Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf, Ergebnis und Lage des Unternehmens
Die Akdeniz Chemson Additives AG mit Sitz in Arnoldstein (Österreich) ist einer der weltweit führenden Hersteller von Polymer-Additiven für die Produktion von Polyvinylchlorid (PVC). Hauptabnehmer sind die Hersteller von Rohren und Verbindern, Fensterprofilen, Folien, Leitungen und Kabel sowie Bodenbelägen. Stabilisatoren verleihen dem Endprodukt charakteristische qualitative Eigenschaften wie statische und dynamische Stabilität, Farberhaltung, Hitzestabilität und elektrisches Isolationsverhalten. Die Auslieferung der Additive erfolgt in Granulat-, Tabletten oder Pulverform. In Arnoldstein werden seit 2016 ausschließlich Stabilisatoren auf Kalzium-Basis erzeugt.
Die Gesellschaft ist Teil der Unternehmensgruppe OYAK (Ordu Yardimlasma Kurumu, Ankara, Türkei) mit Unternehmensbeteiligungen in den Bereichen Bergbau und Metalle, Zement, Beton und Papier, Automotive, Chemie, Lebensmittel und Landwirtschaft sowie Energie.
Zum Abschlussstichtag werden sämtliche Aktien der Akdeniz Chemson Additives AG von der OYAK Global Investments (Luxemburg) gehalten.
Die Akdeniz Chemson Additives AG ist der operative Hauptsitz der Akdeniz Chemson Europe & Overseas Gruppe, der die folgenden Gesellschaften angehören:
| Anteil | |||
|---|---|---|---|
| Akdeniz Chemson Additives Pacific Pty Ltd., New South Wales (AU) | Produktion | 100 % | |
| Akdeniz Chemson Aditivos Ltda., Rio Claro (BR) | Produktion | 100 % | |
| Akdeniz Chemson Polymer Additives (Zhejiang) Co. Ltd., Zhejiang (CN) | Produktion | 100 | % |
| Akdeniz Chemson Additives (Dalian) Co. Ltd, Dalian (CN) | Produktion | 100 % | |
| Akdeniz Chemson Additives Technical (Dalian) Co. Ltd, Dalian (CN) | Service | 100 % | |
| Akdeniz Chemson Additives GmbH, Köln (DE) | Vertrieb | 100 | % |
| Akdeniz Chemson Additives Ltd., Wallsend (GB) | Vertrieb | 100 | % |
| Akdeniz Chemson Additives Inc., Philadelphia (US) | Produktion | 100 | % |
1.1 Marktentwicklung, Lage des Unternehmens
Das Geschäftsfeld der Polymer-Additive stellt nach wie vor die Kernaktivität des Unternehmens dar. Der wichtigste Abnehmer für PVC wird auch in Zukunft die Baubranche mit knapp zwei Drittel der Gesamtproduktion sein. Wichtige Verwendungen für PVC in der Baubranche sind Rohre und Verbinder, Fensterprofile, Leitungs- und Kabelisolierungen sowie Bodenbeläge.
Das Geschäftsumfeld der Akdeniz Chemson Additives AG im Bereich der Produktion und des Vertriebs von Polymer-Additiven ist auch im Geschäftsjahr 2024 von hohen, wenngleich sich in ihrer Dynamik steigenden Rohstoffpreisen einerseits und einem von vergangenen Einbrüchen noch nicht gänzlich erholten Markt gekennzeichnet. Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite konnten auf der Absatzseite nicht uneingeschränkt weitergegeben werden.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde mit dem Handel von anderen Materialien wie Stahl, Kupfer und chemischen Substanzen ein neuer Tätigkeitsbereich begründet, wobei die gehandelten Materialien direkt vom Lieferanten an den Kunden geliefert werden (Streckengeschäft). Dieses Geschäftsmodell wurde im Jahr 2023 intensiv vorangetrieben und 2024 beibehalten.
Akdeniz Chemson Additives AG
zum Jahresabschluss 2024
Im Geschäftsjahr 2024 wurde die Akdeniz Chemson Additives AG Ziel einer Cyber Attacke. Daraus folgend sank das Verkaufsvolumen 1700-199 mt und der Produktionsausfall beschränkte sich auf 2,5 Wochen. Der daraus entstandene Schaden kann mit TEUR 570 beziffert werden. Es entstanden keine weiteren Verluste oder rechtliche Verpflichtungen.
