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Lagebericht 2025

Hella Fahrzeugteile Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 24. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

PI

L A G E B E R I C H T 31. Dezember 2025

Allgemeines Marktumfeld

Die Hella Fahrzeugteile Austria GmbH ist ein Anbieter von hochwertigen Licht- und Elektronikprodukten für die Bereiche Landmaschinen, Baumaschinen und Power Sport. Das anhaltende schwierige Marktumfeld führte zu einer Richtungsweisenden Entscheidung am Beginn des Geschäftsjahres. Der Bereich der Endmontage wird vom Standort Großpetersdorf in einen Schwesterstandort in Rumänien verlagert. Der Bereich der Vorfertigung mit den Prozessschritten Spritzgießen, Oberflächenverarbeitung und Hard Coating verbleibt am Standort.

Landmaschinen:

Das Geschäftsjahr startete mit der Fortsetzung der vorhandenen Schwächephase, die vor allem auf angespannte Erzeugerpreise, hohen Zinsen und herausfordernde globale Situation zurückzuführen war. Vor dem Hintergrund weltweit teils sehr wohlwollenden Wetterbedingungen und einer daraus folgenden Rekordernte gerieten die Erzeugerpreise weiter unter Druck, was das Investitionsverhalten der Landwirte zusätzlich bremste. Im Laufe des Jahres bereinigten alle Hersteller ihre Lagerbestände; infolgedessen wurde die Produktion konsequent an den tatsächlichen Bedarf angepasst. Diese Maßnahmen spiegeln sich in einer aktuell marktgerechten Fertigung wider.

Im direkten Vergleich der Halbjahre zeigt sich, dass das zweite Halbjahr 2025 leicht über dem Niveau der zweiten Jahreshälfte 2024 lag, was auf eine leichte Erholung und eine vorsichtige Belebung der Nachfrage schließen und hoffen lässt. Dennoch bleibt das Investitionsklima weiterhin durch das volatile geopolitische Umfeld und laufende Handelskonflikte belastet. Politische Entscheidungen, Einfuhrbeschränkungen und Zollerhöhungen verstärkten die Unsicherheiten auf den Märkten und führten zu einer anhaltenden Zurückhaltung bei Investitionen in Landmaschinentechnologien. Der Geschäftsklimaindex in der europäischen Landmaschinenindustrie verharrt auf niedrigem Niveau.

Baumaschinen:

Die Sparte Construction, Mining, Forestry & Material Handling blickt erneut auf ein herausforderndes Jahr zurück. Nach dem bereits schwachen Jahr 2024 setzte sich der globale Abschwung im Baumaschinenmarkt auch 2025 fort.

Das erste Halbjahr war besonders schwach, erst zum Jahresende zeigte sich eine deutliche Belebung der Nachfrage.

Dennoch verlief 2025 insgesamt rückläufig, vor allem aufgrund des Einbruchs im

Forstmaschinensektor sowie eines schwierigen Umfelds im Bereich der Flurförderzeuge in allen Regionen.

Gleichzeitig belasteten sinkende Exporte in die USA das europäische

Baumaschinengeschäft. Auslaufende Förderprogramme, neue Handelszölle und zunehmende politische Unsicherheit führten dort zu einer geringeren Nachfrage. In Europa selbst blieb die Investitionstätigkeit gedämpft, da hohe Finanzierungskosten Entscheidungen verzögerten.

Das Baumaschinengeschäft erwies sich trotzdem als stabilisierender Faktor und bleibt der wichtigste Umsatzträger.

Zum Jahreswechsel 2025/2026 treten Branche und Sparte nun in eine Phase der Stabilisierung ein. Eine verbesserte Auftragslage, eine zunehmend diversifizierte Nachfrage schaffen Voraussetzungen für eine schrittweise Erholung ab 2026.

Gleichzeitig bleiben politische Risiken, volatile Exportmärkte und strukturelle Herausforderungen Faktoren, die weiterhin besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Power Sport:

Der globale Motorradmarkt entwickelte sich 2025 regional sehr unterschiedlich.

Indien und Lateinamerika wuchsen stark und waren die wichtigsten Wachstumstreiber.

Nordamerika zeigte ein gemischtes Bild, mit Wachstum in Mexiko, aber Rückgängen in den USA und Kanada.

Unser Hauptmarkt in Europa sowie China und Ostasien verzeichneten deutliche Rückgänge.

Der Markt für Elektro-Zweiräder wächst ebenso sehr unterschiedlich und nur in einigen Ländern, zum Beispiel in Brasilien und Kenia. In Europa und Teilen Asiens ist die Entwicklung des Marktes noch volatil oder rückläufig. Die Elektrifizierung bleibt trotzdem eine langfristige Entwicklung, begleitet von verbessertem Design, Assistenzsystemen und Digitalisierung - Themen, die auf der EICMA 2025 (europäische Motorradmesse) besonders sichtbar wurden.

Regionale Wirtschaftsschwankungen, Normänderungen (z. B. Euro-Normen) und politische Vorgaben belasten einzelne Märkte.

