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Lagebericht 2025

Austria Email Aktiengesellschaft

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 27. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Rückkehr der AE zu Wachstum in einem belasteten Gesamtmarkt

Die bereits im Vorjahr geschrumpfte Nachfrage hat auch im Geschäftsjahr 2025 keine Wachstumsdynamik erfahren. Durch die breite Produkt- und internationale Aufstellung erzielte die AE-Gruppe (Austria Email AG, Austria Email GmbH und Thermic Energy GmbH) dennoch ein deutliches Umsatzwachstum.

Neben den geopolitischen Verwerfungen und gestiegener Verunsicherung wirkten sich in den Kernmärkten zudem verzögerte oder widersprüchliche regulatorische Rahmenbedingungen, Stopp & Go bei Förderungen und politischer Stillstand nachteilig aus. Unternehmen und Endkunden haben mangels Planungssicherheit Investitionen in die Modernisierung veralteter und fossiler Heizungs- und Warmwassersysteme unterlassen oder aufgeschoben. Im Heimmarkt Österreich hat das sogar dazu geführt, dass die Nachfrage nach ÖI- und Gasheizungen deutlich gestiegen ist; während Heizungswärmepumpen und Biomassesysteme eingebrochen sind.

Die schwache Nachfrage sowie hohe Oberkapazitäten der Hersteller und verstärkte asiatische Konkurrenz befeuerten den Preis- und Konkurrenzdruck zusätzlich.

Durch das hohe Engagement der Mitarbeiterlnnen sowie im Verbund mit Geschäftspartnern und dem Groupe Atlantic Konzern wurde ein weiteres Ausnahmejahr mit einem Anstieg von Ertrag (EBIT) sowie einer hohen Eigenkapitalquote gut bewältigt.

Als Austria Email im Konzern (Austria Email AG, Austria Email GmbH und Thermic Energy GmbH) konnte ein Umsatzanstieg von 7,5 % erreicht werden.

In der Mehrzahl der Produktgruppen konnten Marktanteile gehalten oder gesteigert werden und der Umsatzzuwachs erfolgte über dem Branchenschnitt.

Produktivität in der Fertigung und Investitionen

Die laufenden Projekte auch im Verbund mit Groupe Atlantic sowie die getätigten Investitionen sind als Voraussetzung zur Wettbewerbsfähigkeit zu sehen. Überdies führt die konsequente Forcierung der Modulbauweise und die Vereinheitlichung von Komponenten als unverzichtbare Basis eines Kleinserienherstellers mit hoher Produktvielfalt zu einem wettbewerbsfähigen Kostenniveau.

Beschaffungsmarkt

Die Herausforderung im Berichtsjahr war die Sicherstellung der Materialverfügbarkeit durch Forcierung von Multisourcing. Durch die schwache Wirtschaftslage sind die Rohstoffpreise unter Druck geraten. Infolge der rückläufigen Rohstoffpreisentwicklung ist die Materialeinsatzquote gesunken. Als zusätzliche Absicherung der Gasversorgung wurde die temporäre Bevorratung (Erdgaslager) weitergeführt.

Partnerschaft mit Lieferanten und Einkaufsoptimierung

Die im Jahr 2016 innerhalb der Groupe Atlantic etablierte Lead-buyer Organisation, welche weitere internationale Bündelungen vorantreibt und „best practices" über alle Standorte ausrollt, wurde auch im abgelaufenen Berichtsjahr weitergeführt.

Moderne Prozesstechnologie, konstante Fertigungskosten

Projekte zur Produktivitätssteigerung wurden weitergeführt. Die Anzahl der produzierten Speicher liegt mit rund 143.600 Stück (VJ 144.900 Stück) in etwa auf Vorjahresniveau.

Geschäftsverlauf und Ergebnis im Geschäftsjahr 2025

Der Umsatz der Austria Email AG konnte im Berichtsjahr mit einem leichten Rückgang von 1,3% in etwa auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Der Umsatzrückgang erfolgte in Deutschland und im Inland, jedoch im restlichen Export konnte der Umsatz gesteigert werden.

Die Materialeinsatzquote ist infolge der rückläufigen Rohstoffkosten sowie des Rückganges an Zukauf von Produkten im Jahr 2025 gesunken.

