Inhaltsverzeichnis
AVIS Autovermietung Gesellschaft mbH, Wien
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025
1. Grundlagen
Die AVIS Autovermietung Gesellschaft mbH gehört zum US- amerikanischen Konzern der Avis Budget Group Inc. und vermietet Kraftfahrzeuge an Privat- und Firmenkunden. Der Avis Budget Group Inc. Konzern ist eines der führenden Mietwagenunternehmen weltweit. Darüber hinaus zeichnet sich die Avis Budget Group Inc. durch die zwei globalen Markennamen „AVIS“ und „BUDGET” sowie über ein weltweit einheitliches Reservierungsund Buchungssystem aus.
Die AVIS Autovermietung Gesellschaft mbH, Wien, unterhält eine Zweigniederlassung in Tschechien, mit Sitz in Klimentska 46, 110 02 Prag.
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Rahmenbedingungen
Im Jahre 2025 war die Flottenverfügbarkeit stabil und unproblematisch, da sich die Lieferketten der Hersteller nach den Engpässen der Vorjahre nachhaltig normalisiert hatten. Im Jahresverlauf konnten die Lieferpläne der Hersteller weitestgehend eingehalten werden. Eine konsequente Kostenkontrolle und eine effiziente Flottensteuerung bildeten die Grundlage für das Geschäftsjahr.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Gesamtmarkt der Fahrzeugneuzulassungen wider: Im Jahr 2025 wurden in Osterreich 284.978 Personenkraftwagen neu zugelassen, was einem Anstieg von 12,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und den höchsten Stand seit 2019 markiert.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Österreichs belief sich im Jahr 2025 nominell auf rund 514 Milliarden Euro. Preisbereinigt verzeichnete die österreichische Wirtschaft gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 0,6 %.
Die weiterhin bestehende wirtschaftliche Unsicherheit – insbesondere aufgrund der anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, der nach wie vor hohen Inflation sowie der möglichen Einführung neuer US-Handelszölle – führte jedoch dazu, dass die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2025 nicht vollständig erfüllt werden konnten.
2.2
Geschäftsverlauf
Das Geschäftsjahr 2025 wurde mit einem Jahresüberschuss von € 659 Tsd. (Vorjahr Jahresfehlbetrag von € 685 Tsd.) abgeschlossen.
Im Geschäftsjahr 2025 gingen die Vermietungsumsätze gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Mio. € zurück. Wesentlicher Grund hierfür war die rückläufige Vermietungsaktivität im Corporate- Segment, insbesondere bei strategischen Großkunden. Diese Entwicklung ist vor allem auf eine geringere Anzahl von Geschäftsreisen und die damit verbundene reduzierte Nachfrage zurückzuführen.
Durch ihre Herstellerunabhängigkeit ist die Gesellschaft weiterhin in der Lage, marktgängige Modelle flexibel auszuwählen und diese nach der Haltedauer über den freien Gebrauchtwagenmarkt zu veräußern.
Die Finanzierung der Mietwagenflotte erfolgt weiterhin überwiegend über ein „Asset Backed Securities“-Modell (ABS). Dabei werden die Fahrzeuge während der Haltedauer durch eine externe Finanzierungsgesellschaft in Osterreich zwischenfinanziert. Für diese Finanzierung fallen laufend Zinsen und sonstige Gebühren an.
2.3 Ertragslage
Der Gesamtumsatz konnte im Geschäftsjahr 2025 um 24 % bzw. € 20,3 Mio. gesteigert werden und belief sich im Berichtsjahr auf € 105 Mio.
Die im Gesamtumsatz enthaltenen Vermietungserlöse gingen im Berichtsjahr um € 1,4 Mio. auf € 30,6 Mio. zurück (Vorjahr: € 32 Mio.). Demgegenüber erhöhten sich die Umsätze aus der Veräußerung von Fahrzeugen um € 21,7 Mio. auf € 74,4 Mio.
