Inhaltsverzeichnis
Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
Geschäft und Rahmenbedingungen
Das Geschäftsjahr 2025 war von einem insgesamt herausfordernden Marktumfeld geprägt. Globale wirtschaftliche Unsicherheiten, anhaltende Lieferkettenprobleme sowie steigende Energie- und Materialkosten wirkten sich dämpfend auf Investitionsentscheidungen in vielen Industriezweigen aus. Auch im Bereich der Umwelttechnik und Recyclinglösungen zeigte sich die Nachfrage regional unterschiedlich und zum Teil verhalten.
Trotz dieser Rahmenbedingungen entwickelte sich der Geschäftsverlauf der Lindner-Recyclingtech GmbH (LRT) insgesamt ausgeglichen. In den etablierten Kernmärkten konnten bestehende Kundenbeziehungen gefestigt und ausgewählte Projekte erfolgreich umgesetzt werden, neue Märkte wurden punktuell erschlossen und der Vertrieb außerhalb Europas ausgebaut. Investitionen in Produktentwicklung und Prozessoptimierung wurden gezielt fortgeführt, um weiterhin mittelfristig Wachstums- und Effizienzpotenziale zu realisieren. Des Weiteren konnten die Einkaufskosten durch ein strukturiertes Programm optimiert werden.
Vor dem Hintergrund des anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds bewertet die Geschäftsführung den Verlauf des Geschäftsjahres als angemessen. Die intern definierten Ergebnisziele konnten ertragsseitig nicht in vollem Umfang erreicht werden; dies ist im Wesentlichen auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen, die das operative Ergebnis maßgeblich beeinflusst haben.
Die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf innovative und nachhaltige Recyclingtechnologien bildet weiterhin die zentrale Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Die Geschäftsführung hält an dieser Positionierung fest und sieht darin einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil im Hinblick auf künftige Marktanforderungen. Kurzfristige Marktentwicklungen werden mit der gebotenen Vorsicht beobachtet und in die laufende Unternehmensplanung einbezogen.
Ganz allgemein ist das Geschäft der Lindner-Recyclingtech GmbH insgesamt exponierter gegenüber geopolitischen Rahmenbedingungen samt positiver wie negativer Auswirkungen geworden.
Externes Umfeld / Marktentwicklung. Hinsichtlich Nachfrage konnte sich die Branche der Umwelt- und Recyclingtechnologie der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht entziehen. Über das Geschäftsjahr 2025 war branchenübergreifend eine anhaltende Investitionszurückhaltung der Kunden zu beobachten, die sich in einem insgesamt verhaltenen Auftragsvergabe niederschlug. Die für LRT relevanten Abnehmermärkte waren dabei gleichermaßen von schwacher Marktnachfrage, gestiegenem Wettbewerbsdruck sowie einem durch globale Unsicherheiten geprägten Investitionsklima betroffen. Wenngleich ein höherer Auftragseingang als im Vorjahr erzielt werden konnte, war die Wachstumsdynamik im Berichtsjahr insgesamt gedämpft. Insgesamt ist die Geschäftsführung jedoch der Meinung, dass man in den relevanten Marktsegmenten die Markanteile halten bzw. punktuell auch ausbauen konnte.
Neben der Entwicklung auf der Nachfrageseite blieben im Geschäftsjahr 2025 geopolitische Spannungen ein bedeutender Einflussfaktor auf das Geschäft. Der anhaltende Konflikte in Osteuropa sowie zunehmende Handelsbarrieren zwischen einzelnen Wirtschaftsregionen wirkten sich spürbar auf internationale Warenströme und Investitionsentscheidungen aus. Protektionistische Tendenzen in einzelnen Märkten führten vereinzelt zu Einschränkungen im grenzüberschreitenden Geschäft. Im Speziellen ist hier die Situation in den USA zu nennen, wo die Zölle auf Einfuhren sehr wohl die geschäftliche Dynamik am US-Markt gebremst haben.
Dennoch bleibt der mittelfristige Ausblick für Lindner-Recyclingtech entlang der relevanten Marktsegmente positiv.