Trotz leichten Umsatzrückgangs, des noch hohen Niveaus an Rohstoff- und Energiekosten sowie der hohen gesetzlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen konnte durch zusätzliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen (kontinuierliches Ergebnisverbesserungsprogramm „Fit for Future“) der Ertrag (EBIT) gesteigert werden.

Der Umsatz der AG erreichte 90,5 Mio EUR (VJ: 91,7 Mio EUR), das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 3,6 Mio EUR (VJ: 5,9 Mio EUR).

Der Umsatz der Austria Email AG, und deren 100% Töchter Austria Email GmbH sowie Thermic Energy erhöhte sich von 140,6 Mio EUR (Umsatz VJ) auf 151,1 Mio EUR (Thermic Energy ungeprüft).

EBITDA und EBIT

Das EBITDA betrug 2025 8,9 Mio EUR (VJ: 7,3 Mio EUR), das Betriebsergebnis (EBIT) 5,6 Mio EUR (VJ: 4,0 Mio EUR). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 9,72 % bzw. einer EBIT-Marge von 6,17 %.

Jahresüberschuss 2,0 Mio EUR

Der Jahresüberschuss liegt im Geschäftsjahr 2025 mit 2,0 Mio EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die Materialeinsatzquote (inkl. zugekaufter Leistungen), bezogen auf die Betriebsleistung, ist gesunken, während der Personalaufwand beim Eigenpersonal in

Relation zum Umsatz leicht gestiegen ist. Der Aufwand für Personalleasing wurde leicht erhöht.

Das negative Finanzergebnis war die Folge einer Abwertung der Anteile an der 100%- Tochter Thermic Energy in Höhe von 3.000 TEUR.

Die aktiven latenten Steuern sanken im Berichtsjahr um 86 TEUR.

Der Gewinn je Aktie beträgt für den Berichtszeitraum 0,47 EUR (VJ: 1,14 EUR). Da im Geschäftsjahr auf die Dotierung der freien Rücklagen verzichtet wurde, ergibt sich ein Jahresgewinn von ebenfalls 2,0 Mio EUR (VJ: 4,8 Mio EUR).

Regionale Marktstruktur

Der Exportanteil der Austria Email AG erhöhte sich im Berichtsjahr auf 38,5% (VJ: 36,8%); im Konzern inklusive Austria Email GmbH auf 51,5%.

Umsatzverteilung der Austria Email AG nach Regionen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in %20252024
Österreich61,563,2
Deutschland17,318,0
Schweiz3,73,2
CEE-Länder9,07,8
Sonstige8,57,8
Summe100,0100,0

Heterogene Entwicklung in Exportmärkten

Deutschland weiter wichtigster Auslandsmarkt

Der Deutschland Umsatz der AG ging von 16,5 (VJ) auf 15,7 Mio EUR inklusive Fakturierung an die Tochterfirma AE GmbH zurück.

Während Austria Email (inklusive Austria Email GmbH) bei Standspeichern, Pufferspeichern und Heizungswärmepumpe die Marktanteile halten konnte, wurden bei der Brauchwasserwärmepumpe Marktanteile gewonnen.

Heterogene Entwicklungen in CEE

Die Umsatzentwicklung von Austria Email AG in den Ländern Zentral- und Osteuropas war im abgelaufenen Geschäftsjahr geprägt durch den Umsatzanstieg in Tschechien. Während in Slowenien, Polen, Kroatien, Ungarn, Bosnien, Rumänien und Bulgarien ebenfalls Zuwächse erzielt werden konnten, gab es in der Slowakei, Serbien, Nordmazedonien, Estland und in Litauen teils deutliche Rückgänge.

Umsatzverteilung nach Produktbereichen

Die Verteilung des Gesamtumsatzes der Austria Email AG auf die einzelnen Produktsparten zeigt für das Geschäftsjahr 2025 folgendes Bild:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
in Mio EUR20252024
Elektrospeicher30,329,1
Standspeicher25,026,4
Warmwasserbereitung/Alternativenergie31,632,6
Kundendienst1,91,8
Sonstige Erlöse / Dienstleistungen (RÄG)1,71,8
Summe90,591,7

Sehr solide Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme der Austria Email AG sank im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 5,4 % auf 84,5 Mio EUR (VJ: 89,3 Mio EUR). Der Anteil des Anlagevermögens sank nur leicht von zuvor 75,8 % auf 75,0 %. Die Vorräte stiegen leicht gegenüber dem Vorjahr (9,8 Mio EUR) um 3,3 % auf 10,1 Mio EUR. Zum Bilanzstichtag betrug der Saldo aus Vorräten plus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inkl. sonstiger Forderungen sowie Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen abzüglich Verbindlichkeiten EUR –1,6 Mio (VJ: -11,1 EUR).

