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Lagebericht 2025

ZKW Group GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über die wirtschaftliche Lage und die Geschäftsentwicklung

1.1. Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft zeigte sich 2025 erstaunlich robust gegenüber den vorherrschenden handels- und geopolitischen Spannungen. Je nach Land und Sektor hat sich die Wirtschaft jedoch unterschiedlich an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Während das globale Wirtschaftswachstum (3,3 %) sowie jenes in China (5,0 %) 2025 stabil blieb, kam es in den USA zu einer rückläufigen Entwicklung auf 2,1 % (vs. 2,8 % 2024) und im Euroraum zu einem Wachstum von 0,9 % 2024 auf 1,4 % im Jahr 2025.

Der IWF prognostiziert, dass die Inflationsrate von 4,1 % in 2025 auf 3,8 % in 2026 bzw. 3,4 % in 2027 sinken wird. 1

Insgesamt lag der weltweite PKW-Markt mit rund 91,9 Millionen abgesetzten Fahrzeugen im Jahr 2025 um rd. 2,5 % über dem Vorjahresniveau. China bleibt mit rd. 38 % Marktanteil das weltweit größte Automobilherstellerland.2

Mercedes Benz Cars

Mercedes Benz Cars verzeichnete 2025 einen Absatzrückgang um -9 % auf rd. 1,8 Mio. Fahrzeuge. Insbesondere in Asien (-16 %) und Nordamerika (-12 %) gingen die Verkäufe deutlich zurück. In Europa blieb der Absatzmarkt nahezu stabil (-1 %).3

BMW Group

Der weltweite Absatz der BMW Group stieg 2025 leicht um +0,5 %. Neben Absatzsteigerungen in Europa (+7,3 %) und den USA (+5,0 %) fielen die Verkäufe in China um -12,5 %. Der Absatz von vollelektrischen Automobilen (BEV) stieg moderat um +3,6 %.3

VW Group

Die VW Group lieferte 2025 weltweit rd. 9,0 Mio. Fahrzeuge aus und konnte damit das Vorjahresniveau halten. Absatzsteigerungen wurden in Europa (+4,5 %) erzielt während hingegen die Märkte in China (-8,0 %) und Nordamerika (-10,4 %) rückläufig waren. Die Auslieferung von Elektrofahrzeugen (BEV) stieg um +32,0 % auf 983.100 Fahrzeuge.3

¹ https://www.imf.org/en/publications/weo/issues/2026/01/19/world-economic-outlook-update-january-2026

² IHS Headlamp Daten Dezember 2025.

3 https://www.automobil-produktion.de/global-automotive-business/der-absatz-der-autohersteller-im-ueberblick-2025/1102342

1.2. Geschäftsentwicklung

Die ZKW erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von EUR 1,58 Mrd. Dies entspricht insgesamt einer geringfügigen Umsatzsteigerung:

Die Warenumsätze blieben im Konzern auf dem Vorjahresniveau allerdings kam es zu Verschiebungen innerhalb der Märkte. Während die Umsätze in Europa 2025 rückläufig waren, konnten sowohl in Nordamerika als auch in Asien Umsatzsteigerungen erzielt werden. Zu einer rückläufigen Umsatzentwicklung kam es bei Werkzeugen und Entwicklungsleistungen. Insbesondere von Kunden erhaltene Ersatzleistungen für geringere Produktabrufe haben zu den höheren Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr geführt.

Einsparungen im Materialbereich sowie die Kundenersatzleistungen trugen wesentlich dazu bei, dass der operative Verlust im Vergleich zum Vorjahr halbiert werden konnte. Kursverluste aus USD-Finanzierungen belasteten im abgelaufenen Jahr das Finanzergebnis.

Die anhaltenden strukturellen Herausforderungen erfordern ein aktives Krisen- und Qualitätsmanagement, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Fortbestand der ZKW sicherzustellen. Neben den bereits im vergangenen Geschäftsjahr erfolgten umfangreichen Maßnahmen an sämtlichen Standorten des Konzerns, sind bis Ende 2027 weitere Schritte erforderlich. Die europäische Automobilzulieferindustrie befindet sich weiterhin in einem herausfordernden Umfeld. Hoher Kostendruck, geringere Erträge und schwächere Umsatzaussichten machen gezielte Kostensenkungsmaßnahmen erforderlich. Um die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zu sichern, sieht sich die ZKW gezwungen, die Material- und Personalkosten deutlich zu senken. Deshalb werden im Laufe der nächsten zwei Jahre rund 25 Prozent aller Arbeitsplätze weltweit abgebaut. Kostensenkungsmaßnahmen sind an allen Standorten erforderlich und werden schrittweise umgesetzt. Dazu gehören ein umfassendes Kostensenkungsprogramm sowie Effizienzsteigerungen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit.

Am 16. April 2025 hat die ZKW Group GmbH einen Gesellschafterzuschuss in Höhe von EUR 58 Mio. von der ZKW Holding GmbH erhalten. Zum Stichtag 31.12.2025 sind alle in den Kreditverträgen vereinbarten Finanzkennzahlen (Covenants) an die LG Electronics Inc. referenziert und wurden eingehalten.

Das Management geht davon aus, dass die zum Aufstellungszeitpunkt bestehenden Finanzierungen mittel- und langfristig aufrechterhalten oder refinanziert werden können. Bei einem etwaigen kurzfristigen operativen Liquiditätsbedarf geht das Management davon aus, dass dieser durch das bestehende Bankenportfolio oder Inhouse Cash Pooling innerhalb der LG Gruppe abgedeckt werden kann.

Bei der ZKW Group GmbH kam zu personellen Veränderungen: Zum einen übernahm Harald Humenberger den Bereich R&D, zum anderen folgte per 1. Jänner 2026 Sangbo Sim auf Sangwook Woo als neuer CFO der ZKW Group GmbH.

Bei der ZKW Lichtsysteme GmbH wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr geringere Umsätze als noch im Vorjahr erzielt. Für die geringeren Abrufe im Gegensatz zu den zu Projektbeginn geplanten Mengen erhielt die Gesellschaft Kundenentschädigungen in Höhe von rd. 8 Mio. EUR. Trotz des erneuten Umsatzrückgangs konnte aufgrund der laufenden Einsparungsprogramme und der erhaltenen Entschädigungen das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahr verbessert werden.

Auch bei der ZKW Lighting Systems (Dalian) Co., Ltd. kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einem Umsatzrückgang. Die laufenden Kosteneinsparungen sowie die erhaltenen Kundenentschädigungen in Höhe von EUR 5,4 Mio. führten 2025 wieder zu einem positiven operativen Ergebnis. Hohe Zinsaufwände für die laufenden Finanzierungen belasten hingegen das Ergebnis vor Steuern.

Die ZKW Mexico S.A. de C.V. erzielte zwar auch 2025 Umsatzzuwächse, dennoch liegen diese, trotz der erhaltenen Kundenentschädigungen in Höhe von EUR 11 Mio., unter den Erwartungen. Die weiterhin bestehenden Qualitäts- und Logistikprobleme belasteten auch 2025 das Ergebnis. Die Probleme im operativen Business führen dazu, dass der Verlust am Standort Mexiko im abgelaufenen Geschäftsjahr nochmal deutlich höher ausfiel als im Vorjahreszeitraum. Auf Basis dieser Entwicklung und der zugrundeliegenden Ursachen wurde im Zuge des Turnaround Programs bereits 2024 eine entsprechende Task-Force, bestehend aus LG – ZKW – Externer Support, installiert. Bei der ZKW Slovakia s.r.o. – als weiterhin größter Standort der ZKW – liegen die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar über dem Vorjahreswert, jedoch unter den ursprünglich geplanten Werten. Auch im Jahr 2025 fielen Restrukturierungskosten sowie erhöhte Gewährleistungsaufwände mit dem Kunden BMW an. An Kundenentschädigungen für die geringeren Abrufe in der Vergangenheit erhielt die ZKW Slovakia s.r.o. Entschädigungen in Höhe von EUR 22,9 Mio. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Verlust vor Steuern zwar mehr als halbiert werden, liegt aber noch immer deutlich unter den Erwartungen.

Im August 2025 eröffnete die ZKW Lighting Systems USA, Inc. Ihr neues eigenständiges Bürogebäude in Troy, Michigan. Der Umzug von einem gemeinsam genutzten Büro in eine eigene Einrichtung ist ein wichtiger Schritt für das Wachstum des Unternehmens und ermöglicht eine Erweiterung der Kapazitäten, eine höhere Effizienz und einen verbesserten Service für die Kunden. Zu den zentralen Erweiterungen am neuen Standort zählen eine voll ausgestattete Werkstatt, ein hochmoderner Lichtkanal sowie ein erweitertes Techniklabor mit aktueller Prüftechnologie. Diese Ausstattung stärkt die Test-, Entwicklungs- und Konstruktionskapazitäten und erhöht die Fähigkeit von ZKW USA, sich wandelnden Kundenanforderungen gerecht zu werden.

Die ZKW ist der Spezialist für innovative Premium-Lichtsysteme und Elektronik. Seit 2018 als Tochtergesellschaft von LG Electronics Vehicle Solutions ist sie Teil der LG Gruppe. Als Systemlieferant ist ZKW ein weltweit präsenter Partner der Automobilindustrie. Der Konzern entwickelt und produziert entsprechend seinem Motto „Bright Minds, Bright Lights.“ mit hellen Köpfen und modernsten Fertigungstechnologien komplexe Premium-Beleuchtungen und Elektronikmodule für internationale Automobilhersteller. Zu den Top-Produkten zählen leistungsfähige und kosteneffiziente Komplett-LED-Systeme. Mit intelligenten Lichtsystemen und innovativem Styling prägt ZKW das Aussehen und den Charakter von Fahrzeugen weltweit.

