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Lagebericht 2025

Axalta Coating Systems Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1.1.Geschäft und Rahmenbedingungen

Das Jahr 2025 war geprägt durch die anhaltende Rezession im EU-Raum, vor allem aber in Deutschland, unserem Hauptabsatzmarkt. Die Automobilindustrie war massiv betroffen und Produktionsrückgänge in allen Businesssegmenten waren die Folge. Im zweiten Halbjahr wurden fast 11% weniger produziert als im in den ersten beiden Quartalen, was zu einem Stellenabbau von 5,5% im Vergleich Durchschnitt 1. Halbjahr versus Jahresende im operativen Bereich führte.

Die Inflation war rückläufig aber immer noch höher als in fast allen anderen EU-Ländern. Dadurch lag auch die gesetzliche tarifliche Lohnerhöhung bei 2,65%, wobei diese Erhöhung je nach Verwendungsgruppen gedeckelt war und zu einer Erhöhung der Lohnund Gehaltskosten für den gesamten Standort von ca. 2,3% führte.

Die gestiegenen Kosten konnten nur teilweise an unsere Kunden weitergegeben werden, weshalb das Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zu 2024 nur mit einem leichten Umsatzplus, von 178,2 auf 181,4 Mio. abgeschlossen wurde.

1.2 Geschäftsergebnis, Ertragslage

Im Jahr 2025 wurden Umsatzerlöse einschließlich Verkäufe an verbundene Unternehmen in Höhe von 181,4 Mio. € erzielt. Diese lagen somit um 1,8% über dem Vorjahr (178,2 Mio. €). Die Umsätze wurden zu 62% mit EU-Ländern, zu 29% in Österreich und zu 9% vor allem in Asien erzielt.

Der Gesamtumsatz teilte sich wie folgt auf die einzelnen Geschäftsbereiche auf:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
Pulverlacke20,3 Mio. €
Mobility32,5 Mio. €
Industrielacke65,2 Mio. €
Reparaturlacke63,5 Mio. €

Trotz eines Rückganges der Absatzvolumina um 1,6% kam es zu einer Umsatzsteigerung von 1,7% die im Wesentlichen auf Preisanpassungen zurückzuführen ist. Die Axaltaspezifischen werksfixen Kosten (Plant Fix Costs) sind im Vergleich zum Vorjahr bei annähernd identer Fertigungsmenge gleich geblieben. Die Einheitskosten lagen mit 1,10 €/KG auf Vorjahresniveau jedoch um 0,04 €/KG über Budget. Somit konnten die werksfixen Kosten stabil gehalten und die Inflation durch Produktivitätssteigerungen ausgeglichen werden.

Das Lagerkostenbudget (FPDE) wurde um mehr als 11% unterschritten, da der größte Teil des Fertigwarenlagers nach Senec in die Slowakei ausgegliedert wurde. Grund dafür waren gesetzliche Änderungen in der Verordnung brennbarer Flüssigkeiten. Dies hatte zur Folge, dass die genehmigten VbF-Lagermengen nicht mehr eingehalten werden konnten. Investitionen im 2-stelligen Millionenbereich wären die Folge gewesen. Man entschied sich daher aus Kostengründen, die Fertigwaren auszulagern.

Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Investitionen in Sachanlagen in Höhe von ca. 3,2 Mio. EUR getätigt, wobei das geplante Budget aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage während des Jahres deutlich reduziert wurde. Bei den ausgeführten Projekten lag daher der Fokus vor allem auf den rechtlichen und sicherheitstechnischen Erfordernissen bzw. bereits, bedingt durch die Corona Pandemie verschobene Projekte zu beginnen bzw. abzuschließen.

Der Bestandswert der Rohstoffe stieg im Vergleich zu 2024 um 0,3 Mio. €, von 4,8 auf 5,1 Mio. € und der Gesamtbestand erhöhte sich von 20,9 auf 22,8 Mio. €.

