Inhaltsverzeichnis
Rheinmetall Waffe Munition ARGES GmbH Kaufing 31 · A-4690 Schwanenstadt
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage 1.1 Geschäftsverlauf
Die Gesellschaft hat die Stellung als Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von ,40x46mm-Gefechtsmunition“ und „Gefechtshandgranaten“ unter dem Dach der RWM GmbH inne.
Das umfangreiche Produktportfolio beider Hauptsegmente, 40x46mm & Handgranate, bietet eine große Auswahl an infanteristischen Wirkmitteln, welche besonders in Europa und in NATO-Ländern als auch in asiatischen und arabischen Ländern eingeführt sind.
Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und den seither wachsenden Wehrbudgets vor allem in europäischen Ländern verzeichnet die RWM Arges GmbH stetig wachsende Auftragseingänge und demzufolge wachsende Umsätze.
Die Qualitätsphilosophie der Gesellschaft stellt auf den „High Quality“ Märkten nach wie vor einen großen Wettbewerbsvorteil dar und wird von den Kunden, bei denen nicht nur der Preis als Beurteilungsmaß gilt, sehr geschätzt.
Die Umsetzung dieser Qualitätsphilosophie wird u.a. durch eine konsequente und täglich gelebte Umsetzung der zugrundeliegenden Prozesse nach ISO & AQAP und der zu 100% automatisierten und sensorisch überwachten wesentlichen Montageschritte realisiert.
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich auf 33 eingependelt, um zukünftig für die ständig steigenden Anforderungen, sowohl kundenseitig als auch seitens der Gewerbebehörde, gerüstet zu sein.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab sich bei einer Gesamtleistung von 21,4 Mio. EUR ein Ergebnis von 2,9 Mio. EUR, das auf Basis des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages an die Muttergesellschaft abgeführt wurde.
1.2 Ertragslage
Die Umsatz- und EBIT-Marge des Geschäftsjahres liegt im Vergleich zum Vorjahr 2023 etwas höher, in Relation zur Größe der Gesellschaft weiterhin auf einem sehr guten Niveau von 3,7 Mio. EUR bzw. 17,3% EBIT.
Die Auftragseingänge lagen mit 30,2 Mio. EUR wieder auf einem sehr hohen Niveau, jedoch gibt es aufgrund diverser technischer Verzögerungen einige Überkipper in das Jahr 2025. Der Auftragsbestand von 63,1 Mio. EUR sichert dementsprechend die folgenden Geschäftsjahre bereits ab.
1.3 Finanzierung und Finanzlage
Die Finanzierung der Gesellschaft ist durch die Einbeziehung in den Cash-Pool der Rheinmetall-Gruppe abgesichert.
Die Netto-Liquidität der Gesellschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Mio. EUR in Folge einer erhaltenen Anzahlung verbessert.
Ursächlich für diese Entwicklung ist die Veränderung im Working Capital und die Ergebnisabführung des Vorjahresergebnisses und die erhaltenen Anzahlungen.
1.4 Bericht über Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft unterhält neben ihrem Firmensitz in Schwanenstadt keinerlei Zweigniederlassungen.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens 2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Auf Basis des vorhandenen Auftragsbestandes von 63,1 Mio. EUR und diversen Überkippern aus 2024 wird für die Gesellschaft für 2025 ein Umsatzniveau in der Größenordnung von 31 Mio. EUR mit einer Ergebnismarge von ca. 24% erwartet.
Aufgrund der besonderen Marktsituation, hervorgerufen durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, ist für die nächsten Jahre eine zumindest stabile, wahrscheinlicher aber eine noch weiter ansteigende Auftragssituation zu erwarten.
Darauf basierend wurde bereits in zusätzliche Räumlichkeiten investiert, im Detail in einen Verpackungsraum im Handgranaten-Montagebereich und in Sozialräume für zu rekrutierendes Montagepersonal.
Die Rekrutierung von Montagepersonal stellt erfahrungsgemäß kein Problem dar, indem man Leiharbeitskräfte zuerst in eine befristete und dann feste Anstellung übernimmt.
