Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
PET to PET Recycling Osterreich GmbH wurde 2006 von fünf großen österreichischen Getränkeabfüllern (Coca-Cola HBC Austria GmbH, Egger Getränke GmbH, Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG, S. Spitz GmbH und Vöslauer Mineralwasser GmbH) gegründet, mit dem Ziel gebrauchte PET-Getränkeflaschen hochwertig zu recyceln damit aus diesem Sekundärrohstoff wieder neue Getränkeflaschen hergestellt werden können. Das Unternehmen ist damit ein wichtiger Teil des bereits seit Jahren gut funktionierenden nachhaltigen bottle to bottle Kreislauf in Osterreich. Die im Rahmen des europäischen Kreislaufwirtschaftsgesetz festgelegten Ziele für 2030 in Bezug auf Einsatzquote werden bereits heute erreicht.
1.1. Geschäftsverlauf
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 wurden 33.675 to gebrauchte PET-Getränkeflaschen, das entspricht etwa 1,34 Mrd. PET-Getränkeflaschen, am Standort Müllendorf erfolgreich recycelt. Das bedeutet eine Steigerung von rund 7 % im Vergleich zum Vorjahr (2024: 31.368 to) und einen neuen Rekordwert. Ausschlaggebend dafür ist die Einführung von Einwegpfandsystemen in europäischen Nachbarländern wie Ungarn und Slowakei sowie Anfang des Jahres in Osterreich.
Die Umstellung führte zu einer kräftigen Steigerung der Verarbeitungsmenge, die jedoch im Laufe des zweiten Halbjahres merkbar zurückgegangen ist. Mitverantwortlich dafür war die Kaufzurückhaltung der heimischen Konsument:innen - diese Beobachtung konnte bereits in anderen EU- Ländern im Zuge der Einführung von Pfandsystemen gemacht werden. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wird eine Rückkehr zur Ausgangslage erwartet.
Trotz des neuen Recyclinghöchstwerts sieht sich die Branche mit zunehmend erschwerten Bedingungen konfrontiert, die einer gut funktionierenden Kreislaufwirtschaft in Osterreich entgegenwirken. Es besteht derzeit wieder ein sehr großer Preisabstand zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen. Die kostengünstigere Neuware wird in Europa wieder vermehrt eingesetzt. Entgegen diesem Trend wurden die Einsatzquoten von Sekundärware in Osterreich auf hohem Niveau gehalten.
Ein zusätzliches Problemfeld stellen zunehmende Billigimporte von Sekundärrohstoffen aus Nicht-EU-Ländern dar. Auch wenn im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Steigerung der Verarbeitungsmenge gelungen ist, hat sich der Absatzmarkt nicht im gleichen Ausmaß entwickelt. Dieser Umstand führte kurzfristig zu einem Lageraufbau.
Im zweiten Halbjahr 2025 erfolgten mit den Veränderungen vom Gelben Sack und der Gelben Tonne auf das Pfandsystem auch Umstellungen am Produktionsstandort in Müllendorf. Durch die Sammlung einer reinen Getränkeverpackungsfraktion von PET-Flaschen und Dosen musste im Bereich der Erkennung und Entfernung von metallischen Verunreinigungen
durch Getränkedosen nachgerüstet werden. So wurde eine hochwertige Metallabscheidung sowohl im Bereich der Flaschensortierung als auch am Ende des Waschvorganges, bei dem die bereits zerkleinerten Flaschenteilchen (Flakes) nachsortiert werden, erfolgreich in Betrieb genommen.
Die Errichtung eines weiteren 140 m3 großen Silos schuf zusätzlichen Platz für die Zwischenlagerung des PET-Recyclats in Granulatform. Darüber hinaus wurde eine bestehende Lagerfläche von ca. 2.500 m2 mit einer Uberdachung ausgestattet, die eine zukünftige Erweiterung der bereits installierten PV-Anlage ermöglicht.
1.2. Analyse mittels finanzieller und nicht finanzieller Leistungsindikatoren Der Umsatz der PET to PET Recycling Osterreich GmbH ist im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere aufgrund von geringeren Absatzmengen und gleichzeitig höheren Verkaufserlösen bei lebensmitteltauglichen Recyclaten geringfügig (-1,1 % im Vergleich zum Vorjahr) gesunken. Der Umsatz betrug Mio. 34,5 € (Vorjahr: 34,9 Mio. €). Die Absatzmengen lagen mit rund 3 % unter den Vorjahrswerten. Insbesondere der Absatz von lebensmitteltauglichen Recyclaten konnte das Vorjahresniveau nicht erreichen (-10,8 % im Vergleich zum Vorjahr).
Gestiegene Rohstoff-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die nicht an die Kunden weitergegeben werden konnten, führten zu einer deutlichen Ergebnisverschlechterung im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern konnte im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: 1.669 t€), aus den beschriebenen Gründen, nicht gehalten werden und betrug -317 t€.
