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LASSELSBERGER Group GmbH
Allgemeine Wirtschaftsentwicklung
Die im Geschäftsjahr 2025 erwartete konjunkturelle Belebung setzte in vielen Märkten nur langsam ein, sodass positive Nachfrageimpulse insgesamt begrenzt blieben. Entsprechend war das Marktumfeld in mehreren Regionen weiterhin von einer zurückhaltenden Investitionstätigkeit und einer insgesamt verhaltenen wirtschaftlichen Dynamik geprägt.
Darüber hinaus kam es im Jahresverlauf wiederholt zu kurzfristigen Marktverwerfungen, die insbesondere durch handelspolitische Maßnahmen sowie geopolitische Entwicklungen beeinflusst wurden. Dazu zählten unter anderem Ankündigungen neuer Zölle sowie verschiedene fiskal- und wirtschaftspolitische Maßnahmen, die zu einer erhöhten Unsicherheit im internationalen Handelsumfeld führten. Geopolitische Spannungen, zunehmender Protektionismus sowie wirtschaftspolitische Interventionen führten zu einer erhöhten Volatilität der Märkte und erschwerten in einzelnen Bereichen die Planbarkeit wirtschaftlicher Entwicklungen.
Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa war im Jahr 2025 insgesamt von einer moderaten und weiterhin fragilen Erholung geprägt. Nach den wirtschaftlichen Belastungen der Vorjahre durch hohe Energiepreise, steigende Zinsen und eine schwache Industriekonjunktur zeigte sich eine leichte Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivität. Das Bruttoinlandsprodukt in der Europäischen Union und im Euroraum wuchs im Jahresverlauf moderat um rund 1 % bis 1,5 %, blieb damit jedoch weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt und deutlich hinter der Dynamik anderer großer Wirtschaftsregionen zurück.
Die wirtschaftliche Entwicklung verlief innerhalb Europas uneinheitlich. Während einige Länder, insbesondere in Südeuropa sowie in Teilen Mittel- und Osteuropas, eine vergleichsweise robuste Wachstumsdynamik verzeichneten, blieb die Konjunktur in mehreren großen Industrieländern verhalten. Insbesondere die Industrieproduktion entwickelte sich in vielen Regionen weiterhin schwach, was auf eine gedämpfte Investitionstätigkeit, eine verhaltene globale Nachfrage sowie strukturelle Anpassungsprozesse in energieintensiven Branchen zurückzuführen ist.
Die Inflationsrate ging im Laufe des Jahres deutlich zurück und näherte sich wieder den Zielwerten der Geldpolitik von 2 % an. In der Folge stabilisierte sich die Kaufkraft der privaten Haushalte, und in vielen Ländern kam es zu einer allmählichen Erholung der Reallöhne, was den privaten Konsum unterstützte. Gleichzeitig blieb die Investitionstätigkeit vieler Unternehmen aufgrund der weiterhin erhöhten Finanzierungskosten sowie der bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten teilweise zurückhaltend.
Die Zinsentwicklung in Europa war im Jahr 2025 von einer schrittweisen Lockerung der Geldpolitik geprägt. Nachdem die Leitzinsen in den Jahren zuvor zur Bekämpfung der hohen Inflation deutlich angehoben worden waren, begann die Europäische Zentralbank im Verlauf des Jahres 2025 mit mehreren moderaten Zinssenkungen. Der maßgebliche Einlagensatz der EZB, der zuvor bei 4,0 % gelegen hatte, wurde im Jahresverlauf schrittweise reduziert und lag gegen Jahresende bei 2,0 %. Hintergrund dieser Maßnahmen war der deutliche Rückgang der Inflationsraten im Euroraum sowie der Versuch, die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.
Die Energiepreise in Europa entwickelten sich im Jahr 2025 insgesamt stabil bis leicht rückläufig, nachdem es in den Vorjahren infolge der Energiekrise zu erheblichen Preisanstiegen gekommen war. Insbesondere die Großhandelspreise für Erdgas und Strom gingen gegenüber den Höchstständen der Jahre 2022 und 2023 spürbar zurück und trugen zu einer teilweisen Entspannung an den Energiemärkten bei. Dennoch blieben die Energiepreise in vielen europäischen Ländern weiterhin über dem Niveau der Jahre vor der Energiekrise.
