Inhaltsverzeichnis
1. ZWECK DES UNTERNEHMENS
Der Zweck des Lebensmittelgroßhandelsunternehmens KRÜGER AUSTRIA GmbH, besteht darin, als zentrales Bindeglied in der Wertschöpfungskette zwischen dem Mutterkonzern Krüger Group als Lebensmittelproduzent und den gewerblichen Abnehmern wie Lebensmitteleinzelhandel und Einzelhändlern zu fungieren. Die Überbrückung der räumlichen und zeitlichen Distanz zwischen Produktion und dem Endverbraucher, auch durch Logistik und Lagerung bedarfsgerecht großer Mengen, ist dabei eine zentrale Aufgabe. Das Vertriebsgebiet umfasst die Länder Österreich, Schweiz, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien & Herzegowina, Kosovo, Serbien, Albanien und Montenegro. Diverse Marketingaktivitäten zur Effizienzsteigerung, speziell für diese Vertriebsgebiete zugeschnitten, werden auch unter Berücksichtigung verschiedener Verkaufsaktionen laufend geplant, budgetiert und umgesetzt.
2. BRANCHENUMFELD UND –ENTWICKLUNG; WIRTSCHAFTSBERICHT
2.1 Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen in den wichtigsten Ländern
Österreich: Im Jahr 2025 ist die österreichische Volkswirtschaft nach einer längeren Rezession auf einen moderaten Wachstumspfad zurückgekehrt. Laut Prognose des IHS ist das Bruttoinlandsprodukt im abgelaufenen Jahr um 0,5 % gestiegen. In den kommenden beiden Jahren dürfte das Wirtschaftswachstum 1,0 % und 1,1 % betragen.
Aufgrund eines Verlusts an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und der protektionistischen Tendenzen im Welthandel dürfte das Tempo der wirtschaftlichen Erholung hinter früheren Aufschwungphasen zurückbleiben. Die Inflation sollte, ausgehend von 3,6 % im Jahresdurchschnitt 2025, auf 2,5 % im Jahr 2026 bzw. 1,9 % im Jahr 2027 zurückgehen.
Mit der wirtschaftlichen Erholung verbessert sich die Lage am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote dürfte von 7,4 % im ablaufenden Jahr auf 7,1 % im übernächsten Jahr fallen. Das IHS prognostiziert – nach 4,4 % im ablaufenden Jahr – für 2026 ein Budgetdefizit von 4,2 % des Bruttoinlandprodukts und für 2027 von 4,0 %.
Ungarn: Die wirtschaftliche Stagnation dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen. Einzig der Konsum privater Haushalte und der Staat verzeichneten ein deutliches Wachstum; der Dienstleistungssektor hingegen wuchs zwar moderat, jedoch nur ausreichend für ein BIP-Wachstum von rund 0,5 %. Die Ausgabenoffensive im Vorfeld der Wahlen im April 2026 wird das Wachstum zwar vorübergehend ankurbeln, doch das hohe Haushaltsdefizit wird bereits in der zweiten Jahreshälfte des nächsten Jahres restriktive Maßnahmen erforderlich machen.
Kroatien: Das Vienna Institute for International Economic Studies (wiiw) geht davon aus, dass sich nach rund 3 % im Jahr 2025 das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr voraussichtlich abschwächen wird, jedoch weiterhin über dem Durchschnitt der Eurozone bleiben sollte. Der Tourismus bleibt der wichtigste Wachstumstreiber, während der Fachkräftemangel weiterhin ein Hindernis für höheres Wachstum darstellt. Für 2026 wird ein nur geringfügig verlangsamtes Wachstum auf 2,8 % prognostiziert, was vor allem auf die hohe Inflation (die 2026 voraussichtlich 3,3 % erreichen wird), die Stabilisierung der Binnennachfrage, eine schwächere Exportentwicklung und anhaltende globale Unsicherheiten zurückzuführen ist. Mit Blick auf die Zukunft wird für 2027 und 2028 ein reales BIP-Wachstum
von 2,7 % erwartet, gestützt durch die Binnennachfrage, während die Nettoexporte das Wachstum voraussichtlich bremsen werden.
