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Lagebericht 2025

Prolactal GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 25. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

für das Geschäftsjahr 2025 der

Prolactal GmbH Hartberg

1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens

1.1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Eigentümer:

Alleiniger Gesellschafter der Prolactal GmbH ist Amsterdam Fertilizers B.V., Amsterdam, Niederlande (100%), ein Unternehmen der internationalen ICL Group Ltd.

Das Unternehmen ist in folgenden Sparten tätig:

Die Prolactal GmbH mit Sitz in Hartberg, Österreich, produziert und vertreibt weltweit ein umfangreiches Sortiment an Milch- und Molketrockenprodukten sowie Milch- und Molkederivaten. Als einer der führenden Partner der internationalen Lebensmittelindustrie bietet Prolactal seine Kuh-, Schaf- und Ziegenprodukte in biologischer, gentechnikfreier und laktosefreier Qualität an.

Allgemeine Marktlage:

2025 Absatzmarktrückblick

Der globale Milchproduktmarkt zeigte sich 2025 insgesamt stabil, jedoch mit einer klaren Verschiebung in Richtung wertschöpfungsstärkerer Produkte. Die Nachfrage nach klassischen Massenprodukten blieb verhalten, Diese Entwicklung war insbesondere durch ein anhaltend hohes globales Angebot sowie eine weiterhin volatile Nachfrage aus China geprägt.

Käse, Frischeprodukte sowie proteinbasierte Inhaltsstoffe verzeichneten deutliche Zuwächse in 2025. Getrieben wurde diese Entwicklung durch veränderte Konsumpräferenzen, ein anhaltend hohes Interesse an funktionellen und proteinreichen Produkten sowie eine robuste Nachfrage aus den Segmenten Foodservice, Sport- und Spezialernährung.

In der EU entwickelte sich der Absatz differenziert: Während Magermilchpulver strukturell unter Druck blieb, konnten Käse und Joghurterzeugnisse ihre Absatzmengen weiter ausbauen. Proteinpulver und -konzentrate verzeichneten 2025 teilweise signifikante Preis- und Nachfrageanstiege, was auf eine global hohe Nachfrage nach Milcheiweiß zurückzuführen ist. Die Absatzmärkte waren jedoch zunehmend von handelspolitischen Unsicherheiten geprägt, insbesondere durch neu eingeführte oder angekündigte Zölle, deren Effekte erst gegen Ende des Jahres spürbar wurden.

Die Nachfrage aus China zeigte im Jahresverlauf 2025 eine teilweise Erholung gegenüber dem Vorjahr, blieb jedoch insgesamt volatil und unter dem Niveau früherer Jahre. Gleichzeitig konnten Märkte in Südostasien sowie ausgewählte Exportregionen stabile bis leicht steigende Importvolumina verzeichnen.

Die Erzeugerpreise für Milch bewegten sich weiterhin auf einem erhöhten Niveau, zeigten jedoch im Jahresverlauf eine höhere Volatilität als im Vorjahr. Die Kostenstruktur der Milcherzeugung blieb durch hohe Energiepreise sowie weiterhin erhöhte Futtermittelkosten belastet Insgesamt war 2025 damit weniger ein Volumen- als vielmehr ein Wertwachstumsjahr, in dem sich Anbieter mit einem fokussierten, margenstarken Produktportfolio klar besser positionieren konnten.

Zusammenfassend war der Absatzmarkt im Jahr 2025 durch eine klare Segmentierung geprägt: Während Commodity-Produkte weiterhin unter Margendruck standen, entwickelten sich hochwertige und funktionale Spezialprodukte stabil bis positiv. Diese Entwicklung bestätigt die strategische Ausrichtung von Prolactal auf differenzierte und margenstarke Produktsegmente.

