Inhaltsverzeichnis
gemäß § 243 UGB
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
Die Weltwirtschaft wächst derzeit langsamer als vor der Pandemie, wobei sich die Unterschiede zwischen den Regionen verringern. Während die Dynamik in den USA nachlässt, wird sie in China durch strukturelle Probleme gebremst. Europa zeigt nach einer Stagnationsphase erste Anzeichen einer Erholung. Risiken für die Weltwirtschaft gehen weiterhin von den geopolitischen Spannungen aus, vor allem dem anhaltenden Krieg Russlands gegen die Ukraine, den Feindseligkeiten im Nahen Osten und den Drohungen Chinas gegenüber Taiwan. Damit bleiben die Unsicherheiten hoch, und es könnte insbesondere eine Eskalation der Konflikte in erdöl- oder erdgasreichen Regionen die Energiepreise wieder kräftig steigen lassen.
Österreichs Wirtschaft schrumpfte 2024 um 1,2 Prozent und damit stärker als 2023 (-1,0 Prozent). Damit erlebt Österreich derzeit die längste Rezession der Nachkriegszeit, deren Ende ist noch nicht in Sicht. Die heimische Wirtschaft hat strukturelle Probleme, es gibt bisher keine Signale für einen starken Aufschwung. Durch die erwartete Erholung der Industriekonjunktur im Euro-Raum sollte die Exportnachfrage wieder anziehen. Der Anstieg des Handelsprotektionismus, fiskalischer Konsolidierungsdruck sowie die anhaltende Schwäche Deutschlands belasten Österreichs Exportaussichten jedoch weiterhin. Die hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit trübt die Investitionsabsichten und das Konsumklima, wodurch das Risiko eines dritten Rezessionsjahres steigt. 2025 bleibt ein herausforderndes Jahr sowohl geopolitisch als auch konjunkturell.
Die mit dem Verbraucherpreisindex gemessene Inflation in Österreich ist im Jahresdurchschnitt 2024 auf 2,9 Prozent gefallen. Dieser Rückgang basiert vor allem auf sinkenden Energiepreisen, die dynamische Entwicklung der Arbeitskosten verlangsamte hingegen den Rückgang der Inflation. Die heimische Konjunktur wird sich voraussichtlich 2025 stabilisieren. Nach zweieinhalb Jahren mit negativem Wirtschaftswachstum werden die wirtschaftlichen Bremsfaktoren 2025 schwächer: Die Inflation stabilisiert sich, wobei der deutliche Inflationsrückgang im Laufe des Jahres 2024 im Jänner 2025 abrupt gestoppt wurde. Vor allem die Energieinflation stieg infolge des Auslaufens staatlicher Unterstützungsmaßnahmen deutlich an. Die gestiegene Energieinflation und die weiterhin hohe Dienstleistungsinflation bilden sich nur langsam zurück. Deshalb erwartet die Österreichische Nationalbank (OeNB) eine Inflationsrate für 2025 von 2,9 Prozent – genauso hoch wie 2024.
Die wirtschaftspolitische Unsicherheit in Österreich ist derzeit hoch. Die neue Bundesregierung steht vor der Aufgabe einer erheblichen Budgetkonsolidierung. Angesichts des hohen Budgetdefizits ist zumindest mittelfristig mit Kürzungen der Staatsausgaben und einer Anhebung von Steuern und Abgaben zu rechnen. Die Ausgangslage für eine Budgetkonsolidierung ist schwierig, zumal Österreichs Wirtschaftsleistung 2024 neuerlich geschrumpft ist. Industrie und Bauwirtschaft stecken weiter in der Rezession, eine Trendwende zeichnet sich derzeit nicht ab. Trotz steigender Realeinkommen war der private Konsum 2024 rückläufig. Die hartnäckige Konjunkturschwäche belastete auch den österreichischen Arbeitsmarkt, insbesondere in Industrie und Bauwirtschaft sank die Zahl der unselbständig Beschäftigten deutlich. Die Arbeitslosigkeit nahm dagegen deutlich zu. Im Jahresdurchschnitt 2024 betrug die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnungsweise 7,0 Prozent und war damit um gut 0,5 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.
Aufgrund der rückläufigen Inflation und der Konjunkturschwäche im Euro-Raum senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagensatz, der seit Mitte 2022 um 4,5 Prozentpunkte angehoben worden war, auch im Jahr 2024 schrittweise weiter ab. Ende Jänner 2024 wurde der für Banken und Sparer wichtige Einlagensatz um weitere 0,25 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent herabgesetzt. Es war dies die fünfte Senkung, seit die EZB im vergangenen Juni die Zinswende eingeleitet hat.
Die Rohstoffpreise lagen 2024 aufgrund der Beruhigung der Märkte deutlich unter jenen des Vorjahres. Ursachen dafür waren unter anderem die konjunkturbedingte Nachfrageschwäche sowie eine gute Versorgungslage bei Erdgas. Der Ölpreis stagnierte 2024, vor allem die Konjunktureintrübung und ein damit einhergehender Nachfragerückgang setzten die Ölpreise unter Druck. Die sinkenden Rohstoffpreise führten weiters zu einer Preisreduktion am Stromgroßhandelsmarkt. Nach dem Anstieg der CO2-Preise der vergangenen Jahre auf bis rund 90 Euro pro Tonne (Terminmarkt Frontjahr) im Jahr 2023 kam es im Jahr 2024 zu einer Korrektur auf rund 69 Euro pro Tonne. Das entspricht einem Rückgang von 23 Prozent. Gründe für diesen Preisrückgang sind in der konjunkturellen Eintrübung und der damit einhergehenden verminderten Nachfrage nach CO2-Zertifikaten zu sehen.
Der Stromgroßhandelsmarkt war im Jahr 2024 geprägt von einem Preisrückgang sowohl am Spot- als auch am Terminmarkt. Beide Märkte waren beeinflusst von den gefallenen Primärenergie- und CO2- Preisen. Der durchschnittliche Preis am Spotmarkt der europäischen Strombörse EPEX für Grundlastlieferungen (Base) im Marktgebiet Österreich lag im Jahr 2024 mit 82 Euro pro Megawattstunde um 20 Prozent unter jenem des Vorjahres. Für das Marktgebiet Deutschland betrug der durchschnittliche Preis für sofortige Grundlaststromlieferungen im Jahr 2024 80 Euro pro Megawattstunde. Der Base-Preis in Österreich war 2024 somit um etwas mehr als 2 Euro pro Megawattstunde höher als in Deutschland. Am Terminmarkt der European Energy Exchange (EEX) wurde 2024 das Marktgebiet Österreich Grundlast für 2025 (Frontjahr-Base) im Durchschnitt mit 92 Euro pro Megawattstunde gehandelt. Das entsprach einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent. Die IKB vermarktet den Großteil der Stromerzeugung im Voraus, um kurzfristige Preisrisiken zu reduzieren. Die Preisentwicklung am Terminmarkt im Jahr 2024 hatte daher nur einen untergeordneten Einfluss auf die Erlöse in der Berichtsperiode.