1.2. Finanzielle Leistungsindikatoren, Geschäftsverlauf
5,18 % von TEUR 139.081 auf TEUR 131.874.
Im Berichtsjahr sanken die Umsatzerlöse um Zugleich reduzierte sich das Betriebsergebnis von TEUR 3.386 bzw. 2,43 % der Umsatzerlöse auf TEUR -5.812 bzw. -4,41 % der Umsatzerlöse.
| 2024 | 2023 | ||
|---|---|---|---|
| Ertragskennzahlen (Gesamt) | TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse | 131.874 | 139.081 | |
| Betriebsergebnis | -5.812 | 3.386 | |
| in | % der Umsatzerlöse | -4,41 | 2,43 |
| Finanzergebnis | -892 | 2.980 | |
| Ergebnis vor Steuern | -6.704 | 6.366 | |
| in | % der Umsatzerlöse | -5,08 | 4,58 |
Eine gesonderte Darstellung der Ertragskennzahlen nach den beiden Tätigkeitsbereichen Produktion von und Handel mit Polymer-Additiven sowie Handel mit anderen Materialien zeigt ein differenzierteres Bild.
Im Tätigkeitsbereich Produktion von und Handel mit Polymer-Additiven fielen die Umsatzerlöse im Berichtsjahr um 15,50 % von TEUR 96.976 auf TEUR 81.943 sowie die dazugehörigen Materialaufwendungen von TEUR 65.882 auf TEUR 59.207. Die Personalaufwendungen sind nur minimal mit 2,80 % von TEUR 16.960 auf TEUR 17.435 gestiegen, Das Betriebsergebnis aus diesem Tätigkeitsbereich beträgt TEUR -10.549.
| Ertragskennzahlen (Produktion/ | Veränderung | Veränderung | 2024 | 2023 |
|---|---|---|---|---|
| Handel mit Polymer-Additiven) | TEUR | % | TEUR | TEUR |
| Umsatzerlöse | -15.034 | -15,50 | 81.943 | 96.977 |
| Sonstige Erträge | -4.722 | -65,42 | 2.497 | 7.219 |
| Materialaufwendungen | -6.675 | -10,13 | 59.207 | 65.882 |
| Personalaufwendungen | 474 | 2,80 | 17.435 | 16.960 |
| Sonstige Aufwendungen | -1.445 | -7,30 | 18.347 | 19.792 |
| Betriebsergebnis | -12.110 | -775,60 | -10.549 | 1.561 |
| Finanzergebnis | -5.814 | -63,54 | 3.336 | 9.149 |
| Ergebnis vor Steuern | -17.924 | -167,35 | -7.213 | 10.711 |
Im Tätigkeitsbereich Handel mit anderen Materialien ergibt sich ein positives Betriebsergebnis in Höhe von TEUR 4.737, nach Berücksichtigung der Zinsaufwendungen der zur Finanzierung dieses Tätigkeitsbereiches aufgenommenen Kredite mit einem negativen Finanzergebnis von TEUR -4.228 ergeben sich daraus TEUR 509.
| Ertragskennzahlen (Handel | Veränderung | Veränderung | 2024 | 2023 |
|---|---|---|---|---|
| mit anderen Materialien) | TEUR | % | TEUR | TEUR |
| Umsatzerlöse | 7.827 | 18,59 | 49.932 | 42.104 |
| Betriebsergebnis | 2.913 | 159,66 | 4.737 | 1.824 |
| Finanzergebnis | 1.941 | -31,47 | -4.228 | -6.169 |
| Ergebnis vor Steuern | 4.854 | -111,72 | -509 | -4.345 |
Aufgrund des Betriebsergebnisses ergeben sich folgende Rentabilitätskennzahlen:
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Rentabilitäten | % | % |
| Betriebsergebnis | ||
| Umsatzrentabilität = Umsatzerlöse | -4,41 | 2,43 |
| Betriebsergebnis | ||
| Gesamtkapitalrentabilität = Durchschnittliches Gesamtkapital | -5,35 | 2,67 |
| Betriebsergebnis | ||
| Eigenkapitalrentabilität = Durchschnittliches Eigenkapital | -33,15 | 18,76 |
Die Sachanlageinvestitionen wurden im Berichtsjahr um 18,29 % auf TEUR 4.230 reduziert, die Veränderung der Abschreibungen auf Sachanlagen stieg wesentlich mit 37,03% auf TEUR 1.835, woraus eine gesunkene Investitionsdeckung in Höhe von TEUR 2.395 resultiert. Aufgrund des in etwa gleich hohen Gesamtvermögen ist die Sachanlagenintensität gegenüber dem Vorjahreswert nur unwesentlich gestiegen.