Im Jahr 2025 tätigte Prolactal Verkäufe in 39 verschiedene Länder und erweiterte damit seine kommerzielle Präsenz in mehreren Regionen deutlich, wodurch die globale Position gestärkt und die Kundenbasis diversifiziert wurde. Die Vertriebsaktivitäten wurden in Ozeanien intensiviert, mit starkem Wachstum in Australien und dem Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen in Neuseeland. Auch die Region Asien-Pazifik verzeichnete eine solide Entwicklung, getragen von steigenden Umsätzen in Korea und dem erfolgreichen Eintritt in weitere Märkte. In Lateinamerika startete Prolactal den Vertrieb in Brasilien, wo sich die Nachfrage positiv entwickelt wodurch 2026 voraussichtlich steigende Umsätze erwartet werden. Zudem baute das Unternehmen seine Präsenz in den Vereinigten Staaten aus, hauptsächlich über indirekte Vertriebskanäle, ergänzt durch ausgewählte Direktverkäufe.

Diese geografische Expansion führte zu einem ausgewogeneren Vertriebsportfolio und verringerte die Abhängigkeit von Prolactal vom chinesischen Markt. Obwohl China weiterhin ein wichtiger Markt für das Unternehmen bleibt, reduzierte die im Jahr 2025 erreichte breitere regionale Diversifizierung die Abhängigkeit von einer einzelnen Region deutlich. In China konzentrierte sich Prolactal weiterhin auf die Verbesserung der Preisdurchsetzung und der Profitabilität, um sicherzustellen, dass das Geschäft im Einklang mit den langfristigen strategischen und finanziellen Zielen des Unternehmens bleibt.

2025 Rohmaterialmarktrückblick

Der Rohmaterialmarkt für Milch war 2025 durch eine anhaltend begrenzte Rohmilchverfügbarkeit in den traditionellen Exportregionen gekennzeichnet. In der EU stagnierte beziehungsweise reduzierte sich die Rohmilchmenge leicht, bedingt durch strukturelle Anpassungen in der Landwirtschaft, regulatorische Rahmenbedingungen sowie steigende Produktionskosten. Gleichzeitig setzte sich der seit Jahren beobachtete Trend steigender Milchfett- und Proteingehalte fort.

Diese qualitative Verbesserung der Rohmilch führte dazu, dass der Rückgang der gelieferten Milchmenge in der Verarbeitung weitgehend kompensiert werden konnte. Die verfügbare Menge an Fett und Protein stieg weiter an, was die Rohstoffbasis für hochwertigere Milchprodukte im Jahr 2025 verbesserte.

Die Rohmilchpreise bewegten sich 2025 auf einem hohen, aber weitgehend stabilen Niveau. Nach den starken Preisanstiegen der Vorjahre kam es zu einer Seitwärtsbewegung, die sowohl die begrenzte Rohmilchverfügbarkeit als auch die stabile Nachfrage widerspiegelte. Für die Verarbeitungsindustrie bedeutete dies weiterhin eine angespannte Kostenlage, gleichzeitig aber auch Planungssicherheit auf hohem Preisniveau.

Der globale und europäische Molkemarkt war 2025 durch eine knappe Rohstoffbasis und eine Priorisierung der Milchverwertung in Richtung Käse geprägt, was das Molkeangebot begrenzte und die Preise insgesamt festigte. Bio-Molke blieb angebotsseitig limitiert, da die Bio-Milchproduktion in der EU stagnierte, wodurch stabile Preisaufschläge gegenüber konventioneller

Molke gehalten werden konnten. Ziegenmolke entwickelte sich weiterhin als stark begrenztes Nischensegment mit hoher Preisfestigkeit aufgrund geringer Mengen und steigender Nachfrage aus der Spezial- und Säuglingsernährung. NOP-Molke profitierte von der starken Exportposition der USA bei hochwertigen Molkezutaten und erzielte 2025 im internationalen Vergleich attraktive Preise

Die wichtigsten Beschaffungsmärkte von Prolactal blieben auch im Jahr 2025 Österreich, Deutschland, die Niederlande, Italien und Großbritannien. Diese Märkte sind grundsätzlich stabil, unterliegen jedoch weiterhin den allgemeinen Entwicklungen des europäischen Milchmarktes.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor stellte im Geschäftsjahr 2025 die Verfügbarkeit spezialisierter Rohstoffe dar. Insbesondere Bio-, NOP- und Ziegenmilch waren weiterhin nur begrenzt verfügbar und entwickelten sich zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor im Markt.