Der deutliche Anstieg der Erlöse aus Fahrzeugveräußerungen ist im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen wurde der Bestand an Buy-Back-Fahrzeugen erhöht, wodurch sich aufgrund der vertraglich vereinbarten Rückgabe bzw. Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer das Verkaufsvolumen erhöhte. Zum anderen trug die bestehende Intercompany-Vereinbarung mit der Schwestergesellschaft in der Schweiz zum Anstieg der Erlöse aus Fahrzeugveräußerungen bei. Das höhere Veräußerungsvolumen der für die Schweizer Gesellschaft eingesetzten Fahrzeuge führte im Geschäftsjahr 2025 zu entsprechend höheren Umsatzerlösen aus Fahrzeugverkäufen.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Leasingfahrzeuge mehr eingesetzt. Damit wurde die im Vorjahr eingeleitete Reduzierung des Leasinganteils vollständig abgeschlossen. Der durchschnittliche Bestand an Leasingfahrzeugen betrug im Berichtsjahr 0,0 % (Vorjahr: 5,3 %).
Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich im Geschäftsjahr 2025 von € 676 Tsd. auf € 340 Tsd. Der vergleichsweise hohe Vorjahreswert ist im Wesentlichen auf die Auflösung von Rückstellungen für Großkunden- Bonus aus dem Jahr 2023 zurückzuführen, die nicht in Anspruch genommen wurden.
Der Materialaufwand ist im Geschäftsjahr 2025 weiter angestiegen. Die Restbuchwerte der verkauften Fahrzeuge erhöhten sich um rund 39 % auf € 75 Mio. Die Gesamthöhe der Restbuchwerte wird maßgeblich durch den Flotten- und Herstellermix beeinflusst, da Rückkaufkonditionen und Abschreibungsmodalitäten in der Regel jährlich mit den Kfz- Herstellern neu verhandelt werden
Die Aufwendungen für den Fuhrpark reduzierten sich im Geschäftsjahr 2025 von € 12,1 Mio. auf € 9,0 Mio. Hauptursächlich für diesen Rückgang waren geringere Abschreibungen auf Riskfahrzeuge (Fahrzeuge ohne Rückkaufverpflichtung) in Höhe von 1,9 Mio. € sowie niedrigere Aufwendungen für Operating Leasing in Höhe von € 0,5 Mio. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die Verringerung des Bestands an Risk Fahrzeugen und Operating-Leasing- Fahrzeugen im Jahr 2025 zugunsten von Buy-Back-Fahrzeugen (Fahrzeugen mit Rückkaufvereinbarung) zurückzuführen.
Der Personalaufwand ging im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um € 65 Tsd. auf € 5,1 Mio. zurück. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf niedrigere Gehaltsaufwendungen zurückzuführen.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um € 0,8 Mio. auf € 10,7 Mio. an. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung waren die gestiegenen Intercompany-Recharges für Global Network Services (GNS), die im Jahr 2025 zu höheren Aufwendungen führten.
Im Rahmen der ABS-Struktur zur Flottenfinanzierung konnten im Geschäftsjahr 2025 keine freiwerdenden liquiden Mittel für kurzfristige Ausleihungen eingesetzt werden. Entsprechend wurden im Berichtsjahr keine Zinserträge erzielt (€ 0 Tsd.; Vorjahr: € 4 Tsd.). Dies ist insbesondere auf die weiterhin teilweise Finanzierung von Fahrzeugen aus Eigenmitteln sowie den gestiegenen Liquiditätsbedarf im Zusammenhang mit der Flottenfinanzierung zurückzuführen.
Darüber hinaus führte die weiterhin positive Entwicklung des Einkaufsvolumens sowie der durchschnittlichen Fahrzeugpreise zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf. Der bestehende externe ABS-Finanzierungsrahmen war unter diesen Bedingungen nicht ausreichend, sodass
ergänzend konzerninterne Finanzierungsmittel in Anspruch genommen wurden. Dadurch standen keine liquide Mittel für kurzfristige Ausleihungen zur Verfügung.
Der Zinsaufwand ist im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht von € 1,96 Mio. auf € 1,83 Mio. (- € 130 Tsd.) gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Umstellung von Riskfahrzeugen auf Buy-Back-Fahrzeuge zurückzuführen. Dadurch wurde im Vergleich zum Vorjahr weniger Fremdkapital in Anspruch genommen, was zu einer Verringerung des Zinsaufwands um € 298 Tsd. führte.
Gleichzeitig erhöhte sich die Inanspruchnahme konzerninterner Finanzierungsmittel, wodurch der Intercompany Corporate-Zinsaufwand (Cash-Pooling-Zinsaufwand) um € 168 Tsd. anstieg.
Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern ergibt sich für das Geschäftsjahr 2025 ein Jahresüberschuss von € +0,6 Mio. (Vorjahr: € -0,7 Mio.). Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Erlöse aus Fahrzeugveräußerungen zurückzuführen, die trotz rückläufiger Vermietungsumsätze zu einem positiven Jahresergebnis beitrugen.
2.4Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2025 auf € 66,7 Mio. und lag damit um € 2,7 Mio. über dem Vorjahreswert (€ 64,0 Mio.). Ausschlaggebend hierfür war insbesondere der deutliche Anstieg des Bankguthabens von € 6,1 Mio. auf € 12,9 Mio.
Dem stand eine Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um € 4,3 Mio. gegenüber.
Auf der Passivseite der Bilanz kam es auch zu einem Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten (+ € 2,1 Mio). Dieser ist im Wesentlichen auf die verstärkte Nutzung des bestehenden Asset- Backed-Securities-(ABS)-Finanzierungsmodells zurückzuführen. Aufgrund der deutlich höheren Anzahl an selbst finanzierten Fahrzeugen – die im Vorjahr noch überwiegend geleast wurden – wurde die ABS-Finanzierung stärker in Anspruch genommen. Diese strukturelle Verschiebung in der Finanzierungsstrategie führte zu einem Anstieg der zwischenfinanzierten Fahrzeugwerte und spiegelte sich entsprechend in den Passiva wider.
Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf insgesamt € 7 Mio. (Vorjahr: -€ 10,7 Mio.) und zeigt damit eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.
Ursächlich hierfür war insbesondere der höhere Mittelzufluss aus Forderungen im Zusammenhang mit Fahrzeugrückverkäufen (Buy-Back-Fahrzeugen). Zum 31.12.2024 führten eine hohe Anzahl von Fahrzeugverkäufen im Dezember sowie ein erhöhter Bestand an überfälligen Forderungen zu einem vergleichsweise hohen Forderungsbestand.
Demgegenüber bestanden zum 31.12.2025 deutlich weniger überfällige Forderungen aus Fahrzeugverkäufen. Das verbesserte Zahlungsverhalten der Kunden sowie das geringere Volumen an Fahrzeugverkäufen im Dezember 2025 führten zu einem niedrigeren Forderungsbestand und damit zu einem höheren Mittelzufluss.
Darüber hinaus ergab sich im Geschäftsjahr 2025 einen Mittelzufluß in Höhe von € 400 Tsd. aus dem Fuhrpark. Es erfolgte insgesamt lediglich eine Verschiebung der Flottenstruktur von Riskfahrzeugen hin zu Buy-Back-Fahrzeugen, wobei der Gesamtbestand des Fuhrparks im Wesentlichen unverändert blieb. Da die Flotte nicht ausgeweitet wurde, war hierfür kein zusätzlicher Liquiditätsbedarf erforderlich. Dies wirkte sich positiv auf den Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit aus und trug maßgeblich zu dessen Verbesserung gegenüber dem Vorjahr bei.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei -€ 28 Tsd. (Vorjahr: -€ 61 Tsd.) und fiel damit im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer aus. Dies ist auf eine geringere Investitionstätigkeit außerhalb des Kerngeschäfts zurückzuführen, da der Investitionsfokus 2025 auf dem operativen Fahrzeuggeschäft lag. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug € 0,2 Mio. (Vorjahr € 1,9 Mio)
Unter Berücksichtigung des bestehenden Cash-Pooling-Systems erhöhte sich der Finanzmittelbestand zum Bilanzstichtag deutlich auf € 1,4 Mio. (Vorjahr: -€ 5,8 Mio.). Ausschlaggebend hierfür waren der geringere Liquiditätsbedarf aufgrund der im Geschäftsjahr 2025 nicht erweiterten Flotte sowie der höhere Mittelzufluss aus Fahrzeugverkäufen.
