Inhaltsverzeichnis
CROMA-PHARMA GmbH
Leobendorf
Geschäftsführung:
Mag. pharm Andreas Prinz
Dkfm. Peter Haidenek
Bericht der Geschäftsführung:
Inhalt
1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Rahmenbedingungen 2025 ......................... 3 1.1 Generelle Entwicklung der CROMA-PHARMA GmbH 2025 ............................. 3 1.2 Entwicklung in den International Business Märkten .......................................... 4 2 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage ......................................................................... 5 3 Umwelt- und Arbeitnehmerbelange .......................................................................... 7 4 Ausblick für das Jahr 2026 ............................................................................................ 9 5 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten ................................................................. 11 5.1 Produktrisiko .........................................................................................................11 5.2 Technologierisiko ................................................................................................11 5.3 Personalrisiko .......................................................................................................12 5.4 Beschaffungsrisiko ...............................................................................................12 5.5 Markt- und Wettbewerbsrisiko ...........................................................................13 5.6 Kundenrisiko ........................................................................................................13 6 Finanzielle Risiken ........................................................................................................ 15 6.1 Zinsänderungsrisiko .............................................................................................15 6.2 Währungsrisiko ....................................................................................................16 6.3 Liquiditätsrisiko .....................................................................................................16 6.4 Rohstoffpreisrisiko ................................................................................................16 6.5 Ausfallrisiko ..........................................................................................................19 7 Forschung und Entwicklung ....................................................................................... 20
1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Rahmenbedingungen 2025
1.1 Generelle Entwicklung der CROMA-PHARMA GmbH 2025
CROMA-PHARMA GmbH konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut eine Umsatzsteigerung von insgesamt rund EUR 2,2 Mio (+ 1,79%) im Vergleich zu 2024 verzeichnen. Dies ist im Wesentlichen auf die starke Umsatzentwicklung der Polynucleotide zurückzuführen.
Die USA stellen weltweit den am weitest entwickelten Markt für ästhetische Medizin dar. 2025 konnte CROMA-PHARMA starke Partner für die USA gewinnen. Im September 2025 wurde die erwartete FDA-Zulassung für die Saypha-Filler erteilt und damit ein weiterer signifikanter Meilenstein in der Unternehmensgeschichte erreicht. Durch die Rekordabnahmemenge des wichtigsten Partners im Bereich Lohnherstellung in Südamerika konnte die schwache Entwicklung in China infolge regulatorischer Herausforderungen teilweise kompensiert werden.
In den internationalen Märkten wurde das Saypha-Portfolio sukzessive und erfolgreich auf die MDR-Version mit den entsprechenden Produktvorteilen umgestellt.
Die Croma GmbH und die Bey Pharma GmbH wurden durch die Verschmelzungsverträge vom 02.06.2025 auf die CROMA-PHARMA GmbH verschmolzen. Als Verschmelzungsstichtag wurde in beiden Fällen der Ablauf des 31.12.2024 vereinbart. Die Eintragung im Firmenbuch erfolgte am 24.07.2025.
Per 28.06.2024 wurde die Croma USA Inc. liquidiert, bleibt jedoch bis zum Ablauf von drei Jahren zum Zwecke der Liquidationsabwicklung aufgrund lokaler Anforderungen bestehen.
Die IBA Immobilien GmbH wurde durch den Verschmelzungsvertrag vom 02.06.2025 auf die CROMA-PHARMA GmbH verschmolzen. Als Verschmelzungsstichtag wurde der Ablauf des 31.12.2024 vereinbart. Die Eintragung im Firmenbuch erfolgte am 24.06.2025. Zahlen des laufenden Jahres sind aufgrund dieser Verschmelzung mit jenen des Vorjahres nur bedingt vergleichbar.
Im zweiten Quartal 2025 hat CROMA-PHARMA GmbH 100% der Croma Pharma Nordics AB (vormals Aktiebolaget Grundstenen 176509) erworben.
