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Lagebericht 2025

MAHLE Vöcklabruck GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 11. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2025

Die MAHLE Vöcklabruck GmbH mit Sitz in 4840 Vöcklabruck erzeugt Zylinderlaufbuchsen für Nutzfahrzeuge, PKW und Großmotoren, sowie Kolbenringträger und Koksabstreifringe. Kunden des Unternehmens sind Motorenhersteller, welche die Produkte sowohl in der Erstausstattung OE als auch im Reparaturbereich OES und im Aftermarkt einsetzen. Neue Aktivitäten wurden im Bereich E-Mobilität und in anderen als in den oben genannten Bereichen aufgenommen.

1.1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

Der Umsatz im Berichtsjahr beträgt EUR 33,8 Mio. (Vorjahr: EUR 31,2 Mio.). Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 8,3% bzw. +2,6 Mio. EUR.

Nach Ländern betrachtet wurden im Geschäftsjahr 2025 ca. 12,3% der Umsätze im Inland, 77,8% in EU-Ländern, 5,0% im übrigen Europa und 4,9% im übrigen Ausland erzielt. Die Exportquote betrug 87,7%.

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2011 ist die MAHLE Vöcklabruck GmbH Mitglied der Steuergruppe der MAHLE Holding Austria GmbH (Gruppenträger) gemäß § 9 KStG.

1.2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Umsatz- und Ertragslage

Die Rohstoffpreise sind im Vergleich zum Vorjahr um ca. 5% gesunken. Mit den Hauptkunden bestehen Vereinbarungen für die Verrechnung von Materialteuerungszuschlägen MTZ, um Preissteigerungen abzudecken. Preisreduktionen werden ebenfalls an die Kunden weitergegeben. Grundsätzlich wird dadurch das Materialpreisrisiko deutlich reduziert. Die im Geschäftsjahr 2025 weiter stark erhöhten Energiepreise konnten nur geringfügig abgefedert werden, da die MAHLE Vöcklabruck GmbH den Jahresverbrauch entsprechend

Eindeckstrategie des Konzerns bereits in Vorjahren zu höheren Preisen eingedeckt hatte. Nur ein kleiner Teil der erhöhten Energiekosten konnte als sogenannter Energieteuerungszuschlag ETZ an Kunden weiterverrechnet werden.

Hinsichtlich der Umsatzentwicklung nach Produktgruppen ist festzuhalten, dass sich im Geschäftsbereich Zylinderlaufbuchsen und Koksabstreifringen der Umsatz gegenüber dem Jahr 2024 erhöht hat, was im Wesentlichen auf die Kunden Liebherr, Innio und Liebherr Components Colmar zurückzuführen ist. Im Bereich Rauguss und Ringträger war der Umsatz hingegen rückläufig, da die Geschäfte mit Rotax und Kolbenschmidt geringer waren als im Vorjahr.

Das EBIT im Berichtsjahr 2025 liegt mit EUR -0,68 Mio. (Vorjahr: EUR -2,3 Mio.) deutlich über dem EBIT des Vorjahres, ist aber noch negativ. Die EBIT-Marge für das Abschlussjahr beträgt -2,0% (Vorjahr: -7,2 %).

Der durchschnittliche Stammpersonalstand von 120 Arbeitnehmern (Vorjahr: 135) ist im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 10,4 % gesunken. Der gesamte durchschnittliche Personalstand inklusive Leiharbeitskräfte ist im Vergleich zum Vorjahr um 16,9 % von 148 auf 123 MA gesunken. Zum Bilanzstichtag beschäftigte das Unternehmen 120 Mitarbeiter (Vorjahr: 133). Davon entfallen 115 Personen (Vorjahr: 129) auf Stammpersonal und 5 (Vorjahr: 4) auf Leihpersonal.

Finanzlage:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)2025 TEUR2024 TEUR
Netto-Geldfluss aus lfd. betrieblicher Tätigkeit-164-1.385
Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit-3052.761
Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit527-1.344
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode5220
Finanzmittelbestand per 31.12.11052

Der Finanzmittelbestand betrug im Jahr 2025 110 TEUR gegenüber 52 TEUR im Geschäftsjahr 2024.

