← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025/26

INSTANTINA Nahrungsmittel Entwicklungs- und Produktions Gesellschaft m.b.H.

Original-PDF

Stichtag 28. Feb. 2026 · Eingereicht am 12. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

1) Überblick

Unser Unternehmen ist auf die Entwicklung und Produktion von Instantprodukten spezialisiert. Namhafte Markenartikler, Handelsorganisationen sowie die weiterverarbeitende Industrie vertrauen auf die Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens im Hinblick auf Qualität und unsere fachliche Expertise. Oberstes Ziel ist es, qualitativ hochwertige und den Bedürfnissen der Kunden entsprechende Produkte zu entwickeln und zu produzieren. Die vereinbarten und spezifizierten Qualitätsparameter sind exakt einzuhalten. Den Erfolg unseres Unternehmens sichern wir durch die Erfüllung der Kundenwünsche, indem wir den Kunden kompetent beraten, die geforderten Leistungs- und Qualitätsmerkmale zur Verfügung stellen, die vereinbarten Liefertermine einhalten und ein optimales Preis- / Leistungsverhältnis anbieten. Unser Unternehmen bietet darüber hinaus unseren Kunden zeitgemäße und innovative Produkte an, welche den neuesten Kundenbedürfnissen entsprechen.

2) Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

2.1) Geschäftsentwicklung

Das Geschäftsjahr war im Vertriebsbereich durch gegenläufige Effekte geprägt. Einerseits konnten in einzelnen Produktgruppen deutliche Umsatzsteigerungen erzielt werden, insbesondere im Private-Label-Geschäft. Andererseits führten Preis- und Margeneffekte, Kundenverluste sowie strukturelle Kostenbelastungen zu einer Dämpfung des Gesamtergebnisses auf Rohertrags- und Ergebnisebene.

Umsatzentwicklung nach Geschäftsbereichen

Ein wesentlicher positiver Ergebnistreiber war der weiter steigende Umsatz im Private-Label-Bereich, insbesondere in den Segmenten Kaffee und Kakao.

In Summe zeigt sich eine stärkere Konzentration des Umsatzwachstums auf wenige Kernsegmente, während einzelne Produktlinien strukturell unter Druck geraten sind.

Kunden- und Marktveränderungen

Im Laufe des Geschäftsjahres kam es zu relevanten Veränderungen im Kundenportfolio:

  Der Verlust des ALDI-Süßstoffgeschäfts im Q3 2025 wirkte sich spürbar negativ auf die Ertragslage und Auslastung in diesem Segment aus. Gleichzeitig ist eine zunehmende Konzentration auf Kundenseite bei ALDI festzustellen, was den Preisdruck und die Verhandlungsmacht des Kunden weiter erhöht hat.  Im Jänner 2026 wurde mit Mautner Markhof der Start eines neuen, innovativen Produktportfolios realisiert, das bereits mit Innovationsauszeichnungen gewürdigt wurde. Der positive Ergebniseffekt daraus wird jedoch erst im weiteren Verlauf des Jahres 2026 wirksam werden.

Margen- und Rohertragsentwicklung

Trotz steigender Umsätze in einzelnen Bereichen ist der Rohertrag weiterhin unter Druck. Insbesondere neue Vertragsabschlüsse – vor allem im Private-Label-Umfeld – weisen ein niedrigeres Margenniveau auf als Bestandsverträge. Der Umsatzanstieg wurde daher nur eingeschränkt in Ergebnisverbesserungen übersetzt.

Diese Entwicklung ist wesentlich auf:

 intensiven Preiswettbewerb,  steigende Kundenkonzentration sowie  strategisch akzeptierte Margenreduktionen zur Volumensicherung zurückzuführen.

2.2) Ertrags- und Finanzlage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Nettoumsatz von 37.703,9 TEUR erzielt. Dieser lag damit um 6.711,8 TEUR (+21,7%) über dem des Vorjahres.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt 1,4 TEUR und liegt damit um 85,27 TEUR unter dem des Vorjahres (- 98,4%). Hauptgründe dafür waren Preissteigerungen bei Rohmaterialien, die wir nicht im erforderlichen Maße weitergeben konnten, und die Kostenbelastung durch die Einführung von SAP und damit verbundene Zusatzkosten. Speziell im 4. Quartal drückte ein niedriger Rohertrag das Ergebnis.

