Inhaltsverzeichnis
REWE International AG Wiener Neudorf
Jahresabschluss zum 31.12.2025
1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage 1.1 Geschäft und Rahmenbedingungen
1.1.1 Rahmenbedingungen Österreich
Die heimische Wirtschaft wuchs im Jahr 2025 leicht. Das BIP erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr nach ersten Schätzungen um +0,6%1. Von diesem Trend konnte sich der Handel absetzen. Das nominelle Wachstum betrug hier +2,1% gegenüber dem Vorjahr (real bei +0,6%). Innerhalb des Handels konnte insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel ein Plus von +4,4% vs. 2024 erzielen (real bei +1,1%)2.
Die Teuerungsrate ist im Vergleich zum Vorjahr höher gewesen. Sie lag im Jahr 2025 bei +3,6% gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2024 ist die Inflation bei +2,9% gelegen. Damit verzeichnete Osterreich eine deutlich stärkere Teuerungsrate als fast alle anderen Länder im Euroraum. Die Teuerung für Lebensmittel lag bei +3,7% (nach +2,6% im Vorjahr) und damit nur leicht über dem HVPI, der vor allem durch Wohnen, Wasser, Energie (+5,7%) und Restaurants und Hotels (+5,8%) getrieben wurde’.
Ein Treiber der guten Entwicklung waren Mindestlohnanpassungen, die mit +3,9% gegenüber dem Vorjahr oberhalb der Teuerungsrate lagen1.
Ein weiterer positiver Treiber der Entwicklung war die gestiegene Anzahl an Ubernachtungen, die im Vergleich zum Vorjahr um +1,9% stiegen. Der höchste Zuwachs konnte dabei in Wien erzielt werden, wo die REWE Group über eine überdurchschnittlich hohe Marktanzahl verfügt’.
¹ Osterreichisches Institut für Wirtschaftsforschung,WIFO, Wirtschaftliche Dynamik war im IV. Quartal 2025 leicht positiv
² Statistik Austria, Konjunktur Handel Umsatz 2025
3 Statistik Austria, Inflation 2025 mit 3,6 % höher als im Vorjahr
4 Statistik Austria, Mindestlöhne 2025 stärker gestiegen als Inflation 2024
3 Statistik Austria, Wieder Höchstwert: 157 Mio. Nächtigungen im Jahr 2025
1.1.2
Geschäftsverlauf
Die Rewe International AG ist die Holding für die Aktivitäten der REWE-Gruppe in Österreich, Italien sowie Zentral- und Osteuropa. Die Gesellschaft unterstützt in Ausübung ihrer Holding- Funktion in gewohnter Form sowohl die österreichischen als auch die ausländischen Landesorganisationen. Die spezifische Unterstützung der Vorstände, Geschäftsführer und Direktoren reicht von operativen bis strategischen Management-Tätigkeiten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wird ein Jahresfehlbetrag von TEUR -7.615 erzielt (Vorjahr: Jahresfehlbetrag TEUR -82.463). Das deutlich negative Ergebnis ist ausschließlich auf die Beteiligungsabschreibung in Höhe von rund 15,5 Mio EUR der Billa Bulgaria EOOD zurückzuführen. Die positiven Ergebnisbeiträge in Höhe von rund 13,6 Mio EUR aus den diversen Bonifikationen aus der Verkaufsförderung können weiterhin als sehr stabil angesehen werden. Der Fortbestand des Unternehmens sollte damit auch in Zukunft aufrecht erhalten werden können.
1.2 Bericht über Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
1.3 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
1.3.1
Finanzielle Leistungsindikatoren
a.) Erfolgswirtschaftliche Kennzahlen
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse: | TEUR | 36.883 36.883 | 31.243 |
| EBIT: | TEUR | -7.277 | -85.102 |
| ROS (EBIT/Umsatzerlöse): | -19,73% | -272,39% | |
| ROE (EGT/Eigenkapital): | -0,44% | -6,64% |
b.) Finanzwirtschaftliche Kennzahlen
Nettoverschuldung (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich Kassenbestand und Bankguthaben):
Im Geschäftsjahr 2025 gab es keine Nettoverschuldung (Vorjahr: TEUR 0,00).
Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme):
Im Berichtsjahr beträgt die Eigenkapitalquote 94,88% (Vorjahr: 90,02%).