Im zweiten Quartal 2025 wurde die THAF Company, LLC gegründet, die Croma Pharma GmbH hält einen Anteil von 54,08%. Die Gesellschaft befindet sich in der Entwicklungsphase und verfügt über keine operative Geschäftstätigkeit. Zweck der Gesellschaft ist das Halten von Vertriebsrechten sowie die Vorbereitung und Durchführung des Zulassungsprozesses für Produkte in den USA.
1.2 Entwicklung in den International Business Märkten
Der Bereich International Business mit den strategischen Partnern konnte einen Zuwachs von 0,8% verzeichnen. Die Entwicklung war unter anderem durch den Verkaufsstart in den USA und die gute Verkaufsleistung in der Ukraine, Kuwait und Israel geprägt.
CROMA-PHARMA lieferte 2025 in 66 Länder der Welt an Distributoren sowie an Lohnfertigungskunden aus den drei Anwendungsbereichen Ophthalmologie und Orthopädie (CMOO – CMOO – Contract Manufacturing Orthopaedics and Ophthalmology) und minimal-invasive ästhetische Medizin (CMA – Contract Manufacturing Aesthetics). Die internationalen Partner verteilen die von CROMA produzierten Produkte wiederum in verschiedene Länder, sodass eine geringe Länder- bzw. Marktkonzentration angenommen wird.
Das CMA-Geschäft konnte im Berichtszeitraum um 8,8% gesteigert werden.
2 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Im abgelaufenen Berichtsjahr erwirtschaftete die Gesellschaft einen Umsatz von rund EUR 125,2 Mio. (Vorjahr: EUR 123,0 Mio.).
Das Betriebsergebnis betrug 2025 EUR 8,8 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) und verbesserte sich somit um EUR 8,4 Mio. Diese positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Umsatzentwicklung und auf den Rückgang der Personalkosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen zurückzuführen. Das Jahresergebnis betrug 2025 16,8 Mio. (Vorjahr: EUR -2,6 Mio.) und verbesserte sich somit um EUR 19,4 Mio.
CROMA-PHARMA konnte durch gezielte Kosteneinsparungsmaßnahmen und eine fokussierte strategische Ausrichtung Effizienzsteigerungen realisieren.
Die Nettoverschuldung, berechnet auf Basis der verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten (Bankverbindlichkeiten und Mietkaufverpflichtungen) abzüglich der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen, und liegt im laufenden Geschäftsjahr bei EUR 18,2 Mio. (VJ: EUR 28,5 Mio.) und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 10,3 Mio. reduziert (VJ: EUR 30,7 Mio. im Jahr 2024).
Die verfügbare Liquidität, errechnet aus der Summe der verfügbaren bzw. noch nicht ausgenützten Betriebsmittelrahmenkredite zuzüglich der Zahlungsmittel und kurzfristigen Einlagen, sank im Vergleich zum Vorjahr die freie Liquidität um EUR 9,8 Mio. auf EUR 27,2 Mio. per 31.12.2025 ab.
Im Anschluss wird die Geldflussrechnung dargestellt, die die Entwicklung der Zahlungsmittelbestände erläutert:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Mio. EUR | Mio. EUR | |
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 10,77 | 4,06 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | 1,93 | 1,63 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -18,09 | 5,58 |
| Änderung der Zahlungsmittel | -5,38 | 11,27 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||
| am Beginn der Periode | 15,54 | 4,27 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||
| am Ende der Periode | 10,16 | 15,54 |
Die Eigenkapitalquote betrug zum 31.12.2025 65% und ist damit im Jahresvergleich zum Vorjahr um 21% Punkte gestiegen. Die Eigenkapitalquote berechnet sich aus dem Quotienten des Eigenkapitals und der Bilanzsumme.
3 Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
CROMA-PHARMA hat ihre Nachhaltigkeitsstrategie einschließlich der darin definierten Ziele und Maßnahmen umfassend überarbeitet. Über das Nachhaltigkeitsmanagement, die wesentlichen Handlungsfelder sowie den Fortschritt bei der Zielerreichung berichtet das Unternehmen im jährlich veröffentlichten Sustainability Report. Zur verstärkten Einbindung interner und externer Stakeholder wurde im Berichtszeitraum eine Stakeholder-Befragung durchgeführt. Die Auswertung der Rückmeldungen bestätigte die fortbestehende Wesentlichkeit der identifizierten Umweltthemen Klima und Energie, Wasser, Ressourcen sowie Kreislaufwirtschaft. Ebenso blieb die Wesentlichkeit der sozialen Handlungsfelder Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit unverändert.