2.5Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Nachfolgend werden die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren im Vergleich zum Vorjahr dargestellt.
| Finanzielle Leistungsindikatoren | 2025 | 2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | TEUR | 105.039 | 84.689 | 24,0% |
| Jahresüberschuss | TEUR | 659 | -685 | 196,2% |
| Eigenkapital | TEUR | 21.627 | 20.741 | 4,3% |
| Bilanzsumme | TEUR | 66.675 | 64.004 | 4,2% |
| Eigenkapitalquote | 32,4% | 32,4% | 0%-Punkte | |
| Umsatzrentabilität | 0,6% | -0,8% | ||
| Eigen ka pitalrentabilität | 3,0% | -3,3% |
| Kennzahlen zur Vermögenslage | 31. Dez | 31. Dez | Zu-/(Abnahme) | |
|---|---|---|---|---|
| 2025 | 2024 | |||
| Eigenkapital | TEUR | 21.627 | 20.741 | 887 |
| Nettoverschuldung | TEUR | 27.753 | 32.911 | -5.158 |
| Nettoumlaufvermögen | TEUR | 49.478 | 53.712 | -4.234 |
| Nettoverschuldungsgrad | 128,3% | 158,7% | -30,4%-Punkte |
Der Nettoverschuldungsgrad ist um 30,4 %-Punkte auf 128,3% gesunken. Die Reduzierung beruht im Wesentlichen auf dem stichtagsbezogenen niedrigere Finanzierungsbedarf im Vergleich zum Vorjahr.
Neben der internationalen Bekanntheit der Marken Avis und Budget sowie einer modernen Fahrzeugflotte mit einem hohen Anteil an international anerkannten Premiummarken sieht sich die Gesellschaft vor allem durch ihre stark ausgeprägte Dienstleistungsorientierung und Kundenfokussierung im Wettbewerb positiv differenziert. Die hohe Servicequalität wird maßgeblich durch das Engagement und die Kompetenz der Mitarbeitenden getragen. Aus diesem Grund wird der Personalentwicklung strategische Priorität eingeräumt.
Die Kundenzufriedenheit wird kontinuierlich durch strukturierte Kundenbefragungen sowie systematische Auswertungen überwacht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Personalauswahl und -qualifizierung ein, um eine konstant hohe Servicequalität sicherzustellen.
Darüber hinaus achtet die Gesellschaft auf ökologische Nachhaltigkeit, insbesondere im Bereich der Fahrzeugflotte. Der überwiegende Teil der Fahrzeuge wird als Neufahrzeuge der jeweils aktuellen Modellgeneration angeschafft und erfüllt die neuesten Umwelt- und Emissionsstandards. Ziel ist es, den Schadstoffausstoß zu minimieren und die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten.
Zur Sicherstellung gesetzlicher und ethischer Standards setzt die Gesellschaft seit vielen Jahren auf ein verpflichtendes Online-Compliance-Training. Dieses muss von allen Mitarbeitenden erfolgreich absolviert werden. Der Abschluss des Trainings setzt voraus, dass eine festgelegte Mindestquote an Verständnisfragen korrekt beantwortet wird. Die Durchführung und Vollständigkeit der Schulungen wird konzernseitig von der Zentrale in Bracknell (UK) überwacht.
3. Chancen- und Risiko Bericht
3.1 Chancen
Die Gesellschaft ist eine regional tätige Tochtergesellschaft der Avis Budget Group, Inc. und agiert als Anbieter umfassender Mobilitätslösungen auf dem europäischen Markt. Über die etablierten Marken Avis und Budget bedient das Unternehmen ein breites Spektrum an Kundenbedürfnissen. Während Avis als Premium-Marke vor allem auf das Geschäfts- und gehobene Freizeitreisesegment ausgerichtet ist, konzentriert sich Budget auf preisbewusste Kundensegmente mit funktionaler Ausrichtung.
Die strategische Ausrichtung der Gesellschaft folgt den Grundsätzen und Zielsetzungen der Muttergesellschaft Avis Budget Group, Inc., wie sie im Konzernabschluss der Gruppe dargelegt sind.
Ein zentrales Anliegen der Gesellschaft ist es, den Kunden durchgängig einen hohen Servicestandard zu bieten. Die Kundenzufriedenheit wird fortlaufend gemessen unter anderem durch gezielte, standortspezifische Kundenbefragungen und fließt direkt in die Optimierung von Prozessen und Serviceangeboten ein.