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 war energiewirtschaftlich wiederum herausfordernd. Vor allem die geopolitischen Ereignisse, insbesondere der Krieg in der Ukraine, aber auch die schwächelnde Wirtschaft in Europa hatten massive Auswirkungen auf die Entwicklung der europäischen Großhandelspreise für Strom. Dieser stellt neben den generierten Erzeugungsmengen aus den eigenen Wasserkraftwerken einen wesentlichen Werttreiber für die Geschäftsentwicklung der IKB dar. Über die weitere wirtschaftliche Entwicklung besteht Unsicherheit, wobei sich insbesondere aus dem internationalen Umfeld Abwärtsrisiken ergeben. Die geo- und handelspolitischen Risiken sind nach wie vor hoch. Eine Eskalation der Konflikte etwa im Nahen Osten oder in der Ukraine würde den Welthandel bremsen, die Preise für Energie steigen lassen und die Inflation wieder antreiben. Diskussionen über die zukünftige Ausgestaltung der regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen im Energiesektor, aber auch ein zunehmender Realismus über die massiv steigenden Gesamtkosten der Energiewende und deren Finanzierung bzw. Kostentragung führen zu wenig planbaren langfristigen Rahmenbedingungen. In Kombination mit allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, gesetzlichen Vorgaben und nicht zuletzt klimatischen Veränderungen ergibt dies ein äußerst dynamisches und komplexes Umfeld. Dieses energiewirtschaftliche Umfeld bleibt damit für die IKB sowie die gesamte Branche herausfordernd.
GESCHÄFTSVERLAUF
Das IKB-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2024 fiel im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher aus. Der Jahresüberschuss stieg um +95,6 Prozent auf 37,9 Millionen Euro. Deutlich positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkten sich Entwicklungen am Strommarkt aus. Gesunkene, jedoch nach wie vor hohe Bezugspreise aufgrund einer vorausschauenden strukturierten Beschaffung belasteten in Kombination mit Tarifmaßnahmen im Massenkundensegment das Ergebnis im Strom-Vertrieb weniger als dies im Vorjahr der Fall war. Im Geschäftsjahr 2023 wirkte sich zudem die Dotierung einer Rückstellung für im Raum gestandene Zahlungen aus vergangenen, möglicherweise nicht rechtmäßig durchgeführten Preiserhöhungen negativ auf die Ergebnisentwicklung aus. Positiv auf das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs wirkte sich mit 20,0 Millionen Euro eine Abschlagsleistung der TIWAG – Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) aus einer Generalbereinigung von Auffassungsunterschieden den Betriebsführungsvertrag betreffend aus. Die IKB- Stromeigenerzeugung fiel aufgrund der außergewöhnlich guten Wasserführung überdurchschnittlich aus und lag damit um 36,9 Gigawattstunden bzw. +11,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Positive Einmaleffekte resultierten darüber hinaus aus dem Abgang von Anlagevermögen mit einem Buchgewinn von 2,9 Millionen Euro und aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro insbesondere betreffend die im Vorjahr gebildete Rückstellung für vergangene Strompreiserhöhungen. Insgesamt betrachtet war auch das Jahr 2024 von einem höheren Energiepreisniveau gekennzeichnet.
Im Strombereich führten geringere Erlöse im Energiebereich und höhere Erlöse im Netzbereich gegenüber 2023 zu insgesamt um -9,6 Millionen Euro bzw. -6,2 Prozent gesunkenen Umsatzerlösen Die Stromeigenerzeugung lag 2024 mit einer Erzeugungsmenge von 368,9 Gigawattstunden um +11,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Abgabemenge aus dem Stromnetz an Netzkund:innen im Verteilnetz der IKB stieg im Jahr 2024 um +15,9 Gigawattstunden bzw. +2,0 Prozent auf 792,6 Gigawattstunden. Die Abgabemenge aus dem Energiegeschäft lag mit einem Mengenrückgang von -6,5 Gigawattstunden bzw. -1,2 Prozent unter dem Vorjahr.
Mit rund 8,5 Millionen Kubikmetern stieg der verrechnete Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um +0,2 Prozent. Die zur Verrechnung gelangende Abwassermenge von rund 8,3 Millionen Kubikmetern ist mit +1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr ebenfalls angestiegen.
In der Abfalldeponie Ahrental wurden mit 31.588 Tonnen von der IKB und der Abfallwirtschaft Tirol- Mitte GmbH gegenüber dem Vorjahr um -22,4 Prozent weniger deponiert. Diese Entwicklung ist unter anderem durch gesunkene Einlieferungen von Baurestmassen bedingt. Weiters wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 31.650 Tonnen und damit gegenüber dem Vorjahr um +2,0 Prozent mehr Abfälle aus dem Entsorgungsbereich der Stadt Innsbruck dem Recyclingzentrum Ahrental zur Sortierung und Behandlung angeliefert. Bei den gesammelten Abfallmengen (Restmüll und Bioabfall) von 32.628 Tonnen war mit +0,1 Prozent auch ein leichter Anstieg zu verzeichnen.
Bei den Bäder- und Saunabetrieben stiegen die Besucherzahlen von 909.707 im hervorragenden Vorjahr nochmals auf 909.840 im Jahr 2024 an. Dieses Rekordergebnis ist neben der gestiegenen Attraktivität der Bäderstandorte auch auf die gute Witterung in der Sommersaison sowie die teilweise Stilllegung umliegender Bäder zurückzuführen.
Im Geschäftsbereich Telekommunikation war gegenüber dem Vorjahr aufgrund von Zugewinnen über alle Kundensegmente wiederum eine beträchtliche Umsatzsteigerung von 1,5 Millionen Euro bzw. um +13,4 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt konnten die aktiven Kundenanlagen von 17.892 Anlagen im Vorjahr auf 19.362 Anlagen im Jahr 2024 um +8,2 Prozent gesteigert werden.
Im Geschäftsbereich Energieservices wuchsen die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Millionen Euro bzw. um +3,7 Prozent, was vor allem die Erlöse aus dem Energieverkauf betrifft. Dieser Geschäftsverlauf ist teilweise den Verwerfungen auf den Energiemärkten und den damit zusammenhängenden gestiegenen Preisen für Energie- und Wärmelieferungen zuzuschreiben.
ERTRAGSLAGE
Gegenüber dem Vorjahr sanken die Umsatzerlöse der IKB insgesamt betrachtet um 2,2 Millionen Euro auf 263,5 Millionen Euro bzw. um -0,8 Prozent.
Die Umsatzerlöse aus dem Bereich der Stromversorgung (Erzeugung, Netz, Vertrieb) gingen dabei um 9,6 Millionen Euro auf 145,3 Millionen Euro zurück. Grund für diesen Rückgang waren vor allem Umsatzrückgänge im Energiegeschäft wegen gesunkener Marktpreise. Im Stromnetz war hingegen sowohl im regulierten Netz- als auch im Projektgeschäft ein Anstieg zu verzeichnen.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen 2023 die Umsätze im Abwasserbereich um 1,2 Millionen Euro auf 28,1 Millionen Euro und im Wasserbereich um 2,0 Millionen Euro auf 19,6 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist neben den durchgeführten Tarifanpassungen auf die positive Entwicklung der Abgabemengen und auf das Wasser-Dienstleistungsgeschäft zurückzuführen.
Im Abfallbereich wurden die Umsatzerlöse mit 25,8 Millionen Euro gegenüber 2024 um 1,0 Millionen Euro bzw. +4,0 Prozent gesteigert. Dabei stiegen die Erlöse aus der Abfallentsorgung gegenüber dem Vorjahr um +4,0 Prozent. Ein Erlösanstieg von +4,1 Prozent war auch im Recycling und in der Abfallsammlung zu verzeichnen.
Die Umsätze in der Telekommunikation mit 12,8 Millionen Euro konnten gegenüber dem Vorjahr über alle Kunden- und Absatzsegmente um 1,5 Millionen Euro gesteigert werden.
Bei den Umsatzerlösen aus Energieservices in Höhe von 24,0 Millionen Euro war ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 0,9 Millionen Euro – vor allem aus dem Verkauf von Energie und Fernwärme – zu verzeichnen.