Im Berichtszeitraum nahm CROMA-PHARMA erneut erfolgreich an ESG-Ratings teil und konnte ihre Nachhaltigkeitsleistung weiter verbessern. Das Unternehmen wurde von EcoVadis mit der Goldmedaille ausgezeichnet (2024: Silbermedaille) und zählt damit zu den besten fünf Prozent der in den letzten zwölf Monaten bewerteten Unternehmen. Auch im Rahmen des Sustainability Report 2024 konnte eine Verbesserung erzielt werden: Mit einem Gesamtscore von 90,64 % übertraf CROMA-PHARMA das Vorjahresergebnis von 87 % und erreichte erneut den Excellence-Status sowie die Auszeichnung als Leading Company.
Darüber hinaus ist CROMA-PHARMA seit 2024 Mitglied von respACT, der österreichischen Unternehmensplattform für nachhaltiges Wirtschaften, sowie des UN Global Compact.
Am Betriebsstandort in Leobendorf, in welchem die Produktion untergebracht ist, werden die Kennzahlen in Bezug auf Umwelt kontinuierlich analysiert und daraus regelmäßig Optimierungsmaßnahmen abgeleitet.
In nachfolgender Tabelle werden die wichtigsten Verbrauchskennzahlen für 2025 im Vergleich zum Vorjahr angeführt:
| Umwelt Kennzahlen | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Wasserverbrauch in m³ | 21.570 | 20.709 |
| Gasverbrauch in kWh | 5.256.333 5.120.948 | |
| Stromverbrauch1 in kWh | 4.391.336 4.533.041 | |
| Stromertrag aus PV Anlage in kWh | 223.011 | 187.310 |
Das Unternehmen beschäftigte zum 31. Dezember 2025 368 Mitarbeiter, welche auf Voll- oder Teilzeitbasis angestellt sind (Vorjahr 415). Den Beschäftigten werden unterschiedliche, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Aus- und Weiterbildungsprogramme angeboten. Einen wichtigen Stellenwert nehmen die Themenbereiche Arbeitsplatzsicherheit und Gesundheitsförderung ein. Das Spektrum der freiwillig angebotenen Sozialleistungen reicht vom Zuschuss zum Mittagstisch bis zu Fitnessprogrammen.
1 * ) ¹ Der Wert enthält eine Schätzung für einen Standort.
4 Ausblick für das Jahr 2026
Im Jahr 2026 wird ein Großteil der langfristigen strategischen Ziele weiterverfolgt. Es wird erwartet, dass die FDA-Zulassung für Saypha in den USA die Marke CROMA im globalen Kontext weiter stärken und differenzieren wird.
Die FDA-Zulassung des zweiten Produktes, Saypha ChiQ, wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 erfolgen. Die von dem US-Partner bereits gestarteten Launch-Programme können sodann um ein weiteres Kernprodukt erweitert werden.
Anlässlich des globalen branchenspezifischen Kongresses IMCAS in Paris im Januar 2026 wurde die eigene PRP/PRF-Technologie Exprecell als Portfolio-Neuaufnahme erfolgreich vorgestellt. Die ersten Kunden in Europa arbeiten bereits mit diesem System, im internationalen Geschäft soll Exprecell in mindestens drei Zielmärkten im laufenden Jahr eingeführt werden und weitere Expansion soll in den Folgejahren folgen.
Der Ausblick für das Geschäft mit Letybo ist ebenfalls positiv. Mit Serbien, Ungarn und Zypern werden zusätzliche Märkte erschlossen, zudem wird in den Vertriebstochtergesellschaften ein deutliches Wachstum erwartet.
Die kontinuierliche Entwicklung des Polynukleotid-Portfolios leistet einen signifikanten Beitrag zu Umsatz und Marge. Im Jahr 2026 wird CROMA die bereits initiierte Expansion in strategisch relevante internationale Märkte fortführen. Dadurch werden die Positionierung des CROMA-Portfolios sowie die Geschäftsbeziehungen zum bestehenden Partnernetzwerk weiter gestärkt. In Europa gilt es, die Marktführerschaft gegenüber dem koreanischen Mitbewerb zu verteidigen.
