Inhaltsverzeichnis
AKM eingetragene Genossenschaft mit mit beschränkter Haftung
1. Geschäftliche Rahmenbedingungen
AKM eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung (AKM) ist eine Verwertungsgesellschaft nach dem österreichischen Verwertungsgesellschaftengesetz und nimmt aufgrund der ihr erteilten Wahrnehmungsgenehmigung in der geltenden Fassung Aufführungs-, Sende- und Zurverfügungstellungsrechte an Werken der Tonkunst und damit verbundenen Sprachwerken von Komponisten, Textautoren, deren Rechtsnachfolgern und Musikverlegern wahr. AKM erteilt allen Nutzern die für die Nutzung von Musik erforderlichen Bewilligungen (Lizenzen) gegen Entgelt und sorgt für die Abrechnung der eingenommenen Nutzungsentgelte an die bezugsberechtigten Urheber bzw. deren Rechtsnachfolger und Musikverleger.
Zum Bilanzstichtag hält AKM 100 % des Stammkapitals in Höhe von EUR 36.336,45 der AUSTRO- MECHANA Gesellschaft zur Wahrnehmung mechanisch-musikalischer Urheberrechte Gesellschaft m.b.H., das zur Hälfte einbezahlt ist. Darüber hinaus ist AKM zur Hälfte an AQUAS Altersquoten und andere soziale Leistungen GmbH beteiligt. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt EUR 35.000,00 und ist zur Hälfte einbezahlt. AKM hat die statutarischen Alterssicherungs- und sozialen Unterstützungsleistungen in diese Gesellschaft ausgelagert. Die kulturellen Förderungen der AKM werden von der Gesellschaft zur Förderung Österreichischer Musik, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GFOM) abgewickelt. Das Stammkapital der GFÖM beträgt EUR 36.336,42 und wird zur Gänze von der AKM gehalten.
1.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedinqungen
Die österreichische Wirtschaft konnte nach zwei Jahren des Rückgangs im Berichtsjahr wieder ein leichtes Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes im Ausmaß von 0,6 % verzeichnen. Der Jahresverlauf war jedoch eher wechselhaft – auf einen leichten Anstieg zu Jahresbeginn folgte eine Stagnation im 2. Quartal, ein Muster, das sich in der 2. Jahreshälfte wiederholte. Osterreich liegt damit weiterhin deutlich unter dem EU-Durchschnitt, der ein reales Wachstum von 1,6 % zeigt. Die für AKM bedeutende private Konsumnachfrage verlor im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Schwung und legte um lediglich 0,5 % zu. Die Wertschöpfung des österreichischen Handels nahm im Berichtsjahr um 0,9 % zu, während sie in Gastronomie und Beherbergung um durchschnittlich 1,4 % und in anderen Dienstleistungsbereich zwischen 0,7 % und 1,2 % zurückgegangen ist. Die Lizenzeinnahmen der öffentlichen Aufführung konnten dennoch vor dem Hintergrund der jährlichen Indexanpassung gesteigert werden. Die Inflationsrate lag in Osterreich im Jahr 2025 mit durchschnittliche 3,6 % wieder leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres. Wie im Vorjahr wuchs auch in 2025 die Anzahl der unselbständig Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt um 0,2 %. Der Trend einer steigenden Arbeitslosenrate (Arbeitslose in % der unselbständig Erwerbstätigen) setzt sich auch im Berichtsjahr fort, sie betrug 7,4 % (VJ: 7,0 %).
1.2. Operative Rahmenbedingungen
Die Verhandlungen über eine gesamtvertragliche Lizenzvereinbarung eines Großkunden konnten im Berichtsjahr positiv abgeschlossen werden.
Das Berichtsjahr war von sehr intensiven Vertragsverhandlungen mit großen VOD-Diensteanbietern gekennzeichnet. In einem Fall wurde auch ein Vermittlungsverfahren unter Mitwirkung der Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften als Mediatorin durchgeführt, das positiv abgeschlossen und so ein Weg für eine Einigung aufbereitet werden konnte. Auch mit einem weiteren Diensteanbieter steht AKM kurz vor einem Vertragsabschluss.
