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Lagebericht 2024

Christof Industries Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 04. Dez. 2025

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Geschäftsverlauf 2024

Im Geschäftsjahr 2024 konnte der Geschäftsverlauf nach der Insolvenz vom 30. September 2022 vollständig normalisiert werden. Die Kunden- als auch Lieferantenbeziehungen liefen zufriedenstellend und es konnten erfolgreich Projekte abgewickelt und in ausreichendem Maße neu akquiriert werden.

Der Sanierungsplan nach der Insolvenz wurde mit der letzten Quotenzahlung vor Fälligkeit am 21.11.2024 vollständig erfullt und der diesbezügliche Abschlussbericht der Treuhänderin Graf-Isola wurde am 20.12.2024 an das Landesgericht fur Zivilrechtssachen in Graz erstattet.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Konsolidierung mit vereinten Kräften gut gelungen ist.

1.2. Bericht über die Zweigniederlassungen und Beteiligungen

Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag neben dem Firmensitz in 8051 Graz, Plabutscherstraße 115 über folgende Standorte in Osterreich:

• 1030 Wien, Kölblgasse 8 • 4600 Wels, Linzer Straße 275

Die Gesellschaft hat folgende Tochterunternehmen (100%-Anteile):

• CPI – Christof Project Italia SRL, Trento, Italien • FMT Personalservice GmbH, Wels

1.3. Finanzielle Leistungsindikatoren

1.3.1. Ertragslage

Der erzielte Umsatz im Jahr 2024 betrug TEUR 83.112 (Vorjahr: TEUR 74.112)

Die Betriebsleistung unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung der noch nicht abrechenbaren Leistungen betrug im Geschäftsjahr 2024 TEUR 77.570 (Vorjahr: TEUR 69.184).

Im Geschäftsjahr 2024 weist die Gesellschaft ein positives Betriebsergebnis von TEUR 1.538 auf.

1.3.2. Vermögens- und Finanzlage

Das Eigenkapitel beträgt in 2024 TEUR 17.312 (Vorjahr: TEUR 15.901), bei einer Bilanzsumme von TEUR 31.743 (Vorjahr: TEUR 39.878).

Die Eigenkapitalquote beträgt somit 54,53% (Vorjahr: 39,87%).

Die Gesellschaft verfügte zum Jahresende 2024 über frei verfügbare Mittel in Höhe von TEUR 3.697 (Vorjahr: TEUR 9.619).

Die Gesellschaft hatte per 31. Dezember 2024 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Hohe von TEUR 26 (Vorjahr: TEUR 3.938).

1.4. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

1.4.1. Umweltbelange

Die Gruppenzertifizierung nach ISO 14001 und ISO 9001 wurde fortgesetzt, um eine vereinheitlichte Umweltpolitik und Umweltziele im Konzern abzubilden. Des Weiteren wurde die Datenbank des Qualisoft, die Qualitätsmanagementsoftware, mit der im Konzern gearbeitet wird, ausgebaut sowie Inhalte regelmäßig aktualisiert, dass die Vergabe und Kontrolle von Aufgaben, sowie die Dokumentation, noch effizienter machte. Ebenfalls wurde der Fokus im Bereich Rechtskonformität weiter auf dem Jahresprogramm für wiederkehrende Überprüfungen wie Umweltschutz, Abfallwirtschaft, Arbeitsmittel, Brand- und Strahlenschutz gesetzt. Für die neuen gesetzlichen Vorgaben gemäß Lieferkettengesetz und EU Taxonomy wurden die organisatorischen Vorbereitungen rechtzeitig getroffen und befinden sich in Umsetzung.

1.4.2. Arbeitnehmerbelange

Die erfolgreiche Nutzung der Möglichkeit von Homeoffice wurde im Jahr 2024 fortgesetzt. Wie man bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter für das Unternehmen sehen kann, ist die Möglichkeit „Remote-Working" im Unternehmen anbieten zu können für die Bewerber weiterhin sehr attraktiv.