Serbien: Die Wirtschaftstätigkeit hat sich spürbar verlangsamt. Bedingt durch einen Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen um ca. 50%, verstärkt auch durch die globale politische Unsicherheit. Der Arbeitsmarkt zeigt erste Anzeichen einer Abschwächung, die Arbeitslosigkeit ist leicht angestiegen. Die Inflation hat erneut angezogen und liegt nun bei fast 5 %. Die innenpolitische Krise hält an: Zwar konnte der Präsident bisher Zeit gewinnen und Neuwahlen vermeiden, doch ist nun deutlicher denn je, dass seine Zeit abgelaufen ist. Insgesamt scheint Serbien in einer abwartenden Haltung zu verharren.
Bosnien und Herzegowina: Das erste Halbjahr 2025 war von einem verlangsamten Wirtschaftswachstum, steigender Inflation und zunehmenden politischen Spannungen geprägt. Das Wachstum schwächte sich ab, da der Bau- und Energiesektor aufgrund geringerer ausländischer Direktinvestitionen schrumpften, während die politische Unsicherheit in der Repubblica Srpska die Anlegerstimmung zusätzlich belastete. Die Inflation zog an, angetrieben durch höhere Lebensmittel- und Energiepreise sowie deutliche Mindestlohnerhöhungen, doch die Reallöhne stiegen weiter und verbesserten so die Kaufkraft.
Kosovo: Trotz der politischen Unsicherheit verzeichnete die Wirtschaft ein solides Wachstum. Im ersten bis dritten Quartal 2025 expandierte sie um 3,5 %, angetrieben von Investitionen und Konsum. Das Gesamtwachstum im Jahr 2025 wird auf rund 3,8 % geschätzt und liegt damit aufgrund der Belastungen durch das innen- und außenpolitische Klima weiterhin unter dem Wert von 2024. Für die Jahre 2026 und 2027 wird ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum auf 4,1 % erwartet, bedingt durch eine starke Binnennachfrage und die Überwindung der politischen Blockade.
2.2 Branchenumfeld – und Entwicklung
Das Branchenumfeld für Süßwaren ist aktuell von einem Spannungsfeld zwischen starken Kostensteigerungen und einer hohen Innovationsdynamik geprägt. Während der globale Markt bis 2036 auf ein Volumen von über 640 Mrd. USD wachsen soll, steht die europäische Industrie unter erheblichem Druck.
Die Branche kämpfte mit massiven Preissteigerungen bei Rohstoffen (besonders Kakao), Energie und Logistik. In Deutschland führte dies bereits zu einem Rückgang der Produktionsmengen bei Schokolade.
Der Kakaomarkt erlebt aktuell eine drastische Kehrtwende. Nachdem der Preis pro Tonne Ende 2024 ein historisches Allzeithoch von fast 12.900 USD erreicht hatte, ist der Trend seit Beginn des Jahres 2026 klar abwärtsgerichtet. In Westafrika (Elfenbeinküste und Ghana) haben sich die Wetterbedingungen normalisiert, was zu deutlich besseren Ernteerwartungen führt. Experten von J.P. Morgan und ING erwarten, dass sich der Preis mittelfristig zwischen 3.500 und 6.000 USD einpendeln wird. Ein dauerhafter Rückgang auf das Vor-Krisen-Niveau (ca. 2.500 USD) gilt aufgrund struktureller Probleme wie dem Klimawandel und notwendigen Investitionen in Plantagen als unwahrscheinlich.
Der Wunsch nach „bewusstem Genuss” steigt beim Konsumenten. Gleichzeitig greifen Verbraucher aufgrund der Inflation seltener zu Premiumprodukten, was vor allem auch den Schokoladenmarkt trifft. Es gibt eine steigende Nachfrage nach zuckerarmen, proteinreichen und pflanzlichen Alternativen. "Functional Sweets" mit Inhaltsstoffen wie Adaptogenen gewinnen an Bedeutung.
Käufer fordern zunehmend nachhaltigen Kakaoanbau, plastikfreie Verpackungen und Transparenz in der Lieferkette. Der Bedarf an portionierten „On-The-Go” Produkten für den schnellen Verzehr zwischendurch, steigt weiter an.