Im Bereich der Lizenzierung trat mit Jahresbeginn 2025 eine organisatorische Neuordnung in Kraft. Der Bereich Privatsendung (Privatradio, Privatfernsehen und Kabelweitersendung) wurde im Geschäftsbereich Medien mit der Online-Lizenzierung zusammengeführt. In diesem Bereich konnten im Berichtsjahr insbesondere im Bereich der Kabelweitersendung und IPTV/OTT-Dienste sowie im Bereich DAB+-Radio zahlreiche neue Lizenzverträge abgeschlossen werden.
Die erste vereinbarte dreijährige Vertragsperiode mit dem Lizenzierungs-Hub ICE ist mit Ende des Berichtsjahres ausgelaufen. Schon im Laufe des Jahres wurden Gespräche über die weitere Zusammenarbeit aufgenommen und insbesondere spezielle Anforderungen an Qualität und Umfang der von ICE erbrachten Dienstleistungen herausgearbeitet, die in den kommenden Jahren aus AKM-Sicht erforderlich sein werden.
Einige interne Prozesse und organisatorische Anpassungen, um Effizienz und Transparenz zu erhöhen, wurden im Berichtsjahr begonnen und konnten teils auch abgeschlossen werden. Im Berichtsjahr wurden Projekte zur Identifizierung von Effizienzsteigerungspotentialen im Tantiemenbereich gestartet. Insbesondere wird hier die Evaluierung eines möglichen Einsatzes von KI-Anwendungen geprüft.
2. Geschäftsverlauf einschließlich des Ergebnisses und der Lage des Unternehmens
2.1. Ertragslage
Der Gesamtertrag konnte im Berichtsjahr um 7,1 % auf TEUR 147.060 erfreulich gesteigert werden. Die inländischen Lizenzerlöse steigen um 7,7%. Die Auslandserlöse lagen im Berichtsjahr mit TEUR 13.943 um 1,4 % über dem Vergleichswert des Vorjahres. Einen detaillierten Uberblick zur Entwicklung der Erträge zeigt die untenstehende Aufstellung.
Die Aufwände lagen im Berichtsjahr mit insgesamt TEUR 16.897 deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres (+ 12,4 %). Der Personalaufwand stieg aufgrund eines höheren Vorsorgeerfordernisses für Pensionen um TEUR 1.104 (+ 12,0 %).
Der Abschreibungsaufwand stieg vor allem aufgrund von EDV-Investitionen um TEUR 203 auf TEUR 1.467 (+ 16,1 %).
Der sonstige Aufwand erhöhte sich im Berichtsjahr um TEUR 559 (+ 12,3 %). Der Anstieg ist vor allem auf einen höheren EDV-Aufwand zurückzuführen.
Die Finanzerträge sanken aufgrund des rückläufigen Zinsniveaus auf TEUR 2.598 (VJ: TEUR 3.036).
Das Finanzergebnis lag daher mit TEUR 2.595 deutlich unter dem Vorjahreswert (TEUR 3.033).
Die Ansprüche der Bezugsberechtigten aus dem Jahresergebnis beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 132.759 und überstieg damit den Vorjahreswert um TEUR 7.508 (+ 6,0 %).
Eine Übersicht zeigt die folgende Tabelle.
