Inhaltsverzeichnis
der „11er“ Nahrungsmittel GmbH (Gesellschaft)
für das
Geschäftsjahr 2025
Alle Angaben in Mio € und in % sind nachfolgend auf eine Dezimalstelle gerundet.
Angaben in T€ sind auf volle Stellen gerundet.
Es finden die kaufmännischen Rundungsregeln Anwendung.
1. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft
Allgemeines
Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft liegt in der Erzeugung und dem Vertrieb von tiefgefrorenen Kartoffelprodukten. Die Gesellschaft versteht sich in diesem Markt als flexibler Nischenanbieter von hochwertigen Produkten. Dabei wurde die Produktpalette in den letzten Jahren auch durch Bio-, vegane und regionale Angebote erweitert.
Das Sortiment wird des Weiteren ergänzt durch den Handel mit anderen insbesondere tiefgefrorenen Nahrungsmitteln.
Die Erzeugnisse und Waren werden im In- und Ausland vertrieben. Die wesentlichen Märkte sind neben dem heimischen Markt, Deutschland, Italien und die restlichen Westeuropäischen Staaten.
In den letzten Jahren wurden jedoch auch gezielt weitere außereuropäische Märkte erschlossen.
Der Exportanteil der eigenproduzierten Erzeugnisse sowie der eingekauften Handelswaren am Gesamtumsatz beträgt 65,1%.
Geschäftsverlauf
Im Geschäftsjahr 2025 war das Marktumfeld durch einen überdurchschnittlichen Ertrag der weltweiten Kartoffelernte, Ausweitung von Produktionskapazitäten für Tiefkühl-Kartoffelprodukte in Europa sowie verstärkte Konkurrenz aus dem außereuropäischen Ausland geprägt.
Kostenseitig wirkten ein geringerer Energieaufwand, Effizienzmaßnahmen sowie, im Vergleich zu den Vorjahren, moderate Lohnerhöhungen stabilisierend.
11er Nahrungsmittel GmbH Galinastr. 34, 6820 Frastanz, Austria +43 (0)5522/515 21-0 [email protected] www.11er.at Bank: Raiffeisen Landesbank Vorarlberg mit Revisionsverband eGen Rheinstraße 11, 6900 Bregenz, Austria IBAN: AT17 3700 0000 0002 5023 BIC: RVVGAT2B UID-Nummer: ATU64421806 Firmenbuch: Landesgericht Feldkirch FN 207308s
Eine tiefere Bewertung der Lagerbestände sowie eine Rückstellung für drohende Verluste aus den Anbauund Lieferkontrakten der Kartoffeln belasteten den Rohertrag.
Hohe Projektkosten in Zusammenhang mit der Einführung eines neuen ERP-Systems sowie damit einhergehend die Stärkung des IT-Personals belasteten das Betriebsergebnis.
Ertragslage
Die Umsatzerlöse reduzierten sich 2025 (Mio € 106,2) gegenüber 2024 (Mio € 116,6 ) um 8,9%.
Die Betriebsleistung, nach Berücksichtigung der Bestandsveränderungen und den aktivierten Eigenleistungen, beträgt im Geschäftsjahr 2025 Mio € 107,9.
Das Betriebsergebnis des Geschäftsjahres 2025 beläuft sich auf Mio € 2,4 (Vorjahr Mio € 11,5). Dies entspricht einer Reduktion von 78,9%. Neben dem Absatzrückgang sind es insbesondere Wertberichtigungen der Vorräte sowie die Bildung von Drohverlustrückstellungen, die das Betriebsergebnis negativ beeinflussen.
Das Finanzergebnis lag im Jahr 2025 bei T€ -11 gegenüber T€ -17 im Jahr 2024.
Das Ergebnis vor Steuern wird mit Mio € 2,4 ausgewiesen und liegt damit um Mio € 9,1 oder 79,0% unter dem Vergleichswert des Vorjahres (Mio € 11,5).
