Inhaltsverzeichnis
Bauder Gesellschaft m.b.H., Ansfelden Lagebericht für 2025
1. Allgemein
1.1 Das Familienunternehmen
Die Bauder Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Ansfelden, ein Tochterunternehmen der deutschen Unternehmensgruppe Paul Bauder GmbH & Co. KG, ist seit mehr als 40 Jahren in Österreich tätig und produziert und vertreibt dort hochwertige Dachsysteme.
Die Paul Bauder GmbH & Co. KG ist seit fast 170 Jahren in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Produkten rund um das Dach aktiv. Das Unternehmen legt besonderen Wert darauf, seinen Kunden qualitativ hochwertige Lösungen anbieten zu können und versteht sich als leistungsstarker Anbieter von Dachsystemen im europäischen Markt.
Das Familienunternehmen wird in der vierten Generation von den drei Brüdern Jan, Mark und Tim Bauder gemeinschaftlich geführt. Neben den deutschen Gesellschaften ist der Bauder Konzern mit 18 Tochtergesellschaften im europäischen Ausland präsent, die 19. Tochtergesellschaft in Bulgarien wurde im Berichtsjahr gegründet und startet operativ im Januar 2026. Dank der großen Sortimentsvielfalt bietet Bauder für jedes Dach die ideale Lösung: vom Voranstrich bis zum Nutzdach-System mit Dachbegrünung und Photovoltaik. In sieben Werken in Deutschland und einem Werk in Österreich werden moderne Dachbahnen aus Bitumen und Kunststoff (PVC und FPO), der Hochleistungsdämmstoff Polyurethan-Hartschaum (kaschiert und unkaschiert) sowie Flüssigkunststoff auf Polyurethan-Basis für Detailausbildungen hergestellt. Das neue Werk in Drusenheim (Frankreich) wurde 2025 in Betrieb genommen.
Zusammen mit den vielfältigen Nutzdach-Produkten für die Dachbegrünung, für Photovoltaik und zur Absturzsicherung ergibt sich ein umfangreiches Angebot für alle Arten von Flach- und Steildächern. Mit den Vegetationssubstraten der Vulkatec Riebensahm GmbH sowie den Produkten zur Dachentwässerung der Sita Bauelemente GmbH werden die BauderGREEN Gründachsysteme ergänzt. Weiterhin beinhaltet das Bauder Produktportfolio Dämmstoffprodukte aus Polyurethan-Hartschaum, die in der Industrie Anwendung finden, beispielsweise in der Reinraumtechnik oder in Kühlfahrzeugen.
1.2 Die Bauder Mannschaft
Ziel des Unternehmens ist es, in jedem Geschäftsfeld eine Spitzenposition einzunehmen und diese Marktposition europaweit auszubauen und zu festigen. Die individuellen Anforderungen der verschiedenen Märkte frühzeitig zu erkennen und innovative Lösungen zu entwickeln, ist die Stärke der mehr als 1.800 Mitarbeitenden, denen beim Unternehmenserfolg eine zentrale Rolle zukommt. Der Bauder Konzern investiert daher kontinuierlich in die „Beste Mannschaft“, wie der interne Name des Teams lautet – sowohl kulturell als auch in die individuelle Entwicklung und Weiterbildung aller Mitarbeitenden. Dazu gehört auch ein umfassendes Ausund Weiterbildungskonzept.
Die Bauder Unternehmenskultur basiert auf dem gemeinsamen Verständnis, dass gute Einzelleistungen allein nicht genügen, um im heutigen Wettbewerbsumfeld nachhaltig erfolgreich zu sein. Das „Bauder Leitbild“ dient hierbei als festes Wertegerüst und gemeinsames Verständnis der Zusammenarbeit. Aufgrund des starken Unternehmenswachstums fand auch im zurückliegenden Jahr erneut eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Elementen des Leitbildes statt.
Die Bauder Unternehmenskultur ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, um Fachkräfte langfristig für das Unternehmen zu gewinnen und zu binden. 2025 feierten 113 Kolleginnen und Kollegen ein Firmenjubiläum zwischen 10 und 45 Jahren Betriebszugehörigkeit.
