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Allgemeines
Der primäre Geschäftszweck der Gesellschaft ist die Herstellung chemischer Produkte in Auftragsfertigung für den Mutterkonzern.
Hauptprodukte sind Wasserstoffperoxid und Gleichgewichtsperessigsäure, Hauptmärkte dazu sind die Papier- und Zellstoffbleiche, Waschmittelrohstoffe und Biozide.
Als weitere Aktivität ist die Evonik Peroxid GmbH per 31.12.2025 zu 25 % an der „Evonik Treibacher GmbH“ in Althofen beteiligt, die Persalze für Waschmittel herstellt und vertreibt.
Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.
Geschäftsentwicklung
In den letzten Jahren entwickelte sich in der chemischen Industrie vermehrt Bedarf von Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel für unterschiedliche Prozesse und führt in diesem Sektor zu einem leichten Marktwachstum. Der Verbrauch an Wasserstoffperoxid für die Papier- und Zellstoffbleiche hat sich in Folge der Lieferkettenproblematik und insbesondere der Energiekostensteigerung seit der Ukrainekrise reduziert. Das Angebot wird durch Marktteilnehmer laufend ausbalanciert. Durch Intensivierung des Spezialitätensektors ist es gelungen, das Portfolio weiter auszubauen.
Der Vertrieb (Konzern) konnte die Schwankungen der Energiekosten mit Hilfe von Preisformeln auf die Produktpreise umlegen. Insgesamt zeigt sich das wirtschaftliche Umfeld aufgrund der höheren Kostensituation gedämpft. Die Auswirkung für den Standort war jedoch kaum gegeben, da das Werk Weißenstein logistisch gut liegt und eine gute Auslastung zeigt.
Aus technischer Sicht verlief die Produktion weitgehend störungsfrei und auf hohem Niveau. Die ständige Verbesserung der Prozesse und das Management der Fixkosten halten die Kostenstruktur stabil.
Die Zahl der Mitarbeiter blieb beinahe ident zum Vorjahr.
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
| Kennzahlen: | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| Umsatz | 52.421.312 | 50.464.410 |
| Anlagevermögen | 18.100.950 | 17.758.965 |
| Umlaufvermögen | 19.803.151 | 10.848.483 |
| Eigenmittel | 20.149.472 | 15.107.520 |
| Fremdmittel | 17.754.630 | 13.507.159 |
| Dividende Evonik Treibacher | 3.500.000 | 5.000.000 |
| Mitarbeiter Durchschnitt (nach Köpfen) | 102 | 103 |
| Interne Kennzahlen: | ||
| Ergebnis vor Steuern | 13.916.677 | 7.220.566 |
| Jahresüberschuss | 11.565.526 | 6.713.558 |
Der operative Cashflow sank von TEUR 6.106 auf TEUR 157. Grund hierfür ist im Wesentlichen, dass sich die Forderungen im Vergleich zum Vorjahr erhöht haben. Der Investitionscashflow ist wegen dem Anteilsverkauf an der Evonik Treibacher GmbH mit TEUR 6.367 positiv. Der Finanzierungs-Cashflow beinhaltet die Ausschüttung an die Muttergesellschaft in Höhe von TEUR 6.524.
Beteiligungen
Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich die Beteiligungsstruktur durch einen Anteilsverkauf von 50 auf 25 %. Nun hält die „Treibacher Industrie AG“ in Althofen, Kärnten, 75 % der Anteile an der „Evonik Treibacher GmbH“. Aus der Konzernberichterstattung ist das Joint Venture dekonsolidiert.
Die Betriebsanlage in Rheinfelden ist im Besitz der „Evonik Treibacher Persalze GmbH“ welche zu 100 % im Besitz des Joint Ventures ist. Die Assets an beiden Produktionsstandorten werden von den jeweiligen Partnern mit deren Personal, aber auf Rechnung des Joint Ventures betrieben.
Die Geschäftsführung und Steuerung des Geschäfts erfolgen am Standort Althofen. Das Joint Venture hat derzeit 10 eigene Mitarbeiter.
Aufgrund der Substitution verschiedener Waschrohstoffe unterliegen die Persalze weiterhin marktgetriebenen Veränderungen. Die Evonik Treibacher GmbH ist ständig dabei, sich daran anzupassen und neu auszurichten.
Risikoberichterstattung
Absatzrisiken:
Für die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) werden der Verkauf, Marketing sowie die Produktion zentral gesteuert und somit erfolgt die Produktion im Auftrag des Konzerns. Die wesentlichen Produkte haben eine Lagerreichweite von wenigen Tagen bis Wochen. Ladenhüter gibt es somit keine. Sämtliche mit der Herstellung verbundenen Kosten werden monatlich auf Basis des Auftragsfertigungsabkommens abgerechnet. Es besteht somit kein Absatzrisiko.
