Inhaltsverzeichnis
Analyse des Geschäftsverlaufes
Der Markt im Bereich der Wärmedämmverbundsysteme ist 2024 in Osterreich sowohl volumenmäßig als auch umsatzmäßig weiter zurückgegangen. Die Preisentwicklung war volatil. Aufgrund der schwachen Nachfrage haben sich fast alle Rohstoffpreise nach unten entwickelt, insbesondere bei den Dämmstoffen war der Preisrückgang signifikant.
Unsere Konzentration auf die Segmente Wärmedämmung, Systemfassaden incl. Photovoltaik (BIPV - Building Integrated Photovoltaik), Bodenbeschichtung und Industriekunden ist weiterhin Teil unserer Verkaufsstrategie. Unser starker Fokus ist weiterhin die Nachhaltigkeit auf allen Unternehmensebenen.
Die in den Jahren 2021 und 2022 einsetzende enorme Steigerung der Nachfrage nach Bauprodukten hat sich nun in den Folgejahren sehr stark abgeschwächt und wir sind bei einem Mengenszenario wie vor der Pandemie angekommen. Im kommenden Jahr hoffen wir auf die Beendigung der Negativentwicklung, zumindest auf Stagnation bzw. leichtes Wachstum. Die Lieferketten sind wieder einigermaßen stabil, lediglich die Preisentwicklung wird weiterhin befeuert durch die anhaltend hohen Energiekosten und inflationsbedingten Lohnsteigerungen. Unter Berücksichtigung der schwierigen Rahmenbedingungen sind die erzielten Ergebnisse sehr zufriedenstellend. Die Inbetriebnahme der neuen Produktionsstätte und die Konzentration auf unsere Niederlassungen am Balkan haben sich im Nachhinein betrachtet als sehr wertvoll für die Sto Ges.m.b.H. herausgestelt.
Die Umsetzung der Strategie 2025 in der Region Südeuropa wurde konsequent fortgesetzt. Durch Kooperationen mit den Schwesterfirmen Sto Italien und Sto Schweiz in mehreren Unternehmensbereichen, wie Verkauf, Produktmanagement, Marketing und im Finanzbereich konnten wertvolle Synergien etabliert werden. Zusätzlich wird der Verkaufsprozess durch die verstärkte Verwendung und die ständige Weiterentwicklung der unterstützenden Software „Salesforce“ weiter optimiert. Dies trägt entscheidend zur erfolgreichen Marktbearbeitung sowohl in Österreich als auch in den Ländern am Balkan bei.
In den Niederlassungen Kroatien, Slowenien und Serbien waren die getroffenen organisatorischen Maßnahmen erfolgreich und führten zu einer Verstärkung der Marktpräsenz. Dies hatte zur Folge, dass wir vor allem am kroatischen Markt schon das dritte Jahr in Folge signifikant gewachsen sind. Ein geringerer Fokus wird auf die Marktbearbeitung in Albanien, Bosnien, Kosovo, Montenegro, Mazedonien gelegt.
Umsatzentwicklung
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von EUR 115,4 Mio. erzielen können, was einer Umsatzsteigerung von 1,1 % zum Vorjahr entspricht.
Ertragslage
Das Ergebnis 2024 der Sto Ges.m.b.H hat sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen äußerst zufriedenstellend entwickelt. Es konnte ein Ergebnis vor Steuern von EUR 6,9 Mio. (VJ: EUR 7,3 Mio.) erzielt werden. Neben stabilen Marktpreisen, dem Fokus auf den Einkauf und einer erfreulichen Entwicklung insbesondere im Auslandsgeschäft, war ein strenges Kostenbewusstsein in allen Bereichen der Firma dafür verantwortlich.
Die klaren Unternehmensziele, eine offene Führungskultur, strikte Kundenorientierung, eine gezielte Steuerung der Verkaufsleistungen und ein funktionierendes Controlling gewährleisten, dass auch weiterhin solide Ergebnisse erwirtschaftet werden.
Vermögenslage und Finanzlage
Der Wert der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrug zum 31. Dezember 2024 EUR 24,5 Mio. (VJ: EUR 25,7 Mio.).
Der Vorratsbestand lag zum 31. Dezember 2024 bei EUR 5,9 Mio. (VJ: 6,2 Mio.) – der Rückgang ist mit einer geringeren Bevorratung an Rohstoffen erklärbar. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben zum Bilanzstichtag EUR 9,5 Mio. (VJ: EUR 8,9 Mio.) betragen. Der Zahlungsmittelbestand lag bei EUR 0,9 Mio. (VJ: EUR 0,6 Mio.).
