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Lagebericht 2024/25

E 1 Wärme und Energie GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 04. Dez. 2025

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T für das Geschäftsjahr 2024/2025

I. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Im Jahr 2024 expandierte die Weltwirtschaft nur moderat. Während die Wirtschaftsleistung in den USA kräftig expandiert und 2024 ein Wachstum von 2,8% erreichte, konnte die Wirtschaft im Euroraum nur ein leichtes Plus von 0,7% verzeichnen. Dabei zeigt sich vor allem die Industriekonjunktur sehr schwach. In Deutschland war 2024 ein leichter BIP-Rückgang um 0,2% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. China wuchs im Jahr 2024 um 5%. Für die Weltwirtschaft bedeutet das eine Wachstumsrate in Höhe von 3,3%.

In Österreich kam es im zweiten Quartal 2024 zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,4%. Gründe dafür waren sowohl die fortgesetzte Rezession in der Industrie und der Rückgang der Bauinvestitionen als auch ein Einbruch der Exportnachfrage. Demgegenüber hat sich die Konsumnachfrage trotz steigender Realeinkommen nicht belebt. Die Wirtschaftsleistung Österreichs ist im Jahr 2024 um 1,2% zurückgegangen.

Die Prognosen sehen für die Weltwirtschaft ein Wachstum von 2,8% für 2025 vorher. Die USA zeigt dabei ein Wachstum von 1,8%, China von 5%. Im Euroraum sollte die Wirtschaft im kommenden Jahr um 1,3% zulegen, wobei für Deutschland weiterhin ein stagnierendes Wachstum prognostiziert wird.

Für die heimische Wirtschaft wird 2025 ein BIP-Rückgang um 0,3% erwartet und ist damit unter dem EU-Durchschnitt. Erwartet wird, dass sich die Konsumstimmung wieder bessert, während die derzeit hohe Sparquote auch 2025 auf hohem Niveau bleibt. Mit dem Rückgang der Realzinsen sollte auch die Investitionstätigkeit wieder ansteigen. Die Bauinvestitionen werden auch 2025 vor allem aufgrund von ungünstigen Finanzierungsbedingungen lediglich stagnieren.

Die hohe Inflation ist 2024 in Österreich deutlich zurückgegangen und sollte im Jahresschnitt wieder unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank liegen. Die fallende Tendenz der Energiepreise dürfte sich fortsetzen, es ist aber damit zu rechnen, dass mit dem Ausfall der fiskalpolitischen Ausgleichsmaßnahmen 2025 ein preistreibender Impuls ausgeht.

Bedingt durch die Konjunkturschwäche lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2024 bei 7,0%. Im folgenden Jahr wird die Quote mit 7,4% erwartet. Besonders betroffen von der Zunahme sind die Industrie, die Bauwirtschaft und der Handel.

II. ENERGIEWIRTSCHAFTLICHES UND RECHTLICHES UMFELD

Im Kerngeschäft unseres Unternehmens sehen wir uns einem kompetitiven Marktumfeld ausgesetzt. Dem begegnen wir mit der Transformation und Erweiterung des Bestandskundengeschäftes und der Gewinnung von Neukunden durch gezielte Vertriebs- und Werbemaßnahmen. Durch den Sparkurs der österreichischen Regierung und der Einsparung etwaiger Fördermittel wird das Ratenmodell für Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen verstärkt forciert. Der Geschäftsverlauf der Gesellschaft wurde wesentlich durch die gesunkenen Einkaufspreise und dem zunehmenden Mitbewerb geprägt. Durch den merklichen Auftragsrückgang wurden personalpolitische Entscheidungen getroffen. Der Schwerpunkt der E 1 Wärme und Energie GmbH liegt weiterhin in der qualitativ hochwertigen Erbringung der beauftragten Dienstleistungen bei maximaler Kosteneffizienz.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil eines zufriedenstellenden Geschäftsverlaufs ist das Optimierte Kundenmanagement – Stichworte Datenanalyse und Kundenerfahrung, die Fähigkeit Kunden zu binden und möglichst wenige zu verlieren, um eine solide Geschäftsbasis zu gewährleisten. Die Fähigkeit unserer Organisation, die notwendigen Kompetenzen für die Herausforderunggen der Zukunft zu haben sowie die Attraktivität unseres Unternehmens, eine passende Mischung aus „jungen Talenten und erfahrenen Professionals“ anzuziehen wird ebenfalls einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen.

III. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Die primären Tätigkeiten der E 1 Wärme und Energie GmbH umfassen die Beratung, Planung, Verkauf, Errichtung, Betrieb, Wartung, Überprüfung und Servicierung von erneuerbarer Energieanlagen (Photovoltaik, Wärmepumpen) sowie Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlagen und Gesamtanlagen für mehr Energieeffizienz. Im Berichtzeitraum wurden Photovoltaikanlangen mit einer Leistung von rund 5.167 kWp und rund 168 Wärmepumpen errichtet. Im Vorjahr waren es rund 7.900 kWp und rund 170 Wärmepumpen.

1. Geschäftsverlauf

Die Umsatzerlöse betragen im Berichtszeitraum 18,23 MEUR und liegen um 2,83 MEUR unter dem Vorjahresniveau. Der Umsatzrückgang ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass durch die starke Konkurrenz und den Preisverfall bei Photovoltaikkomponenten das Preisniveau vom Vorjahr nicht gehalten werden konnte.

Die Erhöhung der Bestandsveränderung und die Verringerung der aktivierten Eigenleistungen führen zu einer Betriebsleistung iHv 18,67 MEUR, welche um 1,77 MEUR unter dem Vorjahr liegt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf 83,96 TEUR und wurden im Vergleich zum Vorjahr um 24,20 TEUR erhöht.

Der Aufwand für Material und sonstige bezogenen Leistungen iHv 10,59 MEUR verringert sich gegenüber dem Vorjahr um 2,87 MEUR und ist größtenteils bedingt durch gesunkene Einkaufspreise und dem verringerten Einsatz von Fremdpersonal. Durch die gute Verfügbarkeit der Schlüsselmaterialien, kam es in diesem Geschäftsjahr, wie auch bereits im Vorjahr, zu einem Lagerabbau.

Der Personalaufwand liegt bei 4,67 MEUR um 155 TEUR über dem Vorjahr. Der Anstieg der Personalkosten kann durch die inflationsbedingte Erhöhung der Löhne und Gehälter begründet werden.

Der sonstige betriebliche Aufwand beträgt 1,91 MEUR und liegt um 660 TEUR über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg ist insbesondere durch steigende Werbemaßnahmen, der Bildung einer Drohverlustrückstellung wegen den Einsparungsmaßnahmen im Förderbereich und der damit befürchteten Konsequenzen und auf die Erhöhung der Gewährleistungsrückstellung für Photovoltaikmodule zurückzuführen.

Die Abschreibung ist gegenüber dem Vorjahr um EUR 154 TEUR gestiegen, ein wesentlicher Anteil der Erhöhung sind der Anschaffung neuer Firmenfahrzeuge und die Umsetzung eines Forschungsprojektes geschuldet.

Der Zinsaufwand hat sich aufgrund der gesunkenen Zinssätze und der wesentlichen Verringerung der Verbindlichkeit gegenüber dem Konzern um EUR 223 TEUR verringert.

Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 1,16 MEUR und liegt um 379 TEUR über dem Vorjahr.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Für das Geschäftsjahr 2024/2025 wurden folgende finanziellen Leistungsindikatoren errechnet:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
EBITDA (Betriebsergebnis + Abschreibung)1.589 MEUR (2023/24: 1.278 MEUR)
EBIT-Marge (Betriebsergebnis / Umsatzerlöse)6,64 % (2023/24: 5,01 %)
Return on Equity (ROE: Versteuertes Ergebnis / ø Eigenkapital)29,09 % (2023/24: 21,7 %)
Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Gesamtkapital)41,2 % (2023/24: 33,4 %)

IV. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die E 1 Wärme und Energie GmbH hat keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen.

V. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

1. Personal

Personalmanagement

Das Personalmanagement ist mit der Aufnahme des für die Erschließung neuer Geschäftsfelder erforderlichen Personals, aber auch mit jener von Ersatzbesetzungen für ausscheidende MitarbeiterInnen betraut. Es spricht über ein gezieltes Recruiting jene potenziellen MitarbeiterInnen an, die die dem Unternehmen gestellten Aufgaben und Herausforderungen annehmen und bewältigen können.

