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Lagebericht 2025

Mayer & Co Beschläge GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 04. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die MACO-Gruppe produziert und vertreibt Beschläge für Fenster, Türen und Fensterläden.

Die Mayer & Co Beschläge GmbH erzielte 2025 einen Umsatz von 236,09 Mio. EUR. Die Entwicklung in den Märkten, auf denen MACO tätig ist, führte in Summe zu einem Rückgang der Umsatzleistung. Besonders stark betroffen waren die Regionen Süd-West-Europa, Deutschland, United Kingdom und auch Nord-Ost-Europa.

Unsere Leistungsfähigkeit zeigt sich neben den wirtschaftlichen Kennzahlen vor allem in der Nachhaltigkeit unseres Handelns. Wir entwickeln effiziente Lösungen, die Ressourcen, Umwelt und Klima schonen, und beachten umweltschutzrechtliche Gesetze und Auflagen. Den Nachweis dafür liefern die Umweltproduktdeklarationen (EPD) nach ISO 14025 und EN 15804, die Aufnahme als Klimabündnisbetrieb Österreich, der Circular Globe Award sowie unsere Zukunftsberichte.

Mit Hilfe der Erweiterung des Produktangebots von mechanischen Fenster- und Türbeschlägen hin zu elektronischen und automatisierten Produkten und Produktsystemen können wir unseren Kundenstamm erweitern; dies stellt einen signifikanten Wettbewerbsvorteil dar.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung sind darüber hinaus leistungsfähige Mitarbeiter - daher investieren wir in den Feldern Arbeitssicherheit, Ergonomie der Arbeitsplätze, in die gesundheitliche Vorsorge, und in eine hervorragende Ausund Weiterbildung unserer Belegschaft.

Wesentliche Ereignisse während des Geschäftsjahres

Im Februar 2025 war die MACO-Gruppe von einem Großbrandereignis betroffen. Im Bereich der Galvanik brach am Standort in Salzburg ein Feuer aus und zerstörte Anlagen sowie den betroffenen Gebäudeteil. Glücklicherweise gab es keine Verletzten. Der Schaden ist seitens der Versicherung gedeckt, welche bereits die ersten Zahlungen geleistet hat.

Aufgrund des Ausfalles in der Galvanik kam es zu Prozessverlagerungen innerhalb der Gruppe um die Produktion aufrecht zu erhalten. Zusätzlich mussten Fremdbearbeitungen in Anspruch genommen werden.

Die Produktion am Standort Salzburg musste für einige Zeit stillgelegt werden. In dieser Zeit erfolgten Reinigungsarbeiten der betroffenen Gebäudeteile als auch von Maschinen. Aufgrund der starken Verrußung kam es auch zu Verschrottungen von Halb- und Fertigteilen. Während dieser Zeit wurden die Galvanik-Mitarbeiter bestmöglich anderweitig eingesetzt.

Mayer & Co Beschläge GmbH,

Salzburg

Der Rechtsstreit aus dem Jahr 2020 mit einem Vertriebspartner konnte in diesem Geschäftsjahr abgeschlossen werden. Nachdem die Mayer & Co Beschläge GmbH im Jahr 2022 in erster Instanz freigesprochen wurde, kam es zu einer Berufung seitens der Gegenpartei. Nach erneuter Aufnahme des Verfahrens konnte man sich nun auf eine Abschlagszahlung in der Höhe von TEUR 2.240 einigen. Der verbleibende Betrag der hierfür gebildeten Rückstellung aus den Vorjahren wurde ergebniswirksam aufgelöst.

Die Umsatzentwicklung des Geschäftsjahres lag mit 236,09 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr (-21 Mio. EUR). Dieser Rückgang ist im Wesentlichen der schwachen Baukonjunktur geschuldet. Hinzu kommen zusätzliche Kundenverluste vor allem in der Region Nord-Ost- Europa.

