch die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung weiter voran. Zum Schutz des eigenen Know-hows ist die Einreichung weiterer Patentanträge geplant.
Wels, am 15. Juli 2026
Die Vorstände der REPLOID Group AG