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Lagebericht 2024/25

Voith Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 30. Sep. 2025 · Eingereicht am 23. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Der vorliegende Lagebericht der Voith Austria GmbH, mit Sitz in St. Pölten, wurde gemäß den gesetzlichen Vorschriften des §243 UGB sowie den Empfehlungen des AFRAC erstellt. Er ergänzt den Jahresabschluss und dient der Vermittlung eines zutreffenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der wesentlichen Risiken und Chancen. Das Geschäftsjahr erstreckt sich vom 01. Oktober bis 30. September. Die Voith Austria GmbH ist in die Konzernstruktur der Voith Gruppe eingebunden. Lizenzvereinbarungen mit der J. M. Voith SE & Co. KG regeln die Nutzung von Technologien und Markenrechten.

2. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

Das Jahr 2024/25 war geprägt von einer nur zögerlichen konjunkturellen Erholung nach zwei Jahren Rezession in Österreich. Das reale Bruttoinlandsprodukt stagnierte weitgehend und verzeichnete lediglich ein minimales Wachstum von rund 0,2 %, während die Inflation mit etwa 4 % weiterhin hoch blieb. Belastend wirkte u.a. das herausfordernde außenwirtschaftliche Umfeld, insbesondere durch US-Zölle und den starken Euro. Die Investitionstätigkeit zeigte nur leichte Erholungstendenzen, während die Industrieproduktion weiterhin rückläufig war. Erst für 2026 wird ein moderater Aufschwung erwartet, getragen von einer verbesserten Auslandsnachfrage und sinkenden Finanzierungskosten.

Die Umsatzerlöse der Voith Austria GmbH erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um rund 2 % auf insgesamt 146,9 Mio. EUR (Vorjahr: 144,1 Mio. EUR). Der Geschäftsbereich Paper profitierte von einem gesunden Auftragsbestand, sowie weiteren Wachstum im Service Geschäft und verzeichnete einen Anstieg um 5 %. Im Bereich Turbo konnte durch die Umsatzsteigerungen im Parts- und Servicegeschäft der Umsatzrückgang im Neugeschäft (unter anderem resultierend aus der strategischen Entscheidung das emTrac Business aufzugeben) nicht kompensiert

werden, sodass ein Umsatzrückgang von 9% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war. Der Bereich Other stieg leicht auf 5,0 Mio. EUR, getragen von stabilen Dienstleistungen und Immobilienvermietung. Die Auftragseingänge lagen mit 128,6 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau (132,5 Mio. EUR). Gesamthaft betrachtet lag im heurigen Geschäftsjahr das EBIT bei 3,6 Mio. EUR und damit unter Planwert; wenngleich dies als Ausnahmejahr zu sehen ist.

Die Eigenkapitalquote beträgt per 30.09.2025 18 % (Vorjahr: 20%).

Kernaussagen zum Jahresabschluss

I. KENNZAHLEN DER ERTRAGSLAGE

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2024/252023/24
EUREUR
1. Umsatz146.914.136,76144.109.925,73
2. EBIT (adjusted) inkl. Beteiligungs- und Zinserträge
Ergebnis vor Steuern2.048.263,029.123.586,05
+ Zinsaufwand5.605.133,437.040.209,91
= EBIT3.556.870,4116.163.795,96
3. Umsatzrentabilität
EBIT3.556.870,4116.163.795,96
/ Umsatzerlöse146.914.136,76144.109.925,73
= Umsatzrentabilität2,4%11,2%
4. Eigenkapitalrentabilität2024/252023/24
Stammkapital13.994.750,0013.994.750,00
Kapitalrücklage11.908.307,0311.908.307,03
Gewinnrücklagen302.329,90302.329,90
Bilanzgewinn/-verlust4.849.613,338.314.041,53
Eigenkapital31.055.000,2634.519.428,46
Ergebnis vor Steuern2.048.263,029.123.586,05
/ Eigenkapital31.055.000,2634.519.428,46
= Eigenkapitalrentabilität-6,6%26,4%
5. Gesamtkapitalrentabilität
EBIT3.556.870,4116.163.795,96
/ Gesamtkapital170.514.997,84176.655.819,28
= Gesamtkapitalrentabilität2,1%9,1%