Das Unternehmen ist mit einer Eigenkapitalquote gerundet von 44 % (Vorjahr: gerundet 43 %) und einer Eigenmittelquote nach § 23 URG von gerundet 46 % (Vorjahr: gerundet 45 %) ausgestattet.
Der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug -0,5 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €).
2. Bericht über die zukünftigen Entwicklungen und Risiken des Unternehmens
2.1. Zukünftige Entwicklung des Unternehmens
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen einerseits in Richtung einer Kreislaufwirtschaft (gesetzliche rPET-Einsatzquoten) und andererseits der zunehmenden Umstellung von einem Sammel- hin zu einem Pfandsystem in vielen europäischen Ländern sorgen für ein stabiles Wachstum in diesem Markt. Mit 1. Jänner 2025 wurden PET-Getränkeflaschen in Osterreich einem Pfandsystem zugeführt. Für die Folgejahre ist von einer besseren Versorgung mit PET-Ballen aus Osterreich auszugehen. Diese Verschiebung wird ebenfalls zu einer Steigerung der Recyclatqualität führen. Die Einführung von länderspezifischen Pfandsystemen, bietet die Möglichkeit, dass der Inverkehrsetzer unter der Voraussetzung der Kreislaufschließung einen priorisierten Zugang zu diesem Rohstoff erhält, damit könnte die derzeit knappe Versorgungslage etwas verbessert werden. Aufgrund ausreichend verfügbarer Lagerkapazitäten (für PET-Ballen und rPET) können Abnahmeschwankungen von PET to PET ausgeglichen werden. Nach der Eingewöhnungsphase auf das neue Einwegpfandsystem wird für 2026 wieder eine steigende Nachfrage nach PET-Recyclaten sowie ein substanzieller Aufwärtstrend in Österreich und Europa erwartet.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten („allgemeiner“ Risikobericht) Die limitierte Verfügbarkeit an gut sortierten post-consumer PET-Getränkeflaschen und zertifizierten Washed Flakes bleiben auch in Zukunft bestehen. Neue Verarbeitungskapazitäten in Europa sorgen für zusätzliche Nachfrage und führen zu weiterer Verknappung der Rohstoffe. Vermehrt werden Pfandsysteme für PET-Einweggetränkeverpackungen sukzessive in ganz Europa implementiert. Priorisierten Zugriff auf diese neuen PET-Qualitäten wird größtenteils nur den Inverkehrsetzern (Getränkeindustrie) gewährt. Frei verfügbare Qualitäten werden dadurch weiter limitiert. Für die Produktion von hochwertigen Recyclaten, sind gut sortierte und zu Ballen verpresste PET-Getränkeflaschen eine Grundvoraussetzung, die Versorgung in ausreichender Menge bleibt eine Herausforderung. Verunreinigungen der Inputballen (PET-Getränkeflaschen) aus dem neuen Pfandsystemen durch zerkleinerte Aludosen erschweren den Recyclingprozess zusätzlich.
Das Unternehmen ist sich der potenziellen Risiken aus der aktuellen Situation rund um den Krieg im Iran bewusst und bewertet diese laufend. Aus heutiger Sicht ist ein potenzielles wirtschaftliches Risiko noch nicht abschätzbar. Jedoch besteht aktuell ein Preisrisiko im Bereich der Energieversorgung (Strom, Erdgas) aufgrund des aktuellen Konflikts im Nahen Osten. Daher ist eine ausgewogene Energiebeschaffung und Absicherung am Termin- und Spotmarkt sowie sukzessive Umstellung auf alternative Energieträger ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Laufend steigende Einsatzquoten von Recyclaten, in einigen Anwendungen bereits 100% rPET, stellt auch die Reinheitsanforderungen vor Herausforderungen.
2.3.Finanzielle Risiken, insbesondere „spezieller“ Risikobericht bzgl. originärer und derivativer Finanzinstrumente
Es wurden keine derivativen Finanzinstrumente im abgelaufenen Geschäftsjahr eingesetzt. Durch kurz- bzw. mittelfristige Fremdfinanzierungen in Inlandswährung wird das Zinsrisiko in engen Grenzen gehalten.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Neben der laufenden Optimierung der Prozessabläufe im Hinblick auf Durchsatzsteigerung, Kostenoptimierung, vermehrter Verarbeitung von PET-Getränkeflaschen aus Pfandsystemen, Ausbeuteverbesserung und Ressourcenschonung steht nach wie vor die weitere Qualitätssteigerung der bei PET to PET erzeugten Recyclate im Zentrum der Weiterentwicklung.
4. Bericht über Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
Die Geschäftsführung
Dipl. Ing. Christian Strasser
Mag. (FH) Thomas Billes
Müllendorf, 11. März 2026