Prolactal konnte im Geschäftsjahr 2025 die Versorgung mit diesen Rohstoffen gezielt verbessern und damit die strategische Transformation des Unternehmens aktiv unterstützen. Die verstärkte Sicherung dieser Rohstoffe ermöglichte die Ausweitung margenstarker Produktsegmente sowie die gezielte Substitution von konventionellen Produkten.

Die Nachfrage nach Molkenproteinkonzentraten sowie funktionalen Inhaltsstoffen blieb weiterhin hoch, insbesondere im Bereich der Lebensmittel- und Sporternährungsindustrie. Gleichzeitig führte die begrenzte Verfügbarkeit hochwertiger Rohstoffe in einzelnen Segmenten zu stabilen bis steigenden Preisen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Rohstoffmarkt im Jahr 2025 durch hohe Kosten, begrenzte Verfügbarkeit spezialisierter Rohstoffe sowie stabile Nachfrage nach hochwertigen Produkten geprägt war.

Geschäftsergebnis

Unter den oben beschriebenen Marktbedingungen belief sich der Umsatz im Jahr 2025 auf EUR 134,2 Mio. und lag damit um rund 4,9 % über dem Vorjahreswert von EUR 128,0 Mio.

Das Verkaufsvolumen lag im Geschäftsjahr 2025 bei 23,2 Tsd mts TS im Vergleich zu 23,7 Tsd mts TS im Jahr 2024. Der Rückgang des Absatzvolumens ist auf die konsequente Umsetzung der strategischen Neuausrichtung zurückzuführen, in deren Rahmen der Anteil von konventionellen Produkten mit niedriger Marge gezielt reduziert wurde.

Gleichzeitig konnte der durchschnittliche Verkaufspreis um 3,3 % gesteigert werden. Diese Entwicklung ist insbesondere auf einen optimierten Produktmix sowie auf verbesserte Vertragskonditionen im Vertrieb zurückzuführen.

Der Bestand wurde im Vorjahr bereinigt, somit wurde in 2025 kein weiterer Abbau verzeichnet, sondern ein Aufbau.

Die im Jahr 2024 gestartete strategische Neuausrichtung wurde im Geschäftsjahr 2025 konsequent weiter umgesetzt. Der Fokus lag auf der Reduzierung von Verkäufen margenarmer Commodity-Produkte und dem Ausbau von komplexeren und margenstärkeren Spezialprodukten.

Der Deckungsbeitrag konnte im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert werden. Dies ist im Wesentlichen auf folgende Faktoren zurückzuführen:

x die konsequente Fortführung der strategischen Neuausrichtung x die gezielte Verlagerung hin zu hochwertigen Specialty-Produkten

x x x die verstärkte Nutzung des technischen Know-hows sowie der Forschungs- und Entwicklungskompetenz von Prolactal zur Entwicklung kundenorientierter Lösungen mit höherem Mehrwert die verbesserte Sicherung von knappen Rohstoffen, insbesondere im Bereich Bio-, NOP- und Ziegenmilch die kontinuierliche Verbesserung der Verkaufskonditionen sowie die Erhöhung des durchschnittlichen Verkaufspreises

Das Betriebsergebnis verbesserte sich signifikant um 90%, von EUR -9,2 Mio. im Jahr 2024 auf EUR -0,9 Mio. im Geschäftsjahr 2025

Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich von EUR -11,1 Mio. in 2024 auf EUR -2,3 Mio. in 2025

Das Jahresergebnis verbesserte sich von EUR -12,3 Mio. auf EUR -2,3 Mio.

Vor dem Hintergrund der Transformation und der weiterhin herausfordernden Marktbedingungen bewertet die Geschäftsführung die Entwicklung des Geschäftsjahres 2025 als operativ erfolgreich.

