Inhaltsverzeichnis
zum Jahresabschluss der café+co Österreich Automaten-Catering und Betriebsverpflegung Ges.m.b.H. per 30. September 2025
1. Allgemeine Lage des Unternehmens
Die café+co Österreich Automaten-Catering und Betriebsverpflegung Ges.m.b.H. (in weiterer Folge als café+co Österreich beschrieben) ist ein 100%iges Tochterunternehmen der café+co International Holding GmbH. Das Unternehmen ist Marktführer im Bereich Automaten-Catering und führender Kaffeedienstleister in Österreich. café+co beschäftigt sich vor allem mit dem Betrieb und Service von Espressomaschinen sowie Automaten für Heiß- und Kaltgetränken bzw. Snacks. Neben den vollautomatischen café+co Shops in Privatunternehmen und öffentlichen Einrichtungen betreibt café+co zudem praktische Selbstbedienungscafés.
Als eines der größten Tochterunternehmen der café+co International Holding GmbH nimmt die café+co Österreich im Konzern eine wesentliche Rolle im bestehenden Geschäftsablauf der Gruppe (z.B. teilweiser Zentraleinkauf für Produkte und Ersatzteile) sowie bei der Entwicklung und Umsetzung diverser Produkt- und Geräteinnovationen ein.
Die Gesellschaft unterhält derzeit Standorte in Wien, Graz, Linz, Hallwang (S), Schwaz (T), Hohenems (V) sowie in Poggersdorf (K).
2. Geschäftsverlauf
Der operative Geschäftsverlauf der café+co Osterreich wird im Wesentlichen durch die Anzahl der bei Kunden aufgestellten Automaten, deren Frequenz (durchschnittlicher Mengenabsatz/Automat) und die Entwicklung der Absatz- und Einkaufspreise beeinflusst.
Die Rahmenbedingungen 2024/25 waren herausfordernd, mit strukturellen Schwächen in der Industrie und weiterhin hohen Energiekosten. Die Inflation blieb über dem Eurozonen-Durchschnitt, was die Wettbewerbsfähigkeit weiter belastete. Die restriktive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hielt Zinsen weiterhin hoch.
Bedingt durch die schwierigen Marktbedingungen ergab sich ein mengenmäßiger Absatzrückgang von rd. 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Der mengenmäßige Absatzrückgang ist auch auf aktive Gerätebereinigungen am Markt zurückzuführen. Zudem hat sich das Neukundengeschäft nicht im entsprechenden Ausmaß entwickelt. Trotz deutlich gestiegener Durchschnittspreise konnte der wertmäßige Rückgang im Umsatz nicht aufgefangen werden und liegt 5,5 % unter dem Vorjahr.
Prozentuellen Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr, gab es lediglich im Bereich Externe Organisationen. In allen anderen Branchen mussten Portionsrückgänge bis zu 26 % verzeichnet werden. Die Branchen Herstellung von Waren, Logistik und Einzelhandel machen 61 % der Absatzmenge aus und waren ebenso stark rückläufig. Eine zusätzliche Herausforderung war das 2025 eingeführte Einwegpfandsystem in Österreich welches zu einem durchschnittlichen Rückgang der Kaltgetränkeportionen von rd. 17 % führte.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich insbesondere in den Fuhrpark- und Transportkosten, sowie deutlich höheren sonstigen Aufwendungen niedergeschlagen. Die Personalkosten sind trotz einer KV-Erhöhung von rd. 3,3 % um rd. 4,5 % zum Vorjahr gesunken.
Die café+co Österreich erzielt im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von rd. EUR 86,9 Mio., dies entspricht einem Umsatzminus von rd. 5,5 %.
Das EBIT im Geschäftsjahr 2024/25 beträgt rd. TEUR -991.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 wurden in Summe rd. EUR 4,5 Mio. investiert, davon rd. EUR 3,8 Mio. in den Gerätepark.
Der Automatenbestand im Eigentum der café+co Österreich (ohne servicierte Geräte im Kundeneigentum) reduzierte sich per 30.09.2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1.609 Geräte auf 14.769 Geräte. Der Rückgang ist Großteils auf aktive Geräteabholungen nachhaltig unrentabler Automaten zurückzuführen. Der restliche Rückgang ist bedingt durch Vertragsende/Kündigungen durch Kunden und Betriebsschließungen vor allem ab der 2 Jahreshälfte zurückzuführen.
Es waren – auf Basis Vollzeit-Aquivalent – im Durchschnitt rd. 497 Mitarbeiter beschäftigt nach rd. 512 im Vorjahr. Per Stichtag 30.09.2025 beschäftigt die café+co Österreich 479 Mitarbeiter nach 516 im Vorjahr.