Personalentwicklung

Um MitarbeiterInnen der E 1 Wärme und Energie GmbH bestmöglich auf die sich aus dem laufenden Betrieb ergebenden sowie auf zukünftige Aufgabenstellungen vorzubereiten, werden sowohl konzerninterne als auch externe Aus- und Weiterbildungsangebote wahrgenommen. Das ganzheitliche Aus- und Weiterbildungsangebot reicht von fachspezifischen Schulungen und Schulungen zur Arbeitsmethodik über Initiativen zur betrieblichen Gesundheitsförderung bis hin zu gezielten Trainings zur Stärkung der personellen und sozialen Kompetenzen. In einer jährlichen Evaluierung des Bildungsbedarfs werden zukünftige bedarfsorientierte Weiterbildungsmaßnahmen konkretisiert und umgesetzt.

Das jährliche stattfindende MitarbeiterInnengespräch dient als ein zentrales Entwicklungsinstrument, um die MitarbeiterInnen bedarfsorientiert in der täglichen Arbeit sowie bei der Bewältigung zukünftiger Aufgaben zu unterstützen. Es erfolgt eine faire und offene Leistungsbeurteilung, wobei die Förderung von Leistungspotenzialen sowie die Entwicklungsplanung der MitarbeiterInnen im Vordergrund stehen. Dieses zentrale Entwicklungsinstrument dient der gezielten Unterstützung für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.

2. Umwelt/Nachhaltigkeit

Energieeffizienz/Nachhaltigkeit

Die E 1 Wärme und Energie GmbH bekennt sich zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und setzt alle ihre möglichen Maßnahmen zur Schonung der Umwelt.

Durch den weiterhin andauernden Krieg in der Ukraine, liegt der politische und gesellschaftliche Fokus auf dem Ausbau erneuerbarer Energie. Kerngeschäft der E 1 Wärme und Energie GmbH ist unter anderem die Errichtung von Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen, wodurch die Gesellschaft einen wesentlichen Beitrag für den Ausstieg aus fossiler Energie liefert.

Am Firmengebäude der E 1 Wärme und Energie GmbH befindet sich eine rund 27,45 kWp Photovoltaikanlage, der überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Im Unternehmen werden zwei Elektroautos und zwei Hybridautos eingesetzt.

VI. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG, RISIKEN UND KONZERNKRISENMANAGEMENT

1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und Ausblick

Die schwache Industriekonjunktur und der starke Wettbewerb haben großen Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens. Wurde die E 1 Wärme und Energie GmbH in den letzten Jahren durch hohe Energiepreise und den attraktiven Fördermodellen im Bereich Photovoltaik von Kundenanfragen nahezu überflutet, ist ein merkbarer Anfragenrückgang zu verzeichnen. Um bei den Kunden präsent zu bleiben, wurden die Marketingmaßnahmen erhöht und das Vertriebsteam gestärkt. Durch das Auslaufen der „Strompreisbremse“ sowie steigende Netzentgelte ist mit einer Strompreiserhöhung zu rechnen, wodurch die Nachfrage für Photovoltaikanlagen wieder steigen könnte. Die E 1 Wärme und Energie GmbH versucht mit der Einführung von PVT-Modulen (hybride Photovoltaik- und thermische Solarmodulen) und Großspeicherlösungen einen neuen Markt zu erschließen. Ein positiver Effekt für das Wachstum könnten ein Rückgang der Inflation sowie Förderprogramme für den Heizungstausch sein.

2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Anlagenrisiken

Die Risiken von Schäden bei Kundenanlagen bzw. Baustellen, inklusive dem Betriebsgebäude, werden grundsätzlich durch Versicherungsmaßnahmen abgedeckt. Bei besonders schwerwiegenden Großschäden wird die Krisenmanagementorganisation aktiviert.

Wetter- und Temperaturrisiken

Meteorologische Einflüsse wirken sich maßgeblich auf das mögliche Bauvolumen der E 1 Wärme und Energie GmbH in der Sparte Photovoltaik aus und können Ursache für negative, aber auch positive Abweichungen von der Planung sein. Das Risiko der Volumenschwankungen auf Grund von meteorologischen Einflüssen wird weiterhin selbst getragen. Um sich unabhängiger von wetterbedingten Risiken zu machen, wurde die HKLS-Abteilung vergrößert und ein großer Fokus auf den Bau von Wärmepumpen gelegt.

