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Lagebericht 2024/25

HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 03. Dez. 2025

Inhaltsverzeichnis

der HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H.

für das Geschäftsjahr 2024/25

1. Wirtschaftsbericht

1.1 Allgemeines

HABAU, mit Sitz in Perg/Osterreich, ist ein regional verankertes, international agierendes Unternehmen der Bauindustrie. Das Streben nach Qualität in den ausgeführten Leistungen sowie nach einer nachhaltigen positiven Entwicklung des Unternehmens findet sich im Leitspruch der HABAU wieder:

performance in construction

Der Lagebericht gibt ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wieder und beschreibt die wesentlichen Risiken und Unsicherheiten, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.

1.2 Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die Weltkonjunktur wächst weiterhin nur mit geringem Tempo. Die Unsicherheit über die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Die erratische Handelspolitik der USA – des größten Exportmarkts der EU – ändert sich laufend. Insbesondere die angekündigte drastische Erhöhung von Einfuhrzöllen sowie mögliche Gegenmaßnahmen könnten den Welthandel erheblich belasten und trüben insbesondere die Aussichten für die krisengeschüttelte Industrie.

Die geringe Dynamik der europäischen Wirtschaft, zurückliegende Energie- und Lohnkostensteigerungen, hohe Finanzierungskosten und Baupreise sowie das volatile globale Umfeld belasteten die Investitionstätigkeit. Die niedrige Kapazitätsauslastung und ungünstige Absatzerwartungen dürften ebenfalls dazu geführt haben, dass bislang überwiegend in Ersatzinvestitionen und kaum in die Erweiterung von Produktionskapazitäten investiert wurde. Bereits seit Anfang 2023 verzeichnet die Industrie im Euro-Raum einen Rückgang des Wirtschaftswachstums.

Umfragen zufolge ist bislang keine Trendwende erkennbar. Dementsprechend wird sich das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum im Prognosezeitraum nur wenig beschleunigen. Allerdings zeigt sich in einigen Ländern – allen voran in Spanien – die Inlandsnachfrage weiterhin robust. Zudem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt vielerorts günstig, und die Realeinkommen der privaten Haushalte steigen weiter. Dies dürfte den privaten Konsum in der EU stützen, auch wenn die wirtschaftspolitische Unsicherheit bislang einen deutlichen Rückgang der Sparquoten verhindert hat.

Die europäische Bauwirtschaft war 2024 erneut rückläufig, vor allem aufgrund der schwachen Entwicklung im Hochbau. Besonders stark betroffen war der Wohnungsneubau, belastet durch hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und ausgelaufene Förderprogramme.

Auch der Sanierungsmarkt schrumpfte. Der sonstige Hochbau entwickelte sich etwas stabiler, gestützt durch öffentliche Investitionen in Bildungs- und Gesundheitsbauten.

Der gewerbliche Bau – etwa Büro- und Industrieprojekte – litt unter der Konjunkturflaute und geringer Investitionsbereitschaft.

Der Tiefbau wuchs moderat um 1,1 % und blieb damit ein stabilisierender Faktor. Investitionen in Energieinfrastruktur und EU-Fördermittel wirkten positiv, während hohe Staatsverschuldung und Haushaltsengpässe, insbesondere im Straßenbau, das Wachstum bremsten.

Regional zeigten sich deutliche Unterschiede: Während Länder wie Spanien und Irland zulegten, verzeichneten Skandinavien und Ostmitteleuropa starke Rückgänge. Die Baukosten stiegen weiter, jedoch deutlich langsamer als in den Vorjahren.

Die Europäische Zentralbank hält an ihrem Kurs fest, ihre Zinspolitik weiter zu lockern. Die jüngste Zinssenkung um 0,25 % erfolgte am 5. Juni 2025; der Einlagesatz der EZB liegt damit derzeit bei 2,0 %. Diese Maßnahme soll helfen, die Inflation zu kontrollieren und die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.

Zwar ist die Inflation Anfang 2025 vielerorts infolge höherer Energiepreise erneut gestiegen, und auch die Einführung von Zöllen dürfte preistreibend wirken. Dennoch dürfte das gemäßigte Lohnwachstum im weiteren Verlauf zur Entspannung der Teuerung beitragen.

Uneinheitlich präsentiert sich die Fiskalpolitik: Einige EU-Mitgliedstaaten – darunter Frankreich und Italien – befinden sich in einem Defizitverfahren und sind angehalten, ihre Finanzierungssalden zu verbessern. Gleichzeitig erwägen viele Länder eine spürbare Erhöhung ihrer Militärausgaben. Zwar würde ein Teil dieser Ausgaben voraussichtlich in Form höherer Importe – insbesondere aus den USA – erfolgen, doch verfügen Länder wie Deutschland und Frankreich über eine gut ausgebaute Rüstungsindustrie. Entsprechend könnten auch hier positive Impulse für die heimische Wirtschaft entstehen.

Das WIFO rechnet vor diesem Hintergrund mit einem Wirtschaftswachstum der europäischen Konjunktur von 0,8 % im Jahr 2025 nach 0,9 % im Jahr 2024. Nach einem erneuten realen Rückgang des Bauvolumens im Jahr 2024 (–2,4 %) erwartet Euroconstruct für 2025 eine leichte Erholung mit einem moderaten Wachstum von 0,6 %. Der Hochbau bleibt dabei unter Druck, insbesondere der Wohnungsneubau stagniert weitgehend. Wachstumsimpulse werden vor allem im Geschäfts-, Bildungs- und Gesundheitsbau gesehen. Der Tiefbau zeigt sich hingegen als stabiler Wachstumssektor mit einem prognostizierten realen Plus von 2,5 % im Jahr 2025 und rund 2 % jährlich in den Folgejahren.

1.2.1. Österreich

Die österreichische Wirtschaft befindet sich 2025 im dritten Jahr einer anhaltenden Rezession. Nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2023 um 1,0 % schrumpfte es 2024 erneut kräftig um 1,2 %. Damit war Osterreich 2024 gemessen an der BIP-Entwicklung das Schlusslicht in der EU.

Die österreichische Industrie bleibt auch 2025 im Abschwung. Bereits Ende 2024 verzeichnete die heimische Warenproduktion deutliche Rückgänge, belastet durch die anhaltende Schwäche der Industriekonjunktur im Euro-Raum. Unternehmensumfragen spiegeln weiterhin eine gedrückte Stimmung wider. Nach einem Minus von 1,8 % im Jahr 2023 und einem starken Rückgang von 5,5 % im Jahr 2024 wird für 2025 ein weiterer Rückgang der industriellen Wertschöpfung um 3 % erwartet. Die Ursachen liegen vor allem in der schwachen Exportnachfrage, internationalen Unsicherheiten und anhaltend hohen Kosten.

Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft, die ebenfalls einen hohen Industrieanteil aufweist, verzeichnete 2023 und 2024 lediglich moderate Rückgänge (–0,3 % bzw. –0,2 %). Der Wachstumsunterschied zwischen Osterreich und Deutschland lässt sich 2023 nur zu einem kleinen Teil auf die Industrie zurückführen – maßgeblich waren hierzulande vor allem die Bauwirtschaft sowie die Bereiche Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie verantwortlich. 2024 hingegen ging rund die Hälfte der Differenz auf die deutlich schwächere Industrieentwicklung in Osterreich zurück, während die andere Hälfte erneut durch Handel, Verkehr und Tourismus verursacht wurde. Im Gegensatz dazu zeigt sich die Bauwirtschaft seit Jahresbeginn 2024 stabilisierend und dürfte 2025 bereits die Talsohle durchschreiten.

