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Lagebericht 2025

KSG Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 16. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Geschäftsverlauf des Unternehmens

Durch die bedarfsgerechte Steuerung der Produktionskapazitäten konnte eine hohe Auslastung im Einklang mit dem Auftragsvolumen erreicht werden. Damit setzte sich die bereits gegen Ende des Vorjahres erkennbare leichte Erholung des europäischen Leiterplattenmarktes fort.

Der Geschäftsverlauf war von einem spürbar verbesserten Auftragseingang geprägt. Wesentliche Treiber waren der Abbau von Lagerbeständen bei Bestandskunden sowie eine steigende Anzahl an Neuproduktentwicklungen, die insgesamt zu einer erhöhten Nachfrage führten. Besonders ausgeprägt zeigte sich diese Entwicklung in technologisch anspruchsvollen Produktsegmenten wie SBU sowie bei Starrflex- und Semiflex- Anwendungen.

Trotz des weiterhin herausfordernden Marktumfelds konnte die KSG Austria GmbH durch konsequente Maßnahmen zur Kostenkontrolle sowie durch die kontinuierliche Optimierung interner Prozesse die operative Stabilität sichern und weiter verbessern.

Parallel dazu wurden bestehende Kundenbeziehungen gezielt ausgebaut und neue Marktpotenziale in ausgewählten Zielregionen identifiziert, um die Auftragsbasis mittel- bis langfristig breiter zu diversifizieren und nachhaltiger zu gestalten.

Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf Punkt „7. Ausblick“.

2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Bilanzsumme beträgt im Geschäftsjahr 2025 T€ 13.961. Das Anlagevermögen beläuft sich auf T€ 7.059. Das Umlaufvermögen beträgt T€ 6.485 gegenüber T€ 7.404 im Vorjahr. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen belaufen sich zum Jahresende auf T€ 1.976, einschließlich geleisteter Anzahlungen.

Die Eigenkapitalquote (inklusive Sonderposten) verringerte sich im Geschäftsjahr 2025 von 51,4 % auf 46,1 %. Wesentliche Ursache hierfür war die im Berichtszeitraum zu beobachtende Abschwächung der Branchenkonjunktur, die sich dämpfend auf die Ergebnisentwicklung und damit auf die Eigenkapitalbasis auswirkte.

Trotz dieses Rückgangs verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine solide Kapitalausstattung. Die Vermögenslage wird insgesamt als stabil beurteilt, wenngleich die Entwicklung der Eigenkapitalquote weiterhin beobachtet wird.

Liquiditätslage

Im Geschäftsjahr 2025 beträgt der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit T€ -277 (Vorjahr: T€ +94). Der negative operative Cashflow ist im Wesentlichen auf verhältnismäßig gestiegene Material- und Personalkosten zurückzuführen. Der Rückgang des Working Capital führte zwar zu einer Liquiditätsfreisetzung, konnte die Mittelabflüsse jedoch nur teilweise im Berichtszeitraum ausgleichen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf T€ -70 (Vorjahr: T€ -393). Der geringere Mittelabfluss gegenüber dem Vorjahr ist auf eine reduzierte Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2025 zurückzuführen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt T€ -389 (Vorjahr: T€ -559) und hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Sämtliche planmäßigen Tilgungen wurden im Geschäftsjahr fristgerecht geleistet. Zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens wurden Gesellschafterdarlehen genutzt.

Das Working Capital beträgt zum Bilanzstichtag T€ 3.370 (Vorjahr: T€ 4.285) und hat sich damit reduziert.

Gesamtbeurteilung der Liquiditätslage

Die Liquiditätslage der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2025 trotz des negativen operativen Cashflows jederzeit gesichert. Die Finanzierung wurde durch bestehende Finanzierungsstrukturen sowie durch das gewährte Gesellschafterdarlehen unterstützt. Insgesamt wird die Liquiditätssituation als angespannt, jedoch beherrschbar eingeschätzt.

