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Lagebericht 2025

Borealis GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 16. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Sicherheitsperformance

Die Rate aufzeichnungspflichtiger Unfälle pro Million Arbeitsstunden (Total Recordable Injuries; TRI) lag Ende 2025 bei 3,8 und entspricht damit dem Vorjahreswert (3,8) für denselben Zeitraum. Nach einem schwierigen Start im ersten Quartal war die Entwicklung in den folgenden zwei Quartalen durchschnittlich und verbesserte sich im vierten Quartal weiter. Bemerkenswert ist die deutlich bessere Leistung in diesem Jahr bei den Anlagen für Basischemikalien und für Polyolefin-Neuwaren von Borealis. Die Gesamtleistung wurde jedoch durch eine Zunahme der Anzahl weniger schwerwiegender Vorfälle (wie Ausrutschen, Stolpern, Stürze und leichte Handverletzungen) in Kallo (Belgien, Bau einer Propan-Dehydrierungsanlage (PDH)) negativ beeinflusst. Dank gezielter Verbesserungsmaßnahmen konnten bei den meisten kleinen Anlagen Verbesserungen festgestellt werden. Die entlegenen Compounding-Anlagen des Konzerns erfordern weiterhin gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitskultur und -leistung.

Im Jahr 2025 strebte Borealis weiterhin die Branchenführerschaft im Bereich der Sicherheitsperformance an, wobei der Schwerpunkt auf der Prävention schwerer Verletzungen und Todesfälle (Serious Injuries and Fatalities; SIFs) lag, für die in diesem Jahr neue KPIs eingeführt wurden. Da sich die Mechanismen zur Prävention potenzieller SIFs von denen zur Prävention weniger schwerwiegender Vorfälle unterscheiden, werden 2026 zusätzliche KPIs eingeführt, um dieses Ziel als Schwerpunkt in der gesamten Organisation zu verankern. Eine positive Verbesserung im Jahr 2025 war der deutliche Anstieg der proaktiven Meldung potenziell schwerer Vorfälle und Todesfälle (potentially Serious Incidents and Fatalities; pSIFs); wenn bekannt ist, wo solche Vorfälle auftreten können, sind gezielte Maßnahmen auf der Grundlage tatsächlicher Erfahrungen und Trends möglich. Standortspezifische Pläne für risikoreiche Tätigkeiten (Arbeiten in der Höhe, mit Maschinen, auf Gerüsten, in oder um Transportfahrzeuge) haben weiterhin Priorität. Ein neues KPI für pSIFs wird ebenfalls 2026 offiziell eingeführt.

Alle Borealis-Standorte sind mit Betriebssicherheitszentren ausgestattet, die sich der Durchführung sinnvoller Weiterbildungen für Arbeitnehmer und Auftragnehmer während der Einweisung widmen, einschließlich der Unterweisung im Ansatz der „Life-Saving Rules”. Das „B-Safe”-Programm betont die wichtige Rolle, die jeder Einzelne vor Ort, an seinem eigenen Arbeitsplatz, bei der Minderung des Risikos, der kontinuierlichen Verbesserung und der ständigen Wachsamkeit zu spielen hat.

Zwar gab es im Jahr 2025 keine größeren Vorfälle im Bereich der Anlagensicherheit, jedoch ist seit 2024 ein Anstieg von Vorkommnissen mit potenziell höherer Schwere zu verzeichnen. Aus diesem Grund und nach Analyse der seit 2023 aufgetretenen Beinahe-Unfälle und Ereignisse ohne Folgen hat Borealis einen „Back-to-Basics-Plan“ entwickelt. Dieses Sicherheitsprogramm dient der Verbesserung der Anlagensicherheit an risikoreichen Anlagen (integrierte Produktionsstätten für Basischemikalien und Polyolefine) und legt den Schwerpunkt auf Sicherheitsführung, Betriebs- und Wartungsdisziplin sowie sichere Isolierungsmaßnahmen. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte der Konzern insgesamt 6.184 Beschäftigte, davon 4.751 Männer und 1.433 Frauen. Beschäftigte in anderen oder nicht offengelegten

Geschlechtskategorien wurden nicht gemeldet. Die Belegschaft besteht überwiegend aus unbefristet und in Vollzeit beschäftigten Mitarbeitern. Die Beschäftigten sind hauptsächlich in Europa tätig, mit den größten Standorten in Österreich, Belgien, Schweden und Finnland. Die Mitarbeiterfluktuation belief sich im Berichtszeitraum auf 11 %.

Der Konzern legt einen Schwerpunkt auf ein strukturiertes Leistungsmanagement sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung von Kompetenzen. Im Jahr 2024 nahmen 82 % der Mitarbeiter an regelmäßigen Leistungs- und Karriereentwicklungsgesprächen teil. Im Jahr 2025 betrug die durchschnittliche Anzahl der Schulungsstunden pro Mitarbeiter 24 Stunden und lag damit unverändert auf dem Niveau des Jahres 2024. Das Schulungsvolumen unterscheidet sich je nach Mitarbeiterkategorie und spiegelt die unterschiedlichen Anforderungen der jeweiligen Funktionen wider

Die Beschäftigungsbedingungen entsprechen den jeweiligen lokalen gesetzlichen Anforderungen und werden durch zusätzliche Sozialleistungen ergänzt

Geschäftsüberblick

Inmitten geopolitischer Krisen und Handelskonflikte waren die Brent-Rohölpreise im Jahr 2025 volatil. Der Durchschnittspreis von USD 68/bbl lag deutlich unter dem Preis von USD 80/bbl im Jahr 2024. Insgesamt wurden vorübergehende Preisspitzen durch anhaltende geopolitische Unruhen verursacht. Die schwache Nachfrage wurde durch ein Überangebot gedeckt, das in erster Linie auf Produktionssteigerungen der OPEC+ zurückzuführen war, nachdem die seit 2023 geltenden Lieferbeschränkungen gelockert worden waren. Die Preise erreichten im Jänner mit USD 78/bbl einen frühen Höchststand, gingen danach stetig zurück und erreichten im Mai mit USD 64/bbl ihren Tiefpunkt. Obwohl sich die Preise zur Jahresmitte aufgrund mehrerer geopolitischer Konflikte leicht erholten, sanken sie im dritten Quartal weiter, wobei die Preise im Oktober fast so niedrig waren wie im Mai. Der Ausbau des neuen Nicht-OPEC- Angebots in einem anhaltend schwachen Nachfrageumfeld führte dazu, dass die Preise im vierten Quartal in den niedrigen Bereich von USD 60/bbl fielen.

