Inhaltsverzeichnis
Grundlagen der Gesellschaft
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäftsmodell
Die Omexom Austria GmbH beschäftigt sich mit der Lieferung und Montage von Freileitungen aller Spannungsbereiche und Ausführungsarten. Die Durchführung von Betriebsarbeiten und Störungsdiensten in diesen Bereichen gehört ebenfalls zu unseren Aufgaben sowie alle sonstigen damit verbundenen direkten und indirekten Aktivitäten.
Die Omexom Austria GmbH ist eine 100% Tochter der Omexom Hochspannung GmbH in Deutschland.
Die Omexom Hochspannung GmbH wiederum ist eine 100% Tochter der VINCI Energies Deutschland Industry & Infrastructure GmbH, Frankfurt am Main.
1.2. Bericht über die Zweigniederlassungen
Die Omexom Austria GmbH hat eine Zweigniederlassung in Bramberg. Eine Sitzverlegung von Mittersill nach Bramberg erfolgte am 12.02.2025.
1.3. Geschäftsverlauf
Insgesamt hatte die Gesellschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr Vollauslastung und keine Beschäftigungslücken. Die Gesellschaft erzielte eine Gesamtleistung von EUR 50,5 Mio. und liegt damit um EUR 12,3 Mio. über dem Vorjahreswert.
Das Geschäft war im Wesentlichen von der Abwicklung von Projekten in Deutschland geprägt, welche allesamt im Auftrag der deutschen Muttergesellschaft realisiert wurden. Neben einigen Großprojekten im Bereich der Übertragungsnetzbetreiber wurden zusätzlich auch noch verschiedene Projekte auf Seiten der Verteilnetzbetreiber abgewickelt.
Der Auftragseingang mit EUR 18,7 Mio. liegt deutlich unter dem Vorjahreswert und stammt neben einiger Projektakquisen hauptsächlich aus Nachtrags- und Mehrleistungen aus den in 2024 erhaltenen Großaufträgen der Omexom Hochspannung GmbH. Mit einem Auftragsbestand in Höhe von EUR 19,1 Mio. ergibt sich eine rechnerische Auslastung von knapp einem halben Jahr. Aufgrund der bereits erfolgten Großbeauftragungen im Jahr 2024 wird für das kommende Jahr auch mit weiteren Nachtrags- und Mehrleistungsbeauftragungen für diese Großprojekte gerechnet. Zusätzlich werden noch
kleinere Auftragseingänge seitens der Muttergesellschaft erwartet. Durch einen verstärkten Vertrieb im kommenden Jahr soll die Auslastung auch durch die Eigenakquisition von Projekten in Süddeutschland und Osterreich langfristig weiter gesichert werden. Unter diesen Voraussetzungen rechnet die Gesellschaft mit einer Gesamtleistung, die sich an jener des Vorjahres orientieren dürfte.
Insgesamt blickt die Gesellschaft auf eine weiterhin positive Ergebnisentwicklung in den bearbeiteten Projekten zurück, welche aufgrund von anstehenden Zusatzbeauftragungen und einer weiterhin guten Marktsituation noch weiteres Chancenpotential zulässt.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liegt mit
TEUR 3.273 um TEUR -6.621 TEUR unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde kein Großprojekt schlussgerechnet.
Im Berichtsjahr sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen. (TEUR -31.592). Der Rückgang erklärt sich durch die Schlussrechnung eines langjährigen Großprojektes im letzten Jahr.
Der operative Geschäftsverlauf im abgelaufenen Geschäftsjahr entwickelte sich trotz der äußeren Umstände durch den Ukraine Krieg sowie der weiteren gesellschaftlichen sowie politischen Fokussierung der Energiewende positiv.