1.3 Der Bauder Service
Die Motivation der „Besten Mannschaft“ sind die Kundinnen und Kunden. Das gemeinsame Verständnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, dass langfristiger Unternehmenserfolg letztendlich auf kontinuierlicher Kundenzufriedenheit beruht.
Auch 2025 baute der Bauder Konzern wie in den Vorjahren ihr umfassendes Service- und Dienstleistungsangebot für ihre Kundinnen und Kunden weiter aus. Schwerpunkte waren hierbei Fortbildungen für (GaLa-) Architektinnen und Architekten sowie Planerinnen und Planern. Vor allem die während der Corona-Pandemie erfolgreich etablierten digitalen Dach-Symposien (Webinare) wurden weiter fortgeführt und thematisch ausgebaut. Die Bauder Dach-Symposien als Präsenzveranstaltung wurden erneut um Nutzdach-Symposien ergänzt. Außerdem wurden vor allem im Bereich Nutz- bzw. Gründach die Serviceleistungen wie Anlagenplanung von Solargründächern oder auch planungsunterstützende Berechnungen zum Regenwassermanagement weiter ausgebaut. Weiter wurden wieder TÜV-zertifizierte Schulungen für das Handwerk als Präsenzveranstaltungen durchgeführt, um die Qualität der Ausführung der technisch immer komplexer werdenden Systeme sicherzustellen.
Um den strategischen Fokus der vielseitigen Nutzung von Flachdächern anschaulich aufzubereiten, wurde die Website nutzedeindach.de auch im Jahr 2025 systemisch weiterentwickelt. Die Informationsseite gibt einen detaillierten und übersichtlichen Überblick über die vielfachen Möglichkeiten der Bauder Nutzdachsysteme sowie Serviceleistungen.
Zudem wurde 2025 der „Bauder Flachdachnavigator“ auf der Bauder Website, der über 1.000 verschiedene Nutzdach- und Dachaufbauten inklusive Dachbegrünung, Photovoltaik-Systeme, Retention und
Absturzsicherungen beinhaltet, systemisch weiter aktualisiert. Im November 2025 wurde der Flachdach-/ Nutzdach-Navigator von Heinze, Deutschlands führender Informationsplattform für Architektinnen und Architekten, erneut mit einem silbernen Architects‘ Darling in der Kategorie „Bester Produktkonfigurator“ ausgezeichnet. Bei dieser Auszeichnung bewerten Architektinnen und Architekten sowie Planerinnen und Planer in einer großangelegten, von Heinze durchgeführten Marktforschung die begehrtesten Lösungen der Branche.
Einen goldenen Architects‘ Darling von Heinze erhielt Bauder 2025 darüber hinaus erneut in der Kategorie „Flachdach/Flachdachabdichtung“ sowie Silber in der Kategorie „Beste Objektberatung“.
Zudem wurde Bauder 2025 von der Eurobaustoff bereits zum 16. Mal zum Top-Lieferanten ausgezeichnet.
1.4 Nachhaltigkeit*
Der Klimawandel ist die größte Herausforderung der aktuellen Zeit und ist deswegen integraler Bestandteil der Bauder Unternehmensstrategie. Die „Beste Nachhaltigkeit“ wird im „Bauder Leitbild“ anhand vier Dimensionen beschrieben: „Ökonomisch“, „Ökologisch“, „Sozial“ und „Bedacht“ (Beitrag der produzierten Produkte). Sie bilden den verbindlichen Rahmen für nachhaltige Entscheidungen und langfristigen Unternehmenserfolg. Obwohl der Bauder Konzern erst ab dem Jahr 2028 zur Veröffentlichung eines externen Nachhaltigkeitsberichts verpflichtet ist, berichtet das Unternehmen bereits ab Berichtsjahr 2025 extern nach VSME-Standard.
1.4.1 Sozial
Der Bauder Konzern sichert seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristige Arbeitsplätze, stärkt den Mannschaftsgeist und bietet umfangreiche fachliche wie persönliche Aus- und Weiterbildungen an. Das Unternehmen übernimmt Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen, Menschenrechte sowie Gesundheit und Sicherheit.