Die Naphtha-Preise folgten einem ähnlichen Verlauf wie die Rohölpreise und stiegen von USD 612/t im Dezember 2024 auf einen Höchststand von USD 654/t im Februar 2025, bevor sie bis Mai allmählich auf USD 545/t fielen. Im Sommer entsprachen die Preisanstiege denen für Rohöl, waren jedoch aufgrund saisonaler Einschränkungen bei der Raffinerievermischung sowie der schwachen Nachfrage von Steamcrackern begrenzt. Die anhaltende Nachfrageschwäche und die niedrigeren Rohölpreise führten dazu, dass die Naphtha-Preise im dritten und vierten Quartal stetig fielen und das Jahr bei USD 505/t beendeten.

Die Ethylen- und Propylenmärkte spiegelten die vorgelagerten Trends wider, wurden jedoch von spezifischen Angebotsdynamiken und einer schwachen nachgelagerten Nachfrage geprägt. Der Preis für Ethylen stieg von EUR 1.205/t im Jänner auf EUR 1.260/t im März, unterstützt durch ein knapperes Angebot aufgrund geplanter und ungeplanter Ausfälle. Als die Cracker- Anlagen wieder in Betrieb genommen wurden, kehrten die Preise im April auf EUR 1.205/t zurück, aber da die Nachfrage schwach blieb, fielen sie im Mai weiter auf EUR 1.105/t. Die Ethylenpreise gaben im Laufe des Jahres entsprechend dem Naphthatrend und dem schwachen Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das bereits seit November zu beobachten war, stetig nach und beendeten das Jahr bei EUR 1.105/t. Die Propylenpreise stiegen aufgrund des knappen Angebots und einer moderaten Nachfragesteigerung von EUR 1.075/t im Jänner auf EUR 1.135/t im März. Günstigeres Naphtha und schwache

Fundamentaldaten des Marktes in Verbindung mit anhaltender Unsicherheit hinsichtlich der Handelsströme und der globalen Nachfrage führten zu einem Preisverfall auf EUR 1.080/t im April und EUR 1.015/t im Mai. Die Preise blieben dann bis Oktober relativ stabil, bevor sie im Dezember gegenüber dem Novemberniveau nachgaben und das Jahr bei EUR 980/t beendeten.

Der europäische Markt für Polyolefine blieb aufgrund der schwachen makroökonomischen Stimmung, der politischen Unsicherheit und des zurückhaltenden Kaufverhaltens weiterhin gedämpft. Insgesamt blieb die Nachfrage gegenüber 2024 relativ unverändert: stabil, aber schwach, was zum Teil auf anhaltende Sorgen um die Lebenshaltungskosten zurückzuführen ist. Der Importdruck blieb hoch, insbesondere für Polyethylen (PE), das auf dem Weltmarkt stärker gehandelt wird als Polypropylen (PP). In Europa blieb die Anlagenauslastung der PE- Anlagen mit 74 % schwach, verbesserte sich jedoch im Jahresvergleich dank einer Kapazitätsrationalisierung von rund 7 %. Die Anlagenauslastung der europäischen PP-Anlagen reduzierte sich trotz einer Kapazitätsrationalisierung von etwa 3 % im Jahresvergleich um 1 % auf 81 %. Dies war auf schlechte Rentabilität, Ausfälle und die schwache Exportnachfrage zurückzuführen.

Expansion und Transformation

Wie am 3. März 2025 bekannt gegeben, unterzeichneten OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung zur Zusammenführung von Borealis und Borouge zur Borouge Group International (BGI). Die beiden Partner vereinbarten außerdem den Erwerb von Nova Chemicals, einem in Nordamerika ansässigen Polyolefinproduzenten. Die Fusion und der Erwerb sollen vorbehaltlich der behördlichen und sonstigen Genehmigungen voraussichtlich im ersten Quartal 2026 zeitgleich abgeschlossen werden. Der Hauptsitz der BGI wird in Wien (Österreich) sein, mit regionalen Hauptsitzen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Unternehmenszentren in Kanada, den USA und Singapur. Nach ihrer Gründung wird die BGI die viertgrößte Plattform für Polyolefine der Welt sein, an der OMV und ADNOC zu gleichen Teilen beteiligt sein werden. Im Vorfeld der Gründung der BGI verkaufte Borealis im Oktober 2025 seine Anteile an Borouge 4 an OMV und ADNOC und unterzeichnete eine Vereinbarung seine Anteile an Borouge PLC und Borouge Pte kurz vor dem Transaktionsdatum im Jahr 2026 an BGI zu verkaufen.

In Belgien ist die PDH-Anlage im Weltmaßstab am bestehenden Produktionsstandort in Kallo zu mehr als 97 % fertiggestellt. Die letzten verbleibenden Bauarbeiten umfassen die Isolierung und Inbetriebnahme. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant. Mitte Dezember gab Borealis bekannt, dass mit dem IREM-Konzern eine Einigung über die Kündigung der Verträge für die Bauarbeiten am Standort Kallo im Jahr 2022 erzielt worden ist. Die Bedingungen beenden das Schiedsverfahren und ermöglichen es Borealis, seine Position, dass die Kündigung der Verträge im Einklang mit den Vertragsbestimmungen und dem geltenden Recht stand, zu behaupten.

Im Einklang mit seinem strategischen Engagement für Nachhaltigkeit hat die Borealis Gruppe erhebliche Investitionen in ihre anderen europäischen Standorte getätigt. Über 100 Millionen Euro wurden in den Produktionsstandort Burghausen (Deutschland) investiert. Die Investition umfasst eine neue Produktionslinie, mit der die Kapazität des Werks zur Lieferung von Daploy™ verdreifacht wird. Daploy™ ist eine innovative Polypropylen-Schaumstofflösung mit hoher Schmelzfestigkeit (High Melt Strength Polypropylene, HMSPP) und „Design for Recycling“. Die Inbetriebnahme der Produktionslinie ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026

geplant. In Schwechat (Österreich) werden ebenfalls 100 Millionen Euro in eine neue PP- Compounding-Linie investiert. Die neue Linie soll im zweiten Halbjahr 2026 in Betrieb genommen werden und die Produktion von Spezialcompounds unterstützen, die auf Haltbarkeit, Hitzebeständigkeit und/oder Leichtbau ausgelegt sind.

Veräußerungen

Im April hat Borealis GmbH eine Vereinbarung über den Verkauf seiner 100-prozentigen Beteiligung an der mtm compact GmbH mit Sitz in Fürstenwalde (Deutschland) an die SEPA Engineering GmbH mit Sitz in Wien getroffen. Die Transaktion wurde Ende Mai 2025 abgeschlossen. Die Veräußerung von mtm compact, das gemischte Kunststoffabfälle aus dem Verbraucherbereich für die Verbrennung in Stahlwerken aufbereitet, erfolgte aufgrund der mangelnden Übereinstimmung mit der aktuellen strategischen Ausrichtung von Borealis.