Auch die Investitionstätigkeit bleibt verhalten. Nach Rückgängen in den Jahren 2023 (–3,2 %) und 2024 (– 3,4 %) wird 2025 ein weiterer Rückgang um 0,7 % erwartet. Erst 2026 dürften sich die Rahmenbedingungen verbessern, was einen Anstieg der Investitionen um 1,8 % ermöglichen könnte.

2024 setzte sich die seit mehreren Jahren andauernde Schwächephase der österreichischen Bauwirtschaft fort, wenngleich erste Anzeichen einer Stabilisierung erkennbar waren – insbesondere im Wohnbau, der weiterhin unter schwierigen Finanzierungsbedingungen und dem stark eingebrochenen Immobilienmarkt litt. Der Auftragsmangel war hier das am häufigsten genannte Produktionshemmnis. Der Markt für Wohnimmobilien verzeichnete deutlich rückläufige Transaktionszahlen, was sich unmittelbar auf die Bautätigkeit auswirkte.

Auch im Bereich des Gewerbe- und Industriebaues war die Nachfrage schwach, was vor allem auf die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit und die Schwäche der Industrie zurückzuführen ist. Im übrigen Hochbau blieb die Entwicklung zwar etwas stabiler, jedoch belasteten Konsolidierungsmaßnahmen im öffentlichen Sektor zunehmend die Investitionsbereitschaft. Vor allem auf kommunaler Ebene machten sich strukturelle Finanzierungsprobleme bemerkbar.

Im Tiefbau sind die Entwicklungen differenzierter. Der Infrastruktur-Tiefbau profitiert vor allem von öffentlichen Investitionen zum Ausbau der Stromnetze und der digitalen Infrastruktur. Dämpfend wirkt hingegen die notwendige Budgetkonsolidierung der öffentlichen Hand, die Bauprojekte der Gebietskörperschaften einschränkt.

Nach einer moderateren Preisentwicklung im Jahr 2024 zogen die Baupreise im Hochbau in der zweiten Jahreshälfte wieder leicht an. Der Anstieg der Baukosten bleibt über dem allgemeinen Preisniveau, verlangsamt sich jedoch nur allmählich. Während im Hochbau vor allem höhere Lohnkosten wirken, steigen die Preise im Tiefbau etwas weniger stark. Für 2025 wird ein Anstieg des Baupreisindex um 2,3 % erwartet, 2026 um 2,2 %. Die Materialpreise dürften angesichts stabiler Rohstoffkosten nur moderat zulegen.

Trotz geplanter Sparmaßnahmen gelingt es der öffentlichen Hand nur teilweise, das Staatsdefizit zu senken. 2025 wird das gesamtstaatliche Defizit laut WIFO-Prognose zwar von 4,1 % auf 3,3 % des BIP zurückgehen, 2026 aber wieder leicht auf 3,5 % steigen. Hauptgrund dafür sind steigende Ausgaben in den Bereichen Pensionen, Gesundheit und Zinsen sowie neue Maßnahmen in Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt. Auch Lohn- und Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst erhöhen den Druck auf das Budget. Auf der Ausgabenseite tragen die Abschaffung des Klimabonus, Kürzungen bei Förderungen und Einsparungen in Ministerien zur Konsolidierung bei. Auch Maßnahmen wie die Streichung der Bildungskarenz sollen ab 2025 spürbare Entlastungen bringen. Einnahmenseitig helfen unter anderem Sonderdividenden staatlicher Unternehmen, neue Abgaben und Steuermaßnahmen. Positiv wirkt auch die Rücknahme von Steuerbegünstigungen, etwa für Photovoltaikanlagen und Ökostrombeiträge. Doch diese Effekte reichen nicht aus, um das EU-Defizitziel von 3 % dauerhaft zu unterschreiten.

Ein zusätzliches Risiko für das Budget stellt die Entwicklung bei Ländern und Gemeinden dar. Trotz zusätzlicher Mittel im Finanzausgleich ist unklar, ob diese angesichts der stark steigenden Kosten ihre Sparziele einhalten können.

Der private Konsum blieb trotz eines Anstiegs der verfügbaren Einkommen um 2,4 % im Jahr 2024 nahezu unverändert (+0,1 %) und konnte die Konjunktur – anders als in früheren Krisen – nicht stützen, auch nicht durch den anhaltenden Bevölkerungszuwachs.

Die Inflationsrate ist 2024 deutlich zurückgegangen: von 7,8 % im Vorjahr auf 2,9 % (laut Verbraucherpreisindex). Im vierten Quartal 2024 unterschritten die monatlichen Teuerungsraten sogar erstmals wieder die 2 %-Marke. Anfang 2025 kam es jedoch durch das Auslaufen der Strompreisbremse, höhere Netzentgelte und einen gestiegenen CO2-Preis erneut zu einem merklichen Preisanstieg, besonders im Energiebereich. Dadurch stieg die Inflation im Januar und Februar 2025 wieder zeitweise über 3 %.

Am Arbeitsmarkt zeigt sich trotz der wirtschaftlichen Schwäche eine insgesamt robuste Entwicklung. Im Jahr 2024 wuchs die unselbständige Beschäftigung um 0,2 %, in den ersten Monaten 2025 setzte sich dieser Trend mit 0,3 % fort. Besonders die öffentlichkeitsnahen Dienstleistungen (Verwaltung, Bildung, Gesundheit) legten mit 2,6 % im Jahresvergleich deutlich zu. Positive Entwicklungen gab es auch in Branchen wie Verkehr, Tourismus, Kommunikation und Finanzdienstleistungen. Rückgänge verzeichneten hingegen die Industrie, das Bauwesen sowie der Handel. Besonders stark betroffen war erneut die Arbeitskräfteüberlassung, deren Beschäftigung bereits seit Ende 2022 zurückgeht und Anfang 2025 nochmals um rund 10 % sank — ein deutlicher Hinweis auf die konjunkturelle Zurückhaltung in der Wirtschaft.

Die Arbeitslosenquote dürfte sich von 7,0 % auf 7,3 % im Jahr 2025 leicht erhöhen, bleibt aber im historischen Vergleich moderat. Mit der erwarteten konjunkturellen Erholung ab 2026 wird auch am Arbeitsmarkt wieder mit einer leichten Entspannung gerechnet (7,1 %).

Die österreichische Wirtschaft bleibt auch 2025 unter Druck. Für das Gesamtjahr wird ein erneuter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 % erwartet. Industrie, Investitionen außerhalb des Bauwesens sowie der private Konsum entwickeln sich verhalten. Belastet wird die Konjunktur durch hohe Unsicherheiten, zurückhaltende Exportnachfrage – etwa infolge angekündigter US- Zölle – sowie die angespannte Haushaltslage im öffentlichen Sektor.