Eigenkapitalquote weit über 50%

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2025 auf 49,6 Mio EUR und lag damit um 2,0 Mio € bzw 4,2 % über dem Vorjahreswert (47,6 Mio EUR). Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 58,8 % (VJ: 53,4 %). Die Bilanzsumme ist gesunken, zum Teil wegen der Abwertung im Finanzanlagevermögen. Die Verbindlichkeiten hingegen gingen deutlich zurück, bedingt durch hohe Darlehensrückzahlungen an die Konzernmutter.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
in TEUR31.12.2531.12.24Veränderung
in %
Anlagevermögen63.31867.679-6,4
Aktive latente Steuer148134-64,2
Langfristiges63.36667.813-6,56
Vermögen
Kurzfristiges21.08721.479-1,83
Umlaufvermögen
Kurzfristiges20.33018.502+9,88
Fremdkapital
Nettoumlaufvermögen7572.977-74,57
Nettovermögen64.12370.790-9,42
Langfristiges14.50123.146-37,35
Fremdkapital
Eigenkapital149.62247.644+4,15
Nettokapital64.12370.790-9,42

1 die aktiven und passiven latenten Steuern wurden dem langfristigen Bereich zugeordnet

Bilanzstruktur (in %)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
31.12.202531.12.2024
Kurzfristiges Vermögen2524
Langfristiges Vermögen7576
Kurzfristiges Fremdkapital2421
Langfristiges Fremdkapital1726
Eigenkapital5953

Der Cash-Flow aus dem Ergebnis ist um 0,3 Mio EUR gesunken. Das Guthaben bei Banken sank im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,4 Mio EUR auf 2,7 Mio EUR. Zum Bilanzstichtag wurden keine Beträge beim Mutterkonzern veranlagt.

Investitionen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen der Austria Email AG erreichten im Berichtszeitraum insgesamt 3,5 Mio EUR (VJ: 4,3 Mio EUR).

Im Berichtsjahr wurde in die Erneuerung des Maschinenparks investiert. Die Umstellung des Fuhrparks auf umweltfreundliche Elektro- bzw. Hybridfahrzeuge wurde 2025 fortgesetzt.

Generell erfolgten Investitionen in die Weiterentwicklung der Produkte, den Ausbau der anerkannten Produktqualität und die weitere Optimierung der Produktion in Bezug auf Produktivität, Energieeffizienz, Ressourcenverbrauch sowie Prozess- und Arbeitssicherheit.

Finanzlage

Der Cash Flow aus dem Ergebnis von Austria Email erreichte im Berichtszeitraum 7,7 Mio EUR (VJ: 8,0 Mio EUR).

Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeiten beträgt im Jahr 2025 T€ -8.171 (VJ T€ 9.459), der Cash Flow aus Investitionstätigkeiten beträgt im Jahr 2025 T€ -2.091 (VJ T€ -21.297).

Aktie und Dividende, Namensaktien seit 2017

Der Vorstand wird der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,00 EUR pro Aktie vorschlagen.

Derzeit befinden sich 94,9 % der Aktien im Besitz der langfristig orientierten Kernaktionäre.

Risikomanagement

Zur effektiven Prognose, Steuerung und Kontrolle von Risiken hat Austria Email bereits vor einigen Jahren ein laufendes Risiko-Monitoring auf Vorstandsebene installiert. Dabei kommt dem Risiko-Controlling eine bedeutende Rolle zu. Mittels genauer monatlicher Analyse von Soll-lst-Abweichungen werden etwaige Risikopositionen und in Folge auch neue Chancen frühzeitig erkannt, sodass bei Bedarf unmittelbar reagiert werden kann.