Die Bilanzsumme ist im abgelaufenen Wirtschaftsjahr von 17.951,8 TEUR im Vorjahr um 2.778,9 TEUR (+15,5%) auf 20.730,7 TEUR gestiegen. Der Wert unserer Vorräte nahm gegenüber dem Vorjahr um 994,7 TEUR zu und lag zum Bilanzstichtag bei 9.378,6 TEUR (VJ 8.383,8 TEUR).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen im Februar mit 3.312,9 TEUR über dem Niveau des Vorjahres (2.622,9 TEUR). Dies lag an höheren Umsätzen im Jänner und Februar 2026 gegenüber dem Vorjahr.

Auf der Passivseite verminderte sich das Eigenkapital um 69,4 TEUR auf nunmehr 7.665,8 TEUR (-0,9 %). Es wurden vom Bilanzgewinn des Vorjahres im heurigen Wirtschaftsjahr 90 TEUR durch Umlaufbeschluss nach §34 GmbH-Gesetz an die beiden Eigentümergesellschaften, im Verhältnis ihrer Beteiligung, ausgeschüttet. Der verbliebene Restbetrag von 4,1 TEUR wurde in die Gewinnrücklage übertragen.

Die langfristigen Rückstellungen im Bereich Sozialkapital (Abfertigungen und Jubiläumsgelder) betragen 1.742,7 TEUR und sind damit um 61,9 TEUR (+3,7%) gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

2.3) Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Vermögens- und Kapitalstruktur

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
28.02.2026 28.02.2025 Veränderung
T€T€T€
Anlagevermögen
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände6 895,36 508,7386,6
Beteiligungen0,00,00,0
Wertpapiere0,00,00,0
6 895,36 508,7386,6
Nettoumlaufvermögen (working capital)
Vorräte9 378,68 383,8994,7
Lieferforderungen3 312,92 622,9690,0
Forderungen gegenüber verb. Unternehmen105,483,222,3
Finanzforderungen kurzfristig an verb. Unternehmen0,00,00,0
flüssige Mittel637,342,8594,5
andere Aktiva des Umlaufvermögens250,7170,680,1
Aktive Latente Steuern150,5139,810,8
Umlaufvermögen13 835,411 443,12 392,3
Lieferverbindlichkeiten1 467,91 341,3126,6
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten0,00,00,0
Verbindlichkeiten gegenüber verb. Unternehmen448,5280,5168,0
Finanzverbindlichkeitn kurzfristig an verb. Unternehmen8 057,25 688,32 368,9
kurzfristige Rückstellungen607,0550,256,8
erhaltene Anzahlungen von Kunden335,5163,2172,4
andere Verbindlichkeiten406,0512,4-106,4
kurzfristiges Fremdkapital11 322,28 535,92 786,3
Working Capital2 513,22 907,2-394,0
NETTOVERMÖGEN9 408,59 415,9-7,4
finanziert durch
langfristiges Fremdkapital
Abfertigungs-, Jubiläums, -Rückstellungen1 742,71 680,761,9
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten0,00,00,0
1 742,71 680,761,9
Eigenkapital (inkl. unversteuerter Rücklagen)
Stammkapital1 980,01 980,00,0
Gewinnrücklagen5 665,25 661,04,1
Unversteuerte Rücklagen0,00,00,0
Investitionszuschuss0,00,00,0
Bilanzgewinn20,694,1-73,5
7 665,87 735,2-69,4
NETTOKAPITAL9 408,59 415,9-7,4

BILANZ

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
28.02.2026 28.02.2025 Veränderung
T€T€T€
Anlagevermögen6 895,36 508,7386,6
Umlaufvermögen13 835,411 443,12 392,3
AKTIVA20 730,717 951,82 778,9
Eigenkapital (inkl. Investzuschuss, unverst. Rücklagen)7 665,87 735,2-69,4
Fremdkapital13 064,910 216,62 848,3
PASSIVA20 730,717 951,82 778,9