Generell sieht der Ausblick für die europäischen Vertriebstochtergesellschaften vielversprechend aus. Umstrukturierungen sowie die Akquise erfahrener Sales- und Marketing-Mitarbeiter sorgen für eine deutlich verbesserte Qualität im Direktgeschäft. Der Liquidationsprozess der rumänischen Vertriebstochtergesellschaft wurde Ende 2025 gestartet und das lokale Geschäft wird ab 2026 von einem starken lokalen Partner abgewickelt, woraus ein zusätzlicher Wachstumsschub erwartet wird.
In China wird ein Turnaround nach Lösung der regulatorischen Herausforderungen bis Ende Mai erwartet. Zusätzlich wird ein Teil des lokalen HA-Portfolios auf die globale Marke Saypha umgestellt, um das Portfolio besser im Markt positionieren zu können.
In den Regionen APACund LATAM wird ebenfalls ein stetiges Wachstum erwartet. Das Ergebnis wird durch zahlreiche Neueinführungen (unter anderem Saypha Lips, Revitalis, PolyPhil) sowie ein deutlich verbessertes Partnermanagement gefördert. Wie bereits im Jahr 2025 werden Distributoren, die unter den Erwartungen bleiben, durch leistungsstarke Partner ersetzt.
Strategisch wichtige, umsatzstarke Partner haben ihre Abnahmemenge aus dem vergangenen Jahr für 2026 weitgehend bestätigt.
CROMA-PHARMA erwirtschaftet rund 89% seiner Produktumsätze im Markt für ästhetische Medizin, welcher gemäß unabhängigen Marktanalysen im Jahr 2026 um rund 6– 7 % wachsen soll. Der Gesamtmarkt zeigt sich trotz fortlaufender Inflation und teilweiser Rezession resilient, bleibt jedoch weiterhin hinter den Erwartungen zurück. Global beobachtet die Unternehmung einen Trend zu regenerativen Injektionsmaterialien bei gleichzeitiger Abflachung des Wachstums im Bereich der Hyaluronsäure-Filler. Mit dem neu positionierten Portfolio, inklusive diverser regenerativer Technologien (u. a. Polynukleotide, PDO-Fäden, Revitalis HA sowie dem neu gelaunchten PRP-System), sieht sich CROMA im Jahr 2026 gut aufgestellt, um am Marktwachstum zu partizipieren.
Zur weiteren Diversifizierung des Geschäfts steigt CROMA-PHARMA erneut in das Direktgeschäft der Orthopädie ein – bisher wurde dieser Bereich nur in der Lohnherstellung bedient.
5 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
5.1 Produktrisiko
Die von CROMA-PHARMA GmbH produzierten und lizenzierten Produkte fallen in die Kategorie der Kosmetika, Medizinprodukte und Arzneimittel. Die Herstellung und Freigabe von Arzneimitteln, welche von CROMA-PHARMA ausschließlich lizenziert werden, sowie von Medizinprodukten der Klasse III, unterliegt strengen Anforderungen, die im Wesentlichen im Arzneimittelrecht (Directive 2001/83) und im Medizinprodukterecht MDR (Verordnung 2017/745) geregelt sind. Allen voran ist es notwendig, ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) aufzusetzen und gemäß den jeweils aktuellen Vorgaben aufrecht zu erhalten. Das QMS umfasst unter anderem auch das Produktrisikomanagement. Dabei werden vor allem Produktdesign- sowie Herstellungsrisiken bewertet und durch gezielte Maßnahmen minimiert. Alle Systeme, die einen Einfluss auf die Produktqualität bzw. auf die Patientensicherheit haben können, müssen im QMS integriert und alle Änderungen von qualitätsrelevanten Systemen und Prozessen über einen strukturierten Änderungsprozess dokumentiert werden. Dazu gehören z.B. auch die QMS relevanten EDV-Systeme. Nach Produktlaunch bedarf es eines validen Systems um Rückmeldungen vom Markt sowie potenzielle Vigilanz Fälle zu erfassen und bei Bedarf effizient Maßnahmen umzusetzen. Da Testungen im Rahmen der Herstellung und Marktfreigabe der Chargen sehr engmaschig stattfinden und regelmäßig von den Behörden im Rahmen von Audits und Inspektionen geprüft werden, ist die Produktreklamationsquote sehr gering und bisher ist es betreffend von CROMA produzierten Produkten weder zu Rückrufen noch zu Produkthaftungsfällen gekommen. Das Produktrisiko ist daher als sehr gering einzustufen.