Grundsätzlich lassen sich die für das Unternehmen relevanten Risiken in fünf Kategorien einteilen:

• Marktrisiken: z.B. Energiepreis-Schwankungen, Entwicklung Neubau und Sanierung, Markteintritt neuer Mitbewerber, Preisentwicklung, Substitution von Produkten, Förderlandschaft, Technologieentwicklung, Normen und Regulierungen. • Betriebliche Risiken: Beschaffungs-, Produktions- und Investitionsrisken wie Überkapazitäten, Energie- und Rohstoffpreise, Werkstoffe. • Finanzrisiken: Fremdwährungsrisiko, Veranlagungs- bzw. Finanzierungsrisken, Zinsentwicklung und Liquiditätsrisiko. • Andere Risiken: z.B. rechtliche Risken, Risken aus Produkthaftung oder Umweltrisken, Regulierungen und neue EU-Richtlinien. • Cyberrisiken: z.B. Cyberangriffe auf betriebliche Daten und Software

Das Risikomanagement der Austria Email umfasst alle notwendigen Maßnahmen für einen systematischen Umgang mit Risken: Identifikation, Analyse und Bewertung von Risiken, Steuerungsmaßnahmen zur Risikovermeidung sowie laufende Überwachung der operativen Entwicklung in Relation zu den budgetierten Zielen. Es bestehen bei Austria Email keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Einzelrisken, welche die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage entscheidend belasten könnten. Den maßgeblichen Risiken, denen Austria Email ausgesetzt ist, wird mit einer Reihe kontinuierlich angepasster Absicherungsmaßnahmen Rechnung getragen:

Marktrisiken

Austria Email agiert in Märkten mit stark ausgeprägtem Wettbewerb und substanziellen, saisonalen Schwankungen. In allen Märkten herrscht darüber hinaus auch hoher Preisdruck. Die zunehmende Marktkonzentration auf Kundeseite wird aufmerksam beobachtet. Eine fortgesetzte Forcierung von Qualität und Service, Alleinstellungsmerkmale und gelebter Kundennutzen sollen eine Festigung der Marktposition durch solide, langfristige Kundenbeziehungen gewährleisten. Die Entwicklung der Nachfrage wird auch stark durch Europäische und nationale Vorgaben zur Dekarbonisierung von Bestands- und Neugebäuden beeinflusst. Legistische Vorgaben, Steuern und Förderungen haben einen hohen Einfluss auf das Marktgeschehen. Aufgrund hoher Lohnstückosten, Energiekosten sowie Rahmenbedingungen für Industrie-Unternehmen betreffend, weisen Osterreich und Deutschland zunehmend Standortnachteile im internationalen Wettbewerb auf.

Betriebliche Risiken

Die betrieblichen Risken bestehen in erster Linie in der Beschaffung und Produktion. Durch den Aufbau und die Pflege der seit Jahren bestehenden Lieferantenbeziehungen ist das Risiko einer nicht termin- und qualitätsgerechten Versorgung zwar reduziert, wird aber von den globalen Rahmenbedingungen am Materialsektor beeinflusst. Austria Email arbeitet im Stahlsektor ebenso wie bei Schaumchemikalien für Wärmedämmung mit einigen wenigen, strategisch ausgewählten, resilienten Lieferpartnern zusammen. Die Einbindung in den Groupe-Atlantic Konzern hat dabei einen risikoreduzierenden Einfluss. Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit bei Rohstoffen wird Multisourcingstrategie, Bevorratung und Risikomanagement auf Lieferantenbasis eingesetzt.

Produktionskapazitäten werden aufgrund der volatilen Rahmenbedingungen (Materialverfügbarkeit, Ersatzteilverfügbarkeit, Nachfragedynamik, geopolitische Spannungen etc.) neben der jährlichen Planungsroutine zusätzlich periodisch analysiert und - wenn notwendig - entsprechende Korrekturmaßnahmen eingeleitet.

Finanzrisiken

Durch die hohe Bedeutung der Märkte des Euroraums ist das Fremdwährungsrisiko für

Austria Email gering. Währungsrisiko in CHF, PLN und USD kann durch das Konzern- Treasury gesteuert werden.

Aus dem Einkauf von Rohstoffen entstehen Risiken in Bezug auf die Preisentwicklung. Ein signifikanter Einfluss des Verhältnisses von Euro und Dollar beim Bezug von Rohstoffen ist nicht zu beobachten.

