Inhaltsverzeichnis
Laqe bericht
der EREMA Engineering Recycling Maschinen und Anlagen Gesellschaft m.b.H., Ansfelden für das Geschäftsjahr 2024/25
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der Gesellschaft
Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in der Planung und der fabrikmäßigen Erzeugung von Kunststoff-Recycling-Maschinen.
Das letzte Geschäftsjahr war im operativen Betrieb sehr stark durch die schwachen Absatzmärkte und globalen Unsicherheiten wie beispielsweise die Veränderten Rahmenbedingungen für Wirtschaftsbeziehungen mit USA aber auch den weiterhin bestehenden Russland-Ukraine Krieg geprägt. Diese Faktoren haben aktuell mit Sicherheit einen wichtigen Einfluss auf die abgeschwächte Marktnachfrage.
Die EREMA Eng. konnte trotz dieser herausfordernden Umfeldbedingungen dennoch relativ gut trotzen und den Umsatzrückgang auf einem gut beherrschbaren Niveau halten, was einerseits das Resultat langjähriger intensiver R&D- und Marktbearbeitungsaktivitäten und, daraus resultierend, eines sehr wettbewerbsfähigen Produktportfolios bzw. einer auch geographisch sehr breiten und starken Marktstellung ist. Das Unternehmen profitiert aktuell sicherlich auch stark von der globalen Ausrichtung der Vertriebsorganisation, womit einzelne schwächere Märkte gut durch andere gut laufende Märkte kompensiert werden konnten.
Nachdem in den Vorjahren die Fixkostenstruktur im Vergleich zur Umsatzentwicklung überproportional gestiegen ist und Prozess- und Strukturthemen durch das mehrjährige enorme Unternehmenswachstum nicht in allen Bereichen optimal weiterentwickelt werden konnten, wurde bereits im GJ 23/24 damit begonnen, die Marktkonsolidierungsphase intensiv zu nutzen, um die Unternehmensprozesse und die Kostenstruktur zu optimieren. Durch die Bildung interner Fokus-Teams wurde eine Vielzahl an Projekten mit Fokus Optimierung, Standardisierung und Digitalisierung interner Prozesse durchgeführt. Insgesamt wurden über 30 Projekte erfolgreich abgeschlossen und das Unternehmen konnte bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr klar von dieser Initiative profitieren.
Beim operativen Ergebnis in Absolutwerten gab es einerseits einen Rückgang, andererseits liegen die Werte im Branchenvergleich immer noch auf einem sehr guten Niveau.
2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Ertragslage:
Die Umsatzerlõse betragen 293,00 MEUR (Vorjahr 345,27 MEUR).
Die Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen an halbfertigen und fertigen Erzeugnissen ergeben eine Produktionsleistung von 300,20 MEUR (Vorjahr 348,63 MEUR).
Das Ergebnis vor Steuern beträgt 2024/25 22,09 MEUR (2023/24 29,27 MEUR). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem geringeren Absatzvolumen. Es sind jedoch auch positive Ergebnisbeiträge aus Auflösungen nicht benötigter Rückstellungen sowie negative Effekte aus Abwertungen im enthalten. Vorratsbereich
| 2024/25 | 2023/24 | ||
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | |||
| Umsatzrentabilität in % | 7,54 % | 8,48 % | |
| Umsatz |
Aufwandsanalyse:
| 2024/25 | 2023/24 | |||
|---|---|---|---|---|
| Tausend EUR | % | Tausend EUR | % | |
| Personalaufwand | 48.145 | 44,3 | 45.094 | 38,8 |
| Leihpersonal | 2.493 | 2.3 | 4.029 | 3.5 |
| Konzernverrechnung | 10.341 | 9.5 | 11.907 | 10.2 |
| Abschreibung Anlagevermögen | 6.121 | 5,6 | 6.955 | 6,0 |
| sonstiger Aufwand | 40.560 | 37,3 | 47.630 | 41,0 |
| Zinsen | 1.035 | 1,0 | 608 | 0,5 |
| Summe Aufwendungen | 108.695 | 100,0 | 116.223 | 100,0 |
Vermögenslage:
Im Geschäftsjahr 2024/25 betrugen die Investitionen im Anlagevermögen ohne geringwertige Wirtschaftsgüter 2,06 MEUR (Vorjahr 6,41 MEUR), wovon 1,96 MEUR (Vorjahr 5,84 MEUR) auf das Sachanlagevermögen, 0,14 MEUR (Vorjahr 0,19 MEUR) auf das immaterielle Anlagevermögen und 0,83 MEUR (Vorjahr 0,38 MEUR) auf Finanzanlagevermögen entfallen. das
Finanzlage:
Das Eigenkapital beträgt 76,61 MEUR (Vorjahr 73,14
MEUR), woraus sich eine
Eigenkapitalquote von 41,37 % (Vorjahr 34,48 %) ergibt.