5.2 Technologierisiko
Die Produktlebenszyklen im Pharma- bzw. Medizinproduktebereich sind sehr lang. Die Technologien, die hinter den von CROMA-PHARMA produzierten Produkten stehen, haben sich seit 20 Jahren im ästhetischen und seit über 25 Jahren im orthopädischen und ophthalmologischen Geschäftsfeld nicht grundlegend geändert. Die enorm hohen Kosten sowie die gestiegenen regulatorischen Anforderungen, neue Produkte
zuzulassen, führen dazu, dass in den nächsten Jahren keine wesentlichen Innovationen in den von der Unternehmung bearbeiteten Märkten zu erwarten sind. Daher wird das Risiko, dass Mitbewerber mit neuen innovativen Technologien wesentliche Marktanteile gewinnen bzw. die Unternehmung vom Markt verdrängen könnte als gering eingeschätzt.
5.3 Personalrisiko
Hohe Fluktuation ist bei qualifizierten Mitarbeitern in der Pharmabranche kritisch, da es durch Engpässe am Arbeitsmarkt schwierig ist, qualifizierte pharma- bzw. medizinprodukteerfahrene Arbeitskräfte einzustellen. Andererseits kann es durch umfangreiche und langwierige Einschulungsprozesse bei kurzfristigen Abgängen zu Ressourcenengpässen kommen, die unter anderem Verzögerungen im Routinebetrieb als auch Projektverzögerungen verursachen können. Um dem entgegenzuwirken, setzt die Unternehmung zahlreiche Maßnahmen, um als Arbeitgeber nach innen und nach außen attraktiv zu sein. Darüber hinaus wird durch einen professionell strukturierten Personalauswahlprozess sichergestellt, qualifiziertes Personal einzustellen. Das Management stuft das Personalrisiko mittel ein.
5.4 Beschaffungsrisiko
Die Verfügbarkeit von Rohstoffen und lizenzierten Produkten ist kritisch für die Produktion und folglich für die Verfügbarkeit von Fertigerzeugnissen und Handelswaren, um Umsätze erzielen zu können.
Insbesondere ist CROMA-PHARMA auf die Verfügbarkeit von Produkten ihres Partners in Südkorea angewiesen. Bei diesem Partner bestehen nach bestem Wissen keine Kapazitätsengpässe und die Produktverfügbarkeitsrisiken werden als sehr gering eingeschätzt.
Mit einem weiteren Partner besteht eine globale Vereinbarung für das Polynucleotid Produkt. Trotz des erfreulich starken Wachstums werden keine Lieferengpässe erwartet. Der Partner kontrolliert den gesamten Herstellungsprozess in seinem Werk und ist auf
Kapazitätssteigerungen ausgerichtet. CROMA-PHARMA genießt die Position des stärksten und wichtigsten Partners und wird entsprechend priorisiert behandelt.
Die Unternehmung verfolgt die Strategie, bei kritischen Lieferanten einen Zweit- bzw. Drittlieferanten zu qualifizieren, für ausreichende Rohstoff-Reservebestände im Lager zu sorgen oder sehr eng mit dem Lieferanten zusammenzuarbeiten bzw. vertragliche Vereinbarungen zu treffen, um das Risiko von Versorgungsausfällen minimieren zu können. Das Beschaffungsrisiko wird vom Management als mittel bewertet.