Chancen liegen vor allem in Wachstumsmärkten wie Indien. Elektrifizierung, neue Mobilitätskonzepte und attraktive Mittelklassemodelle stärken mittelfristig die Nachfrage.

1. Wirtschaftsbericht

Ertragslage

Das Jahr 2025 war von einem schwierigen Marktumfeld geprägt. Nach einer eher schwachen ersten Jahreshälfte kam es in der zweiten Jahreshälfte zu einem leichten Anstieg der Nachfrage und dem damit verbundenen Umsatzanstieg. Trotz dieser leichten Markterholung lag er Umsatz um 5% unter dem Vorjahreswert. Haupttreiber dafür ist der geringere Anteil an fakturierten Werkzeug- und Entwicklungskosten. Die Anfang 2025 angekündigte Verlagerung des Montagebereiches in ein Schwesterunternehmen führte zu einer Bildung einer Rückstellung für Sozialplan- und Restrukturierungskosten in der Höhe von 9.000T€. Dieser einmalige Sondereffekt führt zu einem Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in der Höhe von minus 3.235.-T€.

HELLA Fahrzeugteile Austria GmbH, Großpetersdorf

Finanzlage

Die Finanzlage der Hella Fahrzeugteile Austria GmbH war stabil. Das Finanzmanagement war darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten und Forderungen fristgerecht zu begleichen, die Liquidität zu sichern und die Rentabilität zu erhöhen. Die Gesellschaft nahm am Cash Pooling der Hella KGaA teil, um die Finanzmittel optimal zu nutzen. Die Eigenkapitalquote lag bei 47,6%, was die solide Finanzstruktur des Unternehmens widerspiegelte. Der Netto- Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 9.494 T€ und resultierte aus der Bildung von Rückstellungen für einen abgeschlossenen Sozialplan und der Rückstellung für auftretende Verlagerungskosten.

Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich auf 768 T€ und war hauptsächlich auf Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zurückzuführen. Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug -4.997 T€ und war mit einer Dividendenausschüttung in Höhe von 5.000T€ verbunden. Sämtliche Investitionen in der Höhe von 2.212 T€ waren eigenfinanziert.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
20242025
Umsatz105.790T€100.798T€
EGT3.524T€-3.235T€
Materialaufwand incl. BV55.340T€52.290T€
Materialeinsatzquote52,31%51,88%
Personalaufwand30.606T€36.943T€
Anlagevermögen24.990T€22.919T€
Anlagedeckungsgrad1,261,04
Investitionen in Sachanlagen2.311T€2.204T€
Bilanzsumme47.183T€49.953T€
Eigenkapital31.372T€23.757T€
Eigenkapitalquote66,5% %47,6% %
Fremdkapital15.811T€26.196T€
Fremdkapitalquote33,5%52,4%

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20242025
Anzahl gelieferter Teile4.491TStk4.656TStk
Customer line Return6ppm11ppm
Non quality expense in % Umsatz1,10% %1,01% %
Lieferanten PPM1,7 ppm2,7ppm
Inventory sales ratio11,10% %11,57% %
durchschn. Anzahl der Mitarbeiter485420

2. Risikobericht

Allgemein werden der frühzeitigen Erkennung und Überwachung von Risiken ein hoher Stellenwert eingeräumt. Es werden standardisierte Steuer- und Kontrollinstrumente eingesetzt, die den sich permanent ändernden Anforderungen angepasst werden. Neben den Risiken im Einzelfall:

Preisrisiko: Rund 35,9% des Umsatzes werden im Konzern getätigt. Dieser unterliegt nur einem geringen Preisrisiko. Durch den Abschluss von längerfristigen Verträgen mit unseren großen Drittkunden sind die Preisrisiken bekannt und in der Planung berücksichtigt.

Fremdwährungsrisiko: Die in Fremdwährung getätigten Geschäfte werden regelmäßig überprüft und bewertet. Eine Absicherung findet in Zusammenarbeit mit dem Treasury Committee auf Konzernebene statt.

Beschaffungsrisiko: Bei der Beschaffung von Rohstoffen und Komponenten arbeiten wir eng mit dem zentralen Einkauf der Hella KGaA zusammen und nutzen die sich daraus ergebenden Volumen Effekte.

Ausfallsrisiko von Kundenforderungen: Es findet eine permanente Überwachung der offenen Kundenforderungen statt; Etwaige Ausfallsrisiken werden geprüft und durch entsprechende Wertberichtigungen in der Bilanz berücksichtigt. Bei der Neuanlage von Kunden wird die Bonität überprüft.

Cash-Flow, Liquiditätsrisiko: Im Zuge der Geschäftsjahresplanung wird eine Cash-Flow Planung erstellt. Dies Planung wird mit dem aktuellen Cash-Flow Verlauf verglichen, bei Abweichungen werden Gegenmaßnahmen ergriffen. Das Unternehmen nimmt am Cash Pool der Hella KGaA teil. Auf Basis der betreffenden Verträge kann auch auf die Liquiditätsreserven im Konzern zugegriffen werden.

Produktionsrisiko: Zur Absicherung des Produktionsrisikos liegt ein Krisenhandbuch auf, in dem das Vorgehen für verschiedene Risikosituationen beschrieben ist.

