Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
Die Wiener Sozialdienste Förderung & Begleitung GmbH führte 2025 folgende Dienstleistungen durch:
Basale Förderklassen Zentren für Entwicklungsförderung Mobile Frühförderung Wohnen (teilbetreut) Tagesstruktur HandWerk Mobile Ergotherapie Institut für Paar- und Familientherapie Kindertherapie
Für die Bereiche Basale Förderklassen, Kindertherapie, Zentren für Entwicklungsförderung und Mobile Ergotherapie bestehen Objektförderungen mit jährlichen Budgets. Die Budgets verstehen sich als Maximalbudgets, es erfolgt eine Akontierung und jährliche Abrechnung.
Für das Institut für Paar- und Familientherapie gibt es eine Budgetzusage seitens der MA 11. Überschüsse werden einer Rücklage zugeführt, Abgänge dieser Rücklage entnommen.
Die Basalen Förderklassen werden zur Gänze vom Fonds Soziales Wien (FSW) finanziert. Hier liegt die Auslastung des Budgets bei rund 95,6% (Vormittagsbetreuung 97,5%, Nachmittagsbetreuung 89,9%).
Für die Zentren für Entwicklungsförderung ist eine Kostenteilung zwischen der Österreichischen Gesundheitskasse und dem FSW im Verhältnis 50:50 vereinbart. Auch 2025 liegt der Bereich aufgrund des Ärztemangels und der damit einhergehenden eingeschränkten Aufnahme des therapeutischen Personals noch immer unter dem Budgetansatz im Masterplan.
Der Bereich der Mobilen Frühförderung verzeichnete einen Überschuss in Höhe von EUR 6.781,25 (VJ EUR 74.972,03), den wir einer zweckgebundenen Rücklage zugeführt haben.
Der Bereich Wohnen (Wohnverbund Breitensee, teilbetreute WG Maria-Rekker-Gasse, Garconnierenverbund Seestadt, Mobile Betreuung) verzeichnete ein positives Bereichsergebnis in Höhe von EUR 270.239,86 (VJ EUR 87.122.01).
Wiener Sozialdienste Förderung & Begleitung GmbH
Die Tagesstruktur HandWerk, samt Mobilitätskonzept, verzeichnete einen Überschuss in Höhe von EUR 93.330,15 (VJ Überschuss EUR 69.485,79). Die Auslastung lag bei 99,65%.
Das vom FSW genehmigte Budget für die Mobile Ergotherapie betrug im Berichtsjahr EUR 810.308,32. Für das Jahr 2025 wurden von der ÖGK EUR 609.718,50 (10.350 Einheiten) genehmigt.
Das Budget der MA 11 für das Institut für Paar- und Familientherapie wurde, unter Berücksichtigung der Einnahmen bei den Sozialversicherungsträgern, zur Gänze ausgeschöpft (Auslastung VJ 100%), es musste ein Betrag von EUR 12.630,65 (VJ Zuführung EUR 70.080,48) der zweckgebundenen Rücklage entnommen werden.
Für die Kindertherapie (KIT) ist eine Finanzierung von je 50:50 von FSW und der Österreichischen Gesundheitskasse vereinbart. Das Budget war in Summe mit EUR 352.440,00 gedeckelt und konnte aufgrund zu geringer Personalausstattung zu 82% ausgeschöpft werden.
Vermögens- und Ertragslage
Die Gesellschaft erzielte ein (operatives) Betriebsergebnis in Höhe von EUR 325.154,01 (VJ EUR 271.461,95) und ein Finanzergebnis in Höhe von EUR 21.039,07 (VJ EUR 17.037,15). Somit ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 346.193,08 (VJ EUR 288.499,10). Das Eigenkapital 2025 beträgt nun EUR 2.539.736,14 (VJ EUR 2.193.543,06). Die Eigenkapitalquote nach §23 URG ist dadurch auf 37,26% gestiegen (VJ 35,34%).
Finanzlage
Die Veränderung der liquiden Mittel stellt sich wie folgt dar:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| Cashflow aus dem operativen Bereich | -1.030.971 | 1.803.350 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -292.448 | -208.119 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 39.371 | 13.544 |
| Ergibt eine Veränderung der liquiden Mittel | -1.284.048 | 1.608.775 |
2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Vertragliche Situation Hauptauftraggeber
Basale Förderklassen Vormittagsbetreuung und Nachmittagsbetreuung
Die Förderzusage des FSW wurde Mitte Mai 2025 übermittelt. Beim valorisierten Budget der Basalen Förderklassen Vormittagsbetreuung wurden Personalkosten für 40 Klassen (eine Erhöhung um 3 Klassen ab September 2025) berücksichtigt, wodurch sich eine Fördersumme von EUR 4.053.670,00 ergab, was einer Valorisierung von 10,2% entspricht.