Im Rahmen der Vorbereitungen für die Gründung der Borouge Group International hat Borealis seinen 40-prozentigen Anteil am Borouge-4-Erweiterungsprojekt verkauft. Die Anteile wurden im Oktober 2025 an die Eigentümer OMV und ADNOC übertragen. Im Dezember 2025 unterzeichneten Borealis und BGI eine Vereinbarung über den Erwerb der Anteile von Borealis an Borouge PLC und Borouge Pte. Der Abschluss der Transaktion ist noch nicht erfolgt und wird für das erste Quartal 2026 erwartet.

Kreislaufwirtschaft

Borealis entwickelt aus seinem breiten Portfolio an innovativen kreislauffähigen Polyolefinen maßgeschneiderte Lösungen, um den speziellen Anforderungen seiner Partner entlang der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette gerecht zu werden. Zu den proprietären Lösungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft gehören recycelte und auf erneuerbaren Rohstoffen basierende Polymere und Polymere aus erneuerbaren Rohstoffen in den Produktportfolios Borcycle™ und Bornewables™ sowie die erneuerbaren Kohlenwasserstoffe der Borvida™- Familie, ein Portfolio nachhaltiger Basischemikalien.

Im Dezember gaben Borealis und Borouge die Einführung von Recleo™ bekannt, einer globalen Marke, die eine breite Palette kosteneffizienter Lösungen für Rezyklate aus dem postindustriellen (PIR) und dem Endverbraucherbereich (PCR) in einem Portfolio vereint. Die Polyolefine und Compounds im Recleo-Portfolio ergänzen diejenigen im Borcycle™ M-Portfolio innovativer mechanisch recycelter Polyolefine und erweitern damit die bereits vielseitige Palette an Lösungen, die Kunden dabei helfen können, Nachhaltigkeits- und Regulierungsziele in verschiedenen Branchen zu erreichen

Borealis und seine Kunden haben 2025 bedeutende Fortschritte in Richtung

Kunststoffzirkularität erzielt. Kundenorientierte Bemühungen minimierten die CO2-Bilanz, erhöhten den Anteil an recycelten und/oder erneuerbaren Inhaltsstoffen in Produkten, reduzierten Kunststoffabfälle und erfüllten gesetzliche Anforderungen, neben anderen positiven Effekten. Zu den jüngsten Projekt-Highlights zählen Lösungen für die Automobilindustrie (Borcycle™ M-Materialien für den Premium-SUV eines führenden Herstellers) und das Healthcare-Segment (Borenewables™ ISCC PLUS-zertifiziertes erneuerbares PP für Filtergeräte). Zu nennen sind außerdem Verpackungslösungen (schäumbares PP, das im chemischen Recycling-Verfahren ReOil® für wiederverwendbare Trinkbecher hergestellt wird, sowie die Borenewables™-Version von Ethylenvinylacetat, das mit Queo™-Plastomeren für synthetische Flaschenkorken verwendet wird) sowie Lösungen für Bekleidung

(kohlenstoffarmes Ausgangsmaterial aus abgeschiedenem CO2 zur Herstellung von Schaumstoff für Unterwäsche).

Die Borealis Gruppe hat auch ihre bestehenden Anlagen weiterentwickelt. Bei Integra, der 2024 erworbenen Anlage für mechanisches Recycling in Bulgarien, wurde erfolgreich von recyceltem Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) auf recyceltes PP umgestellt. In Beringen (Belgien) wurde die Installation einer neuen Compounding-Anlage mit Borcycle™ M-Technologie abgeschlossen. Die nun voll funktionsfähige Anlage ist für die Verarbeitung einer Vielzahl von Rezyklaten ausgelegt und produziert hochwertige Lösungen auf Polyolefinbasis, die Rezyklate enthalten. Bei Rialti S.p.A. (Italien), einem führenden PP-Compounder für Rezyklate, der 2023 übernommen wurde, produziert Borealis außerdem seit 2025 PCR- und PIR-Compound- Materialien. Mit diesen Materialien kann Borealis seinen Kunden kostengünstige Alternativen zu Neuware anbieten.

Das chemische Recycling ergänzt das mechanische Recycling, da es zur Entwicklung von Kreislauflösungen für anspruchsvollste Anwendungen eingesetzt werden kann, wie z. B. für Verpackungsmaterialien in Lebensmittelqualität und solche, die der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) unterliegen. Borealis bezieht die Rohstoffe für die Herstellung seiner ISCC-Plus-zertifizierten Borcycle™ C-Materialien aus verschiedenen Quellen, darunter die OMV ReOil-Anlage und die Renasci N.V.-Anlage in Belgien.

Im Dezember 2025 wurde eine strategische Partnerschaft mit BlueAlp bekannt gegeben, einem führenden Unternehmen im Bereich chemischen Recyclings mit Sitz in den Niederlanden. Als Ausdruck seines wachsenden Engagements in der Wertschöpfungskette des chemischen Recyclings wird Borealis den Großteil seiner Anteile an Renasci N.V. an BlueAlp übertragen und im Gegenzug einen Anteil von 10 % an BlueAlp erwerben. Dies gewährleistet, dass sich Skalierung und Wachstum von BlueAlp beschleunigen, während gleichzeitig dessen Lizenzangebot gestärkt wird.

Technologische Innovation

Als eine Säule des starken Fundaments von Borealis treibt Innovation die Transformation in allen Geschäftsbereichen voran. Die kürzlich aktualisierte Unternehmensstrategie „We4Customers“ stellt Borealis Innovation nun unter die direkte Aufsicht des CEO von Borealis. Kontinuierliche Aktivitäten und Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) sind unerlässlich, um dem Unternehmenszweck „Essenzielle Ressourcen für ein nachhaltiges Leben neu zu erfinden“ gerecht zu werden. Borealis erweitert stetig sein Angebot an innovativen Spezialpolyolefinen, um vielversprechende Marktchancen in lukrativen Nischenanwendungen in den Bereichen Erneuerbare Energie, Mobility, Healthcare, Verbraucherverpackungen und Kreislaufwirtschaft zu nutzen. Im Einklang mit der kundenorientierten Strategie findet ein Großteil der Forschung in Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern statt. Um nur ein Beispiel für eine konstruktive Zusammenarbeit zu nennen: Die neue Rezyklat-Compounding-Anlage in Beringen dient als Kooperationsplattform für die gemeinsame Entwicklung und Erprobung von recycelten Kunststoffen und erleichtert so deren Einsatz in hochwertigen Anwendungen.