Die Liquiditätssituation wird auf Grund der nach wie vor intakten Ertragslage weiterhin als sehr gut eingestuft, dennoch wird Verbesserungspotential im Bereich Working Capital Management gesehen.
Kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen (ohne Rückstellung für Abfertigungen) in Höhe von insgesamt 98,96 MEUR (Vorjahr 124,72 MEUR) stehen kurzfristig verfügbare Mittel von 135,20 MEUR (Vorjahr 150,68 MEUR) gegenüber.
Für den Cash-Flow ergeben sich folgende Werte:
| 2024/25 | 2023/24 | |
|---|---|---|
| in MEUR | in MEUR | |
| Operativer Bereich | 3,688 | 6,68 |
| Investitionsbereich | 3,93 | 0,72 |
| Finanzierungsbereich | -13,22 | -22,71 |
| -5,68 | -15,31 |
Die Verânderung gegenüber dem Vorjahr ergab sich primår durch die Veränderungen im Finanzierungsbereich und diese betreffen primär die Ausschüttung von der EREMA Eng. an die Muttergesellschaft EREMA Group.
Im abgelaufenen Jahr wurden wiederum vielfältige Forschungsaktivitäten durchgeführt, um die Entwicklung des mechanischen Recycling weiter zu stärken. Die internationalen Vertriebsaktivitäten wurden durch die Weiterentwicklung des eigenen Office in Bangkok zu einer eigenständigen Firma weiter vorangetrieben
Im letzten Jahr wurden bei EREMA außerdem eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, um die Arbeitgeber-Marke zu stärken. So wurde gemeinsam mit der LIMAK ein Führungskräfteentwicklungsprogramm gestartet, welches im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen wurde.
Der Verbrauch von Energie, Wasser und Treibstoffen stellt bei EREMA Eng. keine relevante Umweltbelastung dar.
3. Risikobericht
Im Rahmen der Risikomanagementaktivitäten stehen aktuell die Entwicklung der Absatzmärkte sowie die unsichere Situation rund um die US-Zollthematik im Zentrum des Interesses. Diese Faktoren haben aktuell mit Sicherheit einen wichtigen Einfluss auf die abgeschwächte Marktnachfrage.
Die EREMA Gruppe ist durch ihre Finanzstärke grundsätzlich in der Lage, über vielfältige Maßnahmen wie Kundenfinanzierungen sowie gezielter Lageraufbau die gegebenen Unsicherheiten etwas abzufedern. Sie ist jedoch umgekehrt mit nach wie vor hohen Materialquoten und erhöhten Working Capital Werten konfrontiert und muss hier eine vernünftige Balance zwischen Sicherheit und Effizienz finden. Die in den letzten Jahren gestiegenen Materialquoten konnten dabei durch starke bestehende Lieferantenbeziehungen und eine strategische Verbreiterung der Lieferantenbasis in einem grundsätzlich gut beherrschbaren Ausmaß gehalten werden.
Bezüglich der Russland-Ukraine-Krise ist die Situation gegenüber dem letzten Geschäftsjahr nach wie vor unverändert. Russland wird auf Grund der Embargo-Bestimmungen aktuell nur beliefert, wenn dies mit den Embargo-Bestimmungen vereinbar ist. Die Vertriebsaktivitäten der eigenen Tochtergesellschaft in Moskau sind weiterhin ruhend gestellt.
Grundsätzlich wurde versucht, aus den Herausforderungen der letzten Jahre zu lernen und die Organisation weiter zu stärken bzw. die Resilienz gegenüber externen Störfaktoren durch verschiedene Maßnahmen laufend zu verbessern. Konkrete Beispiele dafür sind einerseits massive Investitionen in PV-Anlagen, andererseits aber auch die aktuellen Bemühungen, interne Prozesse zu verbessern und zu digitalisieren.