In diesem herausfordernden Umfeld zeichnet sich in der Bauwirtschaft nach Jahren rückläufiger Entwicklung eine erste Trendwende ab. Für 2025 wird eine Seitwärtsbewegung (+0,5 %) erwartet. Besonders der Wohnbau profitiert von verbesserten Rahmenbedingungen: Die Wohnbauinitiative der Bundesregierung, sinkende Zinsen seit Mitte 2024 und die geplante Aufhebung der KIM-Verordnung im zweiten Halbjahr 2025 erleichtern den Zugang zu Wohnbaufinanzierungen. Nach einem starken Rückgang 2024 steigen die Zahl der Immobilientransaktionen und Neuvergaben von Hypothekarkrediten seit Anfang 2025 wieder an. Diese Impulse dürften ab der zweiten Jahreshälfte 2025 eine Belebung der Bauaktivitäten auslösen – zunächst vorrangig im Wohnbau. Im gewerblichen Hochbau bleibt die Entwicklung hingegen rückläufig, und auch im Tiefbau bestehen Unsicherheiten, insbesondere aufgrund eingeschränkter öffentlicher Investitionsspielräume. Mittelfristig wird der Bauwirtschaft eine tragende Rolle bei der wirtschaftlichen Erholung zugeschrieben. Für 2026 wird ein Wachstum von 1,6 %, für 2027 von 0,9 % erwartet. Damit entwickelt sich die Branche zu einem Stabilitätsanker der heimischen Konjunktur.

1.2.2. Deutschland

Im Jahr 2024 war die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland von einer anhaltend schwierigen Konjunkturlage geprägt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank laut dem Statistischen Bundesamt um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr – ein weiterer Rückgang nach dem Minus von 0,3 % im Jahr 2023. Strukturelle Herausforderungen und externe Belastungen wie hohe Energiepreise, ein erhöhtes Zinsniveau und ein erschwerter internationaler Wettbewerb bremsten das Wachstum erheblich. Die deutsche Wirtschaft litt unter einem schwierigen globalen Umfeld und strukturellen Herausforderungen. Vor allem die exportorientierte Industrie war stark betroffen. Die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung verringerte sich um 0,4 %, wobei sich die Verluste im verarbeitenden Gewerbe und Baugewerbe besonders negativ auswirkten.

Im Verarbeitenden Gewerbe zeigte sich ein deutliches Minus von 3,0 %. Schlüsselindustrien wie Maschinenbau, Automobil- sowie Chemie- und Metallindustrie verzeichneten teils deutliche Produktionseinbußen. Besonders betroffen waren energieintensive Branchen, die sich von den Preisschocks der Vorjahre nicht erholt haben.

Der Dienstleistungssektor hingegen wuchs insgesamt um 0,8 %, wobei die Dynamik innerhalb der Teilbereiche stark variierte. Während der Bereich „Information und Kommunikation" um 2,5 % zulegen konnte, blieb das Wachstum bei Unternehmensdienstleistern und dem Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe nahezu aus. Die öffentlich geprägten Dienstleistungsbereiche wie Erziehung, Gesundheit und Verwaltung legten hingegen um 1,6 % zu und trugen damit stabilisierend zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bei.

Im Außenhandel setzte sich die Zurückhaltung fort: Die Exporte gingen um 0,8 % zurück, insbesondere wegen schwächerer Ausfuhren bei Maschinen, Kraftfahrzeugen und elektrischen Ausrüstungen. Gleichzeitig stiegen die Importe leicht um 0,2 %, getragen durch Dienstleistungsimporte.

Die konjunkturelle Entwicklung im Bauhauptgewerbe bleibt 2024 zweigeteilt: Während der Wohnungs- und Wirtschaftshochbau weiterhin unter einer verfestigten Nachfrageschwäche leidet, profitiert der Wirtschaftstiefbau von Investitionen in die Energie- und Mobilitätswende. So stiegen die Auftragseingänge im Tiefbau um 5,7 %, während sie im Hochbau um 4 % zurückgingen.

Seit 2021 sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe real um insgesamt 13 % gesunken. Viele Betriebe arbeiten unter ihrer Kapazitätsgrenze, was die Investitionsbereitschaft hemmt, und die Personalentwicklung bremst. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel – insbesondere im Tiefbau – eine zentrale Herausforderung.

Das Jahr 2024 begann mit einem Auftragsbestand von 72,9 Mrd. € (+7 % nominal, +5 % real). Dennoch stagnierte der Gesamtumsatz mit 163 Mrd. € (nominal +0,5 %, real -1,2 %) nahezu auf Vorjahresniveau. Die Ursachen liegen in den anhaltenden Unsicherheiten der vergangenen Jahre: gestiegene Zinsen, hohe Bau- und Energiekosten, inflationäre Tendenzen sowie eine unzureichende und wechselhafte Förderpolitik. Hinzu kommen knappe öffentliche Haushaltsmittel, die insbesondere den Hochbau belasten.

Insgesamt ist das reale Bauvolumen seit 2022 um 11 % zurückgegangen – trotz stabiler nominaler Umsätze. Die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen erschweren langfristige Bauentscheidungen erheblich.

Während das Bruttoinlandsprodukt 2024 leicht um 0,2 % sank, gingen die Bauinvestitionen überproportional um 3,5 % zurück. Die resultierende Unterauslastung führte erstmals seit einem Jahrzehnt zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahl: Sie sank um 12.000 auf 916.000 Personen.

Die unzureichende Neubauförderung sowie hohe Bau- und Finanzierungskosten führen zu einem anhaltenden Rückgang. Von den politisch angestrebten 400.000 neuen Wohneinheiten jährlich ist Deutschland weit entfernt. Für 2024 werden lediglich 250.000 bis 255.000 Fertigstellungen erwartet (Vorjahr: 294.400 WE). Der Umsatz im Wohnungsbau sank auf 54,5 Mrd. € (nominal -6 %, real -7,5 %).

Mit nur 216.000 Baugenehmigungen im Jahr 2024 liegt das Niveau rund 150.000 Einheiten unter dem der Jahre 2020–2022. Dieser Rückgang wird sich 2025 spürbar auf die Bautätigkeit auswirken.

Der Gesamtumsatz des Wirtschaftsbau lag bei knapp 62 Mrd. € (nominal +2,4 %, real +0,6 %) und wurde im Wesentlichen vom Wirtschaftstiefbau getragen. Dort sorgten Infrastrukturprojekte – etwa im Schienen-, Energie- und Breitbandausbau – für starke Impulse. Die Auftragseingänge und -bestände stiegen entsprechend, letztere im Wirtschaftstiefbau um 20 %. Im Gegensatz dazu verzeichnete der Wirtschaftshochbau einen Umsatzrückgang von 1,9 % (real - 3,6 %). Hohe Zinsen und Energiepreise dämpfen die Investitionsbereitschaft der Industrie deutlich.

Mit einem Umsatz von über 47 Mrd. € (nominal +6,2 %, real +4,4 %) blieb der öffentliche Bau eine wichtige Stütze. Der Investitionsstau, insbesondere in den Kommunen, ist laut KfW-Kommunalpanel bis 2023 auf rund 186 Mrd. € angestiegen. Aufgrund knapper öffentlicher Budgets ist kurzfristig keine deutliche Entlastung zu erwarten.