Bei den Bäder- und Saunabetrieben resultierten die gestiegenen Besucherzahlen in einem
Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr von 0,4 Millionen Euro auf 3,9 Millionen Euro.
Die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von 2,9 Millionen Euro betreffen zum allergrößten Teil den Buchgewinn aus einem Grundstückstausch mit der Stadt Innsbruck.
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1,4 Millionen Euro) resultieren aus der anteiligen Auflösung einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung für vergangene Strompreiserhöhungen sowie sonstiger Rückstellungen für Schadensfälle.
In den übrigen Erträgen, die im Jahr 2024 gegenüber 2023 um 20,6 Millionen Euro auf 24,8 Millionen
Euro anwuchsen, trug insbesondere der Einmaleffekt aus der erwähnten Abschlagsleistung der TIWAG bei.
Im Materialaufwand zeigt sich ein Rückgang um 9,7 Millionen Euro auf 83,7 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist primär auf zurückgegangene Kosten im Energiebezug als Ausfluss der allgemeinen Marktpreisentwicklungen zurückzuführen. Der übrige Materialaufwand sank ebenfalls um 1,4 Millionen Euro – vergleichsweise jedoch von sekundärer Bedeutung.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen liegen mit 14,5 Millionen Euro um 1,6 Millionen Euro über dem Vorjahreswert – vor allem durch den Geschäftsverlauf im Projektgeschäft bedingt. Im Personalaufwand für eigene Mitarbeiter:innen der IKB ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Millionen Euro auf 62,0 Millionen Euro zu verzeichnen. Der unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesene Personalgestellungsaufwand für der IKB zur Dienstleistung zugewiesene städtische Bedienstete ging gleichzeitig mit 10,0 Millionen Euro um 0,7 Millionen Euro zurück. Der durchschnittliche Personalstand belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 810 Personen (Vorjahr: 786), davon 683 eigene Mitarbeiter:innen der IKB (Vorjahr: 647), 86 von der Stadt Innsbruck zugewiesene Bedienstete (Vorjahr: 100) und 41 Lehrlinge (Vorjahr: 39).
Im Bereich der Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen war gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um rund 3,3 Millionen Euro auf 36,6 Millionen Euro zu verzeichnen. Diese Entwicklung begründet sich neben der laufenden hohen Investitionstätigkeit auf im Zuge des Jahresabschlusses durchgeführte Teilwertberichtigungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 62,7 Millionen Euro sanken gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Millionen Euro. Neben um 9,4 Millionen geringeren Aufwendungen für Rückzahlungen aus vergangenen Preiserhöhungen im Geschäftsbereich Strom-Vertrieb wirkten sich um 1,7 Millionen Euro höhere externe Instandhaltungsaufwendungen sowie diverse sonstigen Kostensteigerungen hier dementsprechend gegenläufig aus.
Der Betriebserfolg für das Geschäftsjahr 2024 beläuft sich damit auf 41,1 Millionen Euro gegenüber 18,0 Millionen Euro im Vorjahr.
Das Finanzergebnis beträgt -3,8 Millionen Euro und verringerte sich damit im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 4,4 Millionen Euro.
Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 0,8 Millionen Euro fielen gegenüber 2023 um 0,4 Millionen Euro niedriger aus. Bei den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen war vor allem wegen gestiegener Zinsen für Bankguthaben ein Anstieg um 0,2 Millionen Euro zu verzeichnen.
Der Rückgang betreffend die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen von 3,6 Millionen Euro betrifft den ertragswirksamen Einmaleffekt aus dem Vorjahr aus der Veräußerung der TIGAS-Geschäftsanteile.
Die Aufwendungen aus Finanzanlagen aus verbundenen Unternehmen beinhalten den Jahresverlust der Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH, welcher im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags von der IKB zu übernehmen ist. Dieser entwickelte sich mit -4,0 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr stabil.
Das Ergebnis vor Steuern liegt daher insgesamt mit 37,3 Millionen Euro um 18,8 Millionen Euro über dem Vorjahreswert von 18,5 Millionen Euro.
Die mit 0,6 Millionen Euro positiven Ertragsteuern resultieren aus der Ergebnisentwicklung der maßgeblichen Gruppenmitglieder in der steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG. Das steuerliche Gruppenergebnis der IKB war im Jahr 2024 positiv, daraus ergab sich eine Dotierung der Körperschaftsteuerrückstellung in Höhe von 0,2 Millionen Euro. Die infolge positiver steuerlicher Ergebnisse abzuführenden Steuerumlagen der Gruppenmitglieder beliefen sich in Summe betrachtet auf rund 0,8 Millionen Euro.
Nach Steuern beläuft sich der Jahresüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 37,9 Millionen Euro gegen über 18,5 Millionen Euro im Vorjahr.
Unter Berücksichtigung der Rücklagenbewegungen und der 2024 ausgeschütteten Dividenden in Höhe von 13,0 Millionen Euro beträgt per 31. Dezember 2024 der Bilanzgewinn 35,3 Millionen Euro gegenüber 13,0 Millionen Euro im Vorjahr.
| KENNZAHLEN ZUR ERTRAGSLAGE | 2023 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 20,0 Mio. | 39,4 Mio. |
| (Ergebnis vor Steuern + Zinsen) | Euro | Euro |
| Umsatzrentabilität | 7,5 % | 15,0 % |
| (Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT/Umsatzerlöse) | ||
| Eigenkapitalrentabilität | 4,7 % | 9,1 % |
| (Ergebnis vor Steuern/durchschnittliches Eigenkapital) | ||
| Gesamtkapitalrentabilität | 3,0 % | 5,6 % |
| (EBIT/durchschnittliches Gesamtkapital) |
INVESTITIONEN UND FINANZIERUNG
Das Volumen der getätigten Investitionen in das Anlagevermögen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 79,3 Millionen Euro. Davon entfielen 0,9 Millionen Euro auf immaterielles Anlagevermögen, 76,5 Millionen Euro auf Sachanlagen und 1,9 Millionen Euro auf Finanzanlagen. Die Investitionen in Sachanlagen betrafen vor allem folgende gesondert nennenswerte Großprojekte: Teilneubau des Trinkwasserstollens Mühlau (Wasserversorgung), Errichtung des Einleitungskanals Stubai (Abwasserentsorgung), Errichtung des Umspannwerks Ost (Stromnetz), Errichtung des Rechenzentrums im Umspannwerk Ost (Telekommunikation) und Errichtung von Grundwassernutzungsanlagen (Energieservices) sowie diverse Leitungsverlegungen.
Das Umlaufvermögen sank gegenüber dem Vorjahr insgesamt um rund 7,6 Millionen Euro. Die Vorräte verringerten sich in Summe um 0,6 Millionen Euro. Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen war hingegen ein Anstieg um 10,5 Millionen Euro zu verzeichnen. Davon entfielen rund 20,9 Millionen Euro auf Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (davon aus Abschlagsleistung TIWAG: 20,0 Millionen Euro). Es sanken um 8,1 Millionen Euro hingegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen und die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Unter Berücksichtigung des Cashflows aus dem laufenden Ergebnis, aus Investitionsaktivitäten sowie aus den Finanzierungstätigkeiten (inklusive Ausschüttungen) gingen die Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 61,1 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr um 17,5 Millionen Euro zurück. In diesen Guthaben bei Kreditinstituten enthalten sind 34,6 Millionen Euro aus dem saldierten Stand des konzernweiten Cash-Pooling.