Im Segment der Siedlungs- und Gewerbeabfälle (MSW / C&l) sind die mittelfristigen Wachstumsperspektiven klar positiv: Die verbindliche EU-Recyclingquote von 65 % für Siedlungsabfälle zwingt Mitgliedsstaaten zu erheblichen Investitionen in moderne Sortier- und Aufbereitungskapazitäten, und der europäische Markt für industrielles Abfallmanagement wächst laut einschlägigen Studien bis 2033 mit einer jährlichen Rate von rund 4,6 %. Lindner ist in diesem Kernsegment mit seinem Produktportfolio gut positioniert, um von diesem regulatorisch gesicherten Nachfragewachstum zu profitieren.
Im Bereich des Kunststoff-Recyclings schafft die EU-weite Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) ab 2030 verbindliche Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz, was den Bedarf an leistungsstarker Aufbereitungstechnologie nachhaltig steigern wird. Die Kombination aus technologischer Innovation und steigenden regulatorischen Anforderungen bildet dabei den Schlüssel zu langfristigem Wachstum in der Branche. Das Unternehmen ist mit seinem Produkt- und Leistungsportfolio gut positioniert, um von dieser strukturellen Nachfragedynamik zu profitieren.
Für den Bereich des Holz-Recyclings ist ebenfalls trotz aktuell schwacher Baukonjunktur ein positiver Ausblick gegeben, Von den jährlich anfallenden acht Millionen Tonnen Altholz in Deutschland werden lediglich rund 30 % stofflich recycelt – ein erhebliches, durch strengere Regulierung zunehmend erschlossenes Potenzial. Der globale Holzrecyclingmarkt soll bis 2035 auf nahezu 43 Milliarden US-Dollar anwachsen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 4 %.
Des Weiteren ist die Gesellschaft laufend dabei, zusätzliche Marktsegmente zu evaluieren um künftige Wachstumspotenziale langfristig zu erschließen.
Unternehmensinterne Entwicklung. Im Geschäftsjahr 2025 legte Lindner-Recyclingtech den Fokus verstärkt auf die Weiterentwicklung interner Strukturen und Prozesse, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern und weiter auszubauen. Zentrale Maßnahmen betrafen die Produktentwicklung, den Ausbau des Vertriebs, sowie die Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Bereich der Produktentwicklung wurden bestehende Maschinentypen gezielt weiterentwickelt und neue modulare Systemlösungen zur Marktreife gebracht. Diese Innovationen sollen das technologische Alleinstellungsmerkmal von Lindner im internationalen Wettbewerb weiter verbessern. Parallel dazu wurden umfassende Maßnahmen zur Kostenoptimierung umgesetzt. Durch die Bündelung von Beschaffungsvolumina, das Redesign von Produkten und einen strategischen Einkauf konnten Material- und Prozesskosten reduziert werden.
In der Produktion führten die schrittweise Einführung von Lean-Prinzipien, fortgesetzte Investitionen in automatisierte Fertigungsprozesse sowie eine verbesserte Kapazitätsplanung zu einer flexibleren Ausbringung bei gleichzeitiger Senkung von Durchlaufzeiten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die vorbereitenden Maßnahmen zur Einführung eines neuen, gruppenweiten ERP-Systems aufgenommen. Die schrittweise Implementierung zielt auf eine umfassende Standardisierung und Harmonisierung der Unternehmensprozesse ab und schafft die technologische Grundlage für eine effiziente, transparente und zukunftsorientierte Steuerung der gesamten Unternehmensgruppe.
Diese internen Verbesserungen bilden die Grundlage für weiteres profitables Wachstum und stärken die organisatorische Resilienz vor dem Hintergrund des weiter oben skizzierten, volatilen Marktumfeldes.
Organisation. Die Aufbauorganisation wurde im Berichtsjahr angepasst und strukturell weiterentwickelt. Punktuell ist es vor dem Hintergrund der Umsatzentwicklung zu einzelnen Anpassungen der Mitarbeiterzahl gekommen, Diese Anpassungen wurden möglichst behutsam im Einvernehmen mit den Vertretern der Belegschaft vorgenommen. Darüber hinaus wurde der Bereich Human Ressources weiter professionalisiert, Schwerpunkte hierbei lagen vor allem auf einem bestmöglichen Onboarding neuer Mitarbeiter, besseren und transparenteren Feedback-Prozessen sowie dem Coaching von Führungskräften.