Die atypisch stille Beteiligung der „11er“ Verwaltungs GmbH wurde im Jahr 2025 aufgelöst. Die Körperschaftsteuer fällt daher bei der „11er“ Nahrungsmittel GmbH an.
Damit beträgt der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2025 Mio € 2,372 und damit 2,2% der Betriebsleistung.
Leistungsparameter des Kerngeschäfts
Die Produktionsleistung, definiert als die gesamte produzierte Menge auf sämtlichen Fertigungslinien, betrug in 2025 44.472 to und fiel damit um 3.537 to geringer aus als im Vorjahr (2024: 48.009 to). Es gab keine Veränderung im Wertschöpfungsprozess; weder wurden Produktionsschritte ausgelagert noch bisher zugekaufte Leistungen selbst hergestellt.
Der Absatz betrug inklusive Handelsware in 2025 43.309 to und lag damit 4.751 to oder rund 10% unter dem Absatz des Vorjahres (48.060 to).
11er Nahrungsmittel GmbH Galinastr. 34, 6820 Frastanz, Austria +43 (0)5522/515 21-0 [email protected] www.11er.at
Bank: Raiffeisen Landesbank Vorarlberg
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| mit Revisionsverband eGen | ATU64421806 |
| Rheinstraße 11, 6900 Bregenz, Austria | Firmenbuch: |
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Im Berichtsjahr erfolgte ein Bestandsaufbau von Fertig- und Halbfertigerzeugnissen in Höhe von Mio € 1,6, bewertet zum Niederstwert aber maximal zu Herstellungskosten. Damit verändern sich die Relationen zur Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr.
Der Aufwand für Material und sonstige bezogenen Leistungen ohne Energie beträgt Mio € 44,1. Dies entspricht 40,9% der Betriebsleistung. Im Jahr 2024 betrug dieser Aufwand 37,0% der Betriebsleistung.
Das resultiert in einen Rohertrag von 59,1% der Betriebsleistung (Mio € 9,5 oder 13,0% geringer als 2024).
Der Aufwand für Energie beträgt Mio € 6,9 (6,4% der Betriebsleistung) und liegt damit Mio € 2,9 unter Vorjahr. Neben der geringeren Betriebsleistung sind hierfür insbesondere weitere Maßnahmen der Effizienzoptimierung verantwortlich.
Der Personalaufwand reduzierte sich gegenüber 2024 um Mio € 0,2 auf Mio € 24,2.
Die übrigen betrieblichen Aufwendungen sind mit Mio € 26,6 um 5,4% oder Mio € 1,4 höher als der Vergleichswert des Vorjahres mit Mio € 25,2.
Die Kosten für Unterhalt- und Reparaturleistungen lagen um T€ 514 höher als in 2024, die Kosten des ERP- Projekts um Mio € 1,2.
Analyse mittels finanzieller Leistungsindikatoren
Vermögens- und Finanzlage
Das Gesamtvermögen beträgt in 2025 Mio € 55,1 und bewegt sich damit auf ähnlich hohem Niveau wie in 2024 (Mio € 53,5).
Auch das Anlagevermögen blieb im aktuellen Geschäftsjahr nahezu unverändert - 2025: Mio € 22,2 (Vorjahr Mio €: 22,1). Nach den sehr hohen Investitionen in den Jahren 2023 und 2024 bestand der Fokus in 2025 auf Optimierungsmaßnahmen.
Das Umlaufvermögen (ohne Rechnungsabgrenzungsposten und aktive latente Steuern) zeigt sich mit einer Erhöhung von Mio € 0,8 nahezu unverändert ggü dem Vorjahr: 2025: Mio € 32,0, Vorjahr: Mio € 31,2. Der Erhöhung des Lagerbestands um Mio € 0,9 steht eine Reduktion der Forderungen um Mio € 1,1 gegenüber. Die liquiden Mittel haben sich durch eine höhere Factoringquote um Mio 1,1 erhöht.