Die Bilanzsumme der IKB beträgt 720,3 Millionen Euro gegenüber 686,9 Millionen Euro im Vorjahr. Das Eigenkapital erreicht mit 423,9 Millionen Euro einen Anteil von 58,9 Prozent am Gesamtkapital. Die Rückstellungen belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf 50,3 Millionen Euro gegenüber 57,4 Millionen Euro im Vorjahr. Der wesentliche Teil davon entfällt auf die sonstigen Rückstellungen, welche von 48,2 Millionen Euro im Vorjahr um 7,6 Millionen Euro auf 40,6 Millionen Euro zurückgingen. Hier wird im Jahresabschluss 2024 für drohende Rückzahlungen aus vergangenen Preiserhöhungen im Geschäftsbereich Strom-Vertrieb noch eine Rückstellung in Höhe von 8,9 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr belief sich diese auf 16,5 Millionen Euro. Der durchschnittliche Rechnungszinssatz für die Abzinsung langfristiger Rückstellungen wurde entsprechend der jeweiligen Restlaufzeiten der allgemeinen Zinsentwicklung folgend erhöht. Die Steuerrückstellungen wurden angesichts der aktuellen steuerlichen Situation in der IKB-Steuergruppe im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Millionen Euro aufgestockt.
Die Verbindlichkeiten stiegen mit 31. Dezember 2024 in Vergleich zum Vorjahr um rund 15,5 Millionen Euro. Wesentlichen Anteil daran haben erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, diese stiegen um 5,0 Millionen Euro, was auf eine erhaltene Mietvorauszahlung im Zusammenhang mit der Errichtung des neuen Rechenzentrums UW Ost zurückzuführen ist. Nennenswert erhöht haben sich auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 3,8 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.
Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft bei Kreditinstituten belaufen sich zum 31. Dezember 2024 auf 12,3 Millionen Euro. Dieser Schuldenstand entfällt auf langfristige Darlehen bei Kreditinstituten. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergab im Geschäftsjahr 2024 einen Zufluss von 59,6 Millionen Euro. Der Cashflow aus Investitionsaktivitäten belief sich 2024 auf -69,6 Millionen Euro und der Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten auf -7,5 Millionen Euro.
In Summe verringerte sich damit der Finanzmittelbestand zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 gegenüber dem Vorjahr um 17,5 Millionen Euro auf 61,1 Millionen Euro.
| Vermögens- und Finanzlage | 2023 | 2024 |
|---|---|---|
| Anlagenintensität | 78,3 % | 80,4 % |
| (Anlagevermögen/Gesamtvermögen) | ||
| Eigenkapitalquote | 57,6 % | 58,9 % |
| (Eigenkapital/Gesamtkapital) | ||
| Verschuldungskoeffizient | 73,7 % | 69,9 % |
| (Fremdkapital/Eigenkapital) |
RISIKOBERICHT UND FINANZINSTRUMENTE
Die IKB ist aufgrund ihrer vielfältigen Geschäftsbereiche unterschiedlichen operativen und strategischen Risiken ausgesetzt, die ein systematisches und kontinuierliches Risikomanagement erforderlich machen. Risikomanagement wird in der IKB gleichzeitig auch als Chancenmanagement gesehen. Oberstes Ziel des Risiko- und Chancenmanagements der IKB ist das Sichern bestehender und das Erschließen zukünftiger Ertragspotenziale. Wobei es nicht nur darum geht, Risiken zu vermeiden, sondern diese auch bewusst und im Einklang mit der Unternehmensstrategie und den Unternehmenszielen einzugehen, um unternehmerische Entwicklungsmöglichkeiten wahrzunehmen und gleichzeitig die damit einhergehenden Risiken zu managen.
Das von der IKB betriebene unternehmensweite Risikomanagementsystem wird beständig weiterentwickelt und, soweit erforderlich, der Risikokatalog laufend aktualisiert. Die Rahmenbedingungen des IKB-Risikomanagements sowie der operative Ablauf der Risikomanagementaktivitäten wurde im Geschäftsjahr 2024 nach ÖNORM ISO 31000:2018 fortgeführt. Die unternehmensweit identifizierten Risiken werden in Risikolandkarten dokumentiert und den verantwortlichen Risikoeignern zugewiesen. Die unmittelbare Verantwortung liegt bei der Leitung der jeweiligen Unternehmenseinheiten. Ziel ist eine aktive, frühzeitige Identifizierung, Bewertung, begleitende Überwachung und angemessene Bewältigung der wesentlichen, sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirkenden, realen, latenten und potenziellen Risiken. Als Betreiber einer systemkritischen Infrastruktur trägt das Unternehmen eine besondere Verantwortung. Mittels etablierten Risikomanagements und eines proaktiven Krisenmanagements wird im Anlassfall besonderen Herausforderungen begegnet. Neben den branchenüblichen Risiken und Ungewissheiten ist das Risikoprofil der IKB vor allem durch rechtliche, regulatorische und politische Herausforderungen und Veränderungen im Wettbewerbsumfeld geprägt. Diese betreffen die mittelfristige Entwicklung des Gesamtunternehmens und werden mit einem strukturierten Strategieprozess und den daraus abgeleiteten Geschäftsfeldstrategien gesteuert. In einem jährlich wiederkehrenden Strategieprozess wird die Ausrichtung des Unternehmens und der einzelnen Geschäftsbereiche überprüft und werden Anpassungen und Neuausrichtungen vorgenommen. Diese strategischen Vorgaben fließen in die operative Planung und Steuerung ein.
Innerhalb der schwer prognostizierbaren globalen Entwicklungen stellt die europäische bzw. österreichische politische Ausrichtung hinsichtlich einer langfristigen Klima-, Dekarbonisierungs- und Energiepolitik den Rahmen für die Unternehmensstrategie dar. Die IKB verfolgt weiterhin den Ausbau erneuerbarer Energien im Rahmen von sinnvoll ausgestatteten Förderregimen sowie eine angemessene Verzinsung der Netzanlagen im regulierten Bereich. Ein Verlust der Planungssicherheit würde Elektrizitätsversorgungsunternehmen zur Anpassung der Geschäftsmodelle zwingen und das Unternehmen mittelfristig vor neue Herausforderungen stellen.
Das Geschäftsjahr 2024 war weiterhin von energiewirtschaftlichen Risiken sowie öffentlichen und politischen Diskussionen über die Höhe der Strompreise geprägt. Ergebnis dieser Diskussionen ist vordergründig ein erheblicher Verlust des guten Rufs der gesamten Branche, Unsicherheit über die Durchsetzbarkeit von Preisen sowie eine Verunsicherung der Kund:innen. Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene stellen weiterhin ein im Ausmaß unsicheres Risiko in Bezug auf die langfristige Unternehmensentwicklung dar. Potenzielle Auswirkungen auf das Unternehmen werden daher laufend evaluiert.
Operationale Risiken, Geschäfts- und Ereignisrisiken werden unternehmensweit erfasst und bewertet, Gegenmaßnahmen werden – soweit erforderlich – festgelegt. Im Allgemeinen begegnet die IKB betrieblichen Risiken mit systematischen Schulungs- und Qualifikationsprogrammen, mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der eingesetzten Verfahren und Technologien sowie einer regelmäßigen Wartung der Anlagen und Netze. Darüber hinaus sind versicherbare Risiken in einem wirtschaftlich sinnvollen Umfang durch entsprechende Versicherungsverträge abgedeckt.