In dem Projekt „zoneZ“ der ZKW Lichtsysteme GmbH gemeinsam mit der Fachhochschule Wiener Neustadt und dem Austria Institue of Technology (AIT) wurden neue Lösungsansätze und Grundlagen für intelligente Lichtsysteme für Software Defined Vehicle (SDV) entwickelt. Ziel ist es, mit weniger Elektronik in Automobilen mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Das Team rund um Expertinnen und Experten der drei Unternehmen forscht an einer neuen Architektur von Steuergeräten, die sowohl weniger Kabel im Fahrzeug benötigt als auch die Struktur von Software und Sensorik deutlich vereinfacht. Das Konzept des Software Defined Vehicle (SDV) eröffnet neue Möglichkeiten, indem es Informationen von Umgebungssensoren wie Kamera, Laserscanner und Radar in Echtzeit nutzt. Die ZKW stattet den neuen Audi Q3 mit digitalen Matrix LED-Scheinwerfern aus, welche auf Mikro LED-Technologie basieren. Das aufwändige Hightech-Lichtmodul wurde in einem mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsprozess bei ZKW in enger Zusammenarbeit mit LG Optics entwickelt. Das komplexe System besteht aus 25.600 einzelnen Mikro-LEDs mit einer Größe von je nur 40 Mikrometern, deren Licht über mehrere präzisen Linsen gebündelt und auf die Fahrbahn projiziert wird. Die Frontkamera im Fahrzeug erkennt entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge. Das System schaltet daraufhin gezielt nur jene LEDs aus, die die anderen Verkehrsteilnehmer anleuchten würden – der Rest der Straße bleibt voll ausgeleuchtet. Die neue Micro LED-Technologie kann jedoch noch mehr. Sie arbeitet mit den Audi-Fahrerassistenzsystemen zusammen, um gezielte Lichtprojektionen zu ermöglichen. Dadurch kann das System die von Audi entwickelten Lichtfunktionen wie ein Hinweis vor Glätte direkt auf der Fahrbahn darstellen oder bestimmte Bereiche adaptiv beleuchten, beispielsweise auf Autobahnen das Spurlicht mit integriertem Orientierungslicht zur besseren Spurmittenführung innerhalb der eigenen Fahrbahn. Mit dem ZKW High-Definition-LED-Modul erreicht die Lichttechnik ein neues Niveau an Präzision und sorgt gleichzeitig für erhöhte Verkehrssicherheit.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

2.1. Ertragslage

Bei der ZKW Group GmbH sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 um rd. EUR 15,1 Mio. gestiegen. Die Umsätze der ZKW Group GmbH 2025 beinhalten Leistungen an die Tochtergesellschaften.

Die USD-EUR Kursschwankungen belasten das Ergebnis mit rd. EUR 30,3 Mio. (sonstige betriebliche Erträge, sonstiger betrieblicher Aufwand und Finanzergebnis).

Im Geschäftsjahr sind insbesondere höhere Aufwendungen für externe Entwicklungskosten, Konzernmanagement sowie Restrukturierungskosten angefallen.

Das Finanzergebnis erhöhtsich um rd. EUR 432,2 Mio. im Wesentlichen aufgrund der im Geschäftsjahr erfolgten Gewinnausschüttungen der Tochterunternehmen in Höhe von EUR 197,2 Mio. sowie aufgrund des geringeren Ausmaßes an erforderlichen Abschreibungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Wertberichtigungen von Finanzforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von rd. EUR 179,8 Mio. erzielt. Dies entspricht einer wesentlichen Verbesserung im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr in Höhe von + EUR 424,8 Mio.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in TEUR20252024Veränderung
Ertragslage:TEURTEURTEUR
Umsatz149.335134.27515.060
Betriebsergebnis vor Abschreibung (EBITDA)5.85413.862-8.008
EBITDA-Marge in %3,9%10,3%6,4%
Betriebsergebnis (EBIT)1.0208.457-7.437%
EBIT-Marge in %0,7%6,3%-5,6%
Ergebnis vor Steuern (EBT)179.792-245.020424.812

2.2. Vermögens- und Finanzlage

Das Gesamtvermögen der ZKW Group GmbH stieg im Geschäftsjahr 2025 von EUR 748,9 Mio. auf EUR 791,9 Mio. Das Eigenkapital ist von EUR - 115,9 Mio. auf EUR 115,6 Mio. gestiegen.

Die ZKW Group GmbH legt den Fokus zur Überwachung der Vermögenslage auf die dargestellten, finanziellen Leistungsindikatoren. Alle finanziellen Kennzahlen werden anhand standardisierter Berichte zur Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage ermittelt und beinhalten einen Plan-Ist-Vergleich.

Die Finanzierung des Konzerns erfolgt bei Banken aus dem Portfolio der ZKW sowie mit direkten Krediten vom Eigentümer LG. Konzerninterne Finanzierungen bestehen zum 31.12.2025 in Höhe von EUR 5,0 Mio. (Vorjahr: EUR 63,0 Mio.). Die Finanzierung der Tochtergesellschaften erfolgt einerseits über die Muttergesellschaft ZKW Group GmbH durch konzerninternes Cash Pooling und konzerninterne Darlehen sowie durch lokale Finanzierungen aus dem ZKW und LG Bankenportfolio.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
in TEUR20252024Veränderung
Vermögens- und FinanzlageTEURTEURTEUR
Bilanzsumme791.943748.91743.026
Eigenkapital/ Negatives Eigenkapital115.620-115.903231.523
Eigenkapitalquote in %14,6%-15,5%30,1%
Working Capital (Forderungen kfr. +
ARA - Verbindlichkeiten kfr. - PRA) 1) «-109.954-735.226625.272
Free Cash-Flow (Operativer CF + CF aus Investitionstätigkeit) 1)125.26183.31141.950

1) Berechnet entsprechend AFRAC 36. Die Gesellschaft fungiert als Cashpool-Leader. Cashpool-Forderungen und Cashpool-Verbindlichkeiten werden saldiert im Cash-Flow in der Finanzierungstätigkeit dargestellt.

2.3. Investitionen

Im Investitionsbereich wurde ein Volumen von rd. EUR 0,4 Mio. (VJ: EUR 0,1 Mio.) in immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagen sowie EUR 106,5 Mio. (VJ: EUR 0,0 Mio.) in Beteiligungen realisiert.

Die größten Investitionen beim immateriellen Anlagevermögen und Sachanlagen wurden im Vorjahr in Zusammenhang mit der Anschaffung neuer Softwarelizenzen und Server vorgenommen.

2.4. Liquiditätslage

Investitionsvorhaben wurden im Wesentlichen durch Fremdmittel und aus dem laufenden Cash-Flow umgesetzt.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Geldflussrechnung 2025
250.000
179.792
200.000
136.819
150.000
100.00066.255
50.00017.05621.67212 893
0
-50.000-11.558
-100.00070.418
-150.000-103.590
-200.000
-250.000
-245.020
-300.000
Cash-Flow aus der
Ergebnis vor SteuernOperativer Cash-Cash-Flow aus derFinanzierungstätig-Veränderung der
FlowInvestitionstätigkeitkeit (1)liquiden Mittel
• 2025179.792-11.558136.819-103.59021.672
• 2024-245.02017.05666.255-70.41812.893
1)Berechnet entsprechend AFRAC 36. Die Gesellschaft fungiert als Cashpool-Leader. Cashpool-Forderungen und Cashpool-Verbindlichkeiten werden saldiert
im Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt.

3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3.1. Nachhaltigkeit bei ZKW

Für das Geschäftsjahr 2025 wird der Nachhaltigkeitsbericht nach Global Reporting Initiative GRI – Berichtsstandard in „reference to“ erstellt. Weiters sind alle Weichen für die neue CSRD-Berichterstattung, zu der die ZKW im Jahr 2027 das erste Mal verpflichtet ist, gestellt. Im aktuell verfügbaren Nachhaltigkeitsbericht nach GRI, welcher für alle interessierten Stakeholder öffentlich über die ZKW- Homepage einsehbar ist, sind alle relevanten Themenfelder (Environmental, Social und Governance „ESG“) abgedeckt. ZKW setzt sich die Umsetzung der Net Zero Produktion (Scope 1 & 2) für 2030 als Klimaschutzziel, seit 2025 sollen alle Produktionsstandorte unter der Verwendung von 100 % Grünstrom produzieren. Der Pfad zur kompletten Dekarbonisierung der Produkte über den gesamten Lebenszyklus soll bis 2038 erreicht werden. Dafür werden die Steigerung der Energieeffizienz, die Umstellung auf Grünstrom und alternative Wärmequellen allein nicht ausreichen. Um die notwendigen Maßnahmen, die am Markt verfügbar und auch wirtschaftlich sinnvoll sind, zu ermitteln, hat die ZKW eine Emissionsberichterstattung über alle Wertschöpfungsbereiche nach Greenhouse Gas Protocol/Standard ISO 14064 für das Jahr 2024 durchgeführt.

Produktion

Die ZKW verpflichtet sich zum Schutz der Umwelt und zur Verringerung von Umweltbelastungen.

Gemäß unserer Klimaschutzstrategie erfolgte 2022 die Umstellung unserer Produktionsstandorte in Wieselburg, Wr. Neustadt und Dalian auf 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen. Die Produktionsstandorte in der Slowakei und in Mexiko haben im Jahr 2024 gemäß dem Zeitplan 75 % Strom aus erneuerbaren Quellen eingekauft und konnten 2025 den Anteil auf 100 % steigern.