Der Cash-Flow (vereinfacht berechnet aus EGT zuzüglich Abschreibungen, zuzüglich Veränderung von Rückstellungen abzüglich Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen betrug im Jahr 2025 +3,7 Mio. EUR (2024: -3,6 Mio. EUR). Mit dem 30.12.2025 wurde mit ICL Finance B.V. die Erweiterung des kurzfristigen Darlehens um 10 Mio. EUR auf 55,2 Mio. EUR vereinbart.

1.2. Geschäftsergebnis, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2025 konnte eine deutliche Verbesserung der Ergebniskennzahlen erreicht werden, insbesondere durch die Optimierung des Produktportfolios sowie durch Maßnahmen zur Steigerung der operativen Effizienz.

Die Bilanzsumme erhöhte sich auf EUR 135,4 Mio. Die liquiden Mittel konnten im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden.

Die Vorräte entwickelten sich stabil, während Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund der gestiegenen Geschäftstätigkeit zunahmen.

Die Eigenkapitalquote entwickelte sich stabil, wobei die Finanzierung weiterhin innerhalb des Konzerns erfolgt und die Liquidität des Unternehmens dadurch sichergestellt ist.

Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 4,9 % von 128,0 Mio. EUR auf 134,2 Mio. EUR.

Das Betriebsergebnis verbesserte sich deutlich von -9,2 Mio. EUR auf -0,9 Mio. EUR. Diese positive Entwicklung war sowohl auf den Umsatzanstieg um 6,2 Mio. EUR als auch auf die positive Entwicklung des Bestandes, welcher im Vorjahr zurückgegangen war (+12,9 Mio. EUR) und auf eine Korrektur der Vorjahresbelastungen seitens der Unternehmensgruppe zurückzuführen (1,5 Mio. EUR).

Zurückzuführen auf die neuen Investitionen stiegen die Abschreibungen um 4,6% an, auf 8 Mio. EUR.

Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich von -11,1 Mio. EUR auf -2,3 Mio. EUR.

Das Jahresergebnis verbesserte sich von -12,3 Mio. EUR auf -2,3 Mio. EUR.

Zur nachhaltigen Ergebnisverbesserung befinden sich mehrere Maßnahmen in der Umsetzung. So erfolgt weiterhin eine stetige Anpassung des Kunden- und Produktportfolios mit dem Ziel, den Anteil konventioneller Produkte mit geringer Marge weiterhin zu reduzieren und gleichzeitig das Wachstum im Bereich margenstarker Specialty-Produkte konsequent auszubauen. Der Commodity-Segment wir weiterhin nur bei einer vorteiligen Marktlage angesprochen. Da die bestehende Produktionskapazität weiterhin sehr gut ausgelastet ist und eine kurzfristige interne Erweiterung nicht vorgesehen ist, werden externe Partner in neuen geographischen Regionen eingebunden, um zusätzliche Mengen abzuwickeln und weiteres Umsatz- und Ertragspotenzial zu realisieren. Bemühungen um konsequente Verbesserung der Einkaufsbedingungen und permanenten Ausbau des Rohstofflieferantennetzwerkes.

Das Anlagevermögen verringerte sich von EUR 77,7 Mio. auf EUR 75,5 Mio. bzw. rund 55,7 % der Bilanzsumme (2024: 61,2 %), da die getätigten Neuinvestitionen nicht die jährliche Abschreibung überstiegen.

Die Vorräte beliefen sich per 31.12.2025 auf rund 24,9 % der Bilanzsumme (2024: 25,5 %). Die Eigenmittel (inkl. Investitionszuschüsse) reduzierten sich von 63,1 Mio. EUR auf 60,8 Mio. EUR und die Eigenmittelquote von 53,2 % auf 49,8 %. Diese Entwicklung ist dem, Anstieg des Bilanzverlustes um -2,3 Mio. EUR zuzuschreiben.