Finanzielles Management. Die internen Controlling- und Managementsysteme wurden auch 2025 weiterentwickelt und eine Erweiterung des Standard-Reportings im Bereich der nicht-finanziellen Kennzahlen etabliert. Darüber hinaus wurde an einer verbesserten Verzahnung von Absatz- und Produktionsplanung gearbeitet. Das FX-Management der Lindner-Recyclingtech GmbH auf Stabilität, Transparenz und Risikominimierung in einem anhaltend volatilen Marktumfeld. Während auf den Einsatz von Finanzderivaten und Währungs-Hedging verzichtet wurde, wurde die Volatilität des US-Dollars aktiv durch eine laufende operative Steuerung gemanagt. Dies erfolgte unter anderem durch gezielte Fremdwährungsdispositionen.
Die bestehenden Kreditlinien sind strukturell langfristig ausgerichtet und bieten dem Unternehmen eine komfortable Liquiditätsreserve. Dadurch ist Lindner-Recyclingtech auch in einem angespannten Finanzierungsumfeld solide aufgestellt und flexibel in der Umsetzung strategischer Investitionen. Im Bereich des internen Finanzwesens wurden die Steuerungsinstrumente weiterentwickelt. Das Produktkostencontrolling sowie die Kostenrechnungssysteme insgesamt wurden deutlich ausgebaut. Zudem wurde das Reporting zunehmend automatisiert - interaktive Dashboards ermöglichen eine zeitnahe und kennzahlenbasierte Steuerung in relevanten Bereichen wie Auftragsabwicklung, Lagerwirtschaft und Projektprofitabilität.
Im gesamten Jahr 2025 konnte das Unternehmen stabile Cash-flows und damit ausreichend Liquidität ausweisen. Zur Optimierung von Bilanzstruktur und des Cashflows aus dem operativen Geschäft wurde im Jahr 2025 das Projekt zur Reduktion des Working Capitals erfolgreich weitergeführt. Durch diese Maßnahmen konnte das Umlaufvermögen trotz negativer externer Einflüsse optimiert werden und wesentliche Lagerkennzahlen verbessert werden.
Analyse der finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren
Umsatz. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse in Höhe von 130,5 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anstieg von 2,1 % gegenüber dem Vorjahr (2024: 127,8 Mio. EUR). Die Betriebsleistung belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 136,7 Mio. EUR. Diese ergibt sich unter anderem aus einer positiven Bestandsveränderung in Höhe von 6,2 Mio. EUR. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei 2,1 Mio. EUR und damit unter dem Vorjahreswert von 4,5 Mio. EUR.
Ertragssituation. Der Materialaufwand im Jahr 2025 beträgt 74,3 Mio. EUR (2024: 63,9 Mio. EUR), bzw, beläuft sich der Materialeinsatz auf 56,95% der Gesamtleistung (2024: 53,8%). Die prozentuale Verschlechterung der Materialquote ist auf teils gestiegene Beschaffungspreise sowie eine veränderte Umsatzstruktur zurückzuführen. Die Personalkosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2025 auf 31 Mio. EUR, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (2024: 29,5 Mio. EUR) entspricht. Dier Erhöhung ist auf die kollektivvertragliche Anpassung der Löhne und Gehälter zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 20,1 Mio. EUR leicht über dem Vorjahreswert (2024: 20,0 Mio. EUR).
Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein positives Betriebsergebnis (EBIT) von 2,2 Mio. EUR erzielt (2024: -1,2 Mio. EUR). Dies entspricht einer Marge von 1,7 % bezogen auf die Gesamtleistung (2024: -1 %). Somit konnte die im Vorjahr angekündigte positive Perspektive bestätigt werden, welche trotz des anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds durch konsequente operative Maßnahmen erreicht wurde.
Rentabilität und Bilanzkennzahlen. Die Bilanzsumme hat sich im Geschäftsjahr 2025 auf 131,2 Mio. EUR verringert (2024: 132,6 Mio. EUR). Trotz des gestiegenen Umsatzvolumens konnte die Bilanzsumme reduziert werden, was einer spürbaren Verbesserung der Bilanzstruktur in Relation zur Geschäftsentwicklung entspricht. Dies ist insbesondere auf das erfolgreich umgesetzte Projekt zur Optimierung des Working Capitals zurückzuführen.