Vermögenslage:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Bilanz (Kurzfassung)2025 TEURAnteil2024 TEURAnteil
Aktiva12.271100,00%12.654100,00%
Langfristiges Vermögen5.76947,01%6.25649,44%
Kurzfristiges Vermögen6.25450,97%6.10948,28%
Aktive latente Steuer2482,02%2892,28%
Passiva12.271100,00%12.654100,00%
Eigenkapital (inkl.
Investitionszuschüsse)3.00824,51%2.51419,87%
Fremdkapital langfristig2.07916,95%2.52019,91%
Fremdkapital kurzfristig7.18458,54%7.62060,22%

Die Eigenkapitalquote betrug im Geschäftsjahr 2025 24,3% und hat sich gegenüber der Berichtsperiode 2024 verbessert. Hauptgrund dafür ist die Erhöhung der Kapitalrücklage durch den Gesellschafter im Jahr 2025.

Fiktive Schuldentilgungsdauer

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
20252024
Mittelüberschuss aus gewöhnl. Geschäftstätigkeit TEUR-514-1.856
Effektivverschuldung TEUR9.15310.079
Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren-17,8-5,4

Die fiktive Schuldentilgungsdauer ist im abgelaufenen Geschäftsjahr, wie schon im Jahr 2024, negativ. Grund dafür ist der negative Mittelüberschuss aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit.

Verzinsung des eingesetzten Kapitals

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Eigen- und Gesamtkapitalrentabilität20252024
Eigenkapitalrentabilität1-27,5 %-37,8 %
Gesamtkapitalrentabilität2-4,9 %-12,7 %

Die Verzinsung des Kapitals hat sich im Geschäftsjahr 2025 gegenüber 2024 leicht verbessert. Grund dafür ist, dass das Ergebnis vor Steuern im Abschlussjahr besser ist als im Jahr 2024.

Investitionen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Investitionen20252024
TEURTEUR
Investitionen Anlagevermögen445729

Im Geschäftsjahr 2025 wurden Investitionen in Sachanlagen in der Höhe von 445 TEUR vorgenommen. Finanzanlageinvestitionen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine getätigt.

Die Sachanlageinvestitionen dienten im Wesentlichen Neuanläufen, der Rationalisierung sowie der qualitativen Verbesserung der Produkte.

Insgesamt kann die Lage des Unternehmens als herausfordernd bewertet werden. Zwar konnte im aktuellen Geschäftsjahr das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden, jedoch ist es noch negativ.

¹ 1 Die Berechnung der EK-Rentabilität erfolgte nach der Formel: (Ergebnis vor Steuern / durchschnittliches Eigenkapital).

² 2 Die Berechnung der GK-Rentabilität erfolgte nach der Formel: ((Ergebnis vor Steuern + Zinsen) /

durchschnittliches Gesamtkapital)

1.3. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Qualitäts- und Umweltmanagement

Die Gesellschaft hat ein Qualitätsmanagementsystem implementiert und ist nach den Regelwerken ISO 9001:2015 und IATF 16949:2016 zertifiziert. Qualitätskennzahlen sind Bestandteil des monatlichen Berichtswesens, wie z.B. das Verhältnis ausgelieferter Produkte zu den bei den Kunden reklamierten Produkten, Anlieferqualität in ppm und die Qualitätskosten in % vom Umsatz und in Summe im Programm GREAT zusammengefasst.

Die Gesellschaft verfügt über ein Umweltmanagementsystem und ist nach ISO 14001 und EMAS zertifiziert. Die Konzernleitlinien für Umwelt und Arbeitssicherheit beinhalten die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes, um den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energien sicherzustellen.

Arbeitssicherheit

Für Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz wurde ein umfassendes Programm mit Betriebsanweisungen, Gesundheitsschutzdokumenten usw. implementiert. Die abgestimmten und konzerneinheitlichen Sicherheitsrundgänge (SOTs) verbunden mit übergeordnetem Safety Committee (SRRC) waren unauffällig und unkritisch.

Die Gesellschaft führte 2025 erneut eine Überprüfung nach ISO 45001:2023 erfolgreich durch.

Personalentwicklung

Die Aus- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen erfolgt dem Bedarf entsprechend. Die Personalabteilung und das Management der Gesellschaft ermitteln den Bedarf und stellen die erforderlichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen priorisiert bereit.