Im Jahr 2025 zeigten die wichtigsten europäischen Währungen insgesamt eine relativ stabile Entwicklung gegenüber dem Euro, wobei es in einzelnen Ländern Mittel- und Osteuropas zu moderaten Schwankungen kam. Die für LASSELSBERGER wesentlichen osteuropäischen Währungen CZK und HUF haben im Jahr 2025 leicht aufgewertet. Stärker aufgewertet zum Euro hat der russische Rubel.
Der Euro blieb gegenüber den wichtigsten internationalen Leitwährungen insgesamt stabil, bewegte sich jedoch im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar in einer gewissen Bandbreite, beeinflusst durch unterschiedliche Zinspolitiken und konjunkturelle Entwicklungen zwischen Europa und den USA.
Die aktuellen wirtschaftlichen Prognosen für Europa gehen von einer moderaten, aber weiterhin vergleichsweise schwachen Wachstumsdynamik in den kommenden Jahren aus. Für den Euroraum wird für das Jahr 2026 ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,1 % bis 1,3 % erwartet, gefolgt von einer leicht höheren Expansion von etwa 1,4 % im Jahr 2027. Damit bleibt die wirtschaftliche Dynamik in Europa deutlich unter dem Wachstum anderer
großer Wirtschaftsregionen. Positive Impulse werden insbesondere von einer allmählichen Erholung der Reallöhne, steigenden öffentlichen Investitionen sowie einer moderaten Belebung des privaten Konsums erwartet. Gleichzeitig bleibt das Investitionswachstum vieler Unternehmen aufgrund weiterhin relativ hoher Finanzierungskosten und einer begrenzten Planungssicherheit gedämpft.
Der aktuelle Konflikt im Iran stellt neben dem immer noch andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa dar. Insbesondere mögliche Beeinträchtigungen der Energieversorgung im Nahen Osten können zu steigenden Preisen für Öl und Gas führen und damit den Inflationsdruck erhöhen sowie die Produktionskosten für Unternehmen belasten. Darüber hinaus können geopolitische Spannungen in der Region zu Störungen internationaler Handels- und Transportwege sowie zu erhöhter Volatilität an den Rohstoff- und Finanzmärkten führen. Insgesamt besteht daher das Risiko, dass eine weitere Eskalation des Konflikts die wirtschaftliche Dynamik in Europa dämpfen und die Planbarkeit wirtschaftlicher Entwicklungen im Jahr 2026 beeinträchtigen könnte.
Die weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts sind derzeit jedoch schwer abschätzbar und hängen maßgeblich von dessen Dauer und Intensität sowie von möglichen Reaktionen der internationalen Staatengemeinschaft ab. Insbesondere Entwicklungen bei den Energiepreisen, im internationalen Handel sowie im globalen Finanzumfeld könnten die konjunkturelle Entwicklung in Europa beeinflussen. Eine nachhaltige Eskalation der geopolitischen Spannungen könnte zu zusätzlichen Belastungen für Unternehmen und Verbraucher führen und damit die wirtschaftliche Erholung verzögern.
Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft
Die LASSELSBERGER Group GmbH ist die zentrale Management- und Finanzierungsgesellschaft der LASSELSBERGER Group.
Das Kerngeschäft besteht nach der Ausgliederung des operativen Österreich-Geschäftes im Geschäftsjahr 2024 in der Erbringung von Konzerndienstleistungen und der Verrechnung von IT Lizenzen an die Gesellschaften der LASSELSBERGER Group sowie die Finanzierung von allen Gesellschaften der LASSELSBERGER Group.
Für die Erfüllung der Konzerndienstleistungen sind Fachhabteilungen (Group Functions) sowie operative Abteilungen (Divisional Functions) für die drei Divisionen Building Materials, Ceramics und Minerals zuständig.
Außerdem ist die LASSELSBERGER Group GmbH seit der Umstellung auf die Zentralfinanzierung im März 2016 die zentrale Finanzierungsgesellschaft für die LASSELSBERGER Group. Sie finanziert alle Konzerngesellschaften über Intercompany- Darlehen. Zusätzlich wird überschüssige Liquidität bei den Tochtergesellschaften bei der LASSELSBERGER Group GmbH veranlagt.
