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Lagebericht 2024

3e Handels- und Dienstleistungs AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 17. Juli 2025

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Die 3e Handels- und Dienstleistungs AG ist die Zentrale einer Vereinigung von Eisenwarenhändlern. Sie bündelt die Einkaufspotentiale der angeschlossenen Mitgliedsbetriebe einerseits durch den Abschluss von Verträgen mit Streckenlieferanten, andererseits auch durch die Belieferung der angeschlossenen Händler über das eigene Zentrallager. Neben der Einkaufsbündelung bietet das Unternehmen eine Reihe von Dienstleistungen für die angeschlossenen Handelsbetriebe wie insbesondere die Entwicklung von Vertriebskonzepten, die Organisation von Werbung, Marketing, Vertriebsberatung und Internetauftritten bis hin zu Webshops sowie EDV-Dienstleistungen. Die 3e Handels- und Dienstleistungs AG bietet ihren Mitgliedern vier verschiedene Vertriebskonzepte, Dies sind LET'S DOIT für Eisenwareneinzelhändler und Holzfachmärkte, E-NORM für Eisenwarenhändler mit gewerblichen Kunden und BAD&CO für Installateure mit angeschlossenen Sanitärfachmärkten, Daneben bedient das Unternehmen aber auch Mitglieder, die keinem Vertriebskonzept angeschlossen sind. Geografisch gesehen ist das Unternehmen derzeit in Osterreich sowie in elf weiteren Ländern Zentral- und Südosteuropas tätig.

In Osterreich ist die 3e Handels- und Dienstleistungs AG durch ihre Tochtergesellschaften an acht Einzelhandelsstandorten unter der Marke LET'S DOIT vertreten, für die Betreuung der internationalen Märkte verfügt sie u.a. über eine Tochtergesellschaft in Ungan. Eine weitere Tochtergesellschaft wickelt die Importe für das Unternehmen ab.

Konjunktur

Das österreichische Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2024 -1,2 % real gesunken (Eurozone +1,3 vs. Vorjahr). Der harmonisierte Verbraucherpreisindex ist von +7,8% auf +2,9% gefallen, die standardisierte Arbeitslosenrate nach Berechnung der EU von 5,1 % auf 5,3% gestiegen.

Quelle: http://wko.at/statistik

Der Strukturwandel im stationären Einzelhandel hat in den vergangenen Jahren deutliche Spuren hinterlassen: Die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte ist gesunken, die Konzentrationstendenzen haben sich beschleunigt. Der Branchenmix hat sich verändert: Bestimmte Branchen verlieren deutlich an Fläche (z.B. Bekleidungshandel), andere Branchen wie der Lebensmittel- und Drogeriefachhandel nehmen (innerstädtisch) leicht zu. Besonders handelsbegleitende Anbieter (insbesondere die Gastronomie) werden im Flächenmix wichtiger.

Die Corona-Pandemie führte zu einer Beschleunigung vieler, seit Jahren laufender Entwicklungen, Dazu zählen in erster Linie der massive Online-Shift sowie die sich zuspitzende Wettbewerbsintensität. Eine Studie zeigt anhand der Strukturdatenbank des Instituts zu welchen Veränderungen es bei der Zahl der Geschäfte, der Verkaufsflächen und der Konzentrationstendenzen im stationären Einzelhandel in Osterreich gekommen ist.

https://www.kmuforschung.ac.at/kompetenzbereiche/handel/

Geschäftsentwicklung

Der Inlandsumsatz Lager und Strecke inkl. der Umsätze mit den Anschlusshäusern von Bauring, Farbunion und DFH/ Bauprofi reduzierte sich um -10,5 % zum Vorjahr. Die Rückgänge bei den Umsätzen mit den internationalen 3e-Mitgliedern lagen bei -8,7% (Vorjahr + 6,2 %)

Umsatz- und Ertragslage

Der Umsatz inkl. der Erlöse aus der Zentralregulierung hat sich im Berichtsjahr von 44.936 TEUR auf 42.165 TEUR vermindert. Das entspricht einer Reduktion von -6,2% zum Vorjahr.

Das EBITDA fällt auf -531 TEUR (Vorjahr 886 TEUR).

Das EBIT (EBT plus Zinsaufwand) beträgt im Berichtsjahr -2.562 TEUR (Vorjahr -817 TEUR).

Das EBT beläuft sich im Berichtsjahr auf -2.922 TEUR und ist gegenüber dem Vorjahreswert von -1.085 TEUR um 1.838 TEUR gefallen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind aufgrund von Sondereffekten von 465 TEUR auf 712 TEUR gestiegen. Sonder-/ Einmaleffekte sind maßgeblich für den Anstieg der Sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 9.944 TEUR verantwortlich (Vorjahr 7.812 TEUR).