| 2025 | 2024 | %-Veränd. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | %-Anteil | TEUR | %-Anteil | zum VJ | |
| Umsatzerlöse und sonstige Erträge | |||||
| Live-Aufführungen | 26.793 | 18.3% | 24.542 | 17,9% | 9,2% |
| Mechanische Wiedergabe | 36.903 | 25,2% | 34.134 | 24,9% | 8,1% |
| Fernsehsendungen | 17.471 | 11,9% | 17.988 | 13,1% | -2,9% |
| Radiosendungen | 15.245 | 10,4% | 14.731 | 10,8% | 3,5% |
| Kabel/passiv | 14.458 | 9,9% | 13.548 | 9,9% | 6,7% |
| Online-Nutzungen | 15.588 | 10,6% | 12.457 | 9,1% | 25,1% |
| Umsatzerlöse aus Lizenzen Inland | 126.457 | 86,3% | 117.401 | 85,8% | 7,7% |
| Umsatzerlöse aus Lizenzen Ausland | 13.943 | 9,5% | 13.748 | 10,0% | 1,4% |
| Umsatzerlöse aus Lizenzen gesamt | 140.400 | 95,9% | 131.149 | 95,9% | 7,1% |
| Sonstige Umsatzerlöse | 6.047 | 4,0% | 5.663 | 4,1% | 6,8% |
| Umsatzerlöse gesamt | 146.447 | 100,0% | 136.812 | 100,0% | 7,0% |
| Sonstige Erträge | 613 | 0,4% | 436 | 0,3% | 40,5% |
| GESAMTSUMME | 147.060 | 137.248 | 7,1% | ||
| Aufwände | |||||
| Personalaufwand | -10.340 | 61,2% | -9.236 | 61,4% | 12,0% |
| Abschreibungen | -1.467 | 8,7% | -1.264 | 8.4% | 16,1% |
| Sonstiger Aufwand | -5.089 | 30,1% | -4.530 | 30,1% | 12,3% |
| GESAMTSUMME | -16.897 | 100,0% | -15.030 | 100,0% | 12,4% |
| Finanzergebnis | |||||
| Zinsen und ähnliche Erträge | 2.543 | 98,0% | 2.989 | 98,6% | -14,9% |
| Zinsen und ähnlicher Aufwand | -2 | -0,1% | -3 | -0,1% | -23,6% |
| Erträge aus Finanzanlagen | 55 | 2,1% | 46 | 1,5% | 18,6% |
| GESAMTSUMME | 2.595 | 100,0% | 3.033 | 100,0% | -14,4% |
| Ansprüche der Bezugs- | |||||
| berechtigten | 132.759 | 125.251 | 6,0% |
2.2. Kapitalflussrechnung
Die Geldflussrechnung spiegelt die spezielle Geschäftstätigkeit der AKM, nämlich die Einhebung von Lizenzgebühren für die Nutzung von Sende- bzw. Aufführungsrechten und deren Verteilung an die Rechteinhaber, wider.
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Finanzielles Ergebnis aus dem operativen Bereich | ||
| Betrieblicher Cash Flow | ||
| Jahresüberschuss | 132.759 | 125.251 |
| Abschreibungen auf das Anlagevermögen | 1.467 | 1.264 |
| Gewinne aus dem Abgang vom Anlagevermögen (ohne Finanzanlagen) | -32 | -33 |
| Zuschreibungen (-) zu bzw. Abschreibungen (+) auf Finanzanlagen | -500 | -520 |
| Veränderung von langfristigen Rückstellungen | 273 | -644 |
| 133.968 | 125.319 | |
| Veränderung der Kapitalbindung im Umlaufvermögen | ||
| Forderungen an Abnehmer | -6.352 | 2.706 |
| Forderungen an verbundene Unternehmen | -78 | -4 |
| Sonstige Forderungen und Rechnungsabgrenzungen | -400 | -27 |
| -6.829 | 2.676 | |
| Veränderung der Aufbringung betriebsbedingter Fremdmittel | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten | 259 | 150 |
| Verbindlichkeiten aus Tantiemen | 14.330 | -5.818 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.217 | 5.230 |
| Sonstige Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Rechnungsabgrenzungen | -217 | 263 |
| 15.590 | -176 | |
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 142.728 | 127.818 |
| Finanzielles Ergebnis aus der Investitionstätigkeit | ||
| Investitionen in das Anlagevermögen | -1.484 | -1.230 |
| Abgänge aus dem Anlagevermögen | 32 | 33 |
| Investitionen in Finanzanlagen | -538 | 0 |
| -1.991 | -1.197 | |
| Finanzielles Ergebnis aus der Außenfinanzierung | ||