Durch das altersbedingte Ausscheiden einiger erfahrener Mitarbeiter gibt es im Bereich der Bauleiter und Obermonteure einen erhöhten Bedarf an Nachbesetzungen dem mit verstärkten Recruiting Maßnahmen Rechnung getragen wird. Das interne Programm namens „grow together“, bei welchem Mitarbeiter neue Mitarbeiter anwerben und hierfür eine Bonifikation erhalten, hat sich gut etabliert und zeigt erste Erfolge und wird somit weitergefuhrt.

1.4.3. Sonstige nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Durch die Reorganisation einiger Abteilungen konnte die Kundennähe weiter gestärkt werden. Besonders im Bereich des Ausbaues der alternativen Stromnetze in Deutschland gab es wesentliche Kundenkontakte und es konnten erfolgreich Projekte akquiriert werden.

Das im Herbst 2023 durchgefuhrte ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 sowie SCCP-Re-Zertifizierungsaudit hat die Konformität ohne Abweichungen validiert und den hohen Qualitätsund Sicherheitsstandard im Unternehmen eindrucksvoll dargelegt.

1.4.4. Compliance – Code of Conduct

Der bereits 2016 veröffentlichte Code of Conduct, dem alle Gruppenunternehmen unterworfen sind, spiegelt unsere Werte, die Geschäftsethik sowie den Umgang miteinander wider und zeigt die Weiterentwicklung in Bezug auf Nachhaltigkeit auf allen Ebenen.

Jeder neue Mitarbeiter im Unternehmen ist verpflichtet über unsere e-Learning Plattform eine „Code of Conduct and Ethics“-Schulung mit anschließender Prüfung zu machen.

2. Forschung, Entwicklung und Ausbildung

Im Geschäftsfeld alternative Stromnetze ist auch in den Folgejahren verstärkt mit Aufträgen zu rechnen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen wird die Aus- und Weiterbildung im Bereich Hochvolt-Anwendungen vertieft.

Die Aus- und Weiterbildungsprogramme für Schlüsselpersonen insbesondere Projektleiter und Bauleiter wurden weiter diversifiziert. Besonders rechtliche Aspekte und Claim-Management zählen zu den künftigen Ausbildungsschwerpunkten.

3. Risikobericht

3.1 Geschäftsrisiken

Die durch den Ukrainekrieg und die Sanktionen ausgelösten Energiepreiserhöhungen und die daraus resultierende hohe Inflation hat zu ungewöhnlich hohen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhungen in der metalltechnischen Industrie in Osterreich geführt, was zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb führt. Dies war im Geschäftsjahr 2024 weiterhin spürbar.

3.2 Personalrisiken

Christof Industries Austria bewegt sich vom Kerngeschäft her zu einem Großteil im internationalen Projektgeschäft. Die Kompetenz und Erfahrung der Mitarbeiter ist eine wesentliche Basis des Unternehmens, daher sind die Personalrisiken immanent. Durch die wirtschaftliche angespannte Gesamtlage in Osterreich hat sich die Personalfluktuation etwas verbessert. Das Unternehmen ist sowohl in der Projektierung als auch in der Abwicklung von Projekten auf hochqualifiziertes Personal angewiesen. Im Geschäftsjahr 2024 wurden drei neue Projekte in Großbritannien und eines in Frankreich beauftragt und es kann erwartet werden, dass zukünftig weitere Projekte in diesen Märkten hinzukommen.

Dem Risiko der Abwanderung von Fach- und Führungskräften wirken wir mittels strukturierter Mitarbeitergespräche mit Zielvereinbarungskomponente (MbO), Personalentwicklung und Karriereplanung, sowie offener Kommunikation und Information über persönliche und elektronische Kommunikationskanäle und Plattformen entgegen.