Im Rahmen des internen Umweltmanagementsystems nach ISO 14001, welches an allen ZKW-Produktionsstandorten implementiert und auch zertifiziert ist, werden umweltrelevante Risiken erfasst, bewertet und entsprechend minimiert. Seit 2024 ist auch die ZKW ISO 14001 zertifiziert. Die gesamten prozessualen Anforderungen aus dem ISO sind im Rahmen des integrierten Managementsystems in den Prozessen verankert und werden neben anderen Anforderungen der Automotive Branche einer jährlichen Überprüfung durch eine unabhängige externe Institution unterzogen.

Basierend auf der Umwelt- und Energieaspektebewertung unserer Produktionsstandorte wurde eine Verbesserung des Abfallmanagements als relevante Maßnahme abgeleitet. Daher intensivieren wir unsere Verwirklichung der Abfallhierarchie laut Abfallrahmenrichtlinie: Reduce-Reuse-Recycle. Am Standort Wieselburg hat sich seit dem Jahr 2023 die getrennte Sammlung verschiedener Polymertypen in der Fertigung vollends etabliert, wodurch die Möglichkeiten für die Entsorgung und Aufbereitung dieser Wertstoffe ausgeschöpft werden. Weiters wurden zwei Mehrkammerballenpressen installiert um verschiedene Verpackungsmaterialien sortieren und für effiziente und nachhaltige Logistikprozesse zu Ballen pressen zu können.

Vor allem aufgrund der Ereignisse der letzten Jahre steht Energieeffizienz und der verantwortungsvolle Umgang mit fossilen Energiequellen im Fokus der Produktionsstandorte. Das ZKW-Werk in der Slowakei konnte die Implementierung der ISO 50001 und das erste Zertifizierungsaudit erfolgreich abschließen. An den anderen Standorten der ZKW wurden gemeinsam mit den beteiligten Abteilungen in der Produktion, dem Facility Management und dem Entwicklungsbereich Maßnahmenpläne erarbeitet, um Energie zu sparen, effizienter zu nutzen und die Nutzung von Erdgas zu vermeiden. Im Sinne der Energieautarkie und der sicheren Versorgung haben alle Standorte die Montage einer Photovoltaikanlage über Contractingpartner in Planung. Die erste Anlage wurde im Jahr 2023 in China installiert, 2025 folgt die Inbetriebnahme der Anlage in Mexiko. Im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes wurde das Energieaudit für die ZKW Lichtsysteme GmbH und die ZKW Group GmbH verfasst.

Produkte

Basierend auf den durchgeführten Okobilanzen einiger unserer Produkte, wurden relevante Stellhebel identifiziert, um unsere Produkte klimafreundlicher und ressourcenschonender gestalten zu können. Die wichtigsten Maßnahmen sind: der Einsatz nachhaltiger Materialien, aber aufgrund der Langlebigkeit unserer Produkte, auch die Effizienz im Betrieb. Auch die Verwertung der Produkte am Ende des Lebenszyklus spielt eine bedeutende Rolle und muss im Produktdesign und der Verwertungsstrategie berücksichtigt werden.

Bezogen auf die Verwendung nachhaltiger Materialien ist der Einsatz von Kunststoff Rezyklaten, biobasierten Kunststoffen oder Metalllegierungen mit hohem Anteil aus sekundären Quellen sinnvoll. Konkrete Maßnahmen für einzelne Produkte und Produktgruppen wurden in den internen Projekten „sustainable Headlamp“ und „sustmat4carlight“ entwickelt und anhand von Okobilanzen bzw. CO2- Fußabdruck-Berechnungen auf ihre Wirksamkeit evaluiert.

Die gesammelte Expertise wurde in unsere Technologiepräsentationen eingebunden und unseren interessierten Kunden im Rahmen von Tech Shows präsentiert. Gemeinsam mit den konkreten Kundenprojekten können dann maßgeschneiderte Maßnahmen basierend auf den einzelnen Produktsystemen entwickelt werden.

Nur so können wir die größte Herausforderung unsere Produkte, die Lieferkette und Nutzungsphase nachhaltig gestalten und damit die notwendige Verringerung unseres CO2-Fußabdrucks erwirken.

Der Produktionsstandort in Wiener Neustadt ist als Elektronik Experte beim Klimaschutz besonders gefordert. Die Product Carbon Footprint Berechnungen haben gezeigt, dass ein großer Teil der CO2 Emissionen mit der Produktion und Fertigung von Elektronikprodukten verbunden ist. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, erfolgte im Rahmen des Projekts „Sustainable Electronics“ eine intensive Analyse der produktbezogenen Umweltauswirkungen. Gemeinsam mit Experten aus der Ökobilanzierung und der Lieferkette wurde versucht, Lösungen zur Verringerung der CO2 Emissionen zu finden. Die Ergebnisse wurden auf internationalen Fachtagungen der Allgemeinheit präsentiert.

Für die Zukunft ist vor allem eine quantifizierte und gestaffelte Zielsetzung der Klimaschutzstrategie, verbunden mit konkreten Maßnahmen für die Produktion, die Produkte und die gesamte Lieferkette relevant. Klimaschutz ist nicht länger ein „nice to have“, sondern eine Anforderung der Gesellschaft und unserer Kunden.

People

Gemäß unseres Leitbildes BE BRIGHT – BE DYNAMIC – BE SUCCESSFUL sind die Mitarbeitenden die Basis unseres Erfolges. Ein modernes Arbeitsumfeld mit Entwicklungsperspektiven fördert helle Köpfe, Erfindergeist, Leidenschaft und Innovationskraft.

Dieses Mindset bildet feste Leitplanken für unser Handeln. Mit dem Code of Conduct haben wir unsere Grundsätze zu gesetzlichen Anforderungen und ethischen Fragen innerhalb der ZKW eindeutig festgelegt. Der Code of Conduct for Business Partner gilt für die gesamte Lieferkette der ZKW und garantiert die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Das ZKW Mindset, der Code of Conduct und der Code of Conduct for Business Partner bilden das Fundament für unser Handeln.

LIGHT & ELECTRONICS for automotive industry

Neben der Einhaltung der Regeln in unserem Verhaltenskodex setzt die ZKW die folgenden Eckpfeiler:

• Wir verpflichten uns zur gleichen und fairen Behandlung aller unserer Mitarbeiter • Wir dulden keine Kinderarbeit • Wir unterstützen eine nachhaltige Karriereplanung • Wir schulen Nachhaltigkeit • Wir halten uns über "New Work" auf dem Laufenden • Wir arbeiten intensiv an papierlosen Prozessen

Im Juni 2024 wurde die Diversity-Strategie veröffentlicht. Die ZKW versteht Diversität als treibende Kraft für Innovation und setzt daher Maßnahmen zur Förderung in den folgenden fünf Fokusthemen:

Bewusstsein für Vielfalt im Unternehmen stärken

• Förderung von Frauen in Führungspositionen • Inklusion von Menschen mit Behinderung • Interkulturelle Vielfalt fördern • Vereinbarkeit von Familie & Beruf

Die ZKW verpflichtet sich zur Bereitstellung von sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen sowie zur Prävention von arbeitsbedingten Verletzungen und Erkrankungen. An allen Scheinwerferproduktionsstandorten sowie am Standort in Wiener Neustadt konnte auch 2025 das Arbeitssicherheit und -gesundheit Management System Audit nach den Anforderungen der ISO 45001 erfolgreich durchgeführt werden. Die absolute Zahl der Arbeitsunfälle sank innerhalb der ZKW von 64 im Vorjahr auf 44 im Jahr 2025.

Als Global Player ist das Thema soziale Verantwortung – auch in der Lieferkette – ein Fokus für die ZKW. Dabei gelten vor allem die Achtung der Menschenrechte und der Umwelt als Kernthemen für verantwortungsbewusste Beschaffung. Es ist unser Ziel, dass Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (3TG), sowie Kobalt und weitere Risikorohstoffe, die in unseren Produkten enthalten sind, nicht aus Quellen stammen dürfen, die bewaffnete Gruppen in der DRC oder angrenzenden Ländern finanzieren oder begünstigen bzw. soziale Probleme und Kinderarbeit fördern.

Für uns ist es von grundlegender Bedeutung, dass alle Partner in ihrem Beschaffungsnetzwerk ihre soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern und der Gesellschaft wahrnehmen, so wie auch die ZKW. Daher erwartet die ZKW von ihren Lieferanten, dass sie über Richtlinien und Due-Diligence-Maßnahmen verfügen, um deren Beschaffung transparent und verantwortungsvoll durchzuführen. Der Code of Conduct for Business Partners bildet dafür die wesentliche Grundlage. Das Thema Nachhaltigkeit wird verstärkt im Lieferantenauswahlprozess integriert und Verbesserungen werden abgeleitet. Auftretende Risiken werden proaktiv über Partner an uns weitergeleitet und gemäß unserem Einflussbereich auf den Lieferanten behandelt.

3.2. Arbeitnehmer:innen

Im Geschäftsjahr 2025 waren in der ZKW Group GmbH rund 339 Mitarbeiter:innen (FTEs) beschäftigt. Dies entspricht einem Anstieg um rd. 27 Mitarbeiter:innen (FTEs).