Das Eigenkapital beträgt EUR 25,4 Mio. (VJ: EUR 25,2 Mio.) und stellt eine Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Gesamtkapital) von 61 % (VJ: 59 %) dar.
Die Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten haben am 31. Dezember 2024 insgesamt EUR 16,5 Mio. (VJ: EUR 17,4 Mio.) betragen.
Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit beträgt EUR 9,0 Mio. (VJ: 6,5 Mio.). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt EUR -1,0 Mio. (VJ: EUR -2,3 Mio.) und betrifft im Wesentlichen Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt EUR -5,3 Mio. (VJ: EUR -4,1 Mio.) und resultiert aus der erfolgten Gewinnausschüttung in Höhe von -5,1 Mio. (VJ: EUR -3,0 Mio.) sowie Auszahlungen aus dem Cashpooling von verbundenen Unternehmen und Auszahlungen für Zinsen in Höhe von insgesamt EUR -0,2 Mio. (VJ: EUR -1,1 Mio.).
Risikobericht
Das Risikomanagement der nachstehend beschriebenen Punkte obliegt dem Management der Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Konzernzentrale. Das Management untersucht und bewertet die Chancen und Risiken in regelmäßigen Abständen und trägt die Verantwortung für eine frühzeitige Risikoerkennung und das Aufzeigen des notwendigen Handlungsbedarfs. Darüber hinaus werden die Geschäftsabläufe regelmäßig von der Geschäftsleitung im Rahmen des internen Kontrollsystems kontrolliert.
Die Forderungsausfalls-, Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken werden durch ein detailliertes Berichtswesen im Rahmen des Konzerns evaluiert und monatlich verfolgt.
1. Beschaffungsmarktrisiko
Da ein großer Teil der Beschaffung im Sto Konzerns erfolgt, kann das Beschaffungspreisrisiko als gering eingestuft werden.
Für die außerhalb des Sto Konzerns beschafften Rohstoffe und Handelswaren wird dem Schwanken der Marktpreise aufgrund von Angebot und Nachfrage mittels Rahmenverträgen gegengesteuert, welche zum Teil über die Zentrale und zum Teil von der Gesellschaft direkt abgeschlossen werden.
2. Absatzmarktrisiko
Kunden des Unternehmens sind hauptsächlich das Bau- und Baunebengewerbe. Die Bonität unserer Kunden wird von uns regelmäßig und speziell im Bereich von Neukunden überprüft. Generell wird das Forderungsausfallsrisiko auf Grund der bestehenden Kundenstruktur als mäßig und überschaubar eingestuft.
3. Rechtliche Risiken
Im Bereich der steuerrechtlichen Risiken werden vom Unternehmen Steuerberater zur Beratung herangezogen. Für sonstige rechtliche Risiken werden im Bedarfsfall Rechtsanwälte hinzugezogen.
Wettbewerbs-, kartell- und patentrechtrechtliche Risiken werden zentral durch die dafür verantwortlichen Abteilungen des Konzerns bearbeitet. In jeder Tochtergesellschaft der Gruppe gibt es einen Compliance-Verantwortlichen, der für die interne Kommunikation, die lokale Umsetzung und Überwachung der Sto-Compliance-Richtlinien verantwortlich ist. Regelmäßig werden die Mitarbeiter über die Risiken und den korrekten Umgang in diesen Bereichen geschult.
4. Personelle Risiken
Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind für die Entwicklung und das nachhaltige Wachstum des Unternehmens essentiell. Dem Risiko, durch Fluktuation wertvolles Knowhow zu verlieren, begegnet das Unternehmen unter anderem mit leistungsorientierten Vergütungssystemen und Aus- und Weiterbildungsprogrammen. Allem voran ist es unser Bestreben, für ein motivierendes und leistungsförderndes Arbeitsklima zu sorgen.
5. IT-Risiken
Durch eine eigene IT-Abteilung sowie durch konzerneinheitliche IT-Standards werden die Software und auch die Sicherheitsstandards ständig angepasst und überwacht.
Betreffend Cybersicherheit werden alle Mitarbeiter regelmäßig in Online-Schulungen informiert und sensibilisiert, insbesondere in den Themenbereichen Phishing, Passwortsicherheit, Remote-Arbeit, E-Mail-Verkehr und den Umgang in sozialen Netzwerken.
