Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T
zum 31. Dezember 2025
der
Goodyear Austria GmbH 1100 Wien, Wienerbergstraße 3 - 5
Inhaltsverzeichnis Seite 1. WIRTSCHAFTSBERICHT 1 1.1DIE ALLGEMEINE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IN DER REIFENBRANCHE 1 1.2 DIE FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE 3 1.3 DAS GESCHÄFTSERGEBNIS UND DIE ERTRAGSLAGE 4 1.4 KENNZAHLEN 5 1.5 WESENTLICHE EREIGNISSE IM GESCHÄFTSJAHR 6 1.6 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 6 1.7 ZWEIGNIEDERLASSUNGEN 6 2. PROGNOSEBERICHT 6 3. RISIKOBERICHTERSTATTUNG 7 4. PERSONAL UND SOZIALBERICHT 8
1. Wirtschaftsbericht
1.1 Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in der Reifenbranche
Nach dem deutlichen Aufschwung im Jahr 2024 zeigte sich der österreichische Reifenmarkt im Jahr 2025 insgesamt stabil, jedoch mit spürbaren Verschiebungen innerhalb der Segmente. Im PKW-Bereich setzte sich der Trend zu Ganzjahresreifen fort, während klassische Sommerund Winterreifen tendenziell an Bedeutung verlieren. Im Nutzfahrzeugsegment blieb die Nachfrage vor dem Hintergrund einer schwachen Baukonjunktur und verhaltenen Investitionstätigkeit gedämpft.
Im PKW-Reifenmarkt war 2025 insbesondere ein weiterer Strukturwandel hin zu All-Season-Produkten zu beobachten. Getrieben durch mildere Winter, den Wunsch nach höherer Convenience sowie ein breiteres Angebot im Premium- und Qualitätssegment, verlagerten viele Kunden ihre Nachfrage von reinen Winter- und Sommerreifen hin zu Ganzjahreslösungen. Diese Entwicklung steht im Einklang mit den europäischen Ersatzmarkttrends, in denen das All-Season-Segment laut ETRMA und Branchenanalysen erneut das stärkste Wachstum verzeichnete, während Sommerreifen stagnieren und Winterreifen nur moderat zulegen.
Im Lkw-Segment blieb der Markt 2025 anspruchsvoll. Auf europäischer Ebene zeigen die Daten der ETRMA, dass die Nachfrage nach Ersatzreifen für Lkw und Busse weiterhin unter dem Vorkrisenniveau liegt und 2025 im ersten Quartal erneut rückläufig war. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Osterreich wider: Speditions- und Bauunternehmen agierten zurückhaltend, Investitionen in neue Fahrzeuge und Flottenmodernisierung wurden vielfach verschoben. Leicht-Lkw-Reifen profitierten dagegen von einem weiterhin hohen Paket- und Lieferverkehr, insbesondere im urbanen Raum.
Die Marktsituation wurde 2025 durch eine deutlich verbesserte Lieferfähigkeit der Hersteller und stabilere Lieferketten geprägt. Nach den massiven Störungen der Jahre 2022 und 2023 normalisierten sich Transportzeiten und Verfügbarkeiten, was zu besser planbaren Lagerbeständen im Handel führte. Gleichzeitig blieb der Wettbewerbsdruck hoch,
insbesondere durch Importe aus Asien und den zunehmenden Fokus auf preisbewusste Kundensegmente.
Die Inflationsrate stieg im Jahr 2025 laut Statistik Austria im Jahresdurchschnitt auf 3,6 % und lag damit wieder über dem Wert von 2024 (2,9 %) und deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank. Haupttreiber waren unter anderem höhere Strompreise nach Auslaufen der Strompreisbremse sowie anhaltender Preisdruck bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen. Für den Reifenmarkt bedeutete dies, dass das allgemeine Preisniveau hoch blieb, auch wenn die extremen Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie der Vorjahre etwas abflachten. Premiumreifen blieben preislich auf einem erhöhten Niveau, da Natur- und Synthesekautschuk, Stahl und Industrierus weiterhin von geopolitischen Risiken und volatilen Weltmarktpreisen beeinflusst wurden.
Die österreichische Wirtschaft verließ 2025 nach zwei Rezessionsjahren nur langsam die Stagnationsphase.
Der österreichische Neuwagenmarkt zeigte 2025 eine deutliche Belebung. Laut Statistik Austria wurden 284.978 neue PKW zugelassen, was einem kräftigen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr entspricht und den höchsten Wert seit 2019 markiert. Das Wachstum wurde vor allem durch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben getragen: Der Anteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen nahm weiter zu, auch wenn sich die Dynamik bei reinen Elektrofahrzeugen aufgrund reduzierter Förderungen und Unsicherheiten hinsichtlich Ladeinfrastruktur und Restwerten etwas abschwächte. Insgesamt stieg der Bestand an PKW mit alternativem Antrieb bis Ende 2025 auf rund 700.000 Fahrzeuge, bei insgesamt 5,29 Mio. zugelassenen PKW in Österreich.