3. Zusammenfassung Finanzielle und Nicht-Finanzielle Leistungsindikatoren
| ÜBERSICHT KENNZAHLEN | WI | WJ | |
|---|---|---|---|
| Anm. | 2024/25 | 2023/24 | |
| Umsatz | in TEUR | 86.870 | 91.894 |
| Umsatzwachstum | in % | -5,5 % | |
| EBIT | in TEUR | -991 | -731 |
| EBIT in % vom Umsatz | in % | -1,14 % | |
| Ergebnis vor Steuern | in TEUR | -1.353 | -994 |
| Jahresüberschuss | in TEUR | -1.222 | -827 |
| Eigenkapital | in TEUR | 16.151 | 17.373 |
| Eigenkapital-Quote | in % | 32,3 % | 31,6 % |
| Bilanzsumme | in TEUR | 49.971 | 55.056 |
| Investitionen in Sachanlagen | in TEUR | 4.542 | 4.960 |
| Mitarbeiter am Bilanzstichtag | fte | 479 | 516 |
| Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt | fte | 497 | 512 |
| Geräte am Markt (exkl. servicierte Geräte im Kundeneigentum) | in Stk. | 14.769 | 16.378 |
4. Risikobericht
Die café+co Österreich ist als Unternehmen der café+co Gruppe in den Konzernrisikomanagementprozess eingebunden. Im Rahmen ihrer internationalen Geschäftstätigkeit ist die café+co-Gruppe unterschiedlichsten internen und externen Risiken ausgesetzt. Die café+co Unternehmensgruppe definiert Risiko dabei als die Gefahr der negativen Abweichung von geplanten Unternehmenszielen. Bei der Beurteilung und der Steuerung von Risiken werden auch die damit verbundenen Chancen berücksichtigt.
Aktuelle Bewertung der Risikoposition
Die Hauptrisiken der café+co Österreich sind das Konjunktur- und Wettbewerbsrisiko (Absatzmengenrisiko infolge rückläufiger Frequenzen), das Absatzpreisrisiko (Rückgang der am Markt erzielbaren Absatzpreise), das Einkaufspreisrisiko (Anstieg der Einkaufspreise der wesentlichen Wareneinsätze Kaffee, Kakao, Becher, etc.) sowie verschiedene operationale Risiken v.a. in den gesetzlich vorgeschriebenen Erfassungs- und Dokumentationsanforderungen und in Anderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen.
Die Konjunkturrisiken für Österreich im Jahr 2024/25 waren durch mehrere unsicheren Faktoren geprägt, die die wirtschaftliche Entwicklung belasteten. Ein bedeutendes Risiko ist die schwache globale Konjunktur. Die geopolitische Unsicherheit, volatile Lieferketten und die anhaltende Inflation im europäischen Raum beeinflussten auch 2024/25 die Beschaffungs- und Absatzsituation. Obwohl die Inflation zu Jahresende leicht zurückging, blieb sie deutlich über dem Eurozonen-Durchschnitt. Dies beeinträchtigt nicht nur die Kaufkraft, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen, vor allem in der Branche Herstellung von Waren. Die Einführung des Pfandsystems in Österreich stellt eine Herausforderung für Unternehmen als auch das Betätigungsfeld der café+co Österreich dar, die sich an die neuen Vorgaben anpassen muss. Solche regulatorischen Änderungen, kombiniert mit der geopolitischen Lage und möglichen Handelskonflikten stellen weitere Unsicherheitsfaktoren dar.
Die Beurteilung der Geschehnisse aus dem Gesichtspunkt der Risikoanalyse und -bewertung fließt mittels laufender Szenarioanalysen und Lagebeurteilungen in das Tagesgeschäft mit ein. Die mittelund potenziell langfristigen Folgen (z.B. Probleme in der Warenbeschaffung durch Lieferkettenprobleme, anhaltende Inflation, steigendes Zinsniveau, Gefahr einer Rezession im kommenden Wirtschaftsjahr) bilden die Basis der strategischen Beurteilung der Risiken und Chancen der café+co Österreich.
Zusammenfassend ist die Gesamtrisikoposition der café+co Österreich weiterhin durch die vorherrschenden Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Die erprobten Gegenmaßnahmen stellen gleichfalls auch die Erfahrungsgrundlage für weitere Reaktionen auf die anhaltend veränderten Umfeldbedingungen dar.
Finanzinstrumente
Die Gesellschaft verwendet keine derivativen Finanzinstrumente.
