Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäftsverlauf
Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 war die wirtschaftliche Entwicklung von anhaltender Unsicherheit auf den internationalen Märkten geprägt. Die weltwirtschaftliche Lage wurde u. a. durch die Inflationsraten (insbesondere im 1. Halbjahr), geopolitische Spannungen, volatile Energiepreise und eine zurückhaltende Investitionstätigkeit der Unternehmen beeinflusst.
In einigen Branchen [z. B. Maschinenbau, IT-Dienstleistungen, Bauwesen] zeigten sich leichte Erholungstendenzen, insbesondere durch staatliche Förderprogramme und Investitionen [z. B. Wohnbau Deutschland], wenngleich das Wirtschaftsjahr von einer besonderen Erwartungsunsicherheit geprägt war.
Die ersten beiden Quartale des Wirtschaftsjahres 2024/2025 verliefen plangemäß. Mit Beginn des dritten Quartals sank die Nachfrage nach Produkten der Tilly Holzindustrie einhergehend mit einer signifikanten Steigerung von Rohstoffpreisen. Der Nachfragerückgang war hauptsächlich auf die allgemeine konjunkturelle Lage zurückzuführen.
Nur im letzten Quartal des Wirtschaftsjahres 2024/25 (Jänner bis März 2025) konnten die Produktions- und Verkaufsmengen aufgrund einer kurzfristig steigenden Nachfrage erhöht werden. Die Produktionsmengen und die Mitarbeiterzahl der Tilly Holzindustrie konnten daher über das gesamte Wirtschaftsjahr stabil gehalten
werden. Die Nachfrage pendelte sich auf einem höheren Niveau als im Vergleichsjahr zuvor ein.
Im März 2024 wurden die Bau- und Inbetriebnahmetätigkeiten des Pelletswerks fertiggestellt und eines der größten Investitionsprojekte in der Firmengeschichte der Tilly Holzindustrie positiv abgeschlossen. Mit Aufnahme der Geschäftstätigkeit konnte der Umsatz der Tilly Holzindustrie signifikant gesteigert werden. Die Bauarbeiten zur Errichtung des neuen Biomassekraftwerks, als eines der derzeit größten Investitionsprojekte des Landes Kärnten, wurden im März 2025 begonnen.
Wie auch in den Vorjahren war der Rohstoffbeschaffungsmarkt traditionell zu Beginn des Kalenderjahres 2024 von starker Nachfrage und höheren Preisen geprägt. Die Rohstoffpreise sind jedoch im zweiten Quartal des Wirtschaftsjahres 2024/25 noch einmal stark gestiegen.
Die Tilly Holzindustrie strebt seit Unternehmensgründung kontinuierlich danach, den Rohstoff Holz so effizient wie möglich einzusetzen. Das Forschungs- und Entwicklungsteam hat auch im Geschäftsjahr 2024/2025 Programme zu Effizienzsteigerungen fortgesetzt. Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 wurden neuartige Ansätze zu Veränderungen in bestehende Produktionstechnologien entwickelt und die Anderungen werden im Wirtschaftsjahr 2025/2026 getestet. Zudem setzt die Tilly Holzindustrie ihre Bemühungen fort, die maschinellen Anlagen und Prozesse unter Einsatz modernster Technologien (z..B. mit künstlicher Intelligenz) zu optimieren.
Neben dem Bau des Biomassekraftwerks wurden weitere Investitionen in die Automatisierung der Produktionslinien vorgenommen. Die Einführung von Sensorik und KI-basierten Überwachungssystemen soll die Ausfallsicherheit und langfristig hohe Instandhaltungskosten senken.
Die digitale Transformation wird durch die Erweiterung des ERP-Systems und einer Produktionsdatenplattform weiter vorangetrieben. Dies soll eine durchgängige Datentransparenz von der Rohstoffannahme bis zur Auslieferung ermöglichen.
Die Tilly Holzindustrie konnte ihre Position, als einer der führenden Anbieter mit leicht steigendem Marktanteil behaupten und die Arbeitsplätze am Standort Althofen absichern.