Beschaffungsrisiken:
Die Verantwortung für sämtliche Beschaffungen liegt beim Konzern, der Einkauf ist zentralisiert. Für Erdgas und Strom werden auf mehrere Jahre voraus Teilmengen kontraktiert, um einen mehrjährigen Durchschnittspreis zu sichern. Aktuell ist bedingt durch den Irankrieg und der Blockade der Straße von Hormus mit steigendem Energiepreisen am Spotmarkt zu rechnen. Ebenso ist davon auszugehen, dass durch die steigenden Treibstoffkosten auch die Rohstoffpreise bedingt durch Treibstoffaufschläge steigen. Die Versorgungssicherheit mit allen relevanten Rohstoffen ist nach dem derzeitigen Stand jedoch gewährleistet. Für die wesentlichen Rohund Hilfsstoffe gibt es mehrere Lieferanten, sodass es keine Beschaffungsrisiken gibt.
Aufgrund des Auftragsfertigungsverhältnisses liegt das Risiko letztlich beim Konzern.
Finanzielle Risiken:
Mit dem Konzern bestehen ein Auftragsfertigungs- sowie ein Cash-Pooling-Abkommen. Ein unabhängiges Überwachungsgremium und Reporting über diesen Pool sind etabliert. Im letzten Geschäftsjahr konnte sich Evonik trotz schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes behaupten. Das Risiko ist aufgrund der breit gestreuten Produktpalette gering.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente sind Gegenstand des allgemeinen Risikomanagements des Unternehmens, welches in den Buchhaltungs- und Bilanzierungsmethoden seinen Niederschlag findet. Es bestehen keine weiteren Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditätsund Cashflow-Risiken.
Rechtliche Risiken:
Der Konzern hat einen Code of Conduct, an den sich alle Mitarbeiter des Unternehmens zu halten haben. Die Versicherungsverträge werden durch den Konzern verhandelt.
Umweltrisiken:
Durch die ständige Weiterentwicklung der Herstellprozesse wird einerseits die Produktion störungsfrei gehalten und andererseits auch der Rohstoff- und Energieeinsatz optimiert. Der Produktionsstandort Weißenstein ist ein Seveso Betrieb. Als solcher ist er durch die Behörde überwacht. Auch konzernintern gibt es regelmäßige Audits.
Es gab keine umweltrelevanten Ereignisse und auch keine Arbeitsunfälle mit bleibenden Schäden.
Ausblick
Die geopolitische Lage bleibt weiterhin angespannt. Insbesondere der anhaltende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt nach wie vor eine erhebliche Gefahr dar und belastet zugleich die wirtschaftliche Entwicklung erheblich. Zusätzlich verschärfen der Konflikt rund um den Iran sowie die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten die Situation, da sie maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Energiepreise haben.
Neben den potenziellen Auswirkungen auf Lieferketten und Rohstoffpreise sind die direkten Effekte auf das operative Geschäft der Gesellschaft auch im Jahr 2026 weiterhin nur geringfügig. Aufgrund der bestehenden vertraglichen Rahmenbedingungen mit dem Mutterkonzern – insbesondere Auftragsfertigung auf Cost‐Plus‐Basis, Cash‐Pooling‐Strukturen sowie die konzernweite Energiebeschaffung – liegt ein wesentlicher Teil des wirtschaftlichen Risikos beim Konzern. Die Gesellschaft beobachtet die geopolitische und wirtschaftliche Entwicklung dennoch laufend und mit besonderer Aufmerksamkeit.
Für das Jahr 2026 sind umfangreiche Investitions- und Revisionstätigkeiten geplant. Wesentlicher Bestandteil ist die Inbetriebnahme der neuen GPES‐Lager- und Reifehalle, durch die zusätzliche Lagerkapazitäten geschaffen werden. Darüber hinaus ist ein rund dreiwöchiger Anlagenstillstand vorgesehen, im Rahmen dessen planmäßige Revisionstätigkeiten durchgeführt werden. Zusätzlich ist beim betriebseigenen Kraftwerk aufgrund eines erforderlichen Druckrohrtausches ein längerer Stillstand notwendig.
Durch die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Kostenoptimierung erwartet die Gesellschaft trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen insgesamt ein zufriedenstellendes Geschäftsergebnis für das laufende Jahr.
Evonik Peroxid GmbH, Weißenstein
Beilage II/5
Forschung und Entwicklung
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten lag weiterhin in der Wasserstoffperoxid-Pilotanlage im Werk Weißenstein. Die hohe Produktivität der Anlage konnte im Jahr 2025 aufrechterhalten werden.
Weißenstein, am 9. April 2026
Der Geschäftsführer:
Dipl.-Ing. Dr. Josef Miklautsch