Auch fördert der Bauder Konzern außerhalb des Unternehmens viele Maßnahmen im sozialen Bereich. Traditionell in der Weihnachtszeit spenden die Bauder Verkaufsgruppen in Europa an regionale gemeinnützige und bedürftige Organisationen wie beispielsweise die Tafeln, Kinderheime oder auch Krankenhäuser.
1.4.2 Produkte
Der Gebäudesektor, egal ob Neubau oder Sanierung, unterliegt einer Vielzahl klimapolitischer Ziele, die im Bereich Dach durch das Produktportfolio von Bauder umgesetzt werden können. Die langlebigen Abdichtungssysteme erhalten Bauwerke dauerhaft, die hochleistungsfähigen Wärmedämmsysteme sparen effektiv CO₂- Emissionen aus dem Gebäudesektor ein und sorgen so zudem für eine effiziente Energienutzung und damit eine sichere Basis für die geforderte Energiewende. Dachbegrünungssysteme sind umweltfreundlich, sie schaffen Lebensräume auf für die Natur verloren gegangenen Flächen und fördern so die Biodiversität. Sie binden zudem Schadstoffe, schützen das Gebäude im Sommer wie Winter vor Extremtemperaturen und starken Witterungseinflüssen. Zudem nimmt jedes Gründach rund 50 % des Regenwassers auf und entlastet so effektiv die Kanalisation. Umweltfreundliche Photovoltaiksysteme sind wichtige Hebel in der Energiewende und nutzen Dachflächen optimal.
Die Relevanz dieser Lösungen spiegelt sich auch in Branchen-Auszeichnungen wider. So erhielt Bauder im Sommer 2025 die Auszeichnung „Produkt des Jahres 2025“ in der Kategorie „Flachdach“ des „dachbaumagazins“, einer der führenden deutschen Fachzeitschriften für Dachhandwerker. Im Herbst gewann Bauder im renommierten Branchenwettbewerb „GebäudeGrün des Jahres“ des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG) in der Kategorie „BuGG-Gründach des Jahres 2025“ mit dem Gründach der Therme Amadé im österreichischen Pongau den ersten Platz.
1.4.3 Produktion
In der Produktion spielt Nachhaltigkeit eine zunehmend wichtige Rolle. Bereits 2024 hat das Unternehmen zu 100 % auf Ökostrom umgestellt. Beim neuen Werk für Flüssigkunststoff in Landsberg, das nach anderthalb Jahren Bauzeit im Januar 2025 eröffnet wurde, wurde ein konsequent ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz verfolgt. Durch das Zusammenspiel der höchst innovativen Rezeptur des eigenen Flüssigkunststoffs und einem maximal ressourceneffizienten Standort ist es Bauder gelungen, die bestmögliche Ökobilanz für das Produkt zu erzielen. Die Gebäude sind nach modernsten Technikstandards errichtet, um Ressourcen maximal effizient zu nutzen und so die entstehenden Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren. Der Produktionsstandort wurde mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und wird komplett unabhängig von fossilen Brennstoffen durch Wärmepumpen und eine effiziente Industriefußbodenheizung beheizt. Zudem werden in der gesamten Intralogistik konsequent E-Stapler eingesetzt, das Gebäude ist maximal gedämmt und der für die Produktion benötigte Stickstoff wird nicht geliefert, sondern am Standort selbst mit grünem Strom produziert – das spart zusätzlich emissionsreiche Lieferwege.
Auch bei Planung und Bau des neuen Werks im französischen Drusenheim, dessen Inbetriebnahme 2025 nach zweieinhalb Jahren Bauzeit begonnen hat, setzte der Bauder Konzern seinen verantwortungsvollen Anspruch an eine moderne Produktion konsequent um. In Sachen Ökologie gelang dies etwa durch umfassende Anpflanzungen heimischer Bäume und Hecken, die sich harmonisch in das vorhandene Landschaftsbild einfügen und so einen Beitrag zur Biodiversität leisten. Die bereits kommunal vorgegebenen 20 % Begrünung der Grundstücksfläche übertraf Bauder sogar und setzte bei einem Großteil der 20.000 Quadratmeter Produktionshallen sowie der Verwaltungs- und Bürogebäude konsequent extensive Dachbegrünungen ein. Das 23.800 Quadratmeter große Dach der Lagerhalle bietet zudem Platz für eine leistungsstarke Photovoltaikanlage (PV) mit 2 MWp. Das Werk wird vollauf den Vorgaben des französischen Energiestandards RE2020 gerecht.
