Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T
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der
GBC-Österreich eGen, Gartenbaucentrum
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäftsverlauf
1.1.1. Erläuterungen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Das volkswirtschaftliche Umfeld in Osterreich:
Im Jahr 2024 hat sich die wirtschaftliche Abwärtsentwicklung Osterreichs weiter fortgesetzt. Die Wirtschaftsleistung ist im Jahresdurchschnitt 2024 um 1,2 % zurück-gegangen, nach einer Schrumpfung im Jahr 2023 von 1,0 %. Für das Gesamtjahr 2025 wird ein Nullwachstum bzw. bestenfalls ein Minimalwachstum von 0,3% prognostiziert. Die lange Rezessionsphase in den Sektoren Industrie und Bauwirtschaft hält dabei weiter an. Österreich hat durch die hohen Kostensteigerungen bei Löhnen und Energie preisliche Wettbewerbsfähigkeit im länderübergreifenden Vergleich eingebüßt, was auch die Exportwirtschaft im Umfeld einer schwachen Euroraum-Industrie belastet. Die Lohnstückkosten Osterreichs stiegen in den letzten zwei Jahren deutlich mehr als im Euroraum an. Seit der zweiten Jahreshälfte 2022 ist die Nachfrage nach Unternehmenskrediten rückläufig, was von den Kreditinstituten vordringlich mit einem geringeren Finanzierungsbedarf der Unternehmen für Anlageinvestitionen begründet wird. Der Wohnbau leidet ebenfalls stark unter der Konjunkturschwäche, hohen Baupreisen sowie ungünstigen Finanzierungsbedingungen. Die Novellierung der Kreditvergabeverordnung (KIM- VO) wird voraussichtlich erst 2026 positive Akzente für die Bauwirtschaft bringen. Der private Konsum hat sich im abgelaufenen Jahr in Osterreich als Ergebnis der Verunsicherung der Konsumenten, trotz merklich steigender Realeinkommen, um nur rund 0,1 % erhöht.
Im globalen Vergleich hinkt Europa hinter den kräftig wachsenden USA sowie China nach. Die deutsche Wirtschaft als Osterreichs wichtigster Partner hat 2024 ebenfalls leicht nachgegeben, wird im Gesamtjahr 2025 voraussichtlich stagnieren und erst 2026 wieder Fahrt aufnehmen. Auch in den anderen europäischen Ländern erholt sich die Wirtschaft nur langsam. Die moderate Expansion der Weltwirtschaft dürfte sich 2025 und 2026 aber fortsetzen, was sich positiv auf den österreichischen Außenhandel auswirken sollte. Der österreichische Arbeitsmarkt zeigte sich im Jahr 2024 trotz konjunktureller Effekte robust, da die Unternehmen angesichts des Arbeitskräftemangels der Vorjahre die Beschäftigung gehalten haben. Die Arbeitslosenquote liegt 2024 bei 7,0 % und verbleibt bis 2026 nach einem zwischenzeitigen Anstieg in 2025 auf rd. 7,5% ungefähr auf diesem Niveau.
Die prognostizierte moderate Konjunkturerholung stützt sich auf eine Erholung der Industriekonjunktur im Euroraum, die den österreichischen Export ankurbeln sollte. Ein Rückgang der Finanzierungskosten dürfte das Investitionsklima verbessern. Ferner liegen gute Anzeichen für eine Aufhellung der Stimmung bei Konsumenten vor, die aufgrund der höheren Sparquoten seit der COVID-19-Pandemie über gute Reserven verfügen.
Die für Osterreich wichtigsten Zentralbanken senkten seit Juli 2024 ihre Leitzinssätze. Der Zinskorridor in den USA beträgt nun 3,75 % bis 4,00 %, der Einlagensatz im Vereinigten Königreich 4,0 % und im Euro-Raum 2,0 %. Die etwas lockere Geldpolitik bremst die Konjunktur aber immer noch.