5. Forschung und Entwicklung
Die café+co Österreich ist im Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk der Unternehmensgruppe der café+co International Holding GmbH eingebunden. Ziel ist die konsequente Optimierung und stetige Weiterentwicklung von Produkten und Prozessabläufen. Die laufende Verbesserung der Produktqualität im Zuge einer konsequenten Qualitäts- und Innovationsstrategie steht hierbei im Mittelpunkt.
In der café+co Österreich beschäftigen sich vier Mitarbeiter ausschließlich mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Naturgemäß sind im F&E-Prozess Beschäftigte aus einer Vielzahl anderer Abteilungen miteingebunden.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der café+co Unternehmensgruppe insbesondere in der finalen Ausrollung und Inbetriebnahme eines Telemetrie- Tools, die Pilotphase des neuen ERP-Systems, das ab 2026 in den Vollbetrieb überführt wird, und der Zusammenführung der genannten Systeme am Automaten fortgeführt. Ziel ist es Echtzeit Daten vom Automaten zu erhalten und entsprechende Aktivitäten im Tagesablauf optimal setzen zu können und um Analysen und wirtschaftliche Entscheidungen rascher treffen zu können. Zusätzlich mit dem dynamischem Routenoptimierungsprogramm konnte eine weitere Effizienzsteigerungen in der Befüllung sowie in der Technik generiert werden.
6. Wichtige Ereignisse während des Geschäftsjahres
Im Geschäftsjahr 2024/25 lag der Schwerpunkt auf der finalen Vorbereitung der ERP- Systemeinführung, welcher konzernweit eine Harmonisierung der Abläufe und Datenstrukturen sicherstellen soll. Parallel dazu wurde die Integration der zentralen Gerätevorbereitung in Wien weiter optimiert, wodurch eine Reduktion der Durchlaufzeiten und Lagerkosten erzielt werden konnte.
Die schrittweise Digitalisierung interner Prozesse, insbesondere im Bereich Lager- und Routenmanagement, führten zu ersten messbaren Effizienzgewinnen. Mitte des Jahres wurde auch die zweite Frischwarenproduktion in Graz ohne gröbere negative Auswirkungen stillgelegt. Die Lieferantenstruktur im Bereich Frischware wurde konsolidiert und auf derweilen drei regionale Anbieter vergeben, wodurch die Versorgungssicherheit sichergestellt werden konnte. Eine laufende Qualitätskontrolle und Monitoring der Produzenten wurden eingeführt.
7. Wichtige Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag
Es gab keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, welche zusätzliche Angaben oder eine Korrektur des Jahresabschlusses 2024/25 der café+co Österreich erfordern würden.
8. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/26
Neben dem Wirtschaftswachstum stellen u.a. die Beschäftigungsentwicklung, das Konsumverhalten und die Inflationsraten wesentliche ökonomische Indikatoren für das Branchenumfeld der café+co Österreich dar.
Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025/2026 zeigt eine Mischung aus Herausforderungen und Chancen, die durch die Anpassung an neue technologische Entwicklungen und regulatorische Veränderungen geprägt sind. Um diesen Anforderungen zu genügen ist geplant im Laufe des Jahres 2026 auf eine neues modernes ERP-System umzusteigen.
Die Digitalisierung bleibt ein Schlüsselfaktor für die Weiterentwicklung der Branche. Der Trend zu smarten Automaten, die kontaktlose Zahlungen und personalisierte Nutzererlebnisse bieten, wird auch im Jahr 2025/2026 weiter an Bedeutung gewinnen. Dazu zählen auch vernetzte Automaten, die Echtzeit-Analysen ermöglichen und so die Wartungskosten senken und den Umsatz steigern können. Diese Innovationen eröffnen nicht nur neue Geschäftsmöglichkeiten, sondern verbessern auch das Kundenservice-Erlebnis und erhöhen die Effizienz.
Ein weiteres großes Thema in der Branche ist die Nachhaltigkeit. Viele Anbieter setzen verstärkt auf umweltfreundliche Verpackungen und nachhaltige Geschäftsmodelle, um den wachsenden Verbraucheransprüchen gerecht zu werden.
Trotz weiterhin hoher Personalkosten und einzelner Preisschwankungen bei Rohstoffen wird mittelfristig eine Rückkehr zu einem positiven operativen Ergebnis angestrebt. Der Fortbestand des Unternehmens ist unverändert nicht gefährdet.
9. Sonstige Angaben
Die Geschäftsführung bestand im Geschäftsjahr 2024/25:
Gerald Matzner-Holsmer
MMag. Christian Pirklbauer
café+co Österreich Automaten-Catering und Betriebsverpflegung Ges.m.b.H.
Wien, am 6. Februar 2026
(Gerald MatznerHdlsmer)
(MMag. Christian Pirklbauer)