| Veränderung der Ansprüche der Bezugsberechtigten | -132.759 | -125.251 |
| Veränderung des Genossenschaftskapitals | 0 | 0 |
| -132.759 | -125.251 | |
| Veränderung der flüssigen Mittel | 7.979 | 1.370 |
| Anfangsbestand der flüssigen Mittel | 99.831 | 98.461 |
| Endbestand der flüssigen Mittel | 107.809 | 99.831 |
2.3. Vermögens- und Finanzlage
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | %-Veränd. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | %-Anteil | TEUR | %-Anteil | zum VJ | |
| Anlagevermögen | |||||
| Immaterielles Anlagevermögen | 2.385 | 1,5% | 1.920 | 1,3% | 24,2% |
| Sachanlagen | 7.267 | 4,5% | 7.715 | 5,3% | -5,8% |
| Finanzanlagen | 20.516 | 12,7% | 19.478 | 13,4% | 5,3% |
| Summe Anlagevermögen | 30.168 | 18,7% | 29.113 | 20,1% | 3,6% |
| Umlaufvermögen | |||||
| Forderungen und sonstiges UV | 22.748 | 14,1% | 15.898 | 11,0% | 43,1% |
| Kassa, Bank | 107.809 | 67,0% | 99.831 | 68,8% | 8,0% |
| Summe Umlaufvermögen | 130.557 | 81,1% | 115.728 | 79,7% | 12,8% |
| Rechnungsabgrenzungen | 269 | 0,2% | 289 | 0,2% | -7,1% |
| Bilanzsumme | 160.994 | 100,0% | 145.131 | 100,0% | 10,9% |
Die Bilanzsumme liegt im Berichtsjahr mit TEUR 160.994 um TEUR 15.863 über dem Vorjahreswert (TEUR 145.131). Die obenstehende Tabelle zeigt die Vermögensstruktur zum Bilanzstichtag.
Zum 31. Dezember 2025 betrug die Anzahl der ordentlichen Genossenschafter 830 (davon ausscheidend 19 Genossenschafter). Daraus ergaben sich 1.660 gehaltene Geschäftsanteile zu EUR 3,63 je Anteil. Von den verbleibenden Genossenschaftern gehörten 149 der Autorenkurie an, 590 waren der Komponistenkurie zuzurechnen und 72 Genossenschafter waren der Verlegerkurie zugehörig.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus abzurechnenden Tantiemen im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr.
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | %-Veränd. | |||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | %-Anteil | TEUR | %-Anteil | zum VJ | |
| Eigenkapital | 6 | 0,0% | 6 | 0,0% | 6,0% |
| Rückstellungen | 7.730 | 4,8% | 7.515 | 5,2% | 2,9% |
| Abzurechnende Tantiemen | |||||
| aus dem Inland | 125.441 | 77,9% | 111.090 | 76,5% | 12,9% |
| aus dem Ausland | 4.563 | 2,8% | 5.228 | 3,6% | -12,7% |
| abzüglich Vorauszahlungen | -2.671 | -1,7% | -2.873 | -2,0% | -7,0% |
| Summe Abzurechnende Tantiemen | 127.333 | 79,1% | 113.446 | 78,2% | 12,2% |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 22.831 | 14,2% | 20.716 | 14,3% | 10,2% |
| Passive Rechnungsabgrenzung | 3.093 | 1,9% | 3.448 | 2,4% | -10,3% |
| Bilanzsumme | 160.994 | 100,0% | 145.131 | 100,0% | 10,9% |
2.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
| Kennzahl | 2025 | 2024 | Veränd. zum | VJ |
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | in TEUR | in TEUR | in % | |
| Inlandsabrechnung | 118.815,40 | 111.503,29 | 7.312,12 | 6.6% |
| Auslandsabrechnung | 13.943,44 | 13.747,84 | 195,60 | 1.4% |
| Gesamterge bnis | 132.758,84 | 125.251,12 | 7.507,72 | 6,0% |
| Bilanzsumme | 160.608,47 | 145.130,52 | 15.477,95 | 10,7% |
| Ergebnis in % der Bilanzsumme | 82,66% | 86,30% | ||
| Verbraucherpreisindex (VPI) | 3,60% | 2,90% | ||
| Veränderung Gesamtergebnis über/unter VPI | 2,39% | 1,50% |
2.5. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
| Kennzahl | 2025 | 2024 | Veränd. zum | VJ |
