Inhaltsverzeichnis
SBM Mineral Processing GmbH Oberweis 401 A-4664 Oberweis / Gschwandt FN 91658t, LG Wels
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
1.1. Geschäft und Rahmenbedingungen
Das oberösterreichische Traditionsunternehmen SBM Mineral Processing GmbH ist auf zwei Hauptgeschäftsfelder aufgebaut. Zum einen ist SBM einer der führenden Komplettanbieter von Aufbereitungs- und Förderanlagen für die Rohstoff- und Recyclingindustrie und zum anderen für Betonmischanlagen für Transport- und Werksbeton. SBM steht für mehr als 70 Jahre Erfahrung und hat sich am Weltmarkt als Anbieter von Gesamtlösungen für höchste Anforderungen und in einigen Geschäftsbereichen auch als Marktführer etabliert.
Die Rahmenbedingungen des Jahres 2025 waren für viele Wirtschaftsbereiche herausfordernd, als Resultat ist globales Wachstum weitgehend ausgeblieben. Auch der österreichische Markt erholt sich nur langsam, beherrschende Themen waren nach wie vor die Inflation. Osterreich hat sich gegenüber den meisten anderen EU-Staaten durch die Inflation etwas, gegenüber der Schweiz signifikant verschlechtert. Das hat einerseits zu einer schlechteren Ausgangsposition geführt, andererseits aber auch zu neuem Mitbewerb.
Die Investitionsanreize in Deutschland, die ohnehin spät beschlossen wurden, sind im Tagesgeschäft noch kaum spürbar. Da die DACH-Region den Kernmarkt der SBM darstellt, wurde aus den genannten Gründen der Fokus sehr stark auf die vertrieblichen Aktivitäten gelegt.
Hauptaugenmerk war hier auf die Weltleitmesse BAUMA zu legen, die im April des Jahres auf dem Messegelände in München stattfand. Mit rd. 600.000 Besuchern aus über 200 Ländern gelang hier ein starker Auftakt, dem auch einige Neukunden zu verdanken sind. Nicht nur die Messe selbst war ein Erlebnis, auch das 75-jährige Firmenjubiläum wurde gefeiert. Ein Blick auf die Unternehmensgeschichte zeigt einmal mehr, dass die SBM trotz konjunktureller Herausforderungen nicht nur stabil aufgestellt, sondern geprägt von technologischen Innovationen ist und auf moderne Lösungen in der Beton- und Aufbereitungstechnik setzt.
Ein weiterer Erfolg ist der Markteintritt in den USA, der auf Grund der Handelskonflikte mit einigen Mühen verbunden war und vermutlich weiterhin sein wird, Dennoch konnten nun beide SBM Business Units mit ihren mobilen und supermobilen Anlagen in Ubersee Fuß fassen und die ersten Marktanteile gewinnen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um auch der Abhängigkeit der DACH- Region entgegenzuwirken. Mit Unterstützung der CONEXPO, der wichtigsten Messe
in Nordamerika in unserer Branche, die im März 2026 in Las Vegas stattfand, wird der konsequente Weg, den amerikanischen Markt zu bearbeiten, fortgeführt.
Von Bedeutung ist weiterhin die strategische Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik Liezen und Gießerei Ges.m.b.H. (MFL), die in der hauseigenen Fertigung die Kernkomponenten auf Basis des SBM-Engineerings herstellt sowie einen erheblichen Teil der internen Montage bewerkstelligt. Für die mobilen Brechanlagen wurde dazu eigens die Produktionsbereiche adaptiert und mit einer neuen Fertigungsstraße ausgestattet.
Im November 2025 hat Hr. Ing. Reinhard Haider die Geschäftsführung zurückgelegt, Hr. Dipl.-Ing. Erwin Schneller ist nunmehr als alleiniger Geschäftsführer bestellt.
1.2. Bericht über die Zweigniederlassungen
Die SBM Mineral Processing GmbH besitzt derzeit keine Zweigniederlassungen, aber eine Engineeringstochter, TDR-Engineering in Slowenien steht im mehrheitlichen Anteil (75%) von SBM.
Zudem wurde bereits im Herbst 2022 ein Joint Venture, Aggregate Sp.z.0.0. in Polen gegründet. Es handelt sich dabei um eine strategische Partnerschaft mit einem langjährigen Lieferanten, wo SBM 20% der Anteile innehält und das Fertigungs-Know-How weiterentwickelt. Die Eintragung in das lokale Firmenbuch erfolgte im Geschäftsjahr 2023.