Das Eigenkapital im Abschluss 2025 beträgt 56,4 Mio. EUR woraus sich eine Eigenkapitalquote von 42,9% (2024: 42,0%) ergibt. Diese Steigerung unterstreicht die nachhaltige Stärkung der finanziellen Substanz des Unternehmens. Die aus der Bilanz resultierende Gesamtkapitalrentabilität beträgt 1,7% (2024: -0,9%).
Trotz der nicht vollständig erreichten Ergebnisziele zeigt der Jahresabschluss 2025 insgesamt ein ausgewogenes und finanziell stabiles Bilanzbild. Vor dem Hintergrund der anhaltenden gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten, dem hinzunehmenden Umsatzrückgang, gestiegener Finanzierungskosten sowie einer verhaltenen Marktnachfrage sind die erreichten Kennzahlen als solide Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu bewerten. Gleichzeitig machen die Gegebenheiten deutlich, dass mittelfristig weitere Maßnahmen entlang aller Kostenkategorien erforderlich sind, um die Ertragssituation nachhaltig zu verbessern. Entsprechende Maßnahmen sind seitens des Managements definiert und werden mit Blick auf das Geschäftsjahr 2026 konsequent umgesetzt.
Liquidität. Der Cashflow im Geschäftsjahr 2025 war aufgrund des anhaltend positiven Geschäftsverlaufs bzw. Auftragseinganges stets auf zufriedenstellendem Niveau. Insgesamt hat sich der Bestand an liquiden Mitteln um 2,9 Mio. EUR erhöht, wobei aktuell liquide Mittel von 7,6 Mio. EUR ausgewiesen werden (2024: 4,7 Mio. EUR).
Mitarbeiter. Der durchschnittliche Mitarbeiterstand belief sich im Berichtsjahr auf 392 Mitarbeiter (Vorjahr: 396). Die leichte Veränderung resultiert aus einer selektiven Ressourcensteuerung, bei der prozesstechnische Optimierungen in einzelnen Bereichen einem gezielten Ausbau von Kapazitäten in wachstumsrelevanten Funktionen gegenüberstanden.
Gut ausgebildete und zufriedenen Mitarbeiter bilden das Rückgrat für die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Lindner Recyclingtech GmbH. Daher fördert die LRT kontinuierlich Weiterbildung sowie Entwicklung von Mitarbeiter durch entsprechende interne und externe Schulungen bzw. auch durch länger angelegte berufsbegleitende Ausbildungen. Darüber hinaus wird intensiv in die Ausbildung von Lehrlingen investiert. Neben dem Bildungsangebot wird, wie schon in der Vergangenheit massiv in Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitssicherheit und einen optimalen Gesundheitsschutz investiert. Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein gezieltes Führungskräfteentwicklungsprogramm implementiert, das auf die nachhaltige Stärkung des mittleren Managements ausgerichtet ist und einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Entwicklung der Führungskultur im Unternehmen leistet.
Umweltbelange. Als Unternehmen der Umweltbranche sieht sich Lindner Recyclingtech dem Umweltschutz besonders verpflichtet. Dementsprechend wurden auch im Geschäftsjahr 2025 fortgesetzte Initiativen zur Reduktion des Abfallaufkommens bzw. zur Verwertung von Abfällen umgesetzt bzw. die Trennung der anfallenden Abfälle weiter erhöht. So werden z.B. anfallende Stahlabfälle wieder stofflich verwertet (Stahlwerk) bzw. werden Holzabfälle mit einem eigenen Shredder zu hochwertiger Biomasse (Hackgut) vor Ort aufbereitet.
Der neue Standort setzt nicht zuletzt ebenfalls Standards in puncto Nachhaltigkeit, was durch Maßnahmen wie Klimatisierung über erneuerbare Energien (Nutzung des Grundwassers durch Wärmepumpen) eine weitestgehend autarke Energieversorgung mit Strom über eine PV-Anlage bzw, insgesamt eine nachhaltige Bauweise (Nutzung von Holz als lokaler Baustoff für Tragwerk) erreicht wird.