Neben den Risiken aus schwankenden Erzeugungsmengen stellt auch die Entwicklung der Strompreise einen wesentlichen Risiko- bzw. Chancenfaktor für die IKB dar. Gegenüber den Jahren 2022 und 2023 stabilisierte sich die Lage am Strommarkt, was sich in niedrigeren Strompreisen und geringeren Strompreisschwankungen widerspiegelt. In Bezug auf die Energiebeschaffung werden diesbezüglich längerfristige Beschaffungsstrategien angewandt, um kurzfristige Auswirkungen von Energiepreissteigerungen für die Kund:innen reduzieren zu können. Laufendes Marktmonitoring und Preisabsicherungen wirken den Beschaffungsrisiken entgegen. Die IKB selbst tätigt keinerlei Handel an den Energiebörsen. In der Energiebeschaffung stellen Mehr- oder Minderverbräuche im Gesamtportfolio oder bei einzelnen Großkund:innen sowie der kurzfristige Zukauf von Ökostrom über dem Marktpreis Risiken dar. Erlösseitig ergeben sich Risiken unter anderem durch die Einflussfaktoren Witterung, Ausfälle von Kundenzahlungen und Kundenverlust durch Lieferantenwechsel. Durch zeitnahes Monitoring der Außenstände, straffes Mahn- und Inkassowesen, Eingehen vorteilhafter Beschaffungsstrategien sowie gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsposition oder die Einführung neuer Produkte werden diese Risiken reduziert. Die IKB setzt Finanzanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als originäre Finanzinstrumente ein. Seinerzeit schloss die IKB Cross-Border-Leasing-Transaktionen (CBL) ab. Diese CBL-Transaktionen wurden vorzeitig beendet, damit verbunden gewesene (Rest- )Risiken fielen weg. In diesem Zusammenhang wurden nicht sofort auflösbare Teile (sogenannte „Serie-B“), bestehend aus Krediten bei österreichischen Banken sowie die zur Rückführung und Finanzierung dieser Kredite eingerichteten Depots, auf die IKB übertragen. Die jeweiligen Depots tilgen die Kredite nun direkt im Namen der IKB. Die in die Bilanz aufgenommenen Werte für diese Finanzierungen und spiegelgleiche Depots notieren in US-Dollar. Es verbleibt das vergleichsweise überschaubare Bonitätsrisiko der beiden europäischen Depotbanken.
Mit der kontinuierlichen Überwachung und Steuerung von Geschäftsrisiken im Management des Energieportfolios beschäftigt sich ein Strategiekomitee bzw. im Finanzbereich ein Beirat mit der systematischen Bearbeitung dieser spezifischen Unternehmensrisiken.
Das bei der IKB eingerichtete Risikomanagementsystem beschäftigt sich mit potenziell bestandsgefährdenden Risiken auf Ebene des Gesamtunternehmens und ist folglich stark auf die Zukunft ausgerichtet. Im Rahmen des Risikomanagements kommt dem internen prozessbezogenen Kontrollsystem (IKS) der IKB eine besondere Rolle zu. Dieses IKS der IKB ist in die Kernprozesse und Arbeitsabläufe des Unternehmens integriert, dadurch sollen Fehler verhindert bzw. zeitgerecht aufgedeckt und korrigiert werden. Damit wird sichergestellt, dass relevante Geschäftsprozesse und deren wesentliche Risiken erfasst sind und Risiken durch entsprechende Kontrollen minimiert werden. Mit diesem IKS verfügt die IKB über eine strukturierte Kontrolle der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Tätigkeiten und die Einhaltung der für die IKB wesentlichen Vorschriften.
Die interne Revision prüft die Abwicklung der Geschäftsprozesse sowie das IKS. Die einzelnen Prüfungen erfolgen auf Basis des vom Vorstand verabschiedeten Revisionsprogramms und werden um Sonderprüfungen ergänzt. Die Revisionsberichte umfassen Empfehlungen und Maßnahmen, eine periodische Nachverfolgung stellt die Umsetzung vorgeschlagener Verbesserungen sicher. Im Risikomanagementsystem der IKB wurden im Berichtszeitraum keine wesentlichen Risiken und Ungewissheiten identifiziert, die für die folgenden Geschäftsjahre isoliert oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen für die IKB haben. Zur Abwendung von gegenwärtigen Risikoszenarien wurden ausreichend Vorkehrungen getroffen.
NACHHALTIGKEIT: UMWELT – PERSONAL
Die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens ist seit jeher ein klarer Auftrag der Eigentümer:innen an die IKB. Eine ausgewogene Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte prägt seit Jahren das Handeln der IKB und ist in der Satzung des Unternehmens verankert. Als das Ver- und Entsorgungsunternehmen Innsbrucks zeichnet die IKB für eine langfristige Sicherung der Daseinsvorsorge verantwortlich. Um die hohe Umwelt- und Lebensqualität in der IKB-Region aufrechtzuerhalten, wird laufend in innovative und moderne Infrastruktur investiert. Die dafür nötigen Investitionen und Instandhaltungen werden nicht hintangehalten, um kurzfristig Gewinn zu maximieren. Dabei wird dem sparsamen Einsatz von Ressourcen und den Anforderungen des Umweltschutzes im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung entsprechend Rechnung getragen. Die soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit hat in der IKB einen hohen Stellenwert. Nachhaltigkeit ist damit in der Unternehmensstrategie verankert und wird nach innen und nach außen gelebt. Für die IKB ist das Thema Nachhaltigkeit ein wesentlicher Schwerpunkt der Unternehmensentwicklung. Nachhaltige Unternehmensentwicklung bedeutet für die IKB, die Bedürfnisse der Bevölkerung in der Region Innsbruck/Tirol ökologisch und sozial verantwortungsbewusst zu erfüllen und gleichzeitig den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern. So leistet die IKB ihren Beitrag, die Lebensqualität im Großraum Innsbruck auch für künftige Generationen zu erhalten.
Ein eigenes Nachhaltigkeitsmanagement ist dafür verantwortlich, nachhaltige Themen in der IKB zu verankern und voranzutreiben. Um die Nachhaltigkeitsthemen für die IKB zu definieren, wurde eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt und wurden verschiedenste Personenkreise dazu befragt. Diese wesentlichen Themen der nachhaltigen Entwicklung wurden ermittelt, um darauf aufbauend Ziele und Maßnahmen zu setzen, die im Nachhaltigkeitsprogramm verankert wurden. Dieses wird laufend evaluiert und erweitert. Der unternehmensweite Corporate Carbon Footprint ermöglicht es, den CO₂- Ausstoß zu beobachten, um die langfristigen Ziele zu erreichen.
Die IKB hat folgende vier Topthemen für Nachhaltigkeitsschwerpunkte mittels Durchführung einer Wesentlichkeitsanalyse ermittelt und festgelegt: „Klimaschutz: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz“, „Langfristiger Erhalt der Infrastruktur und der Versorgungssicherheit“, „Naturschutz und Anpassung an die Klimakrise“ sowie „Ressourcen und Kreislaufwirtschaft“.
Die IKB bekennt sich klar zum Klimaschutz. Daher erzeugt sie ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen und will mit ihren eigenen Anlagen einen bedeutenden Beitrag zu den Klimazielen der IKB leisten. Innovative Lösungen ermöglichen auch bei Kundenanlagen, CO₂ einzusparen. So tragen alle Geschäfts- und Servicebereiche zum Klimaschutz bei.
Um den hohen Versorgungsstandard zu sichern, werden Wasserleitungen, Kanäle, Internet- und Stromkabel sowie Kraftwerke und Anlagen in gutem Zustand gehalten und sukzessive ausgebaut. Wichtig ist auch, die Strom- und Wasserversorgung in Notfällen aufrechtzuerhalten. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen auf die Natur sind bereits spürbar und werden in Zukunft besonders den Alpenraum massiv treffen. Die IKB passt ihre Strategien an diese Veränderungen in der Natur an. Darüber hinaus ist aktiver Naturschutz ein zentrales Thema.