Einen deutlichen Kostenrückgang gab es im Bereich CopQ zu verzeichnen, und zwar um 10%. Die Bestandsdifferenzen und Materialvernichtungen fielen um 29% oder 228 T€. Die Sonderfahrten stiegen um ca. 12% oder 31 T€. Einen großen Beitrag zum Rückgang der Qualitätskosten hatten im Jahr 2025 die Reklamationskosten in der Höhe von 1,5 T€ im Vergleich zum Vorjahr (130 T€).

Neben vielen Kleinprojekten (<50T€), die in Summe ca. 620 T€ ausmachten, haben wir folgende Investitionen durchgeführt:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Tankfarm300 T€
Zuluft Gebäude 10500 T€
Kartonierer für 3,5L Dosen450 T€
Feuer Alarm System350 T€
Neue Netzsch Mühle275 T€

1.3 Finanz- und Vermögenslage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt. Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente sind Gegenstand des allgemeinen Risikomanagements des Unternehmens, welches in den Buchhaltungs- und Bilanzierungsmethoden seinen Niederschlag findet.

Die Geldflussrechnung berücksichtigt die Vorgaben der AFRAC-Stellungnahme.

Der Nettogeldfluss des Unternehmens aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhöhte sich von 7.847 T€ im Jahr 2024 auf 16.468 T€ in 2025.

Der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit betrug 2025 -5.957 T€ gegenüber -2.571 T€ in 2024.

Der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit lag im Jahr 2025 bei -6.576 T€ gegenüber -5.858 T€ in 2024.

Die Eigenmittelquote fiel leicht von 39,9 % im Jahr 2024 auf 35,5 % im Jahr 2025. Der Nettoverschuldungsgrad fiel von 16% in 2024 auf 14,5% in 2025. Die fiktive Schuldentilgungsdauer stieg von 5,1 in 2024 auf 5,2 Jahre in 2025.

Unsere Gesellschaft ist in das konzerninterne Forderungsmanagement eingebunden. Darüber hinaus bestehen Forderungsausfallversicherungen für Forderungen aus exponierten Ländern.

Währungsrisiken bestehen aktuell für unser Unternehmen in geringem Maße nur für Forderungen in türkischer Lira. Das Fremdwährungsmanagement erfolgt zentral für alle zum Axalta Konzern gehörigen Unternehmen.

1.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Unser Unternehmen besitzt die folgenden Zertifizierungen:

• EMAS • Responsible Care • IATF 16949 • ISO 14001 • RC 14001 • ISO 9001

2025 wurden diesbezügliche Zertifizierungsaudits, Rezertifizierungen bzw. Überwachungsaudits in den Bereichen Q und EHS erfolgreich abgeschlossen.

Es wurde auch 2025 wieder eine Mitarbeiterumfrage durchgeführt. 95% der Mitarbeiter nahmen daran teil und wir erzielten Verbesserungen in allen abgefragten Kategorien.

Bei den Ausfalls- und Krankenstandzeiten verzeichneten wir mit 4,5% gegenüber 2024 (6%) eine deutlichen Reduktion.

Der durchschnittliche Personalstand (222 eigene Mitarbeiter und 31 Leiharbeiter) gegenüber dem Vorjahr (231 eigene und 35 Leiharbeiter) war, bedingt durch den hohen Volumenverlust im zweiten Halbjahr, insgesamt rückläufig.

1.5 Zweigniederlassungen

Unser Unternehmen besitzt neben dem Werk in der Mödlinger Straße in Guntramsdorf noch ein Bürogebäude und ein Lager für Reparaturlacke in der Laxenburgerstraße, sowie eine Betriebstätte in der Slowakei.

1.6 Forschung & Entwicklung

Am Standort wird derzeit keine Forschung und Entwicklung betrieben.