Bedeutende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es sind keine bedeutenden Ereignisse bekannt, die eine Neubeurteilung oder eine gesonderte Berichtspflicht erfordern. Kurzfristig ist 2026 weiterhin von einer verhaltenen Marktnachfrage auszugehen. Für das Geschäftsjahr 2026 wird eine nur leicht steigende Nachfrage im Vergleich zu 2025 erwartet. Auch wenn derzeit noch keine klaren Signale für eine umfassende Erholung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorliegen, mehren sich die Anzeichen für eine allmähliche Stabilisierung und eine vorsichtige Verbesserung der Marktentwicklung. Kostenseitig ist davon auszugehen, dass sich der Beschaffungsmarkt für das Unternehmen eher positiv entwickeln wird und zumindest bei Einkaufspreisen kein weiterer Preisauftrieb mehr hinzunehmen ist.
Erwartete Entwicklung des Unternehmens
Mit Ende des Geschäftsjahres 2025 war ein leicht höherer Auftragsbestand als im Vorjahr zu verzeichnen. Für das Geschäftsjahr 2025 ist nicht von einer grundlegenden Trendumkehr auszugehen. Für 2026 wird hingegen eine stabile Umsatzentwicklung auf dem Niveau des Vorjahres mit leicht positiven Tendenzen erwartet.
Für unvorhersehbare Entwicklungen in der globalen Wirtschaft bzw. daraus folgenden Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der LRT wurde durch entsprechende Liquiditätsreserven sowie eine konservative Planung samt Alternativszenarien Vorkehrungen getroffen. Zusätzlich werden weiterhin intensive Anstrengungen zur Optimierung der Supply-Chain bzw. zur Erhöhung der Resilienz gegenüber Lieferschwierigkeiten bei einzelnen Lieferanten unternommen.
Maßnahmen zur Anpassung der strukturellen Kosten an die reduzierte Nachfrage sind ausgearbeitet und werden im Planjahr 2026 je nach Bedarf umgesetzt werden. Flankierend wurde die Transparenz über alle Umsatz und Kostenkategorien nochmals gesteigert, um auf granularer Ebene eine bestmögliche Optimierung und ein gezieltes Management der finanziellen Ergebnisse zu ermöglichen.
Risikoberichterstattung
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten, denen das Unternehmen ausgesetzt ist
Cybersecurity. Auch LRT als Unternehmen ist den Risiken im Bereich der Cyber-Kriminalität in allen denkbaren Formen ausgesetzt. Dieses Risiko wird durch kontinuierliche und vor allem substanzielle Investitionen in geeignete IT-Infrastruktur, Software, spezialisierte Security-Dienstleistungen sowie egelmäßige Sensibilisierung der Mitarbeiter adressiert und so gut wie möglich reduziert. Dazu gehören regelmäßige Penetration Tests, fortlaufende Optimierung der hard- und softwareseitigen Systeme sowie die Inanspruchnahme von externen Audits zur Verifizierung der Sicherheitslevels. Des Weiteren wurde ein CISO (Chief Information Security Officer) installiert bzw. ein integriertes Konzept im Bereich der Cybersecurity umgesetzt. Die Umsetzung entsprechender Maßnahmen wird durch das Management laufend verfolgt und überwacht.
Beschaffungsrisiko. Die anhaltenden Probleme in den globalen Lieferketten stellen ein Risiko für die Lieferfähigkeit bzw. die Umsatzrealisierung dar. Dieses Risiko wird zwar durch den Ausbau einer Mehrlieferantenstrategie sowie eine Aufstockung der Personalressourcen im Beschaffungswesen begegnet, allerdings haben sich die daraus resultierenden Risiken aus exogenen Gründen zuletzt nicht verbessert. In der laufenden Uberwachung der Geschäfte wird dem Bereich der Supply-Chain ein besonderer Schwerpunkt gewidmet.
Personalrisiken. Es besteht das Risiko, qualifizierte Fach- und Führungskräfte nicht in ausreichender Zahl für die weitere Wachstumsaussichten zu gewinnen. Die bekannten Veränderungen in der Demographie sowie ein verändertes Anspruchsdenken jüngerer Generationen erschweren nachhaltig die Personalgewinnung, Diesem Risiko wird durch eine laufende Attraktivierung als Arbeitgeber entgegengewirkt – Maßnahmen wie z.B. Betriebsrestaurant samt finanzieller Unterstützung, Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle, ein attraktives Lehrlingsprogramm, Home-Office Möglichkeit, sowie umfassende Employer-Branding Aktivitäten sind dabei nur als ausgewählte Beispiele anzuführen.