G+V:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
28.02.202628.02.2025
Te%TE%
Nettoverkaufserlöse37 703,999,0%30 992,197,9%
sonstige Erträge292,40,8%90,00,3%
aktivierte Eigenleistungen1,40.0%0,20,0%
Bestandsveränderungen (+/-)90,00,2%562,81,8%
Betriebsleistung38 087,6100%31 645,0100%
Materialeinsatz inkl. Bezogene Leistungen25 908,668,0%20 547,864,9%
Personalaufwand7 101,018,6%7 070,522,3%
sonstiger Aufwand3 927,210,3%2 806,08.9%
ordentliches Ergebnis vor Abschreibungen,
Zinsen und Ertragssteuern1 150,9*3,0%1 220,73.9%
Abschreibungen914,52,4%875,42,8%
ordentliches Ergebnis vor Zinsen und Steuern236,40,6%345,21,1%
Zinsensaldo-235,0-0.6%-258,6-0.8%
Bete iligungsergebnis0,00.0%0,00.0%
Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen0,00.0%0,00.0%
Jahresergebnis vor Ertragssteuern (EGT)1,40,0%86,70.3%
Latente Steuern10,80.0%6,20.0%
Ertragssteuem8,40.0%1,20,0%
Jahresüberschuss20,60,1%94,10,3%
Auflösung unversteuerte Rücklagen0,00.0%0,00,0%
Zuweisung unversteuerte Rücklagen0,00.0%0,00,0%
Auflösung von Gewinnrücklagen0,00.0%0,00.0%
Bilanzgewinn20,60,1%94,10,3%

Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Vermögens- und Kapitalstruktur28.02.202628.02.2025
Kapitalausstattung
Eigenkapital (inkl. unversteuerter Rücklagen) in % des Anlagevermögens111,2%118,8%
Eigenkapital (inkl. unversteuerter Rücklagen) in % des Gesamtkapitals37,0%43,1%
Liquidität
Umlaufaktiva ohne Vorräte in % des kurzfristigen Fremdkapitals39,4%35,8%

Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Eigenkapitalrentabilität0,3%1,2%
Jahresüberschuss/Eigenkapital inkl. unverst. Rücklagen
Gesamtkapitalrentabilität1,2%2,0%
Jahresübeschuss+Zinsergebnis/Gesamtkapital
Debitorenziel in Tagen (ohne Finanzforderungen)3332
(Forderungen L u L.+ Forderungen mit verb. Unternehmen)
X 365/Nettoumsatz
Kreditorenziel in Tagen
(Verb. aus L. u. L. + Verb. an verb. Unternehmen) X 365/2729
(Materialeinsatz inkl. bezogene Leistungen)

Personal

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Beschäftigtenzahl im Durchschnitt (FTE inkl. Geschäftsführer)2025/262024/25
Arbeiter76,780,7
Angestellte30,328,8
Summe107,0109,5
Produktivität
Betriebsleistung ohne sonstige Erträge pro Beschäftigtem in T€ Veränderung in %356,0 232%289,0
Personalaufwand
Personalaufwand pro Beschäftigtem (FTE) in T€ (inklusive Dotierung Rückstellungen) Veränderung in %66,4 28%64,6

3) Risikomanagement

Unternehmerische Kernrisiken, insbesondere also die marktseitigen Risiken (Nachfrageschwankungen, Marktumbrüche, politische Veränderungen) trägt das Unternehmen selbst. Zu diesen Kernrisiken gehören ebenso die Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte oder dem Erschließen neuer Märkte, wobei dies im Gegenzug natürlich auch neue Chancen darstellt.

Als ein auch auf Exportmärkten agierendes Unternehmen ist INSTANTINA durch ihre Geschäftstätigkeit unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt. Da unternehmerisches Handeln von der Übernahme angemessener Risiken nicht zu trennen ist, steht der verantwortungsvolle Umgang mit diesen Risiken im Vordergrund des Risikomanagements.

Wesentliche Instrumente zur Risikoüberwachung stellen die vom Konzern vorgegebenen integrierten Planungs- und Controlling-Prozesse sowie das laufende Berichtswesen dar. Im Rahmen des Reporting werden sowohl das Top-Management innerhalb des Unternehmens als auch die Eigentümervertreter kontinuierlich über die aktuelle Finanz- und Ertragslage informiert.

Unsere Mehrheitseigentümerin – die AGRANA Beteiligungs-AG – besitzt als börsennotierte Aktiengesellschaft eine eigene Compliance-Abteilung, die konzernweite Standards setzt, die auch für INSTANTINA als Joint Venture im Wesentlichen zutreffend sind.

3.1) Beschaffungsrisiken

Es besteht generell das Risiko von Kostensteigerungen bei Rohstoffen, anderen Materialien und Energie, das nicht zeitgerecht oder aus marktspezifischen Gründen gar nicht oder nicht in vollem Umfang an die Abnehmer weitergegeben werden kann.