Die öffentlichen Haushalte schlossen das Jahr 2024 mit einem gesamtstaatlichen Defizit von rund 113 Milliarden Euro, was einer Defizitquote analog zum Vorjahr von 2,6 % des BIP entspricht. Während der Bund als einziger Teilsektor sein Defizit verringern konnte, erhöhte sich das Finanzierungsdefizit der Länder, Gemeinden und Sozialversicherung – vor allem bedingt durch höhere Ausgaben im Bereich der Sozialleistungen.

Die Sozialversicherungen verzeichneten deutliche Mehrausgaben für Gesundheitsleistungen, Pflege und Renten. Die Krankenkassen mussten insbesondere gestiegene Kosten für stationäre Behandlungen und Medikamente tragen, während die Pflegeversicherung stärker durch gestiegene Pflegegeldzahlungen belastet wurde. Auch das Bürgergeld verursachte ein höheres Defizit im Bereich der Arbeitslosenversicherung.

Während der Bund sein Defizit gegenüber dem Vorjahr leicht verringern konnte – unter anderem aufgrund des Auslaufens der Energiepreisbremsen – gerieten Länder und Kommunen stärker unter Druck. Hier sorgten unter anderem höhere Kosten für Jugendhilfe, Eingliederungshilfe sowie Infrastrukturprojekte für ein ausgeweitetes Finanzierungsdefizit. Gerade die Kommunen stehen zunehmend vor der Herausforderung, Investitionen in Bildung, Digitalisierung und Verkehr trotz steigender Sozialausgaben zu finanzieren.

Die privaten Konsumausgaben legten im Jahr 2024 real nur geringfügig um 0,3 % zu. Zwar sorgten Lohnerhöhungen und eine moderat rückläufige Inflationsrate für leichte Entlastung, doch Unsicherheit und hohe Lebenshaltungskosten bremsten die Konsumfreude. Die größten realen Zuwächse verzeichneten die Bereiche Gesundheit (+2,8 %) und Verkehr (+2,1 %), während Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen (-4,4 %), Bekleidung und Schuhe (-2,8 %) deutlich rückläufig waren.

Die Inflationsrate zeigte 2024 eine Abschwächung gegenüber den Vorjahren, blieb jedoch erhöht und belastete weiterhin den privaten Konsum. Reale Kaufkraftgewinne konnten in weiten Teilen nicht realisiert werden, da viele Haushalte inflationsbedingte Preissteigerungen durch Einsparungen kompensieren mussten.

Der Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin stabil. Mit 46,1 Millionen Erwerbstätigen wurde ein erneuter Beschäftigungshöchststand erreicht (+0,2 % gegenüber 2023). Die Dynamik nahm jedoch deutlich ab, und der Beschäftigungszuwachs konzentrierte sich fast ausschließlich auf den Dienstleistungssektor, insbesondere im Bereich öffentlicher Dienstleistungen, Gesundheit und Bildung. Im Produzierenden Gewerbe und Baugewerbe ging die Beschäftigung dagegen zurück, was die strukturellen Schwächen in diesen Bereichen widerspiegelt.

Die Bauwirtschaft war 2024 besonders stark von den konjunkturellen Belastungen betroffen. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Baugewerbes sank um 3,8 % nach -0,4 im Jahr 2023 – stärker als im Verarbeitenden Gewerbe mit -3,0 % nach +0,9 % im Vorjahr. Hohe Baupreise und Zinsen führten dazu, dass vor allem im Wohnungsbau massiv eingespart wurde: Die Bauinvestitionen in diesem Bereich gingen bereits im vierten Jahr in Folge zurück, diesmal um 3,5 %.

Während der Hochbau, insbesondere im Wohnungssegment, unter Investitionszurückhaltung litt, zeigte sich der Tiefbau stabiler. Offentliche Infrastrukturprojekte wie Straßen- und Bahnmodernisierungen oder Versorgungsnetze konnten den Rückgang teilweise abfedern.

Für das Jahr 2025 ist im Baugewerbe keine schnelle Entspannung in Sicht. Angesichts der hohen Finanzierungskosten, stagnierender Reallöhne und weiter steigender Baukosten ist mittelfristig mit einer weiterhin schwachen Dynamik im Neubau zu rechnen. Allerdings könnten gezielte staatliche Investitionsanreize sowie EU-Förderprogramme im Bereich Klimaschutz und Digitalisierung einzelne Impulse setzen, vor allem im energetischen Sanierungsbereich sowie im öffentlichen Infrastrukturausbau.

Insgesamt bleibt der Ausblick für die deutsche Wirtschaft verhalten. Eine nachhaltige Belebung wird stark davon abhängen, ob es gelingt, strukturelle Reformen in Industrie und Arbeitsmarkt umzusetzen, öffentliche Haushalte zu stabilisieren und private Investitionen — insbesondere in den Bau- und Energiesektor – wieder anzuregen.

1.3 Geschäftsverlauf

Das laufende Wirtschaftsjahr zeigt weiterhin ein differenziertes Bild in Bezug auf die Bereiche Hoch- und Tiefbau. Während man im Bereich Hochbau insbesondere im privaten Wohnbau nach wie vor mit einer geringen Nachfrage und damit einhergehend mit einem stark umkämpften Marktumfeld konfrontiert ist, zeigt sich im Tiefbau eine zufriedenstellende und solide Auslastung.

Aufgrund von Baustartverschiebungen und Verzögerungen von einzelnen Großprojekten konnte die Leistung trotz deutlich gestiegenem Auftragsstand noch nicht in dem erwarteten Ausmaß gesteigert werden.

Im Tiefbau in Deutschland wurden aktuelle Projekte erfolgreich vorangetrieben und neue Aufträge gewonnen. Auf der A45 konnte ein entscheidender Baufortschritt beim Neubau der 453 Meter langen Talbrücke Rahmede erreicht werden. In Rekordzeit von nur 16 Monaten wurden bei der Talbrücke Rahmede die Stahltragewerke millimetergenau zusammengeführt.

In Schwandorf wurde Ende Februar die Betonierung des Tragwerks der Mittleren Naabbrücke vollzogen. Besonders beeindruckend war dabei, dass die Herstellung mit einem obenliegenden Lehrgerüst und angehängter Schalung durchgeführt werden musste, da wegen des Hochwassers keine Einbauten unterhalb möglich waren. Im Sommer 2025 sollen die Naabbrücken wieder zum Verkehr freigegeben werden.

In Osterreich gab es beim Bauprojekt Aurachbrücke ebenfalls erwähnenswerte Fortschritte im Bauprozess. Die zehn Pfeiler sind mittlerweile fertiggestellt. Beim Tragwerk der Richtungsfahrbahn Wien erfolgte die Lückenschlussbetonage.

Die neue Rheinbrücke Hard-Fußach in Vorarlberg wurde im April 2024 offiziell eröffnet. Mit einer Länge von 255 Metern setzt die Stahlverbundbrücke neue Standards im Brückenbau und sorgt für eine Stärkung der Verkehrs- und Hochwassersicherheit in der Region.