Das buchmäßige Eigenkapital, welches bei dieser Betrachtung auch die gewährten Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln beinhaltet, beträgt zum 31. Dezember 2025 Mio € 38,0 (im Vorjahr Mio € 11,5). Dies entspricht einem Anteil am Gesamtkapital (Eigenkapitalquote) von 68,9 % (im Vorjahr 21,5 %).
11er Nahrungsmittel GmbH Galinastr. 34, 6820 Frastanz, Austria +43 (0)5522/515 21-0 [email protected] www.11er.at
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Im Zuge der Einbringung des Mitunternehmeranteils an der (atypisch) stillen Gesellschaft mit der “11er“ Nahrungsmittel GmbH als Geschäftsherrin wurde die atypische stille Gesellschaft aufgelöst. Das übertragene Vermögen wurde der Kapitalrücklage zugeführt.
Als Folge dieser Auflösung haben sich die Verbindlichkeiten um Mio € 26,4 gegenüber dem Vorjahr (Mio € 32,5) reduziert. Diese belaufen sich nunmehr zum 31. Dezember 2025 auf Mio € 6,1.
Das working capital beträgt in 2025 Mio € 21,3 (im Vorjahr Mio € – 4,1)
Die kurz- und langfristigen Rückstellungen werden um Mio € 1,6 höher als im Vorjahr ausgewiesen und betragen per 31. Dezember 2025 Mio € 11,0 (im Vorjahr Mio € 9,5). Aufgrund der beschaffungsmarktseitig eingegangenen Abnahmeverpflichtungen für Kartoffeln mussten Drohverlustrückstellungen in Höhe von Mio € 1,9 gebildet werden.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen nur noch T€ 669 im Jahr 2025.
Liquiditätslage
Unter Berücksichtigung des Cash-Flows aus der Veränderung des Umlaufvermögens und der kurzfristigen Verbindlichkeiten errechnet sich ein Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von Mio € 6,9 (im Vorjahr Mio € 13,4). Die Reduktion um Mio € 6,5 resultiert ausschließlich aus dem um Mio € 9,1 tieferen Ergebnis vor Steuern.
Investitionen und Desinvestitionen (Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit) führten im Berichtsjahr zu einem Mittelabfluss in Höhe von Mio € 4,0 und damit um Mio € 8,6 geringer gegenüber Vorjahr (Mio € 12,6).
Nach Berücksichtigung des Cash-Flows aus den Finanzierungsaktivitäten in Höhe von Mio € - 1,8 (im Vorjahr Mio € - 2,5) ergibt sich für das Berichtsjahr eine Zunahme an liquiden Mittel in Höhe von Mio € 1,1.
11er Nahrungsmittel GmbH Galinastr. 34, 6820 Frastanz, Austria T +43 (0)5522/515 21-0 [email protected] www.11er.at
Bank: Raiffeisen Landesbank Vorarlberg mit Revisionsverband eGen Rheinstraße 11, 6900 Bregenz, Austria IBAN: AT17 3700 0000 0002 5023 BIC: RVVGAT2B UID-Nummer: ATU64421806 Firmenbuch: Landesgericht Feldkirch FN 207308s
Übersicht Kennzahlen 2025
| Geschäftsjahr | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapitalanteil | 68,9% | 21,5% | 27,6% | 32,2% | 37,3% |
| Eigenkapital inkl. Investitionszuschüsse / Gesamtkapital | |||||
| Anlagendeckungsgrad | 170,7% | 52,1% | 90,5% | 95,4% | 93,0% |
| Eigenmittel / Anlagevermögen | |||||
| working capital | Mio € 21,3 | -Mio € 4,1 | Mio € 5,1 | Mio € 5,6 | Mio € 6,9 |
| kzfr. UV abzgl. kzfr. Fremdkapital | |||||
| working capital ratio | 295,9% | 88,4% | 121,1% | 131,0% | 159,6% |
| kzfr. Umlaufvermögen / kzfr. Fremdkapital | |||||
| Umsatzrentabilität | 2,3% | 9,9% | 13,3% | 6,9% | 4,6% |
| EBT / Umsatz | |||||
| Eigenkapitalrentabilität | 6,4% | 100,0% | 128,5% | 54,0% | 30,9% |
| Ergebnis vor Steuern / Eigenkapital | |||||
| Gesamtkapitalrentabilität | 5,0% | 24,2% | 38,5% | 19,1% | 12,5% |
| EBIT / Mittelw ert Gesamtkapital |
Zweigniederlassungen
Wie bereits in Vorjahren unterhält die Gesellschaft im Berichtsjahr keine Zweigniederlassung.