Polymerlösungen auf Basis unternehmenseigener Technologien wie Borstar® und Borstar® Nextension Technology sowie auf Technologie-Marken wie Borlink™ bilden die Grundlage für Materiallösungen, die der Industrie helfen, dringende gesellschaftliche und ökologische Probleme wie Dekarbonisierung, Energiewende und Abfallreduzierung anzugehen. Mehrere solcher Durchbrüche wurden auf der K-Messe im Oktober vorgestellt. Da ist zunächst die

bahnbrechende Borstar® Nextension PE-Technologie, die überlegene Leistung und Verarbeitbarkeit bietet und eine Reduzierung der Materialstärke ermöglicht. Sie fördert zudem ein recyclingfähiges Design, indem sie den Ersatz herkömmlicher Multimaterial- durch Monomateriallösungen möglich macht. Außerdem wurden drei Materialien neu auf den Markt gebracht, die auf Borstar® Nextension PP basieren: BorPureTM RE539MF, BorPureTM RB787MF und Borealis HG485FB. Jedes dieser Materialien bringt die Healthcare-Branche dem PPWR-Ziel näher, bis 2030 100 % recycelbare Verpackungen zu erreichen. Im Energy-Bereich gewährleistet das neu eingeführte dreischichtige Guss-Polypropylen-Konzept für Polymer- Aluminium-Laminate für Lithium-Ionen-Batterie-Beutelzellen Sicherheit, Haltbarkeit und effiziente Verarbeitung.

Borealis verstärkt die Verwendung von künstlicher Intelligenz (KI) und Modellierung in Forschung, Entwicklung und Innovation, beispielsweise bei der Vorhersage von Polymereigenschaften. Wie im Dezember angekündigt, hat Borealis mit der weltweiten Einführung seines KI-gestützten Borstar® Digital Twin-Programms begonnen. Diese innovative Plattform kombiniert prädiktive Analysen, Echtzeitoptimierung und Prozessmodellierung, maximiert die Effizienz, reduziert Ausfallzeiten und gewährleistet höchste Produktqualität. Die Einführung markiert die nächste Phase der Einbettung modernster digitaler Technologien in zentrale Produktionsprozesse.

Bei Borealis ist Innovation global ausgerichtet. Mehr als 500 Mitarbeitende sind in einem der drei Innovationszentren der Gruppe beschäftigt. Dabei handelt es sich um die Innovationszentren in Porvoo (Finnland) und Stenungsund (Schweden) sowie das Innovation Headquarter in Linz (Österreich), wo Forscher kürzlich mit Daploy™ High Melt Strength Polypropylen (HMS PP) eine bahnbrechende Innovation im Bereich des Designs für Recyclingfähigkeit vorangetrieben haben. Borealis betreibt außerdem Borstar-Pilotanlagen für PE in Porvoo und für PP in Porvoo und Schwechat (Österreich). Die Katalysator- Produktionsanlagen in Linz und Porvoo werden durch eine Pilotanlage in Porvoo ergänzt. Die Borealis Gruppe zählt im European Patent Index durchweg zu den führenden österreichischen Innovatoren und baut ihr umfangreiches Patentportfolio weiter aus. Im Jahr 2025 reichte die Gruppe 115 neue prioritäre Anmeldungen beim Europäischen Patentamt ein, gegenüber 121 im Jahr 2024. Mit Stand Dezember 2025 hält die Gruppe rund 7.400 Patente sowie etwa 3.200 Patentanmeldungen, die in rund 1.500 Patentfamilien zusammengefasst sind.

Digitale Transformation

Um die digitale Exzellenz bei Borealis voranzutreiben, wurde die digitale Strategie des Unternehmens kürzlich zu einem Eckpfeiler der übergeordneten We4Customers-Strategie. Das übergeordnete Ziel besteht darin, digitale Fähigkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verankern, in Übereinstimmung mit den vier miteinander verknüpften Schwerpunkten der Strategie: Sicherheit gewährleisten, Nachhaltigkeit fördern, Effizienz steigern und innovative Lösungen liefern. In jedem dieser Schwerpunktbereiche soll die digitale Resilienz durch wertorientierte, umsetzbare Initiativen in den Geschäftsbereichen und Unternehmensgruppen entwickelt werden. Da die Transformation von den Mitarbeitenden vorangetrieben wird, hat Borealis in KI-Kompetenzprogramme, Initiativen zur Entwicklung von Digital Citizenship und ein „Digital Workforce”-Modell investiert, das darauf abzielt, die Mitarbeitenden mit zukunftsfähigen Fähigkeiten auszustatten und die verantwortungsvolle Verwendung digitaler Technologien zu fördern. Darüber hinaus fördern strukturierte Programme

wie die Innovation Academy die Kreativität und beschleunigen die Markteinführung neuer Lösungen. Dadurch werden die Bemühungen, führend in der Kunststoffzirkularität zu bleiben und gleichzeitig die betriebliche Effizienz zu steigern, konsolidiert.

Unter dem Unternehmensmotto „AI Everywhere: From Vision to Impact” wird KI immer tiefer in Kernprozesse eingebettet, um messbaren Geschäftswert zu erschließen. Über 100 KI- Anwendungsfälle wurden identifiziert und priorisiert, darunter im Bereich Operations, in der Lieferkette, bei der Kundenbindung und im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Dadurch konnten bereits Kosten optimiert, Entscheidungsprozesse verbessert und die Produktivität gesteigert werden. Gute Unternehmensführung ist ein zentraler Grundsatz von „AI Everywhere”: Borealis hält sich an das EU-KI-Gesetz und beachtet die Grundsätze einer verantwortungsvollen KI, darunter Transparenz, Fairness und Datenschutz. Die Einbeziehung des Menschen gewährleistet einen ethischen und verantwortungsvollen Einsatz von KI.

Im Jahr 2025 hat Borealis seine Cybersicherheit weiter gestärkt und einen Reifegrad erreicht, der die globalen Branchenbenchmarks deutlich übertrifft. Dieser Fortschritt spiegelt unser kontinuierliches Engagement für Best Practices, kontinuierliche Verbesserung und den robusten Schutz unserer digitalen Prozesse und Abläufe wider, was zu einem Jahr ohne größere Vorfälle beigetragen hat.

Energie und Klima

Wie alle großen Industriesektoren muss auch die chemische Industrie die

Treibhausgasemissionen sowohl in ihren eigenen Betrieben als auch in ihren Wertschöpfungsketten senken und gleichzeitig das globale Wirtschaftswachstum und das Wellbeing der Gesellschaft weiter vorantreiben.

Als einer von vier Schwerpunktbereichen der aktualisierten Strategie von Borealis steht „Enabling Sustainability” für das Engagement des Unternehmens zur Reduzierung direkter und indirekter Treibhausgasemissionen und leitet die Bemühungen zum wirksamen Klimaschutz. Borealis strebt an, seine Scope-1- und Scope-2-Treibhausgasemissionen bis 2030 um 18 % auf 2 Millionen Tonnen pro Jahr zu reduzieren (ausgehend vom Basisjahr 2019), selbst unter Berücksichtigung der erhöhten Emissionen, die ab 2026 durch die Inbetriebnahme der neuen PDH-Anlage in Kallo entstehen werden. Insgesamt plant Borealis, seine Treibhausgasintensität (basierend auf Scope 1, 2 und 3 zusammen) bis zum Jahr 2030 um 24 % zu reduzieren. Das anhaltend schwierige Marktumfeld wird jedoch erfordern, dass Borealis seine einzelnen Projekte und Aktivitäten regelmäßig auf ihre wirtschaftliche Machbarkeit hin überprüft.