Die IKB ist eine Partnerin, um die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in Innsbruck entscheidend zu fördern. Dabei gilt es, zwei Kreisläufe zu schließen: Durch Recycling und Wiederverwertung sollen Materialien mehrfach genutzt werden. Darüber hinaus gilt es, Material generell einzusparen, um die Umwelt zu entlasten.
Die Top-Nachhaltigkeitsthemen wurden ausgehend von der aktuellen Nachhaltigkeitsstrategie mit entsprechenden Nachhaltigkeitszielen und konkreten Maßnahmen unterlegt. Auch im Jahr 2024 wurde das Nachhaltigkeitsmaßnahmenprogramm konsequent umgesetzt, und über diese wird unter Bezugnahme auf die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) berichtet. Während die ökonomischen Aspekte in anderen Teilen des Lageberichts umfassend dargelegt werden, ist das Nachhaltigkeitsprogramm der IKB samt Maßnahmen im Detail dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht zu entnehmen. Dieser Bericht orientiert sich neben den Standards der GRI auch an den von den Vereinten Nationen verabschiedeten „Sustainable Development Goals“, die eine nachhaltige Entwicklung auf globaler Ebene anstreben.
Zur Stärkung des Nachhaltigkeitsmanagements innerhalb der IKB wurde ein Nachhaltigkeitsbeirat gegründet. Dieser ist nicht weisungsgebunden und übernimmt eine beratende Funktion für den Vorstand. Die Hauptaufgaben des Beirats sind, die Nachhaltigkeitsaktivitäten der IKB zu bewerten und neue Ideen sowie konkrete Empfehlungen einzubringen. Dazu finden regelmäßige Sitzungen statt. Herausforderungen in Zusammenhang mit dem Klimawandel betreffen den IKB-Konzern zunehmend. Sowohl auf Ebene der EU als auch auf nationaler Ebene sind derzeit entsprechende Regelungen und Gesetze in Ausarbeitung. Der Konzern bereitet sich bereits auf diese zukünftigen Anforderungen vor. Um die Vorgaben an die zukünftig verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen zu erfüllen, wurde mit dem Projekt „KonKlima“ („Konzern nachhaltig und klimafit“) eine umfassende konzernweite Initiative gestartet und eine organisatorische Einheit zur Umsetzung sämtlicher Nachhaltigkeitsthemen etabliert.
Die IKB hat sich seit ihrer Gründung über mehrere Entwicklungsphasen vom monopolorientierten Stadtwerk für Innsbruck zu einem breit aufgestellten (diversifizierten) Infrastrukturdienstleistungsunternehmen mit hoher Ertragskraft entwickelt, das zunehmend seine Geschäftsaktivitäten auch am freien Markt in ganz Tirol unternimmt. Die IKB-Vision lautet: „Wir wollen die führende Anbieterin von (kommunalen) Energie- und Infrastrukturlösungen aus einer Hand und das kundenfreundlichste Unternehmen in Tirol werden“. Wir verbinden Ökologie und Ökonomie. So schaffen wir Lebensqualität und sichern den Wirtschaftsstandort für die nächsten Generationen. Die aus dieser Vision abgeleiteten strategischen Ziele für die IKB lassen sich in folgende fünf Zielfelder einteilen: Kundinnen und Kunden, Ver- und Entsorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und Innovation, Eigentümer:innen und Wertschöpfung sowie Team. Zu diesen Kategorien/Perspektiven wurden konkrete Ziele und Maßnahmen entwickelt und in der IKB-Dachstrategie verankert. Sämtliche Geschäftsbereiche leisten zu diesen Schwerpunktthemen ihre Beiträge. Um diese Vision zu realisieren, wird die Unternehmensstrategie laufend überprüft und gegebenenfalls an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Im Rahmen des Strategiereviews 2024 wurde die schlüssige und durchgängige Verbindung von den strategischen Zielen der Dachstrategie zu den strategischen Zielen und Schwerpunkten der Bereichsstrategien wiederum fortgeführt.
Die Inhalte der Dachstrategie wurden im diesjährigen Strategiereview nicht verändert. Die zum Zwecke der besseren Steuerbarkeit entwickelten Portfolios der Initiativen wurden aktualisiert. Der quartalsweise Monitoringprozess wurde weitergeführt und um eine Portfoliositzung zu den strategischen Initiativen ergänzt. Im Zuge dieser Sitzungen wird der Umsetzungsfortschritt der strategisch hoch relevanten Initiativen evaluiert und gesteuert.
Auf Konzernebene wurde 2024 im Rahmen des Projekts „KonKlima“ die in Zukunft auch für die Unternehmensstrategie der IKB relevante sogenannte „doppelte Wesentlichkeit“ für Nachhaltigkeitsthemen fertiggestellt. Die Ergebnisse daraus werden im Strategieprozess 2025 in die Unternehmensstrategie eingearbeitet.
Zum Schwerpunkt „Forcierung Digitalisierung (intern und extern)“ wurde ein eigenes Programmmanagement eingerichtet, in dem die hoch priorisierten Projekte integriert sind. Zentrale Vorhaben aus den Bereichen Informationstechnologie (IT), Operational Technologie (OT) und Telekommunikation werden nunmehr in einer Programmlogik geführt und gesteuert. Die strategisch sehr wichtige „Digitalisierungsroadmap“ wurde als Grundlage für eine schrittweise priorisierte Umsetzung vom Geschäftsbereich Informationstechnologie weiter präzisiert und aktualisiert. Diese dient als Grundlage für eine schrittweise und priorisierte Umsetzung der zahlreichen Digitalisierungsvorhaben.
Digitale Transformation, demografische Rahmenbedingungen, Klimawandel und gesellschaftliche und globale Veränderungen wie Pandemie, Krieg in Europa und die damit verbundenen intensiven Dynamiken in der Energiewirtschaft beeinflussen Arbeits- und Berufsleben sowie die Personalpolitik grundlegend. In Zeiten dieser massiven Umbrüche erfordert es eine flexible, aber auch langfristige Strategie in der Personalpolitik als regionaler Leitbetrieb und als attraktive Arbeitgeberin.
Die Mitarbeiter:innen der IKB sind der zentrale Erfolgsfaktor und bilden die Grundlage für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg. Ihr Engagement und ihr unternehmerisches Handeln ermöglichen eine laufende Weiterentwicklung und die Umsetzung der IKB-Strategie. Im Bewusstsein für ihre große strategische Bedeutung positioniert sich die IKB ihnen gegenüber als verantwortungsvolle, faire und attraktive Arbeitgeberin. Förderung von Diversität und Chancengleichheit, das Forcieren von Aus- und Weiterbildung und ein vielseitiges und lukratives Angebot an Aufgaben in einer modernen Arbeitswelt stehen für den Anspruch der IKB als eine der größten und krisensichersten Arbeitgeber:innen der Region. Respekt, Wertschätzung und Fairness stellen die Säulen eines guten Arbeitsklimas und Miteinanders dar, um auch in schwierigen Zeiten in spannenden und sinnstiftenden Tätigkeitsfeldern und innovativen Projekten die neuen Herausforderungen der Energiezukunft zu gestalten. Das Rekrutieren und Halten qualifizierten Personals stellt nach wie vor eine zentrale Herausforderung für die IKB dar. Zu deren Bewältigung wurde ein Prozess aufgesetzt, der darauf abzielt, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der Menschen gerne und mit Freude gut arbeiten. In diesem Zusammenhang wurden Maßnahmen entwickelt, mittels derer die Attraktivität der IKB als Arbeitgeberin weiter gesteigert werden soll. Auch werden periodisch wiederkehrende Mitarbeiterbefragungen durchgeführt und aufbauend auf deren Ergebnissen Rückschlüsse gezogen und bedarfsorientiert weitere Maßnahmen gesetzt, um die Zufriedenheit der Belegschaft auf hohem Niveau zu halten.
