Inhaltsverzeichnis
APV
der APV Technische Produkte Ges.m.b.H.
Geschäftsjahr 2025
zum 31. Dezember 2025
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
1.1 Unternehmensstruktur und Geschäftsführung
Einzige Gesellschafterin ist die APV Verwaltungsholding GmbH, FN 389537 z, Landesgericht Krems an der Donau. Die Geschäftsführung der APV Technische Produkte Ges.m.b.H. ist zwischen Herrn Ing. Karl- Heinz Steindl als CEO und Frau Birgit Schöls als CHRO, seit 16. November 2022, aufgeteilt.
Herr Ing. Karl-Heinz Steindl verantwortet die operativen Bereiche Produktgruppenmanagement Sä- und Streutechnik, Vertrieb, Fertigung, Qualitätsmanagement, kaufmännischer Bereich, EDV, Einkauf und Kundendienst. Frau Birgit Schöls ist für den Bereich Personal verantwortlich und über die APV Verwaltungsholding GmbH indirekte wirtschaftliche Eigentümerin der Gesellschaft.
Die Firmengruppe unterhält Vertriebstöchter in Deutschland, Rumänien, Russland, den USA und Brasilien, die rechtlich indirekt von der APV Verwaltungsholding GmbH gehalten werden.
1.2 Produkte, Geschäftsprozesse und Absatzmärkte
Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb von Land- und Kommunalmaschinen. Die Gesellschaft ist stark exportorientiert und erzielt rund 90 % ihrer Umsätze im Ausland. Die Hauptmärkte liegen in der Europäischen Union, insbesondere in Deutschland, Osterreich, Frankreich, Tschechien, Polen und den Niederlanden. Weitere Fokusmärkte sind Südamerika und Japan. Das Produktprogramm umfasst Sä- und Streugeräte, Hack- und Pflegegeräte sowie Winterdienstgeräte. Die laufende Weiterentwicklung des Produktportfolios, eine flexible Reaktion auf regionale Kundenanforderungen und die enge Zusammenarbeit zwischen Vertrieb, Konstruktion und Produktion bilden wesentliche Bestandteile des Geschäftsmodells.
1.3 Geschäftsverlauf 2025
Das Geschäftsjahr 2025 war von einem stabilen, zugleich jedoch zunehmend herausfordernden Marktumfeld geprägt. Hohe Kosten in der Landwirtschaft, Zinsbelastungen, unsichere Agrarmärkte sowie politische und regulatorische Rahmenbedingungen führten zu einem volatilen und teilweise zurückhaltenden Investitionsverhalten der Kunden. Die Nachfrage nach den Produkten der Gesellschaft blieb grundsätzlich bestehen, Kaufentscheidungen wurden jedoch in mehreren Märkten zeitlich verschoben oder vorsichtiger getroffen.
Zu Jahresbeginn wurde für 2025 ein Umsatzwachstum von rund 8 % gegenüber dem Vorjahr budgetiert. Das erste Quartal startete verhalten, lag insgesamt jedoch knapp über den Planwerten. Darin enthalten waren Umsatzerlöse aus Ware in Transit von rund EUR 0,8 Mio. sowie eine Lagerfinanzierung für Maschinen im Schauraum Dallein von rund EUR 0,35 Mio. Im zweiten Quartal lag der Umsatz rund 17 % unter Budget. Die fehlenden Umsätze aus April und Mai verschoben sich großteils in das dritte Quartal. Der Forecast wurde daraufhin angepasst und ging für das Gesamtjahr von einem Wachstum von rund 4 % bis 5 % aus.
Im dritten Quartal bewegten sich die Umsätze in etwa auf Vorjahresniveau und lagen rund 3 % unter Budget. Im vierten Quartal konnte das Budget insbesondere durch gezielte Einlagerungsaktionen überschritten werden. Das Geschäftsjahr 2025 wurde schließlich mit einem moderaten Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen. Das ursprünglich geplante Wachstum wurde nicht vollständig erreicht, der im Jahresverlauf angepasste Forecast jedoch weitgehend erfüllt.
Regional zeigte sich ein differenziertes Bild. In Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Slowenien blieb die Umsatzentwicklung hinter den Erwartungen. Positiv entwickelten sich hingegen insbesondere Osterreich, Polen, Brasilien, Irland, Japan, Chile und Neuseeland. Die breite geografische Aufstellung trug dazu bei, schwächere Entwicklungen einzelner Kernmärkte teilweise zu kompensieren.
Der deutsche Markt blieb aufgrund seiner Größe und strategischen Bedeutung besonders im Fokus. Zur Verbesserung der Marktbearbeitung wurden die Vertriebsstrukturen angepasst, die direkte Betreuung der Endkunden intensiviert und seit 1. Juni 2025 ein neuer, mit der Agrarwirtschaft vertrauter Vertriebsleiter eingesetzt. Lager- und Endkundenfinanzierungen erwiesen sich insbesondere bei Großmaschinen als sinnvolle Alternative zur Unterstützung von Kaufentscheidungen.