Über obigen Prognosen schwebt das Damoklesschwert der drohenden fiskal- und handelspolitischen Maßnahmen wie bspw. von den USA verhängte Importzölle sowie (Re-)Eskalationen von Kriegen im Nahen Osten oder in der Ukraine. Außerdem können die notwendigen Haushaltskürzungen durch die Bundesregierung den Aufschwung dämpfen.
Bei der VPI-Inflationsrate reduzierte sich der Wert im Jahresdurchschnitt von 7,8 % in 2023 auf 2,9 % in 2024. Hintergrund waren sinkende Energiepreise, aber auch geringere
Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Industriegütern. Anders als ursprünglich erwartet wird sich die Inflationsrate in 2025 wieder deutlich auf 3,5% oder mehr erhöhen.
Die wirtschaftliche Situation in der Region:
Die Herbstsaison 2024 und die Frühjahrssaison 2025 war für uns sowie auch für den Großteil unserer Kunden wirtschaftlich nicht zufriedenstellend.
Aufgrund der immer noch wirtschaftlich sehr angespannten Lage war das Kaufverhalten wie auch im Vorjahr sehr zurückhaltend. Die Lager unserer Kunden sind noch gut gefüllt, worunter auch die Wirksamkeit unserer Abverkaufs- und Rabattaktionen leidet. In manchen Sparten mussten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr Rückgänge hinnehmen. In der Technik hingegen konnte durch die Investitionsbereitschaft vereinzelter Kunden der Umsatz gesteigert werden.
Wie auch bereits im Vorjahr spielte das Konkurrenzumfeld im Bereich Floristik und Dekoration in erster Linie durch den Mitbewerb im Onlinehandel eine wesentliche Rolle.
Die Betriebsleistung erhöhte sich um 2,8 % auf rund € 49,2 Mio. und es konnte ein Betriebsergebnis von rund € 563.000 erzielt werden.
1.1.2. Geschäftsentwicklung
1.1.2.1. Entwicklung des Gesamtumsatzes
Die Entwicklung des Gesamtumsatzes im Geschäftsjahr 2024 zeigt folgendes Bild (in TEUR):
| GJ 2023/24 | GJ 2024/25 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Gesamtumsatz | 47.818 | 49.160 | 2,8% |
Mit der Entwicklung des Gesamtumsatzes blieb die Genossenschaft hinter dem diesbezüglich gesetzten Unternehmensziel zurück.
1.1.2.2. Entwicklung des Umsatzes nach Warengruppen
Die Einzelsparten entwickelten sich umsatzmäßig im Jahr 2024/25 unterschiedlich. Während in den Sparten Dünger, Technik, Bedarfsartikel und Floristik Umsatzzuwächse erreicht wurden, wurde in den Substrate, Pflanzenschutz, Heizmaterial, Baumschulartikel und Pflanzen jeweils ein Umsatzrückgang verzeichnet.
1.1.3. Geschäftsführung und Mitarbeiter
Mit 30.06.2025 ist der langjährige Geschäftsführer, Herr Prok. Roman Scharer, in den Ruhestand getreten. Ein kontinuierlicher Übergang ist dadurch gewährleistet, dass der bisherige Geschäftsführer-Stellvertreter, Herr Prok. Gerold Seelmann, als neuer Geschäftsführer bestellt wurde. In den erweiterten Kreis der Geschäftsführung wurden die Prokuristen Frau Petra Bauer und Herr Wolfgang Köchl berufen.
Der Personalstand der Genossenschaft verringerte sich im Jahresabstand bei 7 Neuzugängen und 12 Abgängen auf insgesamt 100 Dienstnehmer per 30.06.2025 (zusätzl. 2 karenzierte Mitarbeiterin, Vorjahr 1 karenzierte Mitarbeiterinnen)
1.1.4. Leistungen besonderer Art
Durch die österreichweite Tätigkeit des GBC ist es notwendig die einzelnen Landesverbände in den Bundesländern sowie den Bundesverband der österreichischen Gärtner, die Landesinnungen und die Interessensvertretungen der Gärtner und Floristen bei ihren Aktivitäten zu unterstützen. Ein besonderes Anliegen ist uns auch die Jugend im Gartenbau durch Sponsoring von Veranstaltungen und Wettbewerben zu unterstützen. Das GBC wendet für diese Unterstützungen jährlich namhafte Beträge auf.