Die Eigenkapitalquote entwickelte sich negativ, von 49,4 % im Jahr 2024 auf 44,6 % zum Ende des Geschäftsjahres 2025.

1.3. Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2025 spielte die F&E-Funktion von Prolactal eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der strategischen Transformation des Unternehmens hin zu einem Anbieter von wertschöpfenden funktionellen Proteinlösungen. Die Aktivitäten konzentrierten sich auf die Entwicklung fortschrittlicher Produkte und maßgeschneiderter Blends für verschiedene Anwendungen und stärkten damit die Position des Unternehmens im Bereich funktionelle Ernährung. Ein wichtiger Meilenstein war der Start des Projekts für das neue Labor in Hartberg, dessen Planungsphase 2025 abgeschlossen wurde und dessen Bau im Jahr 2026 begonnen hat; nach Fertigstellung wird es die Innovations- und Anwendungskompetenzen erheblich erweitern. In der Zwischenzeit blieb das Application-Lab in Brasilien für die Produktentwicklung von wesentlicher Bedeutung. Über die Innovation hinaus trug die F&E zur operativen Leistungsfähigkeit bei, indem Prozesse optimiert, die Produktion bei hoher Auslastung unterstützt und die Expansion für 2026, einschließlich der neuen Demineralisierungslinie, vorbereitet wurde. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern zur Bewältigung von Trocknungskapazitätsengpässen stellte zudem Produktionsflexibilität und Produktqualität sicher. Insgesamt fungierte die F&E als zentraler Treiber für Innovation, Effizienz und die strategische Neuausrichtung von Prolactal.

1.4. Zweigniederlassungen

Die Prolactal GmbH hat ihren Sitz in Hartberg, Geschäftsführung und alle operativen Bereiche befinden sich in Hartberg in der Steiermark. Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

1.5. Rebranding

Im Jahr 2025 hat Prolactal ein umfassendes Rebranding umgesetzt, das gezielt die strategische Neuausrichtung des Unternehmens unterstützt und die Markenpositionierung nachhaltig stärkt. Dabei ging das Rebranding bewusst über eine rein visuelle Anpassung hinaus und zielte

darauf ab, Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit sowie die Attraktivität als Arbeitgeber zu fördern. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung vom klassischen Anbieter von Säuglingsnahrungszutaten hin zu einem Premium-Partner für innovative, nachhaltige Ernährungslösungen über alle Lebensphasen hinweg. Mit der neuen Markenidentität und dem Leitmotiv „Simply Healthier“ wird der Anspruch unterstrichen, Innovation, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung zu vereinen. Gleichzeitig trägt die klarere, differenziertere Markenkommunikation zu erhöhter Wiedererkennbarkeit, besserem Marktverständnis und stärkerer interner Identifikation bei.

2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Strategische Ausrichtung für 2026:

Die im Jahr 2024 definierte strategische Ausrichtung des Unternehmens als „Premium Nutrition Solutions“ wurde im Geschäftsjahr 2025 konsequent weiter umgesetzt und hat bereits zu einer messbaren Verbesserung der operativen Kennzahlen geführt.

Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem die strategische Neuausrichtung initiiert wurde, stand im Geschäftsjahr 2025 die operative Umsetzung im Vordergrund. Dabei wurden wesentliche Fortschritte in der Transformation des Produktportfolios erzielt, insbesondere durch die gezielte Reduktion margenärmerer konventioneller Produkte und den Ausbau komplexerer und margenstärkerer Spezialprodukte.

Die strategischen Maßnahmen zeigten insbesondere auf den Deckungsbeitrag eine deutliche Wirkung. Die Verbesserung der Margenstruktur ist auf die Kombination aus optimiertem Produktmix, verbesserten Verkaufspreisen sowie einer gezielten Sicherung hochwertiger Rohstoffe zurückzuführen zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Auch zukünftig wird der Fokus auf die Weiterentwicklung komplexerer Produktionsprozesse, die Sicherung knapper Rohstoffe sowie die gemeinsame Entwicklung kundenspezifischer Lösungen mit höherem Mehrwert liegen. Die bestehende Produktionskapazität wird beibehalten, jedoch weiterhin konsequent auf margenstarke Kernprodukte fokussiert.