Dem Risiko der eingeschränkten Verfügbarkeit von Personal in Osterreich für den internationalen Einsatz begegnet die Gruppe auf zweierlei Wegen:

1. Qualifizierung sowie Weiterentwicklung von Personal der südosteuropäischen Schwesterbetriebe in Kroatien, Slowenien und Bulgarien. So kommt es zu einer verstärkten Rekrutierung von Baustellenführungspersonal aus diesen Länden. 2. Enge Zusammenarbeit mit Sublieferanten, um Auslastungsspitzen und Spezialdienstleistungen abdecken zu können, ohne dass sich die Fixkosten dabei erhöhen.

3.3 IT-Risiken

Durch die kontinuierliche Erneuerung und Wartung der Hard- und Software gemäß den Herstellerempfehlungen und entsprechend den Anforderungen aus dem operativen Geschäft, werden Risiken aus der Informationstechnologie minimiert.

Um Angriffe auf die IT-Infrastruktur abzuwehren, werden Firewalls laufend aktualisiert und Rulesets angepasst. Zusätzlich werden sicherheitsrelevante Systemereignisse und Lücken von einem externen Securityteam überwacht. Da große Teile der IT-Prozesse bereits in der Cloud ablaufen, sind auch dort und auf Endgeräten verschiedenste Securitymechanismen implementiert, um einen umfassenden Schutz der Applikationen, Infrastruktur und Accounts zu gewährleisten.

Das oberste Ziel der IT ist die Einhaltung einer hohen Verfügbarkeit für der geschaftsrelevanten Services, was durch Zentralisierung, teils redundante Auslegung der Komponenten und Virtualisierung (Server und

Storage Cluster, Stromversorgung, Überwachung und Alarmierung über SLAs mit dem Rechenzentrumsanbieter) gelingt. Bei den dezentral eingesetzten Geräten wird die hohe Verfügbarkeit durch Standardisierung der Geräte, zentrale Überwachung sowie effiziente Logistik (Reservegeräte vor Ort und in der Zentrale) erreicht.

Durch regelmäßige Datensicherung der zentralen Infrastruktur inklusive regelmäßiger Tests auf Wiederherstellbarkeit, wird eine hohe Sicherheit gegen Datenverlust erreicht. Sämtliche relevanten Daten der Außenstellen werden ebenfalls in das Backuprechenzentrum repliziert und in diesem gesichert.

Die interne Informationsbereitstellung und Kommunikation erfolgen über hochverfügbare cloud-basierte Tools, um eine einfache und sichere Kollaboration innerhalb der Unternehmensgruppe, aber auch mit Kunden und Lieferanten international zu ermöglichen.

3.4 Finanzielle Risiken

3.4.1. Risikomanagementziele und -methoden

Die wesentliche Aufgabe eines Risikomanagementsystems liegt in der frühzeitigen Erkennung möglicher Risiken und der Planung bzw. Steuerung jener Maßnahmen, die nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens verhindern oder zumindest reduzieren. Die Erkennung und Vermeidung von Risiken erfolgt im Idealfall bereits in der Angebotsphase. Dies wird durch enge Einbindung von relevanten Spezialisten und des Managements in die Projektierungsphase sichergestellt. Haltepunkte und Mindesterfordernisse für Kalkulation und Angebote bilden die Basis für fundierte Projektplanung und Risikostandards.

Zentraler Bestandteil des Risikomanagementsystems der CI-AT, ist ein eng geführtes Projektcontrolling. Dabei werden vom Controlling in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmensverantwortlichen Monatsberichte erstellt und besprochen. Die Steuerung und Analyse der Projekte erfolgt für die Großprojekte uber eine Projekt-Scorecard. Das neue ERP System wird so konzipiert, dass auf allen Ebenen von Projekten über Bereiche bis zur Gesamtdarstellung ein monatlicher Soll-Ist-Vergleich inkl. aller Baustellenleistungen erfolgt.

Durch aktives Cash Management und regelmäßige Cash Forecasts wird die Liquidität des Unternehmens gesteuert. Die laufende Liquiditätssituation wird durch die Finanzabteilung genau überwacht und bei Liquiditätsengpässen wird mit der Geschäftsführung gegengesteuert.

3.4.2 Sicherungsgeschäfte

Fremdwährungskredite sind derzeit keine aushaftend.