Forschung und Entwicklung
In der langfristigen Unternehmensplanung wird jährlich durchschnittlich 1 % des Umsatzes für Aufwendungen zu Forschung und Entwicklung reserviert.
Ziel der Aktivitäten unseres Unternehmens im Bereich Forschung und Entwicklung ist die Erweiterung der Produktpalette, die Sicherung des hohen Qualitätsstandards sowie Optimierung von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Durch kontinuierlichen Produktinnovationen und die ständige Weiterentwicklung bestehender Produkte an die steigenden Anforderungen des Marktes sowie der Verpflichtung zu nachhaltigem Wirtschaften wird die bestehende Wettbewerbssituation abgesichert und ausgebaut.
11er Nahrungsmittel GmbH Galinastr. 34, 6820 Frastanz, Austria T +43 (0)5522/515 21-0 [email protected] www.11er.at
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2. Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
3.1. Human Ressource
Auch im Jahr 2025 richtete die Gesellschaft den Fokus auf die Stärkung der Arbeitgebermarke, um den Herausforderungen der Mitarbeiterfluktuation und des Arbeitskräftemangels entgegenzutreten.
Durch die klare Definition der Marke, die Förderung einer wertschätzenden Kommunikation und ein durchdachtes Nachfolgemanagement kann zum einen die Mitarbeiterbindung auf einem hohen Niveau gehalten werden, zum anderen wird eine attraktive und zukunftsfähige Arbeitsumgebung geschaffen. Die Punkte beeinflussen sich dabei gegenseitig.
Erhöhte technische Anforderungen, regulatorische Vorgaben sowie der strategische Fokus auf effiziente Produktions- und Verwaltungsabläufe erfordern Fachpersonal, welches nur attraktive Arbeitgeber für sich gewinnen können.
Relevante Kennzahlen:
• Die Fluktuationsrate liegt im Jahr 2025 bei 10,0% (Vorjahr: 13,2%) und liegt damit erstmalig unter dem Benchmark von 12,5%. Durch eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine gezielte Personalstrategie kann die Fluktuationsrate weiter gesenkt und die langfristige Mitarbeiterbindung gesichert werden. • Die Auswertung der demografischen Zusammensetzung in der relevanten Gruppe der Führungskräfte zeigt branchenüblich eine Konzentration in den Altersgruppen 41 – 50 Jahre sowie 56 – 65 Jahre. Jüngere Führungskräfte unter 40 Jahren sind nach wie vor unterrepräsentiert. Maßnahmen eines gezielten Nachfolge- und Talentmanagement Programms sind definiert und werden strategisch nachhaltig umgesetzt. • Die Lehrlingsinitiative 2025 für unser Unternehmen wurde erfolgreich gestartet und wird im Jahr 2026 weiter intensiviert. • Die Absenzrate 2025 - Fehlzeiten aufgrund von Krankheit, Unfall etc. – liegt bei 5,4% (Vorjahr: 5,7%) und sinkt seit 2022 kontinuierlich (2022: 6,8%). Während der Overhead Bereich seit Jahren in einer tiefen Bandbreite stabil bleibt, zeigen sich die Erfolge eines aktiven Absenz-Managements insbesondere im Bereich des Produktionspersonals. Der Branchendurchschnitt 2024 lag bei 5,6%, Werte von 2025 sind noch nicht verfügbar.