Die Sicherung und Erweiterung der Rohstoffbasis, insbesondere im Bereich Bio-, NOP- und Ziegenmilch, bleibt ein zentraler Bestandteil der strategischen Weiterentwicklung. Gleichzeitig wird die kontinuierliche Verbesserung der Vertriebsstrukturen sowie der Preisgestaltung weiterhin aktiv vorangetrieben.

Die geografische Expansion sowie die gezielte Weiterentwicklung bestehender Kundenbeziehungen, insbesondere in margenstarken Exportmärkten, bleiben weiterhin wesentliche Bestandteile der Wachstumsstrategie.

Erwartete Entwicklung 2026:

Vor dem Hintergrund der im Jahr 2025 erzielten Fortschritte sowie der weiterhin konsequent umgesetzten strategischen Maßnahmen erwartet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2026 eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens.

Die vorläufige Entwicklung im ersten Quartal 2026 zeigt eine stabile Umsatzentwicklung im Rahmen der Erwartungen sowie eine positive operative Entwicklung. Auch wenn diese Zahlen noch vorläufig sind, bestätigen sie die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen und die zugrunde liegende strategische Ausrichtung.

Für das Geschäftsjahr 2026 wird erwartet, dass die weitere Optimierung des Produktportfolios, die kontinuierliche Verbesserung der Verkaufspreise sowie die stabile Versorgung mit hochwertigen Rohstoffen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Ertragslage führen werden.

Auf Basis dieser Entwicklungen geht die Geschäftsführung derzeit davon aus, im Geschäftsjahr 2026 ein positives Betriebsergebnis sowie ein positives Ergebnis vor Steuern erzielen zu können.

Zusammenfassende Einschätzung:

Die strategische Transformation des Unternehmens ist im Geschäftsjahr 2025 in eine fortgeschrittene Umsetzungsphase eingetreten und zeigt bereits klare wirtschaftliche Effekte.

Die deutliche Verbesserung der Ergebniskennzahlen im Jahr 2025 sowie die positive operative Entwicklung zu Beginn des Jahres 2026 bestätigen die eingeschlagene strategische Richtung. Die Geschäftsführung sieht das Unternehmen daher gut positioniert, um im Geschäftsjahr 2026 die angestrebte Rückkehr in die Profitabilität zu erreichen und die nachhaltige Ergebnisverbesserung in den Folgejahren fortzusetzen.

3. Risikoberichterstattung

3.1. Allgemeine Risikoberichterstattung

Risiken:

x Die Versorgungssicherheit für Rohstoffe zu wirtschaftlich sinnvollen Preisen stellt weiterhin ein wesentliches Geschäftsrisiko dar. Dieses Risiko hat sich im Geschäftsjahr 2025 vor dem Hintergrund eines angespannten Rohstoffmarktes und begrenzter Verfügbarkeit hochwertiger Rohstoffe teilweise erhöht. Insbesondere im Bereich Bio-, NOPund Ziegenmilch bleibt die Verfügbarkeit eingeschränkt und stellt einen zentralen Wettbewerbsfaktor dar. Das Unternehmen begegnet diesem Risiko durch ein diversifiziertes Beschaffungsnetzwerk sowie durch den Abschluss mittel- bis langfristiger Lieferverträge, die durch an die aktuelle Marktsituation angepasste Spotkäufe ergänzt werden. Darüber hinaus werden Kaufverträge weiterhin grundsätzlich nur abgeschlossen, wenn die kalkulierte Gewinnmarge der daraus erzeugten Produkte im Vorfeld als ausreichend eingeschätzt wird. Ziel bleibt weiterhin der Abschluss von möglichst weitgehend abgestimmten Ein- und Verkaufsverträgen („Back-to-back“-Struktur).

x Die von Prolactal hergestellten Trockenmilchbestandteile sind nur begrenzt verderblich und können bis zu zwei Jahre, teilweise auch länger, gelagert werden. Die Lieferverträge für Rohstoffe haben in der Regel eine Laufzeit von sechs Monaten bis zu zwei Jahren, während Verkaufsverträge üblicherweise kürzere Laufzeiten aufweisen.