Parallel dazu treibt die Gesellschaft weiterhin konsequent die Optimierung ihrer administrativen Strukturen voran. Im Fokus stehen dabei die Standardisierung und Konsolidierung von nicht operativen Funktionen, insbesondere in den Bereichen Shared Services und Verwaltung. Ziel ist es, durch die Anwendung bewährter Konzernstandards, den gezielten Einsatz externer Dienstleister sowie die globale Harmonisierung interner Prozesse Effizienzgewinne zu realisieren und Synergien zu heben.
3.2 Risiken
Die frühzeitige Erkennung und aktive Steuerung von Risiken ist ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung. Die Gesellschaft verfolgt einen strukturierten und kontinuierlichen Prozess zur Identifikation, Bewertung und Begrenzung potenzieller Risiken, die den Geschäftsverlauf beeinträchtigen könnten. Dabei werden die identifizierten Risiken regelmäßig hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziellen Auswirkungen neu bewertet. Entwicklungen im Unternehmensumfeld werden fortlaufend beobachtet, sodass auf veränderte Rahmenbedingungen zeitnah reagiert werden kann.
Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken dargestellt, die nach aktueller Einschätzung die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft wesentlich beeinflussen können.
3.2.1 Branchen und Gesamtwirtschaft
Die Mobilitätsbranche ist von einem intensiven Wettbewerb geprägt, wobei der Preis nach wie vor einen der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren darstellt. Die Nachfrage nach Mietfahrzeugen ist eng mit internationalen, nationalen und regionalen Wirtschaftsbedingungen sowie der allgemeinen Entwicklung im Reiseverkehr verknüpft. Einflussfaktoren wie Inflation, das Buchungsverhalten im Flugverkehr oder starke Schwankungen bei den Kraftstoffpreisen können die Nachfrage erheblich beeinflussen. Ebenso können politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Unsicherheiten sowie geopolitische Spannungen das Reiseverhalten und damit auch das Mietaufkommen negativ beeinflussen.
Zur Steuerung dieser externen Risiken nutzt die Gesellschaft ein umfassendes Management- Reporting-System, das eine zeitnahe Überwachung des Mietverhaltens sowie der künftigen Buchungstrends ermöglicht. Dank eines flexiblen Geschäftsmodells ist es der Gesellschaft möglich, Flottengröße und Personaleinsatz innerhalb definierter Grenzen kurzfristig an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Dadurch kann auf Nachfrageschwankungen schnell und effizient reagiert werden.
3.2.2 Flotte & Preisrisiken
Die Gesellschaft ist Marktschwankungen bei der Preisgestaltung ausgesetzt, die maßgeblich durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Fahrzeugvermietungssektor beeinflusst werden. Insbesondere die Verfügbarkeit und Größe der Mietflotte wirkt sich direkt auf die Preisbildung aus. Externe Faktoren wie Rückrufaktionen von Fahrzeugherstellern oder Lieferengpässe beispielsweise durch fehlende Komponenten wie Halbleiter können die Beschaffung neuer Fahrzeuge erschweren und somit das Mietangebot begrenzen.
Die Gesellschaft pflegt langfristige und stabile Beziehungen zu Fahrzeugimporteuren und - herstellern und konnte auch in der Vergangenheit Versorgungsengpässe erfolgreich überbrücken. Sollte es dennoch zu Produktions- oder Lieferverzögerungen kommen, kann das Risiko durch eine flexible Anpassung der Haltedauer bestehender Fahrzeuge reduziert werden. Dies erlaubt es, die Flottenverfügbarkeit auch in herausfordernden Marktsituationen sicherzustellen.
Zur Bewältigung saisonaler oder konjunktureller Nachfrageschwankungen wird die Flottengröße laufend überwacht und bei Bedarf angepasst. Unterstützt wird dies durch ein spezialisiertes Flotten- und Ertragsmanagement, das mithilfe moderner Systeme kontinuierlich Marktpreise, Auslastung und Nachfrage analysiert. Auf Basis dieser Erkenntnisse kann die Gesellschaft schnell und gezielt auf Marktveränderungen reagieren und die Preisstruktur entsprechend optimieren.
