Inhaltsverzeichnis
I. Lagebericht 2024
Überblick
Im Jahr 2024 haben die Auswirkungen der globalen wirtschafflichen Lage und die intenationalen Verwerfungen als Folge des Ukraine-Konflikts die Umsätze von Adamol in vielen Geschäftsfelden, ähnlich wie schon in den letzten Jahren stark beeinflusst. Der Rückgang der Inflation hat sich noch nicht in höherem Konsum durch die Konsumenten niedergeschlagen. Die Preiserhöhungen seitens der Industrie haben Adamol insofern getroffen, als dass die vollständige Weitergabe an den Einzelhandel nur schwer umsetzbar ist und, wenn überhaupt, nur zeitversetzt erfolgen kann.
Dazu kommt, dass die Mitbewerber, um ihre Mengen- und Umsatzverluste zu kompensieren, versuchen, den Markt mit Dumpingpreisen zurückzuerobern. Diese Konstellation betrifft den gesamten Großhandel.
Aktuelle Entwicklungen
Viele Kunden von Adamol nutzen die Möglichkeiten des individuellen Adamolb2b-shops immer mehr. Dieser Trend wird sich auch in den Folgejahren weiter fortsetzen.
Adamol hat die IT komplett neu strukturiert und setzt den NIS2-Standard vollständig um.
Adamol hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die in den Vorjahren begonnenen Projekte mit neuen Kunden und Produkten erfolgreich umsetzen können.
Das Ende 2020 begonnene Projekt mit einem der größten Lebensmitteleinzelhändler Österreichs für die Belieferung von etwa 400 Stationen zweier namhaften Tankstellenketten hat sich sehr gut und nachhaltig etabliert. Adamol ist hier Exklusivlieferant für alle Produkte im Non-Food- Sortiment. Im Rahmen dieser Partnerschaft hat Adamol mit den beiden größten Mineralölkonzernen auch neue Produkte exklusiv entwickelt. Dies bedeutet für Adamol eine Bestätigung der Strategie und gleichzeitig eine weitere Möglichkeit, neue Kunden in diesem Marktsegment zu gewinnen. Dieses Kundensegment gewann auch 2024 sukzessive an Bedeutung und hat aufgrund ihrer Größe und des Produktportfolios in den Wintermonaten 2024 das Ergebnis verbessert.
Mittlerweile beliefert Adamol weit mehr als die Hälfte aller österreichischen Einzelhandelsstandorte, die automotive Produkte gelistet haben, mit einem breiten Produktportfolio.
Aufgrund der oben beschriebenen Umstände hat Adamo! 2024 beschlossen, neue Produktgruppen einzuführen, die nicht zum ursprünglichen Kerngeschäft gehören. Diese zusätzlichen Produktgruppen sind aber für die Kunden von Adamol sehr wichtig und werden daher zukünftig eine stärkere Rolle im Sortiment von Adamol spielen.
Positives kann über die Marken von Adamol berichtet werden. Die gesamte Produktserie Adamol 1896 konnte durch neue Produkte und Produktinnovationen sowie Neulistungen bei namhaften Handelsketten ihren Bekanntheitsgrad deutlich steigern. Die Marke Adamol zähit auch bei Adßlue, Winterprodukten (Scheiben- und Kühlerfrostschutz) sowie demineralisiertem Wasser in Osterreich zu den Gewinnern, was die Entwicklung von Marktanteilen betrifft.
Durch den weiteren Ausbau sowie durch Optimierungen der Logistik- und Distributionsdienstleistungen konnten die wichtigsten Kundenbeziehungen weiter gefestigt und abgesichert werden.
II.
Risikobericht
Allgemeine Risken
Die Wettbewerbssituation war in den letzten Jahren gekennzeichnet von einem intensiven Preiswettbewerb. Adamol hat durch die Entwicklung ausgefeilter Logistikkonzepte eine Abkoppelung vom reinen Preiswettbewerb und dadurch stärkere Kundenbindung erzielt. Diese Strategie wird auch konsequent weitergeführt.
Risiken aus Forderungsausfällen werden so weit wie möglich durch Bonitätschecks vor Eingehen einer Geschäftsverbindung sowie durch bereits abgeschlossene Forderungsausfallsversicherungen eingedämmt.
Adamol hat stabile Finanzierungs- und Lieferantenpartnerschaften. Es ist wichtig, dass diese weiterhin aufrecht bleiben um die gegenwärtige Finanzierungsstruktur aufrechtzuerhalten.
Adamol strebt eine Verstärkung der finanziellen Ressourcen an, um dadurch verstärkt mittels Skontoausnutzungen die Ertragslage zu verbessern.
Kostenseitig besteht ein Risiko in der nicht vorhersehbaren Entwicklung der Logistikkosten, die sich in den letzten Jahren sehr stark erhöht haben.
Besondere Risken
Die Auswirkungen der Pandemie sollten nun bewältigt sein. Die seit 2023 stark dominierende Teuerungswelle drückte auch im Jahr 2024 auf das Konsumverhalten in Österreich.
III. Lage der Gesellschaft
Vermögenslage
Das Jahresergebnis 2024 hat zu einer Veränderung des Eigenkapitals auf 1.371 T € geführt.
Die Vorräte wurden auf 2.545 T€ reduziert. Lagerbereinigungen im Zuge der Übersiedlung 2023 sowie ein erneut verbessertes Lager- und Bestellmanagement waren dafür verantwortlich.