Die Personalkosten liegen unter dem Niveau des Vorjahres (-4,3%). Im sonstigen Aufwand sind im Wesentlichen Aufwendungen für Miete, Werbung und IT enthalten.

Das Finanzergebnis erreichte im Berichtsjahr einen Wert von -204 TEUR und ist somit besser als im Vorjahr mit -696 TEUR. Grund dafür ist ein Zuschuss der Holding AG in Höhe von 1.200 TEUR für die Wertberichtigung an Tochtergesellschaften. Dies wurde mit einem Darlehen in gleicher Höhe verrechnet. Das Vorjahr beinhaltet die Korrektur des Beteiligungsbuchwertes der Let’s DOIT Filiale in Liezen (-645 TEUR), Simmering (-222 TEUR) und Knittelfeld (-35 T€) sowie ein Beteiligungsertrag (+244 T€).

Personalstand

Im Durchschnitt (Monatsendbestände) betrug die Zahl der Mitarbeiter 124 (Vorjahr 125). Der Beschäftigtenstand zum Bilanzstichtag betrug 119 (Vorjahr 125).

Von den Mitarbeitern befinden sich etwas mehr als drei Viertel im Angestelltendienstverhältnis, und ca. ein Viertel ist als Arbeiter beschäftigt.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr von 30.832 TEUR auf 27.850 TEUR gefallen. Die Entwicklung der Aktivseite war im Wesentlichen geprägt durch Bewertungskorrekturen bei Anteilen an verbundenen Unternehmen und Verbundforderungen. Letztgenannte sanken maßgeblich aufgrund der Filialschließungen von Knittelfeld und Wels.

Auf der Passivseite ist das Eigenkapital von 6.751 TEUR auf 4.134 TEUR gefallen, der Anteil der Eigenmittel an der Bilanzsumme hat sich auf 14,8% im Berichtsjahr (VJ 21,9%) vermindert. Die Verbindlichkeiten haben sich von 19.903 TEUR auf 20.026 TEUR erhöht. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich von 8.756 TEUR auf 9.186 TEUR erhöht, jene gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich von 3.801 TEUR auf 3.507 TEUR vermindert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen zum Bilanzstichtag 6.694 TEUR (Vorjahr 6.651 TEUR).

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme ist von 25,9% auf 21,9% gefallen, jener des Umlaufvermögens ist von 71,8% auf 74,4% angestiegen und jener der Rechnungsabgrenzung ist mit 0,6% annähernd gleichgeblieben. Innerhalb des Umlaufvermögens hat sich der Anteil der Vorräte von 22,4 % auf 26% erhöht. Der Anteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich von 28,8% auf 29,9% erhöht, der Anteil der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen von 13,0% auf 11,5% vermindert. Der Anteil der sonstigen Forderungen ist von 7,5% auf 6,9% gefallen.

Auf der Passivseite liegen der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bei 24,0% (Vorjahr 21,6%). Der Anteil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hat sich gegenüber dem Vorjahr (28,4%) auf 33,0% erhöht. Der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen hat sich mit 12,6% gegenüber dem Vorjahr mit 12,3%, leicht erhöht.

Finanz – Kapitalflussrechnung:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
20242023
TEURTEUR
Nettogeldfluss aus der Geschäftstätigkeit481-543
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit-90-271
Nettogeldfluss aus der-396652
Finanzierungstätigkeit
Zahlungswirksame Veränderung der-5-162
Fondsmittel
Anfangsbestand der Fondsmittel39201
Endbestand der Fondsmittel3439

Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der Umgliederung des Zinsergebnisses an die Logik der Berichtsperiode 2024 angepasst. Der Nettogeldfluss aus der Geschäftstätigkeit hat sich von -543 TEUR auf 481 TEUR verändert. Die Veränderung resultiert maßgeblich aus der Reduktion des Nettoumlaufvermögens.

Die Veränderung des Nettogeldflusses aus der Investitionstätigkeit von -271 TEUR auf -90 TEUR ist in erster Linie auf die Investition in die PV-Anlage im Vorjahr zurückzuführen.

Der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr von 652 TEUR auf -396 TEUR vermindert.

Sonstige Angaben

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung fallen im Unternehmen nicht an. Das Unternehmen übt keine Tätigkeit aus, welche eine Gefahr für die Umwelt darstellen könnte. Gefahrengüter werden nur im gesetzlich definierten Ausmaß der Mindermengen gelagert. Für die Verpflichtungen, die aus der Verpackungsverordnung und aus der Elektroaltgeräteverordnung resultieren, bedient sich das Unternehmen zugelassener Systeme zur Entpflichtung. Im Unternehmen kommt es zu keinen nennenswerten Emissionen in Luft oder Wasser. Daher bestehen auch keine über das übliche Maß hinausgehende behördliche Auflagen im Bereich des Umwelt- und Arbeitsschutzes. Mit der Inbetriebnahme der PV-Anlage in Wels wurde ein Meilenstein hinsichtlich der Autarkie am Standort und der emissionsfreien Energiegewinnung geschaffen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung von Mitarbeiterinnen innerhalb des Unternehmens.