II. KENNZAHLEN DER VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
1. Nettoverschuldung2024/252023/24
Anleihen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinst.
Rückstellungen für Abfertigungen8.791.258,009.449.881,40
Rückstellungen für Pensionen8.160.852,008.687.097,00
Rückstellungen für Jubiläumsgelder3.045.798,003.140.365,00
Zinstragende Finanzverbindlichkeiten87.000.000,0087.036.981,11
verzinsliches Fremdkapital106.997.908,00108.314.324,51
Kassa, Bank238.930,26247.171,87
Cash Pool8.578.464,559.988.928,98
Zinstragende Finanzforderungen
Flüssige Mittel8.817.394,8110.236.100,85
Verzinsliches Fremdkapital106.997.908,00108.314.324,51
- flüssige Mittel8.817.394,81-10.236.100,85
= Nettoverschuldung98.180.513,1998.078.223,66
2. Nettoumlaufvermögen
Umlaufvermögen38.884.388,0446.477.068,21
- Langfristige Forderungen712.323,99-718.000,15
= kurzfristiges Umlaufvermögen38.172.064,0545.759.068,06
- kurzfristige Verbindlichkeiten- 17.191.001,80- 19.589.896,36
= Nettoumlaufvermögen20.981.062,2526.169.171,70
3. Eigenkapitalquote
Eigenkapital31.055.000,2634.519.428,46
/ Gesamtkapital170.514.997,84176.655.819,28
= Eigenkapitalquote18%20%
4. Nettoverschuldungsgrad
Nettoverschuldung98.180.513,1998.078.223,66
/ Eigenkapital31.055.000,2634.519.428,46
= Nettoverschuldungsgrad316,2%284,1%
CF - Berechnung
2024/252023/24
Geldfluss aus der Investitionstätigkeit3.162.321,768.661.775,01
Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit5.642.114,54- 19.560.235,65 -
Geldfluss aus der operativen Tätigkeit7.393.971,8720.896.022,91

3. Risikobericht

Die unternehmerische Tätigkeit ist naturgemäß mit Risiken verbunden. Zur Begrenzung von Risiken, die die Existenz des Konzerns oder seiner Gesellschaften gefährden könnten, besteht ein konzernweit verbindliches Risikomanagement- und Internes Kontrollsystem. Dieses erfüllt nicht nur gesetzliche Anforderungen, sondern dient auch der Wertsteigerung, indem es Risikopotenziale und Eintrittswahrscheinlichkeiten reduziert und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiken und Chancen sicherstellt.

Die Unterscheidung erfolgt in fünf verschiedene Risikoarten:

1. Strategische Risiken 2. Finanzrisiken 3. Operative Risiken 4. Leistungsrisiken 5. Compliance-Risiken

Das Risikomanagement ist dezentral in den Geschäftseinheiten verankert, wird jedoch zentral überwacht und koordiniert. Die Verantwortlichkeiten sind klar definiert und berücksichtigen die unterschiedlichen Risikoprofile auf allen Unternehmensebenen.

3.1. Marktrisiken

Markt- und Wettbewerbsrisiken können die Ertragslage der Voith Austria GmbH erheblich beeinträchtigen. Eine anhaltende konjunkturelle Abschwächung könnte zu Verzögerungen bei Vergabeentscheidungen im Anlagenbau sowie zu sinkender Nachfrage in sensiblen Segmenten wie dem Mobilitätssektor bzw. im Neu- und Ersatzteilgeschäft der Bahninfrastruktur führen. Überkapazitäten in der Papierproduktion, Fusionen großer Papierhersteller sowie Stilllegungen von Papiermaschinen verstärken den Wettbewerbs- und Preisdruck. Die Konsolidierung von Produktionskapazitäten und die fortschreitende Marktkonzentration könnten zusätzlichen Kostendruck erzeugen und die Ergebnismarge weiter belasten.