Der Materialaufwand entwickelte sich im Berichtsjahr überproportional zum Umsatz, sodass sich die Materialaufwandsquote im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat. Ursächlich hierfür waren unter anderem gestiegene Rohmaterialpreise.

Der Personalaufwand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 1 Mio. EUR, was vor allem auf gestiegene Lohnkosten zurückzuführen ist.

Zusätzlich stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen spürbar an. Ein wesentlicher Treiber waren die Kosten für die Systemumstellung auf SAP/S4HANA, die im Rahmen der digitalen Transformation der Gesellschaft vorangetrieben wurde.

Um diesen Effekten entgegenzuwirken beschäftigen sich externe und interne Spezialisten mit sorgfältiger Serienüberwachung, überarbeiteter Produktentwicklung und umfangreichem Qualitätsmanagement.

Für die Überwachung und Steuerung der Unternehmensprozesse wurde das proaktive Risikomanagementsystem der MACO-Gruppe weiterentwickelt. Dazu zählen Controlling- und Überwachungsfunktionen, ein detailliertes und aussagekräftiges Konzernreporting, Compliance- und Corporate Governance-Richtlinien, sowie weiterentwickelte Budgetierungsverfahren.

Zielsetzung aller Risikosteuerungs- und Überwachungsprozesse ist die frühzeitige Erkennung potenzieller strategischer, operativer und finanzieller Risiken, die die Geschäftsentwicklung beeinträchtigen könnten, und in der Folge die zeitnahe Umsetzung geeigneter Gegenmaßnahmen. Darüber hinaus werden Chancen gruppenweit identifiziert, beurteilt und realisiert.

Entwicklung der Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage

Die Umsätze belaufen sich im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 236.087 (Vorjahr: TEUR 257.558). Dies entspricht einer negativen Veränderung von ca. 8,3 Prozent.

Das Ergebnis vor Steuern wurde mit minus EUR 21.796.098,57 im Geschäftsjahr 2025 abgeschlossen. Hieraus ergibt sich eine negative Veränderung gegenüber dem Vorjahr um TEUR 14.548.

Das Eigenkapital der Mayer & Co Beschläge GmbH hat sich aufgrund des negativen Jahresergebnisses um ca. 62 Prozent auf TEUR 12.496 vermindert.

Mayer & Co Beschläge GmbH,

Salzburg

Darstellung der wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Kennzahlen der Ertragslage20252024
Umsatzrentabilitätnegativnegativ
(EBIT1 /Umsatzerlöse*100)
Eigenkapitalrentabilitätnegativnegativ
(Ergebnis vor Steuern/Eigenkapital*100)
Kennzahlen der Vermögens- und Finanzlage
Nettoverschuldung TEUR49.99534.008
(verzinsliches Fremdkapital-flüssige
Mittel-Cash-Pool Forderungen)
Nettoverschuldungsgrad400,1%103,5%
(Nettoverschuldung/Eigenkapital*100)
Bezieht man die Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen mit ein, so ergibt sich eine Nettoverschuldung
von TEUR 64.840 (Vorjahr: TEUR 39.095).
Eigenkapitalquote17,2%39,4%
(Eigenkapital/Gesamtkapital*100)
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Cash-Flow KennzahlenTEURTEUR
Jahresfehlbetrag-20.361-6.226
+ Abschreibungen auf das Anlagevermögen500376
+/- Dotierung/Auflösung langfristiger Rückstellungen-4.113-1.402
-/+ Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen-22-26
-/+ Veränderung der aktiv latenten Steuern9731
= Cash-Flow aus dem Ergebnis-23.899-7.247
Cash-Flow Leistungsrate
(Cash-Flow aus dem Ergebnis/Betriebsleistung*100)negativnegativ