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Vermögensstruktur | % | % |
| Sachanlagevermögen | ||
| Sachanlagenintensität Gesamtvermögen | 14,15 | 13,88 |
Die Gesellschaft zeigt zum jeweiligen Bilanzstichtag die in der nachfolgenden Tabelle angegebene Finanzierungsstruktur. Die Fremdfinanzierung ist auf die Refinanzierung von Konzerndarlehen sowie die Finanzierung des Tätigkeitsbereiches Handel mit anderen Materialien zurückzuführen. Dieser stehen jedoch entsprechende Forderungen gegen Konzernunternehmen und die Handelspartner gegenüber.
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Finanzierungsstruktur | TEUR | TEUR |
| Eigenkapital aus Innenfinanzierung1 | 2.028 | 9.041 |
| Eigenkapital aus Außenfinanzierung2 | 12.000 | 12.000 |
| Summe Eigenkapital | 14.028 | 21.040 |
| Fremdkapital kurzfristig | 83.627 | 66.377 |
| Fremdkapital langfristig | 11.033 | 21.296 |
| Summe Fremdkapital | 94.660 | 87.673 |
| 108.688 | 108.713 |
Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft lag bei 12,91 % (Vorjahr 19,35 %), während der Verschuldungsgrad auf 87,09 % (Vorjahr 80,65 %) stieg. Innerhalb des Fremdkapitals hat sich die Aufteilung zwischen kurz- und langfristigem Fremdkapital zuungunsten der kurzfristigen Finanzierung entwickelt; der Anteil des langfristigen Fremdkapitals beträgt am Abschlussstichtag 11,66 24,29 %). % (Vorjahr
¹ Gesetzliche Rücklage, Bilanzgewinn und Investitionszuschüsse (ohne Steueranteil)
² Grundkapital und Kapitalrücklagen
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Verschuldung | % | % |
| Eigenkapital | ||
| Eigenkapitalquote Gesamtkapital | 12,91 | 19,35 |
| Fremdkapital | ||
| Verschuldungsgrad Gesamtkapital | 87,09 | 80,65 |
Das Nettoumlaufvermögen (Working Capital) der Gesellschaft beträgt zum Abschlussstichtag des Geschäftsjahres TEUR -14.023 (Vorjahr TEUR 6.122).
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|
| Liquidität | TEUR | TEUR |
| Umlaufvermögen | 69.604 | 72.499 |
| abzüglich langfristiges Umlaufvermögen | 0 | 0 |
| abzüglich kurzfristiges Fremdkapital | -83.627 | -66.377 |
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | -14.023 | 6.122 |
Der Bestand der liquiden Mittel (Geld und Geldanlagen) beträgt zum Abschlussstichtag TEUR 3.418 und verringerte sich damit gegenüber dem Vorjahresbestand von TEUR 13.984 um TEUR 10.566. Diese Veränderung setzt sich wie folgt zusammen:
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| Nettogeldfluss (Cash Flow) | TEUR | TEUR |
| Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | -4.413 | 5.039 |
| Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit | -4.798 | -5.122 |
| Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit | -1.355 | -1.500 |
| Veränderung der liquiden Mittel | -10.566 | -1.582 |
1.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
1.3.1 Umweltbelange
Die Umweltstrategie der Akdeniz Chemson Additives AG und die unternehmensinternen Programme zu deren Umsetzung orientieren sich an den entsprechenden Rechtsvorschriften und Verordnungen. Zum Abschlussstichtag sind keine Behördenverfahren wegen Verletzung von einschlägigen Bestimmungen eingeleitet oder anhängig.