Für den Reifenmarkt bedeutet diese Entwicklung, dass die Anforderungen an Produkte weiter steigen: Höhere Fahrzeuggewichte, Drehmomente und Reichweitenanforderungen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen erfordern spezialisierte Reifen mit optimiertem Rollwiderstand, höherer Tragfähigkeit und reduziertem Geräuschniveau. Premiumhersteller wie Goodyear positionieren sich in diesem Umfeld zunehmend mit EV-spezifischen Produktlinien und All-Season-Lösungen, die sowohl sicherheits- als auch effizienzorientierte Kundenbedürfnisse adressieren.
1.2 Die Finanz- und Vermögenslage
Im Jahr 2025 erhöhte sich das Anlagevermögen zu Buchwerten um TEUR 58, was im Wesentlichen aus der Veränderung im Bereich der Finanzanlagen resultiert.
Das Umlaufvermögen inkl. Rechnungsabgrenzungsposten und aktiver latenter Steuern zeigt im Berichtsjahr insgesamt eine Verringerung um TEUR 3.382, welche im Wesentlichen auf eine Abnahme der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und der Forderungen aus Lieferungen zurückzuführen ist. Der Posten der aktiven latenten Steuern gemäß § 198 Abs. 10 UGB hat sich um TEUR 41 verringert.
Die Bilanzsumme der Goodyear Austria GmbH beläuft sich auf TEUR 16.117, was eine Verminderung um TEUR 3.324 bzw. rd. 17,1% gegenüber dem Vorjahr darstellt.
Der Anteil des Eigenkapitals beläuft sich auf TEUR 5.171, was rd. 32,1% der Bilanzsumme entspricht. Im Vorjahr betrug die Eigenmittelquote 34,6%. Die Verminderung des Eigenkapitals ist auf die Gewinnausschüttung erhöht um das Jahresergebnis 2025 zurückzuführen.
Der Bilanzgewinn weist folgende Entwicklung auf:
| TEUR | |
|---|---|
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 4.965 |
| Gewinnausschüttung | -2.000 |
| Jahresüberschuss 2025 | 447 |
| Bilanzgewinn (gerundet) | 3.412 |
1.3 Das Geschäftsergebnis und die Ertragslage
Die Umsatzerlöse sind im Jahr 2025 um TEUR 3.366 oder 5,5% gegenüber der Vorperiode auf TEUR 57.352 gesunken.
Das Bruttoergebnis vom Umsatz beträgt im Verhältnis zum Umsatz 7,9 % (Vorjahr 9,1 %). Den in Relation zu Volumen und Umsatz leicht gestiegenen Kosten wurden weiterhin mit Einsparungen in Marketing sowie Personalkosten begegnet. Dies ergab für die Gesellschaft eine Erhöhung des Betriebsergebnisses von TEUR 237 auf TEUR 459.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 458 auf TEUR 185 gesunken, was im Vorjahr insbesondere durch die Weiterbelastung von Restrukturierungsrückstellungen bedingt war.
Der Personalaufwand ist von TEUR 3.875 auf TEUR 2.687 gesunken, was auf erfolgreiche Restrukturierungsmaßnahmen im Vorjahr zurückzuführen ist.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind durch Einsparungsmaßnahmen um TEUR 437 auf TEUR 1.594 gesunken.
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von TEUR 534 (Vorjahr TEUR 439) resultieren zur Gänze aus Zinserträgen mit verbundenen Unternehmen.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr TEUR 403 (Vorjahr TEUR 560) und sind im Wesentlichen auf die Zinsen im Zusammenhang mit dem Factoring zurückzuführen.
Insgesamt wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 447 (Vorjahr TEUR 81) erzielt.
Goodyear Austria GmbH, Wien
1.4 Kennzahlen
| Investitions- und Finanzierungsanalyse | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| in TEUR | in TEUR | |
| Eigenkapitalquote | ||
| Eigenkapital | 5.171 | 6.723 |
| Gesamtkapital | 16.117 | 19.441 |
| Eigenkapitalquote | 32,1 % | 34,6 % |
| Fremdkapitalquote | ||
| Fremdkapital | 10.946 | 12.717 |
| Gesamtkapital | 16.117 | 19.441 |
| Fremdkapitalquote | 67,9 % | 65,4 % |
| Anlagenintensität | ||
| Anlagevermögen | 1.225 | 1.167 |
| Gesamtvermögen | 16.117 | 19.441 |
| Anlagenintensität | 7,6 % | 6,0 % |
| Liquiditätskennzahlen | ||
| Cashflow | ||
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | -203 | 424 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 2.203 | 1.575 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -2.000 | -2.000 |
| Beschäftigte | ||
| Umsatz pro Beschäftigten | ||
| Umsatzerlöse | 57.352 | 60.718 |
| Anzahl der Beschäftigten | 30 | 27 |
| Umsatz pro Beschäftigten | 1.912 | 2.249 |
| Personalintensität | ||
| Personalaufwand | 2.687 | 3.875 |
| Umsatzerlöse | 57.352 | 60.718 |
| Personalintensität | 4,7% | 6,4% |
1.5 Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr
Im Februar 2025 schloss Goodyear den Verkauf seines Off-The-Road-(OTR)-Reifengeschäfts an die The Yokohama Rubber Company, Limited ab. Die Transaktion war Teil des Transformationsprogramms „Goodyear Forward“, mit dem Goodyear sein Portfolio straffen und sich auf zentrale Wachstumsbereiche konzentrieren möchte. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen zur Schuldenreduzierung und zur Finanzierung strategischer Initiativen eingesetzt werden.
