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Unternehmensstruktur und Standorte
Die Gesellschaft verfügt über einen Hauptsitz in Mörtelsdorf 356, 5580 Tamsweg, sowiezwei Zweigniederlassungen. Am Hauptsitz werden überwiegend zentrale Verwaltungsaufgaben, Teiledes Einkaufs sowie Gerätemanagements durchgeführt. Etwa 15% der Mitarbeiter/innen sind dort beschäftigt.
Die derzeitige operative Haupttätigkeit einschließlich der Fertigung (inkl. Vorfertigung) erfolgt inder Zweigniederlassung in Mitte 96, 9125 Kühnsdorf.
An der Zweigniederlassung in der Max-Planck-Strasse 7, 9100 Völkermarkt wird gegenwärtigeineneue Büro- und Produktionsinfrastruktur errichtet. Nach Fertigstellung der Gebäude ist die Verlagerungder operativen Tätigkeit an diesen Standort vorgesehen. Die bisherige operative Zweigniederlassungin Kühnsdorf soll in weiterer Folge aufgelassen werden.
Geschäftsverlauf
Das Unternehmen konnte seine Marktposition im Bereich Anlagen- und Rohrleitungsbau weiter festigen. Der Umsatz entwickelte sich positiv, getragen von einer guten Projektpipeline sowie Aufbau von weiterenKunden. Ergebnisseitig wirkten sich neben gestiegenen Material- und Energiekosten auch InvestitioneninPersonal und Infrastruktur aus.
Die Umsatzerlöse incl. Nebenerlöse betrugen im Geschäftsjahr 2025 €T 34.048,3 und haben sichgegenüber dem Vorjahr um rd. 16,4% erhöht.
Nach Einbeziehung der Bestandsveränderungen stieg die Betriebsleistung im Jahr 2025 auf €T49.666,0und lag damit um 31,7% über dem Vorjahreswert von €T 37.715,8.
Unter Berücksichtigung des Material- und Personaleinsatzes ergibt sich ein Rohertrag II in Höhevon€T 5.713,1. Gegenüber dem Vorjahr (€T 5.537,9) ergibt sich eine Verbesserung des Rohertrag II von3,2%.
Vermögens- Finanz- und Ertragslage
Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt €T 200,0.
Das buchmäßig ausgewiesene Eigenkapital beträgt zum 31.12.2025 €T 3.082,9 und hat sich gegenüber dem Vorjahr (€T 2.420,8) um €T 662,1 erhöht.
| Text | 2024(in€T) 2025 (in €T) | |
|---|---|---|
| Betriebsleistung (BL) | 49.666,0 | 37.715,8 |
| Betriebserfolg | 740,3 | 1.675,1 |
| Finanzerfolg | 38,7 | -12,7 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 779,0 | 1.662,4 |
| Steuern von Einkommen und Ertrag | 116,9 | 384,0 |
| Jahresergebnis | 662,1 | 1.278,4 |
| Ergebnisvortrag | 2.220,8 | 942,4 |
| Bilanzergebnis | 2.882,9 | 2.220,8 |
| Eigenmittelquote (nach § 23 URG) | 36,8% | 45,4% |
| Eigenkapitalrentabilität (EBT/EK) | 32,18 % | 130,60% |
| Umsatzrentabilität (EBIT/Umsatzerlöse) | 1,57% | 4,41% |
| GK-Rentabilität (EBIT/Gesamtkap.) | 7,50% | 13,95% |
| Working Capital (kurzfr. UV – kurzfr. FK) | -406 | 1.001 |
| Cashflow aus dem Ergebnis (nach IAS 7) | 1.955 | 2.091 |
| Cash Flow Quote (CF / BL)/Umsatz od BL-Verdienstrate | 3,94% | 5,54% |
Angabe zu Finanzinstrumenten
Die Ein- und Verkäufe wurden im Jahr 2025 überwiegend in Euro abgewickelt. Das Währungsrisikoist daher gering, sodass keine Sicherungsgeschäfte abgeschlossen werden. Weiters wird für Projekte inder Schweiz auch ein Kontokorrentkonto gehalten, welches auf CHF dotiert ist.
Der Marktwert der flüssigen Mittel und kurzfristigen Veranlagungen, kurzfristigen Forderungenund Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der täglichen oder kurzfristigen Fälligkeit imWesentlichendem Buchwert. Für derartige Finanzierungsinstrumente werden aufgrund der kurzfristigen Fälligkeit keine Sicherungsgeschäfte gegen das Preisänderungsrisiko abgeschlossen.
