Inhaltsverzeichnis
vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2025
1. WIRTSCHAFTSBERICHT
1.1. Darstellung des Geschäftsverlaufes
Überblick
Die PALL AUSTRIA Filters GmbH (PALL Austria) ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der LEICA Mikrosysteme GmbH, Österreich. Die oberste Muttergesellschaft ist die Danaher Corporation in Washington.
Im Jahr 2023 hat der Danaher Konzern seine Vertriebsstrategie angepasst und die Berichtssegmente verändert. Insbesondere gab es eine Aufspaltung des bisherigen Segmentes “Life Science” in die eigenständigen Segmente “Biotechnology” (BTG) und “Life Science.” Die BTG wird derzeit fast ausschließlich durch die Operating Company (OpCo) “Cytiva” gebildet. In diesem Zusammenhang wurde das bisherige Pall Geschäft aufgeteilt und der Life Science Bereich von Pall organisatorisch der Opco “Cytiva” zugeordnet. Im Zuge dieser Umstrukturierung und ihrer fast ausschließlichen Tätigkeit im Pall Life Science Geschäft wurde die Pall Austria Filter GmbH, der Opco Cytiva zugeordnet und tritt zukünftig unter diesem Markennamen auf. Eine Umfirmierung wurde nicht vorgenommen.
Die Anteile, die im 4. Quartal 2024 in die Single Use Support TopCo GmbH eingebracht wurden, sind unverändert und belaufen sich auf 23.203 TEUR.
Entwicklung des Ergebnisses und finanzielle Leistungsindikatoren
Im Geschäftsjahr 2025 beträgt der Umsatz TEUR 230.509 (Vorjahr: 199.666), der Anstieg ergibt sich aus den gestiegenen Umsätzen im Biopharmazeutischen Bereich. 2024 war immer noch von einem starken Rückgang der Nachfrage geprägt, da mit dem Ende der Covid-Krise auch die entsprechende Nachfrage deutlich zurückging. Positiv wirkten sich Anfang des Jahres noch die Abarbeitung des in Vorjahren aufgelaufenen Backlogs aus. Insgesamt haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch durch das restriktivere Zinsumfeld und damit nachlassende Investitionen verschlechtert. Für 2026 erwarten wir wieder leicht erhöhtes Investitionsvolumen.
Die Materialeinsatzquote verschlechterte sich von 86,7 % im Vorjahr auf 89,7 % im Jahr 2025, was vor allem auf den veränderten Produktmix zurückzuführen ist.
Der Personalaufwand, Anstieg um 2,19 %, ist entsprechend bei gleichbleibenden Mitarbeiterstand angestiegen. Auch dies ist auf die Geschäftszusammenlegung und den veränderten Produktmix zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum angestiegenen Umsatz überproportional gesunken. Dies ist auf die geringeren Kosten für Vertriebsagenten von 2.004 TEUR (Vorjahr: 4.025 TEUR) zurückzuführen, sowie dem geringeren Aufwand an Rechtsberatungskosten in Höhe von TEUR 7 (im Vorjahr: TEUR 5.053).
Sondereffekte wie im Jahr 2024 sind keine zu verzeichnen.
Das Ergebnis vor Steuern ist gegenüber dem Vorjahr ohne die Sondereffekt 2024 auf 19.213 TEUR angestiegen.
Die Eigenmittelquote sank zum Vorjahr aufgrund der Dividendenausschüttung an die Muttergesellschaft Leica Mikrosystems GmbH und betrug zum Bilanzstichtag 2025 35,1% im Vergleich zu 72,0 % im Vorjahr.
| Einheit | 2025 | 2024 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | T€ | 230,509 | 199,666 |
| Ordentliches Betriebsergebnis (EBIT) | T€ | 12,502 | 216,354 |
| Jahresüberschuss nach Steuern | T€ | 14,574 | 184,232 |
| Materialaufwand | T€ | 206,935 | 173,175 |
| Materialeinsatzquote | % | 89.8 | 86.7 |
| Mitarbeiter (Jahresschnitt) | Anzahl | 35 | 35 |
| Bilanzsumme | T€ | 99,960 | 299,293 |
| Eigenkapital | T€ | 35,091 | 215,516 |
| Fremdkapital | T€ | 64,870 | 83,777 |
| Flüssige Mittel | T€ | 38,057 | 60,960 |
| Operativer Cashflow | T€ | 10,844 | 313,588 |
| EBIT Ratio (Betriebsergebnis x 100 / Betriebsleistung) | % | 5.4% | 3.9 |
| Working Capital Ratio (Kurzfristiges Vermögen x 100 / Kurzfristige | |||
| Verbindlichkeit) | % | 236.0 | 350.9 |
| Eigenmittelquote gem. § 23 URG | % | 35.1 | 72.0 |
(Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital –von den Vorräten absetzbare Anzahlungen)
Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Da keine große Mitarbeiterfluktuation sowie eine langjährige Firmenzugehörigkeit gegeben sind, wird von einer ausgewogenen Mitarbeiterzufriedenheit ausgegangen. Beim Kundenstamm kann die Gesellschaft auf langjährige Kunden verweisen und auch die Firmenpolitik ist auf die nachhaltige Kundenzufriedenheit ausgerichtet.