1.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
A) Kennzahlen zur Ertragslage
| TEUR | TEUR | ||
|---|---|---|---|
| a) | Umsatzerlöse (Sales) | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
| Umsatzerlöse | 49.982 | 81.574 |
b) Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(Earnings Before Interest und Taxes - EBIT)
| TEUR TEUR | |||
|---|---|---|---|
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | ||
| Ergebnis vor Steuern | 2.615 | 9.338 | |
| + | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 22 | 24 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 2.637 | 9.362 |
c) Umsatzrentabilität (Return on Sales - ROS)
| TEUR | TEUR | |
|---|---|---|
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 2.637 | 9.362 |
| / Umsatzerlöse (inkl. BV) | 50.497 | 38.137 |
| = Umsatzrentabilität | 5,22% | 24,55% |
d) Kapitalrentabilität
1) Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity - ROE)
| TEUR | TEUR | |
|---|---|---|
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
| Ergebnis vor Steuern | 2.615 | 9.338 |
| y durchschnittliches Eigenkapital inkl. | ||
| Investitionszuschüsse | 6.743 | 1.142 |
| Eigenkapitalrentabilität | 38,78% | 817,80% |
| II) Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment - ROI) | ||
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 2.637 | 9.362 |
| / durchschnittliches Gesamtkapital | 12.911 | 15.120 |
| = Gesamtkapitalrentabilität | 20,42% | 61,92% |
B) Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
a) Nettoverschuldung (Net Debt)
| TEUR TEUR | ||
|---|---|---|
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
| Anleihen | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 0 |
| Rückstellung für Abfertigung | 137.371 | 124.927 |
| Rückstellungen für Pensionen | 0 | 0 |
| Rückstellungen für Jubiläumsgelder | 11.994 | 11.415 |
| sonstiges verzinsliches Fremdkapital | 0 | 0 |
| Summe verzinsliches Fremdkapital | 149.365 | 136.342 |
| - flüssige Mittel | -11 | -18 |
| = Nettoverschuldung | 149.354 | 136.324 |
| b) Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | ||
|---|---|---|
| TEUR TEUR | ||
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
| Umlaufvermögen | 10.208 | 10.855 |
| - langfristiges Umlaufvermögen | 0 | 0 |
| = kurzfristiges Umlaufvermögen | 10.208 | 10.855 |
| - kurzfristiges Fremdkapital | -4.781 | -6.718 |
| = Nettoumlaufvermögen | 5.427 | 4.137 |
c) Eigenkapitalquote
| TEUR | TEUR | |
|---|---|---|
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
| durchschnittliches Eigenkapital inkl. | ||
| Investitionszuschüsse | 6.743 | 1.142 |
| / durchschnittliches Gesamtkapital | 12.911 | 15.120 |
| Eigenkapitalquote | 52,23% | 7,55% |
d) Nettoverschuldungsgrad (Gearing)
| TEUR TEUR | ||
|---|---|---|
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
| Nettoverschuldung | 149 | 136 |
| durchschnittliches Eigenkapital inkl. | ||
| / Investitionszuschüsse | 6.743 | 1.142 |
| = Nettoverschuldungsgrad | 2% | 12% |
| C) Cash-Flow-Kennzahlen | TEUR TEUR | |
|---|---|---|
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 1.200 | 749 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -1.253 | -865 |
| Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit | 0 | 0 |
| zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -54 | -116 |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 18 | 23 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | -36 | -93 |
D) Investitionen
| Durchgeführte Investitionen 2025 | TEUR | in % von der |
|---|---|---|
| technische Anlagen | 6 | 0,47% |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.284 | 99,53% |
| Gesamtinvestitionsvolumen | 1.290 | 100,00% |
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Im Jahr 2026 rechnet die Gesellschaft mit einer nahezu gleichbleibenden Leistung. Die Anzahl von ausgeschriebenen Großprojekten im Zusammenhang mit demnotwendigen Netzausbau wird tendenziell weiter ansteigen. Speziell im Übertragungsnetz solltenweiter größere Projekt vergeben werden. Eine Indikation bieten die Netzausbaupläneder Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber sowohl in Österreich als auch in Deutschland. Auf dieser Basis wird sich die Gesellschaft soweit möglich selektiv an Ausschreibungen beteiligen. Nach wie vor werden Engpässe speziell bei Zulieferern undbei Fremdleistungen erwartet. Dem folgend rechnen wir mit einer Erhöhungder Lieferantenpreise. Zunehmend drängen ausländische Generalunternehmer sowiekleine, neugegründete Unternehmen auf den Markt, jedoch gehen wir insgesamt davon aus, dass sich die Preise in Österreich und Deutschland weiter positiv entwickeln werden.