Die Emissionen bei Luft und Wasser lagen durchwegs unter den behördlichen Grenzwerten. Die Entsorgung von Produktionsabfall und Verpackungen durch Partner am Standort hat sich als effektiv, kostengünstig und durch den Wegfall von Transporten auch umweltschonend erwiesen. Das System wurde nach dem Abfallwirtschaftsgesetz mit positivem Ergebnis überprüft. Weiters wurden gemäß Industrieemissionsrichtlinie 2010/75/EU (Industrial Emissions Directive, IED) in den Jahren 2017, 2020 und 2023 von der Behörde Umweltinspektionen ohne Feststellung von Abweichungen durchgeführt.
Akdeniz Chemson Additives AG
zum Jahresabschluss 2024
Durch die laufende konsequente Durchführung und Kontrolle der Maßnahmen zur Senkung der Blutbleiwerte liegt der Durchschnittswert deutlich unter dem gültigen Grenzwert von 30 µg/dl Blei im Blut. Diese Untersuchungspflicht wurde durch die Novelle 2014 der Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz (VGÜ) zum Teil aufgehoben. Aufgrund der Unterschreitung des halben Wertes für die maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK-Wert) liegt darüber hinaus seit Jänner 2018 keine gesetzliche Untersuchungspflicht auf den Parameter Blei im Blut für die Mitarbeiter mehr vor. Seit Ende des Jahres 2019 werden keine Stabilisatoren mehr auf Bleibasis produziert. Trotzdem werden die Mitarbeiter im Rahmen dieses Blei-Phase-Out freiwillig weiterhin auf Blei im Blut untersucht.
Die Akdeniz Chemson Additives AG ist nach ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 zertifiziert.
Arbeiten zur Erfüllung der am 1. Juni 2007 in Kraft getretenen EU-Verordnung REACH zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien werden für die Akdeniz Chemson Additives AG und ihre europäischen Vertriebsgesellschaften zentral am Standort Arnoldstein durchgeführt. Mit Ende 2010, Mitte 2013 und Mitte 2018 hat das Unternehmen alle Registrierungs- und Zulassungsschritte erfolgreich durchlaufen.
Beginnend mit 2013 wurden alle 5 Jahre Energie-Audits durchgeführt und die darin festgestellten Potentiale umgesetzt.
Aufsichtsrat und Management der Akdeniz Chemson Additives AG legen großen Wert auf eine nachhaltige Unternehmensführung. Im Jahr 2021 wurde das Unternehmen erstmals durch die Nachhaltigkeitsratingagentur Eco Vadis überprüft. Mit der Zuerkennung des Vinyl-Stabilizer-Certificates durch ein akkreditiertes Zertifizierungsunternehmen im Jahr 2021 wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Darstellung unserer Nachhaltigkeitsbemühungen gesetzt werden. Im Geschäftsjahr 2024 wurde für die Berichtsjahre 2020,2021,2022 ein Nachhaltigkeitsbericht mit Treibhausgas-Abdruck (Greenhouse Gas Footprint, GHG), Wasser-Abdruck (Water Footprint), Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) und einer Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA) erstellt. Der Nachhaltigkeitsbericht 2023 wurde im Feber 2025 fertig gestellt.
Alle Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme sind organisatorisch und dokumentarisch in einem gemeinsamen Managementsystem integriert. Die strategische und operative Entscheidungsfindung wird dementsprechend gleichermaßen von ökonomischen, sozialen und ökologischen Faktoren bestimmt.
1.3.2 Arbeitnehmerbelange
Das Management der Akdeniz Chemson Additives AG legt auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit seinen qualifizierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hohen Wert. Dazu gehört auch die Gestaltung des Arbeitsumfeldes mit dem Ziel der Herstellung bester Arbeitsbedingungen oder die Unterstützung gemeinschaftsfördernder Maßnahmen durch Zuwendungen an den Betriebsratsfonds. 2023 wurde ein Arbeitssicherheitsverhaltensprogramm entwickelt und implementiert, welches eine gute Entwicklung zeigt.
Das Unternehmen engagiert sich auch aktiv in der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern. So wurden im Berichtsjahr durchschnittlich 8 Auszubildende (Lehrlinge) im Betrieb aufgenommen.
Seit dem Geschäftsjahr 2009 werden Mitarbeiter laufend zu den Themen Kartellrecht und Compliance geschult. Im Jahr 2017 wurde ein Compliance-Management-System eingeführt, im Zuge dessen regelmäßig Compliance-Schulungen mit wechselnden Schwerpunkten durchgeführt werden. Im Geschäftsjahr 2024 wurde der Schwerpunkt auf den Umgang mit Gefahren aus der Nutzung von Informationssystemen (IT-Security) gelegt. Regelmäßige online Safety Schulungen sind von jedem Mitarbeiter zu absolvieren.