Ertragslage

Die Ertragslage der KSG Austria GmbH liegt im Geschäftsjahr 2025 auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr. Das EBIT beträgt T€ -1.543 (Vorjahr: T€ -1.527). Trotz einer leicht reduzierten Betriebsleistung wirkten sich die im Vorjahr gesetzten Personalmaßnahmen positiv auf das Ergebnis aus.

Prognosebericht

Auf Basis der aktuellen Planung wird für den Prognosezeitraum weiterhin eine angespannte Liquiditätssituation erwartet. Ursächlich hierfür ist insbesondere die prognostizierte Ertragsentwicklung in Verbindung mit einem leicht positiven operativen Cashflow.

Die zu Beginn des laufenden Jahres verzeichneten hohen Auftragseingänge entsprechen den Annahmen der Unternehmensplanung und lassen erwarten, dass sich die Geschäftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf stabilisiert und sich die Ertragslage sukzessive verbessert.

Ein möglicher zusätzlicher Liquiditätsbedarf wird durch eine Patronatserklärung der Gesellschafterin, der KSG GmbH, Gornsdorf, abgesichert.

3. Investitionen

Die Investitionssumme 2025 liegt bei T€ 107 (2024: T€ 946). Wesentliche Investition umfasste die Anschaffung eines Industrie-Inkjet Druckers.

Die jährlichen Abschreibungen betragen T€ 1.324 (2024: T€ 1.526).

4. Risikomanagement

Die KSG Austria GmbH verfügt über ein unternehmensweites Risikomanagementsystem zur frühzeitigen Identifikation, Bewertung und Steuerung wesentlicher Risiken und Ungewissheiten. Ziel ist es, potenzielle negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens rechtzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen.

Im Geschäftsjahr 2025 sowie zu Beginn des Geschäftsjahres 2026 haben die gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten weiter zugenommen. Vor diesem Hintergrund ergeben sich für die KSG Austria GmbH folgende wesentliche Risiken:

Geopolitische und makroökonomische Risiken (mittleres Risiko)

Geopolitische Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt, dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie den Spannungen zwischen China und Taiwan, können mittelbare Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben. Obwohl keine direkten Geschäftsbeziehungen in diese Regionen bestehen, sind indirekte Effekte über Lieferketten und Absatzmärkte möglich. Diese können sich insbesondere in Form von Lieferverzögerungen oder Nachfrageschwankungen manifestieren. Eine verlässliche Quantifizierung ist derzeit nicht möglich.

Handelspolitische Risiken (mittleres Risiko)

Handelspolitische Maßnahmen, insbesondere die Erhöhung von Zöllen durch die USA auf Waren aus der Europäischen Union, können die Exporttätigkeit der Kunden der Gesellschaft beeinträchtigen. Daraus kann sich eine mittelbare negative Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung ergeben. Direkte Exportbeziehungen in die USA bestehen nur in geringem Umfang.

Cyber- und IT-Risiken (hohes Risiko)

Die zunehmende Professionalisierung und Internationalisierung von Cyberkriminalität stellt ein wesentliches Risiko für die Informationssicherheit und die Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse dar.

Zur Risikobegrenzung setzt die KSG Austria GmbH ein umfassendes IT-Sicherheitskonzept um, das sowohl präventive als auch reaktive Maßnahmen umfasst. Dazu zählen insbesondere technische Schutzmaßnahmen, Notfall- und Wiederanlaufpläne sowie regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeiter. Ziel ist es, die Eintrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren und die Auswirkungen potenzieller Vorfälle zu begrenzen.

Beschaffungs- und Lieferkettenrisiken (mittleres bis hohes Risiko)

Für das Geschäftsjahr 2026 wird ein erhöhtes Risiko hinsichtlich der Verfügbarkeit einzelner Rohstoffe und Materialien gesehen, insbesondere bei außereuropäischen Bezugsquellen. Zudem gewinnt das Risiko des Ausfalls kritischer Lieferanten aufgrund zunehmender Marktkonzentration und globaler Produktionsverlagerungen an Bedeutung.

Dem wird durch eine Diversifizierung der Lieferantenbasis, den Aufbau alternativer Bezugsquellen (Second-Source-Strategien) sowie durch eine laufende Beobachtung der Beschaffungsmärkte begegnet.