Das Risiko liegt bei INSTANTINA vor allem in Preisrisiken bei ernteabhängigen Rohstoffen (Kakao, Kaffeeextrakt, Zucker) sowie in allfälligen Rohstoffverknappungen durch Ernteausfälle. Spekulative Geschäfte mit Rohstoffen, Kriege und erratische Zollpolitik können nicht voraussehbare Konsequenzen auf die Preisentwicklung bei Rohstoffen haben.

Seit 2024 ist INSTANTINA verstärkt im Austausch mit dem Teil des Agronomy / Raw Material Teams der AGRANA und hat Zugang zu Reports aus den Bereichen Cocoa, Coffee und Agricultural products. Seit 2025 profitieren wir zusätzlich von konzernweiten Einkaufsinitiativen im Bereich der Packstoffe sowie von Maßnahmen aus den HORIZONT-Projekten im Bereich Sourcing. Durch die stärkere strategische Ausrichtung und Bündelung im Einkauf soll den bestehenden Kosten- und Beschaffungsrisiken bestmöglich entgegengewirkt werden.

Rohstofflieferungen in Fremdwährung (US-Dollar) werden, so weit als möglich, mittels Devisentermingeschäften abgesichert. Unser Partner hierbei ist die AGRANA Group Services GmbH (AGS), die sämtliche zentralen Treasury Agenden für den Konzern abdeckt.

Damit kann INSTANTINA den Wechselkurs natürlich nicht beeinflussen, hat aber durch rechtzeitiges Absichern zumindest eine gesicherte Kalkulationsgrundlage für Anbote, die in die Zukunft gerichtet sind.

3.2) Markt und Wettbewerbsrisiken

INSTANTINA agiert auf unterschiedlichen Märkten mit unterschiedlichen Vertriebskanälen und ist dadurch angehalten, mögliche Änderungen im Abnahmeverhalten ihrer Kunden möglichst frühzeitig zu antizipieren. Schwankungen und Volatilitäten bei den Absatzpreisen wird, so weit möglich, durch eine fortlaufende Optimierung der Kostenstrukturen begegnet. Ziel ist es dabei unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten bzw. weiter zu verbessern.

Durch die zusehends starrer werdenden Preisschwellen, Zentralisierungen im Einkauf beim Handel und die Fixierung auf Tiefstpreise wird es jedoch zusehends schwieriger, notwendige Preiserhöhungen in ausreichendem Umfang umsetzen zu können.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es in einzelnen Produktgruppen erneut zu Lieferengpässen (z. B. bei BIO-Kakao, Puffersalz), die zeitweise zu einer angespannten Situation innerhalb der Supply Chain führten.

3.3) Produktqualität/-Risiko

Qualitätsmanagement, Risiken sowie Führung und Weiterentwicklung

Die Sicherstellung einer gleichbleibend hohen Produktqualität im Interesse unserer Kunden stellt einen zentralen Anspruch an unser Unternehmen dar. Für die INSTANTINA ist die uneingeschränkte Einhaltung sämtlicher lebensmittelrechtlicher Anforderungen und Standards eine Selbstverständlichkeit. Den daraus resultierenden Qualitäts- und Haftungsrisiken begegnen wir durch ein etabliertes, zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, dessen Wirksamkeit regelmäßig im Rahmen interner sowie externer Audits überprüft wird.

Sämtliche qualitätsrelevanten Prozesse sind klar definiert, dokumentiert und unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung und Weiterentwicklung. Das HACCP-System wird laufend evaluiert und an neue gesetzliche, normative sowie betriebliche Anforderungen angepasst.

Trotz der umfassenden präventiven Maßnahmen können Haftungen aus Produktmängeln nicht vollständig ausgeschlossen werden. Entsprechend bestehen Versicherungen zur Absicherung gegen Ansprüche Dritter. Zusätzlich wurde eine Produktschutzversicherung abgeschlossen, die insbesondere Rückholaktionen infolge schwerwiegender Produktmängel (z. B. fehlende Eignung für den menschlichen Verzehr) oder gesetzlich bzw. behördlich angeordnete Produktrückrufe abdeckt. Der vereinbarte Selbstbehalt beträgt hierbei, abhängig vom Schadensfall, maximal 25,0 TEUR.