Mayer & Co Beschläge GmbH, Salzburg

Finanzinstrumente

Die Mayer & Co Beschläge GmbH finanziert sich über klassische Finanzinstrumente. Es werden bei Bedarf Kontokorrentkredite im Rahmen des konzernweiten Cashpools, sowie Lieferantenkredite im Rahmen der normalen Kreditverbindlichkeiten in Anspruch genommen. Darüber hinaus bestehen Konzerngesellschaften. Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber

Im Rahmen des konzernübergreifenden Treasury erfolgt darüber hinaus die Steuerung der erforderlichen Finanzinstrumente. Ziel ist es, die Tochtergesellschaften der MACO-Gruppe von Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisschwankungen möglichst freizuhalten. Ein verbleibendes Restrisiko sollte sich maximal aus nicht vorhersehbaren zeitlichen oder mengenmäßigen Abweichungen aus der ursprünglichen Planung ergeben.

Personal und Umwelt

Von strategischer Bedeutung für die Mayer & Co Beschläge GmbH ist die Entwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hinblick auf die geplanten zukünftigen Anforderungen. Hierbei wird der Entwicklung von Fachkompetenzen, aber auch der Entwicklung von Führungskompetenzen, große Bedeutung beigemessen.

Sichtbare Qualitätsbelege sind die MACO-Zertifizierungen des Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001, des Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 und des Managementsystems für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nach OHSAS 18001 an allen produzierenden Standorten. Die Standorte Osterreich, Deutschland und Polen wurden in 2022 erfolgreich nach ISO 45001 zu Arbeitssicherheit zertifiziert.

Risikomanagement

Die Geschäftsleitung ist sich bewusst, dass ein funktionierendes Chancen- und Risikomanagementsystem einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und Ausbau von Wettbewerbsvorteilen liefert.

Ziel ist es, durch einen systematischen Ansatz ein frühzeitiges Erkennen von Chancen und Risiken zu ermöglichen, um so aktiv auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Die Optimierung des Risikomanagementsystems standardisierten, konzernweiten Planungserfolgt durch die Umsetzung von und Kontrollprozessen sowie unternehmensübergreifende Richtlinien und Berichtssysteme. Darüber hinaus ist ein unternehmensweit einheitliches System zur Risikosteuerung in den Vordergrund gestellt.

Diese Risikobereiche umfassen:

• externe Risiken, • strategische Risiken, • interne Risiken der Wertschöpfung sowie • interne Risiken der unterstützenden Prozesse

Aus der laufenden Beobachtung der Risikobereiche werden Vorgaben und Kontrollmechanismen abgeleitet. Die Geschäftsführung wird regelmäßig und zeitnah über die verschiedenen Risikoparameter informiert. Daraus resultieren die entsprechenden Risikosteuerungsmaßnahmen.

Mayer & Co Beschläge GmbH,

Konkrete Risiken ergeben sich derzeit:

• Beschaffungsmarkt:

Abhängigkeit von Rohstoffen und Rohmaterialpreisen, v.a. Stahl und Zink Preisentwicklung nicht vorhersehbar Politische Situation in den USA

• Absatzmarkt:

Die internationale Nachfrage nach heimischen Industriegütern leidet unter der Konjunktur schwäche in der EU und den Zöllen der USA. Aggressiver Preiswettbewerb Zunehmende Konzentration von Unternehmen (dominierende Großkunden sind derzeit nicht vorhanden) Eintritt neuer Markteilnehmer Geopolitische Konflikte

• Reklamationen:

Für in den Jahren 2018 bis 2020 gelieferte Schlosskästen, bei denen es im ungünstigen Fall zu nichtsicherheitsrelevanten Funktionseinschränkungen bei Nebeneingangstüren kommen kann, wurde 2021 eine Rückstellung für Reklamationen im Ausmaß von EUR 1.000.000,00 gebildet. Mit einem Kunden konnte diesbezüglich ein Vergleich erwirkt werden, der Lieferant des fehlerhaften Vorproduktes wurde geklagt und hat die Klage dem Grund nach anerkannt.