Die LASSELSBERGER Group GmbH hält außerdem alle Beteiligungen der LASSELSBERGER Group (direkt bzw. indirekt).
Aufgrund der zentralen Finanzierungstätigkeit sowie dem Halten sämtlicher Beteiligungen verfügt die LASSELSBERGER Group GmbH über eine kapitalintensive Bilanzstruktur.
Der Umsatz, der sich überwiegend aus der Erbringung von Konzerndienstleistungen (Management Service Fees) sowie Weiterverrechnung von Kosten von zentral abgeschlossenen Verträgen zusammensetzt, ist im Geschäftsjahr 2025 um 14,4 % von rd. 12,6 Mio. EUR im Jahr 2024 auf rd. 14,4 Mio. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr gestiegen.
Finanz- und ertragswirtschaftliche Kennzahlen
| in TEUR | 31.12.2025 | 31.12.2024 | +/- in TEUR | in % |
|---|---|---|---|---|
| EBIT | -3 814 | -6 686 | 2 872 | -43,0% |
| Umsatzerlöse | 14 371 | 12 561 | 1 810 | 14,4% |
| Betriebserfolg (EBIT) | -3 814 | -6 686 | 2 872 | -43,0% |
| EBIT/Umsatzerlöse in % | -26,54% | -53,23% | -50,1% | |
| Umsatzerlöse | 14 371 | 12 561 | 1 810 | 14,4% |
| Betriebserfolg (EBIT) | -3 814 | -6 686 | 2 872 | -43,0% |
| Abschreibung IAV und SAV | 729 | 882 | -153 | -17,3% |
| EBITDA | -3 085 | -5 804 | 2 719 | -46,8% |
| EBITDA / Umsatzerlöse in % | -21,47% | -46,21% | -53,5% | |
| Eigenkapital | 166 633 | 143 357 | 23 276 | 16,2% |
| Bilanzsumme | 589 776 | 497 190 | 92 586 | 18,6% |
| Eigenmittelquote in % der Bilanzsumme | 28,25% | 28,83% | -2,0% | |
| Liquide Mittel | -183 | -27 | -156 | 577,8% |
| Saldo aus Konzernfinanzierung | -256 024 | -198 594 | -57 430 | 28,9% |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 303 069 | 268 679 | 34 390 | 12,8% |
| Net Debt | 46 862 | 70 058 | -23 196 | -33,1% |
| Net Debt | 46 862 | 70 058 | -23 196 | -33,1% |
| Eigenkapital | 166 633 | 143 357 | 23 276 | 16,2% |
| Gearing in % | 28,12% | 48,87% | -42,5% | |
| Cash Flow aus dem betrieblichen Ergebnis | 33 370 | 26 469 | 6 901 | 26,1% |
| Jahresüberschuss | 33 276 | 31 026 | 2 250 | 7,3% |
| Eigenkapital | 166 633 | 143 357 | 23 276 | 16,2% |
| Eigenkapitalrentabilität in % | 19,97% | 21,64% | -7,7% |
Das EBITDA veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr von -5.804 TEUR auf -3.085 TEUR, was vor allem auf einen Anstieg der verrechneten Leistungen zurückzuführen ist. Weiters wurden im Jahr 2025 höhere Auflösungen aus Wertberichtigungen gegenüber Forderungen erzielt. Demgegenüber waren höhere Vorsorgen im Bereich der offenen Forderungen gegenüber russischen Tochtergesellschaften als im Vorjahr zu treffen. Das operative Ergebnis betrug im Geschäftsjahr 2025 -3.814 TEUR.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden Beteiligungserträge in Höhe von 22,3 Mio. EUR und Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 2,4 Mio. EURerzielt. Den Zinserträgen in Höhe von 21.219 TEUR sowie dem positiven Saldo aus Fremdwährungskursdifferenzen aus Finanzierungstätigkeit von 14.220 TEUR standen Zinsaufwendungen von 12.950 TEUR sowie Abschreibungen aus Finanzanlagen von 9.917 TEUR gegenüber. Es ergibt sich somit ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von +33.450 TEUR.
Der Cash Flow aus dem betrieblichen Ergebnis einschließlich ausbezahlter Dividendenerträge betrug 33.370 TEUR.