Maßnahmen zur Risikoreduktion und Systemstärkung im Berichtsjahr

Compliance und Audits

Im Berichtsjahr wurde das beste IFS-Auditergebnis seit mindestens acht Jahren erzielt, dies bei gegenüber früheren Jahren erhöhtem Anforderungsniveau. Sämtliche externen Audits – einschließlich Lebensmittelaufsicht, Zertifizierungsstellen sowie Kundenaudits – wurden erfolgreich und ohne wesentliche Abweichungen abgeschlossen. Dies umfasst neben der IFS- Zertifizierung auch Audits und Zertifizierungen in den Bereichen Bio, Vegan, Ohne Gentechnik (OGT), Fairtrade, Rainforest Alliance, Halal und Kosher, wodurch die Konformität mit kundenspezifischen und marktrelevanten Anforderungen sichergestellt wird.

Führung und Organisation

Der Qualitätsmanagementbereich ist grundsätzlich durch ein gut eingespieltes, fachlich kompetentes Team geprägt. Im Berichtsjahr kam es jedoch zu einzelnen personellen Veränderungen im QM-Bereich bzw. sind weitere Anpassungen absehbar. Neue Mitarbeiterinnen werden anhand strukturierter und bewährter Einarbeitungskonzepte in ihre Aufgaben eingeführt. Diese orientieren sich an bisherigen erfolgreichen

Personalentwicklungen und gewährleisten eine nachhaltige Wissenssicherung sowie Prozessstabilität. Klar definierte Verantwortlichkeiten und stabile Führungsstrukturen stellen sicher, dass auch bei personellen Veränderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems zu erwarten sind.

Weiterentwicklung

Die Weiterentwicklung der Lebensmittelqualitätskultur ist weiterhin ein zentrales Element der Führungs- und Qualitätsarbeit. Diese erfolgt fortlaufend auf Basis strukturierter Mitarbeiterbefragungen. Die Ergebnisse werden systematisch ausgewertet und durch zielgerichtete Maßnahmen wie Schulungen und Workshops adressiert, die auch das Führungsteam einbeziehen.

Die bereits im letzten Berichtsjahr eingeführte Aufgaben- und Projektmanagementplattform ASANA wurde vom QM-Team sehr gut angenommen. Sie ermöglicht ein transparentes, strukturiertes und effizienteres Arbeiten sowie eine lückenlose Nachverfolgbarkeit und fristgerechte Abarbeitung qualitätsrelevanter Aufgaben, Maßnahmen und Projekte.

Darüber hinaus werden interne Richtlinien und Vorgabedokumente weiterhin konsequent überarbeitet, inhaltlich gestrafft und in klarer, praxisnaher Sprache dargestellt. Ziel ist es, die Verständlichkeit, Akzeptanz und nachhaltige Umsetzung der Qualitäts- und Hygienestandards im operativen Alltag weiter zu erhöhen.

3.4) Wechselkursrisiken

Ein direktes Kursrisiko im Absatzbereich existiert nicht, da die Geschäfte ausschließlich in EURO fakturiert werden. Kursrisiken bestehen im Einkauf nur gegenüber dem US-Dollar bei Kaffeeextrakten. Wir haben daher für bestehende Einkaufskontrakte, die in US-Dollar abgeschlossen wurden, mit der AGRANA Group Services GmbH (AGS) Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Es ergaben sich zum Bilanzstichtag 28.02.2026 realisierte Kursgewinne aus Währungsderivaten von 5,0 TEUR, die nach UGB auszuweisen sind. Realisierte und unrealisierte Verluste aus Währungsderivaten schlugen mit 58,2 TEUR zu Buche.

3.5) Verkaufsrisiken/Forderungsausfälle

Die fortgesetzte Konzentration im österreichischen Lebensmittelhandel führt zu einem weiter erhöhten Druck auf die Abgabepreise. Gleichzeitig ist jedoch auf Grund der Bonität aller großen Handelspartner, speziell auch in Deutschland, das Ausfallsrisiko als eher gering einzustufen.