Die Entwicklung des Zinsniveaus bleibt am Radar des Managements. Die Zinsen sanken im Berichtsjahr leicht. Es bestehen zwar weiterhin keine Bankverbindlichkeiten; aber auch die Aufwendungen für interne Darlehen gegenüber den Eigentümern werden vom Zinsniveau beeinflusst. Aktuell ist kein Refinanzierungsrisiko vorhanden. Das Veranlagungsrisiko ist gering, da die Veranlagung im Konzern konservativ erfolgt. Zur Überbrückung kurzfristiger Spitzenbelastungen kann auf Kreditrahmen bei Banken zurückgegriffen werden.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lag die Ausfallsquote in den letzten Jahren durch konsequente Abstimmung von Buchhaltung und Verkauf, deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Im fordernden Berichtsjahr sanken die Forderungsausfälle im Vergleich zum Vorjahr leicht. Zudem sind, mit wenigen Ausnahmen, alle Auslandsforderungen mit nicht verbundenen Unternehmen versichert.

Andere Risiken

Umwelt- oder rechtliche Risiken sind aufgrund der Art der Fertigung von untergeordneter Bedeutung. Trotzdem werden sie laufend beobachtet, analysiert und bewertet.

Cyberrisiken

Um Firmendaten vor Cyberangriffen zu schützen, wurden im Verbund mit Groupe Atlantic strenge IT Maßnahmen gesetzt. So werden verdächtige Daten bereits im Vorfeld geblockt, die Prüfung der E-Mails erfolgt in der Cloud bereits vor Eintritt ins Unternehmen. Sicherheitsüberprüfung (Virenprüfung) bei Devices, verschärfte Passwort- Richtlinie für User und besonders für Administrator Accounts. Zugang in das Netzwerk von außerhalb der Organisation ist abgesichert durch Multifactor Authentifizierung. Zentralisierter Firewall-Standard im Verbund mit Groupe Atlantic inkl. permanenter Überprüfung der Firewall reduzieren die Cyberrisiken.

Forschung und Entwicklung

Als Produzent in einem stark umkämpften Markt setzt AE verstärkt auf Forschung und Entwicklung, um neben der permanenten Verbesserung von Kostenstruktur auch Differenzierungsmerkmale für die wichtigsten Kundensegmente zu schaffen.

Hierzu wurden in den letzten Jahren, vermehrt Forschungs- und Entwicklungsarbeit betrieben um den aktuellen wie auch zukünftigen Marktanforderungen hinsichtlich Energieeffizienz und Digitalisierung erfolgreich begegnen zu können.

Abgeschlossen werden konnte mittlerweile das Projekt „EPV Comfort", das einen kostengünstigen, elektrischen Warmwasserbereiter zur Nutzung von PV-Strom zum Inhalt hat. Das Gerät ist bereits in Serie.

Ein neuer elektrischer Warmwasserbereiter mit kaskadierenden Heizleistungen („EPV Pro“), als alternative, kabelgebundene Ergänzung im Neubau zum bereits bestehenden, über Mobiffunk arbeitenden „ECO Grid“, liegt bereits in einer Kleinserie (0-Serie) vor und wird derzeit in Betriebssimulationen im Laborbetrieb getestet.

Weitergeführt wird ein durch die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft und den Klima- und Energiefonds unterstütztes Konsortialprojekt, das mit einer universitätsnahen Forschungsinstitution und einem Partner für maßgeschneiderte IT- Lösungen zusammen umgesetzt wird. Im Rahmen von breit angelegten Feldversuchen werden diverse PV-Ladestrategien unter Bedacht auf eine möglichst sozial gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Energien erprobt sowie die durch die Verfahren erzielten umweltrelevanten Verbesserungen untersucht.

Weitergeführt wurden auch die Arbeiten zur großflächigen Vernetzung von Austria Email -Produkten mit verschiedenen Stakeholdern und deren Dienstleistungen über eine virtuelle Plattform. Ziel dieses Projektes ist einerseits mit dem Kunden über die Produkte in Verbindung zu bleiben, als auch die Integration von digitalen Werkzeugen zur Unterstützung einzelner Interessensgruppen innerhalb einer kompletten digitalen Welt von Austria Email. So konnten im letzten Jahr wieder neue Dienstleistungen mit unterschiedlichen Partnern integriert werden.