Die Fördersumme für die Basale Förderklassen Nachmittagsbetreuung beträgt EUR 1.318.130,00 was einer Kürzung von 1,6%entspricht.
Die Klassenanzahl erhöhte sich mit September 2025 auf 40 Klassen.
Aufgrund des fehlenden Personals konnten nur 10,5 Nachmittagsgruppen im Sommersemester 2025 und 9 Nachmittagsgruppen ab dem Wintersemester 2025/26 angeboten werden.
Zentren für Entwicklungsförderung
Die Budgetzusage des gemeinsamen Budgets (FSW und ÖGK, jeweils 50/50) erhielten wir von beiden Fördergebern erst Mitte Jänner 2026. Von Seiten der ÖGK wurde eine Fördersumme in der Höhe von EUR 4.877.753,87 (+ 2,4% im Vergleich zum Vorjahr) zugesagt. Der FSW schloss sich dem Vorschlag der ÖGK unter Berücksichtigung der Erlöse der Bundesländer an, wodurch sich eine Fördersumme von EUR 4.811.761,87 (+ 2,7% im Vergleich zum Vorjahr) ergab.
Die Nutzung der Fördermittel 2025 lag bei 98,3%.
Mobile Frühförderung
Der kostendeckende Tarif lag bei EUR 338,78 für geleistete 7.050 Einheiten (FSW Förderzusage 2024: EUR 335,11 bei 7.220 Einheiten). Es durften 393 Einheiten an Kontingentüberschreitung in 2025 nicht abgerechnet werden.
Weiterhin bleiben die bezahlten Nichtleistungszeiten der Mitarbeiter:innen bei gleichzeitigem Leistungsausfall hinsichtlich der Finanzierung im Rahmen der Subjektförderung ein ungelöstes Problem.
Wohnen
Der Tarifbrief wurde uns von Seiten des FSWs Anfang Februar 2025 zugestellt. Die durchschnittliche Anpassung der Tarife betrug 2,71%.
Tagesstruktur HandWerk
Der Tarif für die Tagesstruktur wurde für 2025 auf EUR 82,20 um 3,8% (VJ EUR 79,20) angehoben.
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Mobile Ergotherapie
Für den Bereich Mobile Ergotherapie wurde uns das Budget 2025 vom FSW am 14.02.2025 zugestellt. Insgesamt wurden EUR 810.308,32 genehmigt (entspricht 3,8% auf das Budget 2024).
Für das Jahr 2025 wurden von der ÖGK Mitte April schriftlich angekündigt, dass der Tarif 2025 nicht valorisiert wird (EUR 609.718,50), stattdessen wurde zugestimmt, dass 300 zusätzlich erbrachte Einheiten aus 2024 und 2025 nachverrechnet werden können. Zusätzlich zu einer Kontingenterhöhung auf 10650 EH (+300) wurden für 2026 und 2027 jeweils eine Tariferhöhung um 1,5% angeboten. Zusätzlich wurden bei den sonstigen Kassen die Summe von EUR 160.381,96 generiert. Somit konnte ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt werden.
Institut für Paar- und Familientherapie
Die Magistratsabteilung 11 hat Mitte Jänner 2025 mitgeteilt, dass für 2025 ein Nettobudget in der Höhe von EUR 670.005,99 zur Verfügung gestellt wird. Der Stand der Rücklage beträgt per 31.12.2025 EUR 217.935,73.
Die Valorisierung der Tarife für abrechenbare Therapieeinheiten wurde 2025 mit EUR 85,00 seitens der ÖGK festgelegt.
Kindertherapie
Da 2025 nicht alle Planstellen ganzjährig besetzt waren, konnte mit dem von der ÖGK und dem FSW gewährten 50:50 Budget für 2025 das Auslangen gefunden werden. Das mit den Fördergebern FSW und ÖGK vereinbarte Budget von EUR 352.440,00 wurde zu 82% ausgeschöpft.
Insgesamt kann gesagt werden, dass wir im Berichtsjahr grundsätzlich mit den von den Fördergebern gewährten Mitteln das Auslangen gefunden haben.
Die Gesellschaft verfügt gegenwärtig über ausreichend liquide Mittel, sämtliche operative Maßnahmen werden laufend bewertet und mit den wirtschaftlichen und personellen Ressourcen abgeglichen.