Die im Jahresverlauf gesetzten Maßnahmen umfassten eine konsequente Kostenkontrolle, die Optimierung interner Prozesse, gezielte Einsparungen im Einkauf und bei Investitionen, eine aktive Steuerung der Lagerbestände, die Intensivierung der Kundenbetreuung und Neukundenakquise sowie die Anpassung des Produktportfolios an veränderte Marktbedürfnisse. Die Gesellschaft konnte auch kurzfristige Kundenanforderungen flexibel umsetzen, etwa die Konstruktion und Lieferung eines 16- Meter-Striegels innerhalb kurzer Zeit.
1.4 Wirtschaftliche Lage
Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2025 insgesamt stabil. Das Unternehmen erzielte Umsatzerlöse von EUR 27,29 Mio. und damit ein moderates Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Die Ergebnisentwicklung wurde insbesondere durch den Produktmix, einen im Verhältnis zum Umsatz günstigeren Wareneinsatz und die fortgesetzte Kostensteuerung unterstützt.
Das Rohergebnis belief sich auf rund EUR 15,80 Mio. Der Personalaufwand betrug rund EUR 8,03 Mio. Die im Jahr 2024 eingeleiteten Maßnahmen zur Verschlankung der Organisation und zur Verbesserung der Kostenstruktur wirkten 2025 weiter. Gleichzeitig waren aufgrund der intensiveren Marktbearbeitung höhere vertriebsbezogene Reiseaufwendungen sowie Aufwendungen für Produktpräsentationen und Messeaktivitäten zu verzeichnen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entwickelten sich überwiegend planmäßig. Eine wesentliche Abweichung resultierte aus einer pauschalen Wertberichtigung von Forderungen gegenüber der verbundenen APV USA. Investitionen und laufende Kosten wurden ganzjährig beobachtet und an die tatsächliche Geschäftsentwicklung angepasst.
Die Liquiditätsentwicklung blieb nach den vorliegenden internen Berichten gut. Dazu trugen die konsequente Steuerung des Einkaufs und der Lagerbestände, die Ergebnisverbesserung sowie die laufende Beobachtung des Working Capitals bei. Die Geschäftsführung beurteilt die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft trotz des anspruchsvollen Marktumfelds als zufriedenstellend. Die umgesetzten Maßnahmen bilden eine belastbare Grundlage für die weitere Unternehmensentwicklung.
1.5 Zweigniederlassungen und Betriebsstätten
Das Unternehmen verfügt neben dem Hauptsitz in Dallein 62, 3753 Hötzelsdorf, über einen weiteren Firmensitz am Keilweg 1, 3100 St. Pölten.
2. Finanzielle Leistungsindikatoren
2.1 Ertragslage
Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2025 beliefen sich auf EUR 27,28 Mio. Das Rohergebnis betrug rund EUR 15,60 Mio. Der Jahresüberschuss belief sich nach dem vorliegenden Jahresabschluss auf rund EUR 0,60 Mio. Die Ergebnisverbesserung ist insbesondere auf den verbesserten Produktmix, die Entwicklung des Wareneinsatzes sowie die konsequente Kostensteuerung zurückzuführen.
EBIT 2025: 0,88 Mio. (VJ 0,20 Mio.)
Umsatzrentabilität 2025: 4,4% (VJ 3,1%)
Eigenkapitalrentabilität 2025: 8,7% (VJ 2,6%)
Gesamtkapitalrentabilität 2025: 3,6% (VJ 1,5%)
2.2 Vermögens- und Finanzlage
Die Eigenkapitalquote belief sich zum 31. Dezember 2025 auf rund 37,4 % (VJ 34,4%). Damit verfügt die Gesellschaft über eine gegenüber dem Vorjahr verbesserte Eigenkapitalausstattung. Die Schuldentilgungsdauer betrug rund 9,1 Jahre (VJ 10,8 Jahre).
Nettoverschuldung 2025: 10,05 Mio. (VJ 11,19 Mio.)
Nettoverschuldungsgrad 2025 (Nettoverschuldung/Eigenkapital: 111,8% (VJ 133,5%)
2.3 Liquiditätslage
Die Liquidität der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2025 gesichert. Der Cashflow entwickelte sich aufgrund der operativen Entwicklung insgesamt stabil. Die Gesellschaft legte weiterhin besonderes Augenmerk auf Einkauf, Lagerbestand, Forderungsmanagement und Working Capital. Die laufende Geschäftstätigkeit und die geplanten Investitionen konnten im Rahmen der bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten abgedeckt werden.
Cashflow aus operativer Tätigkeit: 1,08 Mio.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit: - 0,49 Mio.
Cashflow aus Investitionstätigkeit: - 0,095 Mio.
Cashflow 2025: 0,48 Mio.
3. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft verfolgt weiterhin das Ziel, innovative, marktorientierte und praxisnahe Lösungen für die moderne Landwirtschaft zu entwickeln. Im Geschäftsjahr 2025 wurden bestehende Produkte laufend weiterentwickelt und an regionale sowie kundenspezifische Anforderungen angepasst.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der flexiblen Umsetzung kurzfristiger Marktanforderungen. Durch die enge Zusammenarbeit von Vertrieb, Produktmanagement, Konstruktion und Produktion konnten kundenspezifische Lösungen zeitnah entwickelt und geliefert werden. Diese Umsetzungsstärke stellt einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil der Gesellschaft dar. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung dienen der nachhaltigen Sicherung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.
4. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
4.1 Voraussichtliche Entwicklung 2026
Für das Geschäftsjahr 2026 wird trotz anhaltender Unsicherheiten von einer grundsätzlich stabilen Geschäftsentwicklung ausgegangen. Das Budget 2026 sieht Umsatzerlöse von rund EUR 30,25 Mio. vor. Die Planung basiert auf einer weiteren Stärkung der Kernmärkte, einer intensiveren Bearbeitung der Endkunden und Händler sowie dem Ausbau strategisch bedeutender internationaler Märkte.
Besonderes Augenmerk liegt weiterhin auf dem deutschen Markt. Die 2025 eingeleiteten Anpassungen der Vertriebsstruktur sollen zu einer schnelleren und effizienteren Marktbearbeitung führen. Gleichzeitig werden die Wachstums- und Fokusmärkte, insbesondere Osterreich, Polen, Brasilien, Nordamerika und Japan, mit hoher Priorität weiterentwickelt.
Die strategischen Schwerpunkte umfassen marktgerechte Produktinnovationen, Finanzierungslösungen für Händler und Endkunden, die Stärkung der Zusammenarbeit mit Händlern und Geschäftspartnern im Bereich Marketing und Leadgenerierung sowie regionale Kampagnen zur Erhöhung der Markenbekanntheit. Die Kostenentwicklung, die Investitionen und das Working Capital werden weiterhin eng überwacht. Aufgrund des volatilen Marktumfelds bleibt die Prognose mit Unsicherheiten behaftet.
4.2 Wesentliche Risiken und Chancen
Die Gesellschaft ist aufgrund ihrer hohen Exportquote und internationalen Marktpräsenz wirtschaftlichen, geopolitischen und handelspolitischen Risiken ausgesetzt. Wesentliche Risiken ergeben sich aus einer anhaltenden Investitionszurückhaltung in der Landwirtschaft, hohen Betriebs- und Finanzierungskosten der Kunden, schwankenden Agrarmärkten, Veränderungen bei Energie- und Rohstoffpreisen, möglichen Störungen internationaler Lieferketten, Wechselkursentwicklungen sowie protektionistischen und regulatorischen Maßnahmen.
Die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und weitere internationale Spannungen können die wirtschaftliche Entwicklung, die Lieferketten und die Investitionsbereitschaft in einzelnen Märkten beeinträchtigen. Die Gesellschaft begegnet diesen Risiken durch eine breite geografische Marktaufstellung, laufende Marktbeobachtung, eine flexible Kosten- und Einkaufssteuerung, gezielte Vertriebsmaßnahmen sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung ihres Produktportfolios.
Chancen ergeben sich aus der wachsenden Bedeutung ressourcenschonender und effizienter Bewirtschaftungsmethoden, der weiteren Internationalisierung, der Erschließung bislang unterdurchschnittlich bearbeiteter Märkte, der engeren Endkundenbetreuung sowie dem Angebot von Händler- und Endkundenfinanzierungen. Die Fähigkeit, rasch auf regionale Kundenanforderungen zu reagieren, unterstützt die Wettbewerbsposition der Gesellschaft.
Auf Basis der derzeit vorliegenden Informationen beurteilt die Geschäftsführung die Gesamtrisikosituation als beherrschbar. Bestandsgefährdende Risiken sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar.
5. Nachtrag nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2025 sind keine Ereignisse eingetreten, die zu einer wesentlichen Anderung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Gesellschaft geführt haben und daher eine Anpassung der Jahresabschlusswerte erforderlich machen würden.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben jedoch weiterhin von erhöhten geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Insbesondere die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, Spannungen in internationalen Handelsbeziehungen sowie zunehmende protektionistische Tendenzen in verschiedenen Wirtschaftsregionen wie dem Iran, können zu Belastungen der weltweiten Konjunktur und zu Veränderungen der Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft führen.
Darüber hinaus bestehen weiterhin Risiken hinsichtlich der Entwicklung von Energie- und Rohstoffpreisen, internationaler Lieferketten, Wechselkursen sowie möglicher handelspolitischer Maßnahmen. Auch das Zinsniveau kann Investitionsentscheidungen landwirtschaftlicher Betriebe beeinflussen und damit Auswirkungen auf die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Investitionsgütern haben.
Die Gesellschaft beobachtet diese Entwicklungen laufend und bewertet deren potenzielle Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Aufgrund der breiten internationalen Marktaufstellung, der soliden Eigenkapitalausstattung, der stabilen Liquiditätssituation sowie der kontinuierlichen Anpassung von Kosten- und Vertriebsstrukturen sieht sich die Gesellschaft derzeit gut aufgestellt, um auf mögliche Veränderungen des Marktumfeldes angemessen reagieren zu können.
Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.
Dalloin, am 2.9. 2026
Ing. Karl-Heinz Steindl Geschäftsführer (CEO)
Birgit Schöls
Geschäftsführerin (CHRO)