1.2. Zweigniederlassungen
Das Unternehmen verfügt über keine Zweigniederlassungen.
1.3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Eigenmittelquote (bezogen auf die Eigenmittel inklusive Subventionen und Mezzaninkapital) ist im Vergleich zum Vorjahr um 5 % Punkte gesunken und liegt im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei 27,5 %. Das positive Working Capital (Netto-Umlaufvermögen) spiegelt die ausreichende Liquidität des Unternehmens wider.
Die Intensität des Sachanlagevermögens beläuft sich auf rund 66 % (VJ: 68 %). Die Kennzahl ist aufgrund des gesteigerten Umlaufvermögens infolge der Inbetriebnahme des Geschäftsfeldes Pellets leicht rückläufig.
Die Eigenkapitalrentabilität (bezogen auf die Eigenmittel inklusive Subventionen und Mezzaninkapital) von rund 3 % und die Umsatzrentabilität von 2 % zeigen, dass der Betrieb profitabel geführt wird.
Der Cash-Flow setzt sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
| Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | TEUR | 5.669 |
|---|---|---|
| Cash-Flow aus dem Investitionsbereich | TEUR | -12.587 |
| Cash-Flow aus dem Finanzierungsbereich | TEUR | 8.867 |
| Veränderung Finanzmittelbestand | TEUR | 1.949 |
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr konnte ein Cash-Flow aus dem Ergebnis in Höhe von TEUR 10.969 erwirtschaftet werden. Unter Berücksichtigung der Veränderungen im Working Capital ergibt sich ein Cash-Flow aus dem Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 6.904.
Die Personalintensität liegt bei 16,5 % (VJ: 17,8 %). Die Kennzahl ergibt sich aus der Division der Personalaufwendungen durch die Betriebsleistung.
Der Energieverbrauch wird jährlich genau analysiert und optimiert. Durch den Betrieb einer Biomasse Kraft-Wärme-Kopplung unserer Tochtergesellschaft und der Implementierung einer der modernsten und größten Aufdach-Photovoltaikanlagen Österreichs wird ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Mit der Wärme, die durch das Biomasse KWK erzeugt wird, wird die gesamte Produktion versorgt. Diese arbeitet nach den höchsten Umweltschutz-Richtlinien und wird stets auf dem neuesten Stand gehalten. Mit unserer Photovoltaikanlage konnten wir im Wirtschaftsjahr 2024/25 - wie im Vorjahr – wiederum über 3 GWh Strom produzieren.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Vom Nachfragerückgang – bedingt durch hohe Baukosten infolge von Preissteigerungen, anhaltender Inflation, gestiegener Energiekosten sowie die Folgen des russischen Angriffskriegs – konnte sich das Unternehmen Ende des Wirtschaftsjahres 2024/2025 spürbar erholen. Seither zeigt sich die Nachfrage stabil bzw. leicht steigend. Für das kommende Wirtschaftsjahr 2025/2026 erwartet die Geschäftsführung nach Preiserhöhungen im April 2025 abhängig von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung – eine gleichbleibende Nachfrage bei einer insgesamt stabilen Preissituation.
Im Fokus stehen weiterhin die Optimierungen in Produktions- und Organisationsabläufen. Ein Kostenoptimierungsprogramm zur Senkung von operativen Kosten (Logistikkosten, Rohstoffkosten usw.) mit dem übergeordneten Ziel, die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhöhen, wurde im Wirtschaftsjahr 2024/2025 mit einem externen Partner umgesetzt.
Die strategische Ausrichtung der Tilly Holzindustrie Gesellschaft m.b.H. ist weiterhin ganzheitlich marktorientiert und folgt konsequent dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Ziel ist es, die bestehende Markt- und Technologieführerschaft weiterhin zu sichern und auszubauen. Die Produktentwicklung richtet sich dabei eng an den Anforderungen und Wünschen der Kunden aus. Als einer der führenden Produzenten von Naturholzplatten versteht sich das Unternehmen als Innovationstreiber innerhalb der Branche. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produktqualität bleibt oberstes Ziel.