2023 wurde für mögliche Ansprüche anderer Kunden diese Rückstellung auf EUR 1.300.000,00 erhöht, wobei diesbezüglich auch ein Versicherungsschutz besteht.

Aufgrund der möglich fehlerhaften Schlosskästen, welche noch im Umlauf sind und dem Umstand, dass der Versicherungsschutz gedeckelt ist, wurde die Rückstellung im Geschäftsjahr 2024 um EUR 500.000,00 auf EUR 1.800.000,00 erhöht. Neue Erkenntnisse liegen uns derzeit nicht vor, sodass die Rückstellung unverändert zum Vorjahr in der Bilanz steht.

• Konflikt zwischen Ukraine und Russland

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat nach wie vor weitreichende Auswirkungen auf die Baubranche, die sowohl kurzfristige als auch langfristige Herausforderungen mit sich bringen. Aufgrund der verhängten Embargos kommt es neben den politischen und sozialen auch zu wirtschaftlichen Auswirkungen, wie Handelsbeschränkungen, Lieferkettenstörungen und Preiserhöhungen.

Diese Risiken gefährden den Fortbestand des Unternehmens aus heutiger Sicht nicht.

Betriebsstätte/Zweigniederlassung

Die Gesellschaft führt weder eine Betriebsstätte noch eine Zweigniederlassung.

Mayer & Co Beschläge GmbH, Salzburg

Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung und Entwicklung ist sehr gut ausgebaut und erfolgt auf der Basis modernster Technik. Die konzernweite Entwicklung wird am Standort in Salzburg gesteuert.

Die Entwicklungen werden einerseits in enger Abstimmung mit unseren Kunden und andererseits auch als Weiterentwicklung von unseren bestehenden Technologien umgesetzt, mit dem Ziel höchste Sicherheitsansprüche, besten Komfort, führende Umweltverträglichkeit und eine kontinuierliche Wirtschaftlichkeit zu vereinen.

Die Kernkompetenz liegt in der Herstellung von innovativen und technologisch anspruchsvollen Fenster-, Türen- und Fensterladensystemen. Sie garantieren den entscheidenden Kundennutzen und die entsprechenden Alleinstellungsmerkmale.

Das Leistungsspektrum umfasst im Wesentlichen:

• Produktentwicklung und Produktmanagement • Produktions- und Prozessoptimierung • Werkstoffwahl, Produktanalyse und Bauteilprüfung • Simulationstechnik u. Bauteilauslegung

Voraussichtliche Entwicklung

Nach mehreren Jahren der Stagnation wird in der Baubranche eine leichte Erholung erwartet. Diese wird unter anderem von einer Stabilisierung der Bauzinsen getragen. Im Fokus stehen Nachhaltigkeit, digitales Bauen, smarte Techniken und modulares Bauen/Fertighäuser, um dem Fachkräftemangel und hohen Kosten zu begegnen.

Die Baubranche ist nach wie vor von globalen Ereignissen abhängig, da sie intensiv mit Rohstoffmärkten, Lieferketten und Weltwirtschaft vernetzt ist. Verschiedenste Weltereignisse wie z.B. geopolitische Spannungen und Handelskriege, haben Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Baumaterialien und auf die Energiepreise. Auch der Klimawandel und die daraus resultierenden Bemühungen zur CO2 Reduktion tragen zu Verteuerungen in der Materialbeschaffung bei.

Für das Geschäftsjahr 2026 gehen wir basierend auf der erwarteten Entwicklung von Umsatz und Kosten von einer geringen Ergebnisverbesserung für die Unternehmensgruppe MACO aus. Einen Aufwärtstrend erwarten wir jedoch erst für die Folgejahre.

Für die Mayer & Co Beschläge GmbH prognostizieren wir jedoch auch für das Jahr 2026 ein negatives Ergebnis.

Salzburg, am 1. Juni 2026

Ing. Mag. (FH) Mario Neuwirth

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