Der generelle Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ist auch im Recruiting der IKB deutlich spürbar. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen, die durch eine im Unternehmen bevorstehende Pensionierungswelle in den nächsten Jahren weiter verstärkt werden, liegt ein aktueller und zukünftiger Schwerpunkt in der Personalarbeit im Recruiting neuer Mitarbeiter:innen. Im Jahr 2024 konnten 75 neue Mitarbeiter:innen als Stammpersonal in der IKB eingestellt werden.
Die professionelle Zusammenarbeit der Führungskräfte auf allen Ebenen bildet die fundamentale Voraussetzung, um die ehrgeizigen strategischen Ziele zu erreichen. Die IKB-Führungsgrundsätze bauen auf den Werten der IKB auf und beschreiben, welche Verhaltensweisen für eine erfolgreiche und wirksame Führung wichtig sind. Darauf baut das Führungskräfteentwicklungsprogramm der IKB auf. Alle Mitarbeiter:innen sind dabei aufgefordert, sich aktiv einzubringen, Veränderungen mitzugestalten und gemeinsam mit dem Unternehmen neue Wege zu beschreiten.
Forschung und Entwicklung im engeren Sinne betreibt die IKB keine. Bei Forschung und Entwicklung steht der anwendungsorientierte Ansatz bei der IKB im Vordergrund. Trends in sich verändernden Märkten werden laufend beobachtet, um Innovationen rasch aufgreifen und den Kund:innen innovative Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können bzw. die bestehende Produktpalette stetig weiterzuentwickeln.
Zweigniederlassungen: Die IKB hat keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen.
AUSBLICK
Die Rahmenbedingungen für die Weltwirtschaft sind nach wie vor schwierig. Unsicherheit beherrscht das wirtschaftliche Umfeld. Trotz dieser Rahmenbedingungen wuchs die Weltwirtschaft laut Internationalem Währungsfonds (IWF) 2024 mit +3,2 Prozent. Dieser Wert liegt unter jenen Werten der Jahre 2022 und 2023 sowie dem langjährigen Durchschnitt. Für 2025 prognostiziert der IWF ein Weltwirtschaftswachstum von ebenfalls +3,2 Prozent, und auch für die Jahre danach geht der IWF von nicht wesentlich höheren Wachstumsraten aus. Die Ursachen sind in den Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine und in weiteren Krisen zu sehen. Im Hinblick auf die hohe Inflation der vergangenen Jahre ist zwar eine Erleichterung zu verzeichnen, diese geht allerdings nur langsam voran. Weltweit betrachtet ging die Inflation nach dem Rekordwert von 8,6 Prozent im Jahr 2022 auf 6,7 Prozent im Jahr 2023 zurück und fiel 2024 auf 5,8 Prozent. Für das Jahr 2025 wird eine Inflation von 4,3 Prozent prognostiziert – ein Wert, der sich langsam den Inflationsraten von vor der COVID-19- Krise annähert. Für den Euroraum wird für 2025 eine Inflation von knapp über 2 Prozent erwartet. In Österreich soll die Inflation von rund 2,9 Prozent im Jahr 2024 auf 2,9 Prozent im Jahr 2025 verharren. Die österreichische Wirtschaft befindet sich inzwischen in der längsten Rezession der Zweiten Republik. Im Jahr 2024 stagnierte, trotz kräftig gewachsener Realeinkommen, der Konsum der privaten Haushalte. Die geringe Dynamik der europäischen Wirtschaft, die zurückliegenden Energie- und Lohnkostensteigerungen, die hohen Finanzierungskosten und Baupreise sowie die globale Unsicherheit drückten auf die Investitionstätigkeit. Laut WIFO dürfte die Konjunktur in der EU ab der Jahresmitte wieder an Schwung gewinnen und die Exportnachfrage etwas anziehen. Damit sollte auch die österreichische Wirtschaft die hartnäckige Rezession überwinden und auf einen moderaten Wachstumskurs einschwenken. Die für das zweite Halbjahr erwartete Konjunkturaufhellung wird allerdings nicht ausreichen, um im Gesamtjahr 2025 ein BIP-Wachstum zu erzielen. Das WIFO erwartet einen neuerlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent. Die schwache Konjunktur und die Folgen der Inflation belasten die öffentlichen Haushalte, das öffentliche Budgetdefizit entfernt sich zunehmend von den Maastricht-Vorgaben. Einsparungen in den öffentlichen Haushalten werden aufgrund der schwachen Konjunktur und des hohen Fehlbetrags unumgänglich, vor diesem Hintergrund dürfte der mittelfristige budgetäre Spielraum gering ausfallen. Seit Jahren beschäftigt Europa die Energiewende, also der Umbau des gesamten Energiewirtschaftssystems von fossilen oder atomaren Energieträgern hin zu den sogenannten „Erneuerbaren“ – also umweltfreundliche, regenerative und CO2-freie Energien wie Wasserkraft, Sonne, Wind oder Biomasse. Die Dekarbonisierung, die Digitalisierung und der demografische Wandel führen zu strukturellen Veränderungen, und die Herausforderungen für die Transformation des europäischen Energiesystems haben sich damit schlagartig vergrößert. Dieser eingeleitete Transformationsprozess der Energiemärkte – zusammengefasst unter den Schlagworten Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung – ist im Gange und ergibt in Kombination mit allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, gesetzlichen Vorgaben und nicht zuletzt klimatischen Veränderungen ein äußerst dynamisches und komplexes Umfeld.
Zentrales Vorhaben des bereits 2019 vorgestellten EU-Green-Deals – des zentralen europäischen Strategiedokuments für Energie und Klimapolitik – ist die Anhebung der Klimaambitionen der EU für 2030 und für 2050. In einem umfassenden Legislativpaket „Fit for 55“ hat die EU-Kommission die Umsetzung und die Ausgestaltung des Zielpfads für die angestrebte Treibhausgasreduktion weiter detailliert ausgeführt. Auf Basis dieser Beschlüsse findet ein Umbau des bestehenden Energiesystems statt. Es werden die Sektoren Elektrizität, Wärme- und Kälteversorgung sowie Verkehr in einem zunehmend erneuerbaren Energiesystem immer mehr miteinander vernetzt.
Auf Basis der Beschlüsse des Klimagipfels von Paris wurde das „Clean Energy Package“ der EU abgeschlossen, welches den allmählichen Wandel zu einer CO2-neutralen EU-Wirtschaft bis 2050 beinhaltet. Zentrale Elemente dafür sind sowohl die Effizienzsteigerung als auch die Dekarbonisierung von Raumklimatisierung, Industrie und Verkehr.
Über neu definierte Marktteilnehmer wie Prosumer, lokale Energiegemeinschaften und Aggregatoren soll der Wandelprozess auch hin zur Dezentralisierung beschleunigt werden. Dekarbonisierung ist ein zentrales Instrument des Klimaschutzes und ein Hauptpfeiler der Energiewende.