6. Währungs- und Zinsrisiken
Die Gesellschaft fakturiert hauptsächlich in Euro. Ein detailliertes monatliches Reporting stellt eine frühzeitige Erkennung von Liquiditätsrisiken sicher. Derivative Finanzinstrumente wurden nicht in Anspruch genommen.
7. Weitere operative Risiken
Der Produktsicherheit, Arbeitssicherheit und dem Umweltschutz wird durch detaillierte Qualitätssicherung Rechnung getragen.
In dem leider immer noch andauernden Krieg in der Ukraine erkennen wir aktuell einen geringen Einfluss auf unsere Sparte. Welche Dimension dieser Krieg noch annimmt und wie sich diese Situation auf die mittelfristige Entwicklung der Baustoffindustrie in Europa und weltweit auswirken wird, und somit auch auf unseren Geschäftsbetrieb, ist nicht abschätzbar.
Qualitäts- und Umweltmanagement, Arbeitssicherheit und
Mitarbeiterweiterbildung
Umweltschutz ist bei Sto ein Teil der Unternehmensphilosophie. Als Dämmstoff-Experte forciert Sto den Einsatz ökologischer Dämmsysteme und vertreibt ausschließlich Dämmstoffe, die frei von teilhalogenierten und teilflourierten Kohlenwasserstoffen sind. Zusätzlich erzeugt Sto Recyclingprodukte (deponieschonende Verwertung von Altfarben und Altputzen) sowie aromatenfreie Lacke, und die Vermeidung von unnötigem Verpackungsmüll ist bei Sto ohnehin eine Selbstverständlichkeit.
In der Produktionsanlage für Recycling-Produkte wurde im Jahr 2024 Altfarben und Altputze im Ausmaß von ca. 47 Tonnen (VJ 40 Tonnen) umweltschonend verarbeitet. Diese erste Produktionsanlage für pastöse Produkte am Standort Osterreich, in der Kleber, Armierungsmassen für Wärmedämmverbundsysteme, Innenspachtelmassen und seit 2013 auch Fassadenputze hergestellt werden, trägt durch die Einsparung von Transportwegen ganz besonders zur Ressourcenschonung und Einsparung von CO2-Emissionen bei. Alle acht Niederlassungen in Österreich sind zertifizierte Klimabündnisbetriebe, Sto ist darüber hinaus Partner einiger Klima-Initiativen (z.B. Klimabündnis und klima:aktiv).
Die Gesellschaft hat ein Qualitätsmanagementsystem (BMS = Beschwerdemanagementsystem) implementiert. Sämtliche Reklamationsfälle werden in diesem System erfasst, analysiert und ausgewertet. Die daraus resultierenden Qualitätskennzahlen sind Bestandteil des internen Berichtswesens.
Der Sto Konzern und somit auch die Sto Ges.m.b.H. verfügen über ein Umweltmanagementsystem und sind nach ISO Regelwerken zertifiziert. Die unternehmensinternen Leitlinien für Umwelt und Arbeitssicherheit beinhalten die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes, um den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energien sicherzustellen.
Für Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz wurde ein umfassendes Programm mit Betriebsanweisungen, Gesundheitsschutzdokumenten usw. implementiert.
Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter erfolgt dem Bedarf entsprechend. Die Personalentwicklung und das Management der Gesellschaft ermitteln den Bedarf und stellen die erforderlichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bereit.
Im Bereich des Energiemanagements wurde im Jahr 2015 aus Gründen der Energieeinsparung und Nachhaltigkeit eine Photovoltaikanlage am Standort Villach installiert. Im Jahr 2017 wurde der Standort Wien ebenso mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Es handelt sich hierbei jeweils um Überschusseinspeiser, das heißt der produzierte Strom wird zuerst von der Gesellschaft selbst verbraucht und nur der Überschuss ins allgemeine Netz eingespeist. Im Jahr 2021 wurde die neue Produktionsanlage in Villach mit einer weiteren Photovoltaikanlage ausgestattet. Ende 2023 wurden auch die Standorte in Linz und Obergrafendorf mit PV-Anlagen ausgestattet.
Im Jahr 2015 wurde der gesamte Strombezug auf einen heimischen Energiedienstleister umgestellt, welcher 100 % sauberen Strom aus Wasserkraft- und Ökostromanlagen liefert. Es wird großer Wert darauf gelegt, auch beim Stromzukauf auf Nachhaltigkeit zu setzen.