Das im Vorjahr realisierte neue Stromgesetz (ELWG) hat die Schaffung eines krisenfesten, fairen und dezentralen Strommarktes, der den massiven Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt, zum Ziel. Um die damit verbundenen neuen Anforderungen, wie bspw. Sozialtarif für Strom oder Spitzenkappung, produkt- und verfahrensseitig erfüllen zu können, wurde im Rahmen einer Förderausschreibung der FFG ein neues, darauf ausgelegtes Projekt zur Verfahrens- und Produktoptimierung eingereicht.

Umweltbericht

Effiziente Nutzung von Ressourcen

Nicht nur aus ökonomischer Sicht, sondern vor allem auch im Hinblick auf die Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt legt Austria Email besonderen Wert auf den sparsamen Umgang mit Ressourcen in der Produktion sowie in sämtlichen übrigen

Prozessen. Der deutliche Anstieg des Umsatzes mit energieeffizienten Produkten bzw. Lösungen in Kombination mit erneuerbaren Energien trägt über das Unternehmen hinaus auch zur CO2 Reduktion in der Kundenanwendung bei.

Die in Knittelfeld gefertigte ECO SKIN Isolierung zeugt in diesem Zusammenhang einmal mehr vom gelebten Bekenntnis von Austria Email zu Umweltschutz und Ressourcenschonung. In diesem Fall geht dies über den Herstellungsprozess der energieeffizienten Innovation hinaus und betrifft auch das dafür verwendete Polyesterfaservlies, das zum überwiegenden Teil aus Recyclingmaterial hergestellt wird.

Die Weiterentwicklung und die Optimierung der Herstellverfahren sind wichtige Elemente des technischen Umweltmanagements von Austria Email. Ziel ist dabei die Senkung des Energieverbrauchs und die Minimierung von Emissionen. Umfassende Wartungs- und Instandhaltungsprogramme sorgen, neben der Sicherung von Produktionsqualität und Effizienz, für eine laufende Verbesserung der Umweltleistung.

Um eine Minimierung der Umweltbelastung sicherzustellen, achtet Austria Email auch auf eine entsprechende Auswahl der Roh- und Hilfsstoffe. In diesem Sinn verwendet Austria Email für die Erzeugung ihrer Produkte grundsätzlich keine schädlichen, hochgiftigen oder sonst umweltbelastenden Materialien. Die Lieferpartner für Rohmaterial werden sorgfältig ausgewählt und sind meist Markenunternehmen, die strengen Qualitätskontrollen unterliegen und für die Güte ihrer Produkte bürgen.

Emissionsvermeidung und -reduktion

Wo die Entstehung von Emissionen in der Produktion unvermeidlich ist, sorgt Austria Email durch entsprechende Prozesstechnologien für maximale Reduktion.

• Luft

Aufgrund des umweltfreundlichen Produktionsprozesses fallen bei Austria Email praktisch keine schädigenden Emissionen an. Für den einzigen Verbrennungsvorgang im Werk, die Beheizung des Emaillierofens, verwendet Austria Email mangels Alternativen Erdgas. Die bei der Emaillierung entstehende Abwärme wird durch ein Abwärmerückführungssystem zur Trocknung der Speicher genützt.

• Abwasser

Austria Email achtet in der Produktion auf den sparsamen Umgang mit dem lebenswichtigen Rohstoff Wasser. Alle dennoch anfallenden Abwässer werden in der betriebseigenen Abwasseranlage aufbereitet, die allen behördlichen Auflagen entsprechend ausgeführt ist. Die aus der Schmutzbehandlung resultierenden Rückstände werden fachgerecht entsorgt. Die im Sommer 2009 in Betrieb gegangene Fertigung für Puffer-, Frischwasser-, Spezialschichtenspeicher und Großboiler sowie die neue ECO SKIN Fertigung verursachen keine zusätzlichen Industrieabwässer.

• Lärm

Die Produktion von Austria Email verursacht seit jeher nur sehr geringe Lärmemissionen. Mit der in den letzten Jahren forcierten Modernisierung der Anlagen kommen in immer höherem Umfang lärmarme Maschinen zum Einsatz. Damit werden auch die gesetzlichen und behördlichen Auflagen mehr als erfüllt. Dass sich die Lärmbelastung der Umgebung in denkbar niedrigen Grenzen hält, belegt auch die von den Anrainern des Werks in keiner Weise beanstandete Lage des Produktionsgeländes inmitten der Stadt Knittelfeld.