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital):
Im Geschäftsjahr 2025 liegt der Verschuldungsgrad bei 0,00 (Vorjahr: 0,00).
c.) Analyse der Geldflüsse
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| Cashflow aus operativer Tätigkeit: | TEUR | -67.656 | -16.422 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit: | TEUR | -20.479 | -84.742 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit: | TEUR | 0 | 48.000 |
Der Rückgang des Cashflows aus operativer Tätigkeit ergibt sich im Wesentlichen aus einer im Jahr 2025 durch den Obersten Gerichtshof verhängten und gezahlten Geldbuße in Höhe von 70 Mio EUR. Die Reduktion des Cashflows aus Investitionstätigkeit beruht auf in Summe geringeren Kapitalzuschüssen trotz des im Jahr 2025 geleisteten Kapitalzuschusses für die Beteiligung an der Billa Bulgaria EOOD in Höhe von rund 17,9 Mio EUR.
1.3.2
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Das Unternehmen beschäftigte am Bilanzstichtag 36 Mitarbeiter, bei denen es sich zur Gänze um Führungskräfte der Konzerngesellschaften handelt.
Das Unternehmen ist in das Human Ressource Management des Rewe-Konzerns eingebunden.
Die Rewe International AG ist voll in die Nachhaltigkeitsinitiative der REWE-Group integriert. Dabei orientiert sich die Gesellschaft auch weiterhin an den bereits 2008 eingeführten vier Nachhaltigkeitssäulen „Grüne Produkte“, „Energie, Klima und Umwelt“, „Mitarbeiter:innen“ und „Gesellschaftliches Engagement“. Innerhalb dieser Säulen werden die thematischen Schwerpunkte des Nachhaltigkeitsengagements entsprechend festgelegt.
Verantwortliches Handeln im Sinne der Gemeinschaft ist für das Unternehmen Bestandteil der Unternehmenskultur.
2 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens 2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Da auch im Jahr 2025 die Expansion in den Tochtergesellschaften fortgesetzt wird, sind weitherin keine Beteiligungserträge zu erwarten.
Darüber hinaus sind keine strukturellen Veränderungen geplant.
2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
2.2.1 Beschaffungsrisiko
Aufgrund der geografischen Ausrichtung der Beschaffungs- und Absatzmärkte bestehen derzeit keine unmittelbaren Auswirkungen des Nahost-Konfliktes/Iran-Krieges auf die Geschäftstätigkeit der REWE Group. Mögliche indirekte Effekte können sich jedoch aus globalen Energie- und Rohstoffpreisentwicklungen ergeben und werden im Rahmen des Risikomanagements laufend beobachtet.
2.2.2 Personalrisiko
Die Gesellschaft benötigt für ihre strategischen und unternehmerischen Ziele qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Dadurch entsteht die ständige Herausforderung, dieses Personal für den Konzern zu gewinnen und zu binden. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels und dem weiteren hohen Stand an offenen Stellen wird dies zunehmend schwieriger. Aktuell zeichnet sich zwar eine leichte Entspannung ab6, der demografische Wandel wird aber auch zukünftig Auswirkungen auf die Gewinnung qualifizierter Fach- und Führungskräfte haben.
Um die Qualifikation der Mitarbeiter:innen zu verbessern, werden zielgruppenspezifische Ausund Weiterbildungsmaßnahmen umgesetzt und ein breit gefächertes Seminarangebot steht ebenfalls zur Auswahl.
Neben klassischen Trainings werden auch moderne Methoden wie das E-Learning in Form von kompakten Modulen zu verschiedenen Themen eingesetzt.
Der Fachkräftemangel betrifft auch die Gesellschaft. Hierauf wird laufend mit Employer Branding Kampagnen reagiert, um sich so als attraktiver Arbeitgeber mit vielfältigen Job- und Entwicklungsmöglichkeiten bei potentiellen Bewerber:innen zu positionieren.
2.2.3 Operative Risiken
Die Einnahmen resultieren im Wesentlichen aus Management Fees und Holdingvergütungen von Lieferanten. Aufgrund der stabilen Konzernentwicklung ist das Risiko als gering einzustufen.
2.2.4 Finanzinstrumente
Folgende Finanzinstrumente werden verwendet (die Werte sind in der Bilanz ersichtlich):
Anteile an verbundenen Unternehmen
6⁶ Statistik Austria, Zahl der offenen Stellen 2025 erneut gesunken
Liquide Mittel Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Aus der Verwendung von Finanzinstrumenten bestehen für die Gesellschaft folgende Risiken:
Eine weitere Wertminderung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist auf Basis der vorliegenden Informationen sowie einer entsprechenden Planungsrechnung aus heutiger Sicht nicht zu erwarten.
Für die sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie die liquiden Mittel ergeben sich aufgrund ihrer kurzen Laufzeit keine signifikanten Unterschiede zwischen Buch- und Marktwerten.