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3.2. Umwelt
Kennzahlen:
| 2025 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Veränderung in % ggü VJ | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | abs. |
| Wasser / Kartoffel [m³/kg] | -4,05% | 0,20% | 5,35% | 5,31% | -4,59% | 4,570 |
| Energie / Kartoffel [kWh/kg] | 1,05% | -5,39% | 2,87% | 2,55% | -11,29% | 0,825 |
| THG-Emissionen / Kartoffel | ||||||
| [kg CO2e/kg] | 7,30% | -4,51% | 3,23% | 1,56% | -10,77% | 0,580 |
| Abfall gesamt / Kartoffel [kg/kg] | 0,46% | 11,56% | -19,93% | 6,92% | 7,17% | 0,299 |
- Der Wasserverbrauch korreliert maßgeblich mit der verarbeiteten Kartoffelmenge. Die umweltrelevante Kennzahl Wasser/Kartoffel hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert als Ergebnis von kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen, insbesondere auch durch eine höhere Sensibilisierung der Mitarbeiter. - Im Bereich des Energieeinsatzes/Kartoffel hat sich nun durch die nun vollständig umgesetzten Maßnahmen bei der Wärmerückgewinnung die erwartete Verbesserung eingestellt. Der Gas-Verbrauch konnte signifikant gesenkt werden. - Die Kennzahl THG-Emissionen ging in erster Linie durch die Senkung des Gasverbrauchs zurück. Weitere Reduktionen konnten im Scope 3 (zugekaufte Waren/Lebensmitteln, Dienstreisen) erzielt werden. - Die Kennzahl Abfall ist maßgeblich bestimmt durch den „Abfall“, der insbesondere bei der Kartoffelanlieferung sowie durch Schälung und Schnitt entsteht. Größere Schwankungen sind daher systemimmanent. Zu beachten ist, dass alle biologischen Abfälle in der Biogasanlage höherwertig recycelt werden. Im Jahr 2025 hat eine Umstellung des Ölabscheiders negativ zur Abfallentwicklung beigetragen.
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3. Risikoberichterstattung
Risikomanagementsystem
Unabhängig von den rechtlichen Verpflichtungen ist es für ein nachhaltiges Wirtschaften elementar, alle betrieblichen und finanziellen Risiken frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe zu bewerten, um Bedrohungen für das Unternehmen zu reduzieren.
Zentraler Bestandteil des Risikomanagementsystems ist ein umfassendes Berichtssystem, mit welchem die gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Entwicklung fortlaufend beobachtet und analysiert wird.
Die Geschäftsführung erhält regelmäßig Berichte über den Status und die Entwicklung der Produktion und des Verkaufes sowie auch Berichte über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Risikobericht Finanzinstrumente
Finanzinstrumente sind auf Vertrag basierende wirtschaftliche Vorgänge, die einen Anspruch auf den Austausch von Zahlungsmitteln beinhalten. Hierzu gehören zunächst
Originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, oder Bestände (Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten) sowie Finanzforderungen und Finanzschulden (vollständige Auflistung siehe Bilanz) unterliegen folgenden wesentlichen Risiken:
Ausfallsrisiko
Zur Absicherung des Ausfallsrisikos bei Kunden besteht grundsätzlich eine Warenkreditversicherung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, entweder direkt oder über die Zwischenschaltung eines Zahlungsabwicklers. Bei nicht versicherbaren Kunden wird mit einem aktiven Forderungsmanagement mit internen Limits und laufender Beobachtung der Zahlungsmoral das Risiko abgeschätzt um das Ausfallrisiko so gering wie möglich zu halten.
Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko ist die mögliche Wertschwankung eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes.
Im operativen Bereich ist dieses Risiko nicht von Bedeutung. Bei langfristigen Finanzierungsvereinbarungen wurden die Laufzeiten gestaffelt sowie ein Teil mit Fix-Zinsbeträgen abgeschlossen. Die variablen Finanzierungsvereinbarungen basieren auf marktüblichen Zinsgleitklauseln.
11er Nahrungsmittel GmbH Galinastr. 34, 6820 Frastanz, Austria +43 (0)5522/515 21-0 [email protected] www.11er.at Bank: Raiffeisen Landesbank Vorarlberg UID-Nummer: mit Revisionsverband eGen ATU64421806 Rheinstraße 11, 6900 Bregenz, Austria Firmenbuch: IBAN: AT17 3700 0000 0002 5023 Landesgericht Feldkirch BIC: RVVGAT2B FN 207308s
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen per 31.12.2025 nur noch T € 668,7 mit einer Laufzeit bis Q3/2028.
Währungsänderungsrisiko
Die Fakturierung erfolgt fast ausschließlich in EURO. Als einzig wesentliche Fremdwährung ist das britische Pfund (GBP) zu erwähnen. Kurzfristige Wechselkursschwankungen werden über Devisenterminverträge mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 3 Monaten begrenzt.
In den ausgewiesenen Forderungen von Mio € 13,2 (Vorjahr: Mio € 14,4) belaufen sich Fremdwährungsforderungen auf einen Bilanzwert von T € 892.
In den ausgewiesenen Verbindlichkeiten von Mio € 6,1 (Vorjahr: Mio € 32,5) sind Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einem Bilanzwert von T € 9 enthalten.
Risikobericht zu sonstigen Faktoren
Technik
Unsere gesamten technischen Ausstattungen und Einrichtungen entsprechen einem hohen technischen Standard und werden laufend gewartet bzw. erneuert. In den letzten Jahren wurden umfangreiche Investitionen getätigt, um sicherzustellen, dass alle behördlichen Vorschriften eingehalten werden.
IT-Risiken
Zur Minimierung möglicher Risiken aus der Informationstechnologie setzt 11er moderne Hardware und aktuelle Software ein. Ausfallsrisiken werden durch geeignete Redundanzen bestmöglich reduziert. Risikominierend wirken regemäßige Schulungsmaßnahmen für das gesamte 11er Personal hinsichtlich der gängigen Gefahrenquellen sowie der allgemein einzuhaltenden Vorschriften, hier insbesondere die Vorschriften der DSGVO.
11er Nahrungsmittel GmbH Galinastr. 34, 6820 Frastanz, Austria T +43 (0)5522/515 21-0 [email protected] www.11er.at
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4. Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2026 ist weiterhin von einem herausfordernden und volatilen Umfeld auszugehen, das wesentlich durch geopolitische Entwicklungen, die daraus resultierenden Energie- und Rohstoffpreisschwankungen sowie die gesamtwirtschaftliche Lage in Europa beeinflusst wird.
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt die Eskalation im Nahen Osten und deren potenzielle Auswirkungen auf Transport- und Energieflüsse, insbesondere über die Straße von Hormus.
Die Energiepreis- und Inflationsentwicklung ist dabei ein zentraler Treiber der konjunkturellen Rahmenbedingungen. Es ist von nachhaltig höheren Öl- und Gaspreisen auszugehen, die die Inflation in die Höhe treiben und damit die Kaufkraft, den Konsum und letztendlich Wachstum in beträchtlichem Maße dämpft. Bereits im März 2026 stieg die Inflation im Euroraum auf 2,5%, fast ausschließlich getrieben durch höhere Preise für Energie.