Filialübersicht

Das Unternehmen unterhält im Berichtsjahr acht als Einzelhandelsgeschäfte geführte Tochtergesellschaften. Dies sind im Einzelnen:

Lets DOIT Hartberg GmbH, Wels Lets DOIT Kapfenberg GmbH, Wels Let’s DOIT Oberwart GmbH, Wels Let’s DOIT Liezen GmbH, Wels Let s DOIT Pfaffstätten GmbH, Wels Let’s DOIT Wels GmbH, Wels Let’s DOIT Simmering GmbH, Wels Eisenfachmarkt Karl Manhart GmbH, Oberdrauburg

Der Standort in Knittelfeld wurde langfristig vermietet.

Risikomanagement

Folgende Risiken werden im Unternehmen beobachtet und durch geeignete Maßnahmen abgesichert.

Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, dass Geschäftspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dies zu Vermögensverlusten beim Unternehmen führen kann. Von diesem Risiko insbesondere betroffen sind Forderungen gegenüber den Mitgliedern aus der Belieferung vom Zentrallager sowie aus der Zentralregulierung von Direktlieferungen von Vertragslieferanten an die Mitglieder. Diese Ausfallrisiken werden kontinuierlich überwacht. Zur Beurteilung der Bonität der Mitglieder werden sowohl Hardfacts (Bilanzdaten), als auch Softfacts berücksichtigt. Die Basis der Ermittlung der Einzelwertberichtigungen für die Forderungen aus Lieferungen und

Leistungen ist die Struktur der Überfälligkeiten in Verbindung mit der individuellen Sicherheitsarchitektur. Dies gilt auch für Forderungen an Tochter- und Enkelgesellschaften. Die Forderungen an internationale Mitglieder sind bis auf den Anteil des Selbstbehaltes versichert.

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, jederzeit die erforderlichen Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten aufbringen zu können. Der Finanzierungsplan des Unternehmens ist langfristig angelegt, die kurzfristigen Saisonspitzen werden durch ausreichende Betriebsmittellinien abgedeckt. Basierend auf einer fristgerechten Liquiditätsvorschau und Feinsteuerung der Zahlungsläufe ist jederzeit die ausreichende Liquidität gewährleistet.

Das Währungsrisiko betrifft Wertschwankungen bei Zahlungsströmen in Folge von Wechselkurs-schwankungen. Dieses Risiko betrifft das Unternehmen nicht, da alle Geschäftsfälle in Euro abgerechnet werden und keinerlei Fremdwährungskredite bestehen.

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Schwankung von Marktzinssätzen ergibt. Eine Absicherung des Zinsänderungsrisikos besteht nicht, da die 3e Handels- und Dienstleistungs AG im überwiegenden Maße nur über Rahmen für Betriebsmittelkredite verfügt. Die langfristige Finanzierung des Konzerns mit Abstattungskrediten erfolgt über die Muttergesellschaft, die 3e Holding AG.

Durch die wirtschaftliche SituationderTochtergesellschaftenliegt eine Entwicklungs-beeinträchtigung vor. Ein Risiko resultierend aus einer unmittelbaren Bestandsgefährdung besteht nach eingehender Beurteilung des Vorstandes derzeit nicht. Rechtliche und wirtschaftliche Bestandsgefährdungspotentiale werden als beherrschbar eingeschätzt. Mögliche sonstige Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage werden laufend evaluiert und entsprechende Maßnahmen vor allem in den Tochtergesellschaften vorbereitet.

Ausblick

Trotz eines leichten Anstiegs des real verfügbaren Einkommens im Jahr 2024 stieg die Sparquote der Konsumenten stark an. Die Kaufzurückhaltung ist zudem auch auf eine restriktive Kreditvergabe bei privaten Bauprojekten, hohe Baukosten und das Zinsniveau zurückzuführen. Die Auswirkungen eines möglichen Handelskonflikts der EU mit den USA ist zurzeit nicht abschätzbar. Wir gehen aufgrund der laufenden Restrukturierung und eines gestarteten Effizienzsteigerungsprojektes mit Fokus auf den Filialen und dem Zentrallager von einer Entwicklung im Rahmen der Erwartungen aus. Die Effekte aus dem Projekt werden sukzessive im zweiten Halbjahr 2025 zum Tragen kommen. In der Zukunft gehen wir ohne Sondereffekte von einer stabilen Ergebnissituation aus. Durch die gesetzten Maßnahmen ist die Liquidität der Gesellschaft in der aktuellen Planung als gesichert zu betrachten

Wels, am 1205.202:

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