Die Gesellschaft erwartet für 2026 eine Gesamtleistung, welche annähernd auf dem Niveau des Vorjahres bei ca. EUR 47,5 Mio. liegt.
Im Geschäftsjahr 2026 wird intensiv an den bereits beauftragten Großprojekten seitensder Muttergesellschaft gearbeitet. Aufgrund eines komfortablen Auftragsbestandeswird vermehrt der Fokus auf eine selektive Projektakquise im bekannten Marktgebiet in Deutschland und Österreich gelegt. Damit ist auch von einer stabilen Beschäftigungssituation des gesamten Personals auszugehen.
Die Gesellschaft erwartet in Summe ein positives Ergebnis für das GJ 2026.
Die strategische Chance der Gesellschaft besteht im Verbund mit den anderen Unternehmen der VINCI-Gruppe neue Kunden und Märkte zu erschließen und als Teil der langfristigen Strategie organisch zu wachsen. Hierbei wird uns unsere gemeinsame Marke „Omexom“ helfen, bei einem breiteren Kreis von Kunden im Gespräch zu bleiben.
Darüber hinaus sehen wir aufgrund unserer eigenen hohen Qualitätsansprüche sehr gute Chancen am Markt zu bestehen. Wir müssen dem Wettbewerb mit unseren Erfahrungen, unserer Zuverlässigkeit und unserer hohen Qualität begegnen. Im Hinblick auf die Herausforderungen der Energiewende sehen wir Chancen durch unser breites Spektrum und die Größe der VINCI-Gruppe in Österreich, Deutschland und dem übrigen Europa.
Die im Lagebericht enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen über die Entwicklung der Gesellschaft basieren auf aktuellen Einschätzungen der Geschäftsführung und sind naturgemäß mit Unsicherheit behaftet. Die tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von den hier formulierten Aussagen und Einschätzungen abweichen.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Als wesentliche branchenspezifische Risiken wurden die Risiken des Projektgeschäftes identifiziert. Hierbei sprechen wir vor allem von Kalkulations-, Kredit- und Ausführungsrisiken. Diese Risiken werden durch konsequente Umsetzung der Genehmigungsverfahren und monatliche Projektreviews während der Ausübungsphase (kaufmännisches und technisches Projektcontrolling) reduziert. Hier werden individuelle Projektrisiken besprochen und in der laufenden Projektkalkulation berücksichtigt. Durch eine weitere Intensivierung des kaufmännischen und technischen Projektcontrollings und Verbesserung der Projektmanagementqualität werden die Risiken frühzeitig identifiziert und bewältigt. Die Stabilität der Projekte bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Diese Prozesse werden im Unternehmen durchgehend gelebt und sind fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie, welche eine transparente Darstellung der Aufträge und deren Abwicklung vorgibt.
Um ertragsorientierte Risiken besser erkennen und handhaben zu können existiert bei der VINCI Akademie ein Ausbildungsprogramm, das sich über eine kontinuierliche Schulung schwerpunktmäßig an Projekt- und Bauleiter richtet. Dieses Programm ist als integrativer Teil des Projektgeschäftes verankert, um in der Projektführung die Kompetenzen den Verantwortlichen zu vermitteln.
Dadurch erhöht sich die Chance, dass ertrags- und liquiditätswirksame Entwicklungen möglichst früh erkannt und effektiv bearbeitet werden.
Das Finden und Halten von qualifiziertem Personal, sowie die Bereitstellung des Personals für die zukünftigen Aufgaben wird ebenfalls ein Hauptaugenmerk der Geschäftsführung sein, wobei die Ausbildungsprogramme der VINCI hier hilfreich sein werden.