1.6 Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft betreibt in Österreich keine Forschung und Entwicklung.
1.7 Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft besitzt keine Zweigniederlassungen in Österreich.
2. Prognosebericht
Das Geschäftsjahr 2026 steht im Zeichen einer moderaten wirtschaftlichen Erholung und einer stabilen, leicht optimistischen Marktentwicklung für die Reifenbranche in Osterreich. Das seit sechs Jahren etablierte Großhandels-Vertriebskonzept hat sich weiterhin bewährt und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer lokalen Partner gegenüber dem internationalen Großhandel. Auch im qualifizierten Reifen-Einzelhandel und Autohaus-Segment konnten wir durch gezielte Neukundenakquisitionen und die Stabilisierung bestehender Partnerschaften Marktanteile sichern und ausbauen.
Makroökonomisch befindet sich Osterreich nach drei schwachen Jahren in einer Phase der Stabilisierung. Nach einem BIP-Rückgang 2023 und 2024 sowie einer Stagnation 2025 erwarten OeNB und WIFO für 2026 ein leichtes Wachstum zwischen +0,2 % und +1,1 %. Die Inflation dürfte aufgrund belastender Auswirkungen der geopolitischen Krisen im Bereich von 2,5 % bis 4,1% liegen. Daher bleibt das Konsumverhalten zurückhaltend. Die Sparquote bleibt hoch, und die Nachfrage verschiebt sich weiter in Richtung preisbewusster Segmente.
Goodyear Austria GmbH, Wien
Für die Reifenbranche bedeutet dies ein weiterhin strukturell verändertes Marktumfeld. Der Trend zu All-Season-Reifen setzt sich fort, während das Winterreifengeschäft zunehmend vom Ersatzbedarf und preisorientierten Konsumenten geprägt ist. Im LKW-Segment erwarten wir eine leichte Erholung, unterstützt durch positive außenwirtschaftliche Impulse, insbesondere durch steigende Infrastrukturinvestitionen in Deutschland.
Unternehmensseitig planen wir für 2026 eine leichte Umsatzsteigerung, stabile bis leicht wachsende Marktanteile und ein moderates Ergebnisplus, getragen durch Preis- und Mixeffekte. Gleichzeitig rechnen wir mit leicht rückläufigen Stückzahlen, was durch ein striktes Kostenmanagement und die Optimierung des Marken- und Produktmixes kompensiert werden soll. Die Ergebnisse der Reifentests bleiben ein zentraler Erfolgsfaktor, und wir erwarten aufgrund zahlreicher Produktverbesserungen eine wettbewerbsfähige Positionierung.
Insgesamt gehen wir für 2026 von einem stabilen Marktumfeld mit moderatem Wachstumspotenzial aus. Die Kombination aus vorsichtigem Konsum, strukturellem Wandel im Reifenmarkt und positiven außenwirtschaftlichen Impulsen bildet die Grundlage für eine solide, leicht optimistische Geschäftsentwicklung.
3. Risikoberichterstattung
Die Gesellschaft hat ein strukturiertes Risikomanagement-System installiert, um frühzeitig Risiken zu erkennen und zu erfassen, sowie bei Entscheidungen berücksichtigen zu können. Die Verantwortung für die Früherkennung, Erfassung, Steuerung und Kommunikation von Risiken liegt bei den Abteilungsleitern der verschiedenen Geschäftsbereiche, sowie der Geschäftsführung, welche in regelmäßigen Sitzungen eine Risikoevaluierung vornimmt.
Außer den bereits im Jahresabschluss und im Anhang adressierten Risiken bestehen keine weiteren Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditäts- und Cashflow-Risiken.
Die generellen Auswirkungen weltweiten Wirtschaftskrise und den sich daraus ergebenden erheblichen wirtschaftlichen Folgen werden laufend evaluiert und es werden für die unterschiedlichen Leistungsbeziehungen Maßnahmen getroffen, um die daraus entstehenden Risiken zu minimieren.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Finanzinstrumente eingesetzt.
Goodyear Austria GmbH, Wien
4. Personal und Sozialbericht
Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 30 Beschäftigte tätig.
Fachspezifische Schulungen von Mitarbeitern fanden das ganze Jahr über statt.
Unseren Mitarbeitern sprechen wir Dank und Anerkennung für ihren Einsatz und ihre Leistung im abgelaufenen Geschäftsjahr aus.
Wien, am 29. Mai 2026
Goodyear Austria GmbH, Wien Die Geschäftsführung:
Sturmius Johannes Wehner
Nge lent
Torge Keck