Da die Marktnachfrage weiterhin Schwankungen unterliegt, trägt Prolactal das damit verbundene Marktrisiko. Dieses Risiko hat sich im Jahr 2025 insbesondere durch die weiterhin volatile Nachfrage aus einzelnen Exportmärkten, insbesondere China, sowie durch die unterschiedliche Entwicklung einzelner Produktsegmente manifestiert.

Vor diesem Hintergrund stellt das Marktrisiko weiterhin eines der wesentlichen Risiken für das Unternehmen dar. Dieses kann nur teilweise durch die geografisch breit gestreute, internationale Marktabdeckung reduziert werden.

x Um das Risiko von Wertverlusten aufgrund von Schwankungen der Verkaufspreise zu reduzieren und die Liquiditätslage des Unternehmens zu verbessern, wird der Aufbau von Lagerbeständen weiterhin streng überwacht und aktiv gesteuert.

x Die Fremdfinanzierung erfolgt weiterhin ausschließlich durch den Mutterkonzern. Die Umsatzerlöse werden überwiegend in Euro fakturiert, wodurch das Wechselkursrisiko weiterhin begrenzt ist.

x Die Zahlungsfähigkeit und Liquiditätslage der Gesellschaft waren im Berichtszeitraum jederzeit gewährleistet und sind auch für die absehbare Zukunft durch die Einbindung in den Konzernverbund gesichert. Die wirtschaftliche Unterstützung durch die Muttergesellschaft wird durch ein Unterstützungsschreiben untermauert, in dem die konzerninterne Finanzierung der Prolactal GmbH bis zum 31.12.2027 bestätigt wird. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich innerhalb des Konzerns und stützt sich auf die nachhaltige finanzielle Leistungsfähigkeit der übergeordneten Konzernstruktur. Die Muttergesellschaft ist Teil eines international tätigen Konzerns, dessen oberste Muttergesellschaft an den Börsen in Tel Aviv und New York notiert ist. Diese Kapitalstärke gewährleistet eine stabile Finanzierung und stellt sicher, dass das Unternehmen seine operative Tätigkeit auch unter herausfordernden Marktbedingungen fortführen kann.

x Produktionsstillstände sind weiterhin durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgedeckt.

x Forderungsausfälle werden weiterhin durch eine entsprechende Kreditversicherung abgesichert. Für Kunden, bei denen dies nicht oder nicht ausreichend möglich ist, werden geeignete Sicherheiten eingefordert (z. B. Akkreditive, Vorauszahlungen oder Garantien). Zum 31. Dezember 2025 bestanden keine wesentlichen zweifelhaften oder ausgefallenen Forderungen.

x Angesichts der Beschaffenheit der Milchverarbeitung sowie der strengen Anforderungen der Lebensmittel- und Säuglingsnahrungsindustrie stellt die Produktqualität weiterhin ein zentrales Risikofeld dar. Ein wesentliches Qualitätsrisiko besteht in der möglichen biologischen Kontamination durch pathogene Mikroorganismen. Dieses Risiko ist insbesondere bei Trockenpulverprodukten relevant, da sich Kontaminationen in trockenen Umgebungen über längere Zeiträume halten können. Zur Minimierung dieser Risiken setzt das Unternehmen weiterhin umfassende Qualitätssicherungsmaßnahmen um, darunter HACCP-Systeme, regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen, validierte Reinigungsverfahren (CIP), kontrollierte Produktionsumgebungen sowie umfassende Rückverfolgbarkeitssysteme. Darüber hinaus beliefert Prolactal überwiegend Kunden in der Nassverarbeitung, bei denen zusätzliche thermische Behandlungsschritte erfolgen, wodurch potenzielle Risiken weiter reduziert werden.