5.5 Markt- und Wettbewerbsrisiko
In den letzten zehn Jahren sind die Auflagen und Vorgaben im Pharma- bzw. Medizinproduktebereich massiv gestiegen. Es ist zunehmend aufwändiger für neue Unternehmen in die Märkte von CROMA-PHARMA einzutreten. Die Gesamtkosten sowie die lange Durchlaufzeit von der Einstellung von qualifiziertem Personal, der Planung eines Produktionsstandorts bis zur Zulassung eines Produkts stellen sehr große Markteintrittsbarrieren dar. Daher schätzt die Unternehmung das Markt- bzw. Wettbewerbsrisiko als niedrig ein.
5.6 Kundenrisiko
Die Bewertung des Kundenrisikos hängt von der Kundenkategorie ab. Die Contract Manufacturing-Kunden sind stark von CROMA-PHARMA als Lieferant abhängig, da ein Lieferantenwechsel in der Regel mit hohen Kosten verbunden ist. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass bei einem Wechsel meist kostspielige Studien durchgeführt werden müssten, die Beschaffung von Produktionsequipment erforderlich wäre, der Herstellprozess neuerlich zu validieren und eine Änderung bzw. eine Neueinreichung bei der für die Zulassung zuständigen Behörde notwendig wäre. Folglich wird das Risiko, dass ContractManufacturing-Kunden die Vertragsbeziehung mit CROMA- PHARMA auflösen, als sehr gering eingestuft.
Anders ist das Kundenrisiko einzuschätzen, wenn der Anwender ein Direktkunde ist. Ärzte können wesentlich einfacher den Lieferanten wechseln, was als Risiko auf der Bestandskundenseite und Chance auf der Seite der Kundenakquise zu betrachten ist. Die Unternehmung verfolgt die Strategie durch ein möglichst umfassendes Produktportfolio und individuell zugeschnittene Dienstleistungsangebote alle Kundenanforderungen abzudecken, um so die Kunden an CROMA-PHARMA zu binden. Dadurch kann einerseits das Risiko reduziert werden Kunden zu verlieren, andererseits wird dadurch die Erfolgswahrscheinlichkeit in der Neukundenakquise erhöht.
Das Kundenrisiko wird vom Management insgesamt als gering eingestuft.
6 Finanzielle Risiken
CROMA-PHARMA GmbH ist im Rahmen der Geschäftstätigkeit einer Reihe von finanziellen Risiken ausgesetzt. Die Steuerung dieser obliegt dem Management, welches von den internen Fachabteilungen unterstützt wird und die Risikostrategie koordiniert.
6.1 Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Das Zinsänderungsrisiko der Unternehmung besteht aus drei Komponenten: Der durchschnittlichen Laufzeit sämtlicher Finanzierungen, der Art der vereinbarten Verzinsung (fixe oder variabel) und der etwaigen Veränderung der Bonität der Gesellschaft während der Laufzeit der Finanzierung. Bei fixer Verzinsung liegt das Risiko in sinkenden, bei variabler Verzinsung in steigenden Zinssätzen.
Um die Inflation in der Eurozone zu stabilisieren, hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzinskurs 2025 mit mehreren Senkungen bis Jahresmitte fortgesetzt. Im zweiten Halbjahr des vorangegangenen Geschäftsjahres bewegten sich die EZB-Kurse auf einem stabileren, moderaten Niveau. Durch Rückführung eines Schuldscheindarlehens mit variablem Zinsanteil in Höhe von EUR 14,5 Mio. (Rückführung insgesamt EUR 16,5 Mio.) Anfang 2025 sowie Wechsel der Leasingverpflichtung für die Betriebsimmobilie von einer variablen in eine Fixverzinsungsvereinbarung Mitte letzten Jahres, wurde das Zinsänderungsrisiko im Laufe des vorangegangenen Geschäftsjahres maßgeblich reduziert.
Es wurden keine Derivate zur Risikoabsicherung abgeschlossen.
6.2 Währungsrisiko
Das Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund der Änderungen der Wechselkurse Schwankungen ausgesetzt sind. Im Prinzip ist die Gesellschaft nur den Wechselkursschwankungen zwischen der Einbuchung von Rechnungen und der Bezahlung von Waren und Dienstleistungsrechnungen an Drittlieferanten ausgesetzt, alle andere Geschäfte werden im Wesentlichen in Euro getätigt.