Für das zinsbedingte Cash-flow Risiko, welches als risikosteigende Aufwands- oder sinkende Ertragszinsen definiert ist, werden keine Finanzinstrumente abgeschlossen. Das Risiko wird jedoch als gering eingestuft, da kurzfristige Geldmittel zur Verfügung stehen.
Eine permanente Überprüfung der Bonität und der Zahlungsmoral vermindert das Ausfallsrisikobei Forderungen. Durch Vornahme von Einzelwertberichtigungen wird das Ausfallsrisiko ausreichend berücksichtigt.
Das Ausfallsrisiko bei anderen Finanzinstrumenten auf der Aktivseite ist als gering einzustufen, daessichbei den Kreditinstituten um solche von ausgezeichneter Bonität handelt. Das Risiko betreffend Guthabenbei Kreditinstituten ist als gering anzusehen, da Konten bei nur wenigen, dafür aber renommierten Kreditinstituten geführt werden. Veranlagungen im Umlaufvermögen werden nur konservativ vorgenommen. Dem Liquiditätsrisiko wird durch monatlich erstellte 3-Monatsplanungen Rechnung getragen. Absehbare Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Liquiditätslage werden dadurch vorweggenommen. Die aktuellen Entwicklungen weisen eine solide Liquidität des Unternehmens aus.
Umwelt und Arbeitnehmerbericht
Nachhaltigkeit stellt für die Anlagenbau Austria GmbH einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmensstrategie und der operativen Geschäftstätigkeit dar. Dabei werden ökologische, sozialeund ökonomische Aspekte systematisch in Entscheidungsprozesse integriert.
Der freiwillige Umweltbericht, der sogenannte VSME-Bericht, den die Anlagenbau Austria veröffentlicht hat, legt dar, welche Maßnahmen das Unternehmen zur Reduktion von Emissionen, zur effizientenNutzungvon Ressourcen sowie zur Förderung und Entwicklung der Mitarbeitenden setzt. Investitionen inerneuerbare Energien, Elektromobilität und Ansätze der Kreislaufwirtschaft bilden dabei zentrale Handlungsfelder.
Alle technischen Geräte, Anlagen und Betriebsausstattung entsprechen dem Stand der Technik. Auchdas Abfallwirtschaftskonzept wurde im heurigen Jahr mit Bezug auf den neu eröffneten Standort inVölkermarkt adaptiert.
Im Fokus standen im Berichtsjahr:
˙ Reduktion des Materialeinsatzes sowie der anfallenden Abfallmengen ˙ Steigerung der Energieeffizienz in den Bereichen Produktion und Montage ˙ Optimierung der Logistik- und Transportprozesse ˙ Verstärkter Einsatz langlebiger und recyclingfähiger Materialien
Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch Umstieg auf Elektrofahrzeuge
Das Unternehmen ist sich bewusst, dass Nachhaltigkeit einen kontinuierlichen Entwicklungsprozessdarstellt. Vor diesem Hintergrund erfolgt eine laufende Evaluierung der gesetzten Maßnahmen und Zielesowiederen Weiterentwicklung. Zudem wird ein regelmäßiger Austausch mit relevanten Stakeholdern gepflegt.
Wie im Anhang dargestellt beträgt im Jahr 2025 die durchschnittliche Mitarbeiterzahl 72 Personenundhat
sich gegenüber dem Vorjahr um 9 Personen erhöht.
Betriebliches Risiko
Alle vertrag- und gesellschaftsrechtlichen Fragen werden zentral geprüft und bei Bedarf externenExperten zur weiteren Beurteilung übergeben. Im operativen Bereich werden wesentliche Risiken erfasst undlaufend überwacht, um bei Bedarf rechtzeitig geeignete risikomindernde Maßnahmen einzuleiten. Versicherungstechnisch bleibt man durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen undetablierten Versicherungsmaklerbüros auf dem branchenüblichen aktuellen Stand. Im speziellen wird auf einedem Geschäftsvolumen angepasste Betriebshaftpflichtversicherungsdeckung geachtet.
Beschaffungsmarktrisiko
Zur frühzeitigen Erkennung von Risiken seitens der Lieferanten wird bei neuen Lieferanteneine Lieferantenqualifizierung durchgeführt. Je nach Einstufung kann der Umfang variieren. Bestehende Lieferanten durchlaufen vor erneuter Beauftragung, wenn nötig, auch Teile der Lieferantenqualifizierung. Eine wiederkehrende Bewertung und Einstufung stellt die Qualität, Liefertreue und das Preisniveau sicher.