3.2.3 Politische Risiken
Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist potenziellen Risiken ausgesetzt, die sich aus internationalen, nationalen und regionalen wirtschaftlichen sowie politischen Entwicklungen und Instabilitäten ergeben können. Solche Einflüsse können unter anderem Auswirkungen auf Nachfrageverhalten, Investitionsbereitschaft und regulatorische Rahmenbedingungen haben. Zur Minderung dieser Risiken hat die Gesellschaft verschiedene Maßnahmen implementiert:
• Einbindung in einen internationalen Konzernverbund: Die Zugehörigkeit zur global agierenden Avis Budget Group ermöglicht eine breite Risikostreuung sowie den Zugang zu konzernweiten Ressourcen, Erfahrungen und Strategien. • Kontinuierliche Marktbeobachtung: Die Gesellschaft analysiert laufend Trends auf dem Neu- und Gebrauchtwagenmarkt, um frühzeitig auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren zu können. Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Steuerung der Flottenzyklen, die Preisgestaltung und die Einkaufsstrategien ein. • Diversifizierte Lieferantenbasis: Die Beschaffung von Fahrzeugen erfolgt markenübergreifend bei unterschiedlichen Herstellern. Dies reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und erhöht die Flexibilität in der Flottenzusammenstellung. • Zugriff auf Fachwissen: Die Gesellschaft greift sowohl auf konzerninternes als auch auf externes juristisches und steuerliches Know-how zurück. Dadurch können regulatorische Anderungen rasch bewertet und die betrieblichen Abläufe zeitnah und rechtssicher angepasst werden.
Diese Maßnahmen gewährleisten eine hohe Anpassungsfähigkeit und tragen dazu bei, die Auswirkungen volatiler Rahmenbedingungen auf die Geschäftstätigkeit möglichst gering zu halten.
3.2.4 Konflikte in Osteuropa und Nahen Osten
Das weltpolitische Umfeld bleibt angespannt. Der andauernde Krieg in der Ukraine, die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sowie die zunehmenden Spannungen zwischen großen Wirtschaftsräumen prägen die globale Sicherheitslage und wirken sich auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus. Die Dauer und der weitere Verlauf dieser Konflikte sind nicht absehbar. Hinzu tritt ein allgemein angespanntes weltpolitisches Klima, das von zunehmenden Handelsbarrieren, protektionistischen Tendenzen und einer wachsenden geopolitischen Blockbildung gekennzeichnet ist.
Für die Gesellschaft ergeben sich daraus konkrete Auswirkungen in mehreren Bereichen. Die Treibstoffpreise unterliegen weiterhin erheblichen Schwankungen, die unter anderem durch Sanktionen im Zusammenhang mit russischen Ölexporten sowie durch Lieferunterbrechungen im Nahen Osten verstärkt werden. Diese Preisvolatilität beeinflusst sowohl die eigenen Betriebskosten als auch das Reise- und Mobilitätsverhalten der Kunden. Ein anhaltendes Hochpreisniveau bei Kraftstoffen kann die Nachfrage nach Mietfahrzeugen in bestimmten Segmenten dämpfen.
Darüber hinaus kann die geopolitische Lage die Fahrzeugbeschaffung beeinflussen, etwa wenn Lieferketten durch Handelsrestriktionen oder Produktionsstörungen bei Zulieferern unterbrochen werden. Auch die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung, getragen von erhöhten Inflationsraten und steigenden Lebenshaltungskosten, wirkt sich auf die Konsumneigung und damit auf die Reisenachfrage aus.
Im Bereich der IT-Sicherheit bleibt die Bedrohungslage durch Cyberangriffe hoch. Staatliche Stellen warnen unverändert vor gezielten Angriffen, die im Zusammenhang mit den geopolitischen Konflikten stehen. Die Gesellschaft begegnet dieser Bedrohung durch die Einbindung in die gruppenweite IT-Sicherheitsinfrastruktur der Avis Budget Group, die fortlaufend aktualisiert und an die aktuelle Bedrohungslage angepasst wird.
Solche geopolitisch bedingten Störungen bergen potenzielle Risiken für die Geschäftsentwicklung, das operative Ergebnis sowie die finanzielle Lage der Gesellschaft. Die Entwicklung wird daher fortlaufend beobachtet, um bei Bedarf geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
3.2.5 Umweltgesetze und -vorschriften
Die Gruppe und die Gesellschaft sind sich ihrer Verantwortung als einer der weltweit führenden Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen bewusst. Entsprechend liegt ein strategischer Fokus auf der Unterstützung des Übergangs zu einer CO2-ärmeren Wirtschaft sowie auf der Förderung einer fairen, inklusiven und chancengleichen Arbeitsumgebung.