Gesamt betrachtet wird das Währungsrisiko in der aktuellen Situation vor allem aufgrund des geringen Einkaufsvolumens außerhalb der Eurozone (Ein- und Verkauf erfolgen im Wesentlichen in der Hauswährung) wie bereits in der Vergangenheit als gering eingeschätzt, daher war es bisher nicht notwendig Risikominimierungsmaßnahmen zu ergreifen.
6.3 Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass erforderliche Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht zur Verfügung stehen. Beurteilung und Monitoring des Liquiditätsrisikos erfolgt auf Basis des wöchentlich an die Geschäftsführung berichteten Liquiditätsstatus sowie dem monatlichen Management Report mit mehrwöchiger, rollierender Liquiditätsplanung. Aus diesen Instrumenten wird die frei verfügbare Liquidität abgeleitet. Zudem wird das Liquiditätsrisiko durch die laufende Sicherstellung einer Liquiditätsreserve minimiert.
6.4 Rohstoffpreisrisiko
Die Volatilität bestimmter Rohstoffpreise hat Auswirkungen auf das Unternehmen. Seine betrieblichen Tätigkeiten erfordern laufend den Kauf und die Herstellung von Produkten für die minimal-invasive ästhetische Medizin, für den Augenheilkunde- und den Orthopädiebereich. Im Produktionsprozess werden zudem Kunststoffe (Spritzenteile, Verpackungsbeschichtung) und Papier (Verpackung, Etiketten, Beipackzettel) verwendet. Das Unternehmen ist demzufolge dem Risiko von Preisschwankungen ausgesetzt.
Standardkunststoffe[1]:
Im Jahr 2025 sank der europäische Preisindex für PE-LD Spritzguss (Polyethylen – Low density) leicht auf EUR 1.670 / t ausgehend von EUR 1.730 / t (Januar 2026 vs. Januar 2025), dies entspricht einer Reduktion um 4,5%. Für Osterreich liegen keine vergleichbaren Daten vor.
Die Versorgungslage im Jahr 2025 war sehr stabil und vergleichbar zum Vorjahr, für 2026 wird weiterhin mit stabiler Versorgung sowie mit stabilen Preisen gerechnet.
Papier 2):
Im Jahr 2025 war die Preisentwicklung bei Faltschachtelkarton stabil, für 2026 wird mit stabiler Versorgung sowie aufgrund von Lieferantenwechsel mit sinkenden Preisen gerechnet.
Energie (3):
Der Preis für Erdgas stieg in Österreich von Dezember 2024 bis Dezember 2025 um 3,5%, der Strompreis verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 41,9%.
Im April 2025 wurde die Hälfte der geschätzten Bedarfsmenge an Erdgas wie auch Strom für die Jahre 2026-2028 preislich fixiert und damit das Risiko für Preisschwankungen deutlich reduziert.
Das Risiko durch Energiepreisschwankungen ist weiterhin als gering einzustufen, da die Energiekosten im Verhältnis zum Umsatz weniger als 1% betragen.
1 Quelle: KI Web |
https://www.kiweb.de/Default.aspx?pageid=399&.docid=256568& query=(BAT:polymerpreise%20AND%20BAT:%27januar%202025%27) https://www.kiweb.de/Default.aspx?pageid=399&docid=257915&query=(BAT:PE%20AND%20BAT:LD%20AND%20BAT:spritzguss) 12 Quelle: https:/www.euwid-papier.de/maerkte/faltschachtelkarton-deutschland/?mp=211946/ 131) Austrian Energy Agency | https://www.energyagency.at/fakten/energiepreisindex
Allgemein[4]:
In Österreich sanken die Erzeugerpreise der Industrie zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 um 1,9%.
Die Einkaufspreise der CROMA-PHARMA GmbH konnten im Jahr 2025 um ca. 4,9% im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden.
Das Unternehmen erwartet auf Basis des Rohstoffeinkaufsvolumens 2025 weitgehende Preisstabilität im Jahr 2026. Diese Schätzung basiert auf der Erwartung, dass geforderte Preiserhöhungen in 2026 unter der erwarteten Inflation gehalten werden können (ca. 2,4% in Österreich) sowie weitere Preissenkungen erwirkt werden können.