Informationssicherheit, TISAX und CyberSecurity

Die verstärkt notwendigen Aktivitäten zu CyberSecurity sind konzernweit gelenkt und wurden entsprechend erfolgreich verstärkt. Das Thema Security wurde schwerpunktmäßig im Geschäftsjahr um OT-Security ergänzt - wiederum konzernweit gelenkt.

Am Standort ist eine Systematik zur Informationssicherheit installiert und mit einer Beauftragtenfunktion versehen. Eine TISAX Auditierung wurde Anfang 2023 erfolgreich durchgeführt.

1.4. Zweigniederlassungen

Zum Abschlussstichtag verfügt die MAHLE Vöcklabruck GmbH über keine Zweigniederlassungen.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des

Unternehmens

Das Risikomanagement, nachstehend beschrieben in Pkt. 2.1 bis Pkt. 2.7 obliegt dem Management der Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Konzernzentrale. Das Management untersucht und bewertet die Chancen und Risiken in regelmäßigen Abständen und trägt die Verantwortung für eine frühzeitige Risikoerkennung und das Aufzeigen des notwendigen Handlungsbedarfs.

Darüber hinaus sind interne Kontrollsysteme ICS des Konzerns in Anwendung, die regelmäßig die Geschäftsabläufe überwachen.

Die Forderungsausfalls-, Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken werden durch ein detailliertes Berichtswesen im Rahmen des Konzerns evaluiert und monatlich verfolgt.

2.1. Beschaffungsmarktrisiko

Als produzierendes Unternehmen beschafft die Gesellschaft signifikante Mengen an Rohstoffen und Energie. Den daraus resultierenden möglichen Preis- und Verfügbarkeitsrisiken wird entsprechend gegengesteuert. Den daraus resultierenden möglichen Preis- und Verfügbarkeitsrisiken wird entsprechend unter Lenkung der Konzernzentrale gegengesteuert.

Dem Schwanken der Marktpreise für ausgesuchte Rohstoffe, aufgrund von Angebot und Nachfrage, wird mittels Rahmenverträgen gegengesteuert, welche zum Großteil über die Konzernzentrale und zum Teil von der Gesellschaft direkt abgeschlossen werden. Zur frühzeitigen Erkennung von Risiken seitens der Lieferanten wurde ein Lieferantenmanagementsystem nach Vorbild und in Mitwirkung der Zentrale implementiert. Damit wird die Qualitätsfähigkeit der Zulieferer beurteilt und in Zusammenarbeit mit den Lieferanten werden Abläufe und Prozesse sowie die Termintreue, wenn nötig, kontinuierlich verbessert.

2.2. Absatzmarktrisiko

Kunden des Unternehmens sind hauptsächlich Automobilhersteller bzw. Zulieferer mit guter Bonität. Generell wird das Forderungsausfallsrisiko auf Grund der bestehenden Kundenstruktur als überschaubar eingestuft.

2.3. Rechtliche Risiken

Im Bereich der steuerrechtlichen Risiken werden vom Unternehmen Steuerberater zur Beratung herangezogen.

Wettbewerbs-, kartell- und patentrechtliche Risiken, sowie Risiken im Exportkontroll- und Umweltbereich werden gemeinsam durch die dafür verantwortlichen Abteilungen des Konzerns bearbeitet bzw. überwacht. In Sonderthemen – wie aktuell Embargos gegen Russland – lenkt die Konzernzentrale notwendige Schritte und Maßnahmen zur Sicherstellung.

2.4. Personelle Risiken

Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind weiterhin von großer Bedeutung. Dem Risiko, durch Fluktuation wertvolles Know-how zu verlieren, begegnet das Unternehmen mit leistungsorientierten Vergütungssystemen, Aus- und Weiterbildungsprogrammen und internationalen Entwicklungsperspektiven.

2.5. Weitere operative Risiken

Der Produktsicherheit, Arbeitssicherheit und dem Umweltschutz werden durch detaillierte Absicherungssysteme und Maßnahmen Rechnung getragen. Die Gesellschaft ist mit den für die globale Automobilindustrie und/oder behördlich üblichen und notwendigen Qualitäts-, Arbeitssicherheits- und Umweltstandards zertifiziert.