1.3. Geschäftsverlauf
Ertragslage
2025 wurde ein Umsatz von 72,0 MEUR (VJ 98,4 MEUR) und eine Betriebsleistung (ohne sonstige betriebliche Erträge) in Höhe von 77,2 MEUR erzielt (VJ 90,9 MEUR, Vorjahresdaten wurden angepasst).
Im Geschäftsjahr 2025 wurde der budgetierte Umsatz von rd. 94,4 MEUR aufgrund von Verschiebungen von kundenseitigen Genehmigungen nicht erreicht, dafür wurde das budgetierte Ergebnis mehr als verdoppelt. Beim Umsatz konnten die Zahlen in beiden Business Units nicht erreicht werden.
Besonders von den Verschiebungen betroffen war der stationäre Bereich inkl, dem Einzelmaschinensegment der Aufbereitungstechnik, daher konnte hier lediglich ein negatives Ergebnis erwirtschaftet werden. Bei den mobilen Anlagen konnten zwar eine höhere Stückzahl als im Vorjahr verkauft werden, allerdings wurde dennoch das Planziel nicht erreicht, da Investitionen nach wie vor vorsichtig erfolgen. Einzig das After Sales und Service, welche den Folgeumsatz der zuvor erwähnten Sparten generiert, konnte neben einem Rekordumsatz auch ein mehr als beachtliches Ergebnis einfahren, das die Aufbereitungsseite wesentlich stützt. Das Ergebnis auf der Betontechnikseite wurde durch die deckungsbeitragsstarke Sparte der supermobilen Anlagen erzielt, während die anderen Sparten der Betontechnik zwar den Umsatz nicht erreichen konnten, das Ergebnis in Summe aber relativ neutral geblieben ist.
Insgesamt konnten die Projekte auch durch die Konzentration auf die geringere Projektanzahl als auch durch gesunkene Zukaufspreise, insbesondere im Stahlbereich, die nun auf einem Niveau ähnlich 2020 sind, wieder besser abgerechnet werden, da sich diese Faktoren unmittelbar niederschlagen.
Das Ergebnis vor Steuern beträgt somit 1.821 TEUR (Plan 759 TEUR; VJ 2.979 TEUR). Es betont die Wichtigkeit des Produktportfolios in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als auch die Notwendigkeit kontinuierliche Verbesserungen voranzutreiben, um in einem schnelllebigen Umfeld bestehen zu können.
Finanzlage
Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtszeitraum ausreichend, die Zahlungen erfolgten termingerecht und ausschließlich unter Nutzung der etwaig gewährten Skonti.
Zum 31.12.2025 wird ein positives Eigenkapital in der Höhe von 22,5 MEUR (V] 24,8 MEUR) ausgewiesen.
Die Finanzierung mittlerer und großer Aufträge erfolgt Großteils über dem Projekt- Cashflow angepasste Zahlungsbedingungen, ggfs. unterstützt in Einzelfällen auch durch Projektfinanzierungen, wobei diese im letzten Jahr nicht mehr zur Anwendung kamen. Auf Grund der guten Liquiditätssituation wurde der 2024 verlängerte OeKB Ergänzungs-KRR per Ende April des vergangenen Jahres vorzeitig aufgekündigt und rückgeführt. Dagegen bleibt der KRR-Rahmen der OeKB-Exportfinanzierung weiterhin bestehen. Eine weitere Anderung erfolgte im Bereich des Factorings. Hier wurde aus oben genannten Gründen per Ende Oktober der Rahmen für Forderungsverkäufe beendet. Alle anderen Finanzierungsinstrumente bleiben im Wesentlichen unverändert bestehen.