In Auftrag der Wiener Kommunal-Umweltschutzprojektgesellschaft erfolgte eine nachhaltige Aufwertung des Parkplatzes beim Motorikpark im 22. Wiener Gemeindebezirk. Es wurde eine Photovoltaikanlage mit 22 Einzelfundamenten und 1.000 m2 teiltransparenten Modulen installiert, welche nicht nur Schatten für den Parkplatz spenden, sondern auch gleichzeitig Strom aus erneuerbarer Energie erzeugen.

Auch im Hochbau wurden einige große Projekte akquiriert. Im Herzen von Linz fand im März 2025 die Gleichenfeier zur Erweiterung des Dynatrace Gebäudes statt. Es entsteht ein beeindruckendes achtgeschossiges Bürogebäude mit einer Bürofläche von 29.000 m2 und ein modernes achtgeschossiges Parkdeck mit 230 Parkplätzen und 300 Radabstellplätzen. 2.700 m2 begrünte Dächer sorgen für ein nachhaltiges Arbeitsumfeld. Unter beengten Platzverhältnissen in der Stadt war für das Team höchste Präzision erforderlich.

Ein weiteres erwähnenswertes Hochbauprojekt ist das "Village Works". Auf 7.500 m2 entstanden moderne Büroflächen, wobei der Fokus auf flexiblem Arbeiten und einer nachhaltigen Energieversorgung lag und somit ein zukunftsweisendes Gebäude entstanden ist. Im März 2025 erfolgte die Dachgleiche und mit Ende 2025 ist die Fertigstellung geplant.

In Pixendorf, Niederösterreich, wurde eine beeindruckende Wohnanlage geschaffen, auf der sich 308 barrierefreie Wohnungen auf einer Fläche von rund 51.000 m2 befinden. Weiters entstehen beim Projekt BAfEP 21 (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) im 21. Wiener Gemeindebezirk 36 Klassen und ein Praxiskindergarten für zehn Gruppen. Ziel ist, dass die Bildungsanstalt mit modernster Bildungsinfrastruktur und nachhaltiger Bauweise mit September 2026 in Betrieb genommen wird.

Ein zukunftsweisendes Beispiel für modernes Wohnen und Arbeiten stellt auch das Bauprojekt LoveYouGoethe in Linz dar. Die neue Wohnanlage ist mit 62 Wohneinheiten von Mikroapartments über Wohnungen mit Eigengarten bis hin zu den Penthouse-Wohnungen ausgestattet. Ein exklusiver Co-Working Space mit praktischer Ausstattung steht ausschließlich den Bewohnern zur Verfügung. Bei diesem Projekt wird das Nachhaltigkeitszertifikat ÖGNI in Gold angestrebt. Weitere nennenswerte Projekte sind das Wohnbauprojekt ENZO mit 6 Townhouses und 4 modernen Wohnungen, das Projekt "Heha 120" in Wien Hernals mit 20 Wohnungen und zwei Geschäftslokalen und der Neubau des Schulgebäudes LAIM in Wien.

1.4. Zweigniederlassungen

Neben der Zentrale in Perg besteht eine Zweigniederlassung in Linz (OO) sowie eine weitere Zweigniederlassung in Brunn am Gebirge (NO), die anlässlich der im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgten Verschmelzung der KARL SEIDL Bau GmbH auf die HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H. im Firmenbuch eingetragen wurde.

1.5. Finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
BEZEICHNUNGEINHEIT2024/252023/242022/23
Bauleistung 1TEUR809.559722.361836.228
UmsatzTEUR675.662536.971623.669
BetriebsergebnisTEUR10.5971.19739.189
EBIT 2TEUR29.16712.74047.955
Ergebnis vor SteuernTEUR24.8378.29347.070
ROS %4,32,47,7
ROE 4)%20,77,346,0
ROCE %12,96,128,6
Eigenkapitalquote 6)%24,422,723,5
Nettoverschuldung ”)TEUR122.382100.788120.019
Cash-Flow aus der
GeschäftstätigkeitTEUR7.86562.33610.760
Cash-Flow aus der
InvestitionstätigkeitTEUR(20.081)(37.111)(88.046)
Cash-Flow aus der
FinanzierungstätigkeitTEUR(1.131)(13.611)74.979

1) Bauleistung vereinfach. Berechnung = Umsatzerlöse + BV +

Umsatzanteil Argen (exkl. noch nicht realisierbare Teilgewinne) + Aktivierte Eigenleistungen 2) EBIT = Ergebnis vor Steuern + Zinsaufwand – Zinsertrag

EBIT

3) ROS

43 20 – Ergebnis vor Steuern

Q Eigenkapital

233np Ergebnis vor Steuern + Zinsaufwand – Taxshield Zinsaufwand Q Eigenkapital+ Q verzinsliches Fremdkapital

Gesamtkapital

6) Eigenkapitalauote – Eigenkapital (inklInvestitionszuschüsse) 7) Nettoverschuldung = verzinsliches Fremdkapital – liquide Mittel

Nach einem drastischen Einbruch in der Bauleistung im Vorjahr, der den allgemeinen Trend der österreichischen und deutschen Baukonjunktur widerspiegelte, verzeichnete die HABAU Hochund Tiefbaugesellschaft m.b.H. im Geschäftsjahr wieder einen leichten Anstieg in der Bauleistung, die sich gegenüber dem Vorjahreswert von 722 Mio. EUR um 12,1 % auf 810 Mio. EUR erhöhte. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Entwicklung der um die anteiligen ARGE-Leistungen bereinigten Umsatzerlöse, die sich im Geschäftsjahr um 27 % bzw. 141 Mio. EUR erhöhten.

Das Betriebsergebnis unter Berücksichtigung der unternehmensrechtlichen Bilanzierungsvorschriften von noch nicht realisierbaren Gewinnen auf noch nicht abgeschlossene Bauvorhaben (imparitätisches Realisationsprinzip) ist deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres ausgefallen. Das Betriebsergebnis unter Berücksichtigung einer Teilgewinnrealisierung der noch nicht abgerechneten Leistungen lag ebenso stark über jenem des Vorjahres 21.148 TEUR (Vorjahr: 3.135 TEUR).

Den Beteiligungserträgen in Höhe von 20.177 TEUR und Erträgen aus Ausleihungen in Höhe von 1.205 TEUR stehen Wertberichtigungen auf Finanzierungsforderungen gegenüber Konzernunternehmen und Abschreibungen auf Beteiligungen im Ausmaß von - 2.813 TEUR gegenüber. Unter Berücksichtigung des Zinsergebnisses von - 4.330 TEUR ergibt sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives Finanzergebnis in Höhe von 14.240 TEUR (Vorjahr: 7.096 TEUR) sowie ein E- BIT in Höhe von 29.167 TEUR (Vorjahr: 12.740 TEUR).

Dem gestiegenen Eigenkapital von 125.281 TEUR steht eine ebenso gestiegene Bilanzsumme in Höhe von 512.745 TEUR gegenüber, was eine Steigerung der Eigenkapitalquote auf 24,4 % zur Folge hatte.

Aufgrund der anhaltend hohen Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr, der Finanzierung von Bauträgerprojekten sowie der infolge der starken Ergebnisse der Vorjahre angefallenen hohen Körperschaftsteuerzahlungen, hat sich die Nettoverschuldung trotz des deutlich gestiegenen Jahresergebnisses um 21,6 Mio. EUR erhöht.