Weiterhin ist das GBC die einzige Gartenbaugenossenschaft im deutschsprachigen Raum, die einen eigenen Außendienst samt dazugehörigem Fuhrpark betreibt. Alle anderen Genossenschaften werden als reine Abholbetriebe geführt.
Das GBC veranstaltet für seine Mitglieder jährlich 3 saisonale Aktionswochen mit Sonderangeboten.
1.1.5. Besondere Ereignisse im Geschäftsjahr
Im Geschäftsjahr 2024/25 konnte in Sachen Digitalisierung die neue Webseite inklusive Online-Bestell-System weiterentwickelt werden.
Wir haben begonnen das Design unserer Eigenmarke einheitlich zu gestalten, um unseren Kunden eine wiedererkennbare Produktlinie bieten zu können. Somit können wir ihnen unsere Produkte in moderner und zeitgemäßer Verpackung zur Verfügung stellen.
Im April 2025 konnte die auf Contracting-Basis errichtete Photovoltaikanlage in der Zentrale in Steinhaus in Betrieb genommen werden. Seitdem können wir auch unseren Elektro-Fuhrpark mit grünem Strom versorgen und einen bedeutenden positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
1.1.6. Erfüllung des Genossenschaftszweckes
Die Genossenschaft stellt im Rahmen der geschäftlichen Aktivitäten ihre Einrichtungen und Leistungen den Mitgliedern zur Verfügung. Weiters werden zugunsten der Mitglieder umfassende Beratungs-, Betreuungs- und Informationsdienstleistungen erbracht.
1.2. Bericht über Betriebsstätten
Die Genossenschaft führte zum 30.06.2025 – neben der Zentrale in Steinhaus – an den 5 Standorten Schwechat, Kalsdorf, Kematen, Großmarkt-Inzersdorf und Meiningen eine Filiale und an dem Standort Wallern eine Abgabestelle.
Die Investitionen der Genossenschaft betrugen im Geschäftsjahr 2024/25 insgesamt EUR 49.079,67. Der Großteil der Investitionssumme entfiel auf den Sachanlagenbereich und betraf im Wesentlichen einen neuen Hubstapler und einigen geringfügigen Anlagegütern. Den Kunden stehen damit zeitgemäße und kundenfreundliche Verkaufsräume zur Verfügung.
Im Geschätsjahr 2025/26 sind Investitionen in Form diverser Anlagegüter der Betriebs- und Geschäftsausstattung und der Hard-/Software vorgesehen.
1.3. Darstellung der Lage inkl. finanzieller Leistungsindikatoren
1.3.1. Vermögenslage
Die Bilanzsumme verringerte sich im Jahr 2024/25 um TEUR 1.182 oder 3,1 %.
Diesen Veränderungen liegen im Wesentlichen eine Verringerung des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 811 und eine Verringerung des Umlaufvermögens – insbesondere der Vorräte – in Höhe von insgesamt TEUR 371 zugrunde.
1.3.1.1. Eigenkapital
Das erweiterte Eigenkapital verringerte sich im Jahr 2024/25 um TEUR 114 oder 0,9 % auf TEUR 12.645. Der Eigenkapitalanteil beträgt 34,0 % des Gesamtkapitals und stieg im Jahr 2024/25 um 0,7 %-Punkte. Die Zielvorgabe, den Eigenkapitalanteil zu verbessern, konnte somit erreicht werden.
1.3.1.2. Fremdkapital
An Positionen des Fremdkapitals wurden zum 30.06.2025 insgesamt TEUR 24.539 ausgewiesen. Dies entspricht 66,0 % des Gesamtkapitals.
1.3.2. Ertragslage
Die Betriebserträge haben sich im Jahr 2024/25 nominell verringert.