Vor allem im Facharbeiter-Bereich gelingt es vergleichsweise gut, das Personalrisiko durch eine intensive und attraktive Lehrlingsausbildung zu reduzieren. Die Gesellschaft wird auch weiterhin massiv in den Nachwuchs und die Mitarbeiter von morgen investieren – so wurden im Jahr 2025 weitere Lehrlinge quer durch verschiedenste Berufsbilder eingestellt.
Dolose Handlungen: Trotz eingerichteter Kontrollsysteme und den Vorkehrungen die getroffen werden, können dolose Handlungen, die dem Unternehmen schaden können, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Auch die eingerichteten Systeme können keine absolute Sicherheit gewährleisten. Nichts desto trotz wird der
Weiterentwicklung von Überwachungssystemen fortlaufend Beachtung geschenkt und auch entsprechende personelle wie finanzielle Ressourcen investiert.
Zahlungsausfallsrisiko. Ein Zahlungsausfallsrisiko besteht insofern, dass aufgrund von Forderungs-ausfällen bzw. mangelnder Bonität von Kunden Abschreibungen auf den Forderungsbestand notwendig werden. Dem wird sowohl durch entsprechend hohe Anzahlungen bzw. Teilzahlungen vor Lieferung (im Regelfall bis zu 80% des Auftragswertes) sowie im Bedarfsfall durch Absicherungsinstrumente wie bspw. Exportgarantien entgegen gewirkt. Die Bonität von neuen Kunden wird vor Geschäftsabschlüssen entsprechend geprüft, auch für Bestandskunden erfolgt eine regelmäßige Bewertung der Bonität. Zusätzlich besteht ein aktives und gut funktionierendes Forderungsmanagement, so dass insgesamt aus dem laufenden Geschäft keine nennenswerten Forderungsausfälle zu verzeichnen sind.
Um Zahlungsausfälle aufgrund technischer Risiken bzw. fehlender Erfüllung von Kundenanforderungen zu vermeiden, werden Anfragen bzw. Angebote auch diesbezüglich geprüft. Fallweise werden Anfragen aufgrund einer sub-optimalen Risiko-Ertrags-Relation auch abgelehnt. Ein entsprechendes Vier-Augen-Prinzip zur Überwachung dieses Risikos ist eingerichtet und umgesetzt.
Risiko im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten
Risiko aus Forderungen. Gegenüber dem Schwesterunternehmen in den USA bzw. vereinzelten Kunden bestehen Forderungen in USD – insofern ist die Gesellschaft eventuellen Schwankungen im Wechselkurs zwischen EURO und US-Dollar und damit einem ertragsseitigen Risiko bzw. möglichen Fremdwährungsverlusten ausgesetzt. Diesem Risiko wird durch ein proaktives Management der FX-Position begegnet, um die Volatilität der Wechselkurse zum Wohle der Gesellschaft zu nutzen und attraktive Kurschancen auszunutzen. Dabei wird auf den Einsatz von derivativen Instrumenten ausnahmslos verzichtet. Darüber hinaus erfolgten eine laufende Evaluierung der FX-Entwicklung sowie eventuell notwendigen Anpassungen von Umrechnungskursen für Geschäfte mit Kunden.
Risiko aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 41,0 Mio. EUR (Vorjahr 42,2. EUR) bestehen zur Gänze in Euro, sodass wir Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf die Ertragslage ausschließen können. Die Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist durch die eine planmäßige Tilgung zu erklären.
Risiko aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 9,5 Mio. EUR (Vorjahr: 8,9 Mio. EUR) bestehen zur Gänze in Euro, sodass wir Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf die Ertragslage ausschließen können. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinst, so dass Zinsschwankungen keine Auswirkungen auf die Ertragslage haben.
Risiko aus Sonstigen Verbindlichkeiten. Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 11,0 Mio. EUR (Vorjahr: 12,0 Mio. EUR) bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten von abgeschlossenen Mietkaufverträgen für Maschinen und Anlagen, aus Verbindlichkeiten gegenüber inländischen Abgabenbehörden sowie und aus Verbindlichkeiten im Rahmen der laufenden Lohn- und Gehaltsverrechnung. Sie bestehen zur Gänze in Euro und sind unverzinst.