Die strategische Unternehmensplanung wird im regelmäßigen Austausch mit dem engsten Führungskreis abgestimmt. Vorausschauendes und umsichtiges Handeln der Geschäftsführung ermöglicht eine rasche und flexible Anpassung der Unternehmensressourcen an sich verändernde Rahmenbedingungen – was entscheidende Grundlage für langfristigen Erfolg und Stabilität ist.
Im Bereich Forschung und Entwicklung liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Optimierung der Rohstoffausbeute sowie der Produktions- und Logistikprozesse.
Ein besonderer Fokus liegt auf Produktinnovationen unter Einsatz neuer Technologien, insbesondere der Künstlichen Intelligenz. Der Automatisierungsgrad in der Produktion wird gezielt erhöht, um die stark gestiegenen Lohnkosten teilweise durch Effizienzgewinne zu kompensieren. Eine ausgewogene Balance zwischen menschlicher Arbeitskraft und intelligenter Automatisierung gilt dabei als wesentlicher Erfolgsfaktor.
Für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 wird von einer gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung ausgegangen. Das Interesse am Bauen mit dem natürlichen und nachhaltigen Baustoff Holz nimmt stetig zu. Vor dem Hintergrund einer sich erholenden Marktlage wird ein schrittweises Wachstum in der Holzbaubranche
erwartet – vergleichbar mit den positiven Entwicklungen vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie.
Die Wettbewerbsfähigkeit der Tilly Holzindustrie – insbesondere im europäischen Kontext – wird künftig maßgeblich davon abhängen, inwieweit es gelingt, technologische Fortschritte und Prozessinnovationen zu implementieren und zu nutzen, um die Lohnkostensteigerungen der vergangenen Jahre wirtschaftlich abzufedern.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Im Rahmen des Risikomanagements untersucht und bewertet die Geschäftsführung der Tilly Holzindustrie Gesellschaft m.b.H. laufend die Chancen und Risiken des Unternehmens. In ihrer Verantwortung zeigt sie durch die frühzeitige Erkennung den notwendigen Handlungsbedarf auf. Ein standardisiertes internes Kontroll- und Berichtswesen mit umfangreichen Analysen zu Planungsabweichungen tragen zur transparenten Information an Entscheidungsträger bei, sodass sichergestellt ist, dass Führungskräfte in einem angemessenen Zeitraum richtige Entscheidungen treffen können. Die Geschäftsabläufe werden ferner in regelmäßigen Abständen durch externe Auditoren geprüft.
Marktstabilität:
Derzeit ist von einer stabilen - sich auf mittlerem Niveau befindlichen, bauwirtschaftlichen Nachfrage mit einigen Unsicherheiten in Europa auszugehen. Potentielle Beschaffungs- und Absatzrisiken werden vom Unternehmen täglich auf ihre Auswirkungen auf die Tilly Holzindustrie untersucht.
Die massiven Preisschwankungen (Steigerungen und –Senkungen) im Absatz und Beschaffungsmarkt, Energie- und Treibstofferhöhungen sowie die allgemeine Inflation haben sich stabilisiert. Planungen werden rollierend überarbeitet und das Unternehmen wird auf die jeweilige Situation ausgerichtet.
Beschaffungsmarktrisiko
Die Beschaffung der Rohstoffe ist einer der wesentlichsten Faktoren zur erfolgreichen Unternehmensentwicklung. Nicht zuletzt deshalb beschäftigen sich unsere F&E-Mitarbeiter mit Themen und Technologien zur optimalen Rohstoffausbeute und mit der Entwicklung von Verfahren, die den Zugriff auf alternative Holzdimensionen ermöglichen. Es werden laufend neue Märkte bzw. Unternehmen im Hinblick auf ihre Zukunftstauglichkeit als potentielle Lieferanten untersucht. Aufgrund von Preisschwankungen und Verfügbarkeiten von Rohstoffen wird auf diesen Unternehmensbereich ein besonderes Augenmerk gelegt.