2.3 Analyse des Geschäftsverlaufes und der Lage des Unternehmens
Auch das Geschäftsjahr 2025 war wie schon die Jahre zuvor durch eine herausfordernde Kostensituation vor allem für
Rohstoffe, Energie und Lohnkosten geprägt. Der Preisdruck in einer Hochinflationsphase war besonders zu spüren. Kunden sind aufgrund der vorangegangenen Preissteigerungen sensibler geworden und vergleichen Preise intensiver. Das erschwert erheblich die Weitergabe von Kostensteigerungen. Es ist eine Gratwanderung, notwendige Preiserhöhungen durchzusetzen ohne wertvolle Marktanteile an günstigere Mitbewerber zu verlieren.
Die Nettoumsatzerlöse sind auf 48,47 Mio. gestiegen, vor allem durch Anhebung der Verkaufspreise und den Vertrieb der Marken Benco und Suchard Express im Gesamtjahr (3,76 Mio. in 2024 und 8,42 Mio. in 2025), Das entspricht einem Gesamtzuwachs von 19,34 %. Bei Schogetten gab es eine Umsatzsteigerung von 7,47%, bei Kaubonbon ein Minus von 12,66%. Bei Edle Tropfen musste ein Umsatzrückgang von 33,34% verzeichnet werden. Bei dem HNC Sortiment konnte eine weiter Steigerung erreicht und ein Zuwachs von 14,98% erzielt werden.
Der Personalaufwand ist durch zusätzliche Mitarbeiter im Vertrieb und im Marketingbereich auf absolut 2,10 Mio. gestiegen und liegt bei 4,33% vom Umsatz. Die sonstigen betrieblichen Aufwändungen lagen für das abgelaufene Jahr bei 5,41 Mio., das entspricht 11,16% vom Umsatz.
Das Betriebsergebnis ist wieder sehr positiv und liegt bei 0,90 Mio. nach Steuern, der Bilanzgewinn liegt bei 4,07 Mio.
2.4$ Analyse mittels der wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren
2.4.1 Ertragslage
Die Ertragslage lässt sich wie folgt zusammenfassen:
| 2025 | 2024 | Veranderung | ||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | ||
| Umsatzerlose | 48.467 | 40.613 | 7.854 | |
| Bestandsveranderungen | 0 | |||
| Betriebsleistung | 48.467 | 40.613 | 7.854 | |
| Materialaufvand, bezogene Leistungen | -39.689 | -32.565 | -7.124 | |
| Rohertrag I | 8.778 | 8.048 | 730 | |
| Personalaufwand | -2.100 | -1.919 | -181 | |
| Rohertrag II | 6.678 | 6.129 | 549 | |
| sonstige betriebliche Ertrage | 21 | 31 | -10 | |
| sonstige betriebliche Aufwandungen | -5.411 | -4.641 | -770 | |
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) | 1.288 | 1.519 | •231 | |
| Abschreibungen | -126 | -123 | -3 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (E8IT) | 1.162 | 1.396 | -234 | |
| Finanzergebnis | 4 | 6 | - 2 | |
| Ergebnis vor Steuern (EBIT) | 1.165 | 1.403 | -238 | |
| Steuern | -270 | -319 | 49 | |
| Ordentliches Ergebnis vor Rücklagen | 895 | 1.084 | -189 | |
| außerordentliches Ergebnis | 0 | |||
| Veranderung von Rucklagen | 0 | |||
| Jahresgewinn | 895 | 1.084 | -189 | |
KRÜGER AUSTRIA GmbH
2.4.2 Vermögenslage
Die Vermögenslage lässt sich wie folgt zusammenfassen:
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| kurzfristiges Umlaufvermögen | 12.303 | 9.101 | 3.202 |
| kurzfristiges Fremdkapital | -9.995 | -7.720 | ·2.275 |
| Working Capital | 2.308 | 1.381 | 927 |
| Anlagevermogen | 2.229 | 2.265 | -36 |
| langfristiges Umlaufvermögen | 0 | ||
| langfristiges Fremdkapital | -251 | -253 | 2 |
| Reinvermögen | 4.286 | 3.393 | 893 |
| 0 | |||
| Summe Eigenkapital | 4.286 | 3.393 | 893 |
| Summe Fremdkapital | 10.246 | 7.973 | 2.273 |
| Bilanzsumme | 14.532 | 11.366 | 3.166 |
2.4.3 Finanzlage
Die Finanzlage lässt sich wie folgt zusammenfassen:
| 2025 | 2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| Ergebnis vor Steuern | 1165 | 1.403 | -238 |
| Geldfluss aus dem Ergebnis | 1292 | 1.523 | -231 |
| Nettogeldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | 1570 | 2.129 | -559 |
| 0 | |||
| Nettogeldfluss aus der laufenden Geschaftstatigkeit | 1139 | 1.855 | -716 |
| Nettogeldfluss aus der Investitionstatigkeit | -94 | -104 | 10 |
| Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 0 | ||
| Nettogeldfluss gesamt | 1.045 | 1.751 | -706 |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 2730 | 979 | 1.751 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 3.775 | 2.730 | 1.045 |
3 RISIKOBERICHT
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 bestanden trotz der vielen Herausforderungen keine bestandsgefährdenden Risiken.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 sind neue Herausforderungen zu bewältigen:
• Die Markteinführung von Benco Tafelschokolade im ersten Halbjahr. • Die Absatzmengen bei Süssware, insbesondere der etablierten Marken Schogetten, Fritt und Edle Tropfen in Nuss, zu steigern und dem volatilen Markt Rechnung zu tragen. • Die Marken Hafervoll und MaxiNutrition müssen weiter auf- und ausgebaut werden. Einzelhandelsgeschäfte im Sportartikelbereich, Fitnesscenter sowie Kletterhallen werden als zusätzlicher Absatzmarkt vermehrt betreut. • Im Proteinmarkt drängen vor allem auch im Riegelgeschäft, laufend neue Mitbewerber auf den Markt. Durch Werbung auch in Bereichen wie Sozialmedia und Onlinewerbung müssen wir unsere Position behaupten und weiter ausbauen. • Gesetzliche Vorgaben wie NIS2 bedürfen besonderer Aufmerksamkeit und stellen einen großen personellen Aufwand dar.
4. PROGNOSEBERICHT: VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES
UNTERNEHMENS
Die Schwankungen der Rohstoffpreise, der Energiepreissektor und die Notwendigkeit vermehrt in die Bewerbung unserer Marken zu investieren, könnten Anspannungen in der Ertragslage mit sich bringen. Auf Grund des Finanzbestandes und den langjährig guten Beziehungen zu unseren Handelspartnern darf aber davon ausgegangen werden, dass wir auch dieses Jahr wieder erfolgreich abschließen können.
5. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSBERICHT
Es wird keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit entfaltet.
6. Zweigstellenbericht
Die Gesellschaft unterhält keine Zweigstellen.
7. Finanzinstrumente
Die Gesellschaft verwendet keine derivativen Finanzinstrumente.
Die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage relevanten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Jahresabschluss ausgewiesen und im Anhang erläutert.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen einer strengen Kontrolle in Bezug auf das Ausfallsrisiko sowie einem zeitnahen Mahnwesen.
KRÜGER AUSTRIA GmbH
Durch Einzelwertberichtigungen wurde entsprechend Vorsorge für eventuelle Forderungsausfälle getroffen.
Wo möglich sind die Kundenforderungen mittels Kreditversicherung (Coface) abgesichert, alle anderen kundenseitigen Geschäftsbeziehungen, vorwiegend im Export, werden über Bankgarantien oder Vorauszahlung abgewickelt.
Die Einbringlichkeit der sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände wird laufend überprüft.
Das Bankguthaben ist bei namhaften inländischen Banken veranlagt, wodurch das Ausfallrisiko als gering einzuschätzen ist.
Durch die gute finanzielle Situation des Unternehmens werden die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen grundsätzlich immer unter Ausnutzung von Skonti bezahlt. Das Liquiditätsrisiko wird durch eine laufende Überwachung minimiert.
Es bestehen keine Währungsrisiken.
Berndgrt, O8.04. 2026
Dr. Guido Andreas Colsman Thomas Gerdenitsch