Dem Risiko, dass ein Vertragspartner seinen Verpflichtungen trotzdem nicht nachkommen kann, wird auf mehreren Ebenen begegnet. Prinzipiell werden wesentliche Kunden und ausgewählte Lieferanten einem KSV-Monitoring unterzogen. Zusätzlich sind alle offenen Kundenforderungen – soweit versicherbar (ausgenommen Konzernforderungen) – im Rahmen einer Kreditschutzversicherung versichert. Spezielle Kunden ohne Versicherungsschutz bekommen Ware nur auf Vorauskasse geliefert. Das Kunden- bzw. Länderrisiko wird in die Betrachtung mit einbezogen, indem definierten Kunden nur gegen Vorauskassa geliefert wird oder erst eine Anzahlung seitens des Kunden gegeben werden muss, damit überhaupt produziert wird.

Es waren zum Bilanzstichtag keine Abschreibungen von Kundenforderungen notwendig.

3.6) IT-Risiken

Den Sicherheitsrisiken in diesem Bereich wird durch entsprechende interne Maßnahmen vorgebeugt. Ein Ausfallsrisiko wird durch räumliche Trennung der Hardware (verschiedene Brandabschnitte im Werk Dürnkrut) gewährleistet. Die IT-Abteilung arbeitet in Abstimmung mit der AGRANA kontinuierlich an der Sicherheit unseres IT-Systems. IT-Sicherheitsschulungen werden standortübergreifend konzernintern durchgeführt. Im Laufe des Wirtschaftsjahres 2025/26 wurde die Netzwerkinfrastruktur erneuert, die Serverlandschaft für die produktionsnahe IT auf eine hochverfügbare Cluster-Umgebung aufgewertet, eine Firewall nach AGRANA-Vorgaben gewechselt und die Desktopsysteme getauscht. Für alle kritischen Systeme (Firewall, Netzwerk, Server) sind neben einem internen First Level Support Wartungsverträge mit geringer Latenz konzernintern und -extern verfügbar. Der Betrieb der ERP-Umgebung wird zukünftig nicht mehr am Standort in Dürnkrut erfolgen, sondern extern im Raiffeisen-Rechenzentrum gehostet. Eine Fall-back-Anbindung der Internetverbindung wurde 2023 implementiert.

3.7) Rechtliche Risiken

INSTANTINA ist stets mit möglichen Änderungen des rechtlichen Umfeldes insbesondere in den Bereichen Lebensmittel- und Umweltrecht konfrontiert, weshalb derartige Risiken bereits in der Frühphase einer Produktentwicklung erfasst und ihr Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens evaluiert werden.

Zivilrechtliche oder sonstige Klagen, die einen wesentlichen Einfluss auf die finanzielle Lage des Unternehmens haben könnten, bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

3.8) Bestandsgefährdende Risiken, Elementarereignisse

Hier greift wieder unser Versicherungsschutz, speziell im Zuge von Masterverträgen über die Krüger-Gruppe. Im Rahmen einer All-Risk-Versicherung bei der AXA sind wir gegen Risiken – wie Brand, Sturmschaden, Hochwasser, Betriebsunterbrechung u. ä. – versichert. Unsere Brandmeldezentrale ermöglicht eine direkte Anbindung an die Feuerwehr und reduziert dadurch die Reaktionszeit im Brandfall erheblich.

4) Entwicklung

Im letzten Geschäftsjahr lagen die Schwerpunkte der Produktentwicklung in mehreren Bereichen. Ein wesentlicher Fokus war die Weiterführung der im Vorjahr gestarteten Arbeiten im Bereich Kakaoalternativen inklusive erfolgreicher Produktionsversuche. In diesem Zusammenhang stehen mittlerweile verfügbare Alternativen sowohl für Backkakao und Trinkkakao als auch für Trinkschokoladen zur Verfügung. Darüber hinaus wurden für einen Großkunden Cappuccino-Rezepturen entwickelt. Aufgrund der spezifischen Anforderungen und Produkteigenschaften flossen hierbei umfangreiche bestehende Erfahrungen ein. Ein weiterer Schwerpunkt lag in Optimierungen bei der Tablettierung von Süßstofftabletten, mit dem Ziel, Verluste im Herstellprozess zu reduzieren. Mit der Umsetzung eines Getränkestick-Projekts konnte zudem eine weitere, attraktive Produktkategorie erschlossen werden, inklusive der Einführung einer entsprechenden Portionssachet-Verpackung über einen Lohnabfüller. Neben den üblichen Reformulierungen bestehender Rezepturen wurden verstärkt Rohstoffalternativen, unter anderem auch für Aromen, angefragt und getestet. Aktuelle Marktentwicklungen werden laufend beobachtet und daraus abgeleitete, passende Projekte befinden sich bereits in der Planungsphase.