Zum Erwärmen von Bitumen setzt Bauder in Drusenheim zum ersten Mal auf eine autarke Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen. In Kombination mit einem elektrischen Heizkessel wird der selbst erzeugte Solarstrom zur Erwärmung von Bitumen genutzt. Das bringt nicht nur erhebliche Kostenvorteile mit sich, sondern optimiert durch die Nutzung von Solarstrom auch den CO₂-Fußabdruck des Standortes. Innovativ ist ebenso das speziell entwickelte Speicherkonzept: Überschüssiger Solarstrom kann zum thermischen Laden der großvolumigen Bitumenbehälter genutzt werden. Auf diese Weise kann der Bedarf an Erdgas stark reduziert oder sogar ganz vermieden werden.
Für die generelle Wärmeversorgung ist das Werk an das lokale Fernwärmenetz angeschlossen. Darüber hinaus setzt das Unternehmen konsequent auf Elektromobilität, von eigenen Ladestationen für Firmenfahrzeuge und Autos der Mitarbeitenden bis hin zur ebenfalls elektrifizierten Gabelstapler-Flotte. Auch das Regenwassermanagement überzeugt: Sämtliches Regenwasser wird auf dem Grundstück über ein System von Versickerungsbecken gesammelt und dem Grundwasser zugeführt, ohne Anschluss an das öffentliche Abwassernetz. Das entlastet die öffentliche Kanalisation – ein wichtiger Beitrag zum lokalen Wassermanagement und Hochwasserschutz.
* Abschnitt ungeprüft
2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die europäische Bauwirtschaft befindet sich auch 2025 weiterhin in einer Schwächephase: nach zwei rückläufigen Jahren stagnierte das Bauvolumen im Jahr 2025 (+0,3%). Österreich entwickelte sich deutlich schwächer mit einem Rückgang im Bauwesen von -5,2 % im Jahr 2024 und -0,8 % im Jahr 2025 (WiFo Monatsberichte 2/2026).
Das Dachdeckerhandwerk zeigte sich im Vergleich zu anderen Bausparten robuster. Laut Angaben des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) erzielte das Gewerk im Jahr 2025 einen vorläufigen Gesamtumsatz von rund 13,5 Milliarden Euro, der damit gegenüber dem Vorjahr stagnierte. Aufgrund weiterhin gestiegener Preise für Materialien, Energie und Personal – wenngleich mit deutlich geringerer Dynamik als in den Vorjahren – lag der preisbereinigte Umsatz real rund 4,5 % unter dem Vorjahresniveau. Damit war der reale Umsatz im Dachdeckerhandwerk bereits das vierte Jahr in Folge rückläufig, obwohl die Nachfrage mengenmäßig stabil blieb.
Im deutschen Markt für Dach‑ und Bauwerksabdichtungen setzte sich 2025 die strukturelle Verschiebung innerhalb der Produktsegmente fort. Der Gesamtabsatz von Abdichtungsbahnen stieg gegenüber dem Vorjahr leicht im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der Absatz von Kunststoff‑ und Elastomerbahnen legte dabei erneut zweistellig zu (rund 10,3 %), während der Markt für Bitumenbahnen um rund -6,2 % rückläufig war. Ursache hierfür waren u. a. veränderte Bauweisen, steigende energetische Anforderungen sowie eine zunehmende Nachfrage nach leichteren und wartungsarmen Systemen. Für das Jahr 2026 erwartet der Branchenverband Der dichte Bau insgesamt stabile Absatzmengen auf dem erreichten Niveau.