Für die Wirtschaftspläne 2026 erwarten wir einen Abgabetermin mit September 2026.
3. Risikomanagement
Allgemeines Risiko
Finanzierung der Dienstleistungen durch die Fördergeber
Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, für die erzielten Leistungen von den Fördergebern (allen voran FSW, aber auch ÖGK sowie MA 11) auch zukünftig die ausreichenden Budgetmittel zu erhalten. Die allgemeine angespannte budgetäre Lage, sowohl im Bund als auch in der Stadt Wien, erschweren es dem FSW, die Trägerorganisationen mit ausreichenden Mitteln auszustatten. Das Risiko besteht, dass der Gesellschaft in einzelnen Leistungsbereichen zu wenig budgetäre Mittel gewährt werden,
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Kosteneinsparungen mit negativen Auswirkungen auf die gesetzten Qualitätsmaßnahmen bzw. auch partielle Umstrukturierungen der Dienstleistungen wären die Konsequenz. Die beiden URG Kennzahlen (Eigenmittelquote sowie fiktive Schuldentilgungsdauer) werden konsequent im Auge behalten.
Personelles Risiko
Es kann gesagt werden, dass die Aufnahme von neuen Mitarbeiter:innen - in enger Zusammenarbeit mit der Personalabteilung des Vereins Wiener Sozialdienste - trotz allgemeinen Arbeitskräftemangels - nach wie vor recht gut gelingt. Das Rekrutieren von hochspezialisierten Berufen, insb. Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Pädiatrie, gestaltet sich nach wie vor herausfordernd. Das Risiko, durch nicht vorhandene Spezialist:innen Leistungseinbußen und unmittelbare Versorgungsengpässe verzeichnen zu müssen, besteht.
Finanzinstrumente
Aufgrund der geringen Anzahl der nicht durch den FSW (bzw. ÖGK) geförderten Kundinnen und Kunden wurde kein spezielles Forderungsmanagement eingerichtet. Jede Forderung wird einzeln bewertet und bei Bedarf wertberichtigt.
Es besteht kein Fremdwährungsrisiko.
Die liquiden Mittel werden, bis auf weiteres, als Festgelder am Geldmarkt veranlagt.
4. Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung wird in unserer Gesellschaft nicht betrieben.
5. Ausblick 2026
Um auch im Geschäftsjahr 2026 gute Ergebnisse in den einzelnen Bereichen erzielen zu können, ist es unabdingbar, weiterhin kostendeckende Sätze von den Fördergebern zu erhalten. Es gilt, auf die Kosten der in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft notwendigen Personalstrukturen und deren vereinbarte Leistungserbringungen aufmerksam zu machen.
Der Fortbestand und die weitere Finanzierung des Unternehmens sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gewährleistet. Eine zu niedrige tarifliche Bedeckung würde jedenfalls zu einer spürbaren Verringerung der noch bestehenden Rücklagen des Unternehmens führen.
Das Jahr 2026 wird im Zeichen der Konsolidierung aller bestehenden Angebote stehen. Für die Basalen Förderklassen planen wir die Umsetzung eines Ganztagsangebotes für 3 Basale Förderklassen, diese Maßnahme soll eine Erweiterung der Möglichkeit der Betreuung am Nachmittag ermöglichen. Vor allem der Ärztemangel stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen hinsichtlich des regulären Betriebs von
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nicht bettenführenden Krankenanstalten. Im Bereich Wohnen wird der lange geplante Garconnierenverbund (GVB) mit 13 zusätzlichen Klient:innen in Betrieb gehen. Für 2026 soll der GVB laut FSW noch als Projekt verrechnet werden. Die Einführung einer neuen Datenbank (HR360 sozial) ist sowohl in der Tagesstruktur als auch in der Mobilen Frühförderung vorgesehen. Das IPF feiert im September 2026 sein 50-jähriges Bestehen im Rahmen eines Festaktes u.a. auch mit Fachvorträgen.
Die Gesellschaft geht aufgrund der Vielfalt ihrer therapeutischen Angebote und dem klaren gesundheits- und sozialpolitischen Auftrag der Stadt davon aus, dass der Fortbestand aller Dienstleistungen jedenfalls gegenwärtig als noch gesichert angesehen werden darf.
6. Bestehende Zweigniederlassungen der Gesellschaft
Es bestehen keine Zweigniederlassungen der Gesellschaft.
Wien, am 08. Mai 2026
Die Geschäftsführung
Signiert von: Gisela Agnes Kersting-Kristof Datum: 18.05.2026 08:21:00
(11 TRUST
Gisela Kersting-Kristof, MBA