Der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) Österreichs orientiert sich an diesen Zielen der EU. Österreich hat sich damit zum Ziel gesetzt, ab 2030 den Strombedarf (bilanziell über das Jahr gerechnet) ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern zu decken, und strebt ab 2040 Klimaneutralität an. Zur Erreichung dieser Ziele sind hohe Investitionen in den Ausbau der Erzeugungskapazitäten genauso wie in die Netzinfrastruktur notwendig. Der NEKP enthält eine Reihe von Maßnahmen, von denen vor allem die E-Mobilitätsoffensive und Ladeinfrastruktur, erneuerbare Wärme, thermische Gebäudesanierung, das Photovoltaikausbauprogramm sowie Dezentralisierung und Digitalisierung für die IKB von höherer Bedeutung sind.
Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) hat zum Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien an der österreichischen Stromproduktion bis 2030 auf 100 Prozent zu steigern und bis 2040 die Klimaneutralität des Landes zu erreichen. Mit dem EAG sollen der Ausbau von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie vorangetrieben und dafür die rechtlich verbindlichen Rahmenbedingungen und – indem zentrale Fragen der Förderung der erneuerbaren Energien geregelt werden – auch die notwendige Investitionssicherheit geschaffen werden.
Das energiewirtschaftliche Umfeld bleibt damit für die IKB sowie die gesamte Branche herausfordernd. Aufgrund der Bedeutung des Strom- und Energiegeschäfts im Gesamtportfolio der Unternehmensaktivitäten ist die IKB von den sich noch verstärkenden Veränderungen in diesen Märkten betroffen.
Die Entwicklung des IKB-Ergebnisses hängt maßgeblich von folgenden Faktoren ab: den Großhandelspreisen für Strom, der Eigenerzeugung aus Wasserkraft und der weiteren energiewirtschaftlichen Entwicklung. Darüber hinaus können sich gesetzliche oder regulatorische Änderungen und rechtliche Unsicherheiten in Bezug auf Strompreisanpassungen negativ auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Im Hinblick auf die nach wie vor angespannte Energiesituation, die geopolitischen Unsicherheiten, die Gefahr von regulatorischen Eingriffen und die hohe Volatilität der wesentlichen Einflussfaktoren auf das IKB-Ergebnis ist der Ausblick für die IKB mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.
Die Rohstoffpreise lagen 2024 durch die Beruhigung der Märkte deutlich unter jenen des Vorjahres. Ursachen dafür waren unter anderem die konjunkturbedingte Nachfrageschwäche sowie eine gute Versorgungslage bei Erdgas. Die sinkenden Rohstoffpreise führten des Weiteren zu einer Preisreduktion am Stromgroßhandelsmarkt.
Die spezifischen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die IKB lassen sich als durchwachsen positiv beschreiben. Insgesamt betrachtet haben sich die Großhandelspreise für Strom in Europa erholt, wovon die IKB mit ihrer stabilen und umweltfreundlichen Stromerzeugung aus Wasserkraft profitieren kann. Gleichzeitig sind die gesamtwirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Risiken (Preissteigerungen, rechtliche Unsicherheiten, Markteingriffe) gestiegen. Die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen sind aktuell nur schwer einschätzbar.
Das Strompreisniveau stellt einen wesentlichen Werttreiber für die wirtschaftliche Entwicklung der IKB dar. Von der IKB wird der Strom, welcher nicht in den eigenen Wasserkraftwerken erzeugt werden kann, beim Landesenergieversorger TIWAG gemäß der zugrundeliegenden Beschaffungsstrategie (Back-to-Back oder rollierende Beschaffung) zugekauft.
Im Strom-Netz-Bereich hat mit 1. Jänner 2024 die fünfte Regulierungsperiode, in deren Rahmen die Kosten der Stromverteilnetzbetreiber – wie in der Vergangenheit – jährlich auf Basis einer Kostenüberleitung festgestellt werden, begonnen. Auch für diese fünfte Regulierungsperiode sieht die Behörde neben einer generellen Zielvorgabe, welche die sektorale Produktivitätsentwicklung abbilden soll, auch eine individuelle Zielvorgabe vor. Die unternehmensindividuellen Zielvorgaben basieren dabei auf einem relativen Effizienzvergleich (Benchmarking), den die Behörde analog zu den vorigen Regulierungsperioden durchführt.
Noch nicht beschlossen wurde die Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes (ElWOG) zur Umsetzung des Clean Energy Package. Nach Jahren intensiver Diskussion soll das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) nach Angaben der neuen Bundesregierung noch vor dem Sommer in Kraft treten – ein Meilenstein und zwingend notwendig für die Transformation des österreichischen Energiesystems. Das ElWG bildet die rechtliche Grundlage für die Zukunft der Stromversorgung in Österreich. Es setzt wichtige EU-Vorgaben um und schafft den regulatorischen Rahmen, um die Transformation des Stromsystems zu gewährleisten, den bevorstehenden Erneuerbaren-Ausbau samt Speichern und Netzinfrastruktur erfolgreich zu bewältigen, neue Akteur:innen in das System einzubinden und in einigen wichtigen Bereichen Rechtssicherheit herzustellen. Auch das Klimaschutzgesetz, das regeln soll, wie stark Bund und Länder ihre Treibhausgasemissionen senken müssen, wird erst noch erwartet.
Das Stammgeschäft stellt weiterhin eine wesentliche Ertragsstütze dar, neue Themenstellungen finden gezielt Eingang in die Strategie des Unternehmens. Erhaltung und Ausbau der Infrastruktur sowie der Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energie erfordern in den nächsten Jahren erhebliche Investitionsvolumina, ein entsprechend hohes Investitionsprogramm ist für 2025 geplant. Dies bedingt dementsprechende Jahresergebnisse, eine ausreichende Eigenkapitalstruktur und Cashflows, die für die Innenfinanzierung Verwendung finden müssen. Gleichzeitig stehen diese Erfordernisse im Spannungsfeld einer leistbaren Daseinsvorsorge in der Stadt Innsbruck.
Aufgrund des risikoaversen Geschäftsmodells der IKB als breit aufgestelltes Infrastrukturunternehmen und auch der finanziellen Kraft des Unternehmens ist zu erwarten, dass die IKB sich weiter zu einer führenden Anbieterin von Energielösungen und kommunaler Infrastruktur in Tirol entwickelt. Die zunehmende Verknappung des Arbeitsmarkts bringt dabei einen hohen Wettbewerbsdruck um qualifizierte Facharbeitskräfte mit sich.
Angesichts gestiegener gesamtwirtschaftlicher und energiewirtschaftlicher Risiken werden die kommenden Jahre für die IKB weiterhin durch herausfordernde energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen gekennzeichnet sein. Dem wird die IKB mit der konsequenten Fortführung der eingeschlagenen Strategie begegnen. Die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in allen Geschäftsbereichen bleibt zentrale Aufgabe der IKB und des Konzerns. Im Mittelpunkt stehen weiterhin eine konsequente Kundenorientierung und der Ausbau von Geschäftsaktivitäten auf Basis organischen Wachstums und mit Fokus auf die Kernkompetenzen des Unternehmens.
Das risiko- und krisenaverse Geschäftsmodell der IKB als breit aufgestelltes Infrastrukturunternehmen über zahlreiche Wertschöpfungsebenen hat sich insgesamt bestens bewährt. Die Streuung der Geschäftsaktivitäten wirkt für die gesamte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens stabilisierend. Nach dem bisherigen Geschäftsverlauf ist aktuell trotz schwierigerer und unsicherer Rahmenbedingungen auch weiterhin von einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens auszugehen.
Innsbruck, am 29. April 2025
Der Vorstand
14. Alle
DI Helmuth Müller Vorsitzender des Vorstandes
Thomas Phife
Dr. Thomas Pühringe
Mitglied des Vorstandes
DI Thomas Gasser, WBA
Mitglied des Vorstandes