Seit einigen Jahren ist eine Wärmerückgewinnungsanlage in Betrieb, welche die Abwärme des Emailofens für Prozessenergie und Raumwärme nutzbar macht. Dies hatte Einsparungen beim Gasverbrauch zur Folge.

Durch die Bestückung der Heizkessel mit Keramikelementen konnte ab dem Jahr 2015 eine weitere Optimierung des Gasverbrauches erzielt werden, welcher in den Folgejahren weiter forciert wurde. Auch im Berichtsjahr 2025 wurde die Umstellung der Werksbeleuchtung auf LED-Leuchtmittel fortgesetzt sowie gezielt in Wärmedämmung und Energieeffizienz investiert.

Darüber hinaus wurden interne Energieverbräuche weiter analysiert und Optimierungspotenziale im Bereich Druckluft, Anlagenstillstände und Lastmanagement identifiziert und teilweise bereits umgesetzt.

Umfassendes Abfallwirtschaftskonzept

Der bewusste Umgang von Austria Email mit Abfällen zeigt sich nicht zuletzt in der frühzeitigen Erstellung eines Abfallwirtschaftskonzepts und der damit einhergehenden Einsetzung eines Abfallbeauftragten. Seit 1999 verfügt das Unternehmen über ein umfassendes Abfallwirtschaftskonzept, welches alle 2 Jahre an die neuen Erfordernisse angepasst wird und die Vermeidung bzw. Verminderung der bei der Produktion entstehenden Abfälle zum Ziel hat.

Ein Beispiel zur Verminderung des Blechverschnitts ist die Coil-Anlage, welche für ihren Beitrag zur Schonung der Umwelt von der KKPC im Jahr 2017 mit einem Zuschuss gefördert wurde.

Durch kontinuierliche Prozessoptimierungen konnten im Berichtsjahr weitere Verbesserungen erzielt werden. So ist es gelungen, bestimmte bislang als gefährlicher Abfall eingestufte Reststoffe – wie etwa Eisenhydroxid aus der Abwasserbehandlung - aufgrund verbesserter Prozessführung und stabilerer Materialeigenschaften in eine niedrigere Abfallkategorie umzuwidmen. Dadurch kann dieser Stoff nun als Deponieabfall entsorgt werden. Diese Umstellung reduziert sowohl das Umwelt- als auch das Entsorgungsrisiko und trägt gleichzeitig zueinereffizienterenund ressourcenschonenderen Abfallbewirtschaftung bei.

Okologische, soziale und wirtschaftliche Ziele in Einklang zu bringen, ist ebenso Ziel der Produktentwicklung von Austria Email. Die Maßnahmen reichen hier von der möglichst

energiesparenden Konzeption neuer Geräte bis hin zur Forcierung von Produkten zur Nutzung umweltschonender Energieversorgung bzw. erneuerbarer Energieträger, wie Solarenergie oder Biomasse.

CO2-Bilanz 2025 und Klimamanagement

Im Berichtsjahr 2025 hat Austria Email erstmals eine umfassendere CO2e-Bilanz nach den Grundsätzen des Greenhouse Gas Protocol erstellt und weiter geschärft. Dabei wurden die wesentlichen Emissionsquellen aus Energieeinsatz, eingekauften Materialien sowie Transporten analysiert.

Die Analyse bestätigt weiterhin, dass der überwiegende Teil der unternehmensweiten Treibhausgasemissionen außerhalb der direkten Produktion entsteht, während die Fertigungsprozesse selbst vergleichsweise emissionsarm sind. Aufbauend auf den Ergebnissen wurden gezielte Maßnahmen zur weiteren Reduktion definiert, insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz, Materialeinsatz und Logistik.

Parallel dazu arbeitet Austria Email kontinuierlich daran, die Datengrundlage zu verbessern und die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette zu erhöhen, um zukünftige regulatorische Anforderungen (z. B. CSRD) frühzeitig zu erfüllen.

Zweigniederlassungen/Vertriebsnetz

Die Basis des von den Kunden der Austria Email geschätzten hohen Servicegrades sind die Vertriebsniederlassungen des Unternehmens in Kundennähe. Weiterhin bestehen in Österreich Niederlassungen in Wien, Innsbruck und Wels.