Ausleihungen an die Muttergesellschaft stehen mit ca. 1,6 Mio € zu Buche. Die Planungen für die nächsten fünf Jahre zeigen, dass diese Ausleihungen in diesem Zeitraum durch entsprechende Ergebnisse sowie durch die Lizenzzahlungen im Zusammenhang mit dem Übertrag der Markenrechte überwiegend rückgeführt werden. Geplante Eigenkapitalschritte seitens der Muttergesellschaft werden ebenfalls zu einem deutlichen Rückgang dieser Position führen. 2022 hat die Mutterfirma diese Forderung bereits um ca. 275 T Euro reduziert.
Bis dato konnte das Ziel, einen Investor in die Muttergesellschaft einzubinden, nicht realisiert werden. Im Herbst 2024 wurde jedoch mit einem potenziellen Investor ein LOI abgeschlossen. Die Gespräche über eine Beteiligung werden im Jahr 2025 weiter geführt.
Durch die Aktionen der Stadt Wien konnte die „Stolz auf Wien GmbH" 2020 als Investor gewonnen werden. Dies ist ein Vertrauensbeweis und Qualitätsmerkmal für Adamol, als eines von nur wenigen Unternehmen, die eine Beteiligung erreicht haben. Im Jahr 2025 soll die Beteiligung der Stadt Wien wieder zurückgekauft werden.
Die Bankverbindlichkeiten wurden 2024 um ca. 500 T € reduziert. Das strikte Lager- und Forderungsmanagement hat dazu geführt, dass sich die Liquiditätslage des Unternehmens deutlich verbessert hat und Adamol weiterhin Skontozahler ist.
Die Forderung an die Muttergesellschaft wurde mit 2,25% verzinst.
Ertragslage
Das Ergebnis nach Steuern ist 2024 mit 40 T € wieder positiv.
Eine Herausforderung stellen immer noch die seit Corona stark gestiegenen Lager- und Logistikkosten dar.
Preiserhöhungen seitens der großen Lieferanten wurden so weit wie möglich weitergegeben, was angesichts der dynamischen Preisentwicklung in allen Warengruppen eine große Herausforderung darstelite.
Das größte Augenmerk wird auf die Entwicklung des Deckungsbeitrages gelegt, dieser ist entscheidend für den Erfolg der Adamol. Die Kostensituation ist stabil und durch das sparsame Wirtschaften des Managements vor negativen Tendenzen weitgehend abgesichert.
Finanzlage
Sämtliche langfristigen Verbindlichkeiten werden pünktlich bedient. Die aufgrund der Corona-Pandemie erforderlichen Finanzierungsinstrumente
wurden eingesetzt und vereinbarungsgemäß Ende 2024 rückgeführt. Adamol nutzt die Möglichkeiten zur Skontozahlung dort, wo entsprechende Vereinbarungen getroffen werden konnten.
IV. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres
In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2025 hat sich vor allem im dutomotiven Bereich immer noch keine Erholung eingestellt. Dies trifft auch Adamol. Der Trend zu Onlinebestellungen nimmt weiter zu und trifft damit auch den Großhandel.
Adamol hat sich entschlossen, das bestehende Lager in eine „Seveso-IIlzertifizierte" Liegenschaft zu übersiedeln. Damit will sich Adamol einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern schaffen, da nun ein noch breiteres Produktportfolio für den automotiven Einzelhandel (das vor allem Artikel mit dem Inhalt von gefährlichen Stoffen beinhaltet) zur Verfügung gestellt werden kann.
Rückkauf Anteile: Adamol hat die Gespräche zum Rückkauf des 20%-Anteils der Stolz auf Wien GmbH durch die Muttergesellschaft KW Automotive GmbH aufgenommen.
V. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die Gesellschaft wird konsequent den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und sich als Großhandels- und Distributionslogistikpartner der österreichischen Wirtschaft wettbewerbsfähig positionieren.
Größtes Plus von Adamol ist die Verlässlichkeit in der Lieferfähigkeit sowie eine unbedingt loyale Belegschaft, die gemeinsam mit der Untemehmensleitung das Unternehmen zum Erfolg bringt.
Die Strategie, bei allen Retailmärkten in Österreich gelistet zu sein und dort hin auch aktive Lieferbeziehungen zu pflegen, reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Produkten bzw. Kunden.
VI. Forschung und Entwicklung
Es wird keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung unterhalten.
VII. Finanzinstrumente
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Die Finanzierung der kurzfristigen Vermögensgegenstände erfolgt im Wesentlichen über Betriebsmittelkredite und über die stabilen und verlässlichen Lieferanten des Unternehmens. Die Kundenforderungen werden über Factoring finanziert.
2020 wurde eine Corona-Finanzierung im Ausmaß von 500 T Euro bei der Hausbank aufgenommen. Diese Mittel wurden bis Ende 2024 vereinbarungsgemäß rückgeführt. Ein 2019 eingeräumter Kredit mit AWS- Bürgschaft in Höher von 450 T Euro wurde ebenfalls 2024 vereinbarungsgemäß zur Gänze rückgeführt.
Als 20 % - Mitgesellschafter wurde Stolz auf Wien GmbH gewonnen. Die Zusammenarbeit ist vorerst auf 7 Jahre ausgelegt. Die Muttergesellschaft von Adamol beabsichtigt, die Anteile von Stolz auf Wien GmbH 2025 zurückkaufen. 2022 hat die WKBG weitere Kapitalinstrumente im Ausmaß von insgesamt 200 T Euro zur Verfügung gestellf. Insgesamt wurden von diesen beiden Instrumenten bereits 100 T Euro wieder rückgeführt.
VIIl. Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen der Gesellschaft.
Wien, am 01. Oktober 2025
A
A. 1110 Wied, Warneckestroe 10 Tel. +48 813 25 25
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