Im IT-Bereich werden aufgrund der aktuellen Cyber-Kriminalitäts-Thematik in regelmäßigen Abständen Desaster Recovery Szenarien durchgespielt, um für Extremsituationen so gut wie mõglich gerüstet zu sein.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der laufenden Absicherung einer stabilen Supply-Chain, hier wird einerseits intensiv mit allen wichtigen Lieferanten zusammengearbeitet, andererseits wird auch in internen Arbeitsgruppen daran gearbeitet, die Prozesse im Bereich der innerbetrieblichen Logistik bzw. im Produktionsbereich laufend zu optimieren und weiterzuentwickeln.
Generell begegnet die EREMA Eng. GmbH den Unternehmensrisiken durch ein umfassendes Qualitätssicherungs- und Risikomanagementsystem. Die implementierten Systeme umfassen insbesondere ein laufendes Berichtswesen inkl. automatisierter und kontinuierlich weiterentwickelter Auswertungen, regelmäßige Meetings und Geschäftsführungssitzungen.
Im Rahmen der strategischen Risiken muss nach wie vor auch dem Themenbereich „Internationale Handelspolitik“ Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei EREMA werden die wirtschaftspolitischen Entwicklungen weiterhin genau beobachtet und intern verschiedene Lösungswege zur Bewältigung möglicher geopolitischer Szenarien entwickelt.
Unter strategischen Gesichtspunkten werden auch laufend technische Entwicklungen im Kunststoffrecyclingbereich genau analysiert und auf potenzielle Auswirkungen auf das aktuelle EREMA Geschäftsmodell geprüft und gegebenenfalls strategische Anpassungen im F&E Bereich durchgeführt. Im Zuge dessen ist die EREMA Eng. GmbH an Leitprojekten und strategischen Forschungskooperationen als Kernplayer und treibende Kraft beteiligt.
Die operativen Risiken sind grundsätzlich auf die Hauptbereiche „Beschaffungs- und Absatzmarkt“ aufzugliedern. Wie bereits erwähnt, wird durch die allgemein angespannte Situation auf den globalen Beschaffungsmärkten besonders großes Augenmerk auf diesen Themenbereich im Rahmen des Konzern-Risikomanagements gelegt.
Die EREMA Eng. GmbH sollte jedoch grundsätzlich davon profitieren, dass durch das Schwesterunternehmen 3S GmbH wichtige Know-How-Teile auf zwei geographisch getrennten Standorten produziert werden. Auf diese Art und Weise sollte es gelingen, die Beschaffungsmarktrisiken etwas abzuschwächen.
Standardmäßig werden bei EREMA wichtige Lieferanten laufend einem internen Evaluierungsprozess unterzogen sowie für Lieferanten von Kernkomponenten „Backup- Lösungen“ entwickelt. Generell wird darauf geachtet, dass der EREMA Konzern über eine breite Lieferantenstruktur verfügt und sich keine Abhängigkeiten zu einzelnen Geschäftspartnern ergeben.
Marktseitig unterliegt die EREMA Eng. GmbH als Investitionsgüterlieferant hauptsächlich normalen konjunkturellen Schwankungen, wobei die breite inhaltliche (Post Consumer, Inhouse, PET, Chemical Recycling, Fiber) als auch regionale (weltweiter Aktionsradius) Marktbearbeitung hilft, temporäre Rückgänge in speziellen Marktsegmenten oder Regionen gut auszugleichen.
Spezielle Debitorenrisiken sind hingegen vernachlässigbar, da der Großteil der Lieferungen über L/Cs, OEKB-Garantien oder entsprechende Anzahlungen abgesichert wird.
Lieferungen, die nicht in EURO fakturiert werden, werden entsprechend der EREMA Währungssicherungs-Policy durch Devisentermingeschäfte (forwards) abgesichert.. Es wird im EREMA Konzern ausschließlich auf Devisentermingeschäfte zurückgegriffen, d.h. es kommen keine Optionsgeschäfte zur Anwendung. Ergänzend wird auf die Ausführungen zu
den derivativen Finanzinstrumenten im Anhang verwiesen. Seit dem 1. Jänner 2025 werden ausgewählte Geschäftsfälle unter Anwendung von Hedge Accounting bilanziert.