3.2. Finanzrisiken

Risiken aus kurz- und langfristigen Finanzveranlagungen werden durch ein konzernweit einheitliches Treasury-System gesteuert. Der Zahlungsverkehr erfolgt ausschließlich über Banken mit bestmöglicher Bonität. Kurzfristige Liquiditätsbedarfe werden über Cash-Pooling, langfristige Finanzierung über Intercompany-Darlehen gedeckt. Fremdwährungspositionen werden grundsätzlich bei Entstehung mindestens gemäß Konzernrichtlinienvorgaben abgesichert, um Wechselkursrisiken zu vermeiden. Die Steuerung und Überwachung dieser Risiken ist Bestandteil des gruppenweiten Controllings und unterliegt strengen Compliance- Vorgaben. Das zentrale Rechnungs- und Finanzwesen erfolgt als Dienstleister durch die Voith Global Business Services und folgt den Rechnungslegungsgesetzen als auch strengen internen Regularien. Für Schadensfälle und Haftungsrisiken besteht ein angemessener Versicherungsschutz.

3.3. Operative Risiken

Die wesentlichen operativen Risiken liegen im Beschaffungsbereich. Globale Lieferketten sind durch Exportbeschränkungen für seltene Metalle, Zollregelungen sowie mögliche Belieferungsausfälle, Qualitätsthemen und Kostensteigerungen beeinträchtigt. Zudem besteht das Risiko der Nichteinhaltung von Umwelt- und Sozialstandards.

Zur Risikominimierung sind Maßnahmen wie Lieferantenauswahl, Terminverfolgung und eine Multi-Lieferanten-Strategie implementiert. In Einzelfällen ist aufgrund technologischer Vorgaben oder Kundenspezifikationen nur eine Bezugsquelle verfügbar; hier wird durch vorausschauende Planung und längere Vorlaufzeiten gegengesteuert. Die Einhaltung landesspezifischer Umwelt- und Sozialstandards ist in den Einkaufsbedingungen verankert.

3.4. Einschätzung der Gesamtrisikosituation

Zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 waren keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in Wechselwirkung zueinander den Fortbestand der Voith Austria GmbH gefährden würden.

4. Prognosebericht

Die Voith Austria GmbH erwartet für das Geschäftsjahr 2025/26 ein herausforderndes Umfeld, geprägt durch ein volatiles außenwirtschaftliches Klima und konjunkturelle Belastungsfaktoren. Für das Jahr 2026 wird im europäischen Papiermarkt ein moderates Wachstum prognostiziert, getragen von der anhaltenden Nachfrage nach Verpackungs- und Hygienepapieren, während der Rückgang bei grafischen Papieren fortbesteht. Die Papiermaschinenhersteller rechnen mit einer leichten Erholung der Auftragseingänge nach einer schwachen Phase, wobei steigende Energiekosten und geopolitische Unsicherheiten weiterhin Risiken darstellen. Mittelfristig wird für den europäischen Papiermarkt bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) von rund 4 % erwartet, während der Anlagenbau für Papiermaschinen global leicht darunter liegt. Nachhaltige Technologien und Verpackungslösungen bieten die größten Wachstumspotenziale. Der lokale Ausblick für den Konzernbereich Paper deutet auf ein moderates Wachstum bei Auftragseingang und Umsatz hin; das EBIT wird voraussichtlich über dem Niveau des Geschäftsjahres 2024/25 liegen.

Im Bereich Turbo wird aufgrund von intervallmäßig erforderlichen Aufarbeitungen und Reparaturen von Schienenfahrzeugen ein stabil hohes Niveau an Umsätzen im Service- und Ersatzteilgeschäft erwartet; wenngleich dieses Segment aufgrund des Preisdrucks umkämpft ist. Das EBIT daraus wird geplant unverändert auf Vorjahresniveau liegen. Das Business für elektrische Traktionsstromrichter wird im Geschäftsjahr 2025/26 restabgewickelt und anschließend an die produzierende Turbo- Einheit in Deutschland übertragen. Obwohl mit dieser Übertragung als auch dem Verkauf des Commercial Vehicles Business Umsätze entfallen werden, so ist mit einer positiven EBIT-Entwicklung zu rechnen.