|---|---|---|---|---|
| absolut | in % | |||
| Anzahl der Bezugsberechtigten | 29.022 | 27.694 | 1.328 | 4,8% |
| Anzahl verarbeitete Programme | 28.774 | 26.088 | 2.686 | 10,3% |
| Anzahl verarbeitete Veranstaltungen | 65.047 | 65.397 | -350 | -0,5% |
| Anzahl DN in Vollzeitäquivalent | 131 | 131 | 0 | 0,0% |
Die Anforderungen und die Eigenheiten des Geschäftsbetriebes einer Verwertungsgesellschaft setzen einen hohen Ausbildungsstand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus. Die AKM setzt regelmäßig Schwerpunkte in der Aus- und Weiterbildung in allen Unternehmensbereichen. Der externe Weiterbildungsaufwand belief sich im Berichtsjahr auf TEUR 26. Interne Schulungsmaßnahmen sind insbesondere im Rahmen der Organisationsentwicklungsprozesse durchgeführt worden.
Im Berichtsjahr wurde das unternehmenseinheitliche zukunftsrelevante Führungsleitbild gefestigt und die Bemühungen, Führungskräfte aller Ebenen auf ein gemeinsames Führungsverständnis auszurichten, in ihrer Führungskompetenz zu stärken und damit ein wirkungsvolles Führen unterschiedlicher Generationen auch in Krisenzeiten zu gewährleisten, fortgesetzt. Nachwuchsführungskräfte wurden ausgewählt und ihre Entwicklung mit gezielten Maßnahmen gefördert.
Bei den Bürogebäuden Baumannstraße 10 und Ungargasse 11 wird besonders auf Energieeffizienz und Klimaschutz geachtet. Auch im Berichtsjahr wurden gezielte Maßnahmen getroffen, um eine weitere Energieersparnis und damit eine Reduktion des CO2-Verbrauchs zu erreichen. Mit der Errichtung und Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage auf dem Bürogebäude Ungargasse 11 wurde ein weiterer Schritt in diese Richtung gesetzt.
3. Risikobericht
Mögliche negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage der AKM könnten sich aus heutiger Sicht in den kommenden Jahren aus den folgenden Bereichen ergeben:
3.1. Rechtliche Risiken
Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen rechtlichen Risiken erkennbar. Die AKM ist jedoch immer wieder mit Verfahren konfrontiert, deren Ausgang für die künftige wirtschaftliche Entwicklung insbesondere im Hinblick auf Regelungen über Lizenzvereinbarungen von Bedeutung ist. Bereits in 2023 traf die Aufsichtsbehörde für Verwertungsgesellschaften überraschend die Entscheidung, einer Tochtergesellschaft zu untersagen, Vervielfältigungsrechte zum Zweck der öffentlichen Wiedergabe von Musikwerken wahrzunehmen, soweit sie auf Internetplattformen von nicht kommerziell handelnden Usern verfügbar gemacht werden, und das Mandat ohne Antrag an AKM zu erteilen. Das kann potentiell weitreichende negative Auswirkungen auf die Ertragssituation einer Tochtergesellschaft haben. Im Berichtsjahr fand eine mündliche Verhandlung vor dem EuGH statt. Der Ausgang des Verfahrens ist offen und hat eine maßgebliche Bedeutung für die Lizenzierung der mechanischen Rechte für Online- Dienste in ganz Europa.
3.2. Operative Risiken
Insbesondere im Bereich des Senderechtes ist die AKM hinsichtlich ihres Umsatzes von der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Großkunden abhängig. Das Entgelt der AKM ist an Parameter geknüpft, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Kunden stehen. Die Verhandlungen übe die Verlängerung eines wesentlichen langfristigen Vertrages konnten im Berichtsjahr positiv abgeschlossen werden.