Die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels hinsichtlich einer Vermehrung von starken Unwetterereignissen und die Auswirkung auf den Photovoltaikbereich werden als Nachhaltigkeitsthema aufgegriffen und mit einem Maßnahmenbündel gestreut.

Ausfallrisiken

Die bekannten Zahlungsausfallsrisiken werden mittels Pauschal- und Einzelwertberichtigungen in einer geringen stabilen Größenordnung berücksichtigt und abgedeckt. Zahlungsausfallrisiken werden durch ein strenges System von Bonitätsauskünften und zeitnahes Monitoring minimiert.

Keine derivativen Finanzinstrumente

Die E 1 Wärme und Energie GmbH setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein. Originäre Finanzinstrumente werden risikoavers innerhalb eines strengen Limitsystems über das zentrale Treasury abgewickelt, wobei das S&P A-Rating der Energie Steiermark AG eine dementsprechende Risikominimierung gewährleistet.

Gesamtrisikoposition und -beurteilung

Im unternehmensweiten Risikomanagementsystem wurden keine wesentlichen Risiken, Bedrohungen und Ungewissheiten identifiziert, die für das Geschäftsjahr 2025/2026 sowie in der Mittelfristsicht einzeln oder in ihrem Wirkungszusammenhang für die E 1 Wärme und Energie GmbH bestandsgefährdende Wirkung haben könnten.

3. Professionelles Konzernkrisenmanagement

Im Jahr 2008 hat die Energie Steiermark als eines der ersten Unternehmen in der Energiebranche Österreichs ein professionelles Konzernkrisenmanagement (KM) aufgebaut. Alle Bedrohungsszenarien, welche auf Basis von Business Impact Analysises ermittelt wurden, werden regelmäßig und intensiv durch das KM-Team geübt und extern evaluiert (Übungsbericht durch externe AuditorInnen).

Seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie im März 2020 hat die Energie Steiermark durch professionelles Krisenmanagement und kontinuierliche Lagebeurteilung die Geschäftstätigkeit und Versorgungssicherheit aufrechterhalten. Ab Juli 2023 wurde die Taskforce „COVID-19“ offiziell beendet, das Kernteam und der Präventivkrisenstab beobachten jedoch weiterhin die Lage und informieren die MitarbeiterInnen bei Bedarf.

Aufgrund der maßgeblich durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Ereignisse am Energiemarkt sowie der gesamtheitlichen Energieversorgungslage in Europa, wurde im April 2022 der Präventiv-Krisenstab „Energielenkung“ eingerichtet, um die Lage laufend zu beurteilen, interne und externe Datenbereitstellung sicherzustellen, den Informationsfluss zu optimieren sowie operative und strategische Vorbereitungen für den Krisenfall gemäß Energielenkungsgesetz 2012 zu treffen, um die Versorgungssicherheit in der Steiermark weiterhin zu gewährleisten.

VII. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im Konzern wurde für F&E ein geschäftsbereichs-übergreifender Prozess eingerichtet, der regelmäßig das Gesamtportfolio abstimmt und aktualisiert – die inhaltliche Ausrichtung erfolgt dezentral gemäß der jeweiligen Geschäftsfeldstrategien. Die E 1 Wärme und Energie GmbH hat in diesem Wirtschaftsjahr das Forschungsprojekt – „Grenzlast – Systemtest und Wirtschaftlichkeitsanalyse Großspeichers mit PVT-Hybridtechnologie“ gestartet. Im Rahmen des Projekts wird ein innovatives Energiesystem mit 100 kWh Batteriespeicher, PVT-Hybridmodulen und einer Sole- Wärmepumpe unter realen Industriebedingungen getestet, wobei die Belastungsgrenzen des Gesamtsystems gezielt ausgereizt werden. Ziel ist es, technische Schwachstellen, das Zusammenspiel der Komponenten bei Soletemperaturen bis -15 °C sowie die wirtschaftliche Effizienz des Systems zu analysieren und Optimierungspotenziale für industrielle Anwendungen abzuleiten.

Graz, am 03. Juli 2025

Die Geschäftsführung

. Andreaş Mayer

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