Zu den wichtigsten Hebeln für die Dekarbonisierung gehören die Umsetzung von Energieeffizienzprojekten an den Produktionsstandorten von Borealis und die Beschaffung eines höheren Anteils an Erneuerbarer Energie für den eigenen Betrieb. Bis Ende 2025 hatte Borealis die Hälfte seines für 2030 gesetzten Ziels erreicht, an seinen Produktionsstandorten für Polyolefine und Basischemikalien in Europa zu 100 % erneuerbaren Strom zu verwenden. Langfristige Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) mit Anbietern von Erneuerbarer Energie beschleunigen den Übergang. Im Jänner unterzeichnete Borealis einen weiteren PPA (mit dem belgischen Anbieter von Erneuerbarer Energie Aspiravi) zur Lieferung von jährlich 120 Gigawattstunden (GWh) erneuerbare Windenergie für den operativen Betrieb in Belgien ab 2026.

Um die Scope-3-Treibhausgasemissionen aus der Wertschöpfungskette anzugehen, die erheblich zur CO2-Bilanz des Unternehmens beitragen, hat Borealis im Jahr 2025 eine THG- Scope-3-Roadmap entwickelt, die die wichtigsten Emissionsverursacher identifiziert. Das größte

Potenzial für Emissionsreduktionen besteht darin, die Emissionen der Lieferanten aus Monomeren und Rohstoffen zu senken, die Verwendung grüner Energiequellen bei der Umwandlung von Borealis-Produkten durch die Lieferanten zu erhöhen, den Ausbau des Anteils der auf dem Markt platzierten Kreislaufvolumina zu erreichen und die Hebelwirkung des Unternehmens zu nutzen, um den Klimaschutz mit seinen Joint Ventures außerhalb Europas, Borouge und Baystar, zu fördern.

Im Jahr 2025 belief sich der gesamte Energieverbrauch auf rund 12,1 Millionen MWh und spiegelte damit den Energiebedarf der Produktionsprozesse des Konzerns wider. Der Energiemix war weiterhin überwiegend durch fossile Energieträger geprägt; der Anteil erneuerbarer Energien erhöhte sich jedoch im Jahr 2025 auf 15 % und lag damit um 2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig verbesserte sich die Gesamtenergieintensität auf 1.589 MWh je Million Euro Nettoumsatz (1.619 MWh/M€). Kennzahlen zum Wasserverbrauch wurden im Jahr 2025 erstmals erhoben und markieren das erste Jahr einer umfassenden konzernweiten Berichterstattung. Der gesamte Wasserverbrauch belief sich auf 2,7 Millionen m³, wovon 1,9 Millionen m³ auf Standorte in Gebieten mit Wasserrisiken entfielen, einschließlich Regionen mit hohem Wasserstress. Die Wiederverwendung und das Recycling von Wasser beliefen sich auf 0,1 Millionen m³. Diese Kennzahlen bilden die Ausgangsbasis für die zukünftige Überwachung und Steuerung wasserbezogener Auswirkungen.

Die klimabezogenen Emissionen aus den eigenen Betrieben des Konzerns gingen im Jahr 2025 zurück. Die Scope 1 Emissionen sanken auf 1,54 Mt CO₂e (60 Mt CO₂e).

Die kombinierten Scope 1 und marktbasierten Scope 2 Emissionen, die sowohl direkte Emissionen aus den Standorten des Konzerns als auch indirekte Emissionen aus zugekauftem Strom, Dampf und Wärme auf Basis vertraglicher Beschaffung umfassen, reduzierten sich auf 2,21 Mt CO₂e. Dies entspricht einem Rückgang von 0,25 Mt CO₂e gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Demgegenüber stiegen die Scope 3 Emissionen auf 63,7 Mt CO₂e (52,1 Mt CO₂e) an. Dies ist auf höhere Emissionen in mehreren Scope 3 Kategorien zurückzuführen, insbesondere in den Bereichen eingekaufte Waren und Dienstleistungen, Verarbeitung, Nutzung sowie Entsorgung am Ende der Lebensdauer der verkauften Produkte.

Trotz dieses Anstiegs verbesserte sich die THG Emissionsintensität aus den eigenen Betrieben des Konzerns (Scope 1 und marktbasiertes Scope 2) im Vergleich zum Vorjahr und sank um 0,022 kg CO₂e/EUR auf 0,291 kg CO₂e/EUR.

Ertragslage

Im Jahr 2025 sank das Ergebnis nach Steuern von Borealis GmbH auf EUR 44 Millionen gegenüber EUR 530 Millionen im Jahr 2024. Zu diesem Rückgang trugen mehrere makroökonomische Faktoren bei, darunter anhaltende Marktvolatilität, hartnäckige Inflation, Unsicherheit hinsichtlich der Zölle und erhöhte Energiekosten, insbesondere in Europa. Zu den spezifischeren Faktoren, die zu der schwächeren finanziellen Performance von Borealis führten, zählen die Wertminderung der Finanzanlagen sowie der Rückgang der europäischen Monomerpreise, der zu einer Abwertung der Lagerbestände und erhöhten variablen Kosten führte. Trotz der vielen Herausforderungen war die Geschäftsentwicklung sowohl im Bereich Basischemikalien als auch im Bereich Polyolefine robust, wobei letzterer gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Verkaufsvolumen um 5,4 % verzeichnete, zusätzlich zu einem bereits starken Volumenanstieg im Jahr 2024. Borealis meisterte das schwierige Marktumfeld erfolgreich, indem es sich auf die Senkung der Fixkosten sowie der Verwaltungs- und sonstigen Aufwendungen konzentrierte.

Finanzkennzahlen der Borealis GmbH

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
20252024
TEURTEUR
Netto-Geldfluss aus der operativen Tätigkeit268.990151.236
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit1.005.707318.974
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-1.720.222-1.394.904
Netto-Geldfluss der Periode-445.525-924.694
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (inkl. interne Bank 1))
am Anfang der Periode900.0651.824.759
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (inkl. intene Bank 1))
am Ende der Periode454.540900.065
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(inkl. interne Bank b)-445.525-924.694

1) Inkludiert in der Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen“

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
20252024
Eigenkapitalquote 2)32,8%83,5%
Nettoverschuldung 3)-239.005-368.406
Eigenkapitalrentabilität 4)1,0%4,1%
EBIT (in TEUR) 5)-136.694526.322
Kapitalrendite (ROCE) 6)0.4%3,8%
Verschuldungsgrad ”)2,4%2,3%