Seit 2023 befindet sich die ZKW in einer zielgerichteten Restrukturierungsphase, die bewusst als Chance zur Erneuerung und strategischen Weiterentwicklung genutzt wird. In diesem Transformationsprozess wird die Globalisierung des Geschäfts im Rahmen des Operations Models 2.0 gezielt vorangetrieben, um neue Märkte zu erschließen, internationale Synergien zu nutzen und die globale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Trotz der strukturellen Veränderungen setzt die ZKW ein deutliches Zeichen: Die Entwicklung und Qualifizierung von Key Playern bleibt ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategie. Talente sollen gefördert, Zukunftskompetenzen ausgebaut und Führungskräfte bestmöglich für kommende Herausforderungen vorbereitet werden.

Parallel dazu wird die internationale Zusammenarbeit intensiviert. Teams über Landesgrenzen hinweg rücken enger zusammen, um voneinander zu lernen, gemeinsam Innovationen voranzutreiben und ein modernes, global vernetztes Arbeitsumfeld zu gestalten.

Insgesamt befindet sich das Unternehmen auf einem klaren Weg: gestärkt aus der Restrukturierung hervorgehen, global wachsen und die Menschen im Unternehmen als wichtigste Ressource aktiv in die Zukunftsgestaltung einbeziehen.

Die ZKW Group GmbH hat im abgelaufenen Geschäftsjahr rd. EUR 0,5 Mio. (Vorjahr: rd. EUR 0,6 Mio.) in die Mitarbeiter:innenaus- und -weiterbildung investiert.

3.3.

Qualität

Die ZKW ist in einer wettbewerbsreichen und hochtechnischen Branche tätig. In diesem Bewusstsein ist es unsere Verpflichtung, mit höchsten Qualitätsstandards aufzuwarten.

Qualität drückt sich in der ZKW auf zwei Ebenen aus: Produktqualität und Prozessqualität. Unsere nach der IATF 16949 und der ISO 9001 zertifizierten Geschäftsprozesse verbinden moderne Methoden mit dem Know-how unserer Mitarbeiter:innen. Ein spezifisches Qualitätssicherungskonzept garantiert zuverlässige Produkte und deren prozesssichere industrielle Fertigung.

Darüber hinaus setzt die ZKW auf ihren kontinuierlichen Verbesserungsprozess, welcher auf Prozessebene für angemessene, optimierte Abläufe sorgt und auf Produktebene den Einsatz reifer, robuster Technologien sicherstellt.

3.4. Produktion

In der Produktion verarbeitet die ZKW auf einer Vielzahl modernster Spritzgießmaschinen, zum Großteil in vollautomatischer Fertigung, alle technischen Thermoplaste für ZKW-Produkte.

Es muss sichergestellt werden, dass ein Beschichten ohne Probleme möglich ist. Dies setzt neben einer perfekten Oberflächenbehandlung auch eine Antistatikbehandlung voraus. Die Produktion findet deshalb auch in Sauberräumen statt, damit eine Kontaminierung mit Schmutzpartikeln vermieden wird. Ebenso sind die Montagekonzepte und Assemblierungsanlagen auf die höchsten Ansprüche der Premium-OEMs ausgerichtet und weitestgehend standardisiert.

4. Forschung und Entwicklung

4.1. Trendanalyse und Ableitung der Handlungsfelder

Regelmäßig durchgeführte Trendanalysen dienen als Grundlage und die daraus erkannten Trends wurden mit weiteren Schwerpunkten ergänzt.

• Robotik:

Robotik erlebt im Automobilsektor gerade einen massiven Technologiesprung: KI-gestützte, flexible und kollaborative Roboter prägen die Produktion. Besonders stark wächst der Einsatz von KI-Robotern, die komplexere Aufgaben übernehmen und eng mit Menschen zusammenarbeiten.

Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel – Elektrifizierung, softwaredefinierte Fahrzeuge und Kostendruck treiben Automobilhersteller dazu, stärker zu automatisieren. Robotik ist dabei einer der zentralen Hebel.

• Artificial Intelligence (AI)

Künstliche Intelligenz (KI) ist heute einer der stärksten Innovationsmotoren der Automobilindustrie – von autonomem Fahren über Produktion bis hin zu neuen Geschäftsmodellen. Die Branche investiert massiv, weil KI Effizienz, Sicherheit und Entwicklungsgeschwindigkeit deutlich steigert. Laut aktuellen Analysen wächst der KI-Automobilmarkt bis 2035 auf über 74,5 Mrd. USD, und Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW, Toyota oder Tesla setzen Generative KI bereits breit ein.

KI spielt in der modernen Fahrzeugbeleuchtung eine immer größere Rolle – von energieeffizienten, adaptiven Scheinwerfern bis hin zu Lichtkommunikation für autonome Fahrzeuge. Einige Hersteller zeigen bereits KI-gesteuerte Systeme, die Energie sparen, Sicherheit erhöhen und neue Designmöglichkeiten schaffen. Licht wird zunehmend mit der Fahrzeug-Sensorik verknüpft. Adaptive Lichtsteuerungen erfordern fortgeschrittene KI-Algorithmen.

• Software Defined Vehicle (SDV)

Die Elektronikplattformen in der Automobilindustrie stehen vor großen Veränderungen, oder arbeiten bereits daran. Generell geht der Weg zu mehr und mehr softwarebasierten Lösungen – eine einheitliche Richtung der OEMs ist aber nicht erkennbar. Jeder versucht derzeit seinen Weg zu finden.

Zukünftigen Fahrzeugarchitekturen wechseln von domänenbasierten zu zentralen Elektronikstrukturen. Die Auswirkungen auf die bisherigen Geschäftsmodelle der Tier-1 Lieferanten im Lichtbereich sind bereits spürbar, aber eine klare Richtung lässt sich noch nicht identifizieren. Von der klassischen Hardware-Entwicklung kommend, gewinnt Software und die damit verbundenen digitalen Geschäftsmodelle mehr an Bedeutung.

Fahrzeughersteller verkaufen zunehmend Features als Abonnement oder Einmal-Kauf. Die zukünftigen Lichtfunktionen können damit individuell und bedarfsgerecht durch den Endkunden ausgewählt werden. Neue Funktionen werden durch OTA- Updates über Apps zur Verfügung gestellt.

Neben diesen neuen Trendfeldern bleiben bisherige Schwerpunkte nach wie vor im Fokus: Kostenreduktion an erster Stelle, dicht gefolgt von Bauraumreduktion.

Etwas ins Hintertreffen ist das Thema Nachhaltigkeit getreten. An erster Stelle stehen auch hier die Kosten. Kostenneutrale oder -reduzierende Themen werden umgesetzt/gefordert. Mehrkosten werden in der augenblicklichen Marktsituation nicht akzeptiert. Speziell die chinesischen OEMs haben Nachhaltigkeit nicht auf der Agenda.

Für die ZKW bieten sich mit den neuen Trends neue Herausforderungen, aber auch Chancen in der Transformation für neue Geschäftsmodelle.

4.2.

Marktumfeld

Der automobile Lichtmarkt ist ständig im Wandel. Innovative Systemlösungen – smarte Lösungen – sind mehr und mehr angefragt. Galt es bisher die Funktionalität zu steigern, sind es heute mehr übergreifende Lösungen, die erwartet werden. Funktionalität ist nach wie vor wichtig, aber nicht um jeden Preis. Eine kosteneffiziente und energieeffiziente Lösung wird gefordert. Viele Innovationen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, gewinnen zunehmend an Bedeutung – so genannte Hidden Innovations. Das sind zum Beispiel neue Verbindungslösungen – wie hoch präzises Kleben, elektromechanische Scheinwerfereinstellsysteme bis hin zu vollautomatischen Einstellungen, Mikrooptiklösungen für Lichtmodule, usw.

Chance aber auch gleichzeitig Herausforderung ist die so genannte „Demokratisierung des Lichtes“. Das bedeutet, dass „gutes Licht“ mit hoher Funktionalität nicht nur Premiumfahrzeugen vorbehalten bleiben soll. Höher funktionale Scheinwerferlösungen in untere Klassen zu verbauen, erhöht die Menge der funktionelleren Scheinwerfer, setzt dies aber gleichzeitig einem höheren Kostendruck für die unteren Baureihen aus. High-End Module müssen also so konzipiert werden, dass sie bereits in der ersten Generation, aber spätesten in der zweiten, ein Kostenoptimum darstellen. Um dies zu erreichen, ist ein gutes vorhersehbares Stückzahlszenario notwendig. Dies wird in regelmäßigen Meetings mit dem Vertrieb abgestimmt. Die Lichtmodulstrategie ist damit eine weitere Inputvariable für die Sales-Planung.

Aktuell starke Veränderungen im Automobilen-Licht-Markt resultieren in großen Herausforderungen für ZKW. Neue Wettbewerber – meist aus China – drängen in den Markt. Durch die geringe Auslastung der Tier-1 ist der Kampf um Aufträge immer aggressiver geworden – damit sind die Produktpreise auf einem absoluten Minimum gelandet. Zusätzlich führen geopolitische Spannungen zu einer Regionalisierung der Produktion und verstärktem Fokus auf lokale Lieferketten.

Speziell im Elektronikbereich durch den Trend SDV (Software Defined Vehicle) verändern sich technologische Inhalte, und Innovationen verschieben sich von Hardware- auf Softwareentwicklungen. OEMs forcieren Insourcing-Strategien im Bereich der Softwareentwicklung, wodurch klassische Tier-1 Lieferanten neue Geschäftsmodelle entwickeln müssen.

Elektronikkonzerne drängen verstärkt in den Automotive Markt (Apple, Google, NVIDIA, Qualcomm) und konkurrieren mit traditionellen Lichtherstellern in der Wertschöpfungskette.