Die Eigenmittelquote verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr geringfügig von 28,83 % auf 28,25 %. Die Nettoverschuldung (inkl. Berücksichtigung des Saldos aus der Konzernfinanzierung) sank von 70.058 TEUR auf 46.862 TEUR. Die Gearing-Ratio verringerte sich von 48,87% auf 28,12%.
Wesentliche Finanzierungsvereinbarungen
Im Rahmen der Umstellung auf eine zentrale Finanzierungsstruktur mit der LASSELSBERGER Group GmbH als zentrale Kreditnehmerin wurden Ende März 2016 alle dezentralen Finanzierungen durch eine zentrale Finanzierungsvereinbarung abgelöst. Diese Vereinbarung mit einer ursprünglichen Laufzeit bis 26.2.2021 wurde im Juni 2020 durch ein „110 mEUR Revolving Credit Facility Agreement“ vorzeitig abgelöst. Die im Vertag möglichen Extension Options wurden vollumfänglich genutzt, sodass sich die Gesamtlaufzeit auf Juni 2026 verlängerte.
Im November 2025 wurde diese Vereinbarung durch ein „210 mEUR Revolving Credit Facility Agreement“ vorzeitig abgelöst. Diese neue Vereinbarung, die sich vertraglich sehr stark an der alten orientiert (Same Paper Deal), hat eine Laufzeit von 3 Jahren und kann neuerlich um bis zu 3 Jahre verlängert werden (Extension Option). An diesem Konsortialkredit sind alle acht Kernbanken beteiligt, sodass für alle finanzierenden Banken der LASSELSBERGER Group GmbH die gleichen vertraglichen Regelungen gelten.
Die im Juni 2017 begebene Schuldscheindarlehenstranche mit einer endfälligen Laufzeit von 5 Jahren wurde durch die Begebung eines neuen Schuldscheindarlehens über 75 Mio. EUR mit der LASSELSBERGER Group GmbH als Emittentin im Juni 2022 erfolgreich refinanziert.
Im November 2021 wurde ein Direktdarlehen mit der EIB (Europäische Investitionsbank) mit einem Volumen von 20 Mio. EUR und einer endfälligen Laufzeit von 5 Jahren unterzeichnet. Die Inanspruchnahme erfolgte Ende Juni 2022.
Seit 2017 wurden jährlich Finanzierungen über die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) im Rahmen des Beteiligungsfinanzierungsprogramms mit endfälligen Laufzeiten von 5 Jahren aufgenommen. Ein Teil der neu aufgenommenen Mittel wurde seitens der OeKB als eine „Grüne Beteiligungsfinanzierung“ qualifiziert.
Im Jahr 2024 wurde zusätzlich eine bilaterale Linie über 15 Mio. EUR mit einer Kernbank der LASSELSBERGER Group GmbH abgeschlossen.
Finanzinstrumente
Zu den Finanzinstrumenten zählen sowohl finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als auch vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen über den Tausch bzw. die Übertragung finanzieller Vermögenswerte. Die (originären) Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Beteiligungen, Forderungen und flüssige Mittel. Auf der Passivseite entsprechen sie weitgehend den Verbindlichkeiten.
Zur wirtschaftlichen Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden seit Jahren einzelne derivative Finanzinstrumente (idR. Devisentermingeschäfte bzw. Zins- und Währungsswaps) eingesetzt. Gerade vor dem Hintergrund von volatilen Zins- und Währungsmärkten ermöglichen diese Instrumente die erforderliche Planungssicherheit.
Die Finanzinstrumente der LASSELSBERGER Group werden seit 2006 in dem webbasierten System „LB-WebTreasury“ zentral erfasst und gesteuert. Dieses System ermöglicht nicht nur die Erfassung des Finanzstatus aller Konzerngesellschaften, sondern auch eine revolvierende und währungsdifferenzierte Liquiditätsplanung für jede einzelne Gesellschaft. Dieses laufend an die Anforderungen des Konzerns angepasste System ist die wesentliche Grundlage für sämtliche Treasury-Aktivitäten in der LASSELSBERGER Group und ermöglicht die Steuerung des Liquiditäts-, Zins- und Währungsrisikos sowohl auf Konzern- als auch auf Gesellschaftsebene.