Dem Risiko der Betriebsunterbrechung wird durch die unternehmensinterne Initiative zur Wartung und präventiven Wartung der Produktionsanlagen entgegengewirkt. Darüber hinaus bestehen umfangreiche Versicherungsverträge für Feuer-, Haftpflicht- und Rückrufkostenrisiken im Konzern.

2.6. Finanzinstrumente

Um das permanente Risiko der Preissteigerungen im Bereich der Rohmaterialien kalkulierbar zu machen, gibt es mit den Hauptkunden Vereinbarungen über die Verrechnung von Materialteuerungszuschlägen. Für den Bereich Energiebezug und dessen neu entstandenen Risiken wurde zusätzlich das Instrument eines Energieteuerungszuschlages ETZ, wo möglich, erfolgreich eingeführt.

Um das Risiko von Materialpreisveränderungen zu minimieren, besteht die Möglichkeit für Nickel, Kupfer und Zinn ein zentrales Hedging durchzuführen. Dies muss lt. Konzernrichtlinie für jene Umsätze in Anspruch genommen werden, für die keine Materialpreisklausel vereinbart werden konnte. Im Berichtsjahr waren keine Hedging-Vereinbarungen erforderlich.

2.7. Risiken aus dem Ukraine-Krieg und der generell global labilen Lage

Wie alle Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens ist auch die MAHLE Vöcklabruck GmbH von der Auswirkung des Krieges in der Ukraine und dem Iran betroffen. Ein Risiko, dass es durch diese Thematik zu einer wesentlichen Umsatz- und Ergebnisreduzierung gegenüber den Vorjahren kommen wird, ist aus aktueller Sicht nicht zu sehen. Die Situation wird allerdings laufend beobachtet und umgehend reagiert, falls Auswirkungen drohen.

Die aus diesen Ereignissen resultierenden negativen Effekte auf die globale Wirtschaftsdynamik und insbesondere auf die Automobilmärkte haben im Jahr 2025 weiterhin die Produktion und Lieferketten beeinträchtigt. Zusätzlich, trotz ‚entspannter‘ Energiemärkte auf immer noch höherem Niveau, werden notwendige hochpreisige Eindeckungen über die Konzernstrategie seit Beginn der Energiekrise im Geschäftsjahr 2025 ergebnisrelevant schlagend. Nur ein Teil konnte durch ETZ-Regelungen an die Kunden weitergegeben werden.

3. Prognose der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens

Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Jahren ist als herausfordernd einzuschätzen. Im kommenden Geschäftsjahr wird gemäß Budgetplanung, welche im Jahr 2025 für das Jahr 2026 durchgeführt wurde, ein Umsatz erwartet, welcher geringer sein wird als im Vorjahr. Insgesamt ist im Jahr 2026 ein operatives Ergebnis zu erwarten, welches unter jenem des Jahres 2025 liegen wird. Für das Jahr 2027 ist wieder mit einem positiven Ergebnis zu rechnen.

Die Investitionstätigkeit wird im Jahr 2026 höher als 2025 ausfallen. Das Investitionsbudget beträgt EUR 0,8 Mio. Geplante Vorhaben für 2026 sind vorwiegend die Fortführung von Automatisierungsprojekten und diverse Kleininvestitionen.

4. Forschung und Entwicklung

Die Forschungsaktivitäten der Gesellschaft konzentrieren sich auf innovative Projekte zur Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Prozessen und Verfahren, um den Technologievorsprung und die nachhaltige Wertsteigerung des Unternehmens zu gewährleisten, sowie den Trends aus Gesetzgebung, Markt und Kundenbedürfnissen zu folgen. Verstärkt beschäftigt sich das Unternehmen auch mit Kompensation eventuell sinkender Anteile von Verbrennungskomponenten durch Produkte für E-Mobilität oder Produkte, denen dieselben Verarbeitungsprozesse zu Grunde liegen. Kundenerprobungen dazu sind mittlerweile positiv zurückgemeldet — andere neue in Ausarbeitung.

MAHLE Vöcklabruck GmbH Linzer Straße 48 A-4840 Vöcklabruck

Vöcklabruck, am 29. April 2026

Mag. Klaus Skhöffmann

Joachim Fischer

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