In China zeichnet sich ein deutlich stärkerer Trend zu innovativen Lichtfunktionen ab. Besonders Boden- und Wandprojektionen („Cinema im Auto“) sowie Displays am Fahrzeug gewinnen rasant an Bedeutung. Offen bleibt jedoch die Frage, ob es sich um eine nachhaltige Entwicklung oder lediglich um einen kurzfristigen Hype handelt. In Europa und den USA ist das Interesse an diesen Anwendungen derzeit deutlich geringer ausgeprägt. Selbst OEMs aus diesen Regionen haben bislang keine klar erkennbare Strategie für diese Lichtfunktionen definiert.

Nachhaltigkeit hat ein breites Spektrum an neuen Möglichkeiten eröffnet. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage sind OEMs oder Tier-1 kaum bereit, eigenständig in nachhaltige Technologien weiter zu investieren, wenn dies mit finanziellen Nachteilen verbunden ist. Solange keine verbindlichen Vorgaben von Gesetzgebern existieren, bleibt die Umsetzung ungewiss. Derzeit werden mögliche Szenarien abgestimmt, um nachhaltige Lösungen wirtschaftlich sinnvoll zu etablieren.

Als genereller Trend im Hintergrund besteht das Interesse an digitalen Lichtfunktionen mit KI-Integration – unter dem Schlagwort der “Szenenbasierten Beleuchtung” – das Licht wird an jede Fahrsituation (Szene im Blickfeld) optimal angepasst - insbesondere zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, Individualisierung, Steigerung des Fahrkomforts und schlussendlich auch Energieeinsparung. Dabei setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass nicht „mehr Licht“ die beste Lösung ist, sondern eine intelligente, gezielte Lichtsteuerung.

4.3. Technologie Strategie

In den vergangenen 15 bis 20 Jahren hat das Frontbeleuchtungssegment in der Automobilindustrie eine außergewöhnlich dynamische Entwicklung durchlaufen. Getrieben von technologischen Durchbrüchen, wachsender Designfreiheit und steigenden Anforderungen entwickelte sich die Frontbeleuchtung von einer rein funktionalen Komponente zu einem hochintegrierten, differenzierenden System. Nach dieser Phase rasanter Innovationen lässt sich heute jedoch eine deutliche Konsolidierung des Marktes beobachten.

LEDs ermöglichten völlig neue Designkonzepte und adaptive Lichtfunktionen, welche maßgeblich zur Markenidentität der Hersteller beitragen. Mit der Einführung von Matrix-LED- und später hochauflösenden Micro-LED-Systemen erreichte die Funktionalität ein bislang unerreichtes Niveau. Die aktuell verfügbaren Micro-LED-Lösungen bieten eine Auflösung und Performance, die viele der ursprünglich visionären Use Cases abdecken. Parallel dazu verändern sich die Rahmenbedingungen auf OEM-Seite. Steigender Kostendruck, Investitionen in Elektrifizierung, Software und automatisiertes Fahren sowie geopolitische Unsicherheiten führen zu einer klaren Priorisierung von Kosteneffizienz und Plattformstrategien, insbesondere im Volumen- und oberen Mittelklassesegment. Frontbeleuchtung wird zunehmend als Modul betrachtet, das in der Grundstruktur standardisiert und über mehrere Baureihen hinweg einsetzbar sein muss. Die Differenzierung über maximale technische Komplexität tritt zugunsten von „good enough“-Lösungen mit optimiertem Kosten-Nutzen- Verhältnis in den Hintergrund.

Dies spiegelt sich auch in der Technologiestrategie der ZKW wider. Gezielte Variantenreduktion zielt darauf ab, funktional ähnliche Ausprägungen zu konsolidieren und aufwändige Sonderlösungen zu vermeiden. Standardisierung bildet das Fundament für effiziente und robuste Frontbeleuchtungssysteme. Durch die Definition einheitlicher Schnittstellen, Hauptlicht- und Signallichtmodule, elektrischer Anschlüsse und Softwarearchitekturen können Entwicklungsprozesse effizienter umgesetzt und wiederverwendbare Lösungen geschaffen werden.

Zusätzliches Potential bieten „styling-getriebene“ Hauptlichtlösungen, weil sie über die reine Funktion hinaus die Markenidentität stärken, neue Kundenerlebnisse schaffen und gleichzeitig modernste Technologie nutzen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Balance zwischen Design-Innovation, Kosteneffizienz und funktionaler Sicherheit sowie regulatorischer Compliance.

Trotz dieser Konsolidierung bestehen weiterhin relevante Potenziale und bieten verschiedene Entwicklungsschwerpunkte für die ZKW:

• Funktionale Abblendlicht- und Fernlichtmodule werden weiterhin mit Abstand den höchsten Marktanteil haben und sind die Basis für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Der Fokus liegt auf Kosteneffizienz und Performance. Eine Minimierung der Modulvarianten und Komponentenstandardisierung sind Schlüsselfaktoren. • Styling-getriebene Hauptlichtlösungen aus kompakten (bis zu 9mm) und homogen leuchtenden Konturen • Micro-LED-Technologie als Weltmodul (idente Hardware für alle Märkte weltweit) in verschiedenen Auflösungsklassen (4000 bis 100.000 individuell ansteuerbare Pixel) • Bodenprojektion • Funktionale Signalprojektion im Fahrbetrieb zur Verbesserung der Sichtbarkeit für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer (Blinker- oder Rückfahr-Bodenprojektion) • Beleuchtung des Einstiegsbereichs, um das Einsteigen bei Dunkelheit zu erleichtern (z. B. Welcome Light) in verschiedenen Komplexitätslevel (statisch bis voll dynamisch) • Elektronik & Software für SDV Bordnetz-Architektur Übergang von domänengesteuerten zu zonalen und HPC-Computing-Plattformen mit softwarebasierten Funktionen und OTA- Zugriff. • Styling Individualisierung/Differenzierung OEMs nutzen charakteristische Tagfahrlichter, Rücklichter oder Begrüßungsanimationen, um Fahrzeuge unverwechselbar zu machen. Durchgehende Leuchtbänder oder markante LED-Elemente betonen das Markenimage und differenzieren Modelle. Premium OEMs konzentrieren sich auf das Benutzererlebnis mit personalisierter Funktionsauswahl – Lichtfunktionen und Signaturen „on demand“ – Updates und Upgrade OTA • Nachhaltigkeit Einsatz von biobasierten oder recycelten Kunststoffen für Gehäuse, Linsen und Trägerstrukturen. Modulares Design ermöglicht einfacheren Austausch einzelner Komponenten statt kompletter Baugruppen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Frontbeleuchtungssegment den Übergang von einer innovationsgetriebenen Wachstumsphase in eine Phase der Reife und Konsolidierung vollzogen hat. Die Zukunft liegt weniger in immer höherer Auflösung, sondern in kosteneffizienten, intelligent integrierten und softwaregetriebenen Lichtsystemen, die den OEM-Anforderungen nach Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit und Markenprofil gerecht werden. Regelmäßige Diskussionen mit den unterschiedlichen Kunden und die Teilnahme an Events und spezifischen Veranstaltungen (ISAL, DVN, etc.) sind ein wichtiges Werkzeug für die laufende Re-evaluierung der ZKW Technologiestrategie.

4.4. Forschungsprojekte & Forschungspartner

Im Geschäftsjahr 2025 beteiligte sich die ZKW an mehreren national geförderten Forschungsprojekten mit Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industriepartnern. Ziel dieser Projekte ist der gezielte Aufbau von Technologien, Methoden und Know-how für zukünftige Lichtsysteme sowie deren Überführung in die Vorentwicklung.

Das im September 2025 abgeschlossene Projekt SusMat4Carlight (FFG Produktion der Zukunft), geleitet von ZKW Lichtsysteme GmbH, wurde gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben, Joanneum Research und dem Polymer Competence Center Leoben (PCCL) durchgeführt. Im Projekt wurden mehrere nachhaltige Material- und Prozesskonzepte für Fahrzeugscheinwerfer entwickelt und bewertet, darunter PCR-/PIR-basierte Polyolefine, Co-Injektionslösungen sowie funktionale Dünnfilm-Beschichtungen. Die Ergebnisse bilden die technologische Basis für das nachhaltige Scheinwerferdesign der nächsten Generation; gleichzeitig wurde weiterer Forschungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Materialqualität recycelter Kunststoffe, identifiziert.

Im laufenden Projekt Repairtecture (FFG COMET Modul, 2024–2027), geleitet vom PCCL, arbeitet ZKW mit neun akademischen und neun industriellen Partnern an reparierbaren Polymerprodukten für Scheinwerfer. Der Fokus liegt auf gezielt lösbaren Klebeverbindungen zwischen Gehäuse und Abdeckscheibe. Der Ansatz basiert auf funktionalen Additiven im Klebstoff, die bei definierten Triggern (z. B. Temperatur) ihre Haftung gezielt verlieren. Dadurch wird ein zerstörungsfreier Scheibentausch ermöglicht, der sowohl die Nachhaltigkeit erhöht als auch Reparaturkosten senkt.

Im Bereich digitaler Technologien und intelligenter Systeme beteiligt sich die ZKW am Forschungsprojekt Roadguard, koordiniert von der Virtual Vehicle GmbH, gemeinsam mit den Industriepartnern emotion3D, leiwand AI und motobit. ZKW bringt dabei seine Expertise in der Umfeldszenenanalyse sowie in lichtbasierten Warn- und Kommunikationsfunktionen ein. Die Kooperation stärkt insbesondere die Schnittstelle zwischen Sensorik, Datenverarbeitung und Lichtsystemen.