Risikomanagement
Die LASSELSBERGER Group GmbH ist im Rahmen ihrer internationalen Geschäftstätigkeit einer Vielzahl unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Unter Risiko versteht die LASSELSBERGER Group GmbH grundsätzlich die Möglichkeit einer Abweichung von den gesetzten Unternehmenszielen und damit die Bandbreite möglicher zukünftiger Entwicklungen. Der Risikobegriff umfasst dabei sowohl potenzielle negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung als auch die Möglichkeit, dass erwartete Chancen bzw. zusätzliche Ergebnisbeiträge nicht realisiert werden.
Ziel des Risikomanagements ist es, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu definieren, um mögliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen. Das Risikomanagement wird durch ein dem Geschäftsmodell und den Tätigkeitsbereichen des Konzerns angepasstes internes Kontrollsystem unterstützt. Darüber hinaus begleitet und überprüft die Funktion „Group Internal Audit“ regelmäßig ausgewählte
Prozesse und Risikobereiche.
Seit 2017 wird bei allen wesentlichen Gesellschaften das konzernweite Risikomanagementsystem „R2C“ eingesetzt. In diesem System werden die wesentlichen Risiken der einzelnen Gesellschaften systematisch erfasst und teilweise auch quantitativ bewertet. Die entsprechenden Risikoeinschätzungen und Bewertungen werden mindestens halbjährlich überprüft und aktualisiert.
Strategische und Marktrisiken
Wesentliche Risiken für die LASSELSBERGER Group ergeben sich insbesondere aus Marktund Wettbewerbsrisiken, da die Absatzmärkte von einem intensiven Wettbewerb geprägt sind. Zur Begrenzung dieser Risiken setzt man auf eine kontinuierliche Diversifikation sowohl nach Regionen als auch nach Branchen. Darüber hinaus werden – abhängig von den jeweiligen Teilmärkten – geeignete Maßnahmen in der Absatzlogistik gesetzt, etwa durch den Aufbau entsprechender Lagerbestände oder durch Direktlieferungen, insbesondere an den Handel.
Auf der Beschaffungsseite bestehen Risiken vor allem in steigenden Rohstoff- und Energiepreise, die sich auf die Margenentwicklung auswirken können. Aufgrund der vertikalen Integration der LASSELSBERGER Group, bei der überwiegend eigene Rohstoffe verarbeitet und veredelt werden, sind die Risiken aus Rohstoffpreisschwankungen vergleichsweise begrenzt. Demgegenüber ist man den Risiken steigender Energiepreise in höherem Ausmaß ausgesetzt. Zur Reduktion dieser Risiken werden Kostensteigerungen soweit möglich an den Markt weitergegeben.
Preisänderungsrisiko
Preisänderungsrisiken bestehen darin, dass der Wert eines Finanzinstrumentes aufgrund von Veränderungen des Marktpreises oder preisbeeinflussender Parameter (wie Wechselkurse, Volatilitäten oder Marktzinssätze) Schwankungen unterworfen ist. Innerhalb der LASSELSBERGER Group bestehen solche Preisänderungsrisiken, vor allem bei den fix verzinsten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (127,0 Mio. EUR) und bei den Wertpapieren des Anlagevermögens (Investmentfondsanteile). Währungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in anderen als der lokalen Währung der Gesellschaft bestehen. Eine Absicherung ergibt sich zunächst aufgrund von natürlichen geschlossenen Positionen, bei denen zum Beispiel einer Forderung aus Lieferungen und Leistungen in einer bestimmten Fremdwährung eine oder mehrere zeitlich und betragsmäßig äquivalente Verbindlichkeiten in derselben Währung gegenüberstehen. Im Rahmen der zentralen Konzernfinanzierung werden Devisentermingeschäfte abgeschlossen,
die entsprechenden Marktpreisrisiken unterliegen (siehe Angaben im Anhang unter Punkt 2.9.).
Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, die Finanzmittel zu beschaffen, die zur Tilgung der im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten eingegangenen Verpflichtungen notwendig sind. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, ihren Verpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine revolvierende, währungsdifferenzierte Liquiditätsplanung, die über dasSystem „LB- WebTreasury“ durchgeführt wird.