1.6 Investitionen

Für anstehende Großprojekte im Pipelinebau in Deutschland (zB Südlink Los 3, SEL 2) wurde eine Bestellung über mehr als 40 Baustellenfahrzeuge (Raupenbagger, Mobilbagger, Radlader, etc.) in Auftrag gegeben, die zum Teil bereits im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wirksam wurde.

Darüber hinaus wurde die rege Investitionstätigkeit in Baugeräte fortgeführt und damit weiterhin ein hoher Gerätestandard gewahrt.

Eine ähnliche Strategie prägt unsere Investitionen in Standorte und Gebäude. Mit dem Bürostandort HAB1 setzen wir ein weiteres Zeichen für unseren starken Willen, das Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter:innen kontinuierlich zu verbessern und attraktiver zu gestalten. Für unsere Kunden ist die repräsentative Gestaltung ein Zeichen unseres Erfolges und unseres Vertrauens in die Zukunft. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in der Gestaltung der Gebäudehülle unserer Konzernzentrale wider. Die Architektur wurde bewusst so entworfen, dass die einzelnen Entwicklungsstufen sichtbar bleiben, wodurch unsere Ursprünge erkennbar bleiben. Weiters wurde im September 2024 in der Konzernzentrale in Perg eine Krabbelstube eröffnet. Mit der Eröffnung der Krabbelstube wird Erziehungsberechtigten die Möglichkeit geboten, ihrer Arbeit nachzugehen, während ihre Kinder in unmittelbarer Nähe in einer sicheren und fördernden Umgebung betreut werden. Die neue Einrichtung ist ein weiterer Schritt, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen und ein familienfreundliches Arbeitsumfeld zu fördern.

Der Klimawandel und die Nachhaltigkeit haben bei HABAU GROUP ebenfalls eine hohe Bedeutung. Daher legen wir bei unseren Investitionstätigkeiten neben der elegant-freundlichen Architektur besonderen Wert auf nachhaltige Baustoffe und modernste Technik. In Sachen Heizung und Kühlen setzten wir auf nachhaltige, effiziente und energieautarke Lösungen. Den dafür nötigen Strom gewinnen wir Großteils aus eigenen Photovoltaikanlagen. Durch den geringen externen Energiebedarf verringern wir unsere Abhängigkeit vom Energiemarkt und unterstützen zugleich den Weg zur Treibhausgasneutralität.

In Summe wurden 21,15 Mio. EUR in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen investiert.

Die Zugänge in den Finanzanlagen beinhalten neben Zuschüssen an Tochtergesellschaften in aufgegebenen Geschäftsbereichen, für die teilweise bereits im Vorjahr durch Bildung von Rückstellungen vorgesorgt wurde, auch den Erwerb der S.K.l. Korrosions- und Industriebautenschutz GmbH.

1.7 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 16
Auftragsstand € Mio.31.03.202531.03.202431.03.2023
Hochbau311,0401,7287,0
Tiefbau633,1470,5348,3
Fertigteilbau10,013,716,7
Gesamt954,1885,9651,9

Es ist gelungen, den Auftragsstand gegenüber dem Vorjahr erneut zu steigern, wobei der Anstieg insbesondere auf die starke Nachfrage im Pipelinebau und Leitungsbau in Deutschland und Österreich zurückzuführen ist. Die Auftragsstände sind im Bereich Hochbau im Vorjahresvergleich gesunken und wieder beinahe auf das Niveau vom März 2023 zurückgefallen. Der rückläufige Wohnungsbau steht im Kontrast zur Entwicklung im Tiefbau, der von anhaltenden öffentlichen Investitionen in Infrastruktur, Energieversorgung und Verkehrsinfrastruktur gestützt wird. Trotz dieser positiven Impulse ist der Tiefbau weiterhin mit Herausforderungen wie steigenden Baukosten, Fachkräftemangel und administrativen Verzögerungen konfrontiert.

Die Entwicklung des Auftragsstands bietet weiterhin Anlass zu vorsichtigem Optimismus für die Zukunft. Während der Fertigteilbau einen Rückgang von – 27,0 % und der Hochbau einen Rückgang von – 22,4 % verzeichnete, konnte im Tiefbau ein bemerkenswerter Zuwachs von + 34,7 % verbucht werden.

Trotz des Rückgangs im Hochbau konnten einige Großprojekte erfolgreich akquiriert werden, darunter die Wohnhausanlage in Oberwagram, die AHS Otto-Preminger-Straße sowie die Errichtung eines neuen Zustellgroßmarktes in Tirol.

Der Tiefbau – gestützt durch Konjunkturpakete der öffentlichen Hand – bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Hier konnten in jüngster Zeit bedeutende Projekte wie Energietransportleitungen und Erdgasleitungen in Deutschland, Hauptbaumaßnahmen im Abschnitt Rennweg bis Wien Mitte, sowie der Fahrbahnübergangstausch auf der A4 Ostautobahn erfolgreich akquiriert werden.

Basis jeden Erfolges und jeder Weiterentwicklung sind motivierte, qualifizierte und selbständige Mitarbeiter:innen. Daher investieren wir in gezielte Weiterentwicklung und individuelle Förderung. Wir bieten Entwicklungsmöglichkeiten auf nationaler wie internationaler Ebene. Dazu zählt für uns auch die laufende innerbetriebliche Weiterbildung. Schulungen in technischen und kaufmännischen Bereichen, aber auch Persönlichkeitstrainings stehen bei uns auf der Agenda. Wir haben mehrere Wege geschaffen, um die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter:innen zu fördern und zu begleiten, denn sie sind unsere Investition in die Zukunft.

Wir schulen unsere Mitarbeiter:innen auch laufend hinsichtlich der Folgen von und Maßnahmen gegen Korruption und Kartellverstöße (Compliance-Schulungen), aber auch, um ihre Fachkompetenz zu fördern und ihre Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen.

Durch die Vorbildwirkung der Geschäftsführung und leitenden Angestellten sowie die laufende Bewusstseinsbildung im Rahmen von laufenden Schulungen und diversen Sitzungen wird eine Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen für einen rechtskonformen Umgang erzielt. Das Bewusstsein, dass die strikte Einhaltung und Erhaltung der ethischen und moralischen Grundsätze, des Verhaltenskodex, der gesetzlichen Bestimmungen sowie der internen Richtlinien und Anweisungen im Rahmen der ausgeübten Tätigkeit Voraussetzung für ein dauerhaft effizientes Compliance- Management-System und Aufrechterhaltung des Erfolgs und der guten Reputation ist, wurde mit unterschiedlich gesetzten Maßnahmen geschaffen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren durchschnittlich 1.903 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Gegenüber 2023/24 mit 1.891 Mitarbeiter:innen entspricht das einer weitgehend stabilen Entwicklung. Die Kosten für Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 1.197 TEUR (Vorjahr: 1.123 TEUR).