Zur Weiterentwicklung simulationsbasierter Methoden ist ZKW Partner im COMET-K2-Projekt LCM KKOpt im Forschungszentrum Symbiotic Mechatronics, koordiniert durch das Linz Center of Mechatronics in Zusammenarbeit mit der Johannes Kepler Universität Linz. Der Fokus liegt auf der experimentellen und numerischen Untersuchung thermischer Fragestellungen in automobilen Lichtsystemen. Die Ergebnisse unterstützen ZKW bei der methodischen Absicherung und Optimierung zukünftiger Produktkonzepte.

Darüber hinaus startete im Oktober 2025 das Projekt SustainLightTech (FFG EUREKA Lightweighting), geleitet von der Technischen Universität Wien, mit weiteren europäischen Industriepartnern. Ziel ist die Erforschung innovativer Leichtbau- und additiver Fertigungstechnologien zur Steigerung von Nachhaltigkeit und Fertigungseffizienz.

Insgesamt unterstreichen die Forschungsprojekte und das breit aufgestellte Partnernetzwerk der ZKW im Jahr 2025 die strategische Bedeutung externer Kooperationen für den Aufbau von Zukunftskompetenzen, den Technologietransfer sowie die nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Für Forschung und Entwicklung sind bei der ZKW Group GmbH im Geschäftsjahr rd. EUR 41,0 Mio. (Vorjahr: rd. EUR 36,5 Mio.) angefallen. Im Geschäftsjahr 2025 waren 68 (FTEs) (Vorjahr: 70 FTEs) Mitarbeiter:innen im Bereich Technology/Forschung und Entwicklung beschäftigt.

5. Risikoberichterstattung

Als wesentlicher Stabilitäts- und Erfolgsfaktor für die ZKW ist ein konzernweites Chancen- und Risikomanagement (ERM – Enterprise Risk Management) zur langfristigen Sicherung des Unternehmensbestandes etabliert.

Um als Unternehmen erfolgreich zu sein ist es notwendig, nicht nur Chancen wahrzunehmen, sondern auch Risiken bewusst einzugehen. Die frühzeitige Erkennung von Risiken versetzt ZKW in die Lage, diese angemessen zu bewerten und durch Maßnahmen so zu steuern, dass nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermieden oder zumindest auf ein Minimum begrenzt werden. Die Optimierung der Gesamtrisikoposition der ZKW ist die Hauptzielsetzung des konzernweiten Chancen- und Risikomanagements.

Zentraler Bestandteil des Chancen- und Risikomanagements ist ein Berichtssystem, mit dem unternehmensspezifische Chancen und Risiken laufend analysiert werden und deren voraussichtliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens bestimmt wird. Damit verbunden ist eine regelmäßige Berichterstattung an die Geschäftsführung, um dieser ein Gesamtbild der aktuellen Chancen- und Risikolage zu geben.

Unterstützt wird das unternehmensweite Chancen- und Risikomanagement durch diverse interne Kontrollsysteme. Auf den Rechnungslegungsprozess bezogen, bestehen Vorgaben von Richtlinien für bestimmte Maßnahmen, welche neben den allgemeinen Grundsätzen des Vier-Augen-Prinzips und der Funktionstrennung gelten. So sind die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsansätze in einem Konzernhandbuch festgehalten, das laufend aktualisiert wird und zwingend von den lokalen Einheiten umzusetzen ist. Des Weiteren ist im Group Controlling ein standardisiertes monatliches Berichtssystem aufgesetzt, um der Geschäftsführung einen zeitnahen Überblick über die Entwicklung des Konzerns aber auch der einzelnen Standorte zu geben.

5.1. Kurzfristig wirksame Chancen und Risiken

Marktentwicklung (Mengenrisiko)

Das Absatzportfolio der ZKW konzentriert sich derzeit noch stark auf Kunden in Mittel- und Nordeuropa. Negative konjunkturelle Effekte oder Absatzentwicklungen der Modellreihen in diesen Märkten können daher die langfristigen Ertragschancen der ZKW beeinträchtigen. Wesentliche Absicherungsmaßnahmen wurden diesbezüglich mit der Erschließung der automobilen Wachstumsmärkte des asiatischen und NAFTA-Raums getroffen. Der Produktionsstandort der ZKW Lighting Systems (Dalian) Co., Ltd. in Dalian (China) zielt dabei auf den asiatischen Markt, der Produktionsstandort in Silao (Mexiko) sowie der Standort in den USA auf den NAFTA-Markt.

Die größtenteils konjunkturbedingten anhaltenden Schwierigkeiten in den globalen Absatzmärkten wurden durch das volatile Umfeld (Ukraine-Konflikt, Nahost-Konflikt, Rezession, etc.) weiter verstärkt. Damit verbunden sind verringerte Abnahmemengen durch die Kunden. Im Hinblick auf ein Mengenrisiko kristallisieren sich aber insbesondere zwei Aspekte immer stärker heraus: Einerseits liegen ausgewählte Produkte signifikant unter den beauftragten Volumina, da sich die zugehörigen Fahrzeuge am Markt schlecht verkaufen – andererseits führen aber auch SOP Verschiebungen seitens des OEM’s immer häufiger zu kurzfristigen Mengenreduktionen.

Mögliche Bedrohungen durch neu eingeführte oder verschärfte Import- und Zollbedingungen, insbesondere durch die Unsicherheiten seit dem Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten, für die ZKW, können noch nicht verlässlich eingeschätzt werden. Deswegen stehen diesbezügliche Entwicklungen unter permanenter und sehr genauer Beobachtung.

Auf der Produktportfolioseite sollen marktnahe Innovationen im Bereich spezieller Lichtsysteme mit high-end Funktionsumfängen für fortgesetztes Wachstum des Konzerns sorgen. Mit einem Chancen- und Risikomanagement auf individueller Kundenbasis wird zudem zeitnah auf Veränderungen reagiert.

Seit der Übernahme des Bereichs der Rückleuchten von LG im Jahr 2019 bildet die ZKW das Kompetenzzentrum für Licht innerhalb der LG Gruppe. Daher wurde auch 2019 die ZKW Lighting Systems Korea Co., Ltd in Incheon als Entwicklungsbüro gegründet. Seitdem werden auch Kundenanfragen im Entwicklungsbereich von diesem Standort betreut und ebenso Kundenprojekte an anderen Standorten unterstützt. Im Zuge der Erweiterung des Entwicklungsnetzwerkes wurde Anfang 2021 in Tschechien das Entwicklungsbüro ZKW Automotive Engineering CZ, s.r.o. gegründet.

Kundenstruktur

Mit Fokus auf Premiumprodukte werden im PKW-Bereich zahlreiche internationale Automobilhersteller beliefert. Des Weiteren bildet die Ausrüstung von LKW-Herstellern eine zusätzliche Säule des Absatzvolumens. Die Zufriedenheit der bestehenden Kunden steht im Mittelpunkt des Handelns. Eine gute und intensive Kundenbeziehung wird gemeinsam mit einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur als Voraussetzung für den weiteren Geschäftserfolg betrachtet – muss aber aufgrund der Rahmenbedingungen immer im Kontext mit der Thematik Customer Compensation (Claim der erhöhten Material-, Energie- und Inflationskosten) und Special Claims bezüglich Projektverschiebungen, Mindermengen etc. betrachtet werden.

LIGHT & ELECTRONICS for automotive industry

Forschungs- und Entwicklungsrisiken

Die ZKW steht im Wettbewerb mit Unternehmen, die zum Teil größer sind und möglicherweise über höhere finanzielle Ressourcen verfügen. Durch eine engere und intensivere Zusammenarbeit mit den Entwicklungsbereichen des Shareholders LG wird auch im Jahr 2026 versucht, entsprechende Ressourcen zielgerichtet in die konsequente Weiterentwicklung der patentierten Lichtmodule, sowie in die Weiterentwicklung der LED /Laser-/Matrix-Technologie, einfließen zu lassen. Zudem werden auch strategische Uberlegungen hinsichtlich Kosteneffizienz und Marktnähe eine wesentliche Rolle spielen, um sich mit an den Bedürfnissen des Kunden orientierten Innovationen erfolgreich gegenüber Mitbewerbern behaupten zu können.

Aufgrund der zunehmenden Eigentumsschutzverletzungen von ZKW-Patentrechten und Gebrauchsmustern weltweit werden mögliche Risiken daraus von einem Expertenteam laufend beobachtet, kontinuierlich überwacht und zentral gelenkt, um etwaige Risiken daraus zu minimieren.

Beschaffungsrisiko

Im Bereich des Einkaufs wurde in den letzten Jahren sukzessive am Aufbau eines systematischen Beschaffungsrisikomanagements gearbeitet. Für alle wesentlichen Einkaufsgebiete wurden Einkaufsstrategien erarbeitet, welche Risikopotenziale und dazu gehörende Maßnahmen zur Gegensteuerung beinhalten. Darüber hinaus wurden Werkzeuge und Risikokennzahlen geschaffen, welche die jeweils aktuelle Risikosituation transparent darstellen und, im Falle des Eintritts eines Risikos, frühzeitiges Handeln unterstützen.

Die wichtigsten Bereiche im „direkten” Beschaffungsportfolio sind Elektronikbedarfe, Kunststoffgranulate und -teile, elektromechanische Komponenten sowie Spritzgusswerkzeuge. Für jeden Bereich wurden umfangreiche Beschaffungsmarktforschungen angestellt und der Aufbau von Alternativlieferanten vorangetrieben. Darüber hinaus wird die Versorgungssicherheit über langjährige back-to-back Lieferverträge bestmöglich abgesichert.