Dem Risiko, die benötigten Rohstoffe und Erzeugnisse nicht bzw. nicht in ausreichendemMaßeundinder erforderlichen Qualität bzw. Quantität beschaffen zu können, wird durch eine ausreichendeZahl an Lieferanten begegnet. Dem Schwanken der Rohstoffmarktpreise infolge von Angebot und Nachfragewird durch Verträge mit für die Projektdauer fixierten Einkaufspreisen entgegengewirkt. Falls Engpässebereits bekannt sind, kann hier auch bereits in der Vertragsgestaltung mit dem Kunden entgegengewirkt werden (Weitergabe von Preiserhöhungen bzw. Preise nur bis zu einem gewissen Datum fixiert)
Die Lieferantenqualifizierung erfolgt in folgenden Schritten:
1) Risikoanalyse (Einstufung nach Lieferprogramm/Lieferumfang) 2) Lieferantenselbstauskunft (Fragebogen und Unternehmenszertifikate) 3) Lieferantenstammblatt (inkl. Bonitätsauskunft KSV…) 4) Lieferantenaudit vor Ort (falls erforderlich) 5) Lieferantenbewertung (jährlich wiederkehrend, oder bei auffallender Verschlechterung)
Rechtliche Risiken
Für Risiken, die sich aus den vielfältigen Gesetzen und rechtlichen Regelungen für Steuer-, Wettbewerbs-, Kartell-, Patentrecht und Umweltschutz ergeben können, werden interne und externe FachleuteundExperten konsultiert, deren umfassende rechtliche Beratung die Entscheidung und Gestaltungvon Geschäftsprozessen stützt.
Personelle Risiken
Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind für das Wachstum und die Entwicklung des Unternehmens essentiell. Vor diesem Hintergrund wurde im Berichtsjahr ein verstärkter Fokus auf die Weiterentwicklungder Führungskräfte sowie auf moderne Personalentwicklungsmaßnahmen gelegt.
Ziel ist es, Führungspersonen in ihrer Rolle nachhaltig zu stärken und sie mit geeigneten Instrumentenund Kompetenzen auszustatten. Dazu zählen insbesondere Maßnahmen in denBereichen Führungskräfteentwicklung, Coaching, strukturierte Mitarbeitergespräche sowie der Einsatz unterstützender HR-Tools. Durch diese Initiativen werden Führungskräfte befähigt, ihre Teams gezielt zu fördern, Potenziale zu erkennen und die individuelle Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv zubegleiten.
Darüber hinaus verfolgt die Gesellschaft das Ziel, durch gezielte Maßnahmen der Personalentwicklungdie fachlichen und persönlichen Kompetenzen der Belegschaft kontinuierlich auszubauen. Dies trägt wesentlich zur Sicherung des Know-hows im Unternehmen sowie zur nachhaltigen Mitarbeiterbindung bei.
Im Hinblick auf den weiterhin herausfordernden Arbeitsmarkt im technischen Umfeld setzt das Unternehmen verstärkt auf interne Entwicklungsmöglichkeiten, attraktive Rahmenbedingungen sowieauf eine wertschätzende Unternehmenskultur, um Fluktuation zu reduzieren und langfristige Perspektivenfürdie
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen.
IT-Risiken
Das Unternehmen verfügt über eine moderne IT-Infrastruktur, die laufend gewartet, aktualisiert undandie technischen sowie organisatorischen Anforderungen angepasst wird. Zur Sicherstellungder Datenverfügbarkeit erfolgt eine physisch getrennte und redundante Datensicherung. ImFalle einesAusfalls des Hauptservers kann der Betrieb mithilfe der gesicherten Daten auf demBackup-Server zeitnah wiederhergestellt werden, sodass die Betriebsfähigkeit kurzfristig sichergestellt ist
Die IT-Systeme sind durch mehrstufige Sicherheitsmaßnahmen geschützt. Dazu zählen unter anderem Firewalls, aktuelle Spam- und Malwarefilter sowie Netzwerksegmentierung, umunbefugte Zugriffeund externe Angriffe zu verhindern. Ergänzend dazu werden alle Systeme regelmäßig mit Sicherheitsupdates versorgt, um bekannte Schwachstellen zeitnah zu schließen.
Der Zugriff auf Systeme und Daten erfolgt nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabeundist rollenbasiert geregelt.