2) Eigenkapital dividiert durch Bilanzsumme // 3) Verzinsliche Schulden – Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten // 4) Jahresüberschuss

dividiert durch Eigenkapital // 5) Jahresüberschuss + Steuern vom Einkommen und vom Ertrag + sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen + sonstige Zinsen und ähnliche Erträge /l 6) Ergebnis nach Steuern + Nettozinsen im Zusammenhang mit der Finanzierung – Steuereffekt dividiert durch das durchschnittlich eingesetzte Kapital (Eigenkapital + Nettoverschuldung) // 7) Verzinsliche Schulden – Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, dividiert durch gesamtes Eigenkapital

Die Nettoverschuldung von Borealis verringerte sich von 368 Mio. EUR im Jahr 2024 auf 239 Mio. EUR im Jahr 2025. Dies war auf mehrere Faktoren zurückzuführen: die positive Veränderung im Working Capital, unterstützt durch die Umsetzung der We4Customers-Maßnahmen; die Rückzahlung des Borouge-4-Gesellschafterdarlehens in Höhe von 627 Mio. EUR aus dem Verkauf des Vermögenswerts im Vorfeld der Gründung der Borouge Group International (BGI); Dividendenausschüttungen von Borouge in Höhe von 413 Mio. EUR welche von Borealis Middle East Holding GmbH an Borealis GmbH durchgereicht wurde; und die Auslagerung des Baystar-Darlehens in Höhe von 656 Mio. EUR. Diese wurden teilweise aufgewogen durch Dividendenauszahlungen von 1,10 Mrd. EUR an ADNOC, OMV und BGI sowie durch eine Erhöhung des negativen konzerninternen Cash-Pool Saldos. Am 10. Dezember 2025 wurde die 300-Millionen-Euro-Anleihe von Borealis zurückgezahlt.

Überblick über die Ergebnisse

Umsatzerlöse

Borealis verkaufte im Jahr 2025 3,67 Millionen Tonnen Polyolefine, was einem Anstieg von 5,7 % gegenüber den 3,46 Millionen Tonnen im Jahr 2024 entspricht. Insgesamt blieb der europäische Polyolefinmarkt unter dem Druck der wirtschaftlichen Stagnation und der Unsicherheiten hinsichtlich der Zölle weiterhin gedämpft. Die Nachfrage nach Konsumgütern stieg in den USA und Europa leicht an. Die Nachfrage im Healthcare-Bereich und bei Haushaltsgeräten blieb unverändert, während sie im Bau deutlich schwächelte. Eine robuste Nachfrage war bei bestimmten Hochspannungskabelanwendungen in den Borealis- Geschäftsbereichen Energy und Mobility zu beobachten.

Der Absatz von Borealis Basischemikalien steigerte sich von 1,15 Millionen Tonnen im Jahr 2024 auf 1,24 Millionen Tonnen im Jahr 2025 .

Trotz der Steigerung im Absatzvolumen sanken die Umsatzerlöse von EUR 7.453 Millionen auf EUR 7.259 Millionen. Diese Entwicklung ist vor allem auf die unterjährige Preisentwicklung zurückzuführen, siehe dazu auch das Kapitel „Geschäftsüberblick“.

Kostenentwicklung

Im Jahr 2025 sanken die Produktionskosten auf EUR 6.529 Millionen gegenüber

EUR 6.662 Millionen im Jahr 2024, trotz eines Anstiegs der verkauften PO-Mengen um 5,4 %. Die Kosten für Forschung und Entwicklung betrugen EUR 88 Millionen, verglichen mit EUR 62 Millionen im Jahr 2024.

Mit Ende Dezember 2025 belief sich die Zahl der Mitarbeiter (Personen) der Borealis GmbH auf 365 (2024: 380).

Risikomanagement im Unternehmen

Borealis verfügt über einen dokumentierten Risikomanagementprozess, der sicherstellt, dass alle Teile des Konzerns regelmäßig Risiken identifizieren, bewerten und adressieren. Dieser Prozess unterstützt sowohl langfristige Strategien als auch kurzfristige Ziele, indem er neu auftretende und strategische Risiken erfasst. Borealis fördert eine starke Risikokultur, wodurch es schwieriger wird, dass unerwartete Ereignisse oder Maßnahmen den Konzern einem Risiko aussetzen.

Im Jahr 2025 lag das Hauptaugenmerk von Borealis bei seinen Risikomanagementaktivitäten weiterhin darauf, Wachstum, Rentabilität und Nachhaltigkeit im Gleichgewicht zu halten. Anhaltende geopolitische und marktbezogene Schwankungen machten die Schwachstellen des

globalen Energiesystems deutlich und unterstrichen die Herausforderungen bei der Umstellung auf grüne Energie und Kreislaufwirtschaft. In Europa sah sich die Branche mit erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit und einem strengeren regulatorischen Umfeld konfrontiert. Borealis konsolidiert, berichtet und überprüft diese und andere Risiken regelmäßig, um eine wirksame Überwachung und Reaktion zu gewährleisten.

Borealis unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Risiken. Zu den relevantesten Risikoarten gehören unter anderem die nachfolgend beschriebenen.

Strategische Risiken stehen häufig im Zusammenhang mit ungünstigen langfristigen Entwicklungen auf dem Markt und/oder in der Branche, Entwicklungen im Bereich Technologie und Innovation, Veränderungen im Wettbewerbsumfeld oder einer Gefährdung des Rufs des Konzerns.

Operative und taktische Risiken sind unerwartete kurz- oder mittelfristige Entwicklungen, die sich direkt auf den täglichen Geschäftsbetrieb des Konzerns auswirken können. Diese Risiken werden anhand festgelegter Richtlinien und Verfahren systematisch bewertet und von den zuständigen Geschäftsbereichen gesteuert.

Im Bereich Operations wurde ein proaktiver Risikopräventionsansatz implementiert, der Risiken in den Bereichen Produktion, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSE), Produktverantwortung, Anlagenverfügbarkeit und Qualität abdeckt. Der Risikomanagementansatz sichert auch den Responsible Care®-Ansatz in Bezug auf Risiken im operativen Geschäft. Der Standard- Risikomanagementprozess umfasst dabei eine einheitliche Risikomatrix und Risikoregister, die nach einem Bottom-up-Prinzip, das heißt von der Anlagenebene bis zur Portfolioebene, aufgebaut sind und damit ein einheitliches Risikobewertungssystem für den gesamten Betrieb ermöglichen.

In Übereinstimmung mit seinen gesetzlichen Verpflichtungen bewertet und berichtet Borealis in seiner Nachhaltigkeitserklärung die potenziell negativen Auswirkungen seiner Aktivitäten auf die Umwelt und die Gesellschaft sowie entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung. Die HSE- Abteilung analysiert für den Konzern die Risiken im Bereich ESG (Environment, Social and Governance; Umwelt, Soziales und Governance) sowie die Auswirkungen auf die Umwelt und die Mitarbeitenden in allen Themenbereichen (E1-E5 und S1-S4), die in den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) definiert sind; dazu gehört beispielsweise E2 (Umweltverschmutzung).