Das potenzielle Lieferantenausfallrisiko wird mittels Monitorings der Risikokennzahlen und regelmäßiger Lieferantengespräche proaktiv überwacht, um - soweit notwendig - frühzeitige Maßnahmen zur Gegensteuerung einzuleiten.

Das Jahr 2025 war beschaffungsseitig – wie auch die Vorjahre – von teilweise großen Preissteigerungen bei unseren Lieferanten bzw. bei einzelnen Komponenten (z.B.: Polymere, Halbleiter) und Rohstoffen (z.B.: Kupfer, Aluminium) geprägt. Dieser Entwicklung wird vor allem durch regelmäßige Abstimmungen mit den Lieferanten, als auch durch forcierte Preisverhandlungen sowie gezielte Supplier-Rotation Rechnung getragen. Die entsprechenden Preisentwicklungen und die daraus abgeleiteten Auswirkungen auf die Folgejahre sind entsprechend in der Planung 2026 sowie in der Mittelfristplanung berücksichtigt.

Personal- und Fluktuationsrisiko

Vor allem in Kombination mit den initiierten Restrukturierungsprogrammen gewinnt der Faktor „Qualifizierte Arbeitskräfte“ im Unternehmen zu halten in allen Standorten der ZKW stark an Bedeutung. Dem Risiko der Abwanderung von Fach- und Führungskräften wirkt ZKW mit einem motivierenden Arbeitsumfeld, abgestimmten Sozialleistungen und einem vielfältigen und fachspezifischen Aus- und Weiterbildungsprogramm entgegen.

Gemäß unserem Slogan „Bright Minds – Bright Lights” sieht die ZKW ihre Mitarbeiter:innen als wesentlichen Erfolgsfaktor. Was die Köpfe unserer Mitarbeiter:innen heute bewegt, bewegt morgen die Industrie. Unsere strategisch ausgerichtete und ganzheitlich angelegte Personalentwicklung eröffnet allen Mitarbeitern attraktive lokale und internationale Weiterbildungs- und Entwicklungschancen. Dabei spielt unser Karriere-Architekturmodell eine große Rolle, in dem sich unsere Mitarbeiter:innen je nach vorhandenen Kompetenzen in den Streams „Leadership“, „Professional Career“ oder „Project Management Career“ entwickeln können. Trotz der aktuellen Gegebenheiten sind wir zuversichtlich das Risiko der Abwanderung von Schlüsselkräften entgegenwirken.

Steuerrisiko

Die Produktionsstätten sind in den jeweiligen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen sowohl Ertragssteuern als auch andere Abgaben abführen. Anderungen in der Steuergesetzgebung bzw. unterschiedliche Auslegungen der jeweils geltenden Bestimmungen können möglicherweise nachträgliche Steuerbelastungen auslösen.

Prozessrisiko (Manufacturing Excellence)

Die im Zuge des finanziellen Turnarounds definierten Maßnahmen zum Kostenmanagement (siehe auch Kapitel 7 „Voraussichtliche Entwicklung des Konzerns“) zielen unter anderen darauf ab, vorhandene Produktionsabläufe zu optimieren und zu standardisieren. Vor allem in den Phasen des Produkt-Ramp-Up’s soll dadurch die Performance bestimmter Werke deutlich erhöht werden und damit die Outputeffizienz und Qualität verbessert sowie Ausschuss- und Frachtkosten maßgeblich reduziert werden.

Aufgrund teilweise auch arbeitsmarktsituativer und kultureller Gegebenheiten besteht das Risiko, dass die im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen angestrebten Kostenziele - trotz initiativen wie der Einsatz von Task-Teams, etc. - nicht gehalten werden bzw. sich verzögern könnten.

Informationssicherheit

In Zusammenhang mit Risiken aus der Informationssicherheit sind vor allem mögliche Schwachstellen in den eingesetzten Softwareprodukten u.a. aufgrund fehlender System- und Anwendungsverantwortung, Ausführung von Schadcode (insbesondere Ransomware-Angriffe), die Sicherheits-Awareness im Bereich Social Engineering (Phishing- E-Mails, „CEO Fraud“) und fehlende Personalressourcen nennenswert.

Eine Risikominimierung wird durch ein etabliertes Informationssicherheitsmanagementsystem auf Basis normierter Informationssicherheitsstandards (TISAX) und gesetzter technischer und organisatorischer Maßnahmen erreicht; u.a. durch flächendeckende Security-Awareness-Schulungen bei Mitarbeitern, Aktualisierung der eingesetzten Softwareprodukte, regelmäßige Datensicherungen, technische Audits, strikte Handhabung von Zutritts-, Zugangs- und Zugriffsberechtigungen und -kontrollen, Angriffserkennung (8x5).

Verbleibende Risiken (z.B. der Kategorien kritisch, hoch), welche unter anderem aufgrund von nicht bereitgestellter/vorhandener Ressourcen bestehen und nicht weiter oder zu einem späteren Zeitpunkt minimiert werden können, werden in einem Risk Management Committee dem Management-Board der jeweiligen ZKW Gesellschaft vorgelegt.

Klimawandel

In der Wirtschaft und auch bei der ZKW wächst das Bewusstsein für die Notwendigkeit, klimabezogene Risiken in die Risikomanagementprozesse zu integrieren. Deshalb werden diese Themenbereiche bereits seit einigen Jahren über ein internes Risk Assessment abgefragt, welcher Teil des CDP (Carbon Disclosure Project) Fragebogens ist. Das Ergebnis daraus ist ein externer Riskscore, auf Basis dessen bei der ZKW gegebenenfalls Maßnahmen abgeleitet werden.

Das Management dieser klimabezogenen Chancen und Risiken wird über einen Sub-Prozess des Risikomanagements („Unternehmerische Nachhaltigkeitsrisiken identifizieren und bewerten”) abgebildet, welcher alle Nachhaltigkeitsaspekte beinhaltet.

5.2. Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit ist die ZKW Finanzrisiken ausgesetzt. Die Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken werden zentral durch das Group Treasury analysiert und durch geeignete Gegenmaßnahmen bei Bedarf minimiert

Liquiditätsrisiken

Aufgrund der Zugehörigkeit zum LG Konzern verfügt die ZKW– neben dem Finanzmarkt – auch über einen weiteren Zugang zu liquiden Mitteln. Der Liquiditätsbedarf des Konzerns wird durch ein breites Bankenportfolio bzw. Inhouse Cash Pooling Lösungen innerhalb der LG Gruppe abgesichert. Neben den zu leistenden planmäßigen Tilgungen konnten zusätzliche Kreditlinien in signifikantem Umfang erneuert und eingerichtet werden. Grundsätzlich verfolgt die ZKW einen zentralen Ansatz in der Konzernfinanzierung. Punktuell kommen aus Risikostreuungsaspekten, insbesondere zur Reduktion der Länderrisiken, auch dezentrale Kreditfinanzierungen auf Ebene der Werke in Betracht. Es wird auch zukünftig wichtig sein, bestehende Finanzierungen und Kreditlinien bei Auslaufen entsprechend zu verlängern. Auch das Jahr 2025 war wieder durch vielschichtige Herausforderungen geprägt: Wenngleich sich das Zinsniveau im Vergleich zum Vorjahr wieder etwas nach unten bewegt hat, liegen aufgrund des aktuell hohen Fremdfinanzierungsvolumens allerdings entsprechend hohe Zins- und Finanzierungskosten vor. Das Zinsänderungsrisiko wird weiterhin beobachtet und risikoreduzierende Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Shareholder in Erwägung gezogen.

Risiko aus Forderungen und Verbindlichkeiten

Ausfallrisiken für Bankguthaben mindert die ZKW, indem die Mittel nur bei Banken bester Bonität veranlagt werden bzw. der Zahlungsverkehr nur über solche Banken abgewickelt wird.

Seitens der Kunden wird ein bedingt kalkulierbares Ausfallrisiko verzeichnet. Die Bonität der Hauptkunden hat sich, teilweise, aufgrund der Marktlage leicht verschlechtert, ist jedoch nach wie vor als hoch einzustufen. Ausweitungen der Geschäftsbeziehungen im asiatischen und NAFTA Raum erhöhen nicht unmittelbar das Ausfallrisiko, da die ZKW hierbei wiederum mehrheitlich mit den Bestandskunden zusammenarbeitet. Neukunden im asiatischen Raum weisen jedoch in der Regel eine leicht schlechtere, aber dennoch solide Bonität auf. Forderungsausfälle sind bis dato kaum bzw. nur in geringem Umfang eingetreten. Als risikoreduzierendes Instrument ist, neben dem Factoring von Kundenforderungen, das regelmäßige Monitoring seitens Sales und Treasury zu nennen, welches zur frühzeitigen Erkennung von möglichen Risiken beiträgt sowie in der weiteren Folge eine Ableitung von entsprechenden Maßnahmen ermöglicht.

Zinsänderungsrisiken

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zu überwiegenden Teilen variabel und zu einem geringeren Teil fix verzinst, wodurch sich bei aktuell fallenden Leitzinsen niedrigere Zinssalden ergeben. Von marktgerechten, gleichbleibenden Zinsaufschlägen – insbesondere unter Berücksichtigung des LG Ratings – ist auch für das Jahr 2026 auszugehen.