Die Entwicklung des Unternehmens lässt sich anhand folgender Leistungsindikatoren (Werte in TEUR) darstellen:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| EBIT | 2.008 | 3.494 |
| Umsatzrentabilität | 2,8% | 3,6% |
| Eigenkapita lrentabilität | 7,7% | 12,7% |
| Gesamtkapitalrentabilität | 3,5% | 5,9% |
| Nettoverschuldung | -1.312 | 3.162 |
| Working Capital | 23.072 | 25.492 |
| Eigenkapitalquote | 37,4% | 45,4% |
| Nettoverschuldungsgrad | -5,8% | 12,7% |
| Netto-Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis | 2.312 | 3.536 |
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 9.012 | 5.641 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -320 | 37 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -5.113 | -5.827 |
Definitionen der Finanzkennzahlen:
| Ergebnis der gewöhnlichen | -flüssige Mittel | |
|---|---|---|
| Geschäftstätigkeit | EBIT | = Nettoverschuldung |
| -Zinsen und ähnliche | /(Gesamtkapital G) | kurzfristiges Umlaufvermögen |
| Aufwendungen | +Gesamtkapital VJ)/2 | -kurzfristiges Fremdkapital |
| =EBIT | = Gesamtkapitalrentabilität | =Working Capital |
| EBIT | Anleihen | Eigenkapital |
| /Umsatzerlöse | +Verbindlichkeiten KI oder | /Gesamtkapital |
| = Umsatzrentabilität | Finanzierung | = Eigen kapitalquote |
| Ergebnis der gewöhnlichen | + Abfertigungsrückstellungen | Nettoverschuldung |
| Geschäftstätigkeit | + Pensionsrückstellungen | /Eigenkapital |
| /(Eigenkapital GJ | + Jubiläumsgeldrückstellungen | = Nettoverschuldungsgrad |
| + Eigenkapital VJ)/2 | =verzinsliches Fremdkapital | |
| = Eigen ka pita lrentabilität |
Vermögenslage
Durch die fortlaufend positive Entwicklung des Unternehmens konnte die Eigenkapitalquote im Vorjahr auf 45,4% verbessert werden. Auf Grund von Finanzierungstätigkeiten und der höheren Bilanzsumme stellt sich Ende 2025 die Eigenkapitalquote von 37,4% ein und bleibt daher deutlich über der 30%-Marke, die es als Benchmark anzustreben gibt.
Die Anlagenintensität zum Bilanzstichtag beträgt 2,2% (VJ 2,4%), der Anteil der Vorräte am Gesamtkapital in Höhe von 67,9% bleibt ähnlich zum Vorjahr (VJ 64,6%) und ist einerseits noch dem Uberhang an Mobilanlagen am Lager zuzurechnen, andererseits dem Anstieg an noch nicht abrechenbaren Leistungen. Hier handelt es sich um Kundenaufträge, die auf Grund von Genehmigungsverzögerungen ins Folgejahr mitgenommen werden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben einen Anteil von 18,8% (VJ 27,8%) an der Bilanzsumme, dies ist prozentuell gesehen ein deutlicher Rückgang, der sich im rückläufigen Umsatz und der gestiegenen Bilanzsumme begründen lässt.
2. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken der Unternehmung
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Insgesamt kann die Geschäftslage von SBM als stabil beurteilt werden. Dies spiegelt sich auch in dem für 2026 budgetierten Umsatz bzw. Ergebnis wider (Umsatz 2020: 88.239 TEUR, 2021: 118.627 TEUR, 2022: 115.720 TEUR, 2023: 118.939 TEUR, 2024: 98.357 TEUR, 2025: 72.019 TEUR, Budget 2026: 96.180 TEUR). In den vorangegangenen Geschäftsjahren konnten die positiven Ergebnisse jährlich gehalten werden (2020: 4,0 MEUR, 2021: 8,9 MEUR, 2022: 3,1 MEUR, 2023: 2,6 MEUR, 2024: 3,0 MEUR). Im Jahr 2025 konnte ein positives Ergebnis in Höhe von 1,8 MEUR erzielt werden. Nachdem der Absatzmarkt der SBM noch verhalten ist und sich langsamer erholt als erwartet, wurde ein ähnlich vorsichtiges Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,8 MEUR für 2026 geplant.
2.2. Risikoberichterstattung
Der Auftragsstand, der aus einem Mix aus den beiden Business Units Aufbereitungs- und Betontechnik besteht, konnte das Vorjahresniveau erreichen, allerdings nicht an die vorangegangenen guten Jahre anknüpfen, was nach wie vor den wirtschaftlichen Problemstellungen geschuldet ist. Der Stand an Angeboten, insbesondere in der Businessunit Aufbereitung, ist auf einem sehr hohen Niveau, was zuversichtlich macht, dass der Auftragsstand weiter anziehen wird. Auftragsvergaben erfolgen immer noch sehr zurückhaltend, der Grund ist nicht zuletzt in den zuvor erwähnten Genehmigungsverfahren zu finden, die nach wie vor schwerfällig erfolgen.