Rechtliche Risiken
Für Risiken, die sich aus den vielfältigen Gesetzen und rechtlichen Regelungen für Steuer-, Wettbewerbs-, Kartell-, Patentrecht und Umweltschutz ergeben können, werden interne und externe Fachleute und Experten konsultiert, deren umfassende rechtliche Beratung die Entscheidung und Gestaltung von Geschäftsprozessen stützt. Seit dem Jahr 2023 wird bei der Tilly Holzindustrie Gesellschaft m.b.H. eine steuerliche Betriebsprüfung durch die zuständige Finanzbehörde durchgeführt. Die Prüfung erstreckt sich auf die Jahre 2016 - 2021. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung ist die Betriebsprüfung noch nicht abgeschlossen. Etwaige sich daraus ergebende finanzielle Auswirkungen sind derzeit nicht abschließend beurteilbar.
Personelle Risiken
Das Unternehmen verfügt über einen ausreichenden Stock an Führungspersonal und Facharbeitern. Die Ausbildung von Nachwuchsführungskräften sichert für die Zukunft ab, dass ausreichend Wissensträger im Unternehmen beschäftigt sind. Kontinuierliche Schulungsmaßnahmen werden für alle Führungskräfte durchgeführt, um personelle Abhängigkeiten vermeiden zu können. Aufgrund der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung, steigen die Anforderungen an die Qualifikationen der Mitarbeiter.
Die Tilly Holzindustrie Gesellschaft m.b.H. ist stets bestrebt, Mitarbeiter mit einem höheren Ausbildungsniveau für das Unternehmen zu gewinnen. Verschiedene Personalmarketing-Aktivitäten werden dazu eingesetzt.
IT-Risiken
Dem Ausfalls- und Sicherheitsrisiko wird durch entsprechende Vorkehrungen entgegengewirkt. Alle wesentlichen IT-Prozesse der Wertschöpfungskette sind durch die aktuellen Versionen von renommierten Beratungs- und Softwarehäusern abgebildet und abgesichert (mittels spezieller Softwarelösungen). Um eine Datensicherheit zu gewähren, wurden die Bereiche Kommunikation, Datenfluss, Verantwortlichkeiten sowie Entscheidungsfindung angepasst bzw. EDV-technisch neu aufgestellt und personelle Ressourcen freigegeben.
Finanzielle Risiken
Per 31. März 2025 liegen keine derivativen Finanzinstrumente vor.
Eine permanente Prüfung der Bonität und ein gut funktionierendes Mahnwesen minimieren das Ausfallsrisiko bei Forderungen. Zusätzlich sind die Forderungen durch die Acredia Versicherung AG versichert. Die ausreichende Liquidität des Unternehmens wird täglich vorausschauend überprüft und langfristig sichergestellt.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Innovative Produkte sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produktionsprozesse bzw. der Produktionstechnologien sind Grundlage des jahrelangen wirtschaftlichen Erfolges der Tilly Holzindustrie GmbH.
Vor dem Hintergrund des gesellschaftspolitischen Ziels der Reduktion des CO2. Ausstoßes ist innerhalb der Holzindustrie eines der maßgeblichsten Themen der ressourceneffiziente Einsatz des Rohstoffes bei der Produktion von Holzprodukten (Erhöhung der Ausbeute). Dies vor allem um langfristig den Erfolg der Branche abzusichern bzw. die Nachfrage nach Holzprodukten zu wettbewerbsfähigen Preisen
befriedigen zu können.
Mit dem Ziel die Marktposition des Unternehmens zu festigen und weiter auszubauen, wird unter der Vorgabe der Eigentümer, nachhaltige und ökologische Lösungen zu entwickeln, das langfristig angelegte Forschungsprogramm unter Berücksichtigung der derzeit laufenden Investitionsprojekte der Tilly Holzindustrie Gesellschaft m.b.H. fortgeführt.
Althofen, 30.06:2025
Die Geschäftsfühgúng
Komm.Rat Ing. Gørd Lothar Tilly
308.2
Mariq Wagner