Im Geschäftsjahresverlauf gab es keinen Arbeitsunfall mit schwerer Verletzung.
Das Unternehmen sieht es als seine essenzielle Aufgabe, Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu befähigen. Dazu sollen sie in die Lage versetzt werden, ihre Fähigkeiten optimal für Ihre Arbeit einzusetzen und festgelegte individuelle Ziele im Sinne des Unternehmens zu erreichen oder noch zu übertreffen. Jährlich vereinbaren Führungskräfte auf allen Ebenen mit ihren Mitarbeitern herausfordernde, aber erreichbare Ziele, deren Erreichungsgrad im Folgejahr evaluiert wird. Je nach Gewichtung der einzelnen Zielvorgaben ermittelt sich ein individueller Zielerreichungsgrad, der auch für eine allfällige zusätzliche Bonifikation des Mitarbeiters herangezogen wird.
Ende des Jahres 2020 wurde zur Erhebung der Arbeitszufriedenheit eine Erstbefragung durch die GREAT PLACE TO WORK durchgeführt. So wurde etwa im Jahr 2022 mit der Errichtung einer Betriebskantine begonnen. . Die Eröffnung ist 2023 erfolgt und wird von Mitarbeitern gern frequentiert. Außerdem wurden value workshops für alle Mitarbeiter durchgeführt. Verbilligte Getränke in den Sommermonaten, bike leasing und gratis Obstentnahme sind ebenfalls Bestandteil dieses Programmes.
2. Vorschau- und Risikobericht
2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Der wichtigste Abnehmer für PVC wird auch hinkünftig die Baubranche mit 2/3 der Gesamtproduktion sein. Die aktuelle Situation am PVC-Markt ist durch geopolitisch Unsicherheit gekennzeichnet, insbesondere durch unvorhersehbare Entscheidungen der US-Regierung. Dies führt auch dazu, dass chinesische Produkte, die vermehrt für den US-Markt bestimmt waren, vermehrt nach Europa gelangen und somit noch zusätzlich den Wettbewerbsdruck erhöhen. In der EU beschleunigt sich das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2025 leicht und das BIP stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,3% (Plastics Europe 01/2025). Dadurch ergeben die Erwartungen für die kommenden Monate Anlass für Optimismus in der Branche.
Positiv anzumerken ist, dass sich Energie,- und Gaspreisen stabilisieren. Dennoch führt der Rückgang der Erzeugerpreise für primäre Kunststoffe zu einem erhöhten Margendruck in der Branche. (Quartalsbericht Plastics Europe 01/2025). Tabelle 1 beschreibt die Entwicklung der Contribution/mt MTDfür 2023-2024 aktuell und für 2025 die geplante Marge.
Contribution/mt MTD
| May | Jun | Jul | Aug | Sep | Oct | Nov | Dec |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| • Contr/mt MTD 2023 | • Contr/mt MTD 2024 | # Contr/mt MTD 2025 | |||||
Insbesondere die Arbeitskosten sind der höchste Kostentreiber, sodass sich die Kosten nicht in den Produktpreisen niederschlagen können. Als Gegenmaßnahme werden im Jahr 2025 entsprechende Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben und Restrukturierungsmaßnahmen in allen Unternehmensbereichen durchgeführt.
Der Vorstand geht davon aus, dass die im Berichtsjahr 2025 getroffenen Restrukturierungsmaßnahmen und die verstärkten Vertriebsanstrengungen sowie Preiserhöhungen am europäischen Markt 2025 wieder zu positiven monatlichen Ergebnisbeiträgen führen und damit ein ausgeglichenes Ergebnis vor Steuern erzielt werden kann. Durch die Inbetriebnahme des neuen hochinnovativen kontinuierlichen Produktionsverfahrens erwartet man zusätzliche Produktionsvolumina und sinkenden Personalkosten. Durch die Einführung und Nutzung des SAP4/H als Single Point of Truth werden Drittsysteme reduziert, Daten zentral verwaltet und somit Fehler und Inkonsistenzen vermieden, wodurch die betriebliche Effizienz gesteigert wird.
Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können, wenn unerwartete Entwicklungen auftreten oder sich den Ausführungen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen sollten.
zum Jahresabschluss 2024
2.2 Risiken und Ungewissheiten
2.2.1 Risikomanagementsystem
Für den gezielten Umgang mit Chancen und Risiken setzt die Akdeniz Chemson Additives AG geeignete Instrumente zu deren Erkennung, Analyse und Steuerung ein. Die Risikofelder sind für alle Unternehmensbereiche definiert sowie die notwendigen Verfahrensabläufe und Überwachungssysteme etabliert. Als Grundbestand der internen Kontrolle dienen die allgemeinen Prinzipien der Risikovorbeugung wie Funktionstrennung, Genehmigungsgrenzen und das Vier-Augen-Prinzip.
Im Rahmen des monatlichen Berichtswesen werden die Unternehmenskennzahlen für Plan und Ist gegenübergestellt. Diese monatlichen Abweichungsanalysen sowie regelmäßige Gespräche mit den verantwortlichen Führungskräften werden als Instrument der Unternehmenssteuerung sowie zur Früherkennung von Risiken herangezogen.
2.2.2 Risikosituation des Geschäftsjahres 2024
Aus heutiger Sicht sind keine Risiken3 zu erkennen, die für die Gesellschaft bestandsgefährdende Auswirkungen haben könnten. Nachstehend erfolgt eine detaillierte Darstellung des Umganges mit verschiedenen Risiken im Generellen und mit aktuellen Bedrohungen dem Russland-Ukraine-Konflikt und technologischen Risiken wie Cyberrisiken.
• Konjunkturrisiken: Abnehmer der Produkte der Akdeniz Chemson Additives AG sind PVCverarbeitende Unternehmen der in Abschnitt 1.1 genannten Branchen. Diese gehören überwiegend der Baubranche an, deren Absatzmengen üblicherweise sehr stark mit gesamtwirtschaftlichen Schwankungen korrelieren. Die Aufnahme des Handels mit Metallen und anderen chemischen Grundstoffen soll die unmittelbaren Auswirkungen der Baubranche dämpfen. • Beschaffungsrisiken: Generell versucht die Gesellschaft durch eine ausgeprägte Mehrlieferantenpolitik und strategische Allianzen mit Schlüssellieferanten ihre Rohstoffversorgung zu angemessenen Preisen sicherzustellen. Dazu gehört auch der Abschluss längerfristiger Lieferverträge im Energiebereich. o Aufgrund Der Russland Ukraine Krise und der Situation im Nahen Osten bestehen Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit, Pünktlichkeit und Kosten von Rohstoffen. Beeinträchtigten Lieferkette führen teilweise zu einer eingeschränkten mengenmäßigen Verfügbarkeit. Stark gestiegenen Bezugspreise von Rohstoffen aus Europa und der Türkei, vor allem aber aus dem asiatischen Raum stellen ebenfalls ein Risiko dar. • Produktionsrisiken: Dem Qualitätsrisiko in der Produktion begegnet die Gesellschaft durch standardisierte prozessbegleitende Prüfungen sowohl der eingesetzten Rohstoffe als auch der erzeugten Produkte durch das hauseigene Analytische Labor am Standort Arnoldstein. Rohstoffe dürfen erst nach Freigabe durch das Labor im Produktionsprozess eingesetzt werden. Ebenso dürfen erzeugte Produkte erst nach der entsprechenden Freigabe an den Kunden ausgeliefert werden. Da in der Regel auf Kundenauftrag produziert wird und damit nicht auf Lagermengen zum Ausgleich von Terminverzögerungen zurückgegriffen werden kann, wird das Terminrisiko durch eine detaillierte Auftragsplanung zu minimieren versucht.