Wechselkursrisiken

Wechselkursrisiken bestehen durch die Währungen USD, CNY, MXN, CZK, KRW sowie PLN. Neben einem Natural Hedge über Einkauf und Finanzierung sichert die ZKW die Währungsrisiken bei Bedarf auch durch den Abschluss von Financial-Hedge-Instrumenten ab. Die USD Intercompany-Finanzierungen des Werks in Mexiko wurden 2025 teilweise durch Forward-Instrumente gesichert.

Wertpapierveranlagungen und derivative Finanzinstrumente

Zur Risikominderung werden Wertpapierveranlagungen, Devisentermingeschäfte und Zinssatz-Swaps (derzeit nur in Euro) durchgeführt. Am Bilanzstichtag werden diese zum Marktwert bewertet und falls Abwertungen erforderlich sind, werden diese vorgenommen. Financial-Hedge-Instrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Risiken genutzt.

5.3. Mittel- und langfristig wirksame Chancen und Risiken

Risiko der Wachstumsstrategie

Maßnahmen, die nicht in den Rahmen der operativen Tätigkeit fallen, die aber die Entwicklung des Konzerns maßgeblich beeinflussen können, werden einer gesonderten Chancen- und Risikobetrachtung unterzogen. Die ZKW folgt grundsätzlich einer organischen Wachstumsstrategie, die auf konsequenter Forschung und Entwicklung zur kontinuierlichen Verbesserung des Produktportfolios und dem schrittweisen Aufbau bzw. der Effizienzsteigerung der Produktionskapazitäten nach den Bedürfnissen der Kunden basiert. Dem Management ist bewusst, dass der Erfolg der Strategie vom Einsatz ausreichender Managementkapazität ebenso abhängt wie von der Verfügbarkeit der notwendigen Personal- und Finanzressourcen.

Nachhaltige Auslastung der Werke/Gewinnung neuer Scheinwerferprojekte

Mittel- bis langfristig bestehen Auslastungsrisiken in den Produktionsstandorten der ZKW. Mit den durch Restrukturierungsprogrammen initiierten Kostensenkungs- und Effizienzmaßnahmen, kombiniert mit einer an den Kundenbedürfnissen orientierten F&E-Strategie, wird unter Einhaltung einer hohen Lieferqualität versucht, diesen Risiken entgegenzuwirken. Der Booked Business Stand ist aufgrund der bis zu 3-jährigen Vorlaufphase bei Neuprojekten soweit transparent abgesichert. Potenzielle Neuaufträge sollen mit einer konkurrenzfähigen, zukünftigen Kostenstruktur, sowie marktorientierten Produktinnovationen, mit einer deutlich verbesserten Win-Rate akquiriert werden. Eine optimale Kapazitätsplanung wird aufgrund von kurzfristigen Veränderungen bei den Kundenabrufmengen sowie aufgrund von Projektverschiebungen zunehmend herausfordernd bleiben.

Gewährleistungs- und Haftungsrisiken

Der Konzern vertreibt seine Produkte weltweit, weshalb sich der Konzern durchaus potenziellen (internationalen) Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen ausgesetzt sehen könnte, sprich dem Unternehmen könnten Sachmängel, Verstöße gegen Gewährleistungspflichten, durch das Produkt ausgelöste Gefahren für Leib und Leben etc. vorgeworfen werden.

Ein konsequentes Qualitätsmanagement nach ISO 9001 bzw. IATF 16949, welches regelmäßig auditiert wird und sich der Null-Fehler- Politik verschrieben hat, trägt wesentlich dazu bei, weltweit ein Höchstmaß an Qualität zu gewährleisten und dadurch Haftungsrisiken zu minimieren.

Als zusätzliche Risikovorsorge wurde ein umfassender und branchenüblicher (Haftpflicht-)Versicherungsschutz etabliert. Restrisiken bestehen trotz höchster Qualitätsstandards und weitgreifender Risikotransfermöglichkeiten dennoch, zumal Verfahrensausgänge nicht abschließend prognostiziert werden können und nicht jede potenzielle Schadenskategorie einer Versicherungsdeckung zugeordnet werden kann. Für relevante Sachverhalte sind entsprechende Rückstellungen im Jahresabschluss berücksichtigt.

6. Voraussichtliche Entwicklung der ZKW Group GmbH

Die ZKW geht davon aus, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Entwicklungen in der Automobil- und Automobilzuliefererindustrie auch in 2026 sehr herausfordernd bleiben. Neben den bestehenden Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten sind die Beziehungen zwischen den wirtschaftlichen Großmächten USA, China und Russland weiterhin angespannt. Zusätzlich gibt es große Unsicherheiten in Bezug auf die weltwirtschaftliche Stabilität seit dem Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten. Insbesondere die neue Zollpolitik der USA sorgt aktuell für instabile Märkte und unsichere Prognosen. Neben der weiterhin herrschenden Rezession, hohen Zinsen und hohen Inflation sorgen aktuell protektionistischen handelspolitischen Maßnahmen als auch die anhaltend hohen Energiepreisen für steigende Preise und eine voraussichtlich weiterhin nur schleppende Erholung des Automobilmarkts.

Trotz der hohen Unsicherheiten und des stagnierenden Automobilmarkt sind die Marktprognosen für automotive Lichtsysteme positiv. Die Nachfrage nach fortschrittlichen Beleuchtungstechnogien wie LED, Laser und AFS (adaptive front lighting systems) steigt insbesondere im Asia-Pacific-Wirtschaftsraum, in welchem in Zukunft eine höhere Nachfrage vor allem aufgrund steigender Fahrzeugproduktionen zu erwarten ist. Auch die Einführung regulatorischer Maßnahmen und strengere Beleuchtungsvorschriften haben die Industrieländer veranlasst die Fahrzeugbeleuchtungsindustrie weltweit voranzutreiben, was sich ebenfalls positiv auf das Wachstum des globalen Marktes für Automobilbeleuchtung auswirken wird.4

Ausblick Werke

Das Produktionsnetzwerk der ZKW besteht aus 6 Produktionsstandorten in 5 Ländern.

In Europa werden ZKW-Lichtsysteme sowohl im österreichischen Stammwerk Wieselburg als auch im slowakischen Volumenwerk Krusovce hergestellt. In Wiener Neustadt (Osterreich) wird eine Elektronikfertigung betrieben und in Vratimov (Tschechien) ist die ZKW eigene Kabelproduktion KES beheimatet.

Die Standorte in Silao (Mexico) und in Dalian (China) runden den ZKW-Produktionsverbund ab und dienen der Abdeckung und Versorgung der außereuropäischen Märkte mit entsprechenden lichttechnischen Systemen.

Die Stoßrichtung der europäischen Standorte in Wieselburg/Osterreich und Krusovce/Slowakei liegt klar im Fokus von weiteren Automatisierungen bei den Fertigungsprozessen und in den fertigungsnahen Bereichen, um den steigendem Wettbewerbsdruck entgegenzuhalten und eine adäquate Auslastung sicherzustellen. Begleitend sollen mit Restrukturierungsmaßnahmen Effizienzpotentiale gehoben und Synergien erzielt werden.

Die wirtschaftliche Situation einiger Standorte der ZKW wird auch im kommenden Jahr herausfordernd bleiben. Ebenso hat die Absicherung der Finanzierung und der Erhalt der Zahlungsfähigkeit der ZKW höchste Priorität.

4 https://www.fortunebusinessinsights.com/automotive-lighting-market-101978

LIGHT & ELECTRONICS for automotive industry

Für die konsequente Umsetzung der notwendigen Verbesserungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen wurde mit Unterstützung eines namhaften Consulting-Unternehmens im Jahr 2024 das „ZKW Turnaround Program“ in enger Abstimmung mit dem Shareholder LG gestartet und im Jahr 2025 zu Ende geführt. Dieses wurde durch das initiierte „FOCUS-to-RISE-Programm“ ergänzt, wo der Schwerpunkt auf die Wiedergewinnung von Rentabilität in der ZKW gelegt wird. ZKW soll durch Right-Sizing von FTE’s und Werken, sowie Qualitätsund Effizienzverbesserungsmaßnahmen wieder in die Gewinnzone geführt werden. Zudem sollen Kooperationen mit LG in Bezug auf die Produktstrategie, als auch vertiefende Zusammenarbeiten in indirekten Bereichen (R&D, IT, Einkauf), die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern.

Die Entwicklung der aktuellen Situation steht unter kontinuierlicher Überwachung. Abweichungen zum geplanten Vorgehen und zu deren Annahmen werden genauestens analysiert und bei Bedarf entsprechend angepasst.

Dieses zukunftsorientierte Maßnahmenpaket soll kurzfristig zur Verbesserung des Unternehmensergebnisses und langfristig zu einer wettbewerbsfähigen Rendite führen.

Für das Geschäftsjahr 2026 geht man davon aus, dass der prognostizierte Umsatzrückgang durch die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen und weiteren Kundenkompensationen ausgeglichen und ein positives Konzernbetriebsergebnis erreicht wird.

Die Erhaltung der Innovationskraft und ein nachhaltiges Wachstum der ZKW ist die Grundlage für die Investitionen in Innovationen und wegweisende Technologien sowie die Mitarbeiter des Konzerns ist. Helle Köpfe, Erfindergeist und Leidenschaft sind die Erfolgsfaktoren.

Mit diesen Vorhaben folgt die ZKW der Vision:

„Wegweisende Premium-Licht- und Elektroniksysteme von ZKW für alle Mobilitätskonzepte der globalen Autoindustrie“

Wieselburg, am 27. April 2026

Die Geschäftsführer

Won Yong HWANG

Andre NI sati

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