1.7 Customer Service

Unsere Kundenbetreuung für Industrielacke erfolgt aus dem Finance Service Center in Spanien und die Kundenbetreuung für den Pulverlackbereich aus dem Service Center in Polen.

1.8 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der nach dem Bilanzstichtag begonnene Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat insoweit Auswirkungen auf unser Unternehmen, da bei den Rohstoffpreisen und den Kosten für Energien bereits ein Anstieg zu verzeichnen ist. Aufgrund bestehender konzerninterner Vereinbarungen können wir aktuell davon ausgehen, dass sich die Margen auch im kommenden Jahr in der bisherigen Bandbreite bewegen werden.

Ausblick 2026

Das Jahr 2026 wird für unsere Geschäftsbereiche ein kritisches Jahr werden, da wir uns das dritte Jahr in Folge in einer Rezession befinden und unser Hauptabsatzmarkt wirtschaftlich noch schlechter dasteht als Österreich.

Entlastung sollte es am Energiesektor geben, da die neuen Verträge für 2026 eine Reduzierung der Stromkosten um ca. 1,5 Mio. € vorsehen.

Die Inflation lag im Durchrechnungszeitraum von April 2025 bis März 2026 noch immer auf einem sehr hohen Niveau von 3,34% und ist generell noch immer doppelt so hoch als im EU-Durchschnitt. Dieser Zeitraum ist die Basis für die tariflichen Lohnverhandlungen. Die Lohnabschlüsse der chemischen Industrie in den letzten 5 Jahren führten zu erheblichen Zusatzkosten (+29%) und dadurch zu einem signifikanten Wettbewerbsnachteil für die österreichische chemische Industrie, da die Lohnstückkosten unserer Produkte am internationalen Markt deutlich an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Speziell der Vergleich mit Deutschland ergab ein Plus von 12% an tariflichen Lohn und Gehaltserhöhungen.

Die gesamte Tragweite der Auswirkungen vom Irankrieg und der korrespondierenden Sperre der Straße von Hormus ist derzeit noch nicht abzusehen. Energiekosten werden um das Vielfache höher sein. Rohstoffpreissteigerungen sind derzeit im Ausmaß von bis zu 70% zu sehen, wobei wir uns hier erst im Anfangsstadium befinden. Rohstoffpreiserhöhungen werden an Kunden weitergegeben und auch wieder zurückgenommen, falls diese sich in die andere Richtung bewegen.

Kritisch für den Standort wird sein, dass zwingend erforderliche Genehmigungen für RTO- Projekte erteilt werden. Es müssen bis zum Jahr 2032 Investitionen im Ausmaß von ca. 20,5 Mio. € getätigt werden, um die rechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen zu erfüllen. Hauptprojekt wird die Erneuerung der Tankfarm mit einem Investitionsvolumen in Höhe von ca 13 Mio € sein. Weiters planen wir Investitonen in die Verbesserung und Erweiterung unserer Abluftanlage mit einem Investionsvolumen in Höhe von ca 5 Mio €.

Außerdem wurde im 4. Quartal 2025 die Fusion zwischen Axalta und Akzo Nobel angekündigt. Es entsteht ein Lackgigant mit 17 Mrd. $ Umsatz, 2,7 Mrd. $ EBIDTA, 46.000 Mitarbeiter und über 170 Produktionsstätten weltweit. Sämtliche Genehmigungen sollten bis Ende 2026/Anfang 2027 eingeholt sein. 600 Mio. $ an Synergieeinsparungen wurden identifiziert und bereits kommuniziert. Sitz der neuen Firma mit neuem Namen wird die Niederlande sein mit Headquarters in Amsterdam und Philadelphia.

Inwiefern diese Fusion auch direkte oder indirekte Auswirkungen auf unseren Standort haben wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abzusehen

Dr. Erhst Gruber Geschäftsführer

Mag. Clenens Høberstorfer Geschäftsführer

Guntramsdorf, 24.08.2026

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