Das Risiko von Produkthaftungen wird durch konsequentes Qualitätsmanagement und laufende fachliche Weiterbildung der Mitarbeiter so weit wie möglich reduziert.
Die im letzten Jahr erwähnte Umstellung der Komponentenfertigung schreitet planmäßig voran und wird weitestgehend im Geschäftsjahr 25/26 abgeschlossen.
Potenzielle Personalrisiken, vor allem die Frage der Auswahl und Entwicklung von qualifizierten Mitarbeitern, wird durch externe und interne Kommunikations- und Evaluierungsmaßnahmen und an die jeweilige Mitarbeitergruppe angepasste Entwicklungsprogramme begegnet.
Im Bereich der finanziellen Risiken wird das Kredit- bzw. das Verlustrisiko bei Veranlagungsgeschäften durch Bonitätsprüfungen, Versicherungen (z.B. OEKB) und Diversifizierungsmaßnahmen reduziert.
Der Finanzkraft und damit der Sicherstellung der Liquidität kommt entscheidende Bedeutung zu. Durch die gute Eigenmittelausstattung ist der Unternehmensfortbestand auch im Falle von schwieriger werdenden Marktverhältnissen gewährleistet.
4. Forschung und Entwicklung
Die permanente Forschung und Weiterentwicklung im Bereich der Produktpalette gehört seit jeher zum Schwerpunkt des Unternehmens. Die zukünftigen Forschungsaktivitäten werden darauf abzielen, mit Hilfe von mechanischem Recycling generierten RE-Granulaten, auf einer breiten Inputmaterialbasis auf ein noch besseres Qualitäts- bzw. Weiterverwendungsniveau zu bringen. Auf diese Art und Weise soll der Status vom mechanischen Recycling als die überlegene Kunststoffrecyclingvariante langfristig abgesichert werden.
5. Voraussichtliche Entwicklung
Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird aufgrund des herausfordernden Marktumfeldes für Investitionsgüterproduzenten mit einer Seitwärtsbewegung bei der Umsatzleistung gerechnet. Die Entwicklung der Ertragslage ist aktuell aufgrund der externen Unsicherheitsfaktoren (Konjunktur, US-Zollpolitik, Zinsentwicklung, Inflation, politisches Umfeld in Europa und China bzw. Taiwan) etwas schwieriger zu prognostizieren, es wird aber aktuell auch ein etwas rückläufiges Ergebnis erwartet. Mittelfristig ist man nach wie vor zuversichtlich, dass sich die Auftragslage wieder verbessern wird, da zum Beispiel die EU-Politik trotz einer Auflockerung bei den CO2 Zielen am Schwerpunktthema Kreislaufwirtschaft festhält.
Im Rahmen einer kontinuierlichen Organisationsentwicklung werden die bereits begonnenen Projekte zur Prozessoptimierung konsequent fortgeführt und das Unternehmen für die nächsten Wachstumsschritte vorbereitet. In Bangkok wird im laufenden Geschäftsjahr das Vertriebsoffice nach der Gründung im letzten Jahr heuer auf Vollbetrieb hochgefahren, um den dynamischen asiatischen Markt optimal bedienen zu können.
Zusätzlich wird zukünftig verstärkt darauf Wert gelegt, auch betriebsübergreifend die Führungskräfte der Unternehmen der gesamten EREMA Gruppe in den Kommunikationsprozess (z.B. gemeinsame Managementmeetings Informationsveranstaltungen) bzw. in Schulungsprogramme einzubinden. und
6. Nachhaltigkeitsmanagement
Es wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr in Kooperation mit einem externen Beratungsunternehmen ein Nachhaltigkeitsmanagement in der EREMA Gruppe aufgebaut. In diesem Zusammenhang wurden bereits die strategischen Stoßrichtungen definiert und ein Nachhaltigkeitsprogramm für die nächsten Jahre erarbeitet. Ebenso wurde für den Standort Ansfelden ein „Nachhaltigkeits-Probebericht" erstellt, der jedoch durch Omnibus Verordnung an Relevanz verliert und aktuell auch nicht mehr weitererstellt wird. Unabhängig durch die Omnibus Anderungen wird das Thema Nachhaltigkeit bei Erema weiterverfolgt werden und die Aktivitäten auch in den Strategieprozess mitaufgenommen werden.
18.62
r Geschäf