¹ Als Risiken seien im Folgenden die aus dem Eintreten bestimmter Umstände resultierenden negativen Auswirkungen auf die Ertragslage bezeichnet. Anhand der verursachenden Umstände können Risikobereiche abgegrenzt werden:
o o Schwankungen der Konjunktur und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation (Konjunkturrisiko). Nichtverfügbarkeit benötigter Rohstoffe in der geplanten Menge, der erforderlichen Qualität, zum geplanten Preis oder zum geplanten Zeitpunkt aufgrund erhöhter Nachfrage (Verknappung), Konzentrationen bei Anbietern oder spekulativen Preisschwankungen bei börsennotierten Rohstoffen (Beschaffungsrisiko). o Probleme in der Herstellung der eigenen Produkte in quantitativer und qualitativer Hinsicht (Produktionsrisiko). o Mengenmäßig schrumpfende Märkte oder zunehmender Preisdruck auf mengenmäßig stabilen Märkten (Absatzrisiko). o Mangelnde Innovationsfähigkeit bei Produkten und Herstellungsverfahren (Technologisches Risiko). o Produktionsstillstände, Lieferfristenüberschreitungen, Strafen oder Schadenersatzleistungen in Folge von Hard- und Softwareausfällen sowie Datendiebstahl oder Datenverlust (Informationstechnologisches o Risiko). Nachteile aus Verträgen oder Strafen und Schadenersatzleistungen infolge fehlerhafter Anwendung rechtlicher Regelungen (Rechtliches Risiko). Entgangene Chancen auf Absatz- und Beschaffungsseite sowie ineffiziente Prozesse im Verwaltungsbereich ausgelöst durch die nicht ausreichende Verfügbarkeit von Mitarbeitern in quantitativer und/oder qualitativer Hinsicht wie Ausbildung und Motivation (Personalwirtschaftliches Risiko).
Akdeniz Chemson Additives AG
• Darüber hinaus haben wir für unerwartete Produktionsstillstände eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgeschlossen. Ergänzend wurde ein Sicherheitsmanagementsystem auf Basis der Industrieunfallverordnung4 in Anlehnung an die Sicherheitsnorm 18001 eingerichtet und jährlich intern auditiert. Zu dessen wesentlichen Elementen gehören formulierte Sicherheitsziele, ein Sicherheitskonzept und eine Sicherheitsorganisation zur Sicherstellung der Systemfunktionen. • Absatzrisiken: Die Akdeniz Chemson Europe & Overseas Gruppe verfügt über Produktionsstandorte in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien, wodurch auch die Hauptabsatzgebiete weitgehend abgegrenzt sind. Damit kommt es zwar im Konzernverbund zu einem Ausgleich von den regionalen Entwicklungen geschuldeten Absatzrisiken und -chancen, für die Akdeniz Chemson Additives AG bleibt jedoch der europäische Absatzmarkt bestimmend. Die Aufnahme des Handelsgeschäftes mit Metallen und anderen chemischen Grundstoffen, deren Beschaffungs- und Absatzmärkte außerhalb Europas liegen, soll einen gewissen Ausgleich in den branchenspezifischen Schwankungen ermöglichen. • Technologische Risiken: Mit intensiver Produktentwicklung wird die Akdeniz Chemson Additives AG auch zukünftig ihre Produktinnovation vorantreiben. Parallel dazu ist die Entwicklung eines gänzlich neuen kontinuierlichen Produktionsverfahrens für Additive – einschließlich der Errichtung einer Pilotanlage und der Anmeldung im Patentverfahren - im Berichtsjahr erfolgreich abgeschlossen worden. Die Großanlage wurde 2024 in Betrieb begonnen. • Informationstechnologische Risiken: Grundsätzlich wird durch den Einsatz modernster Hardware und aktueller Software versucht, Risiken in diesem Bereich zu minimieren. Nichtsdestotrotz wurde die Chemson Additives AG im Mai 2024 Ziel einer Cyberattacke durch Ransomware. Lessons learned und Schlussfolgerungen aus diesem Hackerangriff sind: o Cloudlösungen werden forciert o Netzwerke werden segmentiert o Firewallsysteme werden auf Produkt,- Server und Kommunikationsebene aufgesetzt oIT Zugänge werden streng reglementiert, auch jene der Administratoren o Backupsysteme werden aufgestellt und im Anschluss offline gestellt o Online Safety Schulungen • Rechtliche Risiken: Um mögliche Risiken, welche aus steuerlichen und rechtlichen Regelungen und Gesetzen entstehen können, zu vermeiden, basieren Entscheidungen und Prozesse auf externe Beratung und den Mitarbeitern. Für Haftungsrisiken und Schadensfälle bestehen globale Versicherungsdeckungen für Haftpflicht, D&O, Transportrisiko, Sachrisiken. • Personalwirtschaftliche Risiken: Die Gesellschaft ist für die Realisierung ihrer Ziele auf qualifizierte Fach- und Führungskräfte angewiesen. Um diese Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, legt das Unternehmen hohen Wert auf nachhaltige Aus- und Weiterbildung, das Aufzeigen von Karrierechancen, die Unterstützung für eigenverantwortliches Handeln sowie ein freundliches Unternehmensklima. Wettbewerbsklauseln in den Anstellungsverträgen soll Abwerbungen von Mitarbeitern verhindern bzw. erschweren.