Seit März 2024 ist die HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H. als familienfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert. Es handelt sich dabei um das staatliche Gütezeichen für eine familienfreundliche Personalpolitik. Strategische Ziele dabei sind u.a. die Mitarbeiter:innen-Bindung, Attraktivierung als Arbeitgeber, Weiterentwicklung im Bereich der Lebensphasenorientierung und die Schaffung eines Umfelds, in welchem sich die Mitarbeiter:innen entwickeln und entfalten können. Es werden dabei Maßnahmen in mehreren Handlungsfeldern umgesetzt: Arbeitszeit, Informationsund Kommunikationspolitik, Führungskultur, Service für Familien, Elternschaft, Karenz und Berufsrückkehr.

Arbeitsschritte und -prozesse sowie die Vergabe von Verantwortlichkeiten werden transparent gestaltet, Mitarbeiter:innen eingebunden und informiert.

Offene und transparente Kommunikation zwischen Mitarbeiter:innen und Führungskräften ist das Fundament unseres gemeinsamen Erfolges. Das Jahresgespräch mit unseren Mitarbeiter:innen bildet dabei ein wesentliches Instrument. Im gemeinsamen Gespräch lernen wir nicht nur unsere Mitarbeiter:innen besser kennen, sondern sind auch offen für kritisches und wertschätzendes Feedback, welches uns dabei hilft, uns in wichtigen Bereichen weiterzuentwickeln und neue Perspektiven für uns und unsere Mitarbeiter:innen zu schaffen.

Die Geschäftsführung bedankt sich im Namen der Gesellschafter:innen und persönlich bei allen Mitarbeiter:innen für den besonders außerordentlich hohen, loyalen und eigenverantwortungsbewussten Einsatz.

2. Risikobericht

2.1 Allgemeines

Aus dem Auftragsstand selbst und der weiteren regionalen Ausdehnung bestehen Risiken in der Abwicklung der einzelnen Projekte.

Diese Risiken sind entsprechend konservativer Einschätzung bewertet. Es ist festzustellen, dass aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Geschäftsfelder ein ausgeglichenes Risikound Chancen-Portfolio herrscht.

Drohende Verluste und sonstige Risiken wurden – für Eigenprojekte und Anteile an Argen – entsprechend bilanziell verarbeitet.

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts sind keine weiteren Risiken mit essenziellem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erkennbar.

2.2 Finanzinstrumente, Finanzierung, Finanzlage

Im Finanzbereich stellen sich die vorhandenen Risiken wie folgt dar:

Wir führen konsequent Bonitätsüberprüfungen bei Neukunden sowie Bestandskunden durch. Entspricht die Bonität nicht den gestellten Anforderungen, werden Geschäfte nur auf Basis einer ausreichenden Besicherung (Vorauszahlung, Bankgarantien, etc.) abgeschlossen. Eine Ausfallversicherung wird nicht in Anspruch genommen. Bei den laufenden Projekten werden von den Kunden Anzahlungen geleistet, um das Kreditrisiko zu senken. Dem Bonitätsrisiko der Forderungen wird, falls vorhanden, mittels Wertberichtigungen vorgesorgt.

Zum Bilanzstichtag besteht kein nennenswertes Währungsrisiko, da Forderungen und Verbindlichkeiten fast ausschließlich Euro betreffen.

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, fällige Verbindlichkeiten nicht fristgerecht begleichen zu können. Durch die rollierende Liquiditätsplanung, Vereinbarung ausreichender Kreditlinien und Barvorlagen ist dieses Risiko gering. Das Finanzmanagement stellt ausreichend Liquidität sicher damit Verbindlichkeiten ohne Überschreiten der Fälligkeiten beglichen werden. Mittel- und Langfristplanungen ermöglichen eine effiziente Steuerung und Verteilung der Liquidität.

Das Zinsänderungsrisiko wird laufend überwacht und gegebenenfalls werden derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsoptionen zur Absicherung eines höheren Zinsaufwands eingesetzt. Die aus den derivativen Finanzinstrumenten resultierenden Risken sind mit der Höhe der zukünftigen fixen Zinsen begrenzt. Der allfällige Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist entsprechenden Bewilligungs- und Kontrollverfahren unterworfen.

3. Prognose, Entwicklung des Unternehmens

Wir planen für die kommenden Geschäftsjahre eine kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Demnach soll die Bauleistung im Geschäftsjahr 2025/26 bei etwa 0,8 Mrd. EUR liegen, der ROS soll planmäßig mehr als 1,5 % erreichen. Der Anstieg des Auftragsstands im Bereich Tiefbau gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, dass die Anfang März erstellte Planung für das laufende Geschäftsjahr übertroffen werden kann.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 20
HaAUHABAU GROUP

Insgesamt beruht die Planung auf einer konservativen Einschätzung unter Berücksichtigung des immer noch schwer abschätzbaren gesamten Marktumfelds.

Der Ausblick auf das nächste Wirtschaftsjahr kann in Anbetracht der hohen Nachfrage im Tiefund Pipelinebau als vorsichtig optimistisch bezeichnet werden. Voraussetzung ist, dass es zu keinen wesentlichen Verschiebungen beim Baustart einzelner Großprojekte kommt. Im Hochbau geben das Auslaufen der KIM-Verordnung mit Ende Juni 2025 sowie die jüngsten Zinssenkungen Anlass zur Hoffnung, dass es ab der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2025/26 zum Anstieg der Nachfrage im Hochbau kommen wird.

4. Forschung und Entwicklung

Um den steigenden Anforderungen an Klimaschutz, Ressourceneffizienz und digitale Transformation gerecht zu werden, intensiviert die HABAU-Unternehmensgruppe ihre Aktivitäten in Forschung, Entwicklung und Innovation. Ziel ist es, nachhaltige und zukunftsfähige Geschäftsfelder zu erschließen sowie bestehende Bauverfahren fortlaufend zu evaluieren und weiterzuentwickeln. In der Forschungsabteilung sind 2 Personen angestellt.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem verantwortungsvollen Umgang mit Baustoffen und der Reduktion des CO2-Fußabdrucks. In einem unternehmensinternen Forschungsprojekt wurden tragende Strukturen im Hochbau hinsichtlich ihres Ressourcenbedarfs (z.B. Beton, Bewehrung) untersucht und Potenziale zur Optimierung identifiziert. Die praxisnahe Umsetzung eines Monitoringsystems an einem Hochhausprojekt in Wien ermöglicht fundierte Rückschlüsse auf das reale Tragverhalten sowie den tatsächlichen Ressourceneinsatz – und leistet so einen konkreten Beitrag zur Dekarbonisierung des Bauens.

Auch im Bereich materialtechnologischer Innovationen konnten Fortschritte erzielt werden: Die Entwicklung der zum Patent angemeldeten Basaltfassade wurde erfolgreich vorangetrieben und erstmals an einem realen Gebäude angewendet – ein Meilenstein in Richtung zukunftsfähiger Gebäudehüllen.

In einem neuen Kooperationsprojekt mit einem österreichischen Energieversorger wird das Zukunftsthema Wasserstoff aufgegriffen. Ziel der Machbarkeitsstudie ist es, nachhaltige Anwendungsbereiche und Geschäftsmodelle für die HABAU-Unternehmensgruppe im Energiesektor zu identifizieren.