Umwelt
Die PALL AUSTRIA Filter GmbH versucht alle Unternehmensaktivitäten so zu gestalten, dass die Umwelt so gering wie möglich belastet wird. Dies betrifft insbesondere die entsprechende Auswahl von Beförderungsmitteln bei Dienstreisen und alltägliche Verhaltensweise in den Büroräumen.
1.2. Darstellung der Lage
Die PALL Austria ist eine reine Vertriebsgesellschaft und in Wien ansässig. Sie ist, für Österreich und verschiedene Exportländer insbesondere in Südosteuropa und Afrika zuständig. Die Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens ist unverändert stabil.
Die Gesellschaft hat rechnungslegungsbezogene Prozesse weitgehend in weltweit tätige dezentrale sogenannte “Process Teams” ausgelagert. Die Tätigkeiten der Process Teams werden zentral durch die lokalen Finanzverantwortlichen überwacht.
2. PROGNOSEBERICHT
Voraussichtliche Entwicklung
Das Jahr 2024 war von einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach unseren Produkten geprägt. Dies war insbesondere auf das Ende der Covid Krise und eine allgemeine Zurückhaltung bei Investitionsprojekten zurückzuführen. Die Markt- und Auftragslage hat sich 2025 stabilisiert und zu einem Umsatzanstieg geführt. Für das Jahr 2026 wird mit einem höheren einstelligen Prozentbereich bei den Umsatzerlösen gerechnet.
Gleichzeitig wirken sich konjunkturelle Einflüsse durch die Vielzahl und das erweiterte Produktportfolio in denen PALL Austria tätig ist, nur eingeschränkt auf die Geschäftssituation der Gesellschaft aus.
Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das Jahr 2026, dass sich Umsatz und Ergebnis auf dem Niveau des abgelaufenen Wirtschaftsjahres entwickeln, ohne Sondereffekte.
3. FORSCHUNGSBERICHT
In der PALL AUSTRIA Filter GmbH in Wien werden keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten betrieben. Forschung und Entwicklung finden im Rahmen globaler Strategien innerhalb des Konzerns statt.
4. RISIKOBERICHTERSTATTUNG
Mit einer Planung, die über jeden Geschäftsbereich und jedes Land detailliert Auskunft gibt, sowie durch monatliche Ergebnisauswertungen ist eine kontinuierliche Kontrolle des Geschäftsverlaufs gewährleistet. Währungsrisiken sind weitgehend ausgeschlossen, da nur in Euro fakturiert wird. Ebenso werden die Lieferungen und Leistungen unserer konzerneigenen Werke in Euro verrechnet.
Aufgrund positiver Erfahrungswerte mit unseren langjährigen Kunden und Händlern, sind die Forderungsausfälle als äußerst gering einzuschätzen. Der Gefahr von Forderungsausfällen wird durch ein konsequentes Debitorenmanagement und regelmäßige Information an die Verantwortlichen vorgebeugt. Im Bereich des Anlagenbaus kommt zusätzlich ein projektbezogenes Risikomanagement zum Einsatz. Gesonderte, durch Anwälte geprüfte Vertragsvorlagen für Großprojekte reduzieren Risiken des Projektgeschäfts weiter.
Der Ukraine-Krieg hat weiterhin Auswirkungen auf die globalen Lieferketten und Preise, die auch unsere Gesellschaft betreffen. Darüber hinaus bestehen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt sowie den handelspolitischen Maßnahmen der USA. Im Moment sehen wir jedoch keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Gesellschaft.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass derzeit keine Risiken erkennbar sind die unser Unternehmen in der Substanz gefährden könnten.
Wien, am 30. Juni 2026
Thomas Kraus
In beared Hen Benjamin Hessel
Edward Francis Hoare