Im Bereich der PU‑Dämmstoffe zeigte sich 2025 eine leichte Erholung. Nach den deutlichen Rückgängen der Jahre 2022 und 2023 deutet die Entwicklung auf eine Stabilisierung hin, insbesondere getragen durch steigende Sanierungsaktivitäten und energetische Nachrüstungen im Gebäudebestand
3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Die angespannte wirtschaftliche Lage in Österreich führte zu einem leichten Rückgang des Inlandsumsatzes. Insgesamt konnte im Jahr 2025 aber durch den gestiegenen Auslandsumsatz eine deutliche Umsatzsteigerung erreicht und der geplante Umsatz übertroffen werden. Das Unternehmen erhöhte seinen Umsatz 2025 um 7,3 % im Vergleich zum Vorjahr auf 136,8 Mio. Euro (Vorjahr: 115 Mio. EUR).
Die Materialaufwendungen erhöhten sich von 85,2 Mio. Euro aus dem Vorjahr auf 96,0 Mio. EUR im Jahr 2025. Der Rohertrag erhöhte sich auf 40,8 Mio. EUR (Vorjahr: 29,8 Mio. EUR).
Die Personalaufwendungen stiegen um rund 1,3 Mio. Euro auf 13,7 Mio. Euro, die Personalaufwandsquote verringerte sich auf 10,0 %. Dabei wurden im Jahr 2025 durchschnittlich 162 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 141).
Das Anlage- und Umlaufvermögen und damit das langfristige gebundene Vermögen des Unternehmens wurde nahezu vollständig mit Eigenmitteln und über ein Gesellschafterdarlehen der Konzernmutter finanziert. Die Bilanzsumme verringerte sich im Berichtszeitraum von 145,4 Mio. EUR auf 144,9 Mio. EUR.
Die Eigenmittelquote der Gesellschaft erhöhte sich im Jahr 2025 auf 38,2% (Vorjahr: 36,9 %). Aufgrund der Eigenfinanzierung und der Finanzierung durch die Konzernmutter war die Gesellschaft jederzeit mit ausreichend Liquidität ausgestattet.
4. Voraussichtliche Entwicklung mit Chancen und Risiken
4.1 Allgemein
Die Unternehmensstrategie des Bauder Konzerns bildet die zentrale Grundlage, um sich in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld nachhaltig zu positionieren. Sie zielt darauf ab, identifizierte Markt‑ und Wachstumschancen konsequent zu nutzen und zugleich unternehmerische Risiken frühzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern.
Zur systematischen Umsetzung dieser Ziele bedient sich Bauder eines konzernweit etablierten integrierten Managementsystems, das die Anforderungen der Normen ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 50001 (Energiemanagement) miteinander verbindet. Dieses System unterstützt die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen, die effiziente Nutzung von Ressourcen sowie die Einhaltung regulatorischer und gesellschaftlicher Anforderungen und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbs‑ und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
4.2 Die Bauder Unternehmensstrategie
Die Unternehmensstrategie des Bauder Konzerns ist auf nachhaltiges, profitables Wachstum sowie die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet und bildet den Rahmen für alle unternehmerischen Entscheidungen. Sie basiert auf dem Leitbild mit den strategischen Eckpfeilern Beste Kundenzufriedenheit, Beste Mannschaft und Beste Nachhaltigkeit und verknüpft ökologische, soziale sowie
ökonomische Zielsetzungen. Auf dieser Grundlage werden im Rahmen der mittelfristigen Unternehmensplanung strategische Ziele für Geschäftsfelder und Produktbereiche definiert, die sowohl Chancen aus Markt- und Technologietrends als auch Risiken aus dem Wettbewerbs- und Kostenumfeld berücksichtigen. Daraus werden konsistente quantitative und qualitative Jahresziele für Gesellschaften und Funktionen abgeleitet. Die Umsetzung der Strategie erfolgt dezentral in operativer Verantwortung der Einheiten bei konzernweiten Vorgaben. Die Zielerreichung und die Angemessenheit der strategischen Maßnahmen werden regelmäßig überwacht und bei Bedarf angepasst.
4.3 Risiken
Das weiterhin wesentliche Risiko für den Bauder Konzern liegt in den anhaltenden Schwankungen der Rohstoff- und Energiemärkte. Auch wenn sich die extremen Ausschläge der Jahre 2022/2023 abgeschwächt haben, verbleiben die Preisniveaus für rohöl- und gasbasierte Vorprodukte sowie für Energie insgesamt auf einem historisch hohen und volatilen Niveau. Ursächlich hierfür sind neben dem fortdauernden Ukraine‑Krieg auch neue geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, die wiederholt zu Unsicherheiten an den globalen Energie- und Rohstoffmärkten führen. Entsprechend bleibt die Kostenentwicklung in der gesamten Bau- und Dachbranche mit erhöhten Planungs- und Kalkulationsrisiken verbunden.