Verbunden mit der ansteigenden Umsatzerwartung ist eine dementsprechende Erhöhung des zu handelnden Materialvolumens, dem mit der Planung und Errichtung eines zusätzlichen Fertigwarenlagers in 2025 Rechnung getragen werden muss.
Ebenfalls voranzutreiben ist die mittelfristige Zusammenlegung der aktuell noch getrennten Standorte Neudorf 25 (Produktion) und Kaufing 31 (Verwaltung), um in erster Linie eine zeitgemäße Unterbringung der Mitarbeitenden zu ermöglichen und um die langen und somit zeitaufwändigen Wege zu eliminieren.
2.2 Risikoberichterstattung
2.2.1 Risikofrüherkennungs- und Risikomanagement-System
Die Gesellschaft ist in das Risikofrüherkennungssystem der Rheinmetall AG eingebunden. Es werden monatlich operative und allgemeine Risiken und Chancen durch die Prozesseigener erhoben, über das zentrale Controlling ausgewertet und verdichtet und an die Rheinmetall AG gemeldet.
Somit ist das Risikomanagement als integraler Bestandteil in die Unternehmensführung und die Gestaltung der Geschäftsprozesse eingebunden. Ubergreifende internationale Risiken im Zusammenhang mit Markenführung, Produktions- und Sicherheitsstandards,
Finanzierung und Wertentwicklung werden zentral im Geschäftsbereich Waffe Munition der Rheinmetall-Gruppe überwacht.
Ein zielorientiertes Controlling sowie ein regelmäßiger Strategieabgleich sorgen dafür, dass bei unternehmerischen Entscheidungen Chancen und Risiken in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen und frühzeitig erkannt werden.
2.2.2 Operative Risiken
Die budgetäre Situation von Kundenstaaten hat sich durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine maßgeblich verändert, was höchstwahrscheinlich weiterhin unvorhergesehene Auftragseingänge zur Folge haben wird.
Jedoch stößt das Unternehmen mit dem für 2025 geplanten Umsatzvolumen bereits an die Grenzen betreffend Lagerplatz für Gefahrgut, wofür entsprechende Investitionen geplant wurden und die 2025 umzusetzen sind.
Es ist wie üblich ein Hauptaugenmerk auf die Absicherung aller produktrelevanten Prozesse zu legen, um die Kundenforderungen hinsichtlich Leistung, Qualität und Liefertermin bestmöglich zu erfüllen.
Beschaffungsrisiken hinsichtlich Liefertreue und Kosten bei Rohstoffen und Waren sowie bei der Inanspruchnahme von Leistungen wird durch eine kontinuierliche Beobachtung der entsprechenden Märkte, sorgfältige Auswahl der Lieferanten sowie langfristig ausgerichtete Rahmenvereinbarungen begegnet.
Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der genutzten IT-Systeme sind durch eine Rahmenvereinbarung des Rheinmetall-Konzerns und der Zusammenarbeit mit der Rheinmetall Military Vehicles in Wien gesichert. Die Einhaltung der dabei vereinbarten Standards unterliegt einer permanenten Kontrolle.
Währungsrisiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite wird durch konsequente Absicherung vorhandener Grundgeschäfte in Fremdwährung durch Devisentermingeschäfte begegnet.
Insgesamt sind wesentliche Geschäftsrisiken, insbesondere unternehmensbedrohende Risiken, nicht erkennbar.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Im GJ 2024 wurden Neuentwicklungen für das hausinterne Produktportfolio zurückgestellt, um Operations bei der Umsetzung der Angebote und Aufträge zu unterstützen bzw. um kundenspezifische Anpassungsentwicklungen vornehmen zu können.
Für RWM Unterlüss wurde in standortübergreifender Zusammenarbeit ein Wirkkörper für ein zukünftiges neues Waffensystem entwickelt, welcher jedoch nicht am Unternehmensstandort der RWM Arges produziert werden wird.
Schwanenstadt, 20. Februar 2025
Ing. Johann Stögermüller, GF
Rheinmetall Waffe Munition ARGES GmbH