2.2.5 Liquiditätsrisiko
Die Gesellschaft hat einen Finanzplan erstellt, der laufend aktualisiert und an die aktuellen Verhältnisse angepasst wird. Das Liquiditätsrisiko wird vom Management als gering eingeschätzt. Die Gesellschaft ist in das Cashpooling des REWE-International-Konzerns eingebunden. Die wesentlichen Risiken aus Konzernverrechnungen und Bankverbindlichkeiten sind durch das Risikomanagement der REWE-Gruppe, der die Gesellschaft angehört, abgedeckt. Dadurch ist sichergestellt, dass ausreichend Liquidität zur fristgerechten Bedeckung der Verbindlichkeiten vorhanden ist.
2.2.6 Fremdwährungsrisiko
Da sowohl Beschaffung als auch Vertrieb im Wesentlichen in Euro abgewickelt wird, besteht kein Fremdwährungsrisiko.
2.2.7 Ausfallsrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Für die Gesellschaft bestehen in diesem Zusammenhang keine unmittelbaren Risiken, da Forderungen aus Bonifikationen über andere Konzerngesellschaften direkt mit den jeweiligen Lieferanten abgewickelt werden.
2.2.8 Ausfallsrisiko von Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
Aufgrund der laufenden Zahlungen und der wirtschaftlichen Lage der verbundenen Unternehmen schätzen wir das Ausfallsrisiko als gering ein.
2.2.9 Cashflowrisiko
Das Risiko, dass sich zukünftige Zahlungen aufgrund von Zinsschwankungen ändern, schätzen wir als gering ein.
2.2.10 Preisänderungsrisiko
Da die Gesellschaft langfristige Abnahmeverträge mit Lieferanten abgeschlossen hat, beobachten und schätzen wir das Preisänderungsrisiko laufend ein.
2.2.11 Legislatives Risiko
Aus Risikogesichtspunkten werden alle relevanten Gesetze oder Verordnungen, die den Geschäftszweck der Gesellschaft betreffen, schon im Prozess der Ausarbeitung bzw. Änderung intensiv beobachtet. Die Auswirkungen von neuen bzw. geänderten Gesetzen oder Verordnungen auf die Gesellschaft können somit zeitnah analysiert und bewertet werden, wodurch ein zeitgerechtes Handeln möglich ist.
2.2.12 Verfahrensrisiken
Im Februar 2025 verhängte der Oberste Gerichtshof (OGH) als Kartellobergericht eine Geldbuße in Höhe von 70 Millionen Euro gegen die REWE International AG. Diese Geldbuße resultierte aus einem Verstoß gegen das Vollzugsverbot wegen der nicht rechtzeitigen Anmeldung einer Geschäftsflächenübernahme bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB). Die Gesellschaft hat die Strafe bereits bezahlt und gleichzeitig außerordentliche Rechtsbehelfe ergriffen, unter anderem eine Individualbeschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR).
Mit Straferkenntnis vom 14.10.2021 verhängte die Datenschutzbehörde (DSB) eine Strafe in Höhe von 8 Millionen Euro gegen die REWE International AG. Darin hält sie ihr vor, dass sie gem. Art 26 DSGVO gemeinsam Verantwortliche mit Unsere Ö-Bonus Club GmbH ist, dort kein Datenschutzkonzept implementiert hat und somit ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist. Die REWE International AG ist die Großmuttergesellschaft der Unsere Ö- Bonus Club GmbH, gegen die Muttergesellschaft wurde kein Verfahren eingeleitet. Dieses Erkenntnis wurde mit Urteil des BVwG zur Gänze aufgehoben. Dagegen erhob die DSB eine außerordentliche (ao) Amtsrevision. Die Aufhebung der Strafe in Höhe von 8 Millionen Euro stand damit noch in Abhängigkeit von der Beurteilung durch den VwGH in Schwebe. Mit dem Beschluss Ra 2024/04/0375-12 vom 14. April 2026 hat nun der VwGH die Amtsrevision der DSB als unzulässig zurückgewiesen. Damit ist das Urteil des BVwG in Rechtskraft erwachsen und die Verwaltungsstrafe zur Gänze aufgehoben. Hätte er die ao Revision zur Behandlung angenommen, wäre diese einem Verfahren vor dem VwGH mit offenem Ausgang zugeführt worden.
3
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Im Bereich der Forschung und Entwicklung wurden im Berichtsjahr keine Aktivitäten gesetzt.
Wiener Neudorf, am 10. Juni 2026
Der Vorstand:
Signiert von:
Marcel Harasyti –69FDF1A226AC403..
Mag. Marcel Haraszti e.h.
– Signiert von:
-D79D6F2854F5458. Michael Jäger e.h.