Finanzielle Risiken sehen wir in möglichen Liquiditätsproblemen unserer Kunden, hier gilt
es den Finanzierungsgrad unserer Baustellen weiterhin zu verbessern und durch geeignete Zahlungsbedingungen, Sicherungsmaßnahmen und zeitnahe Fakturierung der erbrachten Leistungen das Risiko gering zu halten. Zur Risikominimierung trägt auch die Uberwachung des zeitnahen Geldeingangs sowie das entsprechende Mahnwesen bei.
Darüber hinaus bestehen allgemeine Risiken durch die Obertragung von Infektionserregern auf den Menschen. Durch epidemische, pandemische oder sonstige Ausbreitungsmuster drohen hohe Krankheitsraten in der ganzen Welt. Hohe Krankheitsraten bei Mitarbeitern können den operativen Betriebsablauf gefährden. Ebenso können staatliche Maßnahmen und Restriktionen aus Angst vor der Einschleppung und Ausbreitung von Krankheitserregern zu operativen Betriebsrisiken führen.
Es sind bis zum Tag der Bilanzaufstellung keinerlei finanziellen und operativen Risiken aufgedeckt worden, die eine Gefahr für den Fortbestand des Unternehmens darstellen, sodass die Unternehmensfortführung als gesichert angesehen werden kann.
Zusätzlich können geopolitische Risiken, wie z.B. die militärische Intervention Russlands in der Ukraine, die Verschärfung von Handelskonflikten oder außenpolitische Konflikte die Rahmenbedingungen für unsere Gesellschaft negativ beeinträchtigen und zu einem operativen Betriebs- und Ertragsrisiko führen.
Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten
Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten.
Die Gesellschaft verfügt über einen solventen und bonitätsstarken Kundenstamm. Forderungsausfälle sind selten. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Großßteil der Kunden.
Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt. Im kurzfristigen Bereich finanziert sich die Gesellschaft überwiegend aus Eigenmitteln, aus Mitteln der Gruppe (Cash-Pooling) und Lieferantenkrediten.
Derivative Finanzinstrumente werden aktuell nicht eingesetzt.
Risikomanagement und Internes Kontrollsystem
Die Gesellschaft ist den üblichen Branchenrisiken ausgesetzt, denen durch ein entsprechendes Risikound Projektcontrolling entgegengewirkt wird. Das Managementsystem der VINCI Energies-Gruppe bietet hierfür die Grundlage. Darauf aufbauend sind organisatorische Maßnahmen zum Auf- und Ausbau von Prozessen und Instrumenten zur Beherrschung von Risiken innerhalb des Risikomanagementsystems der VINCI S.A. getroffen. Risikoanalysen bei der Angebotserstellung mit Freigabegrenzen je nach Projektgröße bis zur Ebene des Vorstands der VINCI S.A. sowie eine zumindest
monatlich erfolgende Bewertung des Projektstatus mit Chancen und Risiken gehören dabei zu dem vom Konzern vorgegebenem Instrumentarium.
Die Gesellschaft verfügt über ein dokumentiertes Internes Kontrollsystem, welches insbesondere die rechnungslegungsrelevanten Schlüsselkontrollen darstellt. Dabei wird stets auf ein konsequentes „Vier- Augen- Prinzip“ auf allen Ebenen geachtet. Die Kontrollen sind in den übergreifenden Organisationsrichtlinien der VINCI festgeschrieben. Die Gesellschaft verwendet das gruppenweit eingesetzte Buchhaltungssystem. So werden Zugriffsberechtigungen zentral vergeben und ein entsprechender Prozess regelt die Vergabe der Berechtigungen. Außerdem werden damit zentral systemtechnische Funktionstrennungen sichergestellt.
2.3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft betreibt keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Eferding, den 27. Juli 2026
Omexom Austria GmbH
Geschäft sführung
Jens Schulz Patric Rieder