Europa steht mehr denn je vor der Herausforderung, seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, seine Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen, und die steigenden Sozialausgaben in den Griff zu bekommen. Strukturelle Reformen wie Entbürokratisierung und verstärkte Investitionen in Innovation und Digitalisierung sind notwendig.
Für die Nahrungsmittelindustrie ist davon auszugehen, dass sich ein Teil dieser Kostenimpulse über Energie, Transport und Vorprodukte in der Lieferkette niederschlagen wird. Die Düngerpreise sind bereits erheblich gestiegen, was den Anbau von landwirtschaftlichen Produkten, hier: Kartoffeln teurer macht. Absatzseitig bietet das erreichte (Verkaufs-)Preisniveau kurzfristig keine Chance auf merkliche Preisanpassungen.
Trotz dieses heraufordernden Marktumfelds kann davon ausgegangen werden, dass die Megatrends: nachhaltige und gesunde Ernährung sich fortsetzen werden.
Hier ergeben sich Marktchancen, die es durch eine gezielte Entwicklung des Produktportfolios – laufende Positionierung von innovativen Nischenprodukten mit Alleinstellungsmerkmal - zu ergreifen gilt.
Neben dieser strategischen Gestaltung des Produktportfolios hat die Gesellschaft weitere strategische Handlungsfelder definiert.
(1) Ausbau Stamm-Markt - Fokus auf den europäischen Markt Raum gepaart mit flexibler Erschließung neuer Märkte (2) Digitalisierung und Automatisierung - Prozessoptimierung: Vollständige Implementierung des ERP-Systems und weiteren Automatisierungslösungen zur Verbesserung von Produktions- und Verwaltungsprozessen
11er Nahrungsmittel GmbH Galinastr. 34, 6820 Frastanz, Austria T +43 (0)5522/515 21-0 [email protected] www.11er.at
| Bank: Raiffeisen Landesbank Vorarlberg | UID-Nummer: |
|---|---|
| mit Revisionsverband eGen | ATU64421806 |
| Rheinstraße 11, 6900 Bregenz, Austria | Firmenbuch: |
| IBAN: AT17 3700 0000 0002 5023 | Landesgericht Feldkirch |
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(3) Ressourceneffizienz: Implementierung von weiteren Maßnahmen zur Reduktion des Energie- und Wasserverbrauchs. Laufende Investitionen in Biogas-, WRG- sowie PV-Anlagen optimieren den CO2 footprint und stabilisieren mittel- bis langfristig die Kostenbasis (4) Risikomanagement – “11er“ setzt auch zukünftig auf die Pflege der langjährigen Beziehungen zu Vertragslandwirten, um die Gefahr kurzfristig wirksamer massiver Preisausschläge zu reduzieren (5) Finanzmanagement - Solides Finanzmanagement zur Abfederung von kurzfristigen Marktverwerfungen
Unabhängig dessen ist und bleibt das Versprechen zum nachhaltigen Wirtschaften für die „11er“ Nahrungsmittel GmbH ein zentrales Thema. Daher werden auch weiterhin entsprechende Maßnahmen u.a. zur CO2 Reduktion und Verstärkung der Kreislaufwirtschaft gesetzt werden.
Die Geschäftsleitung der „11er“ Nahrungsmittel GmbH setzt weiterhin auf ein flexibles, auf Nachhaltigkeit angelegtes Geschäftsmodell, organisches Wachstum und auf proaktive Maßnahmen zur Risikosteuerung. Die Marktbedingungen sind komplex und volatil. Daher sind Prognosen für das neue Geschäftsjahr nicht möglich.
Die Herausforderung wird im Jahr 2026 insbesondere sein, Kostenimpulse (insbesondere energie- und logistikgetrieben) sowie Nachfrageschwankungen in preissensitiven Marktsegmenten operativ zu steuern.
Frastanz, 08. Mai 2026
Die Geschäftsführer Dr. Clemens Grabher
has belect Mag. Thomas Schwarz
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