Ausfallrisiken für Bankguthaben sind minimiert, indem nur bei Banken bester Bonität veranlagt wird bzw. der Zahlungsverkehr nur über solche Banken stattfindet.

Zur Vorsorge gegen ein mögliches Ausfallsrisiko bei den Kunden wird eine detaillierte Bonitätsauskunft bereits in der Angebotsphase durchgefuhrt. Gegebenenfalls werden die Zahlungsbedingungen entsprechend kurz gehalten und Zahlungsübernahme bei Ausfall unseres Kunden durch den Endkunden der Projekte vereinbart.

Längerfristige Verträge sind mit Preisgleitklauseln versehen. Vor der Auftragsannahme von größeren Geschäften mit zu erwartenden Liquiditätslücken aus schlechten Zahlungsbedingungen ist eine detaillierte Cashflow Rechnung zu erstellen. Sollten keine Maßnahmen ergriffen werden können, um den Cashflow durch Verhandlungen mit dem Kunden zu verbessern, wird vom zentralen Controlling sichergestellt, dass das Unternehmen über ausreichend Liquidität verfügt, um den Cashflow finanzieren zu können. Sollte dies

nicht der Fall sein, wird versucht, eine projektspezifische, durch Exportagenturen gedeckte Finanzierung aufzustellen.

4. Ausblick auf die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die infolge des Ukrainekrieges und der daraus resultierenden stark gestiegenen Energiepreise haben eine Änderung der energieintensiven Industrie in Europa zur Folge. Hier werden Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz verstärkt angefragt und angeboten. Neben der Themenführerschaft, welche von der CIA vor allem im Bereich alternative Energienetze, Energie- und Umwelt, Stein, Erde und Zement und mechanische und elektrische Papiermaschinenmontage sowie deren Wartung gesetzt wird, wird für die zukünftige Stabilität der Gesellschaft die weitere Senkung der Overheadkosten weitergeführt, damit der Industriedurchschnitt von 4-5% EGT-Marge im Schnitt dauerhaft erfüllt werden kann.

In Verbindung mit dem angepassten Budget, der optimierten Organisation und der Konzentration auf der vorgenannten Geschäftsfelder geht die Gesellschaft von einer stabilen Geschäftsentwicklung mit moderatem Wachstum in den Folgejahren aus.

Die derzeitige Cash-Situation zeigt einen Liquiditätsengpass auf, der aufgrund der Zahlungsstockung eines Großprojektes in dem UK entstanden ist. Um diesen Liquiditätsengpass zu entspannen, wird eine Vorab-Kapitalzufuhr auf die im Rahmen einer Rückstehungserklärung gestundeten Quotenzahlung aus dem Insolvenzverfahren der CIG, stattfinden. Des Weiteren wird das Unternehmen aufgrund der Reorganisation - ausgabenseitige Einsparungen umsetzen. Es ist neben geringeren Personalaufwendungen auch der Plan die sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu reduzieren.

Diese Maßnahmen sowie diese Kapitalzufuhr sind in der kurzfristigen Liquiditätsrechnung als auch in der integrierten Planung für 2026 inkludiert. Diese Planungen zeigen, dass trotz des aktuellen Liquiditätsengpasses die Finanzierung der Gesellschaft gesichert ist und der Geschäftsbetrieb störungsfrei weiterlaufen kann.

Aufgrund der derzeitigen Situation und den volatilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist die Planung des Budgets 2026 mit Unsicherheiten verbunden. Eine wesentliche Unsicherheit ist die zeitgerechte Zuführung der zugesagten Mittel von zumindest EUR 3,0 Mio. Eine gewisse Unsicherheit besteht auch in der Aufrechterhaltung der bestehenden Avallinien in der vertraglich vereinbarten Höhe.

Unter Berücksichtigung dieser Umstände geht die Geschäftsführung von einem gesicherten Fortbestand des Unternehmens aus.

Graz, am 27. Nov.2025

Die Geschäftsführung

Johann Christof Wolfgang Körner

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