Im Sinne eines integrativen Innovationsverständnisses pflegt die HABAU-Unternehmensgruppe enge Partnerschaften mit führenden Universitäten (z. B. TU Wien, TU Graz, Universität für Bodenkultur) sowie renommierten Forschungseinrichtungen (AIT, FFG, OBV, FRAUNHOFER). Gefördert werden unter anderem Projekte im Hoch- und Tiefbau, im Fertigteil- und Stahlbau, im Tunnelund Schachtbau sowie im Rohrleitungsbau. So konnte das Projekt „COUNT – Betonieren unter Verkehr“ erfolgreich abgeschlossen werden. Es untersuchte die Festigkeitsentwicklung von Beton unter realen Verkehrsbelastungen und demonstrierte gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der HA- BAU-Gruppe im Sonderkonstruktionsbau.

Weitere aktuell laufende Forschungsprojekte – wie „Agile Tragwerksplanung“ der TU Graz oder das FFG-geförderte Projekt zum „nachhaltigen Bauen mit nichtmetallischen Bewehrungen" – spiegeln den Anspruch wider, neue Impulse in die Bauwirtschaft zu bringen.

Das zentrale Fundament dieser Innovationskraft bleibt die Expertise unserer Mitarbeiter:innen. Die eigens etablierte Forschungs- und Entwicklungsabteilung fungiert dabei als Schnittstelle für neue Ideen und ermöglicht die systematische Weiterentwicklung der Gruppe. In Fachgremien und Arbeitskreisen (z. B. ÖBV, VOZ, OIAV) bringen wir unsere Erfahrung aktiv ein, um zukünftige Qualitätsstandards mitzugestalten. Begleitet wird dieser Prozess durch eine gezielte Offentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, Nachhaltigkeit, Innovation und Verantwortung im industriellen Maßstab sichtbar zu machen.

5. Nachhaltigkeit

Die HABAU-Unternehmensgruppe trägt Verantwortung für Mitarbeiter:innen, Geschäftspartner, die Gesellschaft und die Umwelt. Ethisches Denken und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit prägen unser Handeln. Jedes der Konzernunternehmen trägt dazu bei, den Herausforderungen einer komplexen Welt zu begegnen. Die HABAU-Unternehmensgruppe baut seit jeher auf ein nachhaltiges Wachstum, eine partnerschaftliche Projektabwicklung und einen verantwortungsvollen Umgang mit sämtlichen Ressourcen. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, nicht nur heute verantwortungsvoll zu arbeiten, sondern auch ein lebenswertes Fundament für nachfolgende Generationen zu legen.

5.1. Allgemeine Informationen der HABAU-Unternehmensgruppe zu Nachhaltigkeit

Die HABAU-Unternehmensgruppe unterliegt den Anforderungen der EU-Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive – CSRD), welche eine verpflichtende Berichterstattung zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen vorsieht.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts wurde die CSRD noch nicht in österreichisches nationales Recht umgesetzt. Zudem wurde durch die Omnibus Verordnung auf EU-Ebene die Frist zur verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung für bestimmte Unternehmen und Unternehmensgruppen nach hinten verschoben.

Ungeachtet dessen hat sich die HABAU-Unternehmensgruppe dazu entschlossen, auf freiwilliger Basis einzelne Inhalte der künftigen Berichtspflicht zu veröffentlichen. Gerade in der Bauwirtschaft spielen nachhaltige Prozesse und ressourcenschonendes Wirtschaften eine zentrale Rolle. Diese freiwillige Offenlegung dient der frünzeitigen Vorbereitung auf die künftigen regulatorischen Anforderungen und unterstreicht das klare Bekenntnis der Unternehmensgruppe zu nachhaltigem und verantwortungsvollem Wirtschaften. Unser Nachhaltigkeitsbericht samt ausgewählter Kennzahlen ist Bestandteil des Konzernlageberichts bzw. auf unserer Homepage veröffentlicht.

Die HABAU-Unternehmensgruppe arbeitet aktiv an der Erhebung relevanter Nachhaltigkeitsdaten, der Umsetzung interner Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf Projektebene und an der Ausarbeitung einer konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie und -zielen. Damit trägt die HABAU-Unternehmensgruppe dazu bei, die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Bauaktivitäten messbar zu machen und kontinuierlich zu verbessern.

Im HABAU ESG-Board werden die Ziele und Arbeitsschwerpunkte im Bereich Nachhaltigkeit festgelegt und wesentliche strategische Entscheidungen getroffen. Das ESG-Board setzt sich neben der Geschäftsführung aus den Fachverantwortlichen für die jeweiligen wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen zusammen. Es tritt halbjährlich zusammen und kann bei Bedarf auch vierteljährlich tagen, um auf aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen zu reagieren.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 sind als Schwerpunkte neben der weiteren Vorbereitung auf die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) auch die Formulierung und Umsetzung einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie sowie die Festlegung eines CO2- Reduktionspfades zu nennen. Dafür wird weiter am Aufbau eines strukturierten Datenerhebungsprozesses sowie an der Weiterentwicklung der Datenbasis gearbeitet. Zudem wird die Implementierung eines umfassenden ESG-Risikomanagements vorangetrieben.

5.2.

Nachhaltiges Planen und Bauen

Die HABAU Unternehmensgruppe übernimmt Verantwortung für ihr unternehmerisches Handeln. In Übereinstimmung mit diesem Grundsatz haben wir uns zum Ziel gemacht, ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln, das den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks abdeckt und dabei ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Lösungen fördert. Diese Strategie wird in mehreren Phasen eines Bauprojekts verfolgt:

Nachhaltige Planungsphase

In der Planungsphase liegt der größte Hebel, um die Materialien hinsichtlich ihrer CO2-Emissionen zu optimieren und den Rückbau sowie das Recycling von Materialien zu berücksichtigen. Hier wird der Grundstein für eine nachhaltige Umsetzung des Projekts gelegt, indem bereits in der frühen Phase nachhaltige Alternativen geprüft und integriert werden.

Reduktion der CO2-Emissionen in der Errichtungsphase (Baustelle)

Während der Errichtungsphase wird durch Transportlogistikkonzepte, optimierte Beschaffungslogistik und effiziente Baustellenlogistik eine Reduktion der CO2-Emissionen erreicht. Das Lean Construction Management-Konzept unterstützt eine kooperative Projektabwicklung, die auf kontinuierliche Verbesserung abzielt, indem unnötige Verschwendungen reduziert und die Ressourcennutzung optimiert werden.

Nachhaltiger Betrieb

Im Betrieb eines Gebäudes können durch ein nachhaltiges Facility Management signifikante Emissionsreduktionen erzielt werden. Dies umfasst die Nutzung eneuerbarer Energiequellen, die Installation energieeffizienter Beleuchtungssysteme, die Optimierung von Heizungs-, Lüftungsund Kiimaanlagen, sowie die Implementierung intelligenter Energiemanagementsysteme, die den Energieverbrauch auf ein Minimum reduzieren.

Die HABAU-Unternehmensgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Know-How zunehmend zur Bewusstseinsbildung bei den Auftraggebern einzubringen, um möglichst früh in der Planungsphase nachhaltige Altenativen zur herkömmlichen Praxis aufzuzeigen.

Perg, am 11. Juli 2025

Die Geschäftsführung

Mag. Míchael Mayer-Schütz

Dipl.-Ing. Hubert Wetschnig

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