* BGBI 354/2000 idF BGBI 229/2015 (SEVESO III Richtlinie)
2.3 Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten
• Ausfallsrisiken: Ausfallsrisiken für den Bankguthabenbestand schaltet die Akdeniz Chemson Additives AG aus, indem Mittel nur bei Banken bester Bonität veranlagt bzw. der Zahlungsverkehr nur über solche Banken abgewickelt wird. Weiters hat die Gesellschaft eine Kreditausfallsversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, welche die zu jedem Zeitpunkt offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten abdeckt. Jedoch sieht sich die Gesellschaft seit einigen Jahren mit der Problematik konfrontiert, dass Kunden aus Risikoregionen des Mittleren Ostens von den Versicherungsgesellschaften zunehmend als nicht versicherbar eingestuft werden. In diesen Fällen wird versucht, durch aktives Management der Zahlungsbedingungen – etwa Lieferung gegen Vorauszahlung – die Risikoexposition zu verringern. Ein regelmäßiges Mahnwesen und eine laufende Uberwachung der offenen Forderungen sind ebenfalls Bestandteil der Risikopolitik im Unternehmen. • Währungsrisiken: Zur Ausschaltung von Währungsrisiken werden die Umsatzerlöse aus eigenen Produkten fast ausschließlich in Euro und nur zu einem geringen Anteil in USD fakturiert. Da ein entsprechender Anteil der Rohstoffe in USD beschafft wird, kann ein natürliches Hedging durch Ausgleich von positiven und negativen Effekten aus Kursänderungen erreicht werden. Die Handelsgeschäfte mit Metallen und anderen chemischen Substanzen werden hingegen sowohl einkaufs- als auch absatzseitig in USD abgewickelt. Die dafür erforderlichen Volumina zur Vorfinanzierung wurden bei einem verbundenen Unternehmen in USD aufgenommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen ausschließlich in Euro und weisen damit kein Währungsrisiko auf. • Zinsänderungsrisiken: Sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind variabel verzinst. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind in Höhe von TEUR 37.557 fix verzinst.
| davon verzinst | |||
|---|---|---|---|
| fix Bilanzwert | variabel | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 30.895 | 0 | 30.895 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Dritten | 5.690 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 50.685 | 37.557 | 0 |
| 87.270 | 37.557 | 30.895 |
• Liquiditätsrisiken: Der Gesellschaft stehen zum Abschlussstichtag ausreichende liquide Mittel und nicht ausgenützte Rahmen zur Verfügung, um kurzfristige Liquiditätsschwankungen ausgleichen zu können. Zur Senkung des Nettoumlaufvermögens wurden optimierende Maßnahmen zum Abbau der Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Fertigerzeugnissen gesetzt. Durch aktives Management der Kunden- und Lieferantenbeziehungen wird die Optimierung der Zahlungsziele – Verlängerung auf der Beschaffungsseite bzw. Verkürzung auf der Vertriebsseite – aktiv umgesetzt.
Akdeniz Chemson Additives AG
zum Jahresabschluss 2024
3. Forschung und Entwicklung
In der Akdeniz Chemson Additives AG werden Produktinnovationen in Form neuer oder modifizierter Rezepturen für Stabilisatoren durch die Abteilung Produktentwicklung Europa & Ubersee in Zusammenarbeit mit dem am Standort Arnoldstein angesiedelten Anwendungstechnischen Labor vorangetrieben.
Sämtliche Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im engeren Sinne wurden hingegen mit Ende des Jahres 2020 in die Muttergesellschaft Akdeniz Chemson Kimya Sanayi ve Ticaret A.S., Izmir (TR) verlagert, deren Schwerpunkt in der Erforschung und Entwicklung neuer Rohstoffe für die PVC-Industrie und der Erschließung neuer Anwendungsbereiche liegt.
Arnoldstein, am 26. September 2025
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