Zur frühzeitigen Erkennung von Störungen und Sicherheitsvorfällen werden die IT-Systeme kontinuierlich überwacht. Relevante Ereignisse werden protokolliert, sodass im Bedarfsfall eine Nachvollziehbarkeit und Analyse möglich ist.
Forschung und Entwicklung
Die Kernkompetenzen der Gesellschaft liegen in der Fertigung und Montage von Rohrleitungssystemen. Es wird keine klassische Forschungs- und Entwicklungsarbeit betrieben.
Als Anlagenbauunternehmen ist das Unternehmen bestrebt, die Leistungen für seine Kundenständigzu verbessern und investiert laufend in Maschinen- und Werkzeugausstattung die demderzeitigen Entwicklungsstand entsprechen.
Zusätzlich werden mittels 3D-Druck, Hilfskonstruktionen und Schablonen gefertigt, die in der Fertigungund Montage von Rohrleitungssystemen zeitsparend eingesetzt werden können.
Ausblick 2026
Die Prognosen für 2026 lassen aufgrund der bisherigen Nachfrage eine Betriebsleistung von ca. 53,5Mio€ erwarten. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von ca. 8,0%.
Für das kommende Geschäftsjahr wird von einer stabilen bis positiven Entwicklung in denZielmärkten ausgegangen. Insbesondere in der Semiconductor-Industrie werden weiterhin Investitionenin Produktionskapazitäten und Technologien erwartet.
Das Unternehmen plant im Geschäftsjahr 2026 insbesondere:
den weiteren Ausbau der Marktposition in den Bereichen Life Science und Semiconductor, Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung, die Stärkung der Kompetenzen im Bereich hochhygienischer Anwendungen, die Weiterentwicklung nachhaltiger und effizienter Anlagen- und Rohrleitungskonzepte.
Trotz bestehender Unsicherheiten, insbesondere im Hinblick auf geopolitische Entwicklungenundvolatile Lieferketten, sieht sich das Unternehmen aufgrund seiner technologischen Kompetenz undstarken Marktstellung gut für die zukünftige Entwicklung aufgestellt.
Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als stabil. Durchdie konsequente Weiterentwicklung von Technologien, Prozessen und Kompetenzen sowie die Fokussierungauf wachstumsstarke Industrien bestehen gute Voraussetzungen für eine nachhaltigepositive Unternehmensentwicklung.
Chancen und Risiken
Für mittelständische Unternehmen ergeben sich Chancen insbesondere aus:
˙ der zunehmenden Spezialisierung für die Life Science und Semiconductor Bauprojekte der Nachfrage nach technisch hochwertiger Ausführung und flexibler Projektabwicklung, langfristigen Investitionsentscheidungen im Life Science und Semiconductor Umfeld.
Risiken bestehen weiterhin in:
˙ dem anhaltenden Fachkräftemangel, möglichen Projektverzögerungen aufgrund regulatorischer und genehmigungsrechtlicher Anforderungen, Kostenentwicklungen bei Material, Energie und Fremdleistungen, möglichen Störungen oder Verzögerungen in den Lieferketten, geopolitischen Unsicherheiten und deren Auswirkungen auf Investitionsentscheidungender Kunden.
Das Unternehmen begegnet diesen Risiken durch eine vorausschauende Projektplanung, laufendesKostenund Liquiditätsmonitoring, enge Abstimmung mit Kunden und Lieferanten sowie durch Maßnahmenzur Mitarbeiterbindung und Kompetenzentwicklung.
Gesamtaussage
Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2026 von einem stabilen bis leicht positiven Marktumfeldfür den Rohrleitungs- und Anlagenbau im europäischen Life-Science- und Semiconductor- Umfeld ausgegangen. Für mittelständische Unternehmen mit technischer Spezialisierung, hoher Ausführungsqualität undFokusauf Europa ergeben sich insbesondere bei komplexen und anspruchsvollen Projekten weiterhinsolide Geschäftsperspektiven.
Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Anlagenbau Austria GmbH ihre Marktpositionim kommenden Geschäftsjahr weiter festigen und die geplante Umsatzentwicklung erreichen kann. Wesentliche Grundlage dafür sind die bestehende Nachfrage, die technologische Kompetenz des Unternehmenssowie die strategische Ausrichtung auf wachstumsstarke Industrien.
Die Geschäftsführung
Tamsweg, am 29.05.2026
Markus Seitlinger
Thomas Fritzl