Im Liquiditätsbereich setzen wir auf eine zentrale Überwachung der zu zahlenden Tilgungen und Kreditzinsen sowie eine zentrale Gewährleistung ausreichender Zahlungsmittelströme zur Finanzierung des operativen Geschäfts. Die LASSELSBERGER Group verfügt seit 2016 über eine zentrale Finanzierungsstruktur mit der LASSELSBERGER Group GmbH als zentrale Kreditnehmerin. Die damit verbundene, vertraglich abgesicherte Bereitstellung von Liquiditätsreserven ist eine wesentliche Grundlage zur Steuerung des Liquiditätsrisikos und zur Absicherung des geplanten Wachstums. Der im Jahr 2025 neu abgeschlossene Konsortialkredit („210 mEUR Revolving Credit Facility Agreement“), das im Jahr 2022 von der LASSELSBERGER Group GmbH emittierte Schuldscheindarlehen mit einer endfälligen Laufzeit von 5 Jahren, die in den Jahren 2018 bis 2025 abgeschlossenen OeKB- Finanzierungen mit endfälligen Laufzeiten von 5 Jahren, das im Jahr 2021 abgeschlossene Direktdarlehen mit der EIB sowie der im Jahr 2024 abgeschlossene bilaterale Kredit mit jeweils einer endfälligen Laufzeit von 5 Jahren tragen wesentlich zur Absicherung des Liquiditätsrisikos bei.
Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine revolvierende, währungsdifferenzierte Liquiditätsplanung, die über das System „LB-WebTreasury“ durchgeführt wird. Die Erfassung sämtlicher Zahlungsströme durch die Finanzabteilungen der jeweiligen Tochtergesellschaften erfolgt direkt in der originalen Transaktionswährung und ermöglicht so eine belastbare, währungsdifferenzierte und monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit einem Planungshorizont von 12 Monaten. Die folgenden beiden Planjahre werden über die Budgetplanung abgedeckt, sodass ein Planungshorizont für einen Zeitraum von 36 Monaten gewährleistet ist. Dadurch ist es der LASSELSBERGER Group möglich, frühzeitig und zuverlässig Liquiditätsbedarfe erkennen zu können.
Ausfallsrisiko
Ausfallsrisiken ergeben sich im Allgemeinen aus der Gefahr, dass der Vertragspartner eines Finanzinstruments seinen Verpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht nachkommen kann und dadurch finanzielle Verluste eintreten.
Die Forderungen der LASSELSBERGER Group GmbH bestehen im Wesentlichen gegenüber den eigenen Tochtergesellschaften. Die Ausfallsrisiken sind stark von deren wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Bei den liquiden Mitteln wird das Ausfallsrisiko weiterhin als gering eingeschätzt, da es sich bei den Vertragspartnern grundsätzlich um Kreditinstitute mit guter Bonität handelt.
Cashflowrisiko
Cashflowrisiken entstehen durch Schwankungen zukünftiger Zahlungen aus originären und derivativen Finanzinstrumenten. Ein Zinsänderungsrisiko besteht insbesondere bei den variabel verzinsten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (176,1 Mio. EUR), welches aber laufend beobachtet wird. Bei Bedarf wird das Risiko durch Abschluss eines Zinsderivates durch das Group Treasury begrenzt.
Nachhaltigkeitsrisiken
Als Nachhaltigkeitsrisiken, auch ESG-Risiken genannt, werden Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) bezeichnet, die sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung und den Unternehmenswert auswirken können. Solche Risiken können sowohl einzelne Unternehmen als auch ganze Branchen oder Regionen betreffen und gewinnen im Zuge der zunehmenden Bedeutung nachhaltiger Wirtschaftsweisen kontinuierlich an Relevanz.
Grundsätzlich lassen sich Nachhaltigkeitsrisiken in zwei Perspektiven einteilen. Zum einen bestehen Outside-in-Risiken, also externe Nachhaltigkeitsfaktoren, die auf das Unternehmen einwirken. Dazu zählen insbesondere physische Risiken wie Extremwetterereignisse, Überschwemmungen oder Dürren sowie transitorische Risiken, die im Zuge des Übergangs zu einer CO -armen Wirtschaft entstehen können, etwa durch steigende Preise für Emissionszertifikate, regulatorische Veränderungen oder veränderte gesellschaftliche Erwartungen und Konsumgewohnheiten.