Im Jahr 2019 wurde am Standort Villach eine „Greenbox“ aufgestellt, ein innovativer Feinstaubfilter, der die mit Feinstaub beladene Umgebungsluft wie ein Staubsauger einsaugt
und in einem speziellen Filtersystem die gesundheitsgefährdenden Feinstaubartikel herausfiltert.
Im Jahr 2024 haben wir uns einer Bürgerenergiegemeinschaft angeschlossen und betreiben unsere Produktion in Villach zu 100 % mit Energie aus unserer eigenen PV-Anlage und über die BEG aus lokaler Wasserkraft.
Zweigniederlassungen
Zum Abschlussstichtag verfügt die Sto Ges.m.b.H. Villach über keine Zweigniederlassungen. Die Sto Ges.m.b.H. Villach verfügt im Inland sowie in Slowenien, Kroatien und Serbien über Betriebsstätten.
Forschung und Entwicklung
Die Forschungsaktivitäten der Gesellschaft sind im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Muttergesellschaft zu sehen, die sich in Zusammenarbeit mit allen Tochtergesellschaften weltweit auf innovative Projekte zur Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Prozessen und Verfahren konzentriert, um den Technologievorsprung und die nachhaltige Wertsteigerung des Unternehmens zu gewährleisten.
Ausblick
Den makroökonomischen Prognosen der Wirtschaftsforscher entsprechend wird insbesondere für den österreichischen Markt ein abgeschwächter Rückgang im Neubauvolumen bei einem gleichzeitigen moderaten Anstieg im Sanierungsvolumen vorausgesagt. Der massive Rückgang im Neubau sollte durch den Zugang zur Wohnbaufinanzierung (KIM-Verordnung) und die sinkenden Zinsen gestoppt werden. Die massiven Bemühungen um Eindämmung des Klimawandels und die damit in Zusammenhang stehenden Fördermittel haben leider noch zu keinem Anschub in der thermischen Sanierung der Gebäude geführt.
Die weiter anhaltende Diskussion um den Flächenverbrauch durch die Bauwirtschaft ist für eine Konjunkturbelebung äußerst kontraproduktiv.
Der neue mit dem Konzern erarbeitete Strategieplan befindet sich in Umsetzung. Wachstum, Gewinnorientierung und die Verstärkung unserer Kernkompetenzen - Technologieführerschaft, Nachhaltigkeit, Service-Exzellenz und Innovation – sind die zentralen Elemente. Zusätzlich werden die regionalen Strukturen so verändert, dass durch intensive Zusammenarbeit der lokalen Tochtergesellschaften in einer Region weitere Synergien erzielt werden.
Die Organisation des Unternehmens wird durch eine Digitaloffensive, mit welcher viele Prozesse neu definiert werden, weiter verbessert. Das sehr groß angelegte Projekt TOM (Target Operating Model), das sowohl die Organisationsstruktur der gesamten Gruppe weltweit auf den Prüfstand stellt, als auch sämtliche Prozesse zum Teil neu definiert, soll die Effizienz in allen Bereichen weiter verbessern.
Weiters wird auch die Umstellung auf SAP S4/Hana, wobei Osterreich der Pilotmarkt sein wird, die Effizienz unserer Prozesse weiter erhöhen.
Wie bereits in den Vorjahren sind die größten Herausforderungen die notwendig umzusetzenden Preiserhöhungen und die Rekrutierung der dringend notwendigen zusätzlichen Mitarbeiter.
Insgesamt wird für das Jahr 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen von einer planmäßigen positiven Entwicklung von Ergebnis und Cashflow ausgegangen.
Aus heutiger Sicht ist daher, auf Basis der oben angeführten Maßnahmen, von einer langfristigen auszugehen. Existenzsicherung des Unternehmens („Going-Concern-Prämisse“)
Unsere hochqualifizierten Mitarbeiter arbeiten ständig an einer weiteren Verbesserung der Prozesse in den unterschiedlichen Bereichen. Die gesetzten Maßnahmen werden in Zukunft die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens absichern.
Allen unseren Mitarbeitern spreche ich für das abgelaufene Geschäftsjahr wiederum Dank und Anerkennung aus, für den Willen, sich uneingeschränkt für das Unternehmen zum Wohle und zum Nutzen unserer Kunden einzusetzen.
Villach, am 21. März 2025
DI Walter Wiedenbauer