5) Bericht über Zweigniederlassungen

Das Büro in Wien und der protokollierte Firmensitz befinden sich in 1020 Wien, Friedrich- Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, an dem auch unsere Mehrheitseigentümerin, die AGRANA Beteiligungs-AG, ihren protokollierten Firmensitz hat.

Das Werksgelände mit unserer Produktion befindet sich in 2263 Dürnkrut, Hauptstraße 81 a in Niederösterreich.

6) Ausblick über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Das angelaufene Geschäftsjahr 2025/26 ist von stabilen Materialpreisen auf hohem Niveau geprägt. Insbesondere die Preise für den Rohstoff Kakaopulver (einer unserer Hauptrohstoffe) und auch für Kaffeeextrakte (ebenfalls ein wesentlicher Rohstoff für unsere Produkte) befinden sich weiter auf einem hohen Niveau. Bei Kakao gibt es zudem teilweise Beschaffungseinschränkungen bei verschiedenen Qualitäten (BIO), was die erfolgreiche Fortführung einzelner Artikel bei Großkunden durchaus schwierig macht. Wann hier eine Entspannung eintritt, kann derzeit noch nicht seriös abgeschätzt werden.

Durch die extreme Konzentration im österreichischen Lebensmittelhandel ist auch das Risiko größerer Auftragsverluste deutlich höher als in den Nachbarländern. Bisher konnte hier eine hohe Stabilität gehalten werden. Durch die Teuerungskrise im Kakaobereich ist aber auch die Bereitschaft der Abnehmer gestiegen, über Alternativen nachzudenken und zu anderen Lieferanten zu wechseln. Die Gefahr besteht hier insbesondere bei der REWE-Gruppe im Bereich Kakao, dass Artikel aus der Mutter-Gesellschaft aus Deutschland nach Österreich gezogen werden.

Die vor dem Hintergrund der außergewöhnlichen Preisdynamik bei Kakaoprodukten entwickelten alternativen Kakao- und Trinkschokoladen-Produktinnovationen stehen auch im kommenden Geschäftsjahr weiterhin im Fokus. Ziel ist es, auf strukturelle Marktveränderungen nicht kurzfristig taktisch zu reagieren, sondern belastbare und zukunftsfähige Produkt- und Portfolioansätze zu etablieren.

Im zweiten Quartal 2026 ist eine umfassende Reorganisation des Vertriebsteams vorgesehen. Ziel dieser Maßnahme ist eine Professionalisierung der Vertriebsorganisation sowie der gezielte Ausbau von Vernetzung und Kompetenzen, um die strategischen Anforderungen der kommenden Jahre besser abzubilden.

Der Markenaufbau sowie die Neuausrichtung der strategischen Orientierung sollen im Laufe des Jahres im Rahmen eines neuen Settings auf Ebene der Unternehmensführung evaluiert und schrittweise umgesetzt werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei ausdrücklich auf langfristig tragfähigen Strukturen und Geschäftsmodellen über alle drei wesentlichen Absatzkanäle hinweg (Private Label, Manufacturer Label und B2B).

Das erste Halbjahr 2026 wird voraussichtlich noch deutlich durch die Einführung von SAP sowie durch die damit verbundene Stabilisierung der operativen Prozesse geprägt sein. In dieser Phase liegt der Schwerpunkt auf der Sicherstellung der Systemstabilität und der nachhaltigen Verankerung der neuen Abläufe im Tagesgeschäft. Mit Wirkung zum 1. Juni 2026 erfolgt der Wechsel vom bestehenden ERP-System auf SAP. Dieser Umstellungsprozess wird durch den Abschluss der Shop-Floor-Modernisierung (u. a. Mischleittechnik, Scanner- und Druckersysteme) begleitet. In der Woche vor der Systemumstellung ist eine groß angelegte Inventur sämtlicher Warenbestände vorgesehen, in deren Verlauf keine Warenbewegungen

möglich sind. Die betroffenen Kunden wurden frühzeitig und umfassend auf dieses Szenario vorbereitet. Auch in der Woche nach dem Go-Live ist vorgesehen, Warenbewegungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren, um die Systemstabilisierung zu unterstützen.

4. Mai 2026

Ó. I. Josef Manner e.h.

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.