Die Umsetzung nachhaltiger Praktiken erfolgt unter ökologischen, sozialen und governanceorientierten Gesichtspunkten (ESG). Der aktuelle ESG-Bericht der Avis Budget Group ist öffentlich zugänglich unter www.avisbudgetgroup.com und wird ebenfalls im Konzernabschluss der Avis Budget Group Inc. zusammengefasst.
3.2.6 Haftung und Versicherung
Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft bringt verschiedene Haftungsrisiken mit sich. Dazu zählen insbesondere Schadensersatzansprüche aufgrund von Personen- und Sachschäden im
Zusammenhang mit der Nutzung von Mietfahrzeugen oder dem Aufenthalt auf Betriebsflächen sowie arbeitsbezogene Ansprüche der Mitarbeitenden.
Die Gesellschaft begegnet diesen Risiken durch umfassende Versicherungen, die sowohl über konzerninterne Versicherungseinheiten der Avis Budget Group Inc. als auch über externe Versicherungsanbieter abgeschlossen werden. Da ein gewisses Eigenrisiko getragen wird, könnten außergewöhnlich hohe Schadensfälle zu Belastungen führen, die über das gewohnte Maß hinausgehen.
Zur Bewertung der Risikovorsorge werden versicherungsmathematische Methoden unter Berücksichtigung historischer Schadenverläufe und prognostizierter Entwicklungen herangezogen.
3.2.7 Kredit- und Forderungsausfallrisiken
Das Kreditrisiko wird durch regelmäßige Bonitätsprüfungen, insbesondere bei Firmenkunden, aktiv gesteuert. Dabei kommen etablierte Auskunfteien sowie interne Verfahren zur Festlegung und Überwachung von Kreditlinien zum Einsatz.
Das Risiko im Zusammenhang mit Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen wird als sehr gering eingeschätzt.
3.2.8 Liquiditäts- und Finanzrisiken
Die Gesellschaft benötigt kontinuierlich Liquidität, insbesondere zur Finanzierung der Mietflotte sowie zur Deckung laufender Betriebsausgaben. Die wesentlichen Finanzierungsquellen umfassen Umsatzerlöse, Verkaufserlöse aus Fahrzeugveräußerungen, ABS-Finanzierungen (Asset Backed Securities) sowie gruppeninterne Darlehen.
Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), insbesondere die Leitzinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung, hatte spürbare Auswirkungen auf den Zinsaufwand der Gesellschaft im Berichtsjahr. Allerdings zeigt der Rückgang der Inflationsrate im zweiten Halbjahr Anzeichen für mögliche Zinssenkungen im kommenden Jahr, was sich mittelfristig positiv auf die Finanzierungsaufwendungen auswirken dürfte.
Dank gesicherter Finanzierungsmöglichkeiten, einschließlich ungenutzter Kreditlinien und konzerninterner Unterstützung, ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft jederzeit gewährleistet.
3.2.9 Flotten-Restwertrisiken
Die Gesellschaft überwacht kontinuierlich die Entwicklung des Gebrauchtwagenmarktes und passt ihre Bewertung der Flottenrestwerte entsprechend an. Bei erkennbarem und anhaltendem Abwärtstrend werden rechtzeitig Wertberichtigungen vorgenommen.
Zur Bewertung kommen branchentypische Modelle zum Einsatz, ergänzt durch interne Sensitivitätsanalysen. Das Management agiert dabei vorsichtig und nutzt fundierte Daten, um potenzielle Verluste zu minimieren.
3.2.10 Technologische Risiken
Eine stabile und leistungsfähige IT-Infrastruktur ist entscheidend für die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens, insbesondere in der Flottenverwaltung und dem Rechnungswesen.
Zur weiteren Absicherung wurde die gesamte IT-Infrastruktur in konzerninterne Rechenzentren ausgelagert, wodurch Kapazität, Ausfallsicherheit und Wartungsqualität erhöht wurden.
Ein Ausfall kritischer Anwendungen könnte dennoch operative Prozesse erheblich beeinträchtigen. Daher werden kontinuierlich Maßnahmen zur Stabilisierung und Risikominderung getroffen.