Um die Kunststoffzirkularität voranzutreiben, entwickelt Borealis weiterhin neue kreislauffähige und auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Produkte und Anwendungen, erweitert sein Portfolio um emissionsarme Produkte und baut Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette und mit Interessenträgern auf. So sollen die Bemühungen der Branche Klimaneutralität zu erreichen, beschleunigt werden. Ein transitionsbezogenes Risiko ist jedoch die langsamere Akzeptanz kreislauffähiger und auf nachwachsenden Rohstoffen basierender Produkte. Dies liegt an der schwachen Nachfrage durch anhaltend niedrige Preise für Kunststoffe auf Basis fossiler Brennstoffe.

Klimabezogene physische Risiken beziehen sich in erster Linie auf potenzielle Schäden an Vermögenswerten sowie auf Unterbrechungen von Transportwegen, die durch extreme Wetterereignisse und andere Faktoren verursacht werden.

Projektbezogene Risiken bei Borealis werden während des Projektgenehmigungsprozesses bewertet und umfassen finanzielle, marktbezogene, technische, rechtliche, strategische, betriebliche, länderbezogene und politische Faktoren sowie Faktoren im Zusammenhang mit geistigem Eigentum. Bei der Bewertung werden die Wahrscheinlichkeit einer termingerechten Fertigstellung, der Ressourcenbedarf und das Erreichen der Ziele berücksichtigt. Die Projektmanager überwachen diese Risiken und melden sie dem Projektlenkungskommittee (Project Steering Committee).

Zu den Finanz- und Marktrisiken bei Borealis zählen Risiken, die sich aus unerwarteten Veränderungen von Marktangebot und -nachfrage, sowie von Rohstoffpreisen, Dienstleistungen oder Finanzierungskosten ergeben. Weitere Risiken können durch Liquiditätsprobleme, Schwankungen der Zinssätze und Wechselkurse, Kredit- und Versicherungsprobleme oder der Nichterfüllung von Zahlungs- oder Lieferverpflichtungen durch Vertragspartner auftreten. Diese Risiken können auch auf falschen Annahmen oder der unsachgemäßen Verwendung von Finanzmodellen beruhen.

Eine detaillierte Bewertung des Finanzrisikomanagements findet sich in Anhangangabe 17 des Konzernabschlusses. Der Vice President Treasury & Funding und der Vice President Legal sind dafür verantwortlich, das Management sämtlicher finanzieller Risiken zu koordinieren und über sie Bericht zu erstatten.

Compliance-Risiken umfassen gesetzliche und regulatorische Anforderungen, die Einhaltung von Verhaltenskodizes und Ethics Policies, die Einhaltung von Standards und ordnungsgemäße Vertragspraktiken. Das Aufrechterhalten einer ethischen Unternehmenspolitik ist von entscheidender Bedeutung, um den Ruf des Konzerns zu schützen und seinen fortwährenden Erfolg zu sichern. Taktische oder generische Risiken, die häufig durch Compliance-Prozesse identifiziert werden, beziehen sich in der Regel auf Schwächen in Verfahren oder Kontrollen.

Risiken der Informationssicherheit betreffen die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit kritischer Unternehmensdaten. Der Vice President Digital Solutions und der Vice President Legal unterstützen die Führungskräfte bei der Bewertung dieser Risiken sowie bei der Entwicklung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Risikominderung Die Geschäftsführung überprüft regelmäßig die wichtigsten Risiken des Konzerns, bestimmt seine Risikotoleranzschwellen, überwacht die Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominderung und berichtet dem Aufsichtsrat über die wichtigsten Risiken und Maßnahmen zur Risikominderung. Die Geschäftsführung gewährleistet die Integration der Risikobewertung in ihre strategische Planung.

Der Aufsichtsrat ist für die Überwachung der Effektivität des Risikomanagementprozesses, der Risikoaffinität und Toleranzschwellen, der Risikopositionen des Konzerns und der Effektivität der risikomindernden Maßnahmen verantwortlich. Der Aufsichtsrat delegiert einige dieser Verantwortungsbereiche an den Prüfungsausschuss (Audit Committee), ein Unterausschuss des Aufsichtsrats.

Alle Arbeitnehmer von Borealis sind im Rahmen ihrer Befugnisse und in ihren Arbeitsbereichen für die Risikosteuerung verantwortlich. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass das Risikomanagement erfolgreich in der Organisation des Unternehmens verankert wird und in den täglichen Entscheidungsprozessen Anwendung findet.

Änderung der Unternehmensstruktur

Wie am 3. März 2025 bekannt gegeben, unterzeichneten OMV und ADNOC eine verbindliche Vereinbarung zur Zusammenführung von Borealis und Borouge zur Borouge Group International AG (BGI). Die beiden Partner vereinbarten außerdem den Erwerb von Nova Chemicals, einem in Nordamerika ansässigen Polyolefinproduzenten. Die Fusion und der Erwerb sollen vorbehaltlich der behördlichen und sonstigen Genehmigungen voraussichtlich im ersten Quartal 2026 zeitgleich abgeschlossen werden.

In Vorbereitung auf die Fusion von Borealis und Borouge wurde die bisherige Rechtsform von Borealis als Aktiengesellschaft (AG) zum 13. Juni 2025 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) umgewandelt.

Am 10. September hat der direkte Anteilseigner von Borealis, die OMV Downstream GmbH (100-prozentige Tochtergesellschaft der OMV Aktiengesellschaft), seine Anteile an Borealis (75 %) auf die BGI abgespalten und gleichzeitig die BGI gegründet (Abspaltung zur Neugründung). Mit Wirkung zum 25. September 2025 brachte der zweite direkte Anteilseigner von Borealis, die XRG Austria GmbH (ehemals MPP Holdings GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) P.J.S.C.), seine Anteile an Borealis (25 %) im Wege einer Downstream-Einlage in die BGI ein, was letztlich zu einer 100- prozentigen Beteiligung der BGI an Borealis führte.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung

Wie am 20. Mai 2025 von OMV bekannt gegeben, wird Alfred Stern, derzeit Chief Executive Officer der OMV Aktiengesellschaft, Vorstandsvorsitzender der OMV und Aufsichtsratsvorsitzender von Borealis, nach Ablauf seiner Amtszeit am 31. August 2026 nicht erneut für das Amt des OMV-CEO kandidieren. Weitere Informationen zur Nachfolgeplanung werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

Unternehmensstrategie und Ausblick

Anfang 2025 hat Borealis seine Unternehmensstrategie „We4Customers“ aktualisiert und angepasst, um noch kunden- und zukunftsorientierter zu werden: Die Strategie hat ihren Ursprung in dem gemeinsamen Ziel des OMV Konzerns, „Reinventing Essentials for Sustainable Living“. Die vier miteinander verknüpften Bereiche Nachhaltigkeit, Effizienz, innovative Lösungen und Sicherheit leiten Borealis bei seinem Bestreben, durch innovative und nachhaltige Polymerlösungen auf Basis seiner unternehmenseigenen Technologien Mehrwert für seine Kunden zu schaffen und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Die Strategie, die von Kunden sowie internen und externen Interessenträgern positiv aufgenommen wurde, hat Borealis bei seinen Bemühungen geleitet, die Effizienz seiner eigenen Operations zu steigern und gleichzeitig die Bedürfnisse seiner Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.