Das Budget 2026 wurde dementsprechend zurückhaltend geplant, denn letztlich wird das tatsächliche Ergebnis von der Markterholung in den SBM-Kernmärkten abhängig sein. Die ungewöhnlich lange Rezessionsperiode, die in vielen Bereichen unsere Kunden zu einem Investitionsrückstau geführt hat und SBM gleichzeitig genützt hat, um sich wettbewerbsfähig aufzustellen, stimmt zuversichtlich, dass sich die Auftragsbücher wieder füllen werden, wenngleich die Erholungsphase langsamer als gewohnt abläuft.
3. Forschung und Entwicklung
Im Forschungs- und Entwicklungsbereich wurden im Berichtsjahr ca. 2,4 MEUR für Produktweiter- und -neuentwicklungen aufgewendet. Die Leistungen sind zu rund 58% der Aufbereitungstechnik bzw, zu 42% der Betonsparte zuzurechnen. Die Entwicklungskosten wurden einerseits für Anlagenprototypen und andererseits für Entwicklungen in die Qualität und Serviceorientierung als auch die Nachhaltigkeit der Produkte verwendet.
4. Finanzinstrumente
Es wird in der Regel in Euro fakturiert und die Kundenzahlungen (An-, Teilzahlungen) werden in Anlehnung an den geplanten Projektfortschritt vereinbart. In Ausnahmefällen wird auch in Fremdwährungen fakturiert, wobei der Währungsumrechnungskurs in diesen Fällen grundsätzlich abgesichert wird. Zum Stichtag 31.12.2025 liegen Währungssicherungsgeschäfte vor. Die Factoringverträge, die seit Dezember 2015 bestanden, wurden per Ende Oktober 2025 aufgelöst, wie in Kapitel 1.3 beschrieben.
5. Umweltbelange
Um eine Reduktion der Berichtspflichten zu erreichen, gab es bereits Ende 2024 Initiativen, die schließlich per Ende Februar 2025 zum ersten Entwurf des Omnibus-Pakets durch die europäische Kommission führen sollten. Per Dezember 2025 wurde dieses Omnibus-I-Paket durch das EU-Parlament abgesegnet. Am 26.02.2026 wurden beide Pakete – Omnibus I und II (EU-Investitionsprogramm) durch die Europäische Kommission vorgestellt. Formal muss die Einigung noch vom Rat der Europäischen Union abgenommen werden. Ziel von Omnibus I ist es,
die Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß CSRD und die Sorgfaltspflichten gemäß CSDDD, besser bekannt als ,EU-Lieferkettengesetz', zu vereinfachen.
Dies bedeutet, dass Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und mehr als EUR 450 Mio. Umsatzerlösen berichtspflichtig gemäß CSRD sind. Im Bereich der Lieferkettenrichtlinie werden die Grenzen auf 5.000 Mitarbeiter und mehr EUR 1,5 Mrd. Umsatzerlöse angehoben. Die nationale Umsetzungsfrist wurde auf den 26.07.2028 verschoben und die Erstanwendung auf Juli 2029 festgesetzt.
SBM hat aufgrund der Kennzahlen keine Verpflichtung, Nachhaltigkeitsthemen gemäß CSRD und CSDDD, zu berichten. Allerdings kann es zukünftig notwendig sein, Daten entsprechend der Lieferkettenrichtlinie für etwaige Konzerne, die Kunden der SBM sind, für Banken, mit denen die SBM zusammenarbeitet, und für eventuelle andere Interessenten in geeigneter Form bereit zu stellen.
6. Arbeitnehmerbelange
Im Berichtsjahr sind keine Besonderheiten im Bereich der Arbeitnehmerbelange vorgefallen, die Beschäftigungszahl blieb annähernd konstant. Die vereinbarte Härtefallklausel aus 2024 wurde noch bis Ende Oktober umgesetzt, per November kamen die neuen Einigungen der KV-Verhandlungen zum Einsatz, die wiederum für bereits 2 Jahre abgeschlossen wurden und aus einer Erhöhung und einer Einmalzahlung bestehen.
Die MitarbeiterInnen verteilen sich nach wie vor auf den Standort der SBM in Oberweis sowie rund ein Viertel auf die von MFL gemieteten Büros am Standort Liezen.
Oberweis, 31. März 2026
Die Geschäftsführung:
Dipl.-Ing. Erwin Schneller