Konzentrationsrisiko (Kunden). Unter dem Konzentrationsrisiko wird die Gefahr von Verlusten oder einer Beeinträchtigung der Liquiditätslage durch große Einzelrisikopositionen oder erhöhte Korrelationen von Risikopositionen verstanden. Eine Konzentration von Kunden gemessen am gesamten Umsatz ist nicht gegeben, vielmehr ist das Geschäft der Gesellschaft vergleichsweise stark diversifiziert. Allerdings ist anzuführen, dass durch den verstärkten Fokus auf System-Projekte tendenziell der durchschnittliche Umsatz je Auftrag steigt.
Rechnungslegungsrisiko
Um dem Rechnungslegungsrisiko vorzubeugen, sind im Rahmen des Internen Kontroll-Systems entsprechende Maßnahmen und Prozesse installiert.
Chancen für das Unternehmen
Die Chancen für das Unternehmen bestehen insbesondere in der weiteren Internationalisierung Geschäftsbasis sowie in der fortgesetzten Realisierung von Produktivitätspotenzialen aufgrund der Investition in die neue Fabrik bzw. neue Maschinen und Anlagen (samt Roboter). Insbesondere die laufende Automatisierung der eigenen Fertigungsbereiche (Schweißen, Drehen, Fräsen) bietet langfristig eine substanzielle Chance, sich im globalen Wettbewerb gegenüber Marktteilnehmern zu differenzieren. Darüber hinaus ist die kontinuierliche Innovation unserer Produkte sowie der Fokus auf Qualität ein wesentlicher Baustein, um auch zukünftig den Unternehmenserfolg zu garantieren.
der
Internes Kontrollsystem & Governance / Aufsichtsrat
Zur Überwachung wesentlicher Risiken sowie für die Einhaltung geordneter Abläufe ist ein Internes Kontrollsystem eingerichtet. Dieses System entspricht in seinen Grundzügen dem COSO Framework 2017 und wurde für die Zwecke der LRT adaptiert bzw. auf die konkreten Gegebenheiten und die Spezifika im Geschäft der LRT angepasst. Auch im Geschäftsjahr 2025 wurde dieses System weiterentwickelt und an veränderte Unternehmensprozesse angepasst.
Innerhalb des IKS bzw. des gesamthaften Risikomanagements erfolgt eine laufende Identifikation von wesentlichen Risiken bzw. werden entsprechende Maßnahmen für die Risikosteuerung bzw. -minimierung von der Geschäftsführung veranlasst und deren Umsetzung überwacht.
Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2025 vier Sitzungen abgehalten, um die Aktivitäten der Geschäftsführung bei der Leitung des Unternehmens zu Überwachen. Aus Sicht der Geschäftsführung ergibt sich neben der Überwachungsfunktion ein wesentlicher Mehrwert des Aufsichtsrates durch den Dialog über strategische Fragen der Unternehmensführung.
Forschung und Entwicklung
Die Lindner Recyclingtech GmbH verfolgt den Anspruch, sich innerhalb der Branche für Zerkleinerungsmaschinen in der Abfallaufbereitung durch kontinuierliche Innovation vom Wettbewerb abzuheben. Durch laufende Investitionen in die Forschung und Entwicklung sowie die beständige Weiterentwicklung und Ergänzung des Produktportfolios nimmt LRT in der Branche eine dominante Rolle ein. Zusätzlich liegt ein wesentlicher Fokus auf qualitativ hochwertigen Produkten. Aktuelle Entwicklungsprojekte befinden sich allesamt auf einem guten Kurs, sowohl was die zeitliche Umsetzung als auch die erwartete Marktakzeptanz und Leistungsfähigkeit anbelangt.
Um diese starke Position im Wettbewerb abzusichern, wird auch weiterhin in die Forschung und Entwicklung investiert, ein Ausbau der Entwicklungsmannschaft insbesondere im Bereich Software und Elektrotechnik ist in Umsetzung.
Ein stärkerer Fokus wird zunehmend auch auf Services rund um die Erzeugnisse bzw, digitale Lösungen gelegt, um eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Nähere Informationen können aus Wettbewerbsgründen nicht veröffentlicht werden.
Spittal an der Drau, am 08.06.2026
Mag. Matthias Egarter Geschäftsführer