Auch in Deutschland setzt das Unternehmen auf intensive Kundenbetreuung und rasche Belieferung. Von den Standorten der 100%-igen Tochterfirma Austria Email GmbH und der 100%-igen Tochter Thermic Energy werden die Kunden in konstant hoher Qualität betreut.

Mitarbeiterstand

Die Mitarbeiteranzahl der Austria Email AG ist im letzten Jahr gesunken. Der Mitarbeiterstand zum Bilanzstichtag liegt bei 358 (VJ: 402) Arbeiter und Angestellte (nach Köpfen). Davon waren 146 (VJ: 157) Personen als Angestellte und 212 (VJ: 245) als Arbeiter beschäftigt. Der Stand an Leiharbeitern ist von 0 im Jahr 2024 auf 18 (nach Köpfen) im Jahr 2025 gestiegen.

Die Anzahl der auszubildenden Lehrlinge per Dezember belief sich auf 7 (VJ: 7). Zusätzlich bietet das Unternehmen als eines der wenigen in der Region pro Jahr rund 12 Plätze für Ferialarbeit bzw. -praktika in den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen an.

Bestens ausgebildete Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg. In diesem Sinn bietet Austria Email ihren Mitarbeitern ein umfassendes Angebot an Aus- und Weiterbildung. Auch für die Zukunft sieht das Unternehmen in der Entwicklung und Schulung seiner Mitarbeiter eine Maßnahme, um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein.

Im Interesse der Förderung von Gesundheit und Prävention wird den Mitarbeiten seit einigen Jahren die Möglichkeit geboten, an einem Fitness-Programm teilzunehmen.

Der Vorstand dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr. Gleichzeitig gilt dieser Dank der Belegschaftsvertretung für die konstruktive Zusammenarbeit.

Ausblick für 2026

Die für 2026 prognostizierte fragile gesamtwirtschaftliche Erholung erfährt durch die drohende Eskalation im Nahen Osten eine massive Belastungsprobe. Die Folgen für Energiepreise und Versorgungssicherheit, Zinsen und Inflation, Lieferketten sowie das Investitions- und Konsumverhalten sind aktuell schwer absehbar.

Demgegenüber steht ein wachsender Bestand an überalterten, fossilen Heizungs- und Warmwasseranlagen sowie das gestiegene Verbraucher-Interesse nach Produkten und Lösungen, die dazu beitragen, Betriebs- und Energiekosten zu senken, die Abhängigkeit von fossilen Quellen zu reduzieren und im eigenen Wohnbereich einen messbaren Beitrag gegen die Klimakrise zu leisten.

Auch eine Stabilisierung des Immobilienmarktes und ein wachsender Stau an Sanierungsund Neubauprojekten in Verbindung mit gestiegenen Ersparnissen der Haushalte bieten Marktpotenzial.

Gerade wegen der belasteten geopolitischen Lage sind langfristig ausgerichtete, nachvollziehbare und berechenbare nationale Regelungen und Anreize entscheidend, um das für Investitionen notwendige Vertrauen der Konsumenten wiederherzustellen. Auch die Europäische Kommission hat zuletzt erkannt, dass primär ambitionierte Ziele und Vorgaben sowie exzessive Regulierung zur Dekarbonisierung des Gebäudebestandes nicht zielführend sind.

In den Hauptmärkten Osterreich und Deutschland, in denen auch unsere Werke sind, liegt es - neben der unternehmerischen Eigenverantwortung zur kontinuierlichen Optimierung und Innovation - auch an den Regierungen für Entlastung und Investitionsanreize zu sorgen, um die verlorene Konkurrenzfähigkeit in den Exportmärkten wieder herzustellen.

Im Verbund mit der Groupe Atlantic wird das Unternehmen jedenfalls alle Möglichkeiten zur Fortsetzung des Wachstums und zur Sicherung der Ertragskraft ausschöpfen. Laufende Projekte zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation sind darauf ausgerichtet, die durch bereits getätigte Investitionen - und damit auch das Bekenntnis zu Produktionsstandorten in Österreich und Deutschland - erhöhte Fertigungskapazität auszulasten.

Ziel des Unternehmens ist es, auch das absehbar fordernde Geschäftsjahr 2026 erfolgreich zu bewältigen.

Knittelfeld, am 12. März 2026

Der Vorstand

Wa Ing. Walter Persch

Dr. Martin Hagleitner

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