Die Entwicklung der Baukonjunktur, insbesondere im Wohnungsbau, stellt weiterhin einen zentralen Risikofaktor dar. Zwar mehren sich Anzeichen einer konjunkturellen Bodenbildung, jedoch bleibt das Marktumfeld durch weiterhin hohe Bauzinsen, verhaltene Investitionsbereitschaft privater Bauherren sowie strukturelle Hemmnisse wie lange Genehmigungsverfahren und regulatorische Anforderungen belastet. Eine nachhaltige Erholung des Wohnungsneubaus wird branchenweit erst ab dem Jahr 2026 erwartet und bleibt maßgeblich von der Verlässlichkeit politischer Fördermaßnahmen abhängig.
Unverändert hoch ist das Risiko des Fachkräftemangels im Bau- und Ausbaugewerbe, insbesondere auch im Dachdeckerhandwerk. Trotz der abgeschwächten Konjunktur bestehen weiterhin strukturelle Engpässe, die sich mittelfristig durch den demografischen Wandel weiter verschärfen dürften. Insbesondere bei einer wieder anziehenden Nachfrage besteht das Risiko, dass Kapazitätsausweitungen nur eingeschränkt realisiert werden können. Dies stellt branchenweit ein potenzielles Wachstumshemmnis dar.
Die Geschäftsführung begegnet diesen Risiken weiterhin durch eine vorausschauende Steuerung der Organisations‑ und Kapazitätsentwicklung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Sicherstellung der Lieferfähigkeit durch langfristige Rohstoffdisposition, enge Lieferantenbeziehungen sowie die Vorhaltung ausreichender Logistik‑ und Produktionskapazitäten.
Zunehmend an Bedeutung gewinnt zudem das Risiko aus dem Bereich der Cyber‑ und IT‑Sicherheit. Angesichts der allgemein angespannten Bedrohungslage und der steigenden Anzahl von Cyberangriffen auf Industrie‑ und mittelständische Unternehmen wird die konzernweite IT‑Sicherheitsstrategie kontinuierlich weiterentwickelt und an aktuelle Bedrohungsszenarien angepasst.
Beständige Risiken ergeben sich darüber hinaus aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie aus dem Wettbewerbsverhalten. Durch die konsequente Ausrichtung auf Kostenführerschaft bei einem gleichzeitig qualitativ hochwertigem und breit diversifiziertem Produktportfolio kann dieses Risiko zwar das Ergebnis beeinflussen, stellt jedoch kein bestandsgefährdendes Risiko für den Konzern dar.
Ein straffes Forderungsmanagement hält weiterhin die Forderungsausfälle auf niedrigem Niveau. Liquiditätsrisiken bestehen nicht, da der Konzern unverändert über eine solide Eigenkapital‑ und Finanzierungsbasis verfügt.
Zusammenfassend werden die Risiken des Konzerns weiterhin maßgeblich durch externe Markt‑ und Kostenfaktoren geprägt. Insgesamt ergeben sich jedoch keine Risiken, die den Bestand des Unternehmens gefährden.
4.4 Chancen
Die klimapolitischen Zielsetzungen im Gebäudesektor stellen auch im Geschäftsjahr 2025 einen wesentlichen Wachstumstreiber dar. Mit der im Jahr 2024 final verabschiedeten und 2025 konkretisierten Überarbeitung der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) rückt insbesondere die energetische Sanierung des Bestandsgebäudesektors stärker in den Fokus. Ziel der Richtlinie ist eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs von Bestandsgebäuden, wobei Dächer als zentrale Bauteile der Gebäudehülle eine Schlüsselrolle einnehmen. Die Umsetzung dieser Vorgaben in nationales Recht ab 2025/2026 schafft bereits im Berichtsjahr verlässliche Investitions- und Nachfragesignale für hochwertige Dämm- und Dachsysteme.