CROMA schließt Lieferantenverträge, welche fixe Preise oder indexierte Preisanpassungen vorsehen, meist auf drei, fünf oder zehn Jahre ab, um langfristige Versorgung mit Rohstoffen sicherzustellen. Die Lieferverträge werden vor Ablauf neuverhandelt und fortgesetzt. Die Hauptprodukte in der Fertigung sind Spritzen mit Hyaluronsäure in verschiedenen Variationen. Die Einkaufsabteilung führt regelmäßig Simulationen über die möglichen Entwicklungen der Einkaufspreise durch. Aufgrund des niedrigen Anteils der Rohstoffe an der gesamten Kostenstruktur und der Fähigkeit des Unternehmens, Rohstoffpreiserhöhungen an Kunden weiterzugeben, ist das Risiko in diesem Bereich als gering einzustufen.
Aus den aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten ergeben sich auch wirtschaftliche Unsicherheiten. Eine geopolitische Eskalation kann Energiepreise (Strom/Gas/Öl) sowie Rohstoff- und Vorleistungskosten erhöhen. Zudem sind Logistikrisiken möglich, etwa durch Störungen internationaler Transportketten, längere Laufzeiten, Kapazitätsengpässe und steigende Frachtkosten. Zusätzlich ist in angespannten geopolitischen Phasen häufig ein erhöhtes Cyber- und Sicherheitsrisiko zu beobachten. Zum jetzigen Zeitpunkt können die Auswirkungen nicht abschließend abgeschätzt werden. Die Gesellschaft ist jedoch absatzseitig nicht in sehr wesentlichem Umfang von den geopolitischen Eskalationen betroffen.
6.5 Ausfallrisiko
Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Kundenvertrags oder Bestellvorgangs nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. CROMA-PHARMA GmbH ist im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) ausgesetzt.
Der Wertberichtigungsbedarf wird zu jedem Abschlussstichtag anhand einer Wertberichtigungsmatrix bzw. der historischen Werte einzelner bedeutender Kunden zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste analysiert. Die Gesellschaft beurteilt die Risikokonzentration bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und bei den Vertragsvermögenswerten als gering, da die Kunden in verschiedenen Ländern ansässig sind und die tatsächlichen Ausfälle in den vergangenen Jahren unwesentlich waren.
Zur nachhaltigen Minimierung des Ausfallrisikos implementierte das Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 2022 ein strukturiertes Debitorenmanagement und ergänzte dieses durch den Abschluss einer Kreditversicherung, welche einen Großteil der Forderungen aus Lieferungen besichert. Die bereits bestehenden Versicherungslimits sowie der Umfang der einbezogenen Forderungen werden kontinuierlich überwacht und in regelmäßigen Abständen an veränderte Rahmenbedingungen angepasst.
Im Rahmen des Risikomanagements erfolgt ein kontinuierliches Reporting und mehrstufiges Mahnwesen zur frühzeitigen Identifikation und Steuerung potenzieller Ausfallrisiken. Durch die regelmäßige Analyse relevanter Kennzahlen – insbesondere im Hinblick auf Forderungsbestand, Zahlungsziele und Zahlungsverhalten – werden Risikopositionen zeitnah erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet.
CROMA-PHARMA beurteilt die Risikokonzentration bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als gering.
7 Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung wird innerhalb des Unternehmens in Österreich betrieben. Im Jahr 2025 wurden insbesondere Projekte mit dem Schwerpunkt Dermatologie bearbeitet, wobei ein wesentlicher Teil der Ressourcen in die Weiterentwicklung und Neuzulassung der intradermalen Filler Technologie floss.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Jahr 2025 beliefen sind auf ca. EUR 6 Mio. (VJ: ca. EUR 11,9 Mio.). Die Forschungs- und Entwicklungsquote, gemessen am Umsatz, sank von 9,69 % im Jahr 2024 auf 4,82 % im Jahr 2025.
Leobendorf, am 25. März 2026
1. Intine
CROMA-PHARMA GmDH
Geschäftsführung