Im Jahr 2025 wurden erhebliche Fortschritte bei wichtigen Wachstumsprojekten wie der PDH- Anlage in Kallo und Borouge 4 sowie bei Baystar Bay 3, dem Joint Venture mit TotalEnergies in den USA, erzielt. Außerdem wurden Verbesserungen bei der Zuverlässigkeit und der wirtschaftlichen Leistung der Anlagegüter vermeldet. Spezielle Initiativen wie „Simplify to Excel” trugen dazu bei, die finanzielle Leistung in Bezug auf Beschaffungspraktiken, Fixkosten und Working Capital zu verbessern. Schließlich wurden die digitalen Kapazitäten durch die Implementierung der Enterprise Resource Planning (ERP)-Software SAP S4/HANA in Verbindung mit mehreren KI-Programmen im gesamten Unternehmen gestärkt.

Bei der Umsetzung der We4Customers-Strategie wurden neue und potenziell bedeutende Verbesserungsbereiche identifiziert und anschließend in die Planung für 2026 aufgenommen. Ebenso unterstützt die Strategie die internen Vorbereitungen für die Gründung der Borouge Group International (BGI). Durch die Bündelung der sich ergänzenden Stärken von drei Weltklasseunternehmen – Borealis, Borouge und Nova Chemicals – wird eine führende Plattform für Polyolefine geschaffen, die wichtige globale Märkte abdeckt. Zu den erheblichen Synergieeffekten, die bis 2030 auf mindestens 500 Millionen US-Dollar pro Jahr geschätzt werden, wobei der Anteil von Borealis noch geprüft wird, gehören folgende: Eine vorteilhafte Kostenposition durch Zugang zu kostengünstigen Rohstoffen, ein vielfältiges auf Wertzuwachs ausgerichtetes Portfolio, das auf führenden, unternehmenseigenen Technologien basiert, und die notwendige Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit, damit die BGI die weltweite Nachfrage nach Kreislauflösungen und nachhaltigen Lösungen voll ausschöpfen kann.

Die weltweiten Überkapazitäten dürften für die Hersteller weiterhin eine Herausforderung darstellen. Niedrigere Ölpreise könnten jedoch zu einer günstigeren Situation für Naphtha- Cracker in Europa führen. Dies könnte andere marktbasierte Faktoren, die negative Auswirkungen auf die Leistung haben, kompensieren. Trotz anhaltender geopolitischer Turbulenzen und der unbeständigen Märkte ist Borealis – innerhalb des neu gegründeten BGI – gut positioniert, um seine eigene Position als führendes Unternehmen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Innovation und Vermarktung innovativer Polyolefine auszubauen.

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag – Geopolitische

Entwicklungen

Nach dem Bilanzstichtag kam es zu einer Verschärfung der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten infolge militärischer Auseinandersetzungen unter Beteiligung der Vereinigten Staaten und Israels sowie entsprechender Vergeltungsmaßnahmen Irans. Diese Entwicklungen betreffen unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, in denen Borouge seine wesentlichen operativen Aktivitäten ausübt.

Zum Zeitpunkt der Genehmigung dieses Abschlusses beobachtet das Management die Situation laufend. Die geopolitischen Entwicklungen könnten zu erhöhten Risiken in Bezug auf Sicherheit, Logistik, Energieversorgung, Versicherungsschutz sowie die Fortführung der operativen Tätigkeit von Borouge führen. Zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses wurden jedoch keine wesentlichen Beeinträchtigungen der Produktion oder der operativen Prozesse von Borouge festgestellt.

Für Borealis, dessen Produktionsstandorte und wesentliche Absatzmärkte überwiegend in Europa liegen, wurden bislang keine direkten operativen Auswirkungen festgestellt. In bestimmten Szenarien könnten anhaltende Störungen der Lieferwege im Nahen Osten, insbesondere eine mögliche Einschränkung oder Blockade der Straße von Hormus, zu einer Verknappung des globalen Polyolefinangebots, zu Veränderungen der Handelsströme sowie zu höheren und volatileren Ölpreisen und damit verbundenen Kosten für Einsatzstoffe und Energie führen. Umfang und Dauer möglicher Auswirkungen sind jedoch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet und abhängig von der weiteren Entwicklung der geopolitischen Lage.

Aufgrund der dynamischen Situation ist eine verlässliche Quantifizierung der finanziellen Auswirkungen – sowohl negativer als auch positiver Art – auf Borealis sowie deren Beteiligungen derzeit nicht möglich. Die beschriebenen Sachverhalte stellen nicht zu

berücksichtigende Ereignisse nach dem Abschlussstichtag dar. Dementsprechend wurden in den vorliegenden Abschlüssen keine Anpassungen vorgenommen.

Das Management wird die weitere Entwicklung beobachten und potenzielle Auswirkungen auf Geschäftstätigkeit, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage laufend beurteilen.

Sonstige Information

Die Nachhaltigkeitserklärung auf Konzernebene wurde auf freiwilliger Basis in Übereinstimmung mit den ESRS erstellt.

Gemäß der Richtlinie über die Nachhaltigkeit der Berichterstattung von Unternehmen (CSRD) wurde Borealis im Berichtsjahr 2024 als Unternehmen der ersten Welle eingestuft. Nach dem Delisting des Unternehmens aufgrund der Rückzahlung der Anleihe am 10. Dezember 2025 wird Borealis zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 nicht mehr als solches eingestuft.

Borealis inkludiert weitere Informationen und Kennzahlen auf der Grundlage der Taxonomie- Verordnung (EU) 2020/852..

Borealis GmbH hat eine Niederlassung in Abu Dhabi.

Wien, 3. März 2026 Geschäftsführung:

Signed by:

Stefan Dobocky –291ADFB5A95E4E8.. Stefan Doboczky Chief Executive Officer

DocuSigned by:

Daniel Turnheim 6CF 350553844C.. Daniel Turnheim Chief Financial Officer

-Signed by:

Wolfram trenu

D28781BBB9EB45A..

Wolfram Krenn Executive Vice President Operations

DocuSigned by:

Philipe Roodlisoft

BB3C48B022C6401.. Philippe Roodhooft Executive Vice President Joint Ventures

Signed by:

Craig Arnold -A13CBDD95758403... Craig Arnold Executive Vice President Polyolefins, Circular Economy Solutions and Base Chemicals

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