Der Konzernbereich Voith Other wird die Beteiligungserträge verwalten, das Liegenschaftsmanagement fortführen und die österreichischen Standorte mit

Dienstleistungen in den Bereichen IT & Business Applications, Human Resources sowie Health, Safety und Environment (HSE) unterstützen. Veräußerungen nicht mehr genutzter Liegenschaften wurden bereits vor einiger Zeit initiiert und haben die Leerstandskosten bereits positiv beeinflusst.

5. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft betreibt wesentliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Das F&E-Zentrum des Geschäftsbereichs Paper mit globaler Zuständigkeit für Walzenbezüge befindet sich in Wimpassing. Voith Turbo trägt mit seinen Kompetenzen zu den Entwicklungen des Stammhauses im Bereich der elektrischen Antriebstechnik in Mobilität und Industrie bei. Weitere Entwicklungsaktivitäten erfolgen an den Standorten Frankenmarkt, Laakirchen-Oberweis und Theresienfeld.

6. Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft besitzt keine Zweigniederlassungen gemäß § 243 Abs 3 Z 4 UGB. Neben dem Gesellschaftssitz St. Pölten unterhält die Voith Austria GmbH Betriebsstätten an den Standorten Frankenmarkt, Laakirchen-Oberweis, Theresienfeld, Wimpassing sowie auf den Philippinen. Die Standorte Frankenmarkt, Laakirchen-Oberweis, Theresienfeld und Wimpassing sind der Konzerndivision Paper, und der Gesellschaftssitz St. Pölten der Konzerndivision Other und Turbo zugeordnet. Die Turbo-Betriebsstätte auf den Philippinen befindet sich in der Deregistrierung.

7. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Voith verfolgt ein Geschäftskonzept, das ökonomische, soziale und ökologische Faktoren in Einklang bringt. Die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitenden sowie die Einhaltung hoher Umweltstandards sind zentrale Erfolgsfaktoren.

Im Berichtsjahr beschäftigte die Voith Austria GmbH durchschnittlich 585 (Vorjahr: 593) Mitarbeitende.

Die Anstrengungen zur Arbeitssicherheit, Umweltschutz sowie zur wirtschaftlichen Verwendung von natürlichen Ressourcen nahmen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen bedeutenden Stellenwert ein und sind in unserem Jahresprogramm als auch im Konzern-Nachhaltigkeitsbericht einsehbar. Unsere Aktivitäten konzentrieren sich insbesondere auch auf die Umsetzung der Empfehlungen aus regelmäßigen Audits.

Darüber hinaus verpflichtet sich Voith zu Chancengleichheit und einem diskriminierungsfreien Arbeitsumfeld. Diese Haltung wurde durch die konzernweite Erklärung zu Vielfalt und Inklusion („D&I Declaration“) bekräftigt. Voith verfügt seit Jahren über eine verbindliche Konzernrichtlinie in Form eines Verhaltenskodex („Code of Conduct"). Dieser Kodex definiert die Grundsätze für Compliance, Fairness und Chancengleichheit, die als Basis für nachhaltigen und weltweiten Unternehmenserfolg gelten. Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, diesen Kodex zu unterzeichnen und einzuhalten. Die Prinzipien sind fest im Voith Leadership-Gedanken verankert, wobei alle Mitarbeiter durch ihr tägliches Handeln einen respektvollen, toleranten und fairen Umgang innerhalb des Konzerns fördern.

St. Pölten, 3. Dezember 2025

Jonas Oswald

Signiert von: Schneide —D3CA0CEDB2C74EA. Dipl. Ing. Reinhold Schneider

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