Gleichzeitig erfuhren die Betriebsaufwendungen im Jahr 2024/25 nominell eine Reduktion. Im Hinblick auf die Entwicklung der Relation der Betriebsaufwendungen zur Betriebsleistung konnte der eingeschlagene Kurs in Richtung Verbesserung der Kostensituation weiter fortgesetzt werden.
Der Betriebsergebnis in Relation zur Betriebsleistung beträgt im Jahr 2024/25 1,1 %. Der diesbezügliche Vorjahreswert liegt bei 1,5 %
Das im Jahr 2024/25 erwirtschaftete Ergebnis vor Steuern (EVS) in der Höhe von TEUR -69 verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr und liegt jedoch unter der Zielvorgabe.
Mit dem erzielten Jahresüberschuss konnte eine nominelle Eigenkapitalstärkung erreicht werden.
1.3.3. Finanzlage
Gemäß AFRAC-Stellungnahme 36: Geldflussrechnung (UGB) (Juni 2020) gestaltet sich die Finanzlage wie folgt (Beträge in TEUR):
| 2024/25 | Vorjahr | |
|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 1.241 | 2.094 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | 126 | -176 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -1.320 | -1.903 |
1.3.4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Durch den gemeinsamen Einkauf in der Generag Gruppe für Bedarfsartikel im Gartenbau und den gemeinsamen Importen im Bereich Floristik in der IGB Gruppe können die erzielten Preisvorteile an unsere Kunden und Mitgliedsbetriebe weitergegeben werden.
1.4. Besondere Vorgänge nach dem Geschäftsjahrabschluss
In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 war das Kaufverhalten unserer Kunden nach wie vor zurückhaltend. Trotzdem konnte der Umsatz leicht gesteigert werden.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche betriebliche Entwicklung
In einem von globalen Krisen geprägten Umfeld liegt die Zielsetzung in der Absicherung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Aufgrund der soliden Eigenkapitalausstattung der GBC ist das Vertrauen der finanzierenden Banken gewährleistet, sodass die Liquidität in diesem schwierigen Umfeld gesichert ist.
Hinsichtlich der Ertragslage liegt die mittelfristige Zielvorgabe in der Absicherung der Rohertragsspanne und in einer weiteren Verbesserung des Betriebskostensatzes. Damit soll die Ertragslage sukzessive verbessert werden.
Gestützt durch den bisherigen Geschäftsverlauf und die Entwicklung der Aufwandsgebarung erwarten wir für dieses Jahr ein insgesamt zufriedenstellendes Ergebnis im Rahmen der gesetzten Unternehmensziele.
2.2. Wesentliche Risken und Ungewissheiten
Branchenspezifische Risken
Das GBC ist durch seine Tätigkeit direkt mit den Entwicklungen im Gartenbau verbunden.
Risken im Finanzbereich
Die Risken im Finanzbereich werden bei offenen Forderungen mit einem entsprechenden Debitorenmanagement überwacht.
Zusätzlich besteht eine Kreditversicherung zur Absicherung der Kundenforderungen.
Das GBC bedient sich externer Finanzinstitute, insbesondere für die Vorfinanzierung der Vorräte. Für die saisonal notwendige Vorfinanzierung sind starke Finanzstrukturen gegeben.
Die Kreditrahmen sind so bemessen, dass der Geschäftsverlauf jederzeit auch bei steigenden Umsätzen gewährleistet werden kann.
Rechtliches Risiko
Derzeit bestehen keine besonderen Risiken aus rechtlichen Verfahren.
Gesamtrisiko
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten in der Genossenschaft keine bestandsgefährdenden Risken identifiziert werden.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Branchenbedingt gibt es keine relevanten Aktivitäten.
Steinhaus, 22.12.2025
ok. Gerold Seelmann
Der Lagebericht wurde im Sinne der Satzung am 22.12.2025 vom Vorstang-behandelt und genehmigt.
Kari Großbötzl
he Gtm. Thömas Dopetsbeger