3.3 Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken
Das Risikomanagement ist integraler Bestandteil der Unternehmensführung der Avis Autovermietung Gesellschaft mbH. Ein zielgerichtetes Controlling stellt sicher, dass unternehmerische Entscheidungen stets unter Berücksichtigung eines ausgewogenen Chancen-Risiko-Verhältnisses getroffen werden. Die interne Revision prüft regelmäßig die Wirksamkeit der internen Kontrollsysteme und gewährleistet die Einhaltung gesetzlicher und konzerninterner Vorgaben.
Zur frühzeitigen Risikoerkennung dient ein monatlicher Forecast-Prozess, der neben Umsatz und Personal auch Flottenentwicklung und Finanzierung einbezieht. Ergänzt wird dieser durch monatliche Finanzabschlüsse mit Abweichungsanalysen sowie strukturierte Kennzahlenberichte.
Dank der starken Marktstellung, der Einbindung in die globale Avis Budget Gruppe, sowie durch etablierte Prozesse und Kontrollmechanismen ist die Gesellschaft gut positioniert, um potenziellen Risiken wirksam zu begegnen und bestehende Chancen gezielt zu nutzen.
4. Prognosebericht
Die Gesellschaft sieht sich als Teil einer weltweit führenden Gruppe auf dem sich entwickelnden Mobilitätsmarkt gut positioniert. Mobilität ist mehr als die Bereitstellung eines sauberen, zuverlässigen Autos der Wahl, mit dem ein Kunde von Punkt A nach Punkt B kommt. Mobilität bedeutet, dass Kunden über ihre Smartphones oder Tablets ihre Erfahrungen mit Produkten, Dienstleistungen und Mitarbeitern individuell gestalten. Das Beschaffungsumfeld zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr entspannter, die Auswirkungen der Halbleiterkrise auf den Neuwagenmarkt sind weitestgehend überwunden.
Die Auswirkungen des Russland-Ukraine Konflikts sind weiterhin zu spüren, zusätzlich belastet der Nahost-Konflikt die politische Lage. Die normalisierte Inflation lässt die (Iran...) Neuwagenpreise auf einem sehr hohen Niveau stagnieren.
Die erfolgreiche Kostenumstrukturierung im Jahr 2021, sowie die Einführung von modernen Pricing Tools und die Erhöhung von App-basierten Produkten haben die Auswirkungen dieser schwierigen marktwirtschaftlichen Bedingungen weitgehend abgemildert. Das allgemein niedrigere Zinsniveau und unsere stabilen Bankenbeziehungen führen zu weiteren Kosteneinsparungen.
Es wird erwartet, dass das Unternehmen auf absehbare Zeit auf diese Weise operieren wird, ohne dass Änderungen am Geschäft beabsichtigt sind, wobei der Fokus weiterhin auf Kostenoptimierung, Wachstum der Kerneinnahmen und Investitionen in die Infrastruktur liegt.
Die Gesellschaft agiert in einem sich ständig ändernden Geschäftsumfeld, in dem neue Risiken von Zeit zu Zeit entstehen können. Neue Risikofaktoren, Faktoren, die sich der Kontrolle des Unternehmens entziehen, oder Änderungen in den Auswirkungen identifizierter Risikofaktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Ergebnissen der Vergangenheit und / oder den erwarteten, geschätzten oder prognostizierten Ergebnissen abweichen. Obwohl das Management der Ansicht ist, dass die Annahmen angemessen sind, können sich einzelne oder alle zukunftsgerichteten Aussagen des Unternehmens als unzutreffend erweisen und die Gesellschaft kann keine Garantie für ihre zukünftige Entwicklung übernehmen.
Derzeit erwarten wir für das Geschäftsjahr 2026 einen leichten Anstieg der Vermietumsätze hauptsächlich getrieben durch eine verhaltene Firmenkundennachfrage. Aufgrund einer
verbesserten Kostenstruktur wird zudem mit einem besseren Jahresergebnis als im Vorjahr gerechnet.
5. Bericht über Forschung und Entwicklung
Das Unternehmen betreibt keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit.
Wien, am 25. September 2026
Gianluca Testa Apellie se
Alfredo Hernandez Peña