3. Umweltbericht

Das Unternehmen legt großen Wert auf Umweltschutz und die nachhaltige Ausgestaltung seiner Geschäftstätigkeit. Bereits bei der Produktentwicklung wird auf den Einsatz umweltverträglicher Materialien geachtet, die sowohl Emissionen als auch den Energieverbrauch reduzieren.

Zu den wesentlichen Umweltaspekten unseres Unternehmens zählen Energieverbrauch, Abfallaufkommen und Emissionen. Durch gezielte Energieeffizienzmaßnahmen - wie die Optimierung der Kältekreisläufe und den Einbau einer Pumpenfrequenzregelung - konnten erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden. Weitere Einsparungen ergaben sich durch den Einsatz eines Wärmerückgewinnungssystems in der neuen Lüftungsanlage im Werkzeugbau sowie durch das konsequente Abschalten nicht benötigter Großverbraucher. Insgesamt konnten durch diese Maßnahmen 240.000 kWh Strom eingespart werden. Im Bereich Abfallwirtschaft wurden 80 Tonnen Kunststoff direkt vor Ort getrennt gesammelt und an Recyclingunternehmen übergeben, um als Sekundärrohstoffe wieder in die Kreislaufwirtschaft eingebracht zu werden. Durch diese sowie zahlreiche weitere Optimierungsmaßnahmen konnte das Abfallaufkommen um 2 % auf 3,1 Tonnen pro Million Euro Umsatz reduziert werden.

Die CO -Emissionen des Standorts wurden ebenfalls gesenkt. Dies gelang durch die genannten Energieeffizienzmaßnahmen, die Reduktion der jährlichen Fahrleistung sowie die schrittweise Umstellung der Firmenfahrzeuge auf Elektroantrieb. Insgesamt wurde eine Verringerung der CO -Emissionen um 2 % pro Million Euro Umsatz erreicht.

Das Unternehmen ist nach ISO 14001 zertifiziert und definiert jährlich Umweltziele, die eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung sicherstellen.

4. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ende des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.

5. Prognosebericht

Das Unternehmen erwartete für das nächste Geschäftsjahr, ein leichtes Umsatz- und Ertragswachstum. Die Schwierigkeiten bei der Beschaffung einzelner Rohstoffe und Komponenten sowie die geopolitische Entwicklung könnte diesen positiven Ausblick negativ beeinflussen. Das Projekt der Verlagerung des Montagebereiches zu einem Schwesterunternehmen in Rumänien setzt sich im Jahr 2026 fort. Der Abschluss des Projektes ist für Dezember 2028 geplant. Im Zuge dieser Verlagerung erfolgt eine Umstrukturierung des Produktions- und Verwaltungsbereiches.

6. Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2025 wurden zahlreiche Projekte entwickelt und in die Serienproduktion übernommen. Besonders hervorzuheben ist dabei der erste CAN-gesteuerte Arbeitsscheinwerfer, mit dem ein weiterer technologischer Entwicklungsschritt im Bereich der intelligenten Arbeitsscheinwerfer erfolgreich in Serie gebracht wurde.

Darüber hinaus konnte HELLA Fahrzeugteile Austria im Jahr 2025 einen bedeutenden kundenspezifischen Großauftrag aus dem Agrarsektor gewinnen, der vollständig am Standort Osterreich entwickelt wird. Dieser Erfolg unterstreicht die hohe Kompetenz des Standortes in der kundennahen Produktentwicklung und bestätigt die starke Positionierung im Agrarmarkt.

Parallel dazu wurde die Strategie der Automatisierung in der Fertigung von Standard- Arbeitsscheinwerfern konsequent fortgesetzt. Aufbauend auf den positiven Erfahrungen der ersten automatisierten Linie wurde im Oktober 2025 erfolgreich eine zweite Fertigungslinie in Betrieb genommen.

Das Jahr 2025 war zudem geprägt von einer starken Messepräsenz auf den beiden Leitveranstaltungen Bauma und Agritechnica. Dort wurden mehrere Produktneuheiten vorgestellt, darunter ein kundenspezifisches beleuchtetes Logo sowie die Portfolioerweiterung um einen leistungsstarken Standard-Arbeitsscheinwerfer „PowerBeam 2.700 Lumen“, der speziell für den Agrarmarkt ausgelegt ist und auf der neuen automatisierten Linie gefertigt wird.

Die sehr positive Resonanz der Fachbesucher bestätigte sowohl die technologische Weiterentwicklung als auch die konsequent marktorientierte Ausrichtung des Produktprogramms. Für die neu vorgestellten Produkte konnten bereits 2025 erste größere Kundenaufträge generiert werden, was die erfolgreiche Markteinführung und das Vertrauen der Kunden nachhaltig belegt.

7. Zweigstellen

Hella Fahrzeugteile Austria GmbH hat keine Zweigstellen.

Großpetersdorf, am 25. Mårz 2026

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Mag. Thomas GrieblerDipl.-Ing. (FH) Thomas Meisinger MBA, MSc
GeschäftstührerGeschäftsführer

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