Nach wie vor zunehmend ist der Trend zur klimaresilienten und nachhaltigen Stadtentwicklung. Kommunen und Gesetzgeber treiben Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel gezielt voran, insbesondere zur Begrenzung von Hitzeeffekten, zur Regenwasserbewirtschaftung sowie zur dezentralen Energieerzeugung. Dachbegrünungen, Retentionsdächer im Rahmen des Schwammstadt‑Konzepts sowie die Integration von Photovoltaik‑Systemen werden zunehmend verbindlich gefordert oder finanziell gefördert. Diese Entwicklungen waren bereits 2025 in zahlreichen kommunalen Satzungen, Förderprogrammen und öffentlichen Bauprojekten sichtbar und wirken nachfragefördernd auf multifunktionale Dachsysteme.
Die im Vorjahr identifizierte starke Bedeutung des Sanierungsmarktes hat sich im Geschäftsjahr 2025 weiter bestätigt. Aufgrund der weiterhin verhaltenen Neubautätigkeit verlagert sich das Baugeschehen zunehmend auf Modernisierung, energetische Aufwertung und Bestandserhalt. Diese Entwicklung ist weniger zinssensibel und wird zusätzlich durch Förderprogramme, regulatorische Vorgaben und den anhaltenden Sanierungsbedarf des europäischen Gebäudebestands gestützt. Bestandsmaßnahmen wirken stabilisierend auf die Baukonjunktur und eröffnen insbesondere Herstellern mit breitem, sanierungsfähigem Portfolio nachhaltige Wachstumsperspektiven.
Darüber hinaus ergeben sich zusätzliche Chancen aus öffentlichen Investitionsprogrammen, die bereits 2025 verstärkt wirksam wurden. Auf Bundes‑ und EU‑Ebene fließen umfangreiche Mittel in die energetische Ertüchtigung öffentlicher Gebäude, in Infrastruktur‑, Industrie‑ und Gewerbebauten sowie in klimabezogene Maßnahmen. Diese Projekte zeichnen sich durch langfristige Planungshorizonte, hohe technische Anforderungen und vergleichsweise stabile Finanzierungsstrukturen aus und stärken somit nachhaltig die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und langlebigen Dachsystemen.
Bauder hat sein Produkt‑ und Systemportfolio sowie die dazugehörigen Serviceleistungen frühzeitig und konsequent an diese Entwicklungen angepasst.
Der Ansatz, vollständige und technisch aufeinander abgestimmte Dachsysteme aus einer Hand anzubieten, gewinnt angesichts steigender regulatorischer, normativer und dokumentationsbezogener Anforderungen wei-
ter an Bedeutung. Insbesondere für Verarbeiter, Architekten und Planer reduziert dieser Systemgedanke Komplexität, Haftungsrisiken und Schnittstellenprobleme und stärkt die Marktposition des Unternehmens nachhaltig.
Die bereits im Geschäftsjahr 2025 laufenden Investitionen in Werkserweiterungen, neue Produktionskapazitäten und Logistikstrukturen schaffen zudem die Grundlage, um die erwartete steigende Nachfrage in den relevanten europäischen Märkten auch künftig zuverlässig bedienen zu können. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und einer erhöhten Sensibilität für Lieferketten stellt die regionale Produktions‑ und Lieferfähigkeit einen zunehmenden Wettbewerbsvorteil dar.
Zusätzliche Chancen ergeben sich aus der kontinuierlichen Weiterentwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen, insbesondere im Hinblick auf Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und Systemintegration. Die steigenden Anforderungen an CO₂‑Reduktion, Materialeffizienz sowie an digitale Informations‑ und Serviceangebote stärken die Differenzierung im Markt und unterstützen eine langfristige Kundenbindung.
Zusammenfassend gelten die im Vorjahr identifizierten Chancen uneingeschränkt fort und haben sich im Geschäftsjahr 2025 in wesentlichen Bereichen – insbesondere Sanierung, klimabezogene Dachnutzung und Systemlösungen – weiter konkretisiert und verstärkt. Der Bauder Konzern sieht sich vor diesem Hintergrund gut positioniert, um die sich ergebenden Marktchancen nachhaltig und ergebnisorientiert zu nutzen.