x Die Entwicklungen im internationalen Handel sowie mögliche Änderungen der Zollpolitik stellen weiterhin ein potenzielles Risiko dar. Auch wenn das direkte Handelsvolumen mit einzelnen Märkten derzeit begrenzt ist, können indirekte Effekte über Kundenstrukturen entstehen.

x Insbesondere im Zusammenhang mit dem Export von Spezialprodukten, wie NOP-zertifizierten Produkten, können Änderungen in der Handelspolitik Auswirkungen auf die Nachfrageentwicklung haben. Gleichzeitig bietet die hohe Nachfrage nach diesen Produkten weiterhin stabile Absatzmöglichkeiten. Das Unternehmen beobachtet diese Entwicklungen kontinuierlich und prüft gemeinsam mit Partnern geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Preisstabilität und Lieferfähigkeit.

x Die anhaltenden geopolitischen Spannungen infolge der Ukraine-Krieges sowie des Konflikts im Nahen Osten wirkten sich im Berichtsjahr 2025 weiterhin indirekt auf das wirtschaftliche Umfeld der Prolactal GmbH aus, insbesondere durch erhöhte Volatilität bei Energie- und Logistikkosten sowie Unsicherheiten in globalen Lieferketten. Negative wesentliche Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit der Gesellschaft konnten jedoch vermieden werden. Zur Risikomitigierung wurden bestehende Maßnahmen konsequent fortgeführt und weiterentwickelt, darunter die Diversifizierung der Beschaffungsquellen, der Abschluss langfristiger Liefer- und Energiekontrakte und Hedging der Energiepreise sowie eine vorausschauende Liquiditäts- und Kostensteuerung. Insgesamt erwies sich die Gesellschaft als robust gegenüber den genannten externen Einflussfaktoren.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich das Risikoprofil des Unternehmens im Geschäftsjahr 2025 insgesamt nicht wesentlich verändert hat. Einzelne Risiken, insbesondere im Bereich der Rohstoffverfügbarkeit sowie der Marktvolatilität, haben sich jedoch weiter konkretisiert.

Durch die konsequente strategische Ausrichtung auf margenstarke Produkte, die Diversifikation der Beschaffungs- und Absatzmärkte sowie die Einbindung in die Konzernstruktur sieht sich das Unternehmen insgesamt gut positioniert, um den bestehenden Risiken wirksam zu begegnen.

3.2. Berichterstattung zu § 243 Abs 3 Z 5 UGB

Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Zum 31.12.2025 bestanden keine derartigen Geschäfte. Sonstige derivative Finanzinstrumente werden von der Gesellschaft weiterhin nicht eingesetzt.

4. Sondervorschriften für große Kapitalgesellschaften

4.1. Berichterstattung zu Umweltbelangen

Am Standort Hartberg wird Energie in Form von Dampf nach wie vor von einem in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelten Biomassewerk bezogen. Die betrieblichen Abwässer werden in einer betriebseigenen Kläranlage vorgeneigt und dann in die Kommunale Kläranlage eingeleitet, bei der Prolactal eine für weiteres Wachstum ausreichende Anzahl an Einleitungsrechten von Einwohnergleichwerten (EWG) besitzt.

4.2. Berichterstattung zu Arbeitnehmerbelangen

2025 betrug die durchschnittliche Mitarbeiterzahl 174 (2024: 160), auf Vollzeitäquivalent umgerechnet 167 (2024: 154). Schulungs- und Ausbildungsprogramme werden laufend durchgeführt und sind auch auf die Anforderungen der ISO-Zertifizierung ausgerichtet und entsprechend dokumentiert.

Hartberg, am 9. Juni 2026

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
Eduard CroitoruAviram Lahav
ed by ocuSi
AD777EA1EA874D6..OCE3700FOEE8415... June 9, 2026
June 9, 2026Stefano Berton Kohlmann
June 9, 2026-Signed by:
Stefano B. b.
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Geschäftsführung

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