3.3. Risiken der IT-Systeme
Potenzielle Risiken im Hinblick auf Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der IT-Systeme werden durch laufende Anpassungsmaßnahmen im EDV-Bereich begrenzt. Alle systemkritischen IT-Komponenten sind redundant ausgelegt. Es bestehen für alle wesentlichen IT-Komponenten an die spezifische Risikosituation angepasste Wartungsverträge. Die Firewall sowie alle extern verfügbaren Applikationen werden einer jährlichen externen Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Darüber hinaus ist der externe Netzwerkzugriff ausschließlich zertifikatsbasiert möglich. Der externe Datenaustausch erfolgt über ein verschlüsseltes Transferprotokoll (SFTP).
3.4. Kreditrisiken
- Forderungen aus Lizenzen
Im Bereich der Kundenforderungen erfolgt eine laufende Überwachung durch das im Geschäftsbereich Lizenzen eingerichtete Debitorenmanagement. Es ist ein zeitlich sehr straffes, systemunterstütztes Mahnwesen implementiert, um die ausstehenden Forderungen möglichst gering zu halten. Im Rahmen der Forderungsbetreibung arbeitet die AKM mit zwei Rechtsanwaltskanzleien zusammen, zu denen auch eine EDV-technische Anbindung besteht.
Die Befürchtung eines erhöhten Forderungsausfallsrisikos aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation insbesondere in Gastronomie und Hotellerie hat sich bisher nicht bewahrheitet. Allerdings bleiben die Auswirkungen der aktuell schwer abschätzbaren geopolitischen und wirtschaftlichen Situation abzuwarten.
- Akonto-Gewährung an Mitglieder und Bezugsberechtigte
Die AKM gewährt ihren Mitgliedern und Bezugsberechtigten unter bestimmten Voraussetzungen jährliche Akonto-Zahlungen auf das Tantiemenaufkommen aus dem Ausland. Vorauszahlungen auf Inlandsaufkommen werden aufgrund der höheren Frequenz der Abrechnungen nicht mehr gewährt. Für die Rückführung offener Inlandsvorauszahlungen wurde eine Ubergangsregelung in Kraft gesetzt. Der Jahresabschluss 2025 wies (aufrechenbare und nicht aufrechenbare) Vorauszahlungen an Mitglieder und Bezugsberechtigte in Höhe von TEUR 1.218 aus. Trotz eingebauter Sicherheitsschranken besteht das Risiko, dass bei einem stark rückläufigen Tantiemenaufkommen gewährte Vorschüsse nicht mehr abgedeckt werden und ein Forderungsausfall drohen könnten. Die Vorauszahlungen auf Auslandsaufkommen betrugen im Berichtsjahr maximal 50 % der entsprechenden Aufkommenshöhe.
- AKM-Fonds
Der AKM-Fonds ist als Spezialfonds konzipiert, bei dem alle begebenen Anteile von AKM und austro mechana gehalten werden. In den Fondsbestimmungen ist bereits eine wesentliche Begrenzung des Veranlagungsrisikos festgelegt. Im Berichtsjahr waren nur Veranlagungen in Staatsanleihen, Anleihen von Teilstaaten, unwiderruflich staatsgarantierte Anleihen, Pfandbriefe/covered bonds und in nicht nachrangige Bankanleihen erlaubt, beschränkt ausschließlich auf Veranlagungen in EUR. Die langfristige Bonität der Emittenten muss mindestens A3 (nach Moody’s bzw. einem äquivalenten Rating nach Standard & Poor's oder Fitch IBCA) betragen. Es wurde eine Veranlagungsausschusssitzung abgehalten. An die Organe der AKM fand eine regelmäßige Berichterstattung über den Fonds statt.
3.5. Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsmanagement der AKM ist darauf ausgerichtet, die vereinnahmten Mittel zu bestmöglichen Konditionen am Geldmarkt zu veranlagen. Bei der Veranlagung wird darauf Rücksicht genommen, dass zu den Zeitpunkten für die Tantiemenauszahlung ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen.