4.5 Ausblick 2026
Vor dem Hintergrund eines im Geschäftsjahr 2025 weiterhin herausfordernden Marktumfeldes, jedoch erkennbarer Stabilisierungstendenzen in wesentlichen Teilmärkten, rechnet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2026 mit einem realen und nominalen Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dieses Wachstum wird insbesondere durch die weiter zunehmende Bedeutung des Sanierungsmarktes, durch öffentliche und gewerbliche Bauinvestitionen sowie durch die steigende Nachfrage nach integrierten, energieeffizienten Dachsystemen getragen.
Die Planungsprämissen für das Jahr 2026 zeichnen ein anspruchsvolles Kostenumfeld mit höherer Volatilität bei Rohstoffen. Vor diesem Hintergrund erwartet die Geschäftsführung für die Bauder Gesellschaft m.b.H. eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT‑Marge) auf dem Niveau des Vorjahres und absolut ein verbessertes Ergebnis (EBIT) gegenüber 2025.
Bauder wird seine strategischen Stärken als Systemanbieter auch künftig gezielt ausbauen. Der Fokus liegt weiterhin auf der konsequenten Weiterentwicklung nachhaltiger Dachsysteme, der Stärkung des Lösungsansatzes „Systeme aus einer Hand“ sowie auf der fortlaufenden Digitalisierung von Prozessen, Services und Kundenschnittstellen. Ziel ist es, die steigenden technischen, regulatorischen und dokumentationsbezogenen Anforderungen der Märkte effizient zu unterstützen und den Kundennutzen weiter zu erhöhen.
Die langlebigen Abdichtungs‑ und hochleistungsfähigen Wärmedämmsysteme des Bauder Konzerns leisten einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung von CO₂‑Emissionen im Gebäudesektor und bilden eine zentrale Grundlage für die Energie‑ und Klimaziele im europäischen Marktumfeld. Insbesondere im Zusammenspiel mit Dachbegrünungen, Photovoltaik‑Systemen und wasserrückhaltenden Dachlösungen adressiert Bauder zentrale Anforderungen der energetischen Sanierung sowie der klimaresilienten Stadtentwicklung.
Der Geschäftsverlauf des Jahres 2026 hängt weiterhin maßgeblich von der Entwicklung der Baukonjunktur, der Investitionsbereitschaft öffentlicher und gewerblicher Auftraggeber, der Zinsentwicklung, der Situation an
den Rohstoff- und Energiemärkten sowie von der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkråfte ab. Diese Einflussfaktoren wirken gleichermaßen auf das Inland wie auf die europåischen Auslandsmärkte, in denen der Bauder Konzern tätig ist.
Gleichzeitig schaffen die bereits im Geschäftsjahr 2025 initiierten und fortgeführten Investitionen in Produktions- und Logistikkapazitäten die Voraussetzung, um auf eine sich schrittweise verbessernde Marktnachfrage flexibel und zuverlässig reagieren zu können. Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und zunehmender Sensibilität für Lieferketten stärkt dies die Wettbewerbsposition des Bauder Konzerns nachhaltig.
Die am 28. Februar 2026 gestarteten und weiterhin anhaltenden Angriffe auf den Iran und die Gegenangriffe auf Länder im Nahen Osten beeinträchtigen Wertschöpfungsketten weltweit. Der Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Insgesant blickt die Geschäftsführung verhalten optimistisch auf das Geschäftsjahr 2026. Auf Basis der aktuellen Einschätzung des Marktumfeldes sowie der strategischen Positionierung halt die Geschäftsführung die gesetzten wirtschaftlichen Ziele aus heutiger Sicht für anspruchsvoll, jedoch erreichbar.
5. Forschung und Entwicklung
Forschungs- oder Entwicklungsaktivitaten werden von der Gesellschaft nicht betrieben, sondern im Konzernverbund der Paul Bauder GmbH & Co. KG in Deutschland verfolgt.
Ansellen, 8 Juli 2026
Die Geschäftsführung
| And | Marke sues Vin Bander | |
|---|---|---|
| Jan Bauder | Mark Bauder | Tim Bauder |