Zum anderen bestehen Inside-out-Risiken, also Risiken, die aus der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens selbst entstehen und Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben
können, beispielsweise durch Umweltbelastungen oder mögliche Verletzungen sozialer oder menschenrechtlicher Standards.
Beide Perspektiven stehen in engem Zusammenhang und können sich gegenseitig verstärken, etwa wenn umweltbelastende wirtschaftliche Aktivitäten langfristig zur Verschärfung klimabedingter Risiken beitragen.
Zur besseren Einschätzung dieser Risiken und zur Erfüllung der zukünftigen Verpflichtung einer Nachhaltigkeitsberichterstattung hat die LASSELSBERGERGroup mittlerweile eine Fülle von Tätigkeiten und Maßnahmen gesetzt.
Forschung und Entwicklung
Aufgrund der Geschäftstätigkeit der LASSELSBERGER Group GmbH sind die Forschungsund Entwicklungsaktivitäten von untergeordneter Bedeutung.
Umweltbelange und Arbeitnehmerbelange
Auf die Erfüllung aller gesetzlichen Anforderungen betreffend Umweltbelange im Zusammenhang mit Rekultivierung, Gewässerschutz sowie Abfallbeseitigung wird auch weiterhin entsprechend Bedacht genommen.
In Abhängigkeit von der divisionalen Zugehörigkeit bestehen spezielle Fortbildungsmaßnahmen für die MitarbeiterInnen. Die Fluktuation hält sich im gewöhnlichen Rahmen. Laufende Aktivitäten in der Personalbeschaffung und Personalentwicklung sollen die Realisierung der langfristigen Wachstumsziele durch Bindung bestehender MitarbeiterInnen und selektiver Akquisition neuer MitarbeiterInnen sicherstellen.
Die Anzahl der MitarbeiterInnen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 2 auf durchschnittlich 46 verringert.
Geschäftsentwicklung 2026 und Ausblick
Der vor vielen Jahren eingeschlagene Weg der LASSELSBERGER Group (Effizienzsteigerung, Nutzung von Marktchancen sowie kontinuierliche Modernisierung bzw. Erweiterung der bestehenden Produktionskapazitäten unter Beachtung von konzernweit festgelegten Verschuldungsgrenzen), bei dem die LASSELBERGER Group GmbH als zentrale Management- und Finanzierungsgesellschaft eine wesentliche Funktion einnimmt, wird auch im Geschäftsjahr 2026 – trotz der vor allem geopolitisch schwierigen Rahmenbedingungen – weiter fortgesetzt.
Die Entwicklung der Weltwirtschaft, die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen, mögliche handelspolitische Maßnahmen und die Entwicklung von Inflation und Zinsen werden weiterhin aufmerksam verfolgt.
In diesem Umfeld hat die LASSELSBERGER Group GmbH als Finanzierungsgesellschaft der Gruppe einerseits für die Sicherstellung der Liquidität Sorge zu tragen und andererseits über Management-Service-Leistungen die Strategie vorzugeben und den operativen Bereich in den einzelnen Konzerngesellschaften durch entsprechende Divisions- und Group-Funktionen zu unterstützen und einen Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung der LASSELSBERGER Group zu leisten.
Voraussichtliche Ergebnisentwicklung
Die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses bestehenden konjunkturellen Unsicherheiten, verstärkt durch anhaltende geopolitische Spannungen und die daraus resultierenden Belastungen der Energiemärkte, schränken weiterhin die Visibilität in unseren wesentlichen Märkten deutlich ein. Diese Spannungen können zudem die weltwirtschaftliche Entwicklung insgesamt – insbesondere im Hinblick auf Inflation und Zinsniveau – erheblich negativ beeinflussen und erschweren damit eine verlässliche Einschätzung der Geschäfts- und Ergebnisentwicklung für das Geschäftsjahr 2026.
Vor diesem Hintergrund liegt der Schwerpunkt des Konzerns im Jahr 2026 weiterhin auf der Sicherstellung der Liquidität und der Unterstützung der Tochtergesellschaften.
Unter Berücksichtigung der bereits eingeleiteten und bei Bedarf noch auszuweitenden Maßnahmen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2026 ein positives Jahresergebnis.
Pöchlarn, am 9. April 2026
Die Geschäftsführer
Vera Lasselsberger
Mag. Klaus Kralovec
Mag. Walter Riess