3.6. Versicherungsrisiken
Die Gesellschaft ist mit den branchenüblichen Versicherungsdeckungen ausgestattet.
4. Finanzinstrumente
Im Berichtsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt. Die in der Bilanz ausgewiesenen originären Finanzinstrumente sind Gegenstand des allgemeinen Risikomanagements des Unternehmens. Erkennbare Risiken und notwendige Vorsorgen werden im Rahmen der angewandten Buchhaltungs- und Bilanzierungsmethoden erfasst und sind im vorliegenden Jahresabschluss angemessen berücksichtigt.
5. Forschung und Entwicklung
Die AKM hat im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Forschung und Entwicklung betrieben.
6. Zweigniederlassungen
Die AKM unterhielt im Berichtsjahr neben ihrem Hauptsitz in 1030 Wien, Baumannstraße 10, 2 Zweigniederlassungen in den Landeshauptstädten Graz und Salzburg, ein weiterer Standort wird in Innsbruck unterhalten. Alle Räumlichkeiten stehen im Eigentum der Genossenschaft.
7. Voraussichtliche Entwicklung der AKM
Die aktuellen internationalen Rahmenbedingungen schaffen eine große Unsicherheit. Die weitere Wirtschaftsentwicklung auf internationaler und auch nationaler Ebene wird wesentlich davon abhängen, welches Niveau die Energiepreise erreichen werden und wann mit einer Normalisierung zu rechnen ist. Die Prognosen der Wirtschaftsforscher beschreiben teils größere Bandbreiten. So liegen die Erwartungen für das österreichische Wirtschaftswàchstum im laufenden Jahr zwischen 0,2 % und 1,1 %, je nach Einschätzung der Dauer des Iran-Krieges und der damit verbundenen Energiepreisentwicklung. Die private Konsumnachfrage bleibt angesichts der aktuellen Situation gedämpft, die erwartete Bandbreite bewegt sich zwischen 0,2 % und 0,7 %. Sowohl die von der Bundesregierung beabsichtige Budgetkonsolidierung als auch die Verteuerung von Energie wirken dämpfend. Die zunehmende Unsicherheit über die künftige Wirtschafts- und Inflationsentwicklung führt zu einer Abnahme des Verbrauchervertrauens und könnte die privaten Haushalte auch wieder zu vermehrtem Sparen veranlassen. Die Prognosen für die Verbraucherpreisentwicklung bewegen sich zwischen 2,5 % und 4,1 %, je nach Intensität und Dauer der Kriegshandlungen im Mittleren Osten. Die Arbeitslosigkeit verharrt angesichts der aktuellen Situation auf ihrem hohen Niveau von 7,3 % bis 7.5 %.
Auf Grundlage der unsicheren Wirtschaftsentwicklung sind die Effekte auf die Ertrags, Liquiditäts- und Risikosituation des laufenden Geschäftsjahres für die Gesellschaft schwer einschätzbar. Die Lizenzerträge und damit auch der Zufluss an liquiden Mitteln sollten trotz erster spürbarer negativer Effekte im Dauervertragsbereich auf dem Vorjahresniveau gehalten werden können. Die Ertragserwartungen für das laufende Jahr sind daher insgesamt verhalten optimistisch.
Die Aufwandsseite war bereits bisher von hoher Wirtschaftlichkeit geprägt. AKM setzt die Maßnahmen zur Anpassung der Aufwandsstruktur weiter fort. Der positive Effekt aus der Neustrukturierung des Lizenzbereiches aus den Vorjahren sollte im laufenden Jahr erhalten bleiben. Gleichzeitig wird der Einsatz zukunftsträchtiger Technologien und die Weiterentwicklung von Prozessen und entsprechenden Systemen insbesondere im EDV-Bereich weiter vorangetrieben. Die AKM setzt damit die bereits in der Vergangenheit zur Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen Dienstleistung gesetzten Maßnahmen fort, um ihre Position im Wettbewerb weiterhin erfolgreich abzusichern.
Wien, am 11. Mai 2026
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