Preis- und Kostenrisiken (mittleres Risiko)

Die Volatilität der Rohstoffpreise, insbesondere für Kupfer, Zinn und Gold, hat im Geschäftsjahr 2025 zugenommen. Auch künftig sind Schwankungen zu erwarten. Diese können sich negativ auf die Margensituation auswirken.

Zur Steuerung dieser Risiken werden unter anderem Rahmenverträge, Preisgleitklauseln sowie eine möglichst zeitnahe Weitergabe von Preisänderungen an Kunden eingesetzt. Ergänzend erfolgt ein vorausschauender strategischer Einkauf.

Kreditrisiken (geringes Risiko)

Ausfallrisiken bei Kundenforderungen werden durch standardisierte Bonitätsprüfungen vor Auftragsannahme sowie durch den Abschluss einer Kreditversicherung begrenzt. Letztere reduziert das potenzielle Ausfallrisiko auf einen Selbstbehalt von 20 % des Auftragswertes. Aufgrund historisch niedriger Ausfallraten wird das Delkredererisiko insgesamt als gering eingeschätzt.

Finanzierungs- und Zinsrisiken (geringes bis mittleres Risiko)

Ein Zinsänderungsrisiko besteht im Zusammenhang mit

variabel verzinsten

Bankverbindlichkeiten in Höhe von T€ 1.270 (Vorjahr: T€ 1.659), sowie gegebenenfalls bei variabel verzinsten Gesellschafterdarlehen.

Fremdwährungsrisiken bestehen nicht, da sämtliche wesentlichen Zahlungsströme in Euro abgewickelt werden. Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.

Technologische Risiken (geringes Risiko)

Das Risiko, technologische Entwicklungen oder veränderte Marktanforderungen nicht rechtzeitig zu erkennen, wird als gering eingeschätzt. Durch kontinuierliche Marktbeobachtung, intensive Kunden- und Lieferantenkontakte sowie interne Weiterbildungsmaßnahmen wird diesem Risiko aktiv entgegengewirkt.

Gesamteinschätzung der Risikolage

Auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse bestehen keine bestandsgefährdenden Risiken. Die dargestellten Risiken können jedoch bei ihrem Eintritt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der KSG Austria GmbH beeinflussen. Insgesamt wird die Risikolage als beherrschbar eingeschätzt.

5. Forschung und Entwicklung

Im Bereich Forschung und Entwicklung lag der Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2025 neben der Weiterentwicklung der angewandten Prozesstechnik zur Optimierung bestehender Abläufe insbesondere auf der technologischen Weiterentwicklung von Leiterplatten. Dabei standen vor allem die steigenden Anforderungen in den jeweiligen Einsatzgebieten im Fokus.

Das Produktsegment „SBU“ entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr besonders dynamisch und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung sowie zur wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens.

6. Zweigniederlassungen

Seitens der Gesellschaft werden, wie auch im Vorjahr, keine Zweigniederlassungen oder Betriebsstätten betrieben.

7. Ausblick

Die Visibilität hinsichtlich der zukünftigen Auftragsentwicklung bleibt in der Branche weiterhin eingeschränkt. Das Bestellverhalten der Kunden ist nur schwer prognostizierbar und deutet darauf hin, dass der Aufbau größerer Lagerbestände derzeit nicht erfolgt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an kurzfristige Verfügbarkeit deutlich, was eine hohe Flexibilität in Produktion und Lieferlogistik erfordert.

Die KSG Austria GmbH wirkt diesem anspruchsvollen Marktumfeld entgegen durch ihre breit diversifizierten Kundenstruktur sowie durch ihre etablierten Marktposition, die insbesondere auf einem hohen Servicegrad, ausgeprägter Zuverlässigkeit und schneller Reaktionsfähigkeit basiert. Darüber hinaus stellt die erfolgreiche Entwicklung komplexer Produkte bis zur Serienreife einen Wettbewerbsvorteil dar, da dadurch ein direkter Zugang zu den Entwicklungsabteilungen der Kunden sichergestellt wird.

Das Marktumfeld wird auch künftig von einem intensiven Wettbewerb geprägt bleiben. Die Verlagerung von mittleren und größeren Serienfertigungen nach Fernost aus Kostengründen stellt einen strukturellen Branchentrend dar, der weiterhin Bestand haben wird.

Vor diesem Hintergrund arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an der Erschließung neuer Märkte sowie an der weiteren Optimierung der Kostenstruktur.

Die KSG Austria GmbH hatte in den Geschäftsjahren 2023 und 2024 mit rückläufigem Auftragseingang zu kämpfen. Dieser Rückgang war in erster Linie auf hohe Lagerbestände bei bestehenden Kunden zurückzuführen, die zu einer verzögerten beziehungsweise verminderten Nachfrage führten. Der Auftragseingang hat sich im Geschäftsjahr 2025 insgesamt positiv entwickelt. Auch im laufenden Geschäftsjahr 2026 liegt der Auftragseingang derzeit über dem geplanten Niveau.

Trotz dieser positiven operativen Entwicklung haben sich im Geschäftsjahr 2025 aufgrund der zuvor schwächeren Nachfragephase die Liquiditätsreserven der Gesellschaft reduziert. Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung bzw. die Zahlungsströme nicht nachhaltig weiter verbessern, besteht weiterhin ein grundsätzliches Liquiditätsrisiko.

Die Finanzierung bzw. der Ausgleich von auftretenden Liquiditätslücken lt. Planungsrechnung wird - wie auch in der Vergangenheit - von der Gesellschafterin, der KSG GmbH in Gornsdorf, gewährleistet.

Zur Absicherung dieser Situation wurden entsprechende Maßnahmen gesetzt. Seitens der Gesellschafterin, der KSG GmbH Gornsdorf, wurde im Mai 2025 eine Patronatserklärung in Höhe von T€ 1.800 zugunsten der KSG Austria abgegeben. Diese wurde bis zum 31.12.2027 verlängert und dient der Sicherstellung der finanziellen Stabilität der Gesellschaft.

Der Jahresabschluss der KSG GmbH in Gornsdorf zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 wurde am 26. Juni 2026 mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk testiert, der einen Hinweis auf eine wesentliche Unsicherheit in Bezug auf die Unternehmensfortführung enthält.

Sollte es im Geschäftsverlauf zu negativen Planungsabweichungen kommen, die Gesellschafterin keine Zwischenfinanzierung leisten, bzw. die Patronatserklärung der Gesellschafterin nicht werthaltig sein, müssten weitere Finanzierungen mit Dritten vereinbart werden, andernfalls ist das Unternehmen möglicherweise nicht mehr in der Lage, seine im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025 ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden im normalen Geschäftsverlauf zu realisieren bzw. zu tilgen.

Trotz des derzeit herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds wird langfristig weiterhin von einer steigenden Nachfrage nach technologisch anspruchsvollen Leiterplatten ausgegangen. Trends wie Miniaturisierung, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Automatisierung bilden hierfür eine wesentliche Grundlage.

Für das Geschäftsjahr 2026 wird insbesondere im High-End-Segment eine schrittweise Markterholung erwartet. Unternehmen mit entsprechenden technologischen Fähigkeiten dürften ihre Kapazitäten zunehmend besser auslasten können. Insgesamt wird die Branchenentwicklung langfristig weiterhin positiv eingeschätzt, wenngleich kurzfristig mit anhaltender Volatilität zu rechnen ist.

Obwohl sich die Auftragslage insgesamt verbessert hat, wird die wirtschaftliche Situation weiterhin als angespannt eingeschätzt. Vor diesem Hintergrund richtet die KSG Austria GmbH ihre Aktivitäten konsequent auf die Stärkung der Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit aus. Im Fokus stehen dabei die enge Zusammenarbeit mit Kunden in Forschung und Entwicklung, die weitere Digitalisierung der Geschäftsprozesse sowie eine nachhaltige Ausrichtung der Produktion.

Zitternberg, am 13. Juli 2026

